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Jüdische Rundschau · 1934-06-29 · Heft 52 (29.6.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 52 (29.6.1934)
Date
1934-06-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 52, 29. VI. 1934 über eine in Halle gehaltene Rede des Herrn Reichs־ bischofs Müller entnehmen, wonach dieser gesagt habe: ״Im gegenwärtigen Kampf der Welt gegen Deutschland offenbare sich der jüdische Christen ha 8 s c r geilt, der das Wesen der hinter uns liegenden Zelt aus■ machte, der aber leider in den vergangenen Jahren von all/ti wenigen evangelischen Pfarrern als die der Christ* 1 ic!1 e n W e lt d r oh e ״ d e Ö c f ah r erkannt worden sei.“ Die Kundgebungen ausländischer kirchlicher Kreise, die im Namen des Christentums sprachen, können nicht jüdischem Christenhaß entspringen, aber für uns Juden ist es unzweifelhaft von größter Tragweite zu sehen, daß die Meinung, jüdischer Haß sei überall im Spiele, an so maßgebenden Stellen vorherrscht. Dieser Tat- Sache kann nicht einfach damit begegnet werden, daß wir uns sagen, unser Gewissen sei rein. Zweifellos liegen die Dinge psychologisch komplizierter. All diese Aeußerungen sind ein Beweis, daß die Judenfrage heunruhigend wirkt, daß da etwas nicht in Ordnung ist und einer Regelung bedarf. Herr Ministerpräsident Ooc* ring hat in seiner erwähnten Nürnberger Rede sich gegen die Politiker gewandt, die ״glauben, hier Einhalt tun zu müssen“ und hat einer sehr scharfen und radikalen Judenpolitik das Wort geredet. Auch in mehreren anderen Reden der letzten Tage wurde wieder scharf gegen die deutschen Juden Stellung genommen. Wir Juden glauben, daß eine Möglichkeit gefunden werden muß, um den deutschen Juden, die noch in Deutschland leben, einen Platz in der nach neuen Grundsätzen sich organisierenden Gesellschaft zuzubilligen. Die jüdische S o n d c r a r t, die das neue Deutschland von dem deutschen Volkskörpcr fern gehalten wissen will, muß den Bezirk ihres eigenen Lebens z,ugc• wiesen erhalten, da die Juden sonst ganz unvenneid־ lieh völlig entwurzelt würden, was sicherlich von nie• m.indem gewollt werden kann. Auf wesentlichen Oebieten ist unseres Erachtens eine Regelung in Ucbcrcin- Stimmung mit den von der nationalen Revolution aufgestellten Grundsätzen möglich: Wenn z. B. die Zusamntendrängung von Juden in einzelnen intellektuellen Berufen bekämpft wurde, dann ist zu sagen, daß auch von einsichtiger jüdischer Seite eine neue Bcrufsglicdcrung der Juden angestrebt wird, wodurch eine Wiederkehr der angefochtenen Uebclstiiiule vermieden würde. Wir glauben, daß die deutschen Juden, ohne eine ihnen versagte Machtstellung oder gar ״Herrschaft“ anzustreben, auf vielen Gebieten auch heute nützlich für das Gemeinwohl arbeiten und bei dem notwendigen Wiederaufbau mitwirken könnten. Sehr viele der heute am meisten empfundenen Schwierigkeiten, die auch zu so vielen Unklarheiten und Mißstimmungen Anlaß geben, würden einfach dadurch beseitigt werden, daß die Juden eben als scharf umrissene Gruppe in Erscheinung treten, so daß jeder einzelne Jude an seinem Platze ein Glied der Gesamtheit wäre, zugleich aber ein Glied der jüdischcn Gruppe in ihren speziellen Lebensbezirken. Um das zu vermögen aber, ist es erforderlich, daß auch die deutschen Juden selbst sich ihr Judentum wieder erarbeiten, daß es ihnen mehr als bloßes Bekenntnis wird. In diesem Sinn sind die Bestrebungen der neuen jüdischen Bildungszentralc, die diese Woche in Berlin mehrere Veranstaltungen abhält und mit ihrer Lehrcrbildungswochc eine dringend erforderliche, höchst bedeutungsvolle Arbeit leistet, der Unterstützung der besten Juden wert. Wir müssen erst wieder Sinn und Inhalt unseres Judentums besitzen, wenn wir Träger einer neuen jüdischen Epoche sein wollen. Wenn wir Juden uns auf unser eigenes Wesen bcsinnen und unserem Leben — das ohnedies ungefüllt ist mit der ganzen Fülle des auf uns einstürmenden kulturellen Reichtums Europas — einen jüdischen geistigen Inhalt geben wollen, so ist es sclbstvcrständlieb, daß wir aui die großen geistigen Güter unseres Volkes zurückgreifen müssen, unter denen überragend die Bibel dastcht. Die letzten zwei oder drei Generationen deutscher Juden, unter der Suggestion des Wortchens ״Aufklärung“ stehend, haben sich nicht sehr viel um die Bibel gekümmert. Sie war ihnen höchstens ein Argument im Kampf um die Stellung der Juden; man konnte darauf vorweisen, daß doch ״die Juden der Welt die Bibel gegeben haben“. Im übrigen hatte man zu dem Inhalt des Buches ein im besten Falle ״archäologisches“ Verhältnis. Es ist eine der bedeutsamsten Folgeerscheinungcn der durch die Ereignisse des Jahres 1933 entstandenen inneren Erschütterung, daß heute, wie wir beobachten können, in weiten jüdischen Kreisen die Bibel wieder gelesen wird. Dabei macht jeder die überraschendsten Entdeckungen: die Erzählungen dieses Buches, scheinbar nur auf bestimmte vergangene Geschehnisse gemünzt, sind von einer unheimlichen Aktualität, weil sie menschliche Zustände zum Inhalt haben, die in verschicdcner Form immer, in allen Zeiten und Völkern, wiederkchren. Ist es schon die Eigentümlichkeit groißer Kunst, daß sie in spezieller Form etwas Allgemein* Gültiges aussagt, was in diesem Sinne ״ewig“ ist, so gilt dies im besonderen Maße von einem Buche, dessen wahrer Gegenstand das Wirken Gottes in der Welt ist. Bekanntlich wird in den Synagogen im Laufe des Jah* res das Fünfbuch Moses in einzelnen Wochenabschnit* ten vorgelcscn, wozu jeweils noch ein ausgewähltes Stück aus den Prophetenbüchern tritt. Früher dürfte wohl nur em sehr kleiner Teil der deutschen Juden gewußt haben, welcher Wochenabschnitt gerade gelesen ׳v r ך y L:,i ti) (Von unserem palästinensischen Korrespondenten.) gl. Tcl-Awiw, '20. Juni 1931. Nach dem Urteil im Mordprozeß Arlosoroff folgte die Ent* Scheidung des Gerichts in der Verhandlung gegen den ״H r i t h II a bi rj 0 11 im“, jener Gruppe oder Gehelmorgauisation, deren Bestehen im Zusammcnhnng mit den Recherchen der Polizei aufgedeckt wurde. Die Anklage gegen diese Gruppe wurde vor fast einem Jahr erhoben, ein Teil der Angeklagten bereits im l aufe der Voruntersuchung entlassen, weil kein geniigciides Material gegen sie vorlag. Der Ablauf des Prozesses hat sieh verzögert, weil die Gerichte sicli erst nach Abschluß des Mcinlprozcsses mit der Sache befassen wollten. Außer Abba Aehimeir, der mit ■zu den Angeklagten im Prozeß Arbsoroff gehörte und als Führer der terroristischen rcvislonistl* scheu Richtung erscheint, waren noch sechs andere nugeklagt, von denen zwei befreit wurden. Einer war durch Krankheit am Erscheinen verhindert und wird erst nach der Wiederher- Stellung zur Verkündung des Urteils vor dein Richter erseheineu. Achimeir wurde, wie bereits gemeldet, zu 21 Monaten Zuchthaus verurteilt, die anderen zu 15 Monaten Zuchthaus bzw. zu 9 und 3 Monaten Gefängnis. Der Gerichtshof hat in diesem Falle ein spa11c 111 a n gcs Urteil abgegeben, In dem das vorliegende Material gegen die verschiedenen Angeklagten sorgfältig analysiert, die ei lzcincn Anklagepunkte durch gesprochen und die Begründung der Bestrafung im einzchu'ii angegeben wird. Es handelte sieh um vier Anklagepunkte: Mitgliedschaft einer illegalen Organisation, Besitz, aufrülircnscheii Materials, Aufreizung zu ungesetzlichen Aktionen und Konspiration. Der Richter hat im einzelnen angegeben, bei welchem Angeklagten einzelne dieser Anklagen als bcgründet angesehen werden und warum. V011 Bedeutung sind in der öffentlichen Beurteilung des Prozesses und des Urteils einerseits einige Begründungen des Richters und die Haltung der Angeklagten. Wer das Material der Anklage in diesen Tagen las und es unabhängig von der politischen Gesnmtentwicklung Palästinas im letzten Jahre betrachtete, konnte gelegentlich nicht umhin, alle diese Briefe, Flugblätter, Tagebücher und Reden etwas lächerlich zu finden. In diesem Wust einer romantisch-kriegerischen Phantasie, in dem die Dolche, Bomben, ln die Luft gesprengten Eisenbalmziige, Kriege und Gewehre nur so einer das andere jagen, vermag man zuerst nicht viel mehr zu sehen als Dumme- Jungenstreiche. Es ist nlles scheinbar so weit von der Wirklichkcit, so har jeder klaren Erkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse, so überspannt, so falsch In den Proportionen, daß man eher geneigt ist, diese Papierberge und die Menschen, die hinter ihnen stellen, nicht ernst zu nehmen, als sic als gefährlich zu betrachten. Man konnte es ausgezeichnet verstehen, daß die Richter zu lachen anfingen, als sic hörten, einer aus ciicscm Kreis hätte bereits Abba Achimeir als den jüdischen Mussolini erkannt und daß sie an einer anderen Stelle erklärten, in. diesen oder jenen Dokumenten stünde überhaupt gar nichts drin als barer Unsinn. Alier so eine — sozusagen abstrakte — Betrachtung des Materials und der Menschen, die dafür verantwortlich sind, war vielleicht noch vor dem 16. Juni 1933 möglich, nach diesem Datum mußte sich die Betrachtungsweise ändern. Denn von da an wird Palästina von einem Kampf erfüllt, der be* weist, daß diese so lächerlich anmutenden Hetzereien unbe* dingt ernst zu nehmen sind, und daß diejenigen, die sic als nichts weiter als phantastische Lächerlichkeiten betrachtet hatten, nicht nur einen schweren Irrtum, sondern durch ihre Nachlässigkeit eine schwere Sünde begingen. Wäre der Zionis* mus vor dem 16. Juni imstande gewesen, das Material dieses Prozesses, oder — was mit Nuancen dasselbe ist — die revisionistischc Presse mit den Augen zu lesen, mit denen er sic heute betrachtet, so wäre ihm vielleicht manches Unglück erspart geblieben. Die Richter haben — obwohl sie das Uebertrlebene und Phantastische der Dokumente wohl spürten, sich zu einer Verurteilung entschlossen, und zwar nicht nur fußend auf den Paragraphen des Gesetzes, sondern auch auf Erwä* gungen des gesunden Menschenverstandes hin. Sie haben erklärt: es kommt nicht darauf an, wie in jedem einzelnen Falle jedes einzelne Wort zu übersetzen sei: was entscheide, sei die Wir k 11 n g des Materials auf den normalen einfachen Menschen. Und hier sei die hetzerische Wirkung keinesfalls abzustreiten. Die Angeklagten haben alle miteinander eine sonderbare Verteidigungstaktik benutzt. Sic haben einfach in Bausch und Bogen geleugnet. Nicht etwa, daß es sich um ihre Papiere handelt; das konnten sie nicht, denn man hatte sie hei ihnen gefunden und ihre Handschrift ließ sich In vielen Füllen imt!!, weisen, sondern sie haben so lauge Kommentare zu ihren eigenen Briden, Reden und Worten geliefert, bis kaum mehr etwas ührighliel). Die Existenz des ״Brith Habirjonim" ~ dcr immer wieder in den Briefen erwähnt wird — wird geleugnet. Eii .r vorsteigt sich dazu, ihn einfach als die Ueberschrift ein« von ihm geschriebenen Romankapitels zu definieren! Wcntl von ״ernsten Aktionen" gesprochen wird, so erklärt man, « handele sich um sportliche Unternehmungen oder Airfliige, Man sollte denken, dall dieser Rückzug auf der ganzen t.inj־ die Anhängerschaft stutzig machen müsse. Aber hei dein Leitmotiv der ״heiligen Eii ge“, das in diesen Kreisen anerkannt wird, wird solch ein Rückzug, diese Flucht in ״sportlich(. Uebungen", ohne Besinnen geschluckt. Ehrbegriffe, öfferstliehe Moral, alles Imt sich einschneidend gelindert. Man sollte annelmien, daß nach der Verurteilung Btavskys und dem Urteil des ״Brith Habirjonim“ die Offensive der Revisionisten im Lande zu einem Stillstand kommen müßte. Weit gefehlt! Für die revisionistische Presse sind alle diese Ereignisse nichts anderes als ״Etappen auf dem Kampfe zur Wahrheit“. Wenn sieh etwas ändert, so sind cs nur die Kampf, mittel dieser Gruppe, die — wenn möglich — noch Wahlloser, noch unbedenklicher werden, Mau hat sofort nach dem Urteil im ״Birj״nirn"-Prozeß eine neue Theorie fertig, die jlk! erklärt: die Verurteilung ist nur deshalb erfolgt, weil die eng. lische Regierung die Vertreter des ״wahren Zionismus" (das ist nämlich die Achimcir-Omppc!) vernichten muß, um ihre antijüdische Politik im Fände durchzusct/en. Das ist die neue Theorie. Man belächle sie nicht! Denn sie wird von vielen Itn Fände geglaubt. Die revisionistische Gruppe bekommt immer stärkeren Zuzug. Zuerst vor dem Urteil im Arlosoroff-Prozel das Auftreten des Oberrabbiners Kuk für Achimeir. Gleich nach dem Urteil seine Proklamation für Stavsky, seine Aul. fordertmg zum Kampf für seine Freisprechung. Jetzt erscheint ein Aufruf gleichen Inhalts, unterzeichnet von einer ganzen Reihe von Rabbinern, die von der Unschuld Stavskys über• zeugt sind, und wieder ein Aufruf von Professoren^ Dob toren, Dichtern, Plantagenbcsit/.crn des gleichen Inhalts. Der Pressekampf stellt nicht einen Moment still, jeden Taj wird eine neue Sensation aufgetischt und die Hilfe, die den Revisionisten zuteil wird, ist groß. Der eine wagt es nicht, sich denen zu versagen, die einen Juden um jeden Preis voa der Mordanklage reinwaschen wollen, der andere glaubt einfach, was man ihm sagt, der dritte folgt Versprechungen, der vierte beugt sich den Drohungen. Und schließlich hat jetzt eine große, ökonomisch bedeutende Schicht die Gelegenheit erspäht, den langersehnten Schlag gegen die Arbeiterschaft zu führen. Der Fall Stavsky wird zum Prüfstein und die vielen Doktoren und Professoren und Hausbesitzer erröten nicht einmal, wenn ihnen Stavsky als ״Held der Epoche" (10 stand cs schwarz auf weiß gedruckt! —) angeboten wird. Wenn es in dieser Slimmung ruhig bleibt, abgesehen von ein paar kleinen Prügeleien, die heute auf niemanden mel1r1 einen Eindruck machen, und dauernden Belcidigungsprozmen, die einfach schon zur Tagesordnung gehören, so deshalb, weil man sehr gut weiß, daß die Regierung mit ihrer Geduld zu Ende ist lind sofort cingrcifcn wird. Und in den vollgedrängten Straßen von Tcl-Awiw scharf schießen zu lassen, das ist auch für die Helden der Zusammenstöße beim Proteststreik ein zu harter Bissen. Weizmauns Diktum, daß zwischen uns und dein Bürgerkrieg nur der englische Polizist stände, bewahrheitet sich voll und ganz. Es scheint aber trotzdem, oder besser gerade deswegen, daß die dauernden Mahnrufe, nachzugeben, ״Ruhe um jeden Preis“ zu halten, am Wesentlichen Vorbeigehen. Man kann heute nicht mehr Kompromisse srhließcn, vorsichtig Auswege suchen. Der Kampf, der zurzeit hier tobt, muß ausgekämpft werden, bis zu seinem bitteren oder guten Ende. Bis zum Ende jedenfalls. UnierhausanfragG über das Urteil London, 2G. Juni. (J. T. A.) Am 26. Juni fragte Colonel Wedgwood den Kolonicnministcr, oh gegen die Verur• teilung Achi-Mcirs zu 21 Monaten Gefängnis wegen Zugehörig• keit zu einer illegalen Vereinigung eine Berufung möglich!ei, und ob dieses Urteil noch zu dem einen Jahr hinzukamm«, das der Verurteilte unter der Anklage des Mordes, von der er frcigcsprocltcn wurde, im Gefängnis verbracht hat. Der Kolonicnministcr erklärte, daß bei der Festsetzung des Strafausmaßes die Tatsache, daß Acbi-Mcir auf Grund einer anderen Anklage lange Zeit gefangen war, voll berück• sichtigt worden sei. Eine Berufung sei innerhalb von zehn Tagen nach der Urteilsverkündung an das Berufungsgericht möglich. Bis jetzt wurde eine Berufung nicht eingelegt. wird. Heute erneuert sich der Brauch in den Familien, auf diese Uebung zurückzugreifen. In dieser ,Woche nun ist ein Abschnitt an der Reihe, der zu eien schönsteil und tröstlichsten Episoden der biblischen Geschichte gehört. Bileam, der Magier, wird von Balak, dem König der Moabiter, aus seinem Wohnsitz am Euphrat herbeigerufen, um Israel zu verfluchen. Er ist besten Willens, seinen Auftrag z.u erfüllen. Aber wie er den Mund auftut, um zu fluchen, entströmen ihm Worte des Segens. Er bricht in den Ruf aus, der als Einleitung auch in der alltäglichen synagogalcn Liturgie seine Stätte gefunden hat: ״Wie schön sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnstätten, Israel!“ Fluch wandelt sich in Segen. Das ist eine der merkwürdigsten Erzählungen, und wenn wir uns auch davor hüten müssen zu meinen, daß uns dieser Vorgang immer zuteil wird, so ist cs uns doch gestattet, aus dieser Erinnerung Kraft zu schöpfen. Wenn uns schweres Schicksal trifft, kann es sich zum Outen.wandeln. Müssen wir auf Güter, die uns und unseren Vätern Lebensinhalt waren, verzichten, haben wir, jeder Einzelne, um eine neue Existenz hart zu ringen, sehen wir uns häufig im Verkehr mit Mitmenschen, die wir vor kurzem uns als ganz nah empfanden, bitter enttäuscht, so werden wir auf der anderen Sehe gewahr, daß ein großer verlorener Am 5ך tidic An* einen encij «)Weit es« , ״c־.cl!lo«e! (<; im Zuf 1 7«! und des Z . jciehiu'iul 1 Anzahl vC; paläsl inen lande leb ן bis heute : ן . 1 ging auch jn l)r. I drd Refet auch sch< Teiltu'hm!;5 ן־ Erfahrung 1 1 t .! > jüdischen1 Kro i ׳ ei prinzipiell f •5• obcrfläclß 1: fach vert 1 Konscqiic lang in 1 , ■ 1 Extremer / il Siege eii!« die ״Mit 2 M Entwickle 11 im Lebe ־־ I tiven Vt n 1 Staaten J ohne wc. J '1 in den j 1 * eine Ger >i Volksgal e .tt Totalität c , il die Mac;! 1 « zuzwing B selbst ii 1 ו von alle ־ sei aber « - liehet it halb de l 1 ■ bereits 1 tuliert וnoch a « : י stark, \ י! Bedrohe; l 1' Eliigelg.J Kristall! i\ 1 bUrgcrll 1. Gegner! sf i t Schatz uns wieder 7. u f ä 111. Wir müssen uns ehr• lichcrweise eingestehen, daß, wäre die Zeit nicht so hart mit uns verfahren, die breiten Schichten unseres dcutsehen Judentums einer solchen Rückbesinnung auf sich selbst wohl nicht fällig gewesen wären. Daß wir unsere jüdische Gemeinschaft wieder als etwas Lebendiges empfinden, von der einst aus feindlichem Mund gesagt werden mußte ״Wie schön sind deine Zelte, Jakob“, daß wir in der sehr notwendigen Wiederaufbauarbeit an unserer Gemeinschaft eine ungeheure, die schwersten Anforderungen an jeden Einzelnen richtende Auf gab5 finden, ist ein großes Erlebnis für die Juden unserer Zeit. Wir wissen, daß sehr vieles an uns reparaturbedürftig ist, und wir sind weit entfernt davon, Lobspriiclic für uns cinzuhcimscn, die uns nicht /»kommen. Wir sin״ aber in weit höherem Maße als früher zum Bewußtsein der Verantwortung für das jüdische Sein erwacht• Noch ist cs nicht sicher, ob wir diese Prüfung bestehen werden. Aber so sehr auch da und dort bei den Aeuße* rungen unbefugter und illegitimer Wortführer der dcutsehen Juden Mißtönc erklingen, die Masse der dcut* sehen Juden — dessen sind wir gewiß — hat etwas von dem Sinn der einzigartigen Wendung unseres jüdischen Seins verspürt. Fluch wandelt sich in Segen• Wir werden wieder Juden; und wir können, wenn v*r erst streng mit uns selbst sind, große, ganze Menschen werden. Au: Organis ment! die Ein Revbioi Diese I den Kt gicrung richtet revisio! Di jüdisch hing, <! bcstehl eine s satori» schüre haiuicf sich u sehe *weife D sehen Episo« zcsses jonim־ der 8) revisl! Brief! jonim Krieg von Legic sitzet sei j! Wals wird t« fi , II י t ei 1 1 :1 « J I 1 :1 II: e 1 n h a: «f 1» I! ־ •1*־;;!• g »U h י 4 ■

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