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Jüdische Rundschau · 1934-06-26 · Heft 51 (26.6.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 51 (26.6.1934)
Date
1934-06-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU % f ׳ i. Boykott und Außenhandel Die ,Woclunzcituiig ״Deutsche Zukunft“, Ucrlin, vom 21. Juni beschreibt in ihrem ״Wirtschaftsspicgcl «ic weittragenden wirtschaftspol itiseh en Entscheidungen dieser!Woche. Dabei geht der Verfasser Egon B a n d 111a n n nochmals auf das von ihm schon früher berührte Thema ״Boy• kott und Außenhandel" ein. Wir haben, wie crinner- ]ich, seine Darlegungen in der ״Jiid. Rundschau“ vom 29. Mai zitiert lind sind dann noch mehrfach darauf zurückgekoinmcu. ln der letzten Nummer der Zeitschrift heilst es mm; ״Wir hüllen in unserer Amgalie »ein 27. Miti darauf hingewiesen! iluli drei F a k I o r e n den Rückgang der Ausluhr hestimmen, niimlieh die Vors e h i e 11 u n g im Rußlandgcschüft, die Tendenz, im euiupai'dien iluitdcl zur ausgeglidienen 11 u n d c I s h i 1 a n z und die u n g e ״ ü g c n d c K o m - p c n s i 0 r!1 n g unserer Rohstoffmchrkiiulr in 11chcrstvländern durch rt1ls!>rerhemle /.u>alze\|tnrle. Der Raum hir rein stim m u n g s in ii 15 i g c 11! '׳ k I o r e 11 bleiht also rclaliv klein ־־— cs hl zudem iimglich, diese Slimmiingsinache ,gegen deutsche Ware genau zu lokalisieren. Die englische l׳A|1״rl j11n|1:1g.mda in Skull- Oinavieii mheiiel sehr 1.<iiini0 וt mil einem Appell an die: demokia- Iis! licn Inslinkle des Nordens <1*. 1 t.111|1t weist im ״llnnilmrger Wir!sehnitsdiensl" vom 1. Juli 1034 mit Reelit nach, daß man sieh in Skandinavien als Glied des wesleur0|1äLso׳hen Kuilurkreiscs fühlt) und' tpaimt na! 11 humlcrljährigem bewahrtem Muster die englische 1*0111 ik. (die in liehenswertcr Naivitiit als votbihHieli lür alle Nuliemnen emplunden wild) in den Dienst d!י Handels, Sodann ist im 1)11 n 8 11 tu U in in bestimmten llandehkreisen voiiibo'tg* In uil eine Idisioheih! it enGt.iiideu. oh und inwieweit in Do tu! Jl ,!.•I eine Ge-chäitsv<■rhimlung mit jüdischen I in ן> o r t - h ii n d ■I0' r 11 d es Ausl a n d e s gewünscht sei. Pie Kommentare der Minister Flieh־ und Schmitt iilmr die Abgrenzung von freier W i r I s 0■ 11 :1 I t und r a s s r n p o I i t i s e h e r (leset t■ ge hung Indien diese Zweifel bc hohen. Suoiatm sehlicbheh noch der Punkt ״New York“, l’.s wäre gerade im Augenblick ein vrihiingni ■.voller Fehler. Amerika und Neov Volk zu i.lentilizieren. Wer New York kennt, weiß, daß die olorlige 01,1 jüdische Fm• wandiieiseldeht in vielen k״mmmu11|K1liliM hen Allst immungen das Zünglein an der Waage ist. Das יו) der Hintergrund olcr antioleutso ho 11 Propaganda eines Samuel Unlctim'ver, es wäie alKtr o!ne Yerkeimung tie-. Rhythmus der amet ikaniw ׳hon üt tont liehen Meinung,!iiuunchmen, daß 01 io New Yorker Kommunalpolitik ein cntscheidenol stimmung-bildender Jttktur ist, Sio: würde es mir dann, wenn Deutsch-!and in den Fehler der Kricgsptnpngandi» fallen würde unol »ich in seiner Agitation in itmeiamerikanisohe Ausi'inandersctzungen eininisrlile, was es aber, wie wir wissen, dezidiert ablehtit. Angclsarhsen werden ni! m.ds olureli Agitation, sondern nur durch stillschweigendes Bewahren gewonnen.“ :Die Darlegung der ״Deutschen Zukunft“ entspricht den objektiven Beobachtungen. Soweit Juden als Faktoren der ■Wirtschaft in Frage kommen, so ist von unserem .Stand• punkt gcwill sehr zu bedauern, daII eine Konstellation geschaffen worden ist, die eine positive und konstruktive Zusammenarbeit von Juden mit Deutschland hei der Beifitigung der heutigen Weltwirtscliaftsiiütc beeinträchtigen. Armenrecht für Staatenlose Für jene Personen, die in den letzten Monaten ausgebürgert wurden, dürfte die Frage von Bedeutung sein, ob sic das Armeiirccht erhallen können. Die allgemeine Rechtsfrage, oh Staatenlose einen Anspruch auf das Armenreeht haben, ist stark umstritten. Die herrschende Lehre lehnt das Armenreeht in Uchereinstimimmg mit RG. (Warn. RG. 1929, Nr. 168) ah. Das RO. läßt jedoch die Entscheidung für den Fall offen, daß cs sich tun ehemalige Deutsche handelt, die staatenlos wurden. Das KO. (JW. 1931, _ 1126) kommt zu einer günstigeren Entscheidung, wenn die Bcwilllgung des Armcnrechts zwecks Vermeidung unbilliger, dem Sinn des Gesetzes nicht entsprechender Harten notwendig sei. Fiiicn Schritt weiter gellt jetzt das OLO. Hamburg (HRR. 1933, 1701). Es bejaht allgemein das Armenrecht, weil ״ein Staat, der auch Staatenlose seiner Gerichtsbarkeit unterstellt und Anwaltszwang vorschreibt, es armen Staatenlosen nicht unmöglich machen darf, in dem Prozeß ihre Rechte wahr/nnehnien. Fs wäre ein kaum erträgliches Frgebuis, wenn jeder staatenlose Beklagte, dem die Mittel zur Bestellung eines Anwalts fehlen, im Anwaltsprn/cß durch Versäiiinnisurtdl rechlskrällig unterliegen müßte. Fine solche Unbilligkeit kann gegenüber Ausländern /!!gelassen werden, deren Heimatstaat in! gleichen Falle Deutsche ebenso bchandelt, nicht aber gegenüber Staatenlosen, bei denen dieser Gesichtspunkt der Vergeltung nicht in Betracht kommt.“ Ka. ״Juden ist der Zutritt verboten״ Die ״Mainfrlinkische Zeitung“ vom 21. 6. bcrichtet unter der Uebcrschrift: ״Karlburg ist erwacht“ folgendes: ״Bis auf winige Ausnahmen, Iragen alle Wohn• und Wirtschaft.■■- gebuiide all den Toren und Türen seit. Sonntag trüb die mittels einer Schablone mit schwarzer Farbe aufgelragene Warnung; Juden ist der Zutritt verhüten‘. Da die ca. 10 ein großen Buchstaben in solider Farbe aufgetragen sind, ist wohl ein Vcrwischen unmöglich und bei der Grüße der Huehstubcn kann die Warnung nicht übersehen werden. — Hilfsbereite Volksgenossen haben durch ihr forsches und kostenloses Vorgehen bewiesen, daß sie den Willen der Mehrheit unserer Volksgenossen erkannt haben. — Wenn aber einer von unseren Mitbürgern Angst bekommen hat vor seinem eigenen Mul, so sei diesem Deutsehen gesagt, daß es auch in unserer Gemeinde maßgeliende Stelle« gibt, welche ihm mit Kat Und,Tat beisiebtrt und seinen wankenden Mut befestigen. Der (!rundsalz: ,Gemeinntilr. geht vor Kigennuu' ist oberstes Gesetz im Drillen Reieli und wenn auch unsere Mitbürger sieh diesen ('■rum(• salz, vnll und ganz zu eigen gemacht haben, so können die Verbot« beseitigt werden, da dann Karlburg fiir die Laudenbarlicr und Wiesenfehler indischen Händler und Verkäufer fernerhin ohne Interesse ist. Jeder Mitbürger trage dazu bei, daß dieser Tag recht bald komme. Jede Gegen,■irheit ist die schwerste Sabotage an dem Aufbau der deutschen Volksgemeinschaft.“ * Die ״Fränkische Tageszeitung", Nürnberg, vom 22. Juni schreibt: ״Juden sind hier nicht erwünscht —1 Das liest man an den Tüten von Gaststätten, deren Besitzer deutschbewußte!Volksgenossen sind. Daß man in diesen Oasistillten Jedoch immer wieder auch Juden begegnet, ist ein Zeichen für die Charakterlosigkeit Mieser Kasse und dafür, welches Vertrauen sic in die Langmut der deutschen Volksgenossen setzen.“ Es ist schmerzlich und beschämend für uns, uns das sagen lassen zu müssen. Wir glauben aber, daß die Juden, von denen hier die Rede ist, nur ganz, vereinzelte Sonderlinge sind, während die große Mehrheit der Juden mit dem schweren Leid auch einen neuen großen Stolz gelernt hat. Der Stadtrat in Vlotho (Westfalen) beschloß, die In Erinnerung an einen wohltätigen jüdischen Mitbürger der Stadt ‘seinerzeit benannte ״Mendel-Orundmana• Straße“ in ״Deutsche Straße“ umzubenennen. Nr. 51, 26. VI. 1934 Die ״Fränkische Tageszeitung", Nürnberg, veröffentlicht eine Meldung, 1lcr/11f״lge cs nur auf die Vermittlung des Papstes zurtick/.i!fitlircii sei, daß eine Anzahl autijmhschcr Bestimmungen des Entwurfs zur neuen österreichischen Vcr• fassung’im definitiven Text unterdrückt wurden. Der Papst habe in einem Brief an Bmuicsknn/Irr Dollfuß darauf hm* gewiesen, daß die Doktrin ״qiiadragcsimo a!1!10“, die der neuen österreichischen Verfassung zugrunde liegt, die Unter• drücktmg einer religiösen Minderheit nicht zuläflt. | lier/u bemerkt das Blatt, cs mute eigenartig an, daß sich ausgerechnet der Heilige Vater zum persönlichen Protektor der Juden in Oesterreich als ״religiöse Minderheit machen zu müssen glaubt. Weiter heißt es in dem Kornmc11l.tr der ״Fränkischen Tageszeitung": Ebenso sind wir außerordentlich erstaunt, aus dem Munde des Heiligen Vaters zu hören, daß die Juden nunmehr plötzlich eine ,religiöse Minderheit‘ sein sollen. Sollte cs bis zum heutigen Jage noch nicht tu die heiligen Räume des Vatikans gedrungen sein,!laß die Juden eine Bastardcnrassc mit eigenen Blutsgcsct/cn sind, und daß ihre Religion, die in ihrem Wesen nichts mehr mit dem zu tun hat, was wir als Christen darunter verstehen, ein Ausdruck ihrer rassenmäßigen Minder* Wertigkeit ist?“ Sprengstoff ״Anidiläöe gegen jüdische Geschähe in Wien Wien, 20. Juni. (J.T. A.) Am 19. Juni explodierte gegen 9 Uhr abends in der Vorhalle des Warenhauses Brüder S c h i f f tu a 11 n in der l.copoldstadt ein Böller, der mit lioclibrisattfein Inhalt gefüllt war. Die Splitter des Sprengkörpers durchschlugen die Schaufensterscheiben und richteten an den aiisgclogtci! Waren erheblichen Schaden an. Vor zwei Tagen wurde ein Spreitgstoffansclilag gegen die hebräische Buchhandlung Belf in der Nähe des Verwaltungsgebäudes der Israelitischen Kultusgcincin c verübt. Auch hier wurde schwerer Sachschaden angcriclitct. Nur dem Umstande, daß beide Explosionen nach Geschäftsschluß erfolgten, ist es zu verdanken, daß bei den Anschlägen nicht auch Menschen verletzt wurden. Leistungen von Juden. Aus jüdischen Juristcnkreiseu wird uns geschrieben: In Heft II der ״Juristischen Rundschau" vom 1. Juni d. J., Seite 132, bespricht Rcichsgcrkhtsrat Dr. Krause den Staub sehen Kommentar zum HOB., 11. Auf!., II. Band, verfaßt unter Mitarbeit von Dr. Walter Schmidt und Dr. Flcinz Piimcr, von Dr. h. c. Albert!’inner. Seine Besprechung schließt mit Rügendem Satze: ״Alles in allem wieder ein rühmliches Zeugnis deutschen Gelehrtenfleißcs und deutschen Forschergeistes.“ — Da sowohl Staub als ,Hielt Heinz I,inner und Albert Pintter Juden sind, dürfte obiges Zitat, in dem die Leistungen von Juden als deutsche Leistungen bezeichnet werden, besonders interessieren. Kurt Bltnncnfcld ln Bern. Aus Bern wird uns berichtet: Die Zionistische Ortsgruppe Bern darf es als besonderen Frfolg buchen, daß es ihr geglückt ist, eine Persönlichkeit wie Kurt Bliiinetifcld als Redner für sich zu gewinnen. Schon vor der festgesetzten Stunde war der schöne Saal im Hotel Buitenborg stark überfüllt. Unter den Gästen viele Intcllckttielle lind Akademiker, auch solche aus Biel und Solothurn, wie auch viele Nichtzionisten, ln andcrthalhstiincligcr Rede entwarf Biiimenfeld ein fesselndes Bild von der zionistischen Bewegung seit Beginn der achtziger Jahre des vorigen jahrhuiiderfs bis zum heutigen Tage. Er rechnete bei dieser Gelegenheit auch mit den Revisionisten ab. Der sehr klare und spannende Vortrag, der liier nicht einmal andeutungsweise näher wicdcrgcgcbcn werden kann, fand stürmischen Beifall. J.M. Lebrcrfortbildungswochc der Rclchsvcrtrctung. Die Reichs- Vertretung teilt mit: Um den zahlreichen Wünschen nach Teilnahme an der Lchrerfortbildungswoche, die in Lehnitz, bet Oranienburg unter Leitung von Prof. Martin Bub er vom 1. bis 8. Juli stattfindet, zu entsprechen, haben die Veranstalter es technisch ermöglicht, noch eine beschränkte Anzahl von Teilnehmern zuzulasscn. Weitere Untcrbringungsinöglichkeiten bestehen allerdings in Lehnitz selbst leider nicht mehr. Bei den günstigen Verbindungen (vom Vororthaltnhof Stettiner Baliiiltof) ist die Teilnahme von Berlin aus gut möglich. Die Anmeldungen müssen bis Donnerstag, den 23. Juni, beim Scliulrcfercnteti der Reichsvertretung der deutschen Juden, Rcrlin-Charlottcnburg, Kantstr. 158, Hl, cingegaiigcn sein, Beginn des Kurses am Sonntag, 1. Juli, naclittt. 4 Uhr. Tagung des Zentralverbandcs jüdischer Handwerker Deutschlands. Der Zcntralvcrband jüdischer Handwerker Deutschlands, der im gesamten Reich über mehrere tausend Mitglieder verfugt, hat eine außerordentliche Hauptvorstands• sit/uitg zu dem Zwecke abgchaltcn, seine Mitwirkung beim Umbau der Wirtschafts- und Berufsstruktur der deutschen Judcnheit durch entsprechende organisatorische Maßnahmen zu sichern. Das wichtigste Ergebnis der Beratung stellt eine Entschließung dar, in der die Forderung, dem Handwerker• Verband ein stärkeres Bestimmungsrecht in allen das jü• disclte Handwerk betreffenden Fragen clnzurätimcn, z!1m Aus• druck kommt. Insbesondere wird darin die Schäftung eine» Dezernats bei der Rcichsvertrctimg gefordert, das ausschlicß• lieh dem Handwerk gewidmet ist. Der jüdische Tenor Josef Schmidt, fn Deutschland bc• sonders bekannt durch den Film ״Ein Lied geht um die Welt“, ist vor kurzem von einer Konzertreise durch Palästina zurückgckclirt. Er äußerte sich in einer Unterredung mit Journalisten begeistert von seinen Eindrücken im Lande und gab seinem Stolz auf das jüdische Aufbauwerk Ausdruck. Das Konzcrtpublikuni in Palästina hält er nach seinen Erfahrungen für ein besonders gutes; den unvergeßlichen Ein• druck für ihn aber bildete sein Auftreten in den jüdischen Kolonien und Kibbuzim vor den Arbeitern. Der Profeit der Rabbiner ן Frankfurt a. M., am 21. Juni 1934, i An die Redaktion der ,,Jüdischen Rundschau“ ( Der Protest der palästinensischen Rabbiner uml ihr Kampf für die Befreiung Stavskys wurde bestimmt einen jeden, ,),.r die Sache vorn rein formal-juristischen Standpunkt ansieht als eine ziemlich naive Angelegenheit erscheinen, besonder-!laß die Rabbiner sich persönlich für seine Unschuld cinsctzcij und die«e sogar ״begrenzen“. (Damit sei nicht gesagt, daß hier, wie in vielen anderen Fällen, nicht ein Justizirrtum vor. liegen kann.) Die Einstellung der Rabbiner ist jedoch auf einer ganz anderen Ebene, als der allgemein-juristischen zu suchen, uni zwar stammt sie aus einer Denkart, die psychologisch, religiös und t a I in u!1 i s c 11 - juristisch verständlich werden kann.; In der Geschichte der Diaspora sind Fälle von Mord, die von einem Juden an einem luden begangen worden sind nicht bekannt. Daß beim Aufbau des Heiligen Landes Kti solcher geschehen konnie, erscheint in der Denkart traditionj, ' kundiger Rabbiner als einfach alvsurd. Hierzu kommt noch die religiöse und talmiidisch« juristische Seite. Nach jüdischem (talimidisclicm) Recht kann eine Verurteilung nur auf Grund der Aussagen zweier Zcu. gen (Augenzeugen) erfolgen: על פי שני עדים יהום דבר Indizien haben keine Beweiskraft, sie dürfet! nur zur Eihir• turig von Zeugenaussagen dienen. Auf Grund von Indizien oder Aussage eines einzigen Zeugen kam! nach jüdischen! Recht niemand verurteilt werden. Dasselbe gilt, wenn, wie irn Falle Stavsky, nur ein Zeuge und Indizien vorhanden sind. Die Anwendung der Todesstrafe in normalen Zeiten durch das Syiilicdrion erfolgte nur sehr selten und ein )ביחידי das nicht als einmal in 70 Jahren die Todesstrafe verhängt hatte erhielt ucn (berüchtigten) Beinamen: ביחידי( קטילא ’ Würde angenommenerweise in Palästina fiir Juden jüdisches (talmuilisches) Recht Geltung haben, so könnte kein בית־דין zur Verurteilung Stavskys schreitet!. Unsere moderne objektive Denkart in juristischen Dingen und die Denkart traditionstreucr Rabbiner sind zwei versenk, dene Welten. Die palästinensischen Rabbiner sind kaum naiv, aljer fn ihrem Denket! bestimmt koiiscqucnt. Dr. Abraham Rani Palästina-Reise des K. J.V. Die Nachfrage nach unserer Reise ist außerordentlich groß. Wir bitten daher unsere Inter• csscntcn um baldige Entschließung, da sonst die beste« Kabincnnlätzc vergriffen sein werden. Diejenigen, die schon eine feste Buchung vorgenommen Italien, bitten wir, Devisen, genchmfgurig uml Pässe usw. cin/usendctt, damit wir die Visa besorgen können. Ebenfalls bitten wir um beschleunigte Ucbcrwcisttng der Anzahlung, damit wir definitive Buchung der Schiffskarten veranlassen können. Weitere Auskünfte er• teilt das Büro des Kartells Jüdischer Verbindungen, Berlin• Charlottenburg 2, Bleihtreustr. 50, Steinplatz C 1, 4736. Devisenbestimmungen für Reisen in die westböhmischen Bäder. Uns wird geschrieben: Für Kurgäste der Bäder Karls• ha1־, Marienbad, Franzcnshad und Töplitz-Schönau gelten folgende Bestimmungen: 50 RM. in deutschem Hartgeld oder in tschechoslowakischen Kronen, sowie den Betrag bis zu 650 RM. in Reisekreditbriefen, Reiseschecks oder Akkrcdi- > tiven. Diese werden von den Mitteleuropäischen Reisebüros und Devisenbanken ausgestellt. Es empfiehlt sieh, den Kredit״ briet bei den oben genannten Stellen zirka 14 Tage vor An• tritt der Reise zu bestellen. Zur Reise notwendig ist der gültige deutsche Paß ohne Sichtvermerk und ohne ärztliches Attest. Weitere Auskünfte durch die Reisebüros und die Amt• liehe Auskuuftsstellc von Karlsbad, Marienbad, Franzensbad und Teplitz-Schönau, Berlin W9, Potsdamer Str. lü/fl, Tele• phon Liitzow B2 1651. Neue» Erholungszentrum im Gebirge Juda. In den Bergen oberhalb Jerusalems, von dort mit Autobus binnen wenigen Minuten erreichbar, liegt, fast 900 m ü. M., in besonders schöner, gesunder Lage der Villenort ״Kirjatb Sir Mosche 11 Montcfiore“. An eine Bergterrasse lehnt sich ein soeben vollendeter Neubau, in dem ein Arzt aus Berlin und seine Gattin, vormals Oberschwester im Krankcnliausc der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, eine streng rituelle Kurpcnsk» eröffnet haben. Das Haus ist auf Rekonvaleszenten und Er• holungsbcdtirftige (Nachbehandlung, Diätküche) und auf Tou* listen /.!!geschnitten, die und! den Reisestrapazen die Natur• Schönheiten der Bcrglamlschaft in Ruhe genießen wollen. Ausgrabungen ln Gaza, ln einem Brief an die ״Times'* am 14. ft. berichtet der bedeutende englische Archäologe Flindcrs Pctric von den ld/tcn Ausgrabungen 1111 alte» Gaza, bei denen niatidierlei Zeugnisse früherer Kultur «1• tage^ gefördert wurde. Zahlreiche (ioldschmtieksachen wurden in Gräbern entdeckt, darunter vor allem eine weibliche Gott• heit, die wohl ägyptischen Ursprungs sein durfte. Ferner wurde ein Gebäude ausgegraben, das der mittleren Hyksos• zeit angchört und dem Plan nach ein Tempel gewesen itt sein scheint. ״Es gehörte wahrscheinlich“, so schreibt Pctric, •,wie die frühesten Paläste hier in die erste kanaanitische Periode.“ Erich-Walter Sternberg schrieb ein neues Werk: ״Hof’ rah für scclisstimmigcn Mannerchor“, das in Tcl-Awiw im Mai uraufgeftihrt wurde. Der Chor ״Hanigun“ errang unter seinem Dirigenten N. Winjwcr damit im Betlt-Haarn einen großen Erfolg. — Das I. Streichquartett mit Altsob H. F. In Fulda. In einem solchen Fall empfiehlt es sich, an ein rabbinisclics Gericht zu appellieren. Dr. L. Ascher, Frankfurt a. M. Sie haben den Wunsch, als geborener Poscncr Verwahrung cinzuiegcn gegen die Worte Hermann Hess es, worin dieser das Verhalten der deutschen Juden gegenüber den Ostjuden kritisiert. Sic machen darauf aufmerksam, daß deutsche Juden Tauscnden von atiswandcrndcn Ostjuden geholfen haben und daß besonders tlie deutschen Juden an der Grenze den Vorwurf eisiger Kühle wirklich nicht verdient haben. Ferner wider• spreche die hervorragende Stellung B übers in Frankfurt der Darstellung Hcsscs. — Ihre Angaben treffen gewiß zu. Was Hermann Hesse aber meint, war wohl die Tatsache, daß die Ostjuden für die meisten deutschen Juden nur ein Objekt der Wohltätigkeit waren und daß die wenigsten deutschen Juden sich in der Blütezeit der Assimilation in das Geistesgut des Ostjudentums versenkt haben. Die■ cm Vorwurf kann man eine Berechtigung gewiß nicht ab% sprechen, von Erich-Walter Stern b erg gelangte im Mai durch da* Tcl-Awiwer Streichquartett (Velikowsky, Rosenzweig, Blum• berg, Hofmäkler) und die Sängerin üotthclft zu einer ein* drucksvollcn Wiedergabe. Zur Theorie der Verwahrlosung. Eine gründliche Ab• handlung über das Thema ״Frülisyniptomc der Verwahr• lostmg“ von Dr. Julius Weil, dem Leiter des Israelitischen Lchrlingshcims in München (in: Friedrich Manns Päd»* gogischcs Magazin, Heft 1385, Verlag Beyer, LatigensiU») liegt uns vor, in der an Hand einer großen Anzahl von Bei* spielen der soziale uml medizinische Befund an verwahr* losten Kindern wiedergegeben uml gezeigt wird, daß in allen Fällen für die Verwahrlosung in der späteren Jugendzeit sich Symptome aufzeigen lassen, die bereits von Geburt »n vorhanden waren uml eine Möglichkeit der Erklärung des Verhaltens in späteren Jahren bieten. Jeder Pädagoge ward aus der Schrift wichtige Schlußfolgerungen für seine Arbeit ziehen können. W nt׳ Ri im Nt de M au ul: un ar ec R־ V« wi ku de eit W lit fei de a Di nt M■ ni< Be Rc in läi et! hi! Fr M si (« t« att be W ra hc Bi da wi fc: au he dt St ni s 1 w! w % w di H st di m Jü re Sii eri fe! da eii eit sc fa Sc Ri se Bcrl Ka/nclsim: Zerstörung oder Neuaufbau — Zur inner* zionistischen Situation. Im Verlage des Hcclialuz, Deutscher Landesverband, ist soeben diese Rede Berl Kaznelsoiis als Broschüre erschienen, die in der Sitzung des Aktions-Coinitcs in Jerusalem im Apnl 1934 gehalten worden Ist. Sic beschäftigt sich mit dep ",!ח• schaftlichen, politischen und kulturellen Grundfragen, die die gegenwärtige Situation des Zionismus charakterisieren. K»f nelson wendet sich mit aller Schärfe gegen die innerzionB«־ sehen Tendenzen, die eine Gefährdung de» nationalen Aufbau* Palästinas bedeuten.

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