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Jüdische Rundschau · 1934-06-26 · Heft 51 (26.6.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 51 (26.6.1934)
Date
1934-06-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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26 ,51 •זא. VI. 1934 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 9.v hk J L.*׳ 1 **»«4I׳A mm te״* Im fr■ »»Im /״ 3I! '*׳ ■« f '• tu:: ». ו .’:.u roch, (t t dcut ג J-'lir 'volle.!!",ח ז P (t<T .ןו11׳1גו freier ח dem 'f׳<'le,;| ■'«'Hl i'i! “rt r ettie Vom Anteil der Rasse am Wesen des jüdischen und christlichen Geistes Von L u d w i ß Feucht vv a u g c r, München. Die I insicht, daß charakterliche und religiöse Figensehaffen und Werte nicht die automatischen Funktionen des natiirliehen, Icib-scelischon Lebens sind, gehört zum (iemeingut des jüdischen (leistes״, der liier ausnahmsweise als Einheit ge• sd/t werden kann. Für die Juden aller Zeiten mul Zonen, für alle ihrer Richtungen und Schattierungen gilt es ausgc■ macht, «laß der Mensch sich nicht im voraus von der Rasse figeitsdiaflcu verbürgen lassen kann, die nur durch Einsatz, Kanil'f, Hingabe der Person erworben werden können. Auch die Wahrheit ist muh unserer Auffassung schlechthin 1111• abhängig davon, oh ein Deutscher sie ausspricht, oh ein Fran•?osc, oh ein Chinese, ein Mongole oder Neger. Dabei ge• Imrle die ״R a s s e n p f I e g e“ im Sinne der heutigen ,,Fuge• iiik", also die I Ineliwertiing und Förderung der eigenen, 1111• vermischten Lrbliiiie von jeher zu den eigenständigen j ii d i ־r an! Jegcit- :fähig.. c von jf die ח׳ £r״ >nuicr!nicht. jeder t war, die «1 c in Inhfer Politik Aufpolir, daß '.llMen .siditi- 1h die sr gehebe 0.1.11• f X- Am- 1 יד .',ו nar.f;m*r• en;11• *1 es FVden ntercog.“ der lind; /u• der ich eil Ipimkt er,,והזו ז• von scharf Hieben I )fiici.1l inen, i. Per er an, tal im Bffcntlt 118 Juden Kur« g der' Dan״ etwa M!, die 'ו reden m di« 'lieber esebäf• In der sch« »rötest *ten• *reicht. jmtiiis• dieses rd di« Ludd tischef v, liriic leiden• Völ• ,׳.ס• ■Ion noten• scheu Forderungen. Fs ist im Kern rientig, was ein moderner deutscher Schriftsteller, der ein uneingeschränktes Itekeuntnis /um neuen deutschen Staat und seinen Maximen abgelegt hat, sehr zugespit/t so aiisdriiekt: ״Fs hat sich uäm• lieh herausgestclh, «lall der größte völkische Terrorist alter Zeiten und großartigste Fugeniker aller Völker Moses war. 1 )er Achtzigjährige, der Stotterer, der die in füiiflumdertjähriger Zwangsarbeit zermürbten Israeliten zum Abmarsch hewegte, in der Wüste die Alten, die Acgvptisehcn, die Heisch• topf-Materialisten, die. Rotte Korah buchstäblich und bewußt zugrunde gehen ließ, um allein die Jugend, das gute Materi.1l, nach Kanaan zu führen. Sein (iesetz. hieß: quantitativ 11ml qualitativ hochwertiger Nachwuchs, reine Rasse . . . Und sieben Jahrhunderte später tritt Fsra auf, der eigentliche (minder, Gesetzgeber, Führer des Thoravolkes, und verbietet nicht nur zukünftige Mischehen, sondern fordert von den Männern, die schon fremdstäininigc Frauen haben, diese aus dem Haus zu jagen und Stainmcsgenossinncn zu heiraten.“ So rassisch, nie üottfried Ben 11 das dann noch weiterhin drastisch ausuialt, ist es in der Bibel nicht gemeint, ganz ab• gesellen davon, dal! wir als Juden die Ideen unserer großen religiösen Fr/ielier mit anderen Farben lind anderen Akzenten wicderziigohcn gewohnt sind. I;s ist wahr, daß die Bibel und der Talmud vor der Mischehe strengstvns warnen, aber es wäre, doch falsch, als Motiv dafür die Rassenmiscliung anzugelieu; es ist die Verbindung mit einem Andcrsgläubi ge 11, die im Judentum verpönt ist. Den Edlen aller Nationen und Epochen war cs von jeher geläufig, daß zwar zum wolltgebildeten ticist, um ihn voll auswirken zu lassen, der wohlgebildete l eib gehört, dal! aber niemals die menschlich-gcistigc Beschaffenheit der (icsamtgcstalt durch die Lcibbcsclmffenhcit bestimmt wird. Wichtig und richtig bleibt, «fall der echte Jude von jeher auf seine Sonderart 11ml sein typisches (iepräge mit größter Strenge hielt, lange bevor die Vokabeln ״Rasse“ und ״völkisch“ die Herrschaft antratcii. Aller er gab in keinem Augenblick die sittliche und religiöse Qualifizicrtheit des Menselten preis und unterfing sicli niemals, die Tcilbestimnumg des Menschen, ein Naiurwcseu zu sein, absolut nt setzen. Dafür sind die unsterblichen Bücher Moses, die Geschichten der Moabiterin Ruth und des Propheten Jona — und auch Lira — ewige Zeugen. Die wissenschaftlichen Grundlagen der Judenfrage lassen sich nach unserer Meinung von der modernen, zurzeit bei uns gepflegten Rassentheorie aus nicht lösen; nur eine historisch• genetische Betrachtungsweise und streng gcistcswisscnschaftliehe Sinngebung der Stoffmassen (wobei die antliropologi* sehe Solnveise erst an zweiter Stelle käme) kann in der Erkenntnis des Judeiiproblems zu wirklich gültige» und blei• bcmlen Ergebnissen gelangen, die dann auch für eine prak• fischt ״Judenpolitik“ ä ia longuc maßgebend sein könnten. Von dieser Forderung aus hat die Einsicht in das Wesen der Judenlieil und des Judentums in den letzten Jahren, in denen eine wahre Ftut von Schriften und Büchern darüber über uns hereingebroclien ist, sicli nicht vertieft oder auch nur verbreitert. Aus «lern Meer des Schrifttums (von der Selbst• hesimmng der Juden über ihr eigenes Dasein und Schicksal sprechen wir in diesem Zusammenhang nicht) ragt die in mehreren Auflagen seit einem Jahr erschienene Arbeit des liedeuleuden Tübinger evangelischen Theologen lind guten Kenners des historischen Judentums hervor; ״Die Judenfrage“ von Professor Gerhard Kittel (mit zwei Beilagen: Antwort an Martin Buber — Kirche und Judenclmstcn; Dritte Auflage, 7.—'). Tausend, Stuttgart 1011). Kittel läßt darin nur rin streng religiöses Judentum gelten, das eine Stellung unter Frcimlciirecht als göttliches Schicksal auf sich zu nehmen habe. Martin Buber hat in den ״Theologischen Blättern“ ausführlich wtgeguet. Diese Entgegnung war in der ״Jüdischen Rundschau“ (Nr. 72, Jg. 1033) abgcdruckt. Kittels Züricher Kollege, der evangelische Professor für Altes Testament Ludwig KÖI1ler hat (in der ״Bayer. Isr. Gemeiudezeitung“ vom 15. Juli 1033) auf die Forderung ewiger Knechtschaft für die Juden l'etitc geantwortet: ״.... Aber dann bleibt auch wahr, und das sicht Kittel leider nicht, daß wir von Deutschland um Deutschlands, seiner geistigen Größe und seiner leuchtenden Vergangenheit willen eine Lösung seiner Judenfrage erwarten, die dessen würdig ist, was groß, furchtlos, edel und was menschlich ist.“ Kittels ״Judenfrage“ war jedenfalls für alle, die von diesem 1Mehrten Anderes erwartet hatten, eine Enttäuschung. Merkwürdigerweise sind die oft recht umfangreichen Bü• chr׳r und Schriften über die Juden auch in neuester Zeit nicht seltener geworden. Aber man bemühte sicli bis vor kurzem 'frgebens, irgendwie geartete neue Kenntnisse oder Einsichcn daraus zu gewinnen. Heute sind wir in der Lage, zum erste!!mal in der jüdischen Presse auf ein neues Werk, das weiter führt, aufmerksam zu machen. Es ist das eben erschienene> mit heißem Bemühen um Wahrheit und Gerechtigkeit, f**ch mit beträchtlichen Kenntnissen und von ernsthaften theo- ״»Kochen Voraussetzungen aus geschriebene Buch des Ham- UrRcr Pfarrers und Hochschullehrers Kurt Leese: ״Rasse ״.KHigion - Ethos“ (Gotha, Leopold Klotz 1934; ן Seiten, 3,80 RM.). Wieder werden wir darin vor die Frage r־u!,rt> ob die Lebenskraft der nordischen Rasse gebrochen r״cn sei durch die Aufnötigung einer Religion semitischer Herkunft und ob nicht diesen fremde Gewächs die knospende Blute rciiirassischer germanischer Kultur überwuchert und er• stickt lialie. Das ist ja schon ofv in der letzten Zeit geprüft worden. Kurt Leese, der in seinem großen Werk aus dem Jahre 1032 ״Die Krisis und Wende, des christlichen (feistes“ den deutschen Idealismus als einen schlechten Interpreten der christlichen und damit auch der jüdischen Lehre erwiesen hat, halt sieh hei der Lrörlerung des großen Problems des Christlieh-(semitisch-)gcrmimisclieii Vcrschmel/uiigspro/esscs von Lin* seitigkeit fern*). Die deutsche Frömmlgkeitsgeschidite wird von iluu im Laufe der Darstellung auch unter dem Aspekt betrachtet, wie durch den biblischen Vorschungs- und Zufluchtsglauben immer wieder der aitgcrmanischc Schicksals• glaube durchschlägt. Allerdings führt er die sekundären Olmibeiis/eugeu Paulus und Augustin für die der germanischen Sehicksalsidee fremde Lehrt' von der alleinigen Souveränität des göttlichen Willens au, eine der (irmullchrcn rein jiidi* sei) er Herkunft, die längst, anonym, unterirdisch, nachdem ihr alttcstamcnlliehcr Ursprung unkenntlich gemacht wurde, die gesittete Welt des Ostens und Westens erobert hat. Von der dämoiiisierciidcii Verzerrung des sehlechthiuigen Ahlum• gigkeitsgel'ühls, der völligen Hingabe in die Gewalt der Oottheit, wie sie aus dem Bericht von Tacitus (Germania 39) über den eigenartigen religiösen Ritus des ä'ted״n und vor• iielunsteii Suebenstamnies hervorgeht, ist die bi: lisclte Unterwerfung unter die göttliche Allmacht allerdings grumlvcrschieden. Dieses Beispiel soll uns liier nur die Frage beantworten helfen, ob grundsätzlich solche religiöse Lehren — Schicksals- oder Vorsehimgsglaiibc als Erkennungszeichen oder ״Symhole“ verschiedenen völkischen Denkens angesehen werden dürfen. Außer dem Schicks,׳ilsgiaiiben stellt l.eese noch die besondere ״Idee dos Werdens" und die ״Nntiirmystik״ als Unterscheidungsmerkmale des nordisch-germanisch-deutschen Menscheiikreiscs auf. In tler germanischen ewigen Wanderlust, der leidenschaftlichen Liebe zum Werden, in der rastlosen Unruhe, dem Faustischen Drang, in dem ״Wikingertuin“ der deutschen Kultur siebt Leese mit anderen eine Allsdrucksform germanisch-völkischen Scelcntuins, während der fundamentale, wcltbildemlc Begriff des Ostens, besonders des Semitischen, das substanzielle, stabile, beharrende, fatalistische Sein sei. ״Die Mutter mit dem Kind symbolisiert den sich ewig verjüngemlc», ewig erneuernden Kreislauf von Geborenwerden und Sterben, von Wiege und Grab,“ <»vU«1t wm\ (Jrab, Kin ewiges Meer, Kin \vn!iscIihI Wehen, Kin glühend Leben. Der biblisch-kirchliche Gottesgedanke trage dagegen durchaus statischen Charakter und unterliege nicht der Dynamik des Werdens. ״Ehe denn der Welt Grund gelegt war, stellt der heilige Wille Gottes fest und unverrückt." Wie 1111 warst »or aller Zeit So bleibst du in Ewigkeit, Es geht um typische Ausdrucksforme» (Symbole) eigenartiger völkischer Wesens- und Denkart. Als echten geschichtlichen Vorgang wird man diese antith« tischen Bcgriffsformcn, die oft gleichzeitig in einem und demselben geschlossenen völkischen Umkreis Vorkommen, sicher nicht anschen dürfen. Das dritte Beispiel eines derartigen Symbols arteigenen, völkischen Denkens ist für Leese das Naturgefühl des Ariers: Niehl in kuhlin Murmorsli'iiicn, Niehl in Tempeln dumpf und tot, ln den Irischen l'.idHlib.imeii Wehl und rauscht der deulsehe Gott. Das von Kirche und Theologie inspirierte Siindigkeits- und Verdammtlieitsgefühl, deren Ursprungsort weniger das ״Alte Testament“ als ״Paulus“ sei, werde dagegen durch einen Abgrund von dem Natur- und Lcbensgcfühl des moderneu Menschen getrennt. Unsere Frage lautet auf solche Wescnsbestiuumiiigeii hin, 011 mit der systematischen Zeichnung des Weltbildes verschiedener Kulturkrcise überhaupt etwas über hervorstechende Wesenszüge verschiedener Rassen gesagt wird. Wie hei der Beschreibung psychischer Rasse-Eigenschaften in kaum einem bekannten Fall die Gefahr vermieden wurde, daß der Beschreibende wissenschaftlich höchst gleichgültige W c r t p r ä d i k a t c austciltc, so können tlie Vergleiche der philosophischen und religiösen Lehren verschiedener Völker nichts über Rasse-Eigenheiten und Völkcr-Eigcnsehaftcn aussagen. Der hohe Wert des neuen Buches von Leese liegt in der Rcligions- und Wcltanschauimgskundc der einzelnen Völker und Kulturkrcise, die hier nach ihren Lehren, Mythen, Riten, Büchern und Sängen im Einzelnen dargestellt werden. Von Religion und Ethos der Inder, der Perser, der Griechen, der Germanen erhält man hier den ausgesuchten, methodisch gcläuterten Kern. Das Ganze ist hinreißend mit einem Kranz sorgsam misgevvählter Zitate vorgetragen. Was der Verfasser als ״Ergebnisse“ und ״Definitionen“ von ״arteigen", ״Kasse", ferner als Anteil von Kasse an Religion und Ethos listenmiißig zusammenfaßt, ist dagegen von untergeordneter Bedeutung. ln dem großen Schiußkapitel über Rasseherkunft und Wesen des Christentums erhebt sieh Leese zu schneidender Deutlichkeit. ״Einen deutschen Jesus gibt es nicht.“ ״Die Kategorien, mit denen Chamherlai», Sehemnnn und Rosenhcrg ihn für arisches Empfinden wenigstens teilweise zu retten versuchen, sind der seit lange veralteten ״liberalen“ Leben- Jesu-Auffassitug entnommen, von der ihr Biograph A. Schweitzer sagt: ״Ihr Jesus lebt nicht, und wenn sie ihn noch so germanisch färbt.“ Das wahre Christentum ist Religion der Agape, der sich grundlos schenkenden Liebe. Wirklich bedeutsam ist in diesem Zusammenhang das auch das Rassenproblcnt streifende z.usaminenfasseiidc, von Leese zitierte Urteil eines unserer bedeutendsten Rcligionsphäno* mcnologcn (Rudolf Otto, Reich Gottes und Mcnschcnsohn, München, Beek, 1931, S. 219 f.); ) Dies war auch nicht anders zu erwarten bei sein( hohen, tn jenem Werk bewiesenen Verständnis für den \ sonderen Anteil der jüdischen Philosophen Simmel, Bergs und Schcler an der modernen gegen Kant gerichteten Scii ״Zwei tiefe Konzeptionen vom Verhältnisse des Menschen* tuuis zum Transzendent-( löttlkhen sind auf arischem Boden geboren worden: einerseits die Erkenntnis l’latos, «laß alle tias Menschenleben tragende Wahrheit verwurzelt ist in «ler ewigen, über Werden mul Vergänglichkeit crliabeiieii gottliehen Idee, andererseits die gewaltige mystische Konzeption Alt-Imliciis vom Lwig-I inen, in dem alle Vielheit, Zertrennt• heil und Zerhrochenlirit «tes Wcltscius verschwindet und das eins ist mit dem tiefem! Selbst des Menschen selbst. Ebenbürtig, wenn nicht 1.0111 stärker und tiefer als beides, war «lic arisch-iranische Konzeption vom hohen (iotteskampf witler die Macht des Widergöttlichen und von der Aufgabe des Mensche», zu streiten auf der Seite des Gottes wider den Gottesfeiml. Aber selbst diese Idee gewinnt ihre volle Tiefe erst, wenn sie erfüllt und durchdrungen wird mit dem Gehalte desjenigen Wortes, das das eigentliche Urwort der Religion Israels ist: ״Ihr sollt heilig sein, denn ich hin heilig.“ Auf dem Grunde dieses Unvortes und als seine tiefste Erfassung hat sieh in Israel die weitere Erkenntnis erhoben, daß heilig nur sein kann, wen Gott heiligt: ״Ich bin heilig, «Ser Herr, «ler Euch heiligt.“ Diese* Er- Kenntnis vollendet sich in dein in der Religionsgesehichtc einzigartigen 53, Kapitel des Jcxajnbuclics, in dem gänzlich irrationalen, durch keine Theorie auflüsliclien Erleben eines Kreises von Jüngern, die am demütig-willigen gott gehorsamen Leiden ihres Meisters Sühnung und I IciUgimg erfahren, Dieses Tiefste, gegen ii b e r d e tu d o eh a lies z 11 r ii c k t r i 11, ivus sonst in der R e I i g i o rf s g c - schichte a u I g c t r e t e n ist, ward 11 i c 111 von Cj r i e - clien, nicht von Indern oder Iraniern gefun* den, sondern ist in Juilcnscden geboren w o r - d e n.“ Zum Urteil gegen ״Briih Trumpeldor״ Die Zentrale des ״Britli Trumpeldor“ (llethar) in Baris veröffentlicht eine Kunilgclning im Anschluß an «las Urteil des Kougreßgeriehtcs, «Ins wir in Nr. •18 «ler ״Jüdischen Rund• schau" publiziert haben. Das Urteil ist bekanntlich gegen den Britli Trumpeklor ausgefallen. Die Kumlgchiiiig des ״Betliar“ beginnt nun mit folgenden Worten: ״Das Urteil des Ehrengerichtes ist ein entscheidender Beweis dafür, daß vom Standpunkt unparteiischer Gereeiitigkeit auf die Rechts• maschinerie «ler Zionistischen Organisation kein Verlaß ist.“ Im weiteren Verlauf der Kundgebung heißt es: ״Von nun an sind alle Organe tler Zionistischen Exekutive, die sieh mit der Zertifikats-Verteilung befassen, eiuseltließli.h «ler sogenannten Palästina-Acmtcr, als Organe des englischen Pafhlienstes an- Zusehen und als solche zu behandeln." (״Englisch“ gilt hier als Brandmal kling,) Die Mitglieder «!es B. T. werden daher aufgefordert, sich den Bestimmungen zu fügen, ״wie wir uns jenen aller anderen Polizeiorgane fügen.“ Das Kongrellgericht, das e i 11 s t i in m i g «fas vom ״Bethar“ hier kritisierte Urteil fällte, bestand aus den Herren I)r. Oskar Wolf sh erg, Richard I. i c h t h e i 111 und Dr. Moses S 111 o i r a, einem Kollegium, von dessen U 11 p a r t c i * I i c 11 k e i t sicherlich die gesamte zionistische Welt überzeugt sein wird. Ls wirft ein eigenartiges l.icht auf die ״Staatsgesinmiiig" der Betliar-l.cute, wenn sie das Urteil einer legitimen Instanz, nur weil es gegen sie ausgefallen ist, mit derartigen Invektiveii beantworten. Was ist das für eine klägliche Haltung, ein Richtcrknllcgium mit Emphase zu verdächtigen, nur weil es kraft Rechtens gegen den eigenen Wunsch entschieden hat! Emir Abdullahs Verhandlungen in London Jerusalem, 21. Juni. (J.T. A.) Das arabische Pressebüro in Aegypten meldet, Emir Abdullah habe in London verlangt, «lall das Mandat über Transjordanien nach dem Beispiel Iraks aufgehoben werde, und daß England sich uin «lie Aufnahme Transjordaniens in den Völkerbund bemühen soll. Für diesen Fall habe der Emir sieh bereit erklärt, für die Sicherung des durch Transjordanicn führenden Teils der Gel- Ieitung Mossul Haifa Sorge zu tragen. Ferner soll der Emir bei seinen Verhandlungen mit dem Colonial-Offiee erklärt haben, er sei bereit, jüdische Einwanderung nach Transjordanicn unter «ler Bedingung zu/iilasscn, daß die Einwanderung nicht auf Grund der Balfour-Dcklaration vor sieb gehe. Protest gegen die Einwanderungs - Beschränkung ',on d ou, 21. Juni. (J .T. A.) Als Vorsitzender ,einer von jüdischen Jugendorganisationen Londons veranstalteten Pro* t c s t k u 11 d g c b u 11 g g c g e 11 d i e Lins c 11 r ä 11 k u 11 g d c r jüdischen Ein w a ndcr u 11 g nach Palästina hielt Lord S t r a b o I g i (früher Abg. Commander K e 11 wort h y) eine Ansprache, in «ler er 11. a. erklärte, «lie endgültige Lösung «tes Palästina-Problems lieg«• in der Zulassung «1er Ausleihung jenseits des _ Jordans. Abg. Major Procter, «ler soeben von einer Paliistinarcise nach England z.urüekgekehrt ist, gab der Hoffnung Ausdruck, daß Palästina, ein Land, aus dem ein von Hoffnung und gläubigem Idealismus beseeltes Volk «lie Gespenstcr der Armut und Arbeitslosigkeit verjagt habe, Notleidenden aus anderen Ländern zur Zufluchtsstätte werden wird. Er beschäftigte sich dann mit der Bedeutung tles Haifaer Hafens für England. Rev. M. L. P e r I z w e i g führte 11. a. aus: ״Wir greifen das englische Volk nicht an und «lenk«*11 nicht an einen Bruch mit England. Wir richten nicht nur einen Protest an die Regierung, sondern gleichzeitig an das englisclie Volk. Wir wenden uns an die Regierung mit der Forderung nach Erfüllung ilcs Versprechens, ״die Errichtung des Jüdischen Natioiialhcims zu erleichtern“. ״Erleichtern“, d. 11. die Tore Palästinas öffnen. Wir fordern, «laß «lie Regierting ihre Verpflichtungen erfülle, nicht als eine Gnade uns gegenüber, sondern als unser Recht. Als letzter Redner sprach P. Horowitz, der betonte, daß cs sich hier nicht um einen Appell, sondern um einen Protest handle. -״vnv. VUU.LUUI«, tlUUUCt J£.r.usalcm, 20. Juni. (J.T.A.) Am 20. Juni wurde Kfar Tabor die aus einem 60 000 Pfund betragenden Leg des jüdischen Philanthropen Sir Eli Kadooric crricl t<Ste jüdische Ackerbau sc 11 ule durch den־ liir Commissioncr von Palästina, Sir Arthur Wauchapc, eröffn« Der Stifter hatte bekanntlich auch die Mittel zur Errichtur einer arabischen Ackerhauschulc!unterlassen, die vor d jüdischen fertiggestellt wurde, und bereits seit langer Z< m Betrieb ist. b

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