Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1934-06-26 · Heft 51 (26.6.1934) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 51 (26.6.1934)
Date
1934-06-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2653452-2653499--25406-2682541
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 51, 26, VI.!934 Generation macht darin keine Ausnahme von allen Oeschlechtem der jüdischen Galutligcscliiehtc, Es wird sich zeigen, ob cs in ihr eine genügende Zahl solcher gibt, die sich bewähren, die »ich nicht mit Formeln und Parolen bc• gniigeu, hinter denen nicht» Echtes steckt, non (lern die bereit «ml, Opfer auf sich zti nehmen, der Flucht Einhalt zu ge■ hictcn und ganz zu sicli selbst zurückzukehren. K. L Aus palästinensischen Zeitungen Die Aufsichten der Orangenpflanzungei» lm ״Bustenai“, dem Organ der Kolonisten, erhebt M. S m i 11111 s k y seine warnende Stimme gegen die Erweite• rung der Ornngciipflanzuiigeii. Das abgeiaufene Jahr bat gezeigt, daß auf dem wichtigsten Markte der Jaffa-Orange, in England, sich die ersten Zeichen einer Uebersattignng bemerkbar machen, obwohl infolge der Fröste in Spanien dieses Land mehrere Millionen Kisten weniger auf den Markt warf als gewohnlich. Die Nachfrage nach der Orange auf den englischen Märkten ist nicht in demselben Malle gestiegen wie das Angebot und es ist eine Oren/e erreicht worden. Diese Grenze gilt nicht in bezug auf die Quantität au Früchten, welche Palästina heute erzeugt, wohl aber in bezug auf die Quantität au Orangen, die bis jetzt aiigepflanzt worden ist. in diesem Jahre hat!,.׳ilästina 51/.׳ Millionen Kisten erreicht. Der Hoden aber, der bisher schon mit Orangen angebaut ist, wird 1111 Laufe der nächsten Jahre die vierfache Anzahl von Früchten liefern. Nun kann zwar der Markt noch erheblich erweitert werden, England kann noch einige Millionen Kisten •(((nehmen, der Markt in I )eutsehlniKl und Frankreich kann noch erweitert werden, insbesondere wenn die palästinensischen Pflanzer sich entsprechend organisieren, His heute bat die Jaffa-Orange mir 13 0,״ des deutschen Marktes und 1״/» des französischen Marktes erobert. Kleine!.ander in Mitteleuropa, die Länder Skandinaviens und auch Pole!» sind bisher überbaupt nicht erobert worden und auch Rußland wird wohl im Laufe der Jahre bereit sein, die palästinensische Frucht atifzunehmen. Alien wenn man auch dies alles in Betracht zieht, so muß doch gesagt werden, daß eine ürenze erreicht ist und daß eine mich wcitergchemle Vermehrung des Orangcnbodciis große Gefahren in sich birgt. Fs ist eben auf diesem Oebi-cte dasselbe ein getreten wie in anderen wirtschaftlichen Gebieten •lieh; der Markt beginnt unter der U e b e r p r od 11 k t i on zu leiden. Und was die Grape Fruit anlangt, an welche viele gioße Ifoflinmgen knüpfen, so sind in diesem Jahre 438 000 Kisten ausgefiihrt worden und der angepftanzte Ikxlcn wird in kurzer Zeit das Vierfache produzieren; damit ist der ganze Bedarf Europas an dieser Frucht gedeckt, die ja ohnehin kein Massenartikel werden kann, Smilansky spricht sein Bedauern darüber aus, daß neue Orangenpflanzuiigen von Juden auf solchen Böden durchgefülirt werden, die sich für Ornngenpflanztingen gar nicht eignen, während sic glänzende Möglichkeiten für die Gemüsezucht bieten, ln einer Zeit, wo infolge der starken Einwanderung die Nachfrage nach Gemüse so sehr gewachsen ist, vernachlässigen die Juden diesen Zweig der Landwirtschaft, und cs hat manchmal den Anschein, als wären wir von einer Orangenkrankbeit erfaßt. Unterstützung von Ettern Eines der schwierigsten Probleme des Lebens in der Kwuzn Ist die Frage der Unterstützung mittelloser Eltern durch die Mitglieder der Kwuza. Der allein• stehende Arbeiter, der in der Stadt z. B. verdient, oder der alleinstehende Hauer 1111 privntwirtsehaftlichcn Betriebe der Moschawe Owdim sendet, was er von seinem Tagesverdienst ahsparen kann, seinen mittellosen Litern, und nicht geringe Summen geilen jetzt auf diese Weise aus Palästina ins Aus• Lind In einer Kwuza ist diese Frage viel schwieriger. Die Mitglieder der Kwuza erhalten keinen Tagclolin, die Oeldwirt- Schaft ist nach innen hin so gut wie ganz ausgrschaltet, und das Problem der Unterstützung mittelloser Eltern ist Jetzt nicht die Frage des einzelnen Arbeiter», sondern ist eine Last, welche die Kwuza als Ganzes tragen muß. Im letzten Hefte des Organs der Kwuzot, ״Niwlia Kwuza“, beschäftigt sicli einer der Mitarbeiter mit dieser schwierigen Frage, lm Zu• samiuenliang mit der Verschlechterung der Lage der Juden in der polnischen Kleinstadt sind sehr viele Familien, deren Söhne in den Kwuzot »on Palästina leben, vollständig ver• armt, täglich kommen Briefe voller Klagen von Eltern und Geschwistern lind verlangen Hilfe. Die Zahl der Mitglieder ,*,r Kwuzot, welche von der Siedlung eine Unterstützung ihrer Litern verlangen, wächst, und die Kwuza, die in anderen Fällen von ihren Mitgliedern den Verzicht auf viele Lebens• anspriiclic verlangt, kann in diesem Falle von ihren Mit• gliedern nicht verlangen, daß sie ilire Ansprüche zuriicksteilcn, »1ml oft genug kommt es vor, daß ein Genosse die Siedlung verläßt und in die Stadt geht, wo die herrschende Oeldwirt* Schaft zusammen mit der guten Konjunktur cs ihm ermöglicht, etwas für seine Familie zur Seite zu lijgen. Der Verfasser des Artikels empfiehlt als die beste Lösung, die Verpflanzung dieser Eltern aus dem Auslände nach Palästina. Die meisten sind noch arbeitsfähig und können sich in den Wirt• scliaitsprozefl von Palästina cingliedcrn und vielfach verlangen diese Eitern .nichts mehr als den einfachen Lebensunterhalt und können in der Kwuza mit ihren Kindern Zusammenleben. Die Frage ist übrigens, meint der Artikelsehreibcr, so wichtig, daß ihre Lösung nicht der einzelnen Kwuza anvertraut werden kann, sondern daß sic die ganze Bewegung bc• scliäftigen muß. Die Palästina ״ Regierung berät Im Palast des lligli Coinmissioncr von Palästina fand am 11. Juni, wie wir den palästinensischen Zeitungen entnehmen, eine wichtige Konferenz der höchsten zivilen und mili• tärischcn Beamten des Landes statt. Außer dem Chefsekretär waren die Gouverneure aller Distrikte, die Kommandanten der Luft- und Streitkriifte Palästinas, der Chef der Polizei und sein Stellvertreter, der Kommandant der arabischen Truppen Trans• Jordaniens, mehrere Departements-Chefs und hohe Offiziere anwesend, im ganzen etwa 50 Personen. Fs heißt, daß diese Konferenz mit Rücksicht auf eine bevorstehende Reise des High Coinmissioncr nach London allgehalten worden sei. Die arabische Zeitung ״Aliarara" will erfahren haben, daß cs sich bei der Konferenz darum gehandelt habe, die Rolle Palästinas bei der Verteidigung des britischen Imperiums im Falle eines europäischen Krieges zu bestimmen. Ja ekle Brown, der jüdische Weltmeister im Fliegen• gewicht, verteidigte zum dritten Maie gegenüber dem französischcn Meister Valentin Angel mann seinen Welt• mcistrrtitcl mit Erfolg. Die Erringung der Weltmeisterschaft im Boxen aller Kategorien durch den Juden Max B a e r hat der Presse überall in der Welt Anlaß zur Kritik an der These von der körperlichen Unierwertigkelt der Ju• den gegeben. Dabei wird festgestellt, daß von den acht Box• Weltmeisterschaften fünf in indischen H änden sind; Zwei Titel werden von Berney Roß, die drei übrigen von Max Bacr, Roaenbloom und Jackie Brown gehalten. 0 & 0 «31 Cf!f י*#/*«.«' S^miM 4eS* 11״:r.:70r.1111 London, 21. Juni. (J.T.A.) lm Unlcrl1nu.se fragte Major Proctor den Minister für die Kolonien, ob seine Aufmerksamkeit darauf gelenkt worden sei, daß man glaube, die i Eifcu von Haifa und Jaffa würden in sehr kurzer Zeit nicht mehr imstande sein, den wachsenden Handelsverkehr Palästinas zu bewältigen; ob um die Errichtung eines weiteren Hafens in T c l A w i w angesuebt worden sei, und oh, falls dies ges.chcn sei, die nötige Erlaubnis erteilt wurde. in Beantwortung dieser Anfrage erklärte Sir Philip C 11111 i ff e-Li.stcr, es seien Maßnahmen zur Verbesse• rung der Häfen von Haifa und Jaffa getroffen worden, und'es sei nicht anziinehmen, daß nach Durchführung dieser Verbesserungen die beiden Häfen den auch nach einer Reihe van Jahren vorhandenen Bedürfnissen Palästinas nicht geniigen werden. Die Möglichkeit der Errichtung eines Hafens in Tcl-Awiw sei wohl erörtert worden,, doch habe er vom High Coinmissioncr keinen diesbezüglichen Vorschlag erhalten; soviel ihm bekannt, sei ein solches Werk von der Palästina-Regierung nicht in Aussicht genommen. Der Abgeordnete B a r n e 11 J a n!11 c r fragte, welche Erfalirimgcu man mit dem zeitweiligen Flughafen in L y d d a während der Lcvante-Mcssc gemacht habe, ob dem Ansuchen der Gemeinde Tcl-Awlw um Erlaubnis zur Anläge eines Flugplatzes Beachtung geschenkt worden sei, und ob inan dieser Bitte entsprechen werde. Der Kolonienminister antwortete, er habe noch keinen Bericht über die Frequenz des zeitweiligen Flugplatzes in Lydda erhalten. Was den übrigen Inhalt der Anfrage betreffe, so sei er noch nicht in der Lage, seiner am 28. März erteilten Antwort etwas hinzuzufügen Zur Verlegung des Eisenbahnknotenpunk* tes nach Tcl-Awiw bemerkte der Kolonienminister auf eine Anfrage des Abgeordneten Jänner, es sei ihm bekannt, daß die Herstellung eines Eisenhahnknotenpunktes bei Tcl-Awiw von einer lokalen Kommission vorgeschlagen wurde. Diesen und anderen Vorschlägen der Konimission würde seitens des High Coinmissioncr »ind des Ministers sorgfältige Beachtung geschenkt werden. 1 )as Problem dcrjüdischcnEinwanderungnach Palästina wurde an» 21. Juni lm Unterhaus abermals zur Sprache gebracht. Captain Strickland fragte Hach der Zahl der Zertifikate für das Hatbjahr April/Oktober 103t und ob eine zusätzliche Ausgabe zu einem etwa Im vorigen Halbjahr ausgegebenen Ueberschuß erfolgt sei. Der Kolonien minister beantwortete diese Frage und sagte, Die Beiiragslcarie für Hilfe und Aufbau Von Dr. O e o r g L u b i 11 s k i Durch die Presse gehen häufig Meldungen, daß ft» den einzelnen europäischen und außereuropäischen Ländern Sammhingen zugunsten der deutschen Juden durchgefülirt werden. Es ist aber ein offenes Geheimnis, daß nur ein verhältnismäßlg geringfügiger Teil der Mittel zur Hilfe 1 n Deutschland benutzt wird. Es ist der selbstverständliche Wunsch der Geldgeber, daß die von Ihnen aufgebrachten Gel• der produktiven Zwecken zugute kommen, unter denen die Einordnung in den palästinensischen Wirtschaft»• und Arbeitsprozeß in erster Reihe steht. Falsch jedoch wäre cs, wenn die Gewährung erheblieber Mittel für die Arbeit in Deutschland mit der Begründung nbgclehut würde, daß diese Arbeit nicht pro• duktiv sei. Die Forderung der produktiven Hilfe hat •her mir in dem Sinuc ilire Berechtigung, daß eine rein unter* stiizende Tätigkeit dann unterbleiben soll, wenn eine zur Selbständigkeit führende Hilfe möglich ist. Es ist kein Zufall, daß die Ausgaben für Berufs* Umschichtung, E r /. i e hu n gs w e s eu und Wände* derung die größten Posten im Haushalt des zentralen Hilfs• Werks sind. Fügt man hinzu, daß Kredit hilf e und Ar* hei t s v c r ni i 11111 n g daneben einen hervorragenden Rang innerhalb der Arbeit beanspruchen, so erkennt man, wie stark der Gedanke der produktiven Hilfe innerhalb der jüdisch* sozialen Arbeit In Deutschland verwirklicht Ist. Es muß aber dabei immer wieder betont werden, daß neben den produktiven Maßnahmen auch die unterstützenden ״unproduktiven“ Maßnahmen Ihre Bedeutung haben, besonders wenn mau bedenkt, daß alle Maßnahmen z. B. der lugend- 11ml Gesundheitsfürsorge ja nur scheinbar ״unproduktiv“, in Wahrheit lebensnotwendige Grundlagen aller produktiven I lilfe sind. Auf der Suche nach neuen Mitteln zur Finanzierung all dieser Arbeitsgebiete ist die Beitragskarte für Hilfe und Aufbau cingcfiihrt worden. Die Einführung der Bei• tragskarte beruht auf der Erwägung, daß für das Werk für Hilfe und Aufbau nicht nur die großen Spender beizutragen haben, sondern daß jeder, der noch über irgendein Einkornmen verfügt, sicli an diesem Werk beteiligen muß. IMc Beitragskartenarheit soll daher insbesondere diejenigen Personen erfassen, die ein Einkommen unter 80()0 RM. versteuern. Die Beitragskarte verdankt ihren Namen der Tatsache, daß jeder monatlich in bestimmten Beiträgen von 0,25 R M. bis '3 R M. für das Hilfswerk beizutragen hat. Auf den einzeiueii Feldern der Beitragskarte sind die Zweige des Hiifs- Werks angegeben, damit sicli jeder eine Vorstellung davon machen kann, was unter dem Namen von Hilfe und Aufbau zusammengefaßt wird. Vom zionistischen Standpunkt aus bestehen zwei Fragen; Einmal darf gefragt werden, wie überhaupt der Zionismus zum Werke für Hilfe und Aufbau steht. Die Frage muß dahin beantwortet werden, daß, um der produktiven Zwecke des Werkes willen, aber aucli um der konservierenden Wohlfahrtspflege willen, jeder Zionist ftir dieses , Werk sein m u ß, da cs ja ein Werk für die Glieder des jüdischen Volkes ist. Die zweite Frage geht dahin, inwieweit durch die Beitragskartenarheit die zionistische Arbeit berührt wird. Diese Frage muß ganz offen gestellt werden. Wenn die zionistischen Mitglieder de* Zeiitralatissrliunscs der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau der Einführung der Beitragskarte zu* gestimmt haben, so taten sic das deshalb, weil sie die Notwendigkeit dieser Arbeit und die Notwendigkeit der Mjttclbcschaffung bejahen. Niemand, der die Beitragskarte erwirbt, dart sicli seinen ziooistisenen Verpflichtungen entziehen. Niemand, der seine zionistischen Verpflichtungen er* füllt, darf sich von dem Erwerb der Beitragskarte aus* schließen. Berl Locker, Mitglied der Zionistischen Exekutive, hat sich nach Amerika begeben, um an verschiedenen *ionistischea Landeskonferenzen teiizunehmen. der Anfrage sei in verneinendem Sinn! der letzte Teil beantworten, Der Abgeordnete Jänner fragte den Minister, ob lewisli Agency ilire Anforderung von Einwanderung». fikatrn genau auf Grund des herrschenden Arbcilsbcdarffti gestellt hat, ob der Minister seine Aufmerksamkeit rio» B e s c 11 vz c r d c 11 g r o ß c r Unter n e h 111 er und and elf rer Personen über den ernsten Arbeitertnin' gel geschenkt 11 a b c, ein Mangel, der dadurch ent! standen sei, daß jenen Anforderungen nicht entsprochen wurde, und ob er eine eingehende Untersuchung mit de» Ziele, einer genügenden Anzahl von Arbeitern in diesem Jahr die Einwanderung narb Palästina zu gestatten, einlciton wolle Sir Philip C11 n I i f f c - L i s t e r antwortete, der High Comniissionrr für Palästina habe bei der Festsetzung (L Halbjahrs-Quoten für die Arbeiter-Einwanderung die Schatn1n. geil der Jcwish Agency betreffend die vermutliche Zahl freier Arbeitsplätze berücksichtigt, nachdem diese Schätzungen den, Einwanderungs-Direktor zu eingehender Prüfung »,orgele׳* worden »varen. Die Beschwerden über Mangel an Arbeitern m bestimmten Kategorien seien ihm bekannt, aber er vertraue vollkommen dem Urteil des lligh Commissioner, der am besten in der Lage sei, unter Berücksichtigung von Gegen, wart und Zukunft die wirkliche wirtschaftliche Aufnahmefähig, keit Palästinas zu beurteilen. ‘ Abg. J a 11 ti c r fragte weiter, oh der Minister die von den palästinensischen Industriellen in bezug auf dit Aufnahmefähigkeit des Landes gemachten Erklärungen m. prüft habe und ob er sic bezüglich künftig ausaigehcnder Zertifikate zu Rate ziehen wolle. Der Kolonlcnmiimtcr antwortete: ״Nein, ganz gewißnkhl Das Verfahren ist genau festgesetzt und wurde von jeder Regierung, die mit der Verwaltung des Mandats betraut war, befolgt. Es ist durchaus notwendig, daß die Anwendung der Richtlinien im einzelnen den» High C o ni in 1 s s i o 11 c r überlassen bleib e." Captain Strickland fragte, ־ob der Kokmicnminliter dem Hause die Versicherung geben wolle, daß die Politik der Regierung wirklich auf der Berücksichtigung der Aufnahmeftthigkeit des Landes und nicht aut poß. tischen Erwägungen basiere. Sir Philip erwiderte: ״Jawohl. Ich freue mich sehr, d»| diese Frage gestellt wurde, wenn es auch zun» zwanzigste• Mal geschieht. Keinerlei Erwägung außer der BerQeksichtigung der wirtschaftlichen Aufnahmefälligkeit hat jemals die Regierung dieses Landes oder den High Commisskmer jeleitet.״ ״ Zur Ermordung des polnischen Innenministers Während in Polen in zahlreichen Städten die jüdische Bevölkerung von ihren erbitterten Gegnern, den Nation 11• demokraten und den von diesen ahgesplitterten noch extremeren Nationalradikalen unausgesetzt durch schwere Ausschrcitungcn bedrängt wird, bringt die ״Fränkische Ta* g c 8 z c i 11111 g" unter der Ucherschrift ״Erwachende Völker* und den Untertiteln ״f’oten wehrt sich gegen Juda, Judensöldtinge haben den polnischen Innenminister ermordet“ »ut der ersten Seite ihrer Nr. ttt einen Artikel, in dem seltsamerweise behauptet wird, es bestelle eine ״enge Verbundes* heit d er Juden und Logen in i t den Nationaldemokraten“. Bei den Nation:!! (־׳mokr.iten habe man es ״mit der berüchtigten Korfanty-Partei zu tun, die enge Be- Ziehungen zum Judentum unterhalt und die schon in den oberscnleslsrhcn Befreiungskämpfen als Hörige des Internationalen Judentums gegen Deutschland aktiv zu Felde zog* In dem Artikel wirii dann die Frage gestellt, warum der polnische Innenminister Pi crack i ermordet wurde, lind erklärt, man neige immer mehr dazu, den Mord darauf zu• rückzuführen, daß die deutschfreundliche Außenpolitik der jetzigen Regierung den ״fraiizosen- und judcnfrctmdliches korfanty-Anhängern" nicht genehm Ist. Bekanntlich war der ermordete Innenminister Zielpunkt schärfster Angriffe der antisemitischen Nationaidemokratm, die cs ihm insbesondere nicht verzeihen konnten, daß er w» der Parlamentstribüne aus die antisemitische Hetze sehan verurteilt halte und gegen die Urheber der jistlenFeindliche■ Ausschreitungen in Polen energische Maßnahmen traf. Palästina «Einwanderung im April Jerusalem, 21. Juni. (J.T.A.) Wie In der ״Offlcbl Gazette" mltgctellt wird, sind Im April 2698 Personen, unter ihnen 2614 Juden, nach Palästina cinßcwandert. Der Kapltallstcn-Katcgorlc gehörten 284 jüdische Einwanderer in! so daß mindestens 284 000 Pfund an jüdischem Kapital W April nach Palästina neu cingcströmt sind. Im März waren nach den vor einer Woche veröden(• lichten Einwanderungs/iffcrn 33(17 Juden, unter ihnen W Angehörige der Kapitaiistenkategorie, im Februar 2756 Jude* nach Palästina eingcwamlert. Eine Million Pfund Umsatz auf der levanfe-Mess« Tcl-Awiw׳, im ■Juni. (J.T.A.) Wie die Leitung ött Levante-Messe niittnlt, wurden während der 40tägigen Dauer der Ausstellung Käufe und Verkäufe im Werte von etwa einer Million Pfund getätigt. Sämtliche Firmen, sich an der Messe beteiligt haben, äußern sicli sehr zufrieden über den geschäftlichen Erfolg. Besonders gut haben du englischen und belgischen Aussteller abgeschlossen. Ueber 2000 Angestellte »varen während «Irr Messe dauernd beschdtlgf. EHe Organisierung der Messe hat Investitionen ht ött Höhe von 150000 Pfund erforderlich gemacht. Um den Eisenbahnknotenpunkt Tel-Awtw Jerusalem, 21. Juni. (J.T.A.) Die ATablseh* Exekutive hat dem High Coinmissioncr einen Protwt gegen die geplante Verlegung des f. i s c 11 b a h n k n o t «"* Punktes von L u d U n a e 11 Tcl-Awiw überreicht. Die Mitglieder der Abordnung machen den High Commis• sioncr darauf aufmerksam, daß die Verwirklichung dies« Planes zu Unruhen führen könnte. In dem Protest wird dj« Verlegung der Bahnstation aus der arabischen Stadt Lud״ in die jüdische Stadt Tcl-Awiw als ״Ergebnis zionistisch״ Ambitionen“ bezeichnet. Die Verlegung der Bahnstation wütoe für arabische Kauflcutc und Arbeiter den Hungertod bedeuten■ Auch an die Mandatskommission de» Völ• kerbundes und an das Colonial Office In London soff ein Protest gegen die Verlegung des Elsen bahnknaten• punktes nach Tel- Awiw gesandt werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.