Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1934-06-26 · Heft 51 (26.6.1934) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 51 (26.6.1934)
Date
1934-06-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2653452-2653499--25405-2682540
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

nur K,,5l / J»h*־ga״ß 39 --קיידי־׳ן י ךh INI" 0JJ w/ ,^»leHnng.VTliig a. Anxclgenvarwattiang 1 Berlin WIS, Mciiwktity. 1• t Aifrunfi-Nr. i i Blwnerch 3(81/62, 7I6S/70,7240/4X - ßcxupiprci• pro Monat 2(».י pro Quartal RM 5»7S> *־־־ Poatachrck - Konten der Abonnementa- Abt^Uung: 7! 573 (fair Groft ■ Berlin), Berlin 17 397 (für das übrige Reich). Auslands•!«rag *יי f«1•****•׳, Lsodeswfchnmg. — Erscheint Jeden Dlenatng and Frsltag. Preis RM —.25 W K. BERLIN י״ג חמת תרצ״ד DIENSTAG, 26. JUNI 1934 gnwmi—wnj £»|1 ■111nm1.»,1|| La« ״ «J l»**■* ־ •st Anselgentarlft Die ßtnpilien• Millimater-ZUdle RM —20,־, für $f«!ft«!ngea11dk• RM —40, für FemiiiennschHcJhttn RM —45• EJn*©lar»1«lK«** nur gegen Voraus• xehJung auf Postecbeck-Kotito Berlin 71618 oder in der Anrelgen-Annahme Montag bfci Freitag 9—18 Uhr Annahmeschltili für die Dienstag-Ausgabe Montag 10 Uhr Ittf die Freitag-Aesgahe Mittwoch 13 Uhr (Familienansaigen bi• Donnerstag 10 Uhr) 9»r Zionismus arstrabt tdr das JQdlsehe Volk dla Schäftung •Inar Öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte ln Palästina. ״Baseler Programm“ 13“ fc u־־u־ -,10 -,50 -,25 1,50 1׳orrih' •ch dir ^00■ י**^ *•״*£ BkMMifl BeSlM)3 IuMwMMmI I« bonotijjt («׳Ohtiar!!ן » nur Crhcn krank,?!ן! empfohlen, »d Ki <itr I cm jeder dich erhalt, die Prciit de rsnnncrßi de 2430 »er ina JUt «'{,־- 45 00 25 V> 75 JD 5f) 5 ל, 10,- Aus dem deutsch-jüdischen Lager In der Erzäliluiigsliteratur der Juden findet man folgende Ofschichtc: Ein Mann wird für 10 Jahre ins Gefängnis ge- ־chickt. Scine Angehörigen wissen, daß das Leben dieses Hannes zerbrochen sein wird. Nach Ablauf dieser langen Zeit aber verlaßt ein sehr kräftiger, ungcschwächtcr Mann die Zelle, Alle sind erstaunt. Man fragt ihn, wie er sich so lange habe gesund erhalten können. Und er antwortet: ״Meine Rett;1ng waren die Stecknadeln. A11 jedem Morgen habe ich in die dunkle Zelle einige hundert Stecknadeln geworfen, und der ganze Tag verging damit, die Nadeln zu suchen. So erhielt ich mich 10 Jahre lang frisch und kräftig.“ Um das deutsche Judentum herum ist es — wenigstens was seine äußere Existenz, hetrifft — recht dunkel und eng.!)er naive Mensch, der der Meinung ist, das deutsche Judentum würde im Angesicht der vielen gemeinsamen Aufgaben und Sorgen in Gemeinsamkeit an die Lösung der täglichen Probleme gehen, sieht sich in dieser Annahme getäuscht. Man vertreibt sich vielmehr die Zeit damit, daß man in alle möglichen Ecken die aus den alten Daseinsformen des dcutsehe» Judentums mitgenommenen Stecknadeln wirft und meint sich dadurch frisch und geschmeidig für das kommende Leben zu erhalten. Die meisten Juden sind begierig, etwas für ihre Lebensjjcstaltimg Positives aufzunclinien, aber was ihnen geboten wird, kann nicht befriedigen. Die in letzter Zeit häutig gewordenen grundsätzlichen Acußcrungcn aus dem deutsch-jüdischen Lager sind Merk-?eichen für die geistige Situation des deutschen Judentums. Betrachtet man diese Acußcrungcn, so kommt man zunächst tu (fein Ergebnis, daß eine eindeutige Hinwendung zu jiidiihm Werten und einem lebendigen Judentum nahezu bei der ii samtheit der deutschen Juden erfolgt ist. Ls ist der ä 11 ß c r C! mdruck: wenn mail einzelnen Menschen direkt gegenüber- Mcht und mit ihnen über ihre jüdischen Ansichten und Zuhmftshoffmmgcn spricht, daun muß man oft empfinden, daß die alten Begriffe überwunden worden sind, ohne daß man m einer echten Bemühung 11m eine andere Lebcnswirklieh k eit gelangte. Manche haben die Formeln von jüdischen Werten, jüdischem Wesen und jüdischer Zukunftsgestaltung «!(gegriffen, doch hat sich nur allzu rasch mit bloßen Formeln beruhigt. Hier liegt die Gefahr unseres Zustandes. Wir dürfen nicht verkennen, daß der Prozeß der Auflösung, der seit vielen Jahrzehnten im deutschen Judentum und im Judentum der ganzen Welt vor sich geht, audi unter den heutigen äußeren Bedingungen keineswegs zum Stillstand gedingt ist, und daß <r fortschreiten muß, wenn wir selbst nicht mit aller Kraft ihm cntgcgcntrctcn. Dies kann aber nicht dadurch geschehen, daß neue Formel 11, mögen diese auch logisch und historisch gesehen noch so richtig sein! a!1 tlie Stelle der alten Ausflüchte treten, sondern nur dadurch, daß eine echte Umformung unseres Lebens und unscrcr täglichen Wirklichkeit «folgt. Die Zahl der Parolen, die einen bequemen Ausweg für tat einzelnen Juden bieten, um den auch heute schweren Weg des Wicderjudcwerdeiis zu vermeiden, ist!licht kleiner geworden, als dies früher war. Sicher ist hier und da durch die erlebte seelische Not religiöses Empfinden neu erweckt »Ofden, aber wir finden auch den Versuch, eine fiktivr«iigiöse Haltung des deutschen Juden als stwas Wirkliches hinzustelkn. Allerdings hat dieser Versuch Regen die Vergangenheit ein neues Gesicht angenommen. vor einigen Jahren bewegte er sich in zwei Richtungen: 'inmal behauptete ein Teil des deutschen Judentums, die Juden seien von ihrer Umwelt durch nichts anderes unter- 1'Mcden als eben durch ihre ״Konfession“. Sofern man versuchte, eine Art religiösen Dogmas auf/.ustellcn, ist es in; ünigen wenigen rein formalen Sätzen steckengeblieben. Eine I Kraft, die das tägliche Leben gestalten konnte, war hieraus ״ ןi'ht abzulcitcn, und so blieb dieses Konfessionsjudcntum die ^quemste Ausrede für alle, die über dss eigene Ich hinaus 01»ht bereit waren zu denken und zu handeln. Eine zweite —!1'scheinend vertiefte — Form nahm diese religiöse Ausflucht ln dem ״Missionsgcdankcn“ des liberalen Judentums an. Hier- ״c> wurde der reale Inhalt der Prophetie in Forderungen der 1״gemeinen Sittlichkeit umgedciitet, deren Erfüllung für jeden 11,ständigen Menschen eine Selbstverständlichkeit ist. Wese Versuche der Flucht ins sogenannte Religiöse haben 1,sch dem Umschwung in Deutschland eine neue Wendung ge- "ommen. Es ist ein Liebäugeln mit der Tradition, “l״lc cjne orthodoxe Lebensführung vom Einzelnen zu vcrlan- »'N. Diese Haltung überschreitet nicht die Grenzen einer stark sentimental gefärbten Beziehung zur Tradition und gibt sich r '»«entliehen mit Sprechen über die Dinge, die einst ‘n lebendiges Judentum ausmachten, zufrieden. So entsteht ,er eine Verflüchtigung des Willens zum Judesein in das rein c 1*nlsmäüige, in das Gebiet des sentimentalen Schwär- '״s und des Redens über Dinge, die eigentlich nicht Bestand der Diskussion sind. Und hier ist der beste Ort Barihou antwortet Cuza Bukarest, 22. Juni. (J.T. A.) In der am 21. Juni abgchaltcncn Festsitzung des rumänischen Parlaments, in der der französische Außenminister Bnrthou zum Ehrenbürger Rumäniens proklamiert wurde, hielten die Parteiführer Ansprachen, in denen sie die Verbundenheit Rumäniens mit Frankreich zum Ausdruck brachten. Der Führer der anti semitischen Liga für national-christliche Verteidigung, Prof. A. C. Cuza, benutzte diese Gelegenheit zu einem judcnfciiidlichcn Ausfall, indem er Barthou als Vertreter des nationalistischen und christlichen Frankreichs begrüßte und gegen die angebliche ״jüdische Herrschaft“ in Europa los zog. Er schloß seine Rede mit den W3rtcn: ״Es lebe das christliche und nationalistische Frankreich!“ Diese Ausfälle Cuzas wurden von Barthou ln der Rede, mit der er für die Verleihung des Ehrenbürgcrrcchts dankte, entschieden zurückgcwicscn. Der französische Außenminister erklärte, er sei Nationalist und Christ, Nationalist irn besten Sinne des Wortes, denn er fordere die Achtung vor den Gesetzen, die der Verteidigung der nationalen Rechte dienen, aber auch die Achtling vor den Rechten aller unterdrückten Völker. Er sei Christ und Katholik in seinem Herzen und verlange daher, daß die freie Ausübung des Glaubensbekenntnisses jeder Religion respektiert werde. 40000 Pfund für Krebsforschung Der Etat der Universität Jerusalem. Jerusalem, 22. Juni. (J. T. A.) Wie der soeben aus den Vereinigten Staaten nach Jerusalem zurückgekehrte Kanzler der Hebräischen Universität, Dr. J. L, Magncs, mittcilt, haben es die Freunde der Hebräischen Universität In Amerika übernommen, das im Laufe der letzten Jahre entstandene Defizit der Universität abztulcckcn und diese vollständig schuldenfrei zu machen. Außerdem konnte der Kanzler die amerikanischen Förderer dazu bewegen, auch zur Deckung des normalen Budgets für das kommende Jahr eine Summe zur Verfügung zu stellen. Der Etat für das kommende Jahr wurde mit 58 000 Pfund, das Ist um 15 OM Pfund mehr als im letzten Jahr, festgesetzt. Von einer ungenannt sein wollenden Persönlichkeit wurden außerdem 40 000 Pfund für Krebsforschung an der Jerusalemer Universität gezeichnet. Dieser Betrag gelangt im Verlauf von zehn Jahren zur Auszahlung. Das Komitee der Freunde der Hebräischen Universität in Amerika hat dem Kanzler ferner versprochen, die Errichtung einer pädagogischen Fakultät zu ermöglichen. Gleichzeitig brachte das Komitee sein Bedauern darüber zum Ausdruck, daß es der Jewish Agency bisher nicht möglich war, der Universität die zur geplanten Eröffnung einer agrarwissenschaftlichen Abteilung erforderliehen Mittel zur Verfügung zu stellen. dafür, um das als Formel anz.unchmen, was eigentlich echtes Leben sein sollte, und des Glaubens an die Kraft dieser Formeln für die Stärkung der jüdischen Zukunft. Neben einer solchen in allen öffentlichen Diskussionen im deutschen Judentum sich bemerkbar machenden fiktivreligiösen Ausrede vor den ernsten Fragen des Tages ist aber nicht weniger bedeutungsvoll der damit nicht selten verbundene Versuch, auch Im gesellschaftlich-politischen Bereich die Flucht vor sich selbst fortzusetzen, die man seit Jahrzehnten gegangen ist. Gewiß muß das Jitclesein als eine gesellschaftlich ins Gewicht fallende Tat- Sache heute anerkannt werden, und niemand kann sich der schicksalhaften Gewalt der Judcnfragc entziehen: aber zugleich lehnt man alle Versuche einer grundsätzlichen Lösung der J u d e n f r a g e ab. Man hält cs für ausreichend, daß die Juden den Weg der gesellst 11 aftliehen Neugliederung gehen, um in alle Schichten Mer Bevölkerung hinciimigclangen; dadurch werde erst der Weg für eine echte Emanzipation bereitet. Ein Vorgang also, der ganz unabhängig von dein Wollen der Juden durch den Zwang der Tatsachen eingeleitet wurde, wird als die wesentliebste praktische Aufgabe für unsere heute lebende Generation bezeichnet. Dieser Vorgang allerdings kann unter den Umständen, unter denen er hier erfolgt, nicht als eine wirkliehe Antwort der Juden auf die Fragen der Zeit betrachtet werden. Der Umhau unserer beruflichen und gesellschaftlichen Struktur ist, soweit es sich nicht um den Aufbau eines eigenständigen Lebens in Erez Israel handelt, eine Maßnahme der wirtschaftlichen Selbsterhaltung, und nicht mehr. Niemand kann heute Voraussagen, ob eine berufliche Neugliederung durch Eindringen in die bisher von Juden nicht bcsetzten manuellen Berufe bei der Struktur des neuen Staates gelingen kann. Darüber hiinus ist aber sehr fraglich, ob dieser Umbau geeignet ist, den Zusammenhalt׳ d?8 Judentums zu stärken, oder ob nicht Vielmehr die Aufgliederung IL«a., «J8 ffatoflili der Juden 111 zahlreiche kleine Berufsgruppen und das End« ihrer Massierung in einigen wenigen gesellschaftlichen Positionen sogar auflösend wirken muß. (Nebenbei sei nur bemerkt, daß die Gefahr des Sichvcr* llcrcns in Formeln und Begriffe auch nicht am Lager de» nationalen Judentums vorübergegangen ist. Wir finden hier die Flucht in die nationale Phrase, die glaubt, durch ein übersteigertes Selbstbewulltsein auf die sehr nüch- ■ fern denkende Umwelt Eindruck zu machen.) Der Flucht vor sich selbst steht die Aufgabe dev Heimkehr zu uns und unseren Aufgaben gegenüber. Wir müssen als deutsche Juden erkennen, was wir sind und was wir wollen. Wir müssen insbesondere empfinden, daß in allen Zeiten von den Besten des Judentums eine Aufgäbe empfunden wurde, und daß die Gleichheit der Struktur aller Epochen der jüdischen Geschichte darin liegt, daß Mensehen um dieser Aufgabe willen zu Opfern bereit waren. Erkenntnis über uns selbst: das bedeutet die Erfahrung von dem wahren Charakter der Judenfrage. Zugleich aber gilt cs zu erkennen, welche Besonderheiten unser Volkstum aufweist und wie diese Eigcnaitcn unter dem Einfluß der geschichtlichen Entwicklung auf uns gekommen sind und unsere heutige Situation charakterisieren, (ierailc das natio* nale Judentum muß diu Vielheit des jüdischen Lebens er* kennen, denn nur so wird es alle realen und positiven Kräfte des Volkslebens aktivieren können. Nur aus echter Erkenntnis wird auch ein wirksamer Wille zu Aktivität im Prozeß der Neuformung jüdischen Lebens entspringen. Hier ist der Ort, an dem die Kräfte der Vergangenheit zu Bausteinen der Erziehung für die Zukunft werden können. Dazu gehören auch die Werte, die in das Judentum seit der E in a 11 z i p a t i o 11 s z c i t eingegangen sind, die Ideen der nationalen Bewegung der Neuzeit und all die Geschenke, die Europa seit dem Beginn des 10. Jahrhunderts den Juden gegeben hat. Für den aber, der diese Werte in den Willen zur Neugestaltung der Zukunft cinbaut, werden sie nicht mehr Gegenstände der k r i t i k losen Anbetung sein, wie sic es für einige Generationen des deutschen Judentums waren, sondern sie werden nur dann und insoweit ihre Bedeutung behalten, als sic mit den Kräften einer umfassenderen jüdischen Vergangenheit in Bc- Ziehung zu setzen sind. Diese geschichtlichen Eiemente schöpft das nationale Judentum aus dem Gesamtablauf der jüdischen Historie. Es knüpft an die klassische Zeit des jüdischen Gesellschaft«■ und Geisteslebens an und erneuert cs in Land und Sprache. Fs ist zugleich Ueberwinder und Fortsetzer der jüdischen Geschichte, tlie durch Jahrtau* sende vom messianischen Gedanken vorwärtsgetricbcn wurde! Ueberwinder, weil es ein wirkliches Leben in unseren Tagen neu schaffen will, das behaftet ist mit allein Irdischen einer lebenden Generation, und Fortsetzer, weil es die Kräfte, die in vergangenen Jahrhunderten in uns in dieser Richtung wirkten, in einem neuen Bette sammelt, und weil cs sich in seinen besten Vertretern nicht damit begnügt, ein rein formales, mit den äußeren Attributen versehenes natio* nalcs l.ehcn lierbcizufiihrcn, sondern weil es bei allem Streit lim die Konkretisierung sich bemüht, dem neuen jüdischen . Leben Palästinas einen Inhalt zu geben, der mit der jüdisehen Ocsamtgcschichtc untrennbar verbunden ist. Und damit tritt das heutige Palästina als Element In den Erzlehungsprozcß des deutschen Judentums ein. Mag das!.eben in Erez Israel auch noch so entfernt von allen Idealvorstellungen sein, die wir daran knüpfen — es ist in jedem Falle der Punkt, an dem uni die Ausprägung jüdischen Daseins nicht mit Worten, sondern im wirklichen Dasein gerungen wird. Und in der Anteilnahme an dieser Ausein• andersct/uiig, in dem Mitcrlebcn der Fragen, die dort zur Entscheidung stehen, muß sich auch für die Ncuformung des Lebens der deutschen Juden als Gesamtheit ein befruchtender Wille entzünden. So tritt neben die Kräfte, die aus der Geschichte des Judentums abgeleitet sind, als aktuell wirkendes Element das neue Palästina und gestaltet die Erziehung unserer Generation mit. Die Rückkehr znm Judentum und zum Juilesein wurde von manchen vor noch gar nicht so langer Zeit verworfen, weil sie glaubten, in einein Lebenshcrcich zu existieren, in dem sie nicht als Juden bewertet wurden, und weil sie außerhalb des jüdischen Bezirks sich beheimatet und gesichert fühlten. Sie alle haben gelernt, daß auch ihre scheinbare Wirklichkeit erst dort wirklich wurde, wo ihr Juilesein begann, und daß die, die sie einst verlachten, einen nüchternen Tatsachensinn besaßen. Heute sind viele auf der Heimkehr zu sich selbst. Diese Heimkehr darf nicht erneut zu einer Flucht vor dem Eigenen werden, die von falschen Propheten verkündet wird. , Der Anreiz dazu ist groß. Denn auch heute noch bedeutet Judtwerdert und wirkliches Judesein eine Aufgabe mit Op* *' fern — hier in Deutschland und auch in Palästina. Unsere

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.