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Jüdische Rundschau · 1934-06-22 · Heft 50 (22.6.1934) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 50 (22.6.1934)
Date
1934-06-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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jüdische Rundschau Seite 5 S'r 50. 22. VI 1934 r \y. H . e ויי IC; c I*;in. Sanim, ״> Sti. r Am״; auf 11 an ms 'iittbe Irwin!״ 11 זr S V«,״״.. Al Stau, fr, Ti, ׳c in die km ־!!ה] ... 111c n a l i o. .*wnrdn! ז c h r r. für ein, cliiiVl״.״ som krtl rlmiuh-n «־n vef.!entlieht ' Julius! an die ei! dem na׳ he rr ״ II, 11 111 > 1 ■ י'יe *V <'־׳<!■ n," g״'׳r;״la"> das, dicsan cn den;ms be• V., xer• litiNtcrs lit dem leiininsj 11 11 g s e nicht Huken. 11 c Ycrin sich also/i,ו• hervor- Frankf. ■n .־iiif• cn die . I'.cim s eher :iiikhgt, atnerireich gegen itstnfe de ist, o f! i - nfiilircr IDAI’.“ ge דיי :r \cr■ an/1pnat nach ricihio' [er Oees der •folge». limmes Be reell' in muß 1, dann ermann entlieh! m An- ׳kaum ־künfti n, mit*. erlistet :e kein zu ihm , keine i wäre Fand >a liier irnitten ־unter ts entwußte, ״'י!11. eh!!יי!׳ ,r; die.se; ־',anher •ף •זי rinriH unter־ zeigt"׳ »staiHh ״dann Man»־ denkganz יי sein, fcdem 'jruiule anders ^ejudenlrage in der Psychotherapie Uhr linheii sclioii in unserer Vorbemerkung tii Jen 1 'er• 1|/״ ׳V/1»״k'(’" 111 ,'' י י 'A'׳■ ,,Jüdischen Rundschau" darauf ‘"'.,riesen, •Infi 11'ir dem fachwissenschaflUchen Streit der '■‘■Inen fisj’cho/hiriifieiiUsi heu Sehnten in der ״Jüdischen chaii" 'keinen /liiuiii gehen können, sondern dieses lediglich soweit behandeln können, als von hier aus Mellingen auf die Juden/rüge er folgt sind. Für eine!'(■meine (iiichtmcdiziinsche) Zeitschrift ist hei Betrachtung ,,,׳rscliiedenen Arien der Psychoanalyse weniger die Frage f Therapie und der seclenärztliehen Methoden zu erörtern, , (lj(. auch für jede Gcsvllschaftsbetrachtung wichtigen ,■hnlegischen und sozial-psychologischen Erkenntnisse. Wir .}״■n im folgenden noch einer Aeußerung zu diesem Thema .!rirlifnlls in geltiirzler Fassung) Kaum, miichlen alter hinzu- ',,,״/, ו/l selbstverständlich fetter Autor für seine Dar- '11״(! persönlich verantwortlich ist und die Itedahtion ',lern Streit der Systeme keine Stellung nehmen kann, iclulein nunmehr verschiedene Anschauungen zu Wort geaimcn sind, müssen wir die Diskussion über diesen Gegen- •ml in der ״Jüdischen Hnndscluin" für abgeschlossen •ilärcn. (Die früheren Acußvrungeti erschienen in Nr, 43 ,j 4S der ״J. 11.") Red. .,,Sowohl der Aufsatz, von Jung als auch ein Teil der 1) anschließenden 1 )iskussioiisbcmcrkutigcn verraten eine ab- ״icc Haltung, insofern das Unbewußte im Sinuc Freuds /die menschlich minderwertige Seite angesehen!r,|. Man tragt damit in eine medizinisch-psychologische Beiclitimg Weitlingen hinein. Gerade Freud hat betont, welch •indiose schöpferische Bedeutung dem negativen U n - cwull teil zukommt und wie letzthin alle höheren Leistun* 1, seien sie wissenschaftlicher, ethischer oder kultureller ־iilir, ״Suhlimierungen“ dieses Negativen darstcllcn. In dein Juiigsclien Artikel und auch in der Diskussion blt eine Auseinandersetzung mit dem Begriff des ,,U e h er*;11 oder I d e a I -1 c h“ von Freud. Diese Kategorie,, die den 4rcn Gegensatz, zu dem ״negativen Utibcwußtscin“ darllf, wird alliier acht gelassen. In seinem Aufsätze ״Das ו und das L's“ betont Freud, daß der Mensch auf der einen!10 genau so amoralisch ist wie auf der anderen Seite, bemint durch die Ilebcr-Icli-Forderungen, liypcrmoralUrlt. — ״l's ist der Psychoanalyse unzählige Male zum Vorwurf ■macht worden“, schreibt F r e 11 d in dem ehengenannten ״N.itze, ״daß sie sieh um das höhere, moralische IJcbcrpcrdiehe im Menschen nicht kümmere. ... Wir können all um, welche in ihrem sittlichen Bewußtsein erschüttert, gelgt haben, es muß doch ein höheres Wesen geben, antwor- 1: Gewiß, und dies ist das höhere Wesen, das Ich-Idcal oder :bct-lch.,., Je, stärker der (.)Ödipuskomplex war, je bcäirimigler (unter dem Einfluß von Autorität, Religion sichre, tmicht, Lektüre) seine Verdrängung crtolgtc, desto strenger .ul spater wieder das Ueber-Icli als Gewissen, vielleicht als brwulätes Schuldgefühl über das Ich herrschen.... Was im ’,!einen Seelenleben dem Tiefsten angehört hat, wird durch c Mealhildung zum Höchsten der Menschensccle....“ Lin veihäugnisvoller Fehler ist tu. E. das Hineintragcn;itansch,atiliehcr Haltungen in die Psychotherapie. Die For- .riing, seine ״nersönliche Gleichung“ (worunter Jung in :!nein Artikel die genaue Kenntnis seiner subjektiven weit- H'hauliclK'ii 1 laltung versteht) als Faktor in das psychothera-!!tische Handeln eümtgliedern, würde bedeuten, daß cs yiiso viele psychotherapeutische Richtungen geben müßte! es Menschentypcii gibt, da es wohl keinem Zweifel unter- ־:■ t, daß aulier der rassischen Zugehörigkeit auch Religion, Ite mul Kultur bestimmend für die psychische Entwicklung s Menschen sind. Dann mußte z. U. jung heute das Recht | 1'sprochen werden, iiichtarisehe Menschen zu analysieren, er aus dem Studium seiner ״persönlichen (ilefclunig‘ 1 Spezifisches als dominierend und wegweisend erkannt , das aber schließlich auf andere Gruppen nicht paßt, «dien mm stellt Freml, dessen Grundkonzeption die ist: gibt ein g e 11 u s 1111 in a 1111111, das sich in seinen sccli-!cn Reaktionen prinzipiell gleichartig verhält, mag unter- :11t werden der auf niedrigster Kulturstufe stehende Neger Busdi oder der hoclidifferenzierte Mensch unseres Kulturisrs. Sie alle tragen in sich die gleichen immanenten ■!uhI.1 \iou1c־ und das Bild, das sich uns bei Betrachtung des ׳n.Hhcugeschk'chtes in seiner Mannigfaltigkeit darbictct, ist '1,״n Indes mir die Form, in der sieh das Triebhafte i.iuriul zeigt. Aus dieser Erkenntnis resultiert von selbst!■ Haltung: der Analytiker hat ein neutraler Anonymus ׳ sein, ohne die Tendenz, seine bereits eine Sublimierung;:stellende Weltanschauung in die Psychotherapie hinein-!;;cii zu wollen; nur darauf bedacht, dem Betreuenden auf- :«׳eigen, wo er, sein Triebhaftes verdrängend, zu falschen .lUionshihhiiigen kommt, die ihn sichtbar neurotisch machen. ז hat ihm lediglich durch das Aufdecken seines Unbewußten seine Neurose im Spiegel vorzuhalten. Die» aber ist Seelsorge im höchsten Sinne, und erst so wird es möglich sein, daß der Psychotherapeut Seelsorger prinzipiell für alle werden kann, Mit all dem soll nicht gesagt sein, daß es nicht etwas wie eine jüdische Neurose gäbe. Zweifellos hat die Oaluth mit ihren Komplikationen, ihren Einschränkungen und Vcisagimgcn, ihrem verschütteten Wertbewußtsein Menschentypen hervorgehr,acht, die, ein bestimmtes Gcnräge tragend, lins durchaus bekannt und geläufig sind. Aller unterzieht man diese Menschen einer Analyse, so wird man sehen, daß ihre pathologischen Züge letzten Eudes zu subsumieren sind unter die von Freud umrissenen Ortmdkomplexc und, daß die neurotischen Inhalte dieser Menschen zwanglos darzustellen sind als Wiederholungen persönlicher früherer Erlcbniscpoclieii, die, durch derzeitiges Gescheiten aktualisiert, in sublimierter Form sichtbar werden, Fs wäre ohne große Mühe nadmtweisen, daß die gesamte Assimilation nichts anderes bedeutet, als einen Immerwährenden Versuch zur Ueberwindung des persönlichen Minderwertigkeitskomplexes, Von solchen Oesichtspunkten her betrachtet, gewinnt Erez Israel seine beson* derc Bedeutung, Der dorthin sich begebende Mensch entzieht sich einer ihn neurotisierenden Umwelt und wird so eine Menge von Energien freibekommen, die er zur Bewältigung seiner Neurose in der Oaluth nötig hatte, und kann damit Schöpfer neuer geistiger und kultureller Werte werden. Dr. J. S t e 1 n f e I d (Mannheim). 11<•׳ en Sinne führte, er- Lehen des I fevusgabc a , sie Die hebräische Poesie des Mittelalters Eine Rede von Heinrich Brody. Das ״Institut für die Erforschung der (mittelalterlichen) hebräischen Poesie" (Gründung S. Schochen) ist von Berlin nach Jerusalem verlegt worden. Bei der Eröffnungsfeier in Jerusalem hielt der Leiter Dr, Heinrich Brody, einer der besten Kenner der mittelalterlichen hebräischen Literatur (früher Oberrahbiner in Prag), ein bemerkenswertes Referat über die Aufgaben des Institutes, in dem er u. fl. folgendes ausfilhrle: Man sagt von uns, wir sind das Volk des Buches. Ich möchte noch hinzufiigen, wir sind auch das Volk der Poesie. Das jüdische Volk und seine Poesie sind mitein• ander unlösbar verknüpft. Sie war sein steter Begleiter vom ersten Tage seines Volkwerdcns an bis heute. In ihr fanden alle Ereignisse seiner langen tausendjährigen Geschichte, all die Kämpfe und Nöte, die Freuden und das Leid ihren nachhaltigsten Widerhall. Die alten jüdischen Dichter waren weder Müßiggänger, die aus purem Zeitvertreib ihre Gedichte schufen, noch war ihnen die Dichtung ein Handwerk, womit sic Geld zu machen hofften, sondern sic waren immer die Großen in Israel, die geistigen Führer und Lehrer des Volkes. Zu allen Zeiten, so• wohl im ta'miidischen Zeitalter wie in der darauffolgenden Epoche der Gaonim und später, finden wir Männer von Namen und Rang, Lehrer und Weise, die sich auf dem Gebiet der Dichtung besonders hervorgetan haben. Die Poesie war ihnen ein Gegenstand des Lernens, womit zwei Ziele zu gleicher Zeit verfolgt wurden: Man wollte die ״Technik״ des Dichtens erlernen, um sich ihrer bei verschiedenen sich bietenden Anlässen zu bedienen, an• dcrcrscits aber befaßte man sich mit der Poesie um ihrer seihst willen, um in de» Geist der Dichtung tiefer ein• dringen zu können. So war es während des ganzen Mittel• alters in Spanien, in der Provence, in Italien und im Orient üblich gewesen. Allein die Nöte und die veränderten Umstände der folgen־ den Jahrhunderte ließen die Errungenschaften einer hoch• stehenden Dichtung ganz in Vergessenheit geraten. Neues wurde nicht geschaffen und auch das alte, wertvolle Erbe wurde durch die Ungunst der Zeit nicht gehörig verwahrt. Solche Jahrhunderte völligen geistigen Stillstände» Qtt r\W erlebten wir besonders de׳.׳.־'‘ich Innerhalb der deutschen ftuknlicif. Sogar die Haslmii1» (hehr. Aufklärung), die eine Renaissance cler biblischen Sp.whe und der Dichtung herbei• fuhrt, fahrt fort, die Ucberlicferu׳״en hebräischer Dichtkunst des Mittelalters zu vernachlässigen. Sie sah in den Schätzen dieser Liter,iturgattung nur Spracluntgleisungen, willkürliche Stil,ins,irtungcn, Trotzdem kamen aus diesem Kreis׳• der Aufklär זי die Frloser dieser Dichtung, die sic von de;•; Staub der Jahrhunderte befreiten und dem Volke ihre vhönheit und An• mut zeigten. Fs waren u. a. die berühmten Forscher des P). Jahrhunderts wie etwa S. L. RapapaM, Zunz und S. D. Luzatto, die sich der Ehre dieser (.19• verschollenen Literatur annaluncn. S. D. L 11 z n 11 o, der ein nationaler Jude im des Wortes war und ein echtes jüdische״ Leben kannte den Wert der alten Dichtungen für das Volkes und hat auch den ersten Versuch einer mancher alter Gedichte gemacht. Ihm folgten Idelmam, u. die zwar großes Interesse für die Dichtung hatten, ab.1־ nicht gründlich genug verstanden. First in den letzten Jahrzehnten begann eine *y ־tcmatlselte Bearbeitung der Werke der hebräischen Dichtkunst des Mittelalters uiicl Durchdringung ihres Stoffes von her!• fener Hand, lieigctragen habe״ dazu hauptsächlich zwei U•- sacht-n: l. der nationale Gedanke, der immer weite,? Kreise des Volkes erfaßt hat, und dem sich die Besten au־! dem Volke zuwamltcn und 2. die Entdeckung der Q c n i s ,1 in Kairo, in «Irr unendliche Schätze vorgefunden wurden. (A. rl. R.: ״Grins,1“ ist ein versteckter Aufbewahrungsort für unbrauchbare Schriftstücke bei alten Synagogen des Heiligtums. Die ״Gcnisa“ hei einer Synagoge in Kairo aus dem 7. Jnhihundert wurde 1800 entdeckt und ihre Schatze vor allem von Salomon Schächter bearbeitet.) Der nationale Gedanke lehrte das jüdische Volk, sich zu seiner Vergangenheit in all ihren mannigfachen Ausdrucksformen zu bekennen und damit auch der alten Dichtung, in der ein intensives Leben längst verklungener Zeiten kräftig pulsiert, einen hohen Platz innerhalb seiner nationalen Er* ncucrting cinzuräumcn. Daher war cs die vornehmste Auf• gäbe der neuen Generation, sich diesen Werten z'izuwenden und sie vor Verderb und Untergang zu bewahren. Aber auch die in der G c n i s a aufgespeicherden Schätze haben allen deutlich bewiesen, wieviel echtes, ursprüngliches jüdi- »ches Gedankengut in ihnen enthalten ist, und das, was wir über die Tätigkeit der Dichter jener Zeiten wissen, in keinem Verhältnis zu dem steht, was wir an H and dieser Schätze in Erfahrung bringen. Viele namhafte Gelehrte der G״la und in Palästina wandten sich dieser Dichtung zu. Besonders erwähnenswert ist David Yellin, der vieles für die Erforschung der Dichtung geleistet hat, sowie Bialik, der die Gedichte Salomo ihn üabirols, sowie einen Teil der Gedichte Moses ihn Esra gesammelt und lterausgcgchen hat und jetzt dabei ist, die Gedichte Samuel Hanagids herauszuhringen. Der amerikanische Gelehrte Pavidsohn hat neben seiner Sammlung ältester Gedichte noch besonders Großes durch sein vierbändiges Werk ״Thesaurus der OeiÜchtc und Dichtkunst“ geleistet. Im Zusammenhang mit dieser erwachten Forschertätig• kclt entstand das Bedürfnis, eine Stätte zu schaffen, die das ganze vorhandene, an vielen Bibliotheken verstreute Material sammelt, sichtet und bearbeitet, wt über die Dichtung, ihr Wesen und Methode gelehrt und unterrichtet wird, damit nicht jeder, der sich dem Gebiet de. mittelalterlichen Poesie nähert, von neuem anzufangen hat. Dieses Institut hat nunmehr vor wenigen Jahren Salnian Schocken in Berlin ins Lehen gerufen und ״Institut zur Erforschung der hebräischen Dichtung“ benannt. Der eigentliche Platz, dieses Forschung»- instifutes Ist Palästina, wohin cs nun auch iibcrsiedelt ist. Die vornehmsten Aufgaben des Forschungsinstitutes sind vor allem: I. Sammlung des ganzen poetischen Materials, hauptsächlich desjenigen, das handschriftlich in der Genisa und an den Bihliothckcn vorhanden ist, 2. Das gesamte Material sichten, systematisieren und ein Verzeichnis dessen aufstellcn. Dann das Material wissenschaftlich bearbeiten und heraus• geben. 3. Vorlesungen über die mittelalterliche hebräische Dichtung abzuhalten und all denen, die sich für die Forschung interessieren, die wissenschaftliche Methode der Bearbeitung von derartigen Stoffen zu vermitteln. •*,/־,״'״AV' Vom 30. 6. bis 3. 7. findet in Atlantic City die 37. Jabreskonferenz der Zionistischen Organisation Amerikas statt. Mehr als 300 Delegierte aus allen Teilen der Vereinigten Staaten sind angekündigt. Bei der Convention wird der bekannte Schriftsteller Ludwig Lewi- Verfasser der auch ins Deutsche übersetzten Werke den Strom“, ״Das Erbe im Blut“ usw. ein Referat ״Die Wieder-Emanzipation Israels“. Eine besondere wird den Parteikämpfen in Palästina gewidmet sein. sohn, ״Gegen halten: Sitzung ״Wenn wir nach Westen oder Nordwesten halten würden", d1־ Gnachino kn,irrend und langsam, wie Menschen, die ihre lp!me wenig gebrauchen, ״dann wäre Land vielleicht bald in iht.“ .,Ali! Du verstehst das besser als ich, als wir alle? Dir hat wvali eine״ Wime gegeben?“ ״Der Wind, der etwas Staub mitfülirte, kam von Westen“, ־:narrte Gnachino in bescheidener unbetonter Ruhe. ״Nun ist : wieder fort. Auch die Pünktchen am Himmelsrand, die «leicht Vögel waren, kommen nicht mehr.“ ״Imlien muß mehr im Süden liegen.“ ״Das weiß ich nicht, aber das Land, das hier nahe ist, tt im Westen.“ ״Das hast du dir jetzt ausgedacht“, der Kapitän lachte, ™wirst mir doch nicht weismachen wollen, daß du damit die ׳ute gegen mich aufhetztest? Kein einziger der Meuterer hat JDn auch nur eine Silbe erwähnt. Ihnen sagtest du wieder weres — Du willst nur verwirren, Unfrieden stiften, Unheil, «rganjY _« Guacliino sprach für sich den Spruch bei höchster Gefahr. 0־ ihn barhaupt sprechen mußte, würde ihm in solcher ,?r verziehen werden. — Eine schwerlastende Stiile ent- [ lll(|. i n " wast "1*1י tI,rs denn also überlegt? ‘ fragte Colombo nach J Wr Weile wieder in ruhigerem Ton, als hätte er Guachino 15 w?11■ stipuiierten Vorschlag unterbreitet, ״oder ist dir | che wichtiger als die Zukunft deiner Brüder, als ihr Leben I™ das deine?“ Sollte Guachino versuchen, den abergläubischen Unsinn L, widerlegen? Es würde nur als Ausflucht aufgefaßt werden. |11nf׳l״e '10,,11liehe Giaubenstraie entdeckt war, war er ja ׳ ür! t verl״r«'. wenn Gott nicht ein Wunder tat. So ant• Jini r cr 'Cä*: »ich habe mich nie einer Pflichtverletzung l'fr iiF ßc״li>cht, aber ich will von nun an mehr noch als bis• i%P es’ 'vas 1n meinen Kräften steht, aufbieten, meine PflichtkJ״ beweisen, und was ich vermag, dazu beizutragen, daß l Ai, hiffc ihr Ziel erreichen.“ Alles?“ fragte der Kapitän drohend und sein Blick schien F'Bthino 111s Hirn dringen zu wollen. (ünlrü? war nicht zu zweifeln. Der Kapitän war ljuach» u״d lächelte ein wenig spöttisch darüber, daß \ß sc1nc Zusage so vorsichtig faßte. Er wußte sehr wenn der Jude schon sich selbst vielleicht der Rache ״^as ich nur irgend kann.“ An der Aufrichtigkeit dieses opfern wolltct die Zukunft der Brüder würde er niemals opfern. So weit kannte Colombo die Juden, * Nicht nur Pedro, den Koch, verblüffte cs, daß diese Unterredung so ganz ohne Ergebnis blieb; viele hatten anderes erwartet. Und die Scheu uni den blassen Steuermann wuchs noch erheblich, als der Kapitän gar einen Befehl erließ, während dieser drei Tage Disziplin und äußerste Verträglichkeit zu wahren und gegen niemand, wer immer es sei, die Kamerad- Schädlichkeit zu verletzen. Daß die Schiffe ihren Kurs änderten und jetzt geradeaus nach Westen hielten, beachtete man weniger, da ja doch alle nur auf den Augenblick warteten, bis der Kapitan zur Ver• nunft kommen und umkehren würde. So führte es auch niemanci aut die Kursänderung zurück, als am Morgen des dritten Tages ״Land, Land!“ über Deck hin scholl und ein Freudentaumcl an Bord der kleinen Flottille losbrach. * S Als Colombo die Rückfahrt antrat, gestattete er nicht nur Guachino zurückzubleiben und hinterlicß ihm Werkzeuge, Fischgerät und ein Zelt; er nahm auch eine Zahl Briefe mit, die Guachino wohl an angesehene Männer der Judenschaft in Europa lichtete. Das hoffnungsvolle Verhältnis, das sich zwischen der kindlich-sanftcn Bevölkerung und Guachino entwickelte, war piötzlieh jäh zerrissen, als bis׳ hierher die Kunde drang, König Montczuma, der Gütige, der Heilige, sei in der Hauptstadt von den Fremden gefangen oder vielleicht gar getötet worden. Ein indiancrmädchcn, das Guachino einmal vor einer Schlange rettete, und das seitdem öfters abends bei ihm saß und ver• zückt lauschte, wenn er die fremdartigen Lieder seiner Heimat sang, kam eines Morgens vor Eintritt der Dämmerung in sein Zeit geschlichen und erbot sich, ihn heimlich, aut sichern Wegen zu einem Canoe an eine Stelle des Strandes zu führen, wo er unbemerkt zu den großen Schiffen der weißen Männer, die neu angekommen waren, hinübersetzen konnte. Sie begriff nicht, warum er das nicht wollte und weshalb das für ihn nicht die Zuflucht vor der Gefahr hier war. Niemand glaubte Guachino, daß er kein Spanier sei. Auch aer Priester nicht, der ihm mit seinem Steinmesscr das Herz aus dem Leibe schnitt und sein Blut durch die Rinnen des Altars, dm die Mrahlcn der Sonne darsteilten, zur Erde Ootte» Erfolg eines jüdischen Komponisten in Rom Heinrich S c h a 1 i t, der seit Monaten in Rom an der Synagogc als Dirigent und Organist tätig ist, hat sich in einem Konzert, das der auswärtige Presseklub (circoio della stampa cstcra) im circoio di Roma veranstaltete, und das moderner österreichischer Musik gewidmet war, dem römischen Publi• kum als Komponist und Klavicrintcrpret eigener Werke vorgestcllt. Von ihm kamen eine Fantasie in g-moll für Klavier, drei Stücke für Violine und Klavier (Cantico, Can* zonc per ballarc und D,1117a allegra), und außer einem Liebeslied noch vier ״Canti di devozione“ zum Vortrag. Die Kritik der italienischen Presse äußert sich über Schalits Schaffen einstimmig in hochanerkcnncnder Weise. So schreibt ״II Popolo di Roma" v. 11. 4. 34: ״Schalit manitestierte sich als ein Künstler von ungewöhnlichen und nicht alltäglichen Ausdrücksmittcln; aus seiner religiös durch• setzten Musikalität fließt eine große Reinheit der Inspiration. Bei ihm ist die Technik des Harmonischen, Dynamischen und Kontrapunktistischcn innig mit dem Ausdruck verbunden, und daraus ergibt sich ein schönes Cilcichgewicht und eine leuchtende Klarheit.“ im ״Messaggero“ vom 12. 4. 34 heißt es: ״Schalit ist in Deutschland besonders als Komponist religiöser und geistlicher Vokal- und Chorwerke bekannt, die charakteristischsten unter seinen Kompositionen sind die ,Canti di devozione‘: wahrhaft inspirierte Musi k, die bei größter Einfachheit dramatische Kraft erreicht in einer Form, die frei von allem Nebensächlichen ist. Das Publikum (der Saal war überfüllt) nahm diese neuen Kompositionen mit lebhaftem Beifall und ,bis‘-Rufen auf.“ ,,II Giomalc D’Italia“ vom 12. 4. 34 schreibt: .... ״besonder» interessant erschienen die verschiedenen Kompositionen Schalits, in einer fast liturgisch-linearen und einfachen Form, von großer dramatischer Kraft und alles von einer tiefen Geistigkeit erfüllt.“ Dr. O. G. Das letzte Gedicht der palästinensischen Dichterin Rachel Bluwateln, bekannt unter dem Namen Rachel, ״Metai“ (״Meine Toten") ist für eine Singstimme von Abraham Schwadron, Jerusalem, vertont worden. Die Klavierbegleitung stammt von Menasche Rabinowitz. Das Lied ist zu beziehen durch Mauada, Tel-Awiw, Herzlstr. 2. Preis 50 Pf,

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