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Jüdische Rundschau · 1934-06-22 · Heft 50 (22.6.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 50 (22.6.1934)
Date
1934-06-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Jüdisches Publikum und jüdische Akademiker Die jüdisch11 .׳ Mitglieder akademischer Berufe, die nach den l ,1111 י;r 11 p11 ic 11114:1:11 des letzten Jaiires in ihrer Hcrtifst:iti^kfit verblichen sind, haben Häufig mit dem Um• staml zu kämpfen, dali in manchen Kreisen die falsche Auffassung um sich gegriffen hat, dali^diesc Personen ihre Tätigkeit nicht so mit oder ungestört 'aiisiihcii können, wie es im Interesse der Auftraggeber liegen würde. Dies ist ein vollständiger Irrtum. Nach dein Abschluß der Neuordnung ist von autoritativer Seite ausdrücklich erklärt worden, daß den verbliebenen jüdischen Akademikern in ihrer Bcriifsausühmtg keinerlei Hindernis in den Weg gelebt werden soll, So wird uns auch aus jüdischcn Anwaltskreisen immer wieder bestätigt, daß sie völlig unbehindert vor Gericht plädieren können und daß die deutschen (ieriehtc — ga״/ im Sinne der Intention der Justizbehörden —- sich vollständig objektiv gegenüber dem jiidischcn Anwalt verhalten. Wenn datier jüdische Man• d a 11 t c n sieh gelegentlich mißtrauisch gegenüber der Zweck• mäßigkeit einer Betrauung jüdischer Anwälte verhalten, so zeugt dies von einer völligen Unkenntnis der Sachlage umt 'darüber hinaus von einem bedauerlichen Mangel an jüdischem Selbstgefühl. Ts wäre unangemessen, wenn die ohnedies teilweise materiell schwer kämpfenden jüdischen Rechtsanwälte noch unter derartigen psychologischen Vcr* irrungen des jüdischen Publikums leiden würden. Aus ärztlichen Kreisen werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß auch die jüdischen Badeärzte in vollständig gleicher Weise ordinieren können wie alle anderen. Da in manchen Prospekten die Namen der jüdischen Badeärzte nicht enthalten sind, so empfiehlt es sich, daß derjenige Teil des Publikums, der aus irgendwelchen Gründen einen jüdischen Badearzt aufzusuehen wünscht, sich in dem be• treffenden Badeorte nach dessen Adresse erkundigt. Der Besuch jüdischer Repetitoren Die .,Fränkische Tageszeitung“, Nürnberg, vom 11. 6. 3*1 beschäftigt sich mit der Frage des Besuchs jüdischer Repetitoren durch deutsche Studenten. Das Blatt sagt hierzu u. a. folgendes: ״Um so mehr muß cs jetzt verwundern, daß der Hund National• sozialistischer Deulseher Juristen daran( hinweist, dali über die Maßen viele Studenten ihr Wissen hei jüdischen Repetitoren holen. Wir können die Ansicht des J1NDJ, aufs schärfste unterstreichen, daß es heule eines deutschen arischen Studenten unwürdig ist, jüdisehc Repetitoren und jüdische f.ehrer zu besuchen. Wir glauben, daß dieser Hinweis genügt, daß manche Studenten ihr bisheriges Vcrhallen revidieren und es nicht nötig ist, Zwangsmaßnahmen amu• drohen oder zu empfehlen.“ Gefängnis für die Ausschreitungen in Gunzenhausen Die Justizpressesteile des Landgerichts Ansbach gibt bekannt: ״Als Folge der Ausschreitungen in Gun־ z c 11 11 ,1׳ u s c 11 am Abend des 25. März 1934 fand in der Zeit vom 11. bis 16. Juni vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Ansbach eine I laiiptverliandluiig wegen schweren Landfricdensbrtichs statt. Gegen 19 An ge* klagte wurden Gefängnisstrafen von drei Monaten bis zu zehn Monaten verhängt. Bei fiint Angeklagten erfolgte Freisprechung bzw. Einstellung des Verfahrens. Die Haupt Verhandlung hat zu der jeden Zweifel ausschließenden Feststellung geführt, daß die Ur• Sache der beiden Todesfälle Selbstmord gewesen ist." Vermögen des ״Bund der jüdhcficn Arbeitnehmer'' besclilagiialtml. Der ״V. B.“ meldet: Das Geheime Staatspolizeiamt hat auf Grund der Gesetzesbestimmungen über die Ein* Ziehung kommunistischen bzw. staats- und volksfeindlichen Vermögens das Vermögen einschließlich des Schrift- und Biiroinatcrials des Bundes der jüdischen Arbeitn e 11 m c r mit seinen Unter- und Ncbcuorganisationcn zuguusten des Preußischen Staates eingezogen. — (Der sögenannte ״Bund jüdischer Arbeitnehmer“ ist keine von einer offiziellen jüdischen Instanz autorisierte Institution, sondern eine private Vereinigung. Die ״Jüdische Rundschau“ hat bereits am 11. Juli v. J. milgeteilt, daß die Reichsvertretung der deutschen Juden, der alle großen jüdischen Organisationen angeboren, zu dieser Vereinigung keinerlei Be- Ziehungen hat und gegen deren Propaganda Stellung geiiommen hat. — Red.) __ | - . ' — . .-.־■""■־ Der abgewendete Fluch Von Oskar Bau 111. Der Mann wuchs unheimlich, lautlos neben dem Kapitän aus dem sonst schallenden Plankenlwxlen des Verdecks: ״Ein Jud an Bord!“ zischte er. Als der Kapitän ein Gesicht der Mannschaft vor sich auftauchen sah, verschwand die verzweifelte Miene sogleich, mit der er eben noch, an den Mast gelehnt, in die Ferne ausgeschaut hatte. Es war aber diesmal weder Wut noch flehendliehe Angst in dem Gesicht wie sonst in jedem seiner Untergcbeiieii während der letzten Tage. _ Pedro, der Koch, unter dessen schlauer roter Nase die Heimlichkeit den Mund noch schiefer zerrte, als er von Natur schon war, wiederholte eindringlich wispernd: ״Ein Jud an Bord!“ Colombo, der genuesische Kapitän, war im Spanischen nicht sehr gewandt oder tat doch so bei Bedarf. Er antwortete auf die unterwürfig diensteifrige Wortflut nur knapp und beobachtete den Mann dabei aufmerksam. Ahnte der gcschwätzige Audahtsicr, was seine Eröffnung für den Kapitän bedeutete? Kombinierten auch schon andere, was Cölombo hinter der Marter dieser verhexten endlosen Fahrt befürchtete? Pedro untermischte sein schmeichlerisches Geflüster mit wilden Flüchen gegen den Ketzer, den Gottesfeind, der sich meineidig, heuchlerisch hier cingcsclitichcn habe,... Der Kapitän hörte es in seinen Sorgen kaum. Wie ihn des Himmels Holm und Tücke verfolgte! Dazu schien auch das schöne Wetter zu gehören, das nach den Stürmen der ersten Zeit nun schon seit Wochen das Meer in verschiedensten Azur-Schattierungen friedcvoll mit dein Firmament vcrschwimmen ließ. Unveränderlich blieb der sonnglänzende Spiegel und bei Nacht die geheimnisvolle dunkle Fläche, vom geisternden Stern- und Moudgefiirr zitternd überstreut. Wo blieb das Land? Wann kam das Land? Trug die Wasserwüstc das Schiff ins Grenzenlose des Weltraums hinaus? ״Was ist das für ein leeres Gefasel!“ luhr er den Koch an. ״Hast du Beweise?“ Pedro warf sich in die Brust. Er sprach nicht aus dem hohlen Faß. Die Bettnachbarn hatten Im Ranzen des zweiten Steuermanns das gefranste Totenlinncn gesehen, in dem diese Leute beten. Und einmal hatte man ihn beobachtet, wie er eine geraume Zeit, ohne sich zu rühren, gegen Osten gewendet stand und lautlos die Lippen bewegte. ./a f- / fMv - ... i Überwindung der ironischen Weltanschauung Im Mai-Heft der kalliolischcii Monatsschrift ״Hochland" (Jos. Kösolsthe Buchhandlung, München) erschien ein Vortrag des bekannten theologischen Schriftstellers Theodor Hacek er ״Zum [hohlem der Theodizee", worin er als die besondere Existenz-Kategorie des Abendländer» die ״tragische Weltanschauung“ bezeichnet. Mit ihr habe jede echte Theo dizee fertig zu werden. 1111 Verlaufe dieser Untersuchung führt IT,iccker aus: ״Das Tragische ist «Ins Stigma «los echten Heidentums, des antiken, sei cs nnn bei (»riechen, Römern, (,ermimon oder Keltert, und je starker ein Geist du» Tragische als unlesbar betont, uln so mehr wird oder ist er wieder Heide; das J u d c ח t ti m rvar allein durch die fnih/eitige und besondere (U hitbantng dessen, der da sagt: ,Ich bin, der Tel! hin', über diese allgemein menschlich» Kategorie des Tragischen hinausgelmla'ii, eine raLiiclie, die m wenig Ite,achtet wird, wiewohl seine Geschichte an! das Heidnische redu/icrl, was man um׳ hen kamt, tragischen Staff *— allein im Leben Davids, des Königs! - in Uuhrrfluß gehabt hätte. Das ist einer der mächtigsten Ibuorscheidimgspiiukte zwischen Juden und Heiden, bevor sie in die Kirche ciniralrn. Die Juden haben im Hoben Lied und in den Psalmen die gewaltigste Sprachkunst geschallen, die die Menschheit kennt, und sie Imheu die dramatischeste Geschichte gehabt und haben sie noch am heutigen Tage und werden sie bis zum lende haben, aber sic Imbcn keine einzige Tragödie geschrieben, denn die Heilige Gcschlelili! Ist keine Tragödie oder wird vielmehr mit jeder fertig. Hier ist mehr als Aesehylns und Shakespeare zusammen. Unter den mythischen Figuren, die den jungen Kierkegaard hesehiii'tiglen: Faust, Don Juan und Ahasver, sind die beiden ersten tragische Figuren, Ahasver ist cs nicht.“ 111 demselben lieft finden wir einen beachtlicdien Aufsatz ״Gericht u tui Gnade in der Dichtung Franz Kafkas“ von Fred Höntzsch. Der Verfasser kennzeichnet die religiöse Situation des Juden Franz. Kafka folgendermaßen: ״In radikaler Klnsiehl in die eigene Verlorenheit und Nichtigkeit, die ihm freilich darüber hinaus zum l’armligma der Verlorenheit des Menschen überhaupt, wurde, sieht der Dichter sieh Gott und seinem fordernden Gebot gegenlihergc'lelll. Im Sinne dieses Gebotes Ciottcs zu leben, ist er unau-gesetz.l bemüht, und doch In Furcht und Zittern sieh stets bewußt, daß er den Willen Gottes verfehlen wird, ja als der von Gott nbgcfußcnc Mensch, der vom Baume der Erkenntnis gege-sen hat und damit blind wurde für das Lieht des Lebensbaumes verfehlen muß,“ Im Anschluß daran analysiert der Verfasser die großen Romane Kafkas. — In den Anmerkungen des Heftes finden wir eine Bemerkung von Rothenfußer, ״Geisteswissenschaft und Rassenfrage“, die anläßlich einer Bucbbesprcchung auch zu den Fragen des Antisemitismus und ״des Gegensatzes zwischen nordischer und jüdischer Rasse“ Stellung nimmt. Geist und Blut ln der Zeitschrift ״Völkische Kultur" (Juniheft 34) finden wir eine Besprechung eines Buches ״Geist und Blut“ von einem Wiener Autor O. Mcnghitt durch Fr. W. Frhr. von B i s s i n g. Die Juilcnfrngc hetrnehtet der Autor, so schreibt der Rezensent, unter dem Aspekt der Spannung von Hölter- und Minderwertigkeit. Die Erfahrung zeige, daß die Mischung zwischen den Rassen unerfreuliche Ergebnisse zeitige. Den Juden zeichneten bestimmte durch keine Mischung aus/ulöschciulc Eigenschaften aus, insbesondere eine spezielle UcbeiSteigerung des Verstandes, aber auch Eigenschäften wie Grausamkeit, Trunksucht, Hochmut tisw. Der Jude vermag nicht aus sielt seihst heraus: ״Dem Heist des Ghettos vermag seihst der getatif'e Jude nicht vollkommen zu entrinnen.“ An anderer Stelle finden wir folgendes Zitat: ״Die Aufnahme des Judentums in das Deutschtum wird hei dem gegenwärtigen Stand der Wesenheiten zweifellos die Gefahr einer Ueberfremdung, einer Abänderung des dcutselten Volkschnrakters, und zwar in einer höchst schädlichen Richtung mit sich bringen.“ Bissing bemerkt hierzu: ״Wenn die Franzosen oder die Engländer finden, daß die Assimilation für sie nützlich sei oder in ihren Ländern ein I )oppc hveg, Assimilation und n a t i 0 n a I j ü d i s c h e B c w c g u n g, beschriften werden könne, so ist es ausschließlich iltre Angelegenheit, darüber zu befinden, aber ebenso ausschließlich wie unsere, wenn unser Volk jede Oemcinschaft mit Juden in seiner Ueberzaltl und in seinen gesündesten Schichten ablehnt." Zum Generationcnproblcm ln einer gründlichen Abhandlung ״Vom Wandel des Lebens und der Werte“ (in der Zeitschrift ״Das innere R c i c!1“, Juni 34) setzt sich Prof. Eduard S p r a n - ״Am heilen Tage?“ fragte Colombo, ״Sprit abends. ־ Er dachte wohl, es sehe ihn niemand.“ Aber auch das schien, zu Pedros größter Verwunderung, den Kapitän nicht zu überzeugen. Pedro hatte im Kreis der Kameraden geschworen, Cr werde diese Suche bereinigen, weil sie vor dem Steuermann wegen seines verschlossenen finstern Gesichts und vor allem wegen der Pcrgamentrollc mit den unheimlichen Zeichen, die er mit sich führte, eine abergläubische Scltcu hatten. ״Er ist cs, der hetzt!“, faßte Pedro den Kapitän von einer andern Seite, ״überall wo Unzufriedene beisammen hocken, ist er dabei und sie hören auf ihn“. Die Augen Colombos verdunkelten sich. Er wollte wissen, womit der Mann die Leute aufhetzte, was er ihnen vorrcdetc. Das wußte Pedro nun nicht genau oder er wagte nicht, cs nachzusprcchen. Aber das sollte beim Kapitän den Eindruck nicht abscliwächcit. Beschwörend steigerte er die flüsternde Stimme: ״Nur, weil wir den Juden an Bord halten, fahren wir in die Irre. Ehe wir den Ketzer nicht in die Holle schicken, wohin er gehört, läßt uns die Heilige Jungfrau nicht Indien sehen." ״Ihr Angstlappeu, riecht schon überall Gespenster", meinte der Kapitän lächelnd, aber nach einer kleinen Pause sagte er doch: ״Schick iltn mir!“ * Ouaeiiino Perez aus Burgos, der zweite Steuermann, war ein schweigsamer hagerer Mann, auf weite« Seefahrten er- Probt, als junger Mensch einst von der Hohen Schule zu Salamanca aus Abenteuerlust davongclaufcn. So sagte er. Vielleicht aber hatte man ilm wegen seines ’ Judentums davongejagt. Der Kapitän empfing ihn in seiner Kajüte. Er hatte kein Bedürfnis nach schnüffelnden Blicken bei dieser Unterredung. Er betrachtete den Eiiitrctciulen aufmerksam und schweigend, ehe er begann. Er fragte, ob Guacltino als erfahrener Seeniaiirt nicht zugeben müsse, daß untrügliche Zeichen auf nahes Land hindeuteten. Der trockene Wind, die beweglichen Pünktchen am Horizont, die ja nur Scevöget sein könnten, selbst das Verhalten der Fische.... Guaehino begriff nicht, weshalb der Kapitän diese Reden, mit denen er die aufgeregte Mannschaft seit Tagen zu beruhigen suchte, gerade ihm gegenüber in besonderem vertrauliehen Gespräch wiederholte. Mißtrauisch wog er Ton und Nr. 50, 22. VI. 1934 g e r mit dem Generationcnproblcm ausein;ln das ja auch für uns Juden heute eine sehr schwer«!״'ס(',?[’!'tage ist. Sprangcr erkennt an, daß jede Alters«,c!1,״* iltre eigene W e r t p r o l> I e 111 a t i k und ihre hcjomit' Einstellung zu den Fragen des Lehens hat und haben tm/s Aber, so meint er, ״die mallgelilidie Abstufung der?' ist keiner einzelnen Altcrsscliiclit ausschließlich , vertraut. Sie wird lebendig erst im geordneten Zus,-!itnn'c^' leiten wie in dem nie endenden Kampf der Generation(״‘״ Sehr beachtenswerte Ausführungen macht dann dcr ׳ über die Wirkungen der (ieiierationengegeiisät/c au) Kulturleben. ״Die Kulturkrise der Welt, von der man scT fast zwei Jahrzehnten redet, hat zu einem ausgesprochen feiJ seligen Gciicrationenkampf geführt. Die Stauung der I u g e 11 d k r a f t vor den Toren des Lehens ist die Volks. Krankheit der Gegenwart geworden. Die Folge sind SW ungen der Idenlbildiing; viele Kanipftlieorieu unserer ץ» müssen zerstörende Kräfte bleiben, wenn sie nicht in J. entscheidende Lage ihrer Erprobung an der Wirklichkeit tmj an ihren Widerstand leistenden Gesetzen kommen ... Aufgabe, vor der wir stehen, ist eine entschieden n a*t i0, nalc: sie ist aber - wie die Welt mm einmal Ist — ebenso sehr eine ü b c r 11 a t i o n a 1 c." Sprangcr wendet sich energisch gegen die tlclum sch ä t z. u n g der vitalen Wert e und tritt dafür ein* sich darauf zu besinnen, daß der letzte Sinn menschlichen Lehens doch nicht allein im Diesseits liegen kann, sondern daß wir mit bestimmten transzendenten Ideen verbunden sind, die allein unser vitales Leben zu rechtfertigen vej. mögen. geworden Juden und gelobtes Land Die ״Fränkische Tageszeitung“, Nürnberg, veröffentlich einen Bericht über die ״Weilte der Gartenkolonie Julm! Streicher“, bei der Julius Streicher eine Ansprache an die Kleingärtner hielt. Im Verlaufe der Rede sagte er nach dem erwähnten Bericht: ״Wenn der 1 )rill« 111׳ ein Stückchen Erde Imbe. dann mu<T1e tr daraus ein jjchililcs Lund. So seien cs air li einst Arier die das gelobte Kami schulen; erst später kam der Jude und mach!« alles wieder aiuiihie; da״ Land sei wieder zur Wti.tc geworden." Wir Juden blicken mit Stolz auf die jüdische Vergangen• beit im gelobten Land, und wir sind der Meinung, dali d«, was von Juden während der Zeit iitres Aufenthaltes in diesem Lande an geistigen Gütern geschaffen wurde, neben den großen Kulturlcistungcn anderer Völker des Altertums be• stehen kann. Kleine Nachrichten ״Der Westfälische Feuerwehrmann“, Münster i. W., ver• öffcntlicht nachstehenden Erlaß 11 cs Preußischen Ministers des, Innern vom II. April 1931: ״Nach Benehmen mit dem Herrn Rciclisininister des Innern halte ich, die Verleihung des Preußischen Feuerwehr - Erinnerung!• Zeichens an Angehörige der jüdischen Rasse nicht für attgättgfg. Da das Erinnerungszeichen mit dem Hakenkreuz verschal ist, würde eine derartige Verleihung eine Vor• kennung der Würde und Bedeutung des Hakenkreuzes in sich schließen und mit Recht den Widerspruch der nationalso/ii• listisch denkenden und empfindenden Volkskreisc hervorrufen.“ Der Deutsche Glasvcrsirherungsverbaiid macht If. ״Frank!. Zeitung“ vom 19. 6. auf die wirtschaftlichen Folgen aufmerksam, die entstehen, wenn in vereinzelten Fallen die Fensterscheiben großer Finnen eingeschlagen würden. Beim Ein werfen von Fensterscheiben j ii d i s eh er Geschäfte würden nicht die Geschäftsinhaber geschädigt, sondern die deutschen Versicherungsgesellschaften. Das Sondergericht Berlin verurteilte den amerikanischen Staatsangehörigen Armand R. Ooldrclch wegen Betruges in zwei Fällen sowie wegen Vergehens getjen die Verordnung vorn 21. Marz 1933 zu einer Gesamtstrafe von 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis. Goldreich, der Jude ist, halte sich unerlaujtt die Uniformen und das offiz 1 e 11 e P a r t c i a b z c i c 11 e n angelegt. Als ״Sturmführer der SA. und Verbindungsmann des Stahes der NSDAP.“ suchte er jüdische Aerzte auf, dgnen er vorgab, ihnen gegen Zahlung eines Vorschusses zur Wiedererlangung der verloren gegangenen Kassenpraxis zu verhelfen. Die sterblichen Ucbcrrcstc lies Autors der ״Autoeman/ipa• tion“, Dr. Leo P i 11 s k e r, wurden etwa vor einem Monat nach Palästina gebracht, nachdem sie auf dem Odessacr Friedhof exhumiert worden waren. Die endgültige Beisetzung der Oe•!)eine Piuskers soll nunmehr innerhalb des Gebietes der Hebräischen Universität auf dem Skopusberg erfolgen. f)1eJu< li'/r ht ' 1f,,nttichM ,״■/ese׳ י׳1 י■-'ilnvn i;7״•m« len Uj^jdelting 1rr!•erseht "׳,,r J hera! Js di•' a irrt J,■!■ /!/״//.' * jjgrri, da, i,Y|g!״C P* L ilcin i ,.״mrm׳n * iland m e "erklären. :i;mi d8 (l li ••••s;ich ,•titsch «•fRire U ,!; die t wird. Mai n.tcldmtg •randiose e « u I! t cn, seie ,Natur, ״S n d> fehlt eine Ich o d« polaren < ׳teilt, wi Ich und?rite ger stimmt d ״Es ' pemachi ‘Aufsätze, milche pkricn, VI [Lagt hal iten: Gen E1ber-Ic Khlettnis iricl wird spl tmlu'wuß einzeln er die Idea Ein wdtansc (lorung,, (einem '• iinscltaul •utisehj fheil 10; 's c« $ egt, ,da;!tc* Utl w : M;cipri dt er «j «in Sr d, da 1,1 ne bei gibt Miene des Kommandanten. Er hatte geiernt, immer Schlimmes zu erwarten, ״Wenn sich trotz aller Anzeichen und begründeten Beredt• ming Land nicht zeigen will“, schloß der Kapitän, ״dann doch wold ein iihernatürliehes Hindernis im Wege sein, dann gellt es nicht mit rechten Dingen zu.“ Er sah den Steuermann scharf an. ״Bist du nicht auch der Meinung?“ Guacltino überlegte. Nun rückte der seltsame Zweck der Unterredung deutlich heraus. Der Kapitän ließ ihn in ziemlich unverhülltcn An• dcutungen erkennen. Guaehino traute seinen Obren kaum• Der Mann fürchtete, es stehe zwischen ihm und seinem küni״• gen Vizckönigroieli unüberwindlich der• Fluch der Juden, deren beschlagnahmtem Vermögen die Schiffe ausgcrüs'C worden waren. In Ouachinos knochigem Gesicht zuckte *״ף Muskel. Colombo begründete nicht, warum er gerade zu vom befürchteten Judenfluch sprach. Er ließ Guaehino kein Möglichkeit, etwas zu bestreiten oder *umgeben. ״F;s 'v״. ja durchaus möglich“, sagte er mild, ״daß, wenn wir Lan erreichten, die Vertriebenen und Verfolgt•׳•« in Europa I'1' eine neue Heimat finden könnten. Auch die Juden. Innttüe der Heiden würde seihst die Kirche nichts dagegen untc nehmen. Und was an mir läge, — ich würde dir nichts cm• gcgcnstcllcn.“ _ Guaehino rührte immer noch seine Lippen nicht. Er wum > daß ein Wort, das nicht gesagt wird, niemals mehr Sena« . »nrichten kann, als ein gesprochenes. Es war ihm klar, “ er narlits heim Beten getroffen worden war, und daß die Menschen der fremden geheimnisvollen Art lies Gebets Zaun kräftc!!!schrieben. Vielleicht dachte der Mann gar, ׳ Guaehino, sei auf dieser Fahrt nur mitgekommen, ״ur seine Beschwörungen die Verwirklichung des Fluches zu um stützen, zu gewährleisten. ״Wenn sich aber binnen drei Tagen Land nicht /cif«.! brauste Coiontho wild nur, weil der jud so verstockt dasta11• dem er doch so versöhnlich entgegengekommen war, <•״ heißt es umkehren!“ Das hatte er der rebellierenden Man rchaft versprechen müssen. ״Dann aber —“ Sein edles ae gefurchtes Gesicht verzerrte sich in einer bei rrt g? ״ unwahrscheinlichen Wildheit, ״dann wirst du nicht dabei sei . rr richtete sich auf, ״dann wirst du nie wieder m“ics״cje Roden in Berührung kommen, es sei denn auf dem 0,1 des Meeres, falls die Sceungeheuer unterwegs nicht an beschließen.“ «hat nicht V in Bus kieises, Urtmda Mensch ■*/teil .vaiutr» eine E;zu seit darstell tragen /u/cigi Reakti• ■Cr hat ״V sagte ׳ jMimm Sicht.“ iJcho’vi 1' t, ״l liicharr *er wi jviellei׳ ״! I'iegt”1 ,du v!Leute (davor landet jUntei , C (Paß!Lage Island [einer 11 einen “!Rach und .w 5 W* V, JHj 1 lohne Fort - J'־cl'ü »1׳er, lljpeitt IJpnse f5>

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