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Jüdische Rundschau · 1934-06-22 · Heft 50 (22.6.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 50 (22.6.1934)
Date
1934-06-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 J (י D! S C! I E RUNDSCHAU Nr, 50, 22, VI 1934 Jahren gab es vielleicht kein bedeutenderes religiöses Ereignis, als die neu geschaffene Möglichkeit, der jüdischen Jugend den ganzen Sabbath zu geben. Zu diesen religiösen Möglichkeiten, die von den Rabbinern genutzt werden sollen, muh aber die systematische Schnlungsarbeit der Bünde und der Organisationen kommen. Wird der Sabbath für die jüdische Jugend, der die Teilnahme an der stnatspolitischcn Bildung verschlossen Ist, zum Tag der jüdischen Jugend, dann kann von hieraus der Ausgangspunkt für eine völlig neue, geistig und seelisch neu gerüstete jüdische Generation entstehen. Gemeinschädlicher Gottesdienst, gemeinschaftliche Kurse, großzügige Oncg-Schabhat-Fcicrn, gemeinsames Singen, gemeinsames Lernen — welche großartigen Möglichkeiten für alle, denen die jüdische Jugendbildung als eine zentrale Aufgabe erscheint. Aber die Arbeit muh besser heute als morgen in Angriff genommen werden. Es ist fraglos, daß sic bei den zuständigen Stellen aut* Verständnis stoßen wird, wenn nur die jüdischen Institutionen frisch und ohne Zagen die Arbeit beginnen. Wenn irgendwo, dann ist hier die gemeinsame Arbeit aller am Platze. Wenn irgendwo, dann ist liier Gelegenheit gegeben, auch die jungen Menschen, die hündisch nicht erlaßt sind, jüdisch zu gewinnen. Wenn irgendwo, dann muß hier ein vorbildliches, von klaren jüdischen Vor- Stellungen und einer starken Initiative getragenes jiidisches Jugendweihe entstehen. 3־*׳־ Die antisemitische Terrorwelle und die Ermordung des polnischen Innenministers Warschau, 18. Juni. (J. T, A.) Die Ermordung des luncnminisU'rs I’ieraeki wird allgemein auf die Uetze der Nationalradikalcn /»rückgeführt, die seit Wochen durch eine ununterbrochene Reihe von antisemitischen Exzessen die ()Öffentlichkeit nicht zur Ruhe kommen lassen. Der ermordete Innenminister hatte sich von Lemberg im Flugzeug nach Warschau begeben, als er von den neuen p o g r ס m a r t i g c 11 Ausschreitungen der N a t i o - n a I r a di k a I c n in Warschau erfuhr, um strenge Maßnahmen gegen die Ruhestörer zu treffen, insbesondere die Schließung der Klub-Lokale der ״Nara-Leutc“ und ihres Blattes, der ״S/tafeta“ an/uordnen. Nach der Ermordung des Innenministers wurden in allen nationalradikalcn Parteilokalen und bei der ״S/tafeta“ Haussuc luut gen durchgefühtt. In der Wohnung des nationalradikalen Führers Eduard Kunicz wurden große Waffen- Vorräte gefunden. Kunicz wurde verhaftet und der Staatsamvalischaft übergeben. Gleichzeitig wurden Hunderte von Mitgliedern und Funktionären der nationalradikalcn Partei verhaftet. 17 Parteilokale wurden geschlossen. In einem außer,»׳deutlichen Ministerrat wurde auf Antrag des Miiiisterpräsidenteu Ko/lowskl der Beschluß gefaßt, zunächst I zwei K o n z e ח t r a t i o 11 s 1 a g e r für die Teilnehmer an Exzessen ein/urichtcn. Die judcnfcindlichcn Ausschreitungen wurden mich in den letzten Tagen fortgesetzt. In der Warschauer Vorstadt Neti-Praga wurden jüdische Passanten von einer fiüil/igköpfigcn Bande überfallen und die jüdischen Geseh.iftslcule terrorisiert. In mehreren Straßen wurden die Fensterscheiben in jüdischen Wohnungen zertrümmert. Vier Juden wurden erheblich verletzt, drei jüdische Geschäfte aus geraubt und zerstört. Der Kardinal-Primas von Polen, Kardinal Erzbischof Kakowski, hat in einer Kirche des Warschauer Viertels Powonzck, wo es vor kurzem zu pogromartigen Ausschreitungen gegen die Juden kam, eine Predigt gehalten, in der er die Bevölkerung ermahnte, mit den jüdischen Einwohnern in Frieden zu leben. Die Gesamtjudenheit, erklärte der Kardinal, könne nicht dafür verantwortlich gemacht werden, was einzelne von ihrem Glauben abgefallene Juden tun. Der I laiiptfiihrer der Nationalradikalcn, Jan M osdorf, wurde verhaftet. Wie das nationaldcinokratischc Organ ״Gazeta Warszawska“ meldet, erstrecken sich die Verhaftungen jetzt auch auf Angehörige dieser Partei. Die Uniformen der Nationalradikalcn sind aus dem Straßenbild Warschaus so gut wie verschwunden. Bialystok, 18. Juni (J.T. A.) Die Polizei verhaftete den Schuster Bronislnw Koziol, Mitglied der Nationalradikalcn, unter der Beschuldigung, den Führer des ״Bundes früherer jüdischer Frontsoldaten“, Mendel Lubinski, im Verlaut der antisemitischen Exzesse ermordet zu haben. Koziol hat den Mord bereits eingestanden. ^**״׳« ^— des im De Valero« Mindcrhcitsvofum 18. Juni. ^J. T, A.) Das Minderheitsvotum Tcl-Awiw, Mcir Di/eiigoff keach, der Vorsitzende des J e r ti s a l jüdischen Pichlers "*d c ' Va |"cro׳ bei der IJrteilsfälhmg Ärlosoroff-Prozeß wird jetzt, nachdem der Gericht»■ Vorsitzende die I rlnuhiiln hierzu erteilt bat, bekaimtgegcbe». Es lautet: ״Nach sorgfältiger Prüfung diese» Falles erkenne Ich auf Grund der Tatsachen folgendes zu Recht; 1. Die Attentäter gingen einige Male an dein Opfer und seiner (mH in vorbei und snlieu sie an; einer von ihnen stellte sich, bevor der Angriff dureligeführt wurde, Ihnen in imziemlicher Weise zur Schau. 2. Das Verbrechen geschah zu einer Zeit und an einem Orte, wo bekanntermaßen Sittlichkeits-Attentate versucht und dureligeführt werden. 3. Die von Frau Arlosoroff zuerst gegebene Be- Schreibung der beiden Attentäter ist vollkommen verschieden von dem Aussehen sowohl Slavskys als mich Roscnblatts, bis auf eine Aelinlichkcit mit Stavsky in der Gestalt. 4. Frau Arlosoroff hat, wenn auch in gutem Glauben, irrige Angaben bei der Identifizierung der Angeklagten gemacht. 5. 1 )as Alibi der Angeklagten Ist ausreichend nacligcwiesen. (1. Die Staatsanwaltschaft könn e keinerlei wesentliche Verbindung zwischen Stavsky und Rosciibiatt nacliwciscn. 7. Das von der Staatsanwaltschal; angenommene Mordm 01 i v wurde nicht erwiesen. Unter diesen Umständen bin icll bei der Gesamtbetrachtung des Falles zu folgenden Schlüssen gelangt: 1. Das Verbrechen war kein politisches, sondern wahrscheinlich ein gewöhnlicher Ueberfall aus sexuellen Motiven. 2. Keiner der Angeklagten stand mit dem Mord i r g e!1 d w i e . i m Z11 s a in in c n 11 a 11 g. Deshalb erkläre ich sie der Urnen zur Last gelegten Tat nicht schuldig und spreche sic frei." Die Aktion der Rabbiner In ganz Palästina wurde ein Plakat angeschlagen, in dem ein Aufruf palästinensischer Rabbiner an den Jiscliuw im Zusammenhang mit dem Fall Stavsky gerichtet wird. Gestützt auf das Votum Richter de Valeros fordern 1(1 palästinensische Rabbiner, an ihrer Spitze Oberrabbiner Kuk, Oberrahbiner Jacob Meir und Rabbi Usicl, den Jiscliuw auf, an der Herbeiführung eines Freispruchs Stavskys mitzuliclfen. Jerusalem, 20. Juni. (I. T. A.) 110 jüdische Personlichkcitcn Palästinas, unter ihnen der Bürgermeister von mul der Vizebürgerim׳Lster d. Verbandes der jüdischen [;T[ wirte Mosche Smilansky, die Vorsitzenden der Juilm!״;‘ Gemeinden von Jaffa, lel-Aw iw, Prdiowotli, Pelath '1 iku■»!5 Rischon 1c Zion, Dr. Said Tseberuiehowski, H. Färbst,;''' Rabbi Meir Berlin und Rabbi J. L, I ist!man, haben im' An’ Schluß an die Aktion des Oberrabbiiicrs Kuk eine Kund gebtmg veröffentlicht, in der sie sich dieser anschlicllen. a’ Das Zentralkomitee der J u d c n 8 t a a 18 p a r t e I In p. fflstina hat an Bürgermeister D I 1 c 11 g 0 f I die Aulf,ir,j' rmig gerichtet, tlie Initiative zur Bildung einer Kon milllission jüdischer Führer aus dem Ausl,mit zu ergreifen, die e|,' objektive Untersuchung des Falles Stavsky durchführen um diesen Konfliktsstoff aus dem jüdischen Leben zu entfernen. Palästinas New York, 10. Juni. (J.T. A.) Zur Förderung Bestrebungen, Mittel für die Verteidigung Abraham StawUaiifziibrii'gen, hat das amerikanische Vcrteidigimgs-KoniiG für Stavskv am 17. Juni eine Konferenz nach New York ur". berufen. Namens des Komitees erlassen Jacob de Haas, pWj Cliaim Tschcriiowitz und Rabbi Louis I. Newman einen Aufruf, in dem erklärt wird, daß die Leitung des Komitees y, schlossen hat, an der Aktion Kabln Kuks zur Autorin״;״!, der für die Verteidigung im Berufmigsvertahren notweruSiger Mittel aueli weiterhin leilzunelmien. Gleichzeitig vcroflentiich« Jacob de Haas eine persönliche Erklärung, in der er sic!! dagegen wendet, daß die Angelegenheit Stavskys zum Aus. gangspimkt eines inneren Kampfes in Form von Protest. Versammlungen und Demonstrationen, die zu Blutvergießen führen können, gemacht wird. New York, 18. Juni. (J. T. A.) Das Zentralkomitee d;! Vereinigten zionistischen Arbeiterpartei Ame. rikas hat eine Erklärung veröffentlicht, in der cs als Not• wendigkeit bezeichnet wird, die Verteidigung im Ar. losoroff -Prozeß zu unterstützen, solange noch die leiseste Hoffnung auf Abänderung des Urteils durch dss Berufungsgericht bestellt; an der nnparteischcn und rechtlieh regulären Durchführung des Prozesses könne allerdinp nicht gczwcifclt werden. Welches Endergebnis immer da Prozeß haben wird •— so heißt cs in der Erklärung weiterwir sind gegen ein Todesurteil und fordern tun Kampf gegen die Todesstrafe in Palästina auf. — Ander«, seits wird in der Erklärung gegen die Revisionisten scharf Stellung genommen. Da« Berufungsverfahren Der Hauptverteidiger im Arlosoroff-Prozcß, Horace $1• m u c I, ist erkrankt und mußte sich einer Operation unter• ziehen. Mit Rücksicht hierauf wird das Bcrufungsver'alircit zur Revision des Urteils gegen Abraham Stavsky nicht vor Mitte Juli eröffnet werden können. Die Grundsätze der englischen Palästina - Politik Misrachi Justin Godard Uber Palästina - Aulbau und jüdisch-arabische Verständigung G e 11 f, 18. Juni. (J. T. A.) Auf einem in Genf unter dem Vorsitz des Anthropologen der Genfer Universität, Prof. E. Pittard, abgclialtcncn Vortragsabend schilderte der Vorsitzende der jetzt in Genf tagenden Internationalen Arbeitskonferenz und frühere französische Arbcitsminister S e 11 a to r J us t i 11 Godard Eindrücke von seiner letzten Paliistinareise. Senator Godard befaßte sich u. a. auch mit dem Problem des jüdisch •arabischen Zusammenlebens. Von entschiedener Ablehnung der jüdischen Ein- Wanderung und Arbeit seien die Araber jetzt zur Nacha Innung des jüdischen Beispiels übergegangen, was man am besten in den den jüdischen benachbarten arabischen Siedlungen beobachten könne. Trotz der Störung«- versuche der nationalistischen arabischen Kreise vollziehe sich auf wirtschaftlichem Gebiete eine jüdisch-arabische Annäherung. Mit Schärfe kritisierte Godard die Politik der Mandatar macht in Palästina, die die jüdische Arbeiter- Einwanderung zu drosseln versuche. Zutn Schluß warnte der Redner vor den Gefahren des inncrjüdischen Kampfes. Die innere Uneinigkeit bedrohe das Palästinawerk weit stärker, als die Widerstände seitens der Araber und der Mandatarmacht. London, 10. Juni, (J. T. A.) In der Sitzung des Unter- 11 au ses vom 10, Juni fragte der Abgeordnete Rliys- Davies den Minister für die Kolonien, oh es ihm bekannt sei, welche Unzufriedenheit die Einschränkung der Zahl jiidischer Einwanderer auf 5000 durch den High• Commissioncr für Palästina ausgelöst hat, und ob der Minister bereit sei, im Hinblick auf das Versprechen, dem jüdischen Volk beim Aufbau Palästinas beizustellen, auf die Anstrengungen, die die Absorbierung jüdischer Arbeitskräfte ermöglicht haben, und auf die derzeit große Zahl jüdischer Heimatloser in Beratungeil mit dem High Commissioncr darüber ciuzutreten, daß die Zulassung einer erhöhten Zahl von jüdisehen Einwanderern wünschenswert wäre. Der Minister für die Kolonien, Sir Philip Cunliffc- Liste r erwiderte: ״Die genannte Zahl betrifft die Arbeiter- Scliediile für sechs Monate. Die Gesamtzahl der Einwanderer war wesentlich höher als diese. Die Regierung Sr. Majestät hat es stets als einen Teil ihrer Verpflichtungen auf Grund des Mandats aufgefaßt, daß die Einwanderung nach Palästina durch die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Landes geregelt werden soll. Es dürfte allgemeine Zustimmung finden, daß die Aufnahmefähigkeit vom High Commissioncr beurteilt werden!miß,“ Gaptain S t r i c k I a 11 d fragte, ob es nicht zutreffe. daß für das laufende Halbjahr eine Zugabe ztt der gewöhnlichen Quote gewährt wurde, und ob der Minister dein Hause mitteilen wolle, wie groß die Zahl der von der Jewish Agency a 11 g c f 0 r d e rt c 11 Zertifikate war, ob die Jewish Agency überzeugt war, Arbeit für diese Zahl von Einwanderern finden zu können, und welches der Grund dafür war, daß diese Zahl so weitgehend reduziert wurde. Der Minister antwortete: ״Ich kann natürlich ins EinzcIne gehende Fragen, die Zahlen betreffen, ohne vorherige Ankündigung der Frage nicht beantworten; doch hat der High C o nun i s s i o 11 c r seine Entscheidung über die Zahl der Einwanderer, die /»gelassen werden könne, einfach und ausschließlich auf Grund seiner autoritativen Beurteilung der wirklichen Aufnahmefähigkeit des Landes unter Bcriicksichtigung von Gegenwart und Zukunft getroffen.“ Captnin Strickland fragte weiter, ob der Minister zugebeii wolle, daß es sicii um von der Regierung ausgehende Einschränkungen handle, was er vor kurzen! verneint habe. ״Ganz gewiß nicht“ erwiderte Sir Philip. ״Es Ist keine Acndcrung der Politik erfolgt, die seit der Uebcrnahme des Mandats von jeder Regicrung der letzten fünfzehn Jahre eingchalten wurde, daß nämlich der High Commissioncr die Zahl der Einwanderer auf Grund der Aufnahmefähigkeit des Landes bestimmen soll.“ . ln einer Reihe lettländischer Städte, u. a. Dünaburg, Kreuzburg und Glasmanka, wurde die Zwangs-Sonntags ruhe eingeführt. Die sabbathaltendcn jüdischen Kaufleute sind genötigt, an zwei Tagen der Woche zu feiern. Der griechische Ministerpräsident über Zionismus Athen, 18. Juni. (J. T. A.) Der griechische Minister- Präsident Panaghis Tsaldaris empfing den soeben von einer Palästinarelse zuriickgckchrtcn ehemaligen Senator und Vorsitzenden der Zionistischen Föderation Griechenlands, Dr. Ascher M a 11 a 11, und richtete an Dr. Maiiah zahlreiche Fragen betreffend die zionistische Bewegung und die in Palästina erzielten Fortschritte. Er versicherte den Vorsitzenden der Zionistischen Föderation seiner tiefen Sym* pathie für das jüdische Volk und die zionistische Bewegung. Gleichzeitig gab er die Erklärung ab, daß die griechische Regierung unter seiner Leitung es stets als ihre Ehrenpflicht betrachten werde, allen Bürgern des Landes ohne Unterschied der Rasse und des Bekenntnisses absolut gleiche Behandlung zuteil werden zu lassen, aus dem Waad Leumi ausgetreten Jerusalem, F). Juni. (J. T. A.) Der Misrachi hat seinen Austritt aus dem Waad Leumi erklärt. In einem Communiqud wird dieser Schritt damit begründet, daß e» der Asscfath Haniwcharim nicht gelungen sei, einen Weg zu finden, um alle Teile des Jischuw in der Knesscth Israel zu vereinigen, und daß der Waad Leumi vollständig unter der Kontrolle der Histadruth stehe. Aus der vorstehenden Meldung ist nicht klar, ob der Misrachi lediglich seine Vertreter aus dem Waad Leumi, dem den Gemcindeverbaiid der palästinensischen Juden leitende» K o 111 i t c c, zurückgezogen hat, oder ob der Misrachi aus dem Ocmcindevcrbatul selbst (״Knesscth Jisrael“) aussclieidcn, bzw, seine Mitglieder zum Austritt veranlassen will. Das letztere ist nicht an/unchnien, da praktisch wichtige I»• stitutionen des Gcmcindcvcrbandcs (Obcrrabbinat) mit dem Misrachi eng verbunden sind. Der neue Konflikt ist jedoch ein bedauerlicher Beweis dafür, daß die Gcsamtorganisation der palästinensischen Juden zu zerfallen droht. Jahrelang "'-׳״ den der englischen Regierung heftigste Vorwürfe gemacht! weil sic das Statut der Organisation nicht bestätigt hat, aß Gründen, die insbesondere mit den Protesten der Trenminp• Orthodoxie ziisammeiihingen. Am 1. Januar 1028 wurde dann das Statut, das den Gemeinden auch Steuerrechte gibt, von der Regierung erlassen. Aber bis heute ist die dadurch ge■ botene Möglichkeit der Organisierung des Gcmemdevcrbandcs sowie der einzelnen Gemeinden noch nicht realisier‘• Wichtige Teile des Jiscliuw, wie die Pflanzer lind die Stadt• gemeinde Tcl-Awiw, haben sich von der Teilnahme zurück• gehalten. Der Hauptträgcr der Knesscth Jisrael war neben der Arbeiterschaft bisher der Misrachi. Die Revisionisten sind bereits vor einem Jahre ausgetreten. Wenn nun auch der Misrachi sich zuriiek/ieht, so entsteht für den Jischuw die Aufgabe, mit der Organisation von Grund auf neu zu beginnen. Die unselige Zerrissenheit in zwei Lager׳ die in der letzten Zeit innerhalb des palästinensischen Judentums überhand genommen hat, zeigt sich aueli in u1wcf Sache. Nicht äußere Kräfte und nicht der Widerstand Eng׳ lands bedrohen das Palästina-Werk so sehr wie die inner Uneinigkeit. Jahresbericht des Handels ׳״Departement» Jerusalem, 18. Juni, (J. T. A.) In dem soeben ',er• öffcntlieliten Bericht des H a 11 d e 1 s - D e p a r t in c 111 s d c Palästina-Regierung für das Jahr 1033 werden di wirtschaftlichen Leistungen der aus Deutschland eingcwaiidm ten Juden hervorgehoben. Es wird auf die große Rolle hi־״ gewiesen, die diese Einwanderer bei der Entwicklung Kiciiiindiistrie durch Verwertung ihrer Fachkcnninisse Errichtung kleiner Fabriken gespielt haben. Im allgemeinen wird festgestellt, daß die jüdisch« Industrie Palästinas sich im abgclaufencn Jahr weset1 lieh vergrößert hat. Der Import ist von nicht ganz. 8 Milm>nyi Pfund im vergangenen Jahr auf 11 Millionen Pfund (gestiege An Zöllen hat die Palästina-Regierung im Jahre 1033 ״״ 2 Millionen Pfund eingenommen. Der Bericht enthält interessante Statistik über die von Juden vorgenommenen ״ י v.estitionen. In Wohnbauten allein wurden über 5V« י״ lionen Pfund investiert, doppelt soviel wie im vergangen« Jahr. Das Plantagen-Areal wurde auf 175 000 Dunam v״ größer! 80 neue Geschäftsbetriebe mit einem Kapital von u״ 500 000 Pfund wurden eröffnet, 15 Gesellschaften haben ״> Kapital von 87 000 Pfund auf 180 000 Pfund erhöht. Aus Deutschland wurden I. J. 1933 Waren im Wen von 1 200000 Pfund gegenüber 775000 Pfund Im vof**!.* gegangenen Jahr eingeführt. Der Import aus England von 1 500 000 Pfund auf 2 000 000 Pfund gestiegen. übcrliai cepr.ise gewallt unsere Fest״»( Morger von K Meeres Tage t nichts wüste, aber p Zelt - SturniM auch 1! Sodom• düng,' (I lol/h eines 1 fertige (mau i rlolino, in uns Jahren ganz ־t Del «1 kommt Salz er sonst I der״ p wenig vom h bisch< SB kaum! lieh ijr Goiiiir und 11 heiildj lasset findet! seiner/, die Ni das '«I mau 1’Iti uns. l?-t kociftn mciijSf und di •die Lu» des M -Ort ft! nochn Wie *;a Asplütl Fond« The;!« artig f Und i S u n| stam« böse|( I für all gnadet wiist# wird |1 gebief tiges i Trau«] sehr sic d Bcdui köpfe buz der Giwa׳ ״Flu! 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