Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 49 (19.6.1934)
- Date
- 1934-06-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Sr, 49, 10. VI. 19.14 jo ms cur! Rundschau Seite .1 וויי! . ^**־'*# *9• יי• *rm «r1״ < I M j] ■ 41״»״:««^ 11** ץ י ג' w..# '־׳׳■*• *•pp *..• Ml, l«l| ,1' י:)י tun, iililj , "h;11׳ 11״» r is 1'iiirr ,',1י Ws, ',t mir,; 1 ״■ ׳in[; 1 V \ k V fl'־•; J־s ״■ich;?rkciincn, : il a n 10. | °»»ge. f, felit,. { <>1י m!׳, h i t zu jlln tlcm cs ׳ Pensen ׳es, vvohi : die [;V 1' 'K Ware!! fc i)er Bericht «ler l*ul4i'»ti11a-UcgU:r11n0 an (!cn Völkerbund I)s* Cnlonl.il Office 11,1t soeben den 11cm Völkcrbiuulsrat 0r2fl‘'K׳l״l K 1’ K i <' r 1111 g s b «׳ r i r 111 11 h c r die V1׳ r w «1 tunp l’a I äs t i 11,1 s und T r n 11 s j o r d a n 1 c n 8 Im Ishrf U33 veröffentlicht. Der umfangreiche Bericht be- (‘hsftij^t sielt u. a. mit der Ermordung Dr. Arlosoroffs und 4' politischen Folgen, die sich an dieses Ereignis knüpften, |1m! spricht im Namen der Palästina-Regierung das Bedauern |(j,rr diesen sehsveren Veilust aus. Fin weiterer Abschnitt den ArbeHaproblcincn l’al.idinns gewidmet. In diesem Zn• . ״iiiim'iiliaiii;«■ wird der Konflikt tim die Verwendung rein 'jüdischer Arbeit hei der Orangenernte erwähnt. Weiterhin |,״ch,;1ftigi sich dieser Teil des Berichtes mit der Frage der Arbeitslosigkeit, insbesondere unter Arabern, den Versuchen 1 11׳c Schaffung neutraler Arheils/uteilimgs-Komutissionen, den ArbeitsUonfliRtcii und der Gewerkschaftsbewegung unter den Anl״1״l■ per Birield geht tl.init /ur Bexiirechiing der Ein- I »anderungsfragen über timl stellt zunächst den Standpunkt;!je!■ Regierung zur Frage der illegalen Einwanderung dar,; ,)je als eine der H.niptsorgcn der Palästina-Regierung bc•;eichnct wird. Es wird dann auf die Erleichterung der Ein- * »■amicrmig deutscher Juden hingewiesen und die Stellung• 1 niluiic der Amber zur jüdischen Einwanderung behandelt, j |)1e Regierung betont hierzu erneut, daß die Regulierung der j Einwanderung auch in Zukunft nach der wirtschaftlichen; Aufnahmefähigkeit des Landes erfolgen werde. Der Bericht | pht dann eine statistische Uebersicht über die Bcvölkcrungs- 1 iiinalimc durch die Einwanderung. Per nächste Abschnitt beschäftigt sich mit dem wlrtichaftlichcn Aufschwung des Landes, der insbesondere auf den Zufluß von Kapital und neuen Konsumenten mrückgeführt!ach Bf. j : ht nur I bersrndot t k v ii! 1,1t, '11 zr ■Um gleicht 1H jiic.'ice halten, Disziplin, ist, loyal err Ja(»• r lädier• exekutive Behatip■ ׳anisation nsten 111• lit dieser yt.“ ־• •:> i ts ■r K u V, liästincn■ 11 n er des licht, Im renn wir Oercch• ergossen cn recht• unschul■ .'s reinen t a v s k y ist. Das 1d cs ist Teil des das den ״Brüh Habirfomm"״Prozefj eröffnet Jerusalem, 13. Juni. (J. T. A.) Vor dem Jaffaer Kreisgericht wurde am 12. Juni der Prozeß gegen sieben Revisionisten, unter ihnen Abba Achi-Mcir und Dr. J c v i n, die angeklagt sind, dem illegalen Geheimbund Brith Habirjonim angehört zu haben, eröffnet. Die Anklage fründet sich auf die anläßlich der Araber-Unruhen im Jahre;929 erlassene Aufruhr-Verordnung, in der die Zugchörigkeit zu ungesetzlichen Vereinigungen und Vcrschwttumgen zum Sturz der Palästina-Regierung, zu gewaltsamer Acnderung der palästinensischen Verfassung, die Erzeugung von Feindschaft zwischen Klassen oder Teilen der Bevölkerum» und der Besitz, aufrührerischer Schriften unter Straf- Sanktion gestellt werden. Im August 1933 waren 14 Rcvlsionlstcn wegen Zugehßrlgkcit zum Brith Habirjonim festgenommen worden. Nach Beendigung der von Richter Bodllly durchgeführten Voruntersuchung wurden sieben von ihnen frei gesprochen, die übrigen haben sich jetzt wegen GeheimbUndclci zu verantworten. Im Fall eines Schuldysruchs droht den Angeklagten dreijährige Gefängnisstrafe. Als erster Zeuge werde Inspektor Tencnbaum vernommen. Er sagte aus, er habe in dem Schreibpult Aebia'Acirs im Hause des Jerusalemer Revisionistenführers Dr. w ,.vnieli Briefe gefunden, aus denen hervorgehe, daß eine Verschwörung im Sinne der Anklage d ' Ober- Staatsanwalts vorhanden war. Der Zeuge Mayer G u t k i n <1, ein ehemaliger Revisionist, erklärte, zur Zeit, als er der Partei noch aitgehörfc, einer geheimen Zusammenkunft im Jahre 1931 beigewohnt zu haben, in der Dr. Jevin für die Bildung eines Brith Habirjonim eintrat, der die jüdische Jugend in Legionen zusainmenfassrn soilte. Diese Abteilungen sollten im Fall einer zionistcnfreuncllichcn englischen Politik in die englische Wehrmacht in Palästina Ungegliedert werden. Weitere Programmpunktc des vorgcschlagcnen Bundes seien Bekämpfung der gemäßigten zionistischen Exekutive und Bc- Mmpfung der Paiästinaregierung in Fragen wie Einwandcnmgscinschränkungen, Errichtung eines Legislative Council usw. durch Proteste und Kundgebungen gewesen. Inspektor Golfer sagte aus, er habe bei der Haussuchung in der Wohnung Achi-Meirs an diesen von Revisionisten gerichtete Briefe gefunden, in denen sic ihn als ihren Führer bitten, ihnen zu erlauben, ״Opfer für den Zionismus zu bringen". Schließlich wicdci-holtc noch der Student Meir Schlang seine schon im Ariosoroff-Prozclt gemachten Angaben über eine Rede Achi-Meirs in Haifa, in der er den Studenten Schlappheit hn nationalen Kampf vorwarf und von ihnen die Anwendung radikalerer Methoden forderte. Der P o H z e i o f f i z 1 e r, der die Haussuchung im Lokal der Revisionisten vornahm, sagt aus, die bei der Haussuchung beschlagnahmten Briefe weisen auf die Existenz einer besonderen revisionistischen Organisation zur Erregung von Protesten gegen die Palästina-Regierung hin. : .Da» egel auS 5fs ans• Richter, ft Oberlästitu'H• betriff*• «Niltrifft, werden• laß di« ung <lc! t habe■ ttg der gruitd־ ׳*iirdc«• jiicli׳ •rechen beit ad Juden־ nc g'Jj erden;öniieit• Ein Herzl-Mausoleum in Palästina Jerusalem, 17. Juni. (J.T. A.) In einer gcmcins; Sitzung der Palästina-Exekutive der Zionistischen Organis, nnd der Exekutive des Warnt Leumi wurde bcsehlossei Palästina ein Mausoleum für die sterblichen Ucbcr Theodor Herzls zu errichten. Für die Durchführung d Beschlusses sind besondere Mittel zur Verfügung ges Außenhandel und Boykott ln dem an anderer Stelle der heutigen Nummer be- •prochenen Buch von Wilhelm von Kries ״Deutschland yon Draußen gesehen, London", wird auch die Wirkung der 1״rtschaftspolitisehen Wandlungen hervorge• noben und dann über den antideutschen Boykott gesprochen. Di*״ sagt der Verfasser: •״.. Entsprechend kann auch die wirtschaftspolitischc Bc• fleutung der jüdischen Boykotthetze nicht ernst genommen werden. Es wird dabei nur, wie schon bemerkt, «er Tatbestand der wirtschaftlichen Selbstbesinnung Eng• *nds übersehen. Ohne das von gekränkten Juden verursachte *rausch wäre die englische Ilafflrlspolitik uns jjcgcnülrcr genau gleiche wie jetzt. Die cngliscli-franzosisdien oder englisch- 1'0״*ndischcn oder cnglisch-schweizeriscltcn. **״ genau dasselbe Bild wie die llandelslH'ziehungcn zci deutsch-englischen." ^',Mc Darstellung aus einem der wichtigsten Länder ist nr charakteristisch für die heutige Wcitwirtschaftslage. «, J?'c . Palästina-Regierung :.c.h 1 ußzeit für Läden, di»h Ledoch nur ziel,. Igcntümer wird. auf Arbeiter selbst und soll eine Regelung der Fabriken usw. planen, die und Angestellte una nicht auf ihre Familienangehörigen be• wlid, In sei Iml/ den Voiliniidt׳mojin, iiiiiliddtct׳ l'aktorcn in der WI11«cl1,1(l n!,hi zu Itrft'mliii'ii, daß In PaläMln* eine WI1 Im Ihi(I<iiidcr I Imm/kilae ciniii’li’ii könne, Die Entwicklung des Jüdischen Nntlonalhelm* behandelt ein längerer Abschnitt des Berichtes, der zunächst von der Vermehrung der jüdischen Itcvülkrnmgsziilil aiisgelit. Es werden sodann Zahlen über den Fortschritt des jüdischen Schulwesens, der jüdischen Gewerbebetriebe und der jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen inifgetcilt. Ferner wird die Entwicklung des jüdischen Sanitätswesens und die Aus* brcitmig der hebräisclien Sprache geschildert. Im Anschluß hieran hemliäfligl sieh tler Bericht mit den kultureller» Iorlsi hrilicn des Jlseimw auf dem Hehlet der l.lternliir lind 11er Kunst. Tel-Awlw wird hierbei als der ״Mikrokoüinos eines Jüdischen N * t i o n a I h e im s“ bezeichnet. Als besonders typisch wird das Verschwinden der unter den Einwanderern bestehenden Verschiedenheiten zu• gimstni des allmählichen Aufkommens eine* clnhcit* liehen p n I ä s t i 11 e n s I * c h c n Typs bei der heran• wachsenden Generation charakterisiert, Zum Schluß geht der Bericht noch auf eine Reihe gesetzlicher Maßnahmen ein, die au! Wunsch und Im Interesse der jüdischen Instanzen in Palästina im Berichtsjahre vorgenommen worden sind. Tagung der Mandatskommission beendet Genf, 17. (uni. (J. T. A.) Die 25. Tagung der Ständigen Mandatskommission ist beendet. Der Palästina betreffende Teil des Berichtes der Kommission soll nur ganz allgemeine Bemerkungen enthalten. Wie verlautet, hat.die Kommission in einem einzigen Satze — unter Bezugnahme auf einen im gedruckten Bericht der Mandatarmacht enthaltenen Passus — auf die Notwendigkeit einer besseren Organisierung der Zcrtifikatc-Vcrteilung für die Arbeiter-Emigranten hingewiesen. Jüdische und arabische Arbeit Im Rahmen einer Erklärung über die Politik der Jewish Agency-Exckutive gegenüber der Palästina-Regierung sagte Mosche Schertok, der politische Referent der Jerusalemer Exekutive, u. a.: Die Spannung zwischen der benötigten und der vorhandenen Zahl jüdischer Arbeiter wird immer größer. Araber kommen und besetzen jüdische Arbeitsplätze. Nicht nur Araber aus Palästina, sondern auch aus den Nachbarländern, ich möchte bei dieser Gelegenheit, erklärte Schertok, klar• stellen, daß wir den Aufschwung der arabischen Bevölkerung keineswegs mit feindseligen Oefühien beobachtcn, auch nicht die Vorteile, die den Arabern von den Juden unmittelbar oder mittelbar durch die den Arabern von der Regierung gegebenen jüdischen Gelder pcboten werden. Wir kommen nach Palästina nicht als eine Armee von Eroberern oder wie eine fremde Besatzungsmacht, die alles gewaltsam zu erfassen sucht. Unsere ganze Entwicklung in Palästina ist eine lange Reihe von Zahlungen an die Araber. Die Juden haben ein Interesse an der Hebung des Lebensstandards der Araber, erstens, weil damit die Araber zufricdengcstcllt werden würden und keinen Grund zu Klagen und Erbitterung hätten; zweitens, weil wir eine jüdische Industrie auf hau vn, die sich um so besser entwickeln wird, je größer die kaufkräftige Bevölkerung im Lande ist; und drittens, weil cs um so leichter sein wird, den Grundsatz jüdischer Arbeit in jüdischen Unternehmungen durchzuführen, je weniger Arbeitslosigkeit cs unter den Arabern geben wird. Deshalb ist die Exekutive weit davon entfernt, dagegen Stellung zu nehmen, was die Regierung unternimmt, um den Arabern zu helfen. Doch wird sie die Auffassung der Regierung, daß ihre Aufgabe ausschließlich darin besteht, den Arabern zu helfen, bekämpfen. Diese Politik der Regierung ist ungerecht, nicht nur weil sic auf Grund des Mandats bestimmte Verpflichtungen gegenüber den Juden hat, sondern auch weil die Regierung Verpflichtungen gegenüber dem gesamten Lande und seiner Zukunft hat. Wenn sich die Palästinarcgicrung jetzt in einer so günstigen Finanzlage befindet, wenn ihr Vcrwaltungsübcrschun sich in einem Jahre um eine Million Pfund erhöht hat, und wenn ihre Einkünfte im letzten Finanzjahr um 900000 Pfund höher waren als angenommen worden war, so ist dies den Juden zu verdanken. Liegt cs deshalb nicht im Interesse des ganzen Landes, daß die Regierung dem Faktor beisteht, auf den sie ihre finanzielle Steilung stützt? Die Notwendigkeit einer energischen politischen Aktion gegen die jetzige Einwanderungspolitik der Regierung steht außer Frage. Die revisionistische Richtung, die glaubt, daß Demonstrationen und Drohungen gegen England irgendeinen politischen Erfolg bringen können, lehnen wir ab. Wir müssen den Widerstand des Jischuw organi• sieren und dürfen uns nicht einem System beugen, das uns die Möglichkeit nimmt, unsere Arbeit mit unseren Arbeits• kräften zu tun, und uns zwingt, arabische Arbeit zu verwenden. Leider ist nicht alles, was in dieser Hinsicht möglieh wäre, geschehen. Unsere Front wurde durchbrochen, Fs gibt unter den jüdischen Pflanzern Elemente, die sieh vom Zionismus bereits emanzipiert haben. Diese müssen auf die Gefahr aufmerksam gemacht werden, die ihnen droht. Unser Land liegt am Rande der Wüste. Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, daß die Wüste angrenzende entwickelte Länder vernichtet. Wir schaffen jetzt selbst wirtschaftlichc Verhältnisse, die eine Anziehung auf die Wüste ausüben, so daß die Wüste. 11ns einst überfluten und überwältigen .könnte. Wir haben nicht die politische Macht, dies zu verhüten, aber wir haben die Möglichkeit, nationale Disziplin zu üben und einen Wall jüdischer Arbeit zu unserem Schutze aufzubauen. Die Posten In Klar Sahn Nach wie vor werden in Klar Saba vor den Pflanzungen der. pr°ß|?1״ndbesitzer, die arabische Arbeiter beschäftigen, Wachen aufgcstcllt. E! handelt sich um die Be- Sitzungen von Edelmann, Epstein, Pinchasi, Ingwer, Outmann. ״Dawar“ berichtet, daß sich in der letzten Zeit auch eine Anzahl ausländischer Gäste, die nur vorübergehend im Lande weilen, an dem Wachestchcn beteiligt hat. Außerdem nahmen teil der Gesamtvorstand der jüdischen Schriftsteller-Organi- ' sation, mehrere Professoren der Universität und zahlreiche Studenten der Universität,•sowie eine ganze Anzahl von anderen Personen aus dem Publikum. Das Wachestehen vor den Pflanzungsgärten ist sozusagen als Demonstration zu verstehen, da nach der letzten Regierungsverordnung eine wirkliche Verhinderung der arabischen Arbeit, die nur durch Brachialgewalt möglich wäre, nicht erfolgen kann. Bilanz der Levantcmcssc Von Dr. J. Aiiler, lel-Awlw, T e I A w i w, Anfang Juni 1931. Die ״I 1״vrtMln!on»r Dl A u I w i'ill" u uhI! um* Juni mit rlncr Si lilultli ler und der Veili iliiii!■ 1l< r Au-.11IU idlplt me grm ltlo׳.sn1, Wir vermuten, «laß die Mi •.׳;! I< itung wohl A11111 dlrtinnl der juiI,«1111*n*יi.! h 1• 11 und iiileiuatiounleu Oellenllh hkeit einen ,׳iiHfuhrlichen li et 11 e 11 s c 11 a (I * brrioht über Gliederung, Besuch (piivat ges!■Iiät/t: (>000(*״ Personen) 11ml Erfolg der Messe iinlerb!eiten wird. Ulme diesen kommenden offiziellen Feststellungen vorgreifen zu wollen, möchten wir liier aus persönlicher Beobachtung de* Messeverlaufs eine, vorläufige Bilanz ziehen. Die Messe war in einem Grade international wie noch niemals zuvor. Reichlich 7S Prozent der Aussteller kamen aus dem Auslande II (milde Sputen waren auf der Messe vertreten. En Ist erfreulich, »laß hierdurch Palästina» heutige Bedeutung als Handels- und Verkelirsniitlelpunkt der Levante anerkannt wurde. Andererseits dürfen die Beden* ken nicht verschwiegen werden, die wir zu Beginn der Messe angesichts der Ucbcrfhiluiig unseres Landes mit Auslandswaren hegten. Soll die Passivität unseres Außenhandels sich noch verschärfen, die Kredilbelnstiuig unserer Kaiifleutc noch ztincbmen? Sollen immer wieder neue I imisbidnrfnisse er• weckt werden, deren Befriedigung den fur den Aufbau des Landes so wichtigen Spartrieb schwächt? Und die wichtigste Sorge: Können unsere neuen palästinensischen Industrien dem zunehmenden Drucke der Auslandskonkurrenz gewachsen sein? Von diesen Gesichtspunkten her haben wir die Pavil• Ions des Auslandes studier(. Was stellten wir dabei fest? Wirklich gut gekauft wurden Produktion»• mittel, die von der Landwirtschaft, dein Baugewerbe, der Industrie Palästina«» benötigt werden. Daher erwiesen sich der Automobilsalon, die Bauincssc und das Haus der Maschinen als große Erfolge. Audi Elektrotechnik, Werkzeuge, Chemikalicn, verschiedene Halbfabrikate wurden gut gekauft. Es wurden zum Teil sehr bedeutende Aufträge verbucht, und viele Aussteller erklären schon heute, daß sie auch auf späteren Messen Tcl-Awiws wieder erscheinen werden. Vom technischen Import und seiner Förderung durch die Messe unterscheiden wir grundsätzlich die Einfuhr von Konsum• und Luxus waren. Die Messe hat insoweit in der Tat eine in Palästina bisher unbekannte Auswahl von Erzeugnissen gebracht. Man konnte die teuersten Modellklcider kennenlernen, die kostbarsten Parfümerien, die selten• sten Delikatessen, und das palästinensische Publikum hat die Gelegenheit reichlich benutzt, um diese Produkte Europas und Amerikas zu bewundern. Freilich, von der Bewunderung bis zum Konsum gibt es immer eine gewisse Distanz, deren Kontrolle dem volkswirtschaftlich verantwortungsbewußten Handel obliegt. Unsere palästinensischen Importeure, Grossisten, Ladeninhaber haben sich auf der Messe beim Einkauf ausländischer Konsum- und Luxuswaren von berechtigter Vorsicht leiten lassen und auch gegenüber verlockenden Kreditbedingungen bemerkenswerte Standhaftigkeit bekundet, Sic haben zumeist rechtzeitig an die immer noch sehr be• grenzte Aufnahmefähigkeit unseres Marktes gedacht. Dies führt uns zu dem entscheidenden Ergebnis der Messe, dem außergewöhnlichen Erfolg der na• iästinensischen Industrien. Der Palästina-Industrie• pavillon hat den stärksten Besuch und das weitaus beste Geschäft verzeichnet. In überraschender Anzahl erschienen hier vom ersten Messetage an die Einkäufer aus den Nachbarländern, erteilten Aufträge, bewarben sich um Vertretungen. Diese Tendenz hielt im gesamten Verlauf der Messe an. Sie hat ganz neue Perspektiven für den palästinen• sischen Industrie-Export erschlossen. Es bleibt jetzt noch ein Wort über da! suggestiven Einfluß auf das palästinensische Publikum seihst zu sagen. Hunderttausende durchwanderten die Gänge und waren darüber erstaunt, was alles heute im eigenen Lande bereits an Bekleidiingsgegenständcn, Möbeln, Elans- und Küchengeräten, Kunstgeworhe, Nahrimgs- und Genußmittein, chemisch-pharmazeutischen und chemisch-technischen Erzeugnissen hervorgebrarht wird. Das war ein Volkswirt• schaftlieher Anschauungsunterricht für Menschen aller Alters• kiassen und aller Bevölkerungsschichten, der durch die internationalen Verglcichsmöglichkcitcn noch an Wirkung gewann. Man ließ sich durch persönliche Wahrnehmung belehren, daß unsere Landeserzeugnisse heute mindestens ebenso gut und ebenso preiswert sind wie viele Auslandsprodukte, Vom palästinensischen Bankwesen Man schreibt uns aus Tel-Awiw: Für die Ausweitung des Wirtschaftslebens in Palästina durch die starke Einwan• derung ist ein Bericht bezeichnend, den die Ashrai-Bank (eine der größten Koopcrativhankeu in Palästina) veröffentlicht. Diesem Bericht entnehmen wir: Die Ashrai-Bank wurde im Jahre 1923 mit einem Kapital von CP 90 und einer Mit• gliederzahl von 30 gegründet. Im Jahre 1933 betrug die Mitglicdcrzahl 3317, das Aktienkapital CP 21791050, der Reservefonds CP 16 870 970 und im gleichen Jahre der Netto• Überschuß CP 17 539 817. Das Ges,amtkapital der Bank be* trägt augenblicklich CP 53 000. Der Gesamtumsatz betrug im Jahre 1933 CP 15'/a Millionen. Das Kapital ist im Jahre 1933 um f>0 ״/״, die Depositen um 75 •״׳י und der Umsatz um 250״;« gestiegen. Die Mitglicdcrzahl hat sich um 20 ״/o erhöht. Die Zahl der Depositen betrug Ende 1933: 4931 mit einem Gesamtbetrag von CP 590 791 072. Die Bank wird in kurzem ein großes neues Verwaltungsgebäude in Tel-Awiw bczieiien. Judenfeindschaft In Sarona. Palästinensische Zeitungen be• richten, daß die Einwohner des deutschen Dorfes Sarona (schwäbische Siedler) bei Tel-Awiw beschlossen haben, an Juden keine Zimmer zu vermieten. Zugleich wird über einen Vorfall bei einem Vortrag in Sarona berichtet, an welchem auf Einladung des Vortragenden, eines aus Afrika gekommenen Deutschen, auch zwei Juden, aus Tei-Awiw tcilnehmen wollten. Die jüdischen Gäste wurden durch die Haltung des Publikums genötigt, sich wieder zu entfernen. — Das deutsche Dorf Sarona ist bekanntlich in den letzten Jahren durch die Entwicklung Tcl-Awiws zu großem Wohl• stand gelangt, da die Kolonisten von Sarona sowohl in Tel• Awiw ihre Nahrungsmittclnroduktc absetzen, als auch an Juden zu teuren Preisen Boden verkaufen. come Archeological Research Expedition to the Ncar East, die jetzt nach London zurückgckchrt ist, hat in T e 11 Duweir (Süd-Palästina), dem biblischen Lachisch, bei ihren Ausgrabungen interessante Funde gemacht, vor allem einige sehr alte Handschriften, die mit zwei Ausnahmen nach Ansicht einiger Gelehrter nicht in Phönizisch oder Früh• ÄSJÄliJKir״״״ יי— ״״"1״• ■״;