Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 48 (15.6.1934)
- Date
- 1934-06-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 48, 15. VI. 1934 Kampf mul Not, von Schaffen und Begeisterung, cs war klug und unendlich lebendig, das Gesicht dieses Toten. 1:8 blieb ilun erspart, das zu sehen, was nach seinem Tode aus seinem Tode gemacht wurde. Du wirst vielleicht trösten wollen, lieber Freund. Du sollst nicht trösten, Du darfst nicht trösten. Wenn heute noch irgend etwas retten kann, uns retten und das Andenken an jenes Totengesicht, dann kein Trost und keine Vcrwischung und keine Erklärung und keine Beruhigung. Dann bleibt nur eines: Zähne zusatmnenbcilien, zu neuer Tat ausholen, sich wehren bis zum :innersten. Nach dem 1(1. Juni 1013 gab es Verzweiflung und Trauer. Heute bleibt nichts als Kampf. a. t. (Tcl-Awiw). Die Trauerfeier Von unserem palästinensischen Korrespondenten. gl. T c I - A w I w, 7. Juni 1931. Vor dem Hause der Arbeiterorganisation, das im letzten Jahre auf den Namen C.liajim Arlosoroffs erbaut wurde, sammelt sich ein langer Zug. Vertreter der Jewish Agency, des Waad Lcumi, der Fonds, Delegationen aus allen Orten des Landes. Fs ist sehr heilt und sehr still. Die sonst so laute Stadt Tcl-Awiw hält den Atem an, wo der tonlose Zug auf seinem Wege /um Friedhof vorüber׳kommt. Die Neugierigen auf den Gehsteigen werden still, mau hört das laugsanic schwere Gehen der Menschensehlange. Sic windet sich durch die engen Oräbcrstraßen des Friedhofs und hält vor der schwarzen Decke, die das Grabmal verhüllt. Hier lag vor einem Jahre zwischen den Steinen Nord,ms und Acliad- Haams ein offenes Grab, letzt liegt unter der schwarzen Hülle ein schwerer grauer Block, aus den Bergen Jerusalems gebrochen. Die Rede von R u h n 8 c 11 o w beschwört von neuem das Bild des Ermordeten. Um den enthüllten grauen Stein dringen sich die Delegierten aus allen Stellen des Landes und jeder bringt ein Band mit dem Namen des Toten und dem Ort, aus dem er kommt. Langsam bilden die Bänder eine weiche Decke über dem harten Stein, dicht an dicht legen sie sieh, bis das Grau unter ihnen verschwindet. Drückende Hitze und druckende Stille. * Das große Amphitheater der Lcvantc-Messc ist bis über seine Ränder mit Menschen {gefüllt. An dieser Stelle hat seit vielen Wochen das tollste Leben geherrscht. Plaudernde und lachende Menschen gingen über die Wrge, »taufen sieh in den Ausstellungsräumen, erfüllten die Vcrgnügiingsstätten. Feuerwerk und die Musik der Kapellen «liegen wie eine Wolke des Lärms und der Bewegung über dem großen Platze auf. Heute, obwohl sich viele Tausende von Menschen auf dem Platze zusammendrängen, ist es totenstill. In den Pausen der Rede kann man einen Nacht-!alter gegen das Glas der Projektoren surren hören. Es ist, als hätte der Widerhall der Kugel vor einem Jahre dieses ganze wogende Lehen erstickt und zu einer Starre gefrieren lassen. Und über dem Meer der Gesichter schreitet wie ein Symbol der Arbeit das Standbild de» Bauarbeiters, das den Platz beherrscht. _ Namens der Stadtverwaltung Tel-Awiw sprach die Vize- Inirgeniieislerin Sclioschana Per sitz bei der Zeremonie der Grabstein-Enthüllung. in den Schulen der Jewish Agency in Palästina wurden für die Schüler Trauerfeiern abgehaltcn. Am 13. Juni veranstaltete die Zionistische Exekutive in London anläßlich der Jahrzcit nach Arlosoroff eine Gedenkfeier, bei der Dr. Chaim Wclzmann, Prof. Brodetsky, Bcrl Locker und Rev. J. K. üoldbloom Ansprachen hielten. Nr. 41 Palästina - Reise Von Arthur E i o e s s e r. II. Die Jugend*) ״Wiiste und gelobtes Land.“ Man hat für Palästina wie für alle Länder, die zum ersten Male oder die wieder in eine eigene Geschichte einrücken, nach einer Formel gesucht. Am umfassendsten scheint mir diese von Elias Auerbach; sic meint das Palästina von initiier, sie trifft sein altes Schicksal und seine neue Aufgabe. Wenn man in Haifa ans Land tritt, wird man zunächst von beidem nichts bemerken in dem sehr europäischen Iiidustrieg.dände atn Kai und am Bahnhof vorbei, in dem Viertel der Banken und Bürogebäude, das sich zwischen dem Hafen und dem alten arabischen Bazar eingcschobeu hat: aber dem Zuge der Akko-Bueht folgend, stellt man schon die lobenswerten Eroberungen gegen Wüste, Sumpf, Malaria fest, vor allem die Reihen der Arbeiterhäuser, die der Keren Hajessod vorsorgend geschaffen hat, und die mit ihren kleinen Aeekcrn, Gärten, Gemüsebeeten schon recht freundlich und nachbarlich zusammcnzutretcu bcginnen. Was treiben um diese moderne Stadtrandsiedlung herum noch die Beduinen mit ihren Kamelen und Eseln, mit ihren zerschlissenen Zelten, ihren fragmentarischen Kochtöpfen, was suchen sie auf diesen dürftigen Weideplätzen, die zwischen genau bemessenen Parzellen iibriggeblicbcn sind? Für sie scheint die Wüste noch bis ans Meer zu reichen. Ein junger Clialuz erzählte mir als Neuestes und Feinstes, daß sich ein Schakal bis auf den iladar Hakannel verirrt habe, daß er in seiner Ratlosigkeit das Unglück hatte, gerade vor die Polizeiwache zu gelangen und da von den Sichcrheitsliiitern erschlagen wurde. Das Fell des Wüstensohns wurde als Trophäe in der Wachtsfnbe aufgehiingt. Die jüdische Stadt Itaita, die sich in konzentrischen Ringen den Karmel hinaufwimlet, hat keinen Mittelpunkt, an keinem Markt, keinem Park, keinem Gebäude; vielleicht wird das dem Orientalischen leicht naehgeheude, das sehr ernste, sachliche Technikum von Alex Bärwald dazu werden, wenn erst die permanente Baustelle auf diese Höhe vorgerückt ist. Mau schmeckt Mörtel und Zement, und wo die Autos vor den Straßeiilöehern noch scheuen, läßt schon der Fußgänger eine beträchtliche Staubwolke hinter sich. Aber die jüdischen Bauarbeiter, und von ihnen auf den ersten Blick nicht immer zu unterscheiden, die Bauarbeiteriunen sind feste, breitschultrige, braune Kerle; cs ist ein Vergnügen des Touristen, ihnen bei der Arbeit und auch beim Frühstück zuzuseheu. Beides wird gründlich und ohne Hast erledigt, Okzidentale Energie und orientalische Gelassenheit. Wer diese Mischung mit ihren Launen oder Widersprüchen noch nicht zu würdigen weiß, der muß sich seine ״europäische Mentalität“ von einem vergnügten Sclbsthcwußtsein belächeln lassen. Auf jeden l all, liier ist keine Leheusnugst, keine Besorgnis, aus der Maschine der Wirtschaft, die auch zermalmen kann, her* ansznfallen, mul jeder fühlt sich noch dem Hobel näher, Ich bin ein ziemlich gelernter Nationalükonom und weiß, was Kapital, Spekulation, Bodenrente und schlimmstenfalls auch Bodenwucher bedeuten. Wenn ihn die Mandatspolitik nicht weiter mit der Abschnürung der Immigration erhält, wird auch der Arheitermangel sieh einmal beschwichtigen dürfen, Tatsache wurde jedenfalls für Augen und Ohren, daß hier in der gesamten Lebenshaltung und Stimmung etwas verwirk• licht schien, was mail sieh in den Krisenländcrn Europas und Amerikas als höchst erreichbares politisches, soziales, ethisches Ziel vorstellt: es gibt kein Proletariat und cs gibt überhaupt keine Klassen. Du weißt ja auch nicht, ob nicht der junge Mensch, der an dem harten palästinensischen Stein meißelt, nicht einmal ein Dipl,-Ing,•Zeugnis in der Tasche hatte, oder ob der Chauffeur, der dich fährt, nicht einmal mit Herr Doktor angeredet werden mußte, Die Arbeitstracht des Clialuz, bestehend aus Polohemd, kurzen blauen Hosen, nackten Beinen, nackten Armen und allenfalls noch einer Montcurblusc, ist ein Ehrenkleid oder eine Uniform, die auch zur abendliehen Feierstunde nicht gewechselt zu werden braucht. Ich nehme einen Clialuz, der in Deutschland seinen Smoking ge< lassen und der jetzt etwas verstaubt und verölt aus seiner Schlosserei kommt, in eins der neueren und ״eleganteren“ Restaurants zum Abendessen mit; er wäscht sicli die Hände, und damit ist er genügend angezogen. — Und trotz aller Kritik und Ironie, mit der die jüdischen Städte sich gegenseitig bedienen — wozu wäre auch unser ruheloser Witz, da — es verhält sich auch in Tel-Awiw nicht viel anders. Die Stadt ist überlebhaft wie jedes schnell aufgeschossene Gemeinwesen, sie ist es noch einmal, weil sie im Orient liegt, sie hat schon gepflegtere Hotels als Haifa, eiegantere, europäischere Kaufläden, sie machte, da ihr schließ« •) S. Nr. 47 der ״J. R.“ lieh ein schönster Strand geschenkt war, ein anderes Swine* münde otlcr Trouville auf, aber sie hat dieselbe fröhlich arbeitende, fröhlich lärmende Jugend, die mir von den Angeboten des Luxus noch recht unverfiilirt scheint, immer noch in einem kameradschaftlichen Zusammenhang von gleich forscher wie fröhlicher Draufgängerei. Ich weiß nicht, welche Fehler und Sünden der Spekulation, welche Kinderkrankheiten!!!!vorhersehbaren Wachstums vermeidlich waren, und welche Maßnahmen seitens der Verwaltung noch als wirksam getroffen werden können, Aber wer macht Einwändc und wogegen? Da ist ästhetisches Naserümpfen gegen ein modernes, improvisiertes Stadtbild, das aber doch mit der klaren Führung der Hauptstraßen, mit der Verkreuzung der Boulevards den Vorzug der Ucbersichtlichkcit hat und das sich jetzt namentlieh vom Boulevard Rothschild zum Meer hin um ein freundlichcs Wohnviertel verschönert, das auch genug Gartenland freiliißt, das vor allein den Kindern sowohl Auslauf wie Sicherheit bietet. Und selbst von Dahlem und Zehlendorf verwohnt, sagt man dazu: hier könnte ich, hier möchte ich schon wohnen. Wir wollen in ästhetischer Hinsicht nicht allzu genierheh sein. Und in moralischer? Wer ist enttäuscht und zur Vcrwerfung am meisten aufgelegt? Nicht die jungen Menschen, die hier Arbeit suchen und auch finden. Nach meiner Beohachtung hauptsächlich diejenigen, die dort Geschäfte, schnell rentierende Geschäfte machen wollten, und die dann sehr starke oder überlegene Kontrahenten fanden. Sie werden dann ״Levantiner“ gescholten von denjenigen, die es noch nicht genug sind oder erst werden wollen. Besonders neben Jaffa, das mit seinen mächtigen Zufahrtstraßen zu dem alten arabischen Bazar immer noch wie seit Jahrhunderten auf die Kamclkarawauen zu warten scheint, wirkt Tcl-Aw'iw als die am wenigsten orientalische Stadt in Vorderasien. Insofern ist sie immerhin echt, echter als etwa der übcrtünchtc Orient von Bcyruth. Und wenn sic es nicht wäre, hätte sic cs nicht zu ihrer Messe, nicht zu ihrer für ganz Vorderasien bedeuten- »len Stellung gebracht. Ich war in Syrien, hatte »lort durch günstige Zufälle Gelegenheit, mit Männern der Wirtschaft oder der Verwaltung zu sprechen, die sicli gegen die werdende jüdische Großstadt viel weniger kritisch als die Juden zeigten und die mir in der Anerkennung einig schienen: Syrien ist von Natur viel reicher als Palästina; aber wir schlafen hier und ihr wacht. Wir müssen Tel-Awiw im Auge behalten statt Bcyruth, dessen Hafen auch nicht schlechter ist. Die Juden haben den Engländern ela ein schönes Geschenk gemacht. — Dann laßt doch mehr Juden ins Land hinein! Worauf von einem Wissenden die Antwort erfolgte: Jeder einzelne Jude ist uns hochwillkommen. Einer organisierten, einer Masseneiuwauderutig werden wir uns leider widersetzen müssen, aus Rücksicht auf die arabische Stimmung. Um diese Sorge beneiden wir die Engländer mm wieder nicht, — Tel-Awiw ist aus dem Dünensand, aus einer leeren namcnlosen Stelle aufgeschossen, ohne Vergangenheit, ohne Altertum, darum auch von ästhetischen Pietätsrücksichten nicht aufgehalten. Mag sein überschnelles Wachstum noch so schlcnkrig sein, mau soll es nicht für den ״Wasserkopf“ Palästinas hatten; denn in diesem Kopf steckt viel Gehirn. Mit einer Aufzählung von Erziehung»• und Blldungsanstnlten, von gemeinmit/igeu Unternehmungen, ans kommunaler und privater Initiative, nicht zuletzt aus der der Arbeiter, Erschcinungcu der Presse und des Theaters, wäre nicht viel geschehen, mul auf Quantität kommt es nicht an, Der so zitierte und kritisierte Verkehrslärm sollte die Qualität nicht übersehen oder überhören lassen, daß cs bei allem ellbogcnstarken Realismus auch eine denkende, eine geistige und für jüdische Werte /ukuuflslmltige Stadt Ist, in der sogar schon Dichter leben können, obgleich Jerusalem, wie es steh gehört, die Universität hat, besonders die Aufgabe der historischen Forschung, ruhend in seinem Alter, in seiner heroischen Geschichte und verpflichtet durch seinen allen Völkern und Religionen hochheiligen Namen, Warum hat man keine Bedenken erhöhen gegen den neuen jüdischen Stadtteil, angeklebt an die alte Stadt, die viel echterer, beständigerer Orient scheint als Damaskus oder Bcyruth, mit den eng zusammeugesehiosseue« Vierteln der Araber, der Armenier, der alteingesessenen und orientalisch gebliebenen Juden. Man belustigt sich über einen ״Potsdamer Platz“ in Tel-Awiw. Die Jaffastraßc ist schließlich auch nicht viel anderes als die Leipziger Straße oder die Zeil, hat keine andere Bestimmung oder Gesinnung. Der letzte Schritt aus diesem Zuge von Banken, Läden, Anwaltsbüros, Hotels und Restaurants bedeutet den unvermitteltsten Ucbcrgang vom Okzident in den Orient, von einem Erdteil in den anderen. Aber der' große Name scheint hier ironische Einsprüche abgewehrt zu haben. Ich sah Bethlehem und Nazaretli und das jetzt so furchtbar heimgesuchte Tibcrias, ich sah Safed und Hebron mit Aus der Haftara für Schabbath, 16. Juni Schmuei sprach zum Volk: Fürchtet euch nimmer, ihr zwar habt all dieses Böse getan, aber weichet nur nimmer von SEINER Nachfolge «b dienet IHM mit all eurem Herzen, weichet nicht, denn es wäre Nachfolge des Irrsalt derer die nicht nützen und nicht schützen, denn!i« sind lrrsal Denn nicht wird ER sein Volk fahren lassen, um seines groben Namens willen, denn ER hat sich unterwunden, euch zu einem Volle sich zu machen. Das Buch Sdtmuel (Uahersctzung Dubftrs Rosrntv.U) Kap. 12, Vers 20 - 23. den Friedhöfen jüngst erschlagener Juden, ich sah Jericho und das Tote Meer, sah deutsche, russische, polnische, sefardische jemenitische, bucharische, kurdische Juden; ich sah zum ersten Male unser Volk, das sich in so viele Sprachen übersetzte sich an so viele alte und junge Kulturen ansetzte, und dat jetzt in dem Schmclztiegel Palästina aus allen fremden Legicrungeti herausgeläutert werden soll. Das gcistig-scelischc Amalgam ist die eine hebräische Sprache, die die Kinder so verschiedener Herkunft zu den Quellen der einen mit festen Buchstaben geschriebenen Geschichte zurückführt; sic sprechen, singen und lachen mit ihr, sic haben fröhliche Gesichter und bis zur Keckheit mutige Augen; sie werden mit zärtlichem Stolz, gezeigt,die Kinderder Städte Und die des Landes. Als das andere Amalgam wirkt das Land selbst, das, noch wüst, vertrocknet, versteinert oder schon wicdcrcrwcckt und zum Blühen aufgerufen eine» tri• gisch furchtbaren wie verführerisch lieblichen Zaubers fähig ist, zwischen der unerbittlichen Strenge des Gebirges Jud» und dem von Menschenhand und Willen schon so dicht ge* fügten Kranz, der Oasen in den Ebenen Jesrecl und Scharon. Ucbcr das Unterste und Wesentlichste seines Aufbaus, über die Siedlungen werde ich mich kurz fassen können, nachdem schon so viele von uns Touristen, die dabei den Unterschied von Weizen und Gerste kennenlcrntcn, von den hervorragenden Schaustücken dieser jüdischen Ahn geschwärmt haben. Wobei fast zu verwundern, daß die bewunderten Siedler nicht selber redselig und rubrnsclig geworden sind, sondern zu richtigen Bauern geformt, nüchtern und sachlich, kurz von Wort, schwer von Schritt. Was sic am wenigsten mitzuteilen brauchen, ist auch die Geschichte ihrer Gemeinschaftsarbeit, deren Alter und Erfolg man bald an den Geh.äuden abschen lernt: im Anfang Zelte und Hütten, dann Baracken, dann solide steinerne Häuser, davon zuerst immer »las Kindcrhatu, in den! nie Schulangst zu drücken scheint, in dem cs immer ruinort und zwitschert von Spiel, Gesang, Freude. Wir lernten Siedlungen verschiedenster Verfassung kennen, von »ler indi* vidueli ackcrbürgerlichcn bis zur fast kommunistisch gebtm-, denen Kooperative, und wir glaubten fcststcllcn zu können,daß «lic Summe der Erfahrungen auf eine intensive, geringsten Raum fassende Bodenkultur weist, beginnend mit der Be• friedigung des Eigenbedarfs, ausgedehnt zu dem des Landes, auch vorsichtig geworden gegen den im Weltverkehr geriilimtestcn Erfolg des Citrus-Exports, der, abgesehen von natürlichen Fehl Schlägen, auch allen Gefahren einer von außen gegebenen Konjunktur ausgesetzt bleibt. Wir entdeckten in den eigentlichen Kwuzoth einen Typus von Menschen, der uns vertraut schien durch die von Europa «»(gebrachte Geistigkeit, durch rationales wissenschaftliches Denken, technische Eortschrlttsfrcudigkcit und Aufgeschlossenheit, wie er uns neu war durch die völlige Umwandlung der sozialen Gesinnung, durch die Errechnung einer aus ganz anderen Posten addierten Summe von Lobenswerten, An- Sprüchen und Erwartungen, wenn man hier überhaupt noch von Rechnung sprechen darf. Wir hatten einen Juristen mit, der sich »lurch scharfsinnige Grcnzfragcn das Wesen der einzelnen Verfassungen bestätigen ließ. Wir hatten einen Landwärt mit, der über die Kreuzungsvcrsuclic mit friesischen oder schweizerischen Kühen sowie über eine neue Art von Haliterung fachmännisch berichtet sein wollte. Das Technische versteht sich heute von stöbst, nur leider trotz dem berühmten Wort nicht mehr das Moralische. Wir waren auch durch die Leitung des Keren Hajessod unterrichtet, daß die Amortisalion tles von den Fonds investierten Kapitals sich im Durchschnitt viel schneller als veranschlagt vollzieht. Aber es blieb die Hauptfrage nicht nach dem Gewinn, sondern nach dem Lebenswert übrig: Was habt ihr von diesem Leben, das ihr noch in der Mchrz.ahl mit einem völlig entgegengesetzten vertauscht habt? — Wir haben davon, einmal abgesehen von unserem besonderen jüdischen Schicksal, von dein Ruf der Not wie dem der Ehre und Freiheit, daß wir mit einem Entschluß aus dem Unbehagen, aus »lein Ungenügcn einer seelisch nicht mehr genährten, nicht mehr grutnlhaften Kultur herausgetreten sind. — Und was habt ihr als positiven Ersatz, ganz realistisch bezeichnet? Wir haben zu wohnen, uns zu ernähren und uns zu kleiden. Wir halten Zeitungen und eine Bibliothek. Wir!heiraten, wann wir wollen, aus bloßer Sympathie, ohne materielle Motive, nie über, nie unter unserer Klasse. Die Frauen gehören zu unserer Kamerad* scliaft, ob sie für die Kleinkinder, für die Schule, für den Garten, für das Fehl arbeiten. Wir können unbedenklich Kinder in die Welt setzen. Wer kann das noch in Europa? Die Kinder gehören den Eltern und zugleich der Gemeinschaft; sie sind hier willkommen als ein Glück und ein Segen. Ich sehe zwei Gefahren für euch, die eine des Min* erfolge» durch wirtschaftliche ml er politische Störungen, die andere vielleicht größere des Erfolges, wenn eure Verbind* Irclikcitcn euch nicht mehr Zusammenhalten, wenn das Gesamt* individmim eurer Kwuzah reich und üppig werden sollte. -* Die eine Gefahr schreckt uns nicht, wir haben im Verlustreichen Kampf mit Wüste, Sumpf, Malaria Schlimmere» durchgemacht, als je noch kommen könnte, und über die andere Gefahr sind wir entschlossen, uns keine Oedanken machen, solange wir unsere Kinder dagegen härten, *>e ״J' Blut und Seele in diesen Boden einpflanzen. Wir jeden»»»* werden für diesen Boden leben und sterben. — Dann seid m also zum Hauptsinn des Mosaischen Oesetzes zurückgckchr — Wollen Sic hier Religion lehren? — Nein, ich sagen, daß in Ercz Israel der Boden wieder des Volke», wieder Oottes sein soll. in« mit <?״״, Jlc wd fin und hinaus t, i,n Zutat ..hier A! l)cr Dell tchau" l vnrn«hm Wenn 1 Fassung zeitig l setzung« litauisch Zu י der ״JÖ Im Mari ben: . . daß ich w artiger frage ein Kon lieber A tuschurtj ״Europa des mo die Aul lisation» Freud bensarb «acht, » vorkoitt Selbitti Kiri ״er die lieh in bleibe“, m i e r U höher wird. 0 solche StMialz besond« selbst Indivldt sehen 8 erst de nicht at Mensch * i o n e< Dr, Juden;1 schon 4 schalt ־•'< hat \W% viel sch scher S׳ In י Nerven* keit, dil wissen» bleibe«1 suchen« überlei Kollektj Taged den we 10t geführt holges« in neu« mcinscl und A! lockert hatte, י wachs« zichum daß in Libidd züchtet hch d Libido, tischen gen sal lat de» Schluss spielt l PsvchO Halt V habend Ziel in D< ßfferitli Wilhel weil ( Politik fasser unterst; aussett; Hierzu 1 I t Bern { Da I ן unser; der I i Vor * Schal ' Ding ' süßes unser; Chan; blond : bunt« J Send : Judei i nicht Genu an e! vcrlai Unge Dt Werket