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Jüdische Rundschau · 1934-06-15 · Heft 48 (15.6.1934) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 48 (15.6.1934)
Date
1934-06-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 5 1934 .דג 5! ,48 ,זןן enn Me מ Volk izwejqj ■יי•"»!•«, 1י" Und "diwlic, cr 1'teil rset/tc nd ,|;IS’ cn Le. r«'bche!11 den m Cie. 1it ihr, nnuirje Kr der Kt das 1 <kIer 8־ tra- Jiula ht;:e. Imroit. u! ' f :!),!ein «dlird crv״r- V.Hrmt icdler IH.I'M] l Viel teil! II .rlint, sehen dum! Imin, Time,• rntni imli- :Kim* , <11111 *Men He- 1110s, ge* von von V'pilS ropa dies sen* der;anz An• mcli mit, d er mdxlcr fle- /erden die tiliim es aeil ■eil, cn* ah* f«n A־ir;eil hu ׳eil cn, 011 ,US ler 1(1cn ch 1? ft; 1c d* t*!e 11 it Is r t. r '1 ך״ץ ך׳*׳ן ך7ן 1־ך L ן׳ i •י «U tu.L1iu.iu L /jM L. -J kJ? ץ-־׳-/!ף t bsmäl (SU*! י־ז n מ ך>*—׳י־־־"׳ \ . 1 j *. '* L J >lfic flb, Di,■ Embleme der mixlernen Psycho-Therapic, verbunden #iן dm Farsrlningen dir neuen Psychologie, greifen tief in ״,,■Itmsiiiiiuliehen Auseinwulcrsclzungcn unserer Zeit t und werden daher weil über den Kreis der Fachgelehrten U,,,W1 erörtert. Daß der Gegenstand auch mit der Juden frage m/,usiriiinenhimg steht, ergibt sich schon aus dem Bedürfnis K,r A,miese jüdischen H׳1־,vc״.s in tieferen Srelenschichten. flcitrin! von Dr. Kirsch m Ar. ■U der ״Jüdischen Bund■;.ן","" hui in unserem Leserkreis großes Interesse gefunden, Jebmlieh auch in pxycho-tlurapeutlschcn Fachkreisen. {!'{וזו!׳ H׳ü׳ ftttchstcht'iulcn Linscndun^m iti ^vhiitzivt faulig hier zum Abdruck bringen, so möchten wir gleich- .eilig bemerken, daß wir rein fachlichen Auseinander- Itl-ungen über dieses Thema innerhalb der ,Jüdischen jlindschau“ keinen Raum geben können. Rcd. Zu dem Aufsatz des Herrn l)r. James Kirsch in Nr. •13 jff ״Jüdischen Rundschau“ möchte ich einiges hinztifügcn. Im Marz 1lie-.es Jahres hatte J u 11 g in einer Zeitung geschric* .Ich gehe zu, ich hin unvorsichtig, so unvorsichtig, j,(] ich dis AlleriniIIverständlichste tue, was man im «<11־>»־* (variiiion Moment uheili.nipt tun kann: ich lege die Juden- (rapc al|f 'K'H lisch des Hauses; das jüdische Problem ist ein Komplex, eine schwärende Wunde, und kein verantwort* lichcr Ar/I konnte es über sich bringen, daran ärztliche Ver* tuscluinpsincthmlcn zu üben.“ — 1028 hatte Jung in der ' ..Europäischen Revue“ in einem Aufsatz ״Das Seelenproblem des modernen Menschen“ gesagt:.Kein Wunder, daß die Ausgrabungen unserer Seele zunächst eine Art von Kana* ihationsuiitcriH'liineu ist. Nur ein großer Idealist wie preud konnte diesem unsauberen Geschält eine ganze Lebensarheit widmen. Nicht er hat den üblen Geruch verur*;acht, sondern wir alle, die wir uns so sauber und anständig Vorkommen, und dies aus purster Ignoranz und größter Selbsttäuschung.“ Kirsch schreibt, Jung niruiic Freud den Vorwurf, daß ״er die menschliche Schalfeiiseite berücksichtige und eigeut*, :!di in einer rein negativen Auffassung des Unbewußten ver* Mcibe“. Freud aber betont, daß durch die sog. Subli* nierung den Wimscliregtmgen statt des unbrauchbaren ein höheres, evtl, nicht mehr sexuelles Ziel gesetzt >\ifd. Gerade die Komponenten des Sexualtriebes sind durch solche Fähigkeit zur Sublimierung, zur Vertauschung ihres Scvual/ielcs mit einem entlegeneren und sozial wertvolleren besonders ausgezeichnet.“ Im Anschluß hieran betonte ich selbst schon l'HO: Die Wunden, welche das Seelenleben eines Individuums erfahren hat und welche sieh hinter den sceli* sehen Stomugen in immer neuen Variationen verstecken und erst dem tieferen Blicke sich öffnen, erschließen sich eben nicht auf Kommando und durch den Zwang zur Arbeit. Der Mensch bedarf in gesunden wie in kranken Tagen der Illu* sion e 11 und der Ideal e. Dr. Kir-cli meint, daß Jung bisher vielfach gerade von Juden angefeiiuk-t und totgeschwiegen wurde. Ich habe aber sein» 1916 in der damaligen Gesellschaft für Scxualwisscn- Schaft die Verdienste Jungs hervorgehoben. Der Arier Ford hat 1023 in seinem Lehrbuch über die Psychotherapie sich viel scharfer über Jung ausgesprochen, als unir dies von jiklischer Seile bekannt geworden ist. In vielen Fallen, gewiß nicht in allen und jeden, muß der Verven- und Seelenarzt neben seiner somato-p.sychischcn Tätig- «eit, die lediglich oder wenigstens in erster Linie streng natur- ״iwenscliaftbeh, physiologisch-biologisch gerichtet sein und Kciben muH, mich religiös weltanschaulich seine Hilfesuchenden beraten und betreuen. Ich habe mich aber nicht überzeugen können, daß im Sinne von Jung und Kirsch im Kollektiv-Pnhcwußtscin der schöpferische Seelcngrund für die Tage der Gesundheit und der neurotischen Erkrankung getan- (len werden kann. 10)2 habt׳ ich im ״Zentralblatt für Psychoanalyse“ aus* geführt, daß ich die damals beobachtete Zunahme der Alko* Holgcselligkeit in jüdischen Kreisen darauf zunickführtc, daß 111 neuerer Zeit die streng und eng geschlossene jüdische Gc* :Minsihaf! dein unaufhaltsamen Prozeß der Differenzierung und Abbröckelung verfiel, damit sich auch das straffe Band 'ackerte, welches die Familienmitglieder zitsammcngeschlossen duttc. Mit dieser seelischen Auf lock crung brachte ich die wachsenete Beteiligung von Juden an der Trinksitte in Be* ■׳älnmg. Weiter führte ich in dem erwähnten Aufsätze aus, in jiiilist'hcn Familien oft eine allzu starke Bindung der Libido an die einzelnen Familienmitglieder oft geradezu ge* /uclitet wurde. Der abnorme Grad dieses Vorganges, bezug• •ich des polaren Gegenspiels der brüsken Ablehnung der Libido, findet sich nach meiner Beobachtung wieder in neuro- Mchen oder psychologischen Vorgängen. En diesen Vnrgän* ö» sah ich die notwendige Begleiterscheinung und das Korreul des viel und mit Recht bewunderten engen Zusammen■ -'Cl11usv.es (!(.!׳ jm1b;cl1c11 Familienmitglieder. Heute dagegen V5״'lt die Judenfrage noch eine ganz besondere Rolle in der uvehotherapie, insofern zahlreiche Menschen jeden seelischen ™t verlieren, mit der Religion vielleicht keine Beziehungen ™!cn, oder sie schnell aufgeheu, da sie einen Sinn und ein /־lc‘ in den Geschehnissen der letzten Zeit nicht zu finden ver* mögen. Die schwere und nllerschwcrste Aufgabe ist heute die, an solchen und ähnlichen, oft unsagbar seelisch-materiellen Konflikten erkrankten, schwer leidenden, zerbrochenen Menscheu; Psychotherapie zu treiben; denn die Kernfrage Ist: kann der Psycliolhenipeut auf die schwere Frage de« Kranken nach dein Sinn des Lebens ehrlich eine bojnlmidc Antwort geben, oder hat er selbst innerlich seinen Schwerpunkt verloren? Die Folgerungen ans diesem jeweiligen Entweder — Oder liegen klar auf der Hand: Selbstverneiining oder Selbstbehauptung trotz allem? Somit kann der jüdische Psycho* 111 e r a p c 111 heute weniger denn je den religiös• w c 11 a ns c 11 a u I i c h e 11 Fragen auswcichen. Ich _ bc* Einige mich mit den Bemerkungen, mit denen ich 1016 einen Aufsatz schloß:.mul die Persönlichkeit, die Individual!- tat ist trotz aller Anerkennung ihrer Selbständigkeit und Hinzigarfigkeit doch nicht ein lediglich atornistisch zu begreifen* des Gebilde, sondern sie stellt einen psycho-physlschcn Orga* nisiiius dar, dessen Wurzeln in einen übergeordneten, über* individuellen, umfassenden Orgnnisnim eingesenkt sind, für den zu leben und zu wirken des Lehms Aufgabe verlangt." Man vertiefe sich besonders einmal wieder in den Psalm 130, und man wird wohl dann mit mir leicht die Linie von dort über Spinoza zu Pcchucr und Lotzc finden. Snn.-Rat Dr. Otto Juliusburger (Berlin), 11' d Einer weiteren Zuschrift zu demselben Thema entnehmen wir folgende (gekürzte) Abschnitte. Jung behauptet, der Jude habe eine besondere Tendenz lind Fähigkeit, das Negative, den Schatten, zu erkennen, und er meint sogar, während der arische Mensch mehr Illusionen brauche, sei der Jude eher fähig, mit einer negativen Erkenntnis zu leben, Gegen diese Feststellung, hinter der sich keinerlei negative Wertung verbirgt, wendet sich Kirsch. Die jüdische Psychologie zeigt aber in der Tat als c i n Merkmal -- mehr hat Jung nicht behauptet — eine starke Tendenz., das Negative zu sehen und ins Bewußtsein zu heben. Auf geringem Niveau Symptom,!tisiert sich das in der allzu bekannten ״jüdischen“ Art zu nörgeln, aber auf höchstem Niveau prägt dieser Zug das jüdische Gesehichtsbcwnßtseln. Schon in der Rihd weiß das jüdische Volk seine Geschichte als Geschichte immer neuen sich Verschuldens, und in den Propheten, die wirklich mit dem Urgrund in Verbindung standen, kommt dieses Motiv zu seiner schöpferischen Inkarnation, Immer wieder haben sic gerade das Negative, die Schattenseite ins Bewußtsein des Volkes gehoben, und wenn man diese Grundhaltung als Zug der Galuthpsyehologie mißversteht, tut mau dem Judentum keinen Gefallen, denn man raubt ihm das Orundfaktum seines moralischen Instinktes, der noch bis in die Einseitigkeit der Freudsehen Psychologie hineinreicht. Auch der Einwaud gegen Jung, er sei ״von dem Phänotypus des in der Verbannung von der Schcchinah lebenden Juden nicht zum Genotynus des wirklichen Juden gekommen“, geht fehl. Jung hält sich als Psychologe an die Erfahrungen seiner Arbeit am jüdischen Menschen, und wir alle gehören zum ״Phänotvpus des in der Verbannung von der Schcchinah lebenden Juden“, 11. h. des Juden, wie er ist, aber wir haben cs auch nicht nötig, uns in das Bild eines nicht vorhandenen ״wirklichen“, ״eigentlichen" Juden zu flüchten. Es ist der falsche Weg, eine ״besondere Verknüpfung des Juden mit dem ewigen Urgrund“ zu betonen, auch wenn sie einmal wirklich bcstamlen haben mag. Jung bestreitet nicht, daß die Juden der Bibel den ״größeren Aspekt der menschlichen Seele“ geseliaut und gelebt haben, aber seine Arbeit am gegenwärtigen jüdischen Menschen hat ihn eine deutliche und Verhängnisvolle Tendenz sehen lassen, diesen größeren Aspekt zu ver* drängen, mul das ist es, worauf es heute ankommt. Jung schrieb im Jahre 1918, als das Judentum den Zionismus noch kaum zur Kenntnis genommen hatte: ״Der Jude ist domestiziert in höherem Maße, aber in arger Verlegenheit um jenes Etwas im Menschen, das die Erde berührt, das von unten neue Kraft empfängt... Der Jude hat davon zu wenig — wo berührt er seine Erde? Das Geheimnis, der Erde ist kein Spaß und kein Paradoxon." Das ist genau die Erkenntnis und Formulierung <les Zionismus, und auch in seiner Teiiiicuz, den Juden dies bewußt zu machen, ist Jung ״ziouistKchcr“ als die Juden 11ml Zionisten, die beschönigen wollen, Wir glauben, daß die Jungsche Psychologie entscheidend sein wird bei der Bemühung der Juden, zu ihren Ftindamenten zti kommen; gerade der sozusagen ״zionistische" Charakter seiner Erkenntnisse, die eben wie der Zionismus das Irrationale des Schöpferischen menschlichen Urgrunds miteinhezidun, wird liier wegweisend wirken. Aber ebenso wie heim einzelnen Menschen erst die Bewußtmachung der Schattenseite, des persönlichen Unbewußten, die Voraussetzung für die Wiodcrverhimlung mit dem Fundament Ist, genau so wird der Zionismus durch einen barten Weg der Bewußtinaehuiig des Negativen gehen müssen. Erst daun wird ein endgültig und tief fundierter Aufbau von Ercz-Isracl und eine Ncugeburt des jüdischen Menschen von seinem schöpfe* rischen Fundament 11er möglich sein. Dr. Erich N e 11 m a n n, Tel-Awiw. Der Bürgermeister von Jerusalem, Ragheb Nasch*• sch I bi, gab zu Ehren von Sir Herbert und Lady Samuel ein Bankett, zu welchem alle Bürgermeister Palästinas cingeladen waren, Außerdem waren auch die Mitglieder des Uber■ sten Gerichtshofes cingcladen, darunter die beiden jüdischen Richter Frumkin und De Valero. Die J e w 1 s h Agency gab, wie bereits gemeldet, an demselben Lage einen Empfang tür Sir Herbert und Lady Samuel in den Räumen des Menorah- Klubs. In der in London abgolialtcnen ersten Sitzung des neu- . cwälillcn Board of Deputics übte Dr. Israel Feldman, der den Bericht der P a I ,׳! s t i 11 a - K o m m i s s i o n erstattete, Kritik an der Finwanderungsnolitik der Palasfinarcgiertmg und sagte, der Board of Deputics, der einen spezifisch angle* jüdischen Standpunkt einnimm», werde der Sache Palästinas einen guten Dienst leisten können, wenn er sich an den Minister für die Kolonien wende. In dem soeben veröffentlichten Etat der Palästina-Regierung sind für den Bau eines neuen Postamtes in Tcl-Avvfw 7000 Pfund eingesetzt. Es ist nicht klar, ob dies nur die diesjährige Rate für den Bau oder aber der Gesamtbetrag sein soll' Als solcher wäre der Betrag wahr* sclteinlieli viel zu niedrig, da infolge des Anwachsens der Stadt Tel-Awiw ein modernes, den Bedürfnissen entsprechen* des Poslgebätide erforderlich wäre. Die jetzigen Postverhält* nisse in Tel-Awiw sind überaus unzureichend. Der ungarische Kultusminister hat eine Ver* Ordnung erlassen, durch die die Abhaltung einer israelitischen Landesversammlung zwecks entsprechender Modifizierung und Ergänzung des veralteten Kongreß-Statuts vom Jahre 1868 angeordnet wird. Die Distrikts-Repräsentanten der jüdischen Gemeinden werden durch geheime Abstimmung bis 15. Oktober d. J. gewählt werden. Sterbcfüllc. Am 9. Juni starb im Alter von 58 Jahren ln Berlin Dr. Palticl Katzenelson. Der Verstorbene, der einer alten und angesehenen jüdischen Familie in Bobruisk (Rußland) entstammte — er war ein Bruder des ihm vor einigen Jahren im Tode vorangegangenen langjährigen Präsidenten der Jüdischen Kolonialhank und ehemaligen russischen Dumaahgeordneten Dr. Nissan Katzenelson (Libau), des Freundes Theodor Hcrzls - , lebte schon vor dem Kriege in Berlin als Privatgelehrtcr und jüdischer Wissenschaftler. Er hat am I. Zionistenkongreß in Basel als Delegierter tcilgenommen, sicli aber später nicht mehr öffentlich betätigt. Mit einem tielgrundigen jüdischen Wissen verband Dr. Katzenelson große allgemcimvisscnschaBliche Kenntnisse. Dr. S. A. llormlc/ki, der Historiker des Chassidismus, verliert in ihm einen Schwa* gcr. Wir erhalten nachstehenden Nachruf: Am 8. Juni 1934 starb in Hamburg Justizrat Dr. Siegfried War bürg im Alter von 82 Jahren. Der Verstorbene war von 1916 bis 1924 als Stadtverordneter im Altonaer Stadt vcrordnetenkollcgium tätig. Außerdem war er, der Oberleutnant der Reserve war, nahezu 3« Jahre Vorsitzender der Freiwilligen Sanitäts• kolomic vom Roten Kreuz in Altona; nach seinem Ausscheiden Ehrenvorsitzender. Sein Vat־׳r war der Obergerichtsanwalt Moritz Warburg, der, seit 1835 in Altona tätig, auch Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses war, Siegfried Warburg war stets bestrebt, sein Deutschtum und sein Judentum in Einklang zu bringen; so war er auch überwiegend im Vorstand der Jüdischen Gemeinde tätig. Bei dieser Einstellung wurde er von der Entwicklung der letzten Jahre um so tiefer berührt. Er lebte in vornehmer Zurückgezogenheit und trat nur her* vor, wenn es galt, Not zu lindern und Hilfe zu leisten. Hermann Hesse schreibt im Rahmen einer Besprechung des Im Schoeken-Vcrlag erschienenen Buches ״Der Born Judas“ von Micha Josef Bin Gorhn in der ״Baseler National-Zcitung“ nach einer überaus lobenden Würdigung des Buches; ״Innerhalb der deutschen Literatur sind die Werke von Buber und Bin G orion eine der vornehmsten Gaben gewesen, welche jüdischer Geist je der deutschen Sprache geschenkt hat. Und w enn die ,deutschen‘ Juden heute manchmal so entsetzt und ahnungslos ihrem harten Geschick gegciuiber.stchen und die Frage erheben ,Womit haben wir dies verdient?', so muß, trotz allem Mitleiden, wiederholt werden; zum Teil habt Ihr es verdient durch euer hoch* mutiges, eiskaltes Betragen gegen die Ost* luden, und durch eure Verständnislosigkeit für Leistungen wie die von Buber und Bin Gorion.“ Zur Neuordnung der Rcichsfiuchtsteuer (s. ״J. R.“ Nr. 45) wird uns aus Anwaltski eisen geschrieben: Die Neuordnung der Rcichsfiuchtsteuer hat nicht nur eine Erschwerung ge* bracht, sondern auch eine beschränkte Erleichterung. Diejenigen nämlich, die ein Einkommen von über 20 000 RM. (jetzt für ein Jahr seit 1. Januar 1931) hatten, sind mir noch steuerpflichtig, wenn sic ein Vermögen von mehr als 30 0(10 RM. an dem maßgeblichen Vcranlagungszcitpunkt hatten. Bisher bestand eine solche Steuerpflicht auch bei geringerem Vermögen. Geistige Probleme . Her ״Märkische Adler", Berlin, vom 10. Juni ver* "*1'dicht einen Aufsatz ״Deutsche Geist esfreiheit“ von 11 Klm Kühe, Gauleiter der Ktirniark, der wichtig ist, G er uns die psychologischen Hintergründe der Juden- Politik des Nationalsozialismus begreiflich macht. Der Ver- Mer bespricht das Verhältnis von Volkstum und Kunst und nterstreicht die Forderung der Rasscnreinbclt, die eine Vor-!'5ctzung für das echte Verständnis nordischer Kunst sei. 1»emt bemerkt der Verfasser: ״l’l.ito, Homer und Sophokles leben iiik in Blut, Hirn und «/cn wie Goethe, Ricli.ird Wagner und Johann Sebastian 11 ach. י׳ klinpci) in ,ן,!s Harmonie» auf. Bei Mo/urtj Sillterlöncn perlt jl)scr Jl,l״ im ״!eichen Khyllmui'. bei 1 Dlibcl reiten wir über yr A’ilirlungrn Heide. Mil l,nns leiden, irren und jinielizi’ii wir. j,"r *len 1 nordischen Shakespeare knien wir. Vom blulsfrcmdcn 1•dlfii des J 1111 e n wenden wir uns und unser Volk, vor allen “JhOi alier unsere Jugend al». Dabei ist <׳s nirhi einmal ein L11׳', das uns ,Aulklaruiig‘ und J11de11ru1H1uipmion in 0S״C5 F'-1״|'(indens Adern gcimpil lulien. Schwirrende Wunden, 1•״akterverderbnis, Sillenvcrlall waren die Folgen noch für jede» otale, vorwiegend nordisch bcstimnile Volk, das *ich mit dem ln|en!Hüte der Tschandatcn mischte. Man bleibe uns mit der ' eni imtntalitiit der ,Tragik des anständigen, »dien und feinen J 1 cn von! Leibe. Gebe ich eine Ausnahme zu. dann habe ich das Recht, lausend anderen die Ausnahme tu verweigern! geht vor Eigennutz. ,Wer gab das Recht euch, mir 111 denken? Ihr lebt Für eure Kinder!' DcuUchland aber Un a!1®1 von CU<"L' deutiche Kinder, keine dunklen Judcnsprößße und «■Uten sie reizend wie Murillos Engclköpllcin sein!“ ®״*jH® *1]ף■ von uns Juden die Rede ist, 80 dürfen wir be* ״> daß auch wir die Werke der Genies aller Völker und Rassen zuliefst erleben, ln dem Auf und Ah der Kultur* gcschichtc scheu wir einen Wechsel von Aufstiegs- und Verfnllszciten bei .111 e 11 Völkern. Wir Juden hoffen, daß auch für unsere Gemeinschaft eine Epoche großen schöpferischen Aufstiegs bevorstellt. Um das Alte Testament Der Evangelische Presseverb,and, Darmstadt, verbreitet eine Notiz, worin cs heißt, daß dem Alten Testament bisher ein zu großer Raum im Schulunterricht gegeben ist, da es in Sexta, Quarta und Untersekunda unterrichtet wurde. ״Es sind nunmehr — so heißt es weiter ־- neue Lehrpläne in Vorbereitung, sowohl in Hessen als auch im Reich und in Preußen und im übrigen Deutschland. Wann diese zum Ziel kommen werden, kann heute noch niemand sagen■“ 111 zwischen Int das hessische Ministerium eine vorläufige Rege'ung dahin getroffen, daß in diesem jahre in Sexta und (äuarta Neues Testament (statt des Allen) bchandelt werden s״’l, 1111 nächsten Jahre würde dann, wenn bis dahin keine allgemeine Regelung erfolgt, in Quinta das Alte Testament unterrichtet werden. In einer Berliner Versammlung der Deutschen Glaubens* hewegung wandte sich, wie das ,,B. T.“ berichtet, Graf R e v e 1111 o w gegen das Christentum, weil cs die alt* testamemiiehe Vorstellung von einem persönlichen'Gott über* nommen habe. Das sei für die Deutschen deutschen Glaubens unannehmbar. Wie uns berichtet wird, rettete der jüdische Kaufmann Leo Mayer aus Bodcuhclm am 30. 5. aus dem Rhein bei Laubenheim ein Mädchen vor dem Ertrinken. vom 17. bis 25. Juni in p ff ךץ \י*ן ףן Agrippinahaus, Breitest!92/98.־H Geöffnet täglich von 9-23 Uhr Ständig kostenlose Führungen Täglich LiehtbIlder*Vorträge Eintrittspreise RM —.50, —.40, Jugendliche RM —,10 ★ Zur Eröffnung Sonntag, den 17. Juni, 20,30 Uhr, im Weißen Saal der Bürgergesellschaft (Eing. Röhrerg.) MIT Berufsumschichtung Wanderung ־ — und dann? wohin? Eintrittspreise zur Abendveranstaltung RM1.—,— .80,—,50 FürMitgliedor d.Z.V.f.D.geg.Ausweis RM—.80,—.50,—.30 Kölner Zionistische Vereinigung

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