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Jüdische Rundschau · 1934-06-15 · Heft 48 (15.6.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 48 (15.6.1934)
Date
1934-06-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 48, 15. VI. 1934 Nr. verstehen, bezieht sich ja nur auf die Ablehnung des gegenwärtigen Zustandes, so dal! gerade die ״Feindlichen“ ein Interesse daran hätten, den Zustand ändern zu helfen. Aber wir sind oft erstaunt, wenn wir hören, was uns Juden vorgeworfen wird. So z. B. hören wir in Deutschiand die Ansicht, wir Juden hätten in der dem National- Sozialismus vorangehenden Zeit das ganze geistige!.eben maßgeblich beeinflußt, wir hätten Presse, Literatur, Bühne und Film absolut und uneingeschränkt in der Hand gehabt, ln der Tat haben auf gewissen Gebieten der Literatur jüdische Finzclpersoncn in Deutschland viel geleistet, so z. B. als Otto Bralun Ibsen und Oerhart. 1 laiiplmaim auf das Theater brachte und andere Juden große Dichter bekannt zu machen versuchten, z. B. Richard Delmiel oder llcrmaiin Stchr. Es ist auch richtig, daß einige Zeitungen in den großen Städten von Juden geschrieben wurden und die Meinung einzelner jüdischer Kritiker großes <icwicht hatte. Wir seihst sind weit entfernt davon, alles, was von Juden in Literatur, Presse und Theater getan wurde, zu billigen. Wir haben so manche Respektlosigkeit und Kurzsichtigkeit bedauert, aber auch wir Juden hatten uns zu beklage״; war, was von jenen ausging, ja oft auch eine Verhöhnung des Judentums, Aber daneben standen ti n z ä h I i g c n i c h t - jüdische Zeitungen, die vollständig von jüdischem Einfluß frei waren, und eine große Anzahl von Theatern stand unter rein arischer Leitung. Sie hatten sicherlich alle Bewegungsfreiheit im Konkurrenzkampf. Achnlich liegt es auf wirtschaftlichem Gebiet. Die Juden waren niemals so reich, daß sic ״über den Großteil des im Lande investierten mobilen und immobilen Kapitals“ verfügt hätten, und die Notlage der Landwirtschaft, die ja in allen Ländern, z. B. auch i!1 Amerika zu verzeichnen ist, war nicht ein Werk der Juden, sondern cs bestanden in Deutschland wie überall Interessengegensätze zwischen Land und Stadt; und das moderne Bankwesen arbeitet ganz, unabhängig von den Juden nach seinen eigenen Grundsätzen, wobei wohl besonders bei landwirtschaftlichen Hypothekenbanken eine maßgebliche Mitwirkung von Juden auch schon früher selten gewesen sein dürfte. Mögen auch einzelne Juden zu einflußreichen Stellungen gelangt sein, wir Juden als Gesamtheit wissen um die Machtlosigkeit unserer Gemeinschaft, und wir sind daher erstaunt, wenn wir entdecken, daß die Meinung verbreitet ist, wir hätten im früheren Deutschland das Parlament und seine Parteien unter unserer Obhut gehabt. Wohl hatten einzelne Parteien jüdische Abgeordnetc, die sich seihst freilich in den meisten Fällen nicht als Juden fühlten, aber die Tendenz, judenrein zu werden, war auch im früheren Deutschland bei den Parteien, die Juden nicht statutenmäßig ausschlossen, ziemlich deutlich merkbar. Für uns Juden ist es wichtig, zu sehen, wie sehr g e f ii 111 s 111 ä ß i g unser Einfluß und unsere Macht überschätzt werden. Dies liegt nach unserer Meinung vor allem daran, daß wir keine erkennbar organisierte Geinciuschaft mit einer klaren Verteilung der Vera nt* wortung sind. Der jüdische Gemcinsinn war im Zerbröckeln. Die Tätigkeit einzelner Juden, die sich ihrer jüdischen Verantwortung gar nicht bewußt waren, weil sie in ganz anderen Vorstellungen erzogen worden waren, belastet die jüdische Gemeinschaft, ohne daß wir erfolgreich Widerspruch erlichen könnten. Der Lebensabschnitt, der jetzt für uns beginnt, wird dadurch charakterisiert sein müssen, daß wir, denen man so häufig Herrschaft über andere vorwirft, unsere eigenen Angelegen- 11 c i t c 11 zu beherrschen versuchen. Es wird eine schwere und mühsame Arbeit des Aufbaus sein, unter ungünstigeil äußeren Verhältnissen, aber um so größer muß unsere innere Kraft sein. Wir dürfen die Worte, die jetzt über uns und über unsere Rolle im früheren Deutschland gesprochen werden, niemals vergessen. Nicht nur, wo cs uns durch Gesetz, und Macht verwehrt ist, sondern auch, wo die Möglichkeit und Lockung noch bcstellt, müssen wir Grenzübersciireitungcn vermeiden. Wir müssen wissen, daß alles, was wir tun, in der Vorstellung unserer Umwelt vergrößert und übertrieben erscheint. Wir müssen eine neue Form der Eingliederung in die Umwelt anstreben, und wenn wir erst den rechten Sinn und den rechten Weg für uns gefunden haben, dann werden wir auch die Hilfe der anderen Völker finden, die ja seihst nicht wünschen können, daß dieser leidige Konfliktstoff, der allen Beteiligten so viele Wunden schlägt, immer weiter besteht. Die Form der Eingliedcrung der Juden in die Umwelt ist immer von der jewei* ligen Struktur der Gesellschaft und den für das Gesamtleben maßgebenden Anschauungen abhängig gewesen. Wir sind überzeugt, daß sich auch im heutigen Deutsch* land eine Form finden läßt, die mit den Grundsätzen des neuen Staates in Einklang steht. Abdullah in London Emir Abdullah von Trans Jordanien ist am Sonnabend, dem 9. d. M., in London eingetroffen. Er wird drei Woeben als (last der Regierung in London bleiben. Der Kolonialminister Sir Philipp Cu n I i f f c-L i s t c r hatte sich am Bahnbol zum Empfang de« Gastes cinßcfmulcn. Außer den Lerndotier Vertretern der Regierungen des Irak und Hodscha« lind einigen Koloninlbeaniten war auch der frühere High Commissioner von Palästina, Sir John Chancellor, an 'der Bahn. Der König von England hat dem Gast eine Reihe von Wagen zur Verfügung gestellt. Am Sonntag, dem 10. Juni, legte Emir Abdullah einen Kranz am Grabe des Unbekannten Soldaten nieder und am 11. Juni wurde er vom König von England empfangen. Dr. J. L. M a g n e s, der Kanzler der Universität Jcrusalern, ist am 7. Juni von •einer Reise nach Amerika nach Jerusalem zurückgekchrt. Uri Jerusalem, 12. Juni. (J. T. A.) Der Ober r ab bln e r v 0 11 Jerusalem, A. J. K 11 k, hat nn Uber hundert Rabbiner und hervorragende |lldlsche Persönlichkeiten, unter ihnen den Chief Raldii' von England, l)r. .). II. Herz, den scpitarilRchen Ohcrrnbhhtor Englands, Dr. finaler, Lord Rending, Lord Mclchett und James de Rothschild, sowie an den Board of Depullca of Brlllab Jcws und viele große jüdische Gemeinden gleichlautende Telegramme gerichtet, die er als Chief Rabbi von Palästina unterzeichnet und in denen cs heißt: ״Auch Stavsky Ist wie der Irclgelnssem! Rosenblatt unschuldig. Wir müssen mit all unserer Kraft für den Triumph der Gerechtigkeit kämpfen.“ Außerdem hat Oberrabbiner Kuk an dn* Oberhaupt der englischen Hochklrclie, den Erzbischof von Canterbury, Dr.Cosmo I.ang, folgendes Telegramm abgcsanJt: ״Am Freilag wurde ein Todesurteil gegen Abraham Stavsky, der unschuldig Ist, gefällt. Ich bitte Sie dringend, mit Ihrer ganzen Macht für die Helligkeit der Wahrheit zu kämpfen und für die Gerechtigkeit und Ehre Englands, die mir teuer sind.“ Tel-Awiw wird Bahnlcnotcnpunlci Jerusalem, 12. Juni rung hat beschlossen, eine Awlw und dem flnfen von Haifa zu (J• T. A.) Die PalSstina-Rc«), Bahnverbindung *wischen T(1" schallen, für die«» Zweck wurden 122 000 Pfund aus den Mlilcln der Patä»ß״, Anleihe bestimmt. Gleichzeitig wird der wichtige Knolennuniii der Bahnlinien FJ Knnlara Haifa und Jaffa—Jerusalem Ludd nach Tel-Awlw verlegt. IUI Die revisionistische Partei hat einen scharfen Kampf um eine Armierung des Urteils gegen Stavsky augekündigt. Sämtliche revisionistischen Büros aus den verscliicdeneu Ländern verschicken entsprechende Ktmdgcbungen. Die Parole wurde von dem Zentral büro der Revisionisten in Paris ausgegeben, ln der Kundgebung dieses Büros wird der Kamp! gegen das Urteil als ein Teil des Kampfes gegen das englische Regime _ bezeichnet, das schädlich für den Zionismus sei und im Wider- Spruch mit dem Mandat stehe, fit dem Commuuiqiid der Revisionisten werden die schwersten Beschuldigung gen gegen die palästinensische Rcchtsv erw a 111111 g erhoben. Tunniltuösc Vorgänge werden aus Wien berichtet, wo Revisionisten einen Sturm auf das Lokal der Jugendgruppe Tcchclet l.awan (Blau-Weiß) Vornahmen, wobei mehrere Fensterscheiben zertrümmert wurden. Polizei mußte die rau- (enden Jugendlichen trennen. Vor dem ״Polnischen Tempel1‘ in der Lcopoldsgnssc kam es ebenfalls zu erlisten Schlägereien, als von revisionistischer Seite die Unterbrechung des Gebets für eine Minute als Protest gegen das Todesurteil verlangt wurde. Die Polizei nahm insgesamt etwa 20 Rcvisionisten und mehrere ihrer Gegner in Haft. Der Wiener Landesverband der Revisionisten veröffentliebte in der ״Neuen Freien Presse" eine Erklärung, in der das Urteil gegen Stavsky als Tciulcnzurtcil hingcstcllt wird. England, heißt es darin, das in seiner Einwanderungspolitik sich einer geeinten jüdischen Front gegenübersieht, nutzt die Gelegenheit aus, die Spaltung im jüdischen Volke, die durch den unglückseligen Mord an Ariosoraff cingctrctcn ist, unüberbrückbar zu gestalten und so die Möglichkeit zu gebe״, ungestört von jüdischem Widerstand, zum entscheiden* den Schlag gegen den Zionismus nusz.uholcn. Auch aus anderen Ländern werden entsprechende Kundgcbuugcii berichtet, so aus Polen und Amerika. und \wiw. Im März. 1025 hatte der damalige High Commissioner v״« Palästina, Sir Herbert Samuel, eine Knmimsskm eu1p1׳M׳t/| ,■ die Zweckmäßigkeit einer etwaigen Verlegung des Eisrnh'ihn* knotenpunktes von Imltl nach Tel-Awiw untersuchen M',||,' Die Kommission bestand aus den!,eitern der RcgiiTmu׳s-I),.' partements, den Bürgermeistern von Jaffa und Tel-Awiw den Vorsitzenden der jüdischen und der arabischen k,־immer von Jaffa und der Handelskammer von Tel-A\,,w. im September 1925 wurde angekumhgt, daß eine neue Bahnlinie von Kalkülen nach Jel-Awiw gebaut werden soll, WfH|Urt< Trl-AwiW zum I laiiplkiuitenpunkt der palästinensischen Hahnen unter Ausschaltung der gegenwärtigen l.iiiicnkrcuziing in d™ 10 Meilen von Tcl-Awiw entfernten Ludd gemacht werden würde. Die neue Linie werde die Bahnverbindung *wisch™ affa und Haifa wesentlich verkürzen und eine bessere V». iiidmig der Kolonien in Judäa mit Tel-Awiw• herstcllcn. Die Du r c h f ü h r u 11 g dieses Projektes ist jedoch (ia״H|s unterblieben. Die Ankündigung, daß cs jetzt durch• geführt werden wird, wird in jüdischen Kreisen Bctrle. digung Hervorrufen. Die neue Verkehrslinie entspricht zweifellos dem L a 11 d cs i 111 c r c s s e. Zugleich zeigt dieser Beschluß, daß die Regierung sich überzeugt hat, daß der ע. sprünglicltc einseitige Verwcndungsplan der neuen Palästina- Anleihe revisionsbedürftig ist. Die illegale Palästina »Einwanderung London, 12. Juni! (J. T! A.) In Beantwortung einer Frage des Abgeordneten Oberstleutnant Todd, ob cs noch eine illegale Einwanderung gäbe und wie groß sic sei, er* klärte Kolonicmninistcr Sir Philip CunHfte-Lister im Unterhaus, die Durchschnittszahl der monatlich unerlaubt nach Palästina Einwamlcruden werde für die Monate November 19T3 bis Januar 1034 auf 300 geschätzt, gegenüber durchschnittlich etwa 1000 monatlich in den ersten 10 Monaten des Jahres 1033. Es seien Maßnahmen getroften worden, um dieses Problem zu lösen, Caplnin Strickin ttd fragte hierauf: ״Ist diese uncrlaubte Einwanderung nicht zu einem großen Teil auf die von der Regierung verfügte Einschränkung der legalen Einwanderung zuriickzuführcii, eine Einschränkung, die die Entwick- 11111g der Bautätigkeit, die landwirtschaftliche und industrielle Entwicklung wesentlich aufhält?“ Der Kolonienminister: ״Nein. Das ist eine Reihe von vollständig irrigen Feststellungen. Es sind nicht die Maßnahmen der Regierung, die ztt unerlaubter E i n w a 11 d c r 1111 g f ü 11 r e 11. Es liegt bestimmt im Interesse aller Beteiligten, daß die Einwanderung nach Palästina nur zugelassene Einwanderer betrifft.“ Captain S t r i c k I a 11 d fragte hiermit den Minister, ob cs ihm nicht bekannt sei, daß 111 Palästina Arbeiter für Hä user hau gebraucht werden, und daß Häuser infolge des Arbeiterinangels nicht tcrtiggcstdlt werden können. Darauf antwortete der Kolonicmninistcr, der High Commissioner müsse bei der Festsetzung der Zahl zuziilassender Einwanderer die allgemeine Zukunft des Landes ebenso berücksichtigen wie die augenblickliche Lage. (Es ist zu bedauern, daß bei der Besprechung der ״Illegnlcu Einwanderung“ offenbar immer nur an Juden gedacht ist mul daß nie die Frage erörtert wird, wie sich die illegalc Einwanderung arabischer Arbeiter aus (lern Hau ran, die unseres Wissens keine Zertifikate erhalteil, vollzieht. — A. d. R.) Jüdische Emigranten in Südafrika Das südafrikanische Hilfskomitee in Cape Town schickt uns eine längere Mitteilung, die sich aut einen in einer jüdischen Zeitung Deutschlands erschienenen Artikel eines in Kapstadt cingcwandertcn deutschen Juden bezieht DR Reaktion des Hilfskomitees zeigt, wie deutsch-jüdische Emigranten — gewiß ohne es zu wollen — häufig gegen die Gebote des Taktes verstoßen. Da der beanstandete Artikel nicht in der ״Jüdischen Rundschau“ erschienen ist, können wir uns mit einer teilweisen Wiedergabe der Zuschrift, soweit sic allgemeines Interesse hat, begnüge״. Nach scharfer Zn• Tückwcisung der von jenem Berichterstatter, der sein privat« Ressentiment über seine vergebliche Stellensuche mit allgemeinen Behauptungen verquickt habe, gemachten Angaben schreibt das Komitee: Auswanderer sein, heißt, •sich von vornherein klar machen, Hat man Gewohntes mit völlig Neuem vertauscht, daß man bereit sein muß — sofern man nirlu größere Mittel zur Hand hat — jede, aber auch jede Arbeit'•möglichkcit anzunehmen und sei sic auch ״niif dem Lande“ lind erzwinge sie auch ״Kntwölitmng von allen kulltirellen und vielen zivilivitorisdirn Gütern“. Auswandern heißt schließlich: bereit sein, sieh einem anderen, in diesem Fall dem eng• lisch-hollBndisrlicn Ktiltttrkrcis einzufiigen. W er ginnt»♦, hier in einem jungen Land, Dctitscltlanil auch wir im geringsten, wiederzufinden, dc-sr״ kuUtirello Güter unerwichb* und unnachahmlich sind, wie Herr IC. C. schreibt, der ist entwedrr ein Phantast oder ein Unreifer, in jedem Falle alxtr gleichem«^ ungeeignet zur Auswanderung wie zur Berichterstattung. Wer jedoch ohne allzu großen Gchihlsballast, dafür aber mit um so mehr Arl»eitscifer, Jugend und Spezi.ilkonntnissen au gestattet ist, für den findet sich — wenn auch in beschränktem Maße vielleicht in Südafrika eine Möglichkeit. Daß diese Möglichkeit nttf eine beschränkte ist, das liegt in den besonderen I.elicnsliedingwig« dieses T.nndes begründet, «ml wir raten daher jedem, der sich ernst• lieh mit der Absicht trügt, nuszuwandern, sich zur Vermeidung von Enttäuschungen zuvor unter genauer Darlegung seiner Verhilmk» und Fälligkeiten beim llihsvcrcin der deul-cben Juden in Uerlia zu Informieren, der über objektive und erschöpfende Bericht« verfügt. Ein Urteil des Kongreß ״ Gerichts Die Pressestelle der Zionistischen Exekutive veröffentlicht folgende Erklärung: Wie mis Jerusalem telegraphiert wird, lmt das Zionistische Kongreßgericht, bestehend aus Dr. Oscar Wolfsborg als Vorsitzendem, Richard Lieb 111 cim und Dr. Moses S m o i r a, das Urteil, in dem vom Kongreß-Anwalt gegen den revisionistischen Brith Trumneldor (, Bethar") Wegen Diszipliubntehs angestrengten VerMircn gefällt. Das Kongreß-Gericht hat einstimmig entschieden, daß das im November 1030 vom Brith Trtiinpeklor herausgegebene geheime Rundschreiben Nr. 60 einen Bruch der Z. I o n i s 1 i - sehen Disziplin und eine Verletzung der fundamentalen politischen Rechte der fewish Agency darstellt. Im Hinblick auf die Weigerung des Betliar, dieses Rundschreibe״ zurückzuziehen, gelangte das Gericht zu der Ansieht, daß die Suspendierung der Rechte des Betliar in bezug auf die Organisierung der Einwanderung, wie sie auf Vorschlag des Kongreß-Anwalts von der Exekutive im Februar 1033 ausgesprochen wurde, berechtigt war. Der Entscheidung des Gerichts entsprechend, sollen diese Rechte wieder hcrgcstcllt werden, falls derSchilton Bethar ver* spricht, auf die früher von ihm angewandten Methoden nicht zuriickzugrcifen. iiiiiitiiiiiniimiiiiiiiiiiiitHiimiutiiiuiitiiMiuutuiimmmimuHUHumiuumnuuiumwnttiitmniuwnimimnmuitiiniiAm Hächricto Dicttdctfy: Jüdische Einwanderung nach Amerika Im ״Rcichsatizeiger“ vom 5. 6. finden sich u. a, M• gende Angaben: ״Aus Ausführungen, die der Leiter der Visa-Abteilung im Statc-Dcpartement kürzlich in New York gemacht hat, ergibt sich, daß die Zahl der Einwanderung• visen, die aut die deutsche Quote angcrcchnct werden, im laufenden Jahr wahrscheinlich dreimal so hoch sein wird wie im vergangenen Jahr. Während 103233 nur 1211 Visen auf die deutsche Quote von 25 057 erteilt wttrilctt, sind in den ersten acht Monaten des laufenden Fiskaljahres bereits 2395 Einwanderungsvisen bewilligt worden. 00 bis 05 v. n. dieser Einwanderungsvisen sind Angehörigen der j iid ischen Rasse erteilt worden. Diese Umschichtung in der deutschen Auswanderung zeigt sich auch in den Berufsangaben >זף Auswanderer. Von den 2111 Auswanderern des I. Viertel• jahres 103t entfallen 558 auf I lande! und Verkehr, 48( ״י die Industrie. Die Landwirtschaft ist nur mit 218 vertreten, häusliche Dienste und Erwerbstätigkeit ohne feste Stellung mit 257." _ Vom Seebad Norderney Wir erhalten folgende Zuschrift: Norderney, den 12. Juni 1934. An die Schriftieitung der ״Jüdischen Rundschau" Berlin langer Zeit stets darauf litt Obwohl wir bereits seit -- gewiesen haben, daß der Besuch nichtarischcr Gäste staatlichen Nordseebad Norderney nicht erwünscht ist, w* * den aus diesen Kreisen in letzter Zelt wiederholt »e* suche unternommen, die Genehmigung für einen M aufenthalt auf Norderney zu bekommen. Im Interesse aller K'ichtarier bitten wir Sie, >״' ״ ( Presse darauf hln/uwclscn, daß cs zwecklos Ist und ״ unnötige Kosten verursacht, wenn von diesen Per*0"״ eine Reise nach Norderney unternommen wird. Staatliches Nordseebad Norderney! Bctriebsgcsellschaft m. 0. n• (Unterschrift)• Wir geben wunschgemäß dieser Zuschrift Raum u״ machen uns nur Gedanken darüber, wie cs in den jener Juden ausschen mag, die um Genehmigung eines ף■ . aufenthaltcs in einem Ort, wo sie nicht erwünscht gebeten haben. der von uns in ׳זא f ״Niederdeutschen »'0״ Vom Ostseebad Arcndsce. Zu wiedergegebenen Acußcrung des achters“, ' ־ ־ ־־ suchcr im . wohlfahrtsstelle der deutschen Juden mitgeteilt, ן- ־ ״*״, Beschrinkungen inzwischen •ufgehoben den sind.;cucncn acuncrung aes ״mcuerutuisy ״-■ betreffend Einschränkungen für die jüdischen , 1 Ostscebad Arendsee, wird uns von der die•* / sorof1 Paläs 22. S Fried [)urc nach absci zu c wurd Aktu schw zu fi brccl Verb satol den hat weis ersel liehe Men und die dem zu b Er \ sehr darf, zu י und raiis lang hebt Spra erfal spre arne polil der-j spei er « die * rcicl gel« krisi Palt dam Ver: Gru lästi Per sich Kug wir: Jah Ver sch• ein! dat gcf nur gef m ein daf Arl dal bal Frt dal Wj für un Eit sei jui Er un W ge ft At sc u r. fr N ut T ei bt st at B

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