Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 47 (12.6.1934)
- Date
- 1934-06-12
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU BERLINER C HAU NR• »* JUNI tt,4 W*״* ״i!k, _ j י־*\ r*״׳/ <־ j J 31 y ,v; Eine Vortragsreihe Dir Freie Jüdische Volkshochschule Berlin vcr.insl.illete eine Vortragsreihe, in der die Mitglieder des Fuhren,its des Rcirhsmissehiisscs jüdischer liigcndvcrbümlc über die Gegenwartsfragen jüdischer Jugendarbeit berichteten. Als erster gab der Vorsitzende des Reichsmisschtissos, I)r. Friedrith B r o d 11 i t /, einen Ueherhlick irher die Tätigkeit,«• gebiete des Reichsaiissehusses tmd über das, was er bisher erreicht hat. Ftvvn 55 01)1) Menschen stehen beute hinter der Organisation, das ist eigentlich sehr wenig, es müßten dreimal soviel sein; der größte Teil der jüdischen Jugend Deut schlands ist eben noch gar nicht organisiert. Die Frage, ob hinter der Arbeit des Reichsaussehusses eine gemein* same Haltung stünde, beantwortete Dr. Brodnit/. dahin, daß die Jugend aller Richtungen die neue Zeit früher vcistanden habe als die Aelteren, da sie ja bereits schon lange in dieser Entwicklung stand. Aus diesem ('irundc sei allen Richtungen gemeinsam die Forderung nach einer Verjüngung der führenden jüdischen Körperschaften. _ In einem Referat über den ״jüdischen Sport“ zeigte Dr. Hans Frieden( ha I als Vertreter des Deutschen Mak* knbikreises, daß für den Zionismus die Spnrtbctatignng keine bloße Sache des Körpers sei, sondern daß sic durchaus eingebettet sei in die 1 d e e der n a t i o u a I e n Wieder gehurt. Der Vorsitzende des Verbandes der jüdischen Jugemlvcrcinc Deutschlands, Dr. I’aul Eppstein, sprach über ״Cicmeinschaftsformrii jüdischer Jugendarbeit" und zeigte, wie sich trotz verschiedener Riclitungen die b ii n disclie (1 e m c i 11 s c h a f t s f o r m als gemeinsam für alle hcraiisgeschiilt habe. Der Redner stellte das Programm seines Verbandes dar, das eine Arbeit fordert, die in den Vorder* grund stellt die Wechselwirkung zwischen Palästina und der Oaluth. In einem unzulänglichen Referat sprach Rudolf Lei ho* witz. (Agudas-Jisrocl-Jugeiulorganisation) über die ״jüdische Gcncralioncnfragc". Soweit wir ihn zu verstehen vcrmoch* ten, wollte er wohl ausführen, daß zwischen den (lene* rationell kein geistiger, sondern mir ein biologischer (iegensatz. besteht, und daß infolgedessen die Jugend die geistige Weit ihrer Vorfahren bejahen müsse. Ocmcint waren diese Ausführungen wohl als Begründung für den religiösen Standpunkt des Redners. Vom Bund deutsch-jüdischer Jugend referierte Hans Keller 111 a 1111 über ״Persönlichkeit«- und üemeinschaftsbildiing". Zum großen Erstaunen aller begann er seine Ausftiliriingeii mit einer Attacke gegen den Reichs* ausschuB (in dem er selber sitzt!) und kritisierte an ihm, daß er eine Art ״Parlament" sei, nachdem Brodnit/. zuvor genau das Gegenteil gesagt hatte! — 1111 übrigen ver* trat er teils liberale Ocdankengängo, teils lehnte er den Liberalismus in scharfer Weise ab, so daß nicht recht klar wurde, welche Stellung er denn mm wirklich cinnimmt. Im übrigen bekannte er für seine (Truppe, daß sic zum Leben in der Diaspora entschlossen sei. und diese Form des jüdischen Lebens als eine notwendige hinnchme. Die restlichen drei JMeratc von Georg P a. p c (l!abonim) über ״Jüdische Jugend und Beruf‘, von Dr. Bruno S o m m e r f e I ii über ״So/ialarbcit der jüdischen Jugend" und von Fritz S e 11 w a r z s c h i I d über ״Jüdische Jugend und jüdische (»Öffentlichkeit" konnten wir leider selbst nicht hören; doch wurde uns berichtet, daß diese Referate in sehr sachlicher Form gehalten wurden. Die Veranstaltung als solche entsprach zweifellos einer Notwendigkeit, Ls ist sicher wichtig, daß die jüdische Jugend und überhaupt die jüdische Öffentlichkeit Gelegenheit hat, die Ziele und die Arbeit der maßgebenden Bünde kcnncn/ti* lernen und von führenden Leuten sich über das bisher Ge* leistete informieren zu lassen. Es wäre wohl zweckdienlicher gewesen, kontradiktorische Abende zu veranstalten, hei denen die einzelnen Führer sich öffentlich hätten unter* halten müssen, statt daß jeder Redner einzeln vor einem schweigenden Publikum seine Ansichten vortrug. N. In der Ff*urn-ArbelHgcmcln«ch«tt IDr P»tl»tlni spricht Herr h, Joachim Prln« am 14. Juni, abend« 8.30 Uhr, Uber du Thtrru’ ״Judenlrage — von Innen gesehen.“ Im Logcnhau«, Kleiiltir, ןן] (huppe Gr 11 ne wald: Die Arbeit ■ccmciiisrhatt wird mit Ri״.,;,,!!״ auf den Vorlrng von Herrn l)r. l’iint vom 14. auf den 21, verleg!. Machanoth Ha|cladim. Muchancli Kantslralic: 1. Montag und yjlt( worb 4 bin 8 Ulir, Dirn, 11g und Donner,t.ig von 3.3Q 6.30 Uhr, Ort wird tiek.imdgegeheji. - Mnelunrh Grune*,u. Hieiwtnß von 4.30 Uhr bi« 0.30 Uhr, Freitag von 3.30 Uhr hi« 5.30 Fr»nm1sl).1drr Str. 7 (Synagoge), — M.u iinneh Tcmpelho[: 1. Mitt' worti und Freiing von 4 tu« 8 Uhr, Kaiserkor 80 סי, bei Einhorn" 2. Montag« und Mittwochs von 4 bin 0 Uhr naeli Verabredung Marliancli Wedding: Millworli von 3.30 bi<1 5.30 Ulir, 1 leidrhrmktr Straße 14, bei WeiCbliith. Sonnabend von 3.30 bi» 5.30 Uhr, [jm״ nenstr. 03, bei Kobork. —- Machaneti Bawürlier Platt! Dirnu״, und Donnerstag von 4 bi« 6 Uhr, Unden«! 11c Sir. 13, hoi Aronv,hn In Neukölln wird in d11'׳,cr1 Tagen ein neue« Marl,and, erolfi^ Meldungen an Marlin Ktunower, Flygliafenslr. 18, F 2 2970. _ Marhanch im Zenlrum: Heimabend, Dnnnrruag um 4 Uhr. Rn״. nenstT. 181, Aufgang C, 2 'fr. (Hmrlmmef-Ilcim). — Marhind, Trmpelbof It: Mittwochs von 5.45 bi« 7.15 und Sonnabend! "!ף 5,15 hi« 7 Uhr abends, — Macbancli bayerischer l’lati II; Dienst,, von 4.30 In« 5 Uhr. Chug Iwrl. Die Ssirbalireilie unter Leitung von Dr. Kaplan find« ihre Fortseirung am 12. Juni. 20,30 Uhr, bei Dr. Steinhardt, R«. nickendorter Str, 2. Zutritt haben diesmal nur Chug-Milglieder, Veranstaltungen Bibel und Homer. 111 einem Rczitatiousabcnd im Kulturblind las I lli Reicher ans der Ilias und aus der Bibel. Sie trug den Gesang vor. der den Kampf zwischen Achilleus und Hektor .schildert, und der ausgezeichnet ist durch eine ur* 7 e i t I i e 11 e Wildheit der Gesinnung und des Handelns. Dies war die einzig mögliche Parallele, die sich dann auch zu dein Stück, das sie aus der Bibel las, ergeben konnte, nämlich aus dem 2. Buch Samuel, das den Abfall Absaioms von David und .seine Tötung durch Joab schildert. Man kann eigentlich nicht sagen, daß es sich liier um ein Heldenepos handelt, solidem es ist im (irundc eine nüchterne historische Begebenheit, die von einem nofhisfori;>g1apl1en berichtet wird und also fiir den Gebrauch des Königshauses zurechtgemacht ist. Unter solchen Gesichtspunkten erscheint die Zusammenstellung des Programms nicht ganz einleuchtend, doch kam es vielleicht weniger auf diese gedanklichen Inhalte an als vielmehr auf die wirkungsvolle Art des Vortrages, die die Inhalte der Erzählungen meisterhaft zu gestalten wußte. Allerdings konnte man sich zuweilen des Gefühls nicht erwehren, daß hier Homer nicht in Hexametern, sondern in Prosa gelesen wird. N. In einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugend-Alijah setzte sich Rabbiner Dr. M. Swar- 5 c 11 s ky mit der Frage ״Was bedeutet Jugcnd-Alijah?“ auseinander, die eine Frage der Praxis geworden ist, nach* dem die Arbeitsgemeinschaft im vergangenen Jahr 218 J11gendlichc aus Deutschland in landwirtschaftlichen tmd bandwerblichen Lehrstellen Palästinas untergebracht hat. Der Redncr kam zu dem Ergebnis, daß Palästina erst in zweiter Linie eine soziale, in erster Linie eine kulturelle Existenz bedeute. 111 Erez Israel, das auch aut die Länder der Zer- Streuung neues jüdisches Leben ansstrahlen würde, läge nicht mir die Zukunft der Jmicnheit, sondern die Zukunft des Judentums. — Im Anschluß wurde ein Theater* stück ״Alndin und die Wumleriainpe‘‘ von Ncandcr urauf* geführt. Die Schauspieler waren Bcrufsmenschcii, die ihre Nächte den Proben opferten. Es wurde lebendig und mit Witz unter der Regie von Dr. Fritz V. Griinfcld gespielt. Als begabter Sprecher fiel der junge Werner I.andshurgh auf. Allerdings konnte man zwischen der Komödie und der ״Kinder- und Jugcnd-Alijah“ keinen anderen Zusammenhang entdecken, als daß sie offenbar für Kinder und Jugcndliche geschrieben wurde. H. F. In der Freien Jüdischen Volkshochschule c. V. sprach Dr. Kurt Stern he rg über ״Grundfragen der Wcltanschauung“. Der Redner behandelte Probleme der Metaphysik in besonderem!!inblick auf die großen jüdischen Philosophen, vornehmlich aut Philon, die Kanhalisten, Maimonides, Spinoza. Die Volkshochschule veranstaltete am 3. Juni eine Füllrunp durch jüdische Stätten Berlins. Der erste Besuch galt der Neuen Synagoge, cs schloß sich die Besichtigung der Alten Synagoge in der Heiderciitergassc und der Mikwch an. Dr. Kiiersfcld führte die Hörer. Julius Walter. DonnrraisR, den 14. Juni, 20H Uhr’ Usmh»«•, Kieißtstrafir!0 9* l'miritt RM —,SO Frauen-Arbeitsgemeinschaft fUr Palästina R r 1־ I i n W 1 5« Moinnknatrn&p IO Aus den Vereinen Sj׳n*g׳»gen־V*reln Olten, Rigaer Str. J. Täglich morgens und tbrnd! Gottesdienst. Abendgebet tiigtirh 8 Uhr. Dienstag *bend vor Gottesdienst Lehrvortrag: Erklärung de« Buches Daniel durch R!bb, Dr. Ro.senwa««er. — Zwcigbibliutlick «)«len, Sonntag von 11 bn 12 Uhr vormittags Dienstag von 7 bis 8 Ulir nachmittag« Büchen», gäbe und Lesesaat. SchBnebcrger Synagogcn-Vcrcln, Münchener Str. 37. Täglich vor dem Abendgottcsdien.st s I.chrvortrage. au« dem Gesamt (jebte* jüdischen Wissen«. Die Dozenten: Rahb. B. Pessctt, Dr. S. Ksinski, R.-A. Dt, Loeb, Rabb. Dr. Rosenwasser. Mensa Acadctnica Judaica (N 54, Roscnthalcr Str. 40/41, Durchfahrt 5, am Hackcschen Markt). Der Vorstand der Mensa Academica Judaica E. V. hat gemeinsam mit dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde anläßlich des 70. Ge* hurtstages des Herrn Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer seinein Gastr,311111 die Bezeichnung ״A k a d cm i k c r 11 e i m Meier Hildesheimer“ gegeben. Der Verein, dessen Küche der Aufsicht der Kasclmith-Kommission der Jüdischen (ieniciiule unterstellt, bietet für 0,00 RM. seinen Gästen ein kräftiges, abwechslungsreiches, streng rituelles Mittagessen. Die (iastriiumc, die täglich, auch an Sonnabenden und Sonntagen wie an jüdischen und anderen Feiertagen, geöffnet sind, sind nicht nur Akademikern, sondern auch allen Werk* tätigen, sowie jüdischen Familien, in denen der Wunsch besteht, die Hausfrau einmal von der Küchenarbeit z.u ent* lasten, zum gleichen Preise offen. Johanna Löwcnbcrß, die Vorsitzende des ״Hilfsvereins für die jüdischen Taubstummen in Deutschland E. V.", übersiedelt dieser Tage nach Palästina. Zwölf Jahre lang hat sic den Vorsitz in diesem 1903 gegründeten Verein gc* fuhrt. Bei einer Abschiedsfeier verpflichtete der 2. Vor* sitzende, Ohcrhaurnt Bärwald, den zum 1. Vorsitzenden gewählten Herrn Alfred Hahn. Prof. Dr. Wölbe hielt die Festrede, in 11er er mit dem Dank tlcs Vereins einen Rückblick auf die Tätigkeit der Frau Löwenberg und einen Ausblick auf die ihrer in der neuen Heimat harrenden Sozi* alen Aufgaben verband. Tcmunah Photogruppe der BZV. Die Tcmunah kann nach den ersten vier Monaten ihres Bestehens auf eine statt* liehe Anzahl von Mitgliedern blicken, die die regelmäßigen Zusammenkünfte besuchen. Außer den vicr/clmtägig statt* findenden Abenden mit Vorträgen, Bildkritik usw. finden zurzeit drei phototcchnischc Kurse statt. Im Sommer wird eine P h o t o ־ A u s s l e 1111 n g ״Wir Juden in Deutschland" vor* bereitet. Die Zusammenkünfte werden in der ״Jüd. Rund* schau" unter ״Zionistische Veranstaltungen'.‘ regelmäßig angc* kündigt. Alle Interessenten sind cingcladcn. Die Veranstaltung am 14. Juni füllt aus. Familien - Nachrichten Im Israel. Lehrerinnruheim Berlinl.ichterfelde verschied im Ate von 92 Jahren Frl. Hulda Herzberg. Frau Aurclie Cohn, fr. Stolp/Pomm., jctit Berlin, Bayerische Str. 18, feiert am 14. Juni ihren 80. Geburtstag. Bar Mizwnh-Termine Am 10. Juni — 3. Tnimniic Rot( Albert l’ick, Sohn von R.-A. Friti Pick, Berlin-Sieglitz, Albrcrlilstr. 85. Am 16. Juni 3. Tnimnus Simon l'renkct, Solm de« Herrn i-racl Frenke!, Drc-den-A., Seeslr. ß. v, 9-1& UU1 und TwtiUity m4a> 9-16 Uhi Anieigen• Schloß 1 FOr die Dienstag-Ausgabe Montag 10 Uhr für Jede Art von Anieigen Für die Freiing -Autgahe Mittwoch 13 Uhr für allgemeine Anieigen Donnerstag 10 Uhr für Familien-Anieigen Anzeigen •Verwaltung: BeAÜH Id15, tfleiheUesUafo 10 Zweite Annahme •Stelle! BeUin Std6B, SUuUzcMbaßc 2? Neuauflage des Herzlbildes TJtmdM, Uwzl oh de* jlLewMüS Zum SO. loderiag (30. Tamntu* MW z J. füll SOS4) Preis US RpJ. Keren Kajemcfh Lejisracl S Zentrale, Berlin WH! Melnekesiraße 10 / Poshdteckkonio Berlin 26241 Nr. 47, 1 ,?*t•׳״K י •*ettu)* t lr •uß״ch, ,icü! ,1B יז»ז׳11ו!,ו1ןין ,Jrr ״NVaUi r,,!timen, 1 «,;!ff! iilmrg ('!!,.rim'lien ״net ״״׳י S'hr, ,י^יי• I'nhrungeft Am 1<י• J* c;,111! ״!ן au» Krim, Gr. wnd J«d. 24, «,״.,׳rmlorf prkictad»1 Die Attlsl ltn tltertl. piugcit ז Mlttdlunl (KsufmlB SW 1«, Abteilung mlulung, rt e»«e I Perfekte gfiibie D ModHIkOt fiir Herr 1 tn, P«t IlfrrcmVl direkt ן ie* für itu.lt! henvlen,!riet.), t Beruf «kl« idiiiiiilel — (lurtl aut Ittel 1.1!!.'• utt gereichnt MnlmWA llnwiit* ter (H«h von Kü (Prägopp «ftd Tftj Ibimlelil u ח (I . 1 hnmlwtrl drm rad von Lth imdiil,' 4 nur | 0׳ lindi-n 4 S»rt,n*.^ ח e«4* 3 ׳MJ nim;»* , jeder A Wnhnftt’■ M! tun! Findens Werbe-I J'ld. A Spriehl »<»i«ch, Kurve ünd iu Oymna ArliCil* Abietin nhch, uriltrii JUd. , i Preiswerte | cmhi __ _ fr| und Polsterwaren gegen bar und auf VTeilzahlung J יי׳ייין» 1 1/״״׳ Brunncnstr. 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