Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 47 (12.6.1934)
- Date
- 1934-06-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 12 ,47׳, VI, 1934 |§j8r;\: M Eesclilussc der ZV®.!Wir erhalten folgende Bekanntmachung: ' Der Gcsehäftslührende Ausschuß der Zionistischen Vcfeinlgung für Deutschland hat in seiner Sitzung vom 6. 6. 3* folgende Beschlüsse gefaßt! 1. Die Zugehörigkeit zur Zionistischen Vereinigung für Deutschland Ist mit der Zugehörigkeit zur Staatszionist!* sehen Organisation unvereinbar. 2. Die Zugehörigkeit zur Zionistischen Vereinigung für Deutschland ist mit der Zugehörigkeit zum Rclchsbund Jüdischer Frontsoldaten und seinen Sportgruppen unver* einbar. Zur Begründung dieser Beschlüsse wird uns mit* geteilt: Der Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten war hei seiner Gründung ein Verband, der in seinem Statut der jüdischen Oeffcntlichkcit und seinen Mitgliedern die Ver* Sicherung abgab, daß er in religiösen und politischen Fragen strengste Neutralität wahren wolle. Sein Anspruch, Innerhalb seines Aufgabenkreises Treuhänder des gesamten deutschen Judentums zu sein, wurde in weitem Umfange anerkannt. Auch heute noch wird es zahlreiche Ortsgruppen und ein* zelne Mitglieder des RJF. geben, die auf diesem Standpunkt verharren und die letzte Entwicklung noch nicht mit genii* gender Deutlichkeit erkannt haben. Seitdem der RJF. im ver* gattgenen Jahre sein altes Statut aufgehoben hat und zum ,,Führerprinzip“ übergegaugen ist, hat der Bundesführer, Dr. Löwenstein, mit immer größerer Deutlichkeit den RJF. zum antizionistischen Kampfbund umgcstaltct. In dieser Richtung wirkte offenbar auch der Einfluß wichtiger Funktionäre der Bundcslcitung, die entweder der Richtung von Dr. Max Naumann zuncigtcn oder — wie der inzwischen abgereiste Bundcsgcschäftsfiiiircr Dr. Freund -- der ״Er* neucrtmgsbcwcgung“ angchörtcn. Die Artikel, die Dr. Freund um die Jahreswende im Organ des RJF. veröffentlichte, offenbarten einen so dcutliehen antizionistischen Kurs, daß die Z.V. f. D. ihren Mit* gliedern den Austritt aus dem RJF. anraten mußte. Die Tendenz, die auf Ausscheidung der deutschen Zionisten aus den deutsch-jüdischen Gremien gerichtet war, wurde vom RIF. konsequent weitergeführt. So z. B. schreibt im ״Schild“ der ״Bundesführer'‘ Dr. Löwenstein: ״Es gellt nicht an, daß bei der Formung unseres Verhältnisses zum deutschen Staat und deutscher Nation die Vertreter jenes nationaljüdischcn Zionismus vor oder hinter den Kulissen mitwirken“. Wir finden cs besonders beschämend, daß der RJF. die Bindungen der Frontkameradschaft, deren Respektierung er von Nichtjuden erwartet, seihst seinen jüdischen Kameraden gegenüber, sofern diese Zionisten waren, hintansetzte. Nicht einmal das Frontkämpfernrivileg, das die Ariergesetzgebung den jüdischen Frontkämpfern gelassen hat, wird von Dr. Lö* wenstein innerhalb des jüdischen Kreises den Zionisten zu* gebilligt. Der RJF. verbreitet verzerrte Darstellungen der zionisti* sehen Anschauung, was gerade in dieser Zeit einer scharfen Zurückweisung bedarf, wer die Geschichte des Zionismus kennt, der weiß, daß niemals davon die Rede war, daß Palästina die ״politische Zentrale jüdisch-völkischer Minoritäten“ sein könne. In dem politischen Fundament des gegenwärtigen zionistischen Aufbaus, der Baifour-Dcklaralion, steht geschrieben, daß ״nichts geschehen soll, was die Rechte oder den politischen Status der Juden in irgendeinem Land beeinträchtigen könnte“. Jedem Kenner der Materie ist hekannt, daß der Kampf gegen Minoritäten atn häufigsten sieb des Verdachtsargumcnts bedient, daß diese Minoritäten an Sinatstreiie hinter der Mehrheit der Bevölkerung zurückstehen. Auch das deutsche Volk ist oft genötigt, sich gegen die Verleumdung zu wehren, als ob die bewußte Pflege des Volkstums in den außerdeut* sehen Ländern eine politische Unzuverlässigkeit bedeuten würde. F>er RJF. bedient sich dieses Arguments gegen die zionistischen Juden, obwohl, um nur das der Mentalität des RJF. naheliegendste Beispiel zu nennen, die Zionisten als Frontsoldaten nicht weniger ilire Pflicht erfüllt haben wie die jetzigen Wortführer des RJF, Die aus innerjüdischer Riva* lität erklärbaren, völlig mißdeutenden Anspielungen des RJF. können von uns mir als eine Dcnunzicrung des volksbcwuß* ten Judentums aufgefaßt werden, das die Treue zu Staat und Vaterland mit der Treue zum historischen Volkstum und zur Verpflichtung gegenüber dein konstruktiven Aufbauwerk des Jüdischen _ Nationalheims in Palästina verbindet. Wir sehen darin eine Störung des innerjüdisrhen Friedens in einer für das gesamte deutsche Judentum ohne Unterschied der Griippciizugchörjgkeit kritischen Zeit. Der jetzt gefaßte Beschluß zur organisatorischen Tren* nung macht uns nicht irre an der Notwendigkeit gemein sanier Arbeit auch mit Juden anderer Auffassung. Die Zionistische Vereinigung kann aber nicht duiden, daß Mitglieder der Z V.f. D. einem Verband angchörcn, der eine bewußte und beabsichtigte Kampfstellung gegen den deutschen Zionismus cinnimmt. Die ״Staatszionistische Organisation" gehört als solche weder der Zionistischen Landesorganisation, d. h. der Z.V. f. D., norh auch der Zionistischen Weltorganisation an. Sie behauptet, keinen Zusammenhang mit der revisionistischen Weltorganisation zu haben, obwohl sie in ihrer Ideologie und ihren organisatorischen Aufbau dem Revisionismus absolut angepaßt ist. , fr‘c I'raße> ob Mitglieder der Staatszionistischen Organisafion gleichzeitig innerhalb der Z.V. I. D. arbeiten und dort eine besondere Gruppe bilden können, hat sich dadurch erlealgt, daß die Staatszionistische Organisation einen unquaiibzicrbaren Kampf gegen die. Z.V.f D. und die Zionistische Exekutive eröffnet hat. Die organisatorische Trennung ist demnach nur der erste Schritt der Z. V. f. D. für einen nachdrücklichen Kampf gegen den zersetzenden und den Pawstina-Aufbau aufs schwerste gefährdenden Revisionismus. Danksagung, Dr. Max Brod ersucht uns um Abdruck nachstehender Zeilen: Allen, die zu meinem 50. Geburtstage in freundlicher Gesinnung meiner gedacht haben, sage Ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank. Dr. Max Brod. Alexander Guttmann: ,,Enthüllte Talmudzitate". Das von un* in der vorigen Nummer der ״lüd, Rundschau“ als Quelle für die Zusammenstellung über die mit der Ritualmord-Beschuldigung zusammenhängenden Talmudzitate angeführte Werk Alexander Guttmann: ״Enthüllte Talmudzitate“ ist, wie wir auf mehrfache Anfragen bekanntgeben, in; Philo-Ver* lag, Berlin 1930, erschienen. Spenden für das Technikum in Haifa. Die B7.V. nimmt Bücher, Lehrmittel und Apparate, die für die Bibliothek des Technikums in Haifa gespendet werden, entgegen und leitet sie weiter. , , De» jüdische Historiker Prof. Simon Dubnow, der vor einiger Zeit seinen Wohnsitz von Berlin nach Riga verlegt hat, iibcrsiedeite jetzt nach dem polnischen Kurort Drus• wicniKta Jüdische Erwachsenenbildung Die Arbeitsform{} la Boi Kremiwch Nachdem die ״Mittclstdle für Jüdische Erwachsenenbildunu“ durch ihre Konferenz in I lerrlintfen versucht hat,- über Sinn und Weg jüdischer Bildungsarhcit in der Gegenwart Klarheit zu schaffen, schreitet sic zur ersten Tat. Vom 22. bis 21. Mai fand in Bad Kreuznach Im Jüdischen Kinderheim eine Arbeitstagung statt mit dem Ziel, allen in der praktischen Biklmigsnrbcit stehenden Menschen neues jüdisches Wissen uml neue Anregungen zu vermitteln. Der trotz, mancher Schwierigkeiten in der Vorbereitung sehr anselmliehe Besuch von Lehrern, Erwachscncnhildiicrii und lugendfiibrcrn aus ganz Süd- und Westdeutschland zeigte, daß hier ein echtes Bedürfnis vorhanden war. Man hotte vier Arbeitsgemeinschaften eingerichtet, In denen nicht allein neuer Stoff geboten, sondern vor allein auch von den Möglichkeiten praktischer Auswertung und pädagogischer Methodik ein Begriff gegeben werden sollte. Immerhin war auch so die Auswahl der behandelten Gebiete nicht zufällig. Durchweg ergaben sich Gesichtspunkte für das Verständnis der Gegenwart. Besonders fruchtbar war der Gcschichisiütrs von Dr. Ernst Simon über Jose! von Rasheim. In äußerst knapper Zeit wurden hier die politische und wirtschaftliche Stellung der deutschen Juden des Mittelalters, ihre geistige Lage, das Verhältnis von rabhinischer und politischer Führung, die soziale Bedeutung der Kabbalistik und des Messianismus, das wechselnde Verhalten Luthers zu den Juden und eine Fülle weiterer Probieme behandelt. Es zeigte sich wie so oft in der jüdischen Geschichte jene, wenn man will tragische, Fremdheit und jenes Nicht-Vcrstehcn-Könncn von Juden und Nichtjuden, das auf jüdischer Seite häufig zur groben Mißdeutung der umgebenden geschichtlichen Welt und mithin zur VerKcnmmg der eigenen Lage führt. Die reichliche Benutzung des Qucllcnmaterials trug wesentlich dazu bei, den Teilnehmern ein haftendes Bild jener Epoche zu geben und ihnen damit die Wichtigkeit der Quclieiilntcrprctation im Unterricht eindringlich vor Augen zu führen. Noch deutlichere Berührungen mit der Gegenwart zeigten sich in einem zweiten Gesellichtskurs von Dr. Erich Rosenblüth über die Zeit Esras und Nchcmias. Der Wiederaufbau Palästinas und die damit verbundenen inneren Reformen wurden nicht ausschließlich unter jüdischen Gesichtspunkten sondern auch im Rahmen der zeitgenössischen Kultur und Geschichte des Vorderen Orient betrachtet. Immer wieder wurde im Verlauf dieser Tagung davor gewarnt, jüdische Dinge künstlich isoliert zu behandeln. ln dem von Ernst Simon vorbereiteten und van Professor Martin Bnber mit der ihm eigenen Beherrschung des Stoffes ciurchgcführtcn Bibclkurs über die Gideon-Kapitel des Ricliterbuclics schien In höchst eindrucksvoller Welse das Gruiuitbema der ganzen Tagung zusammengefaßt zu sein. Hier ging cs wie stets in unserer Geschichte um die Frage der Einzigartigkeit des Judentums und die daraus sich ergehenden voikscrzichcrischen Aufgaben nach innen wie die notwendigen Abgrenzungen nach außen. Diese Ausfiihrungcn Prof. Bubcrs begegneten einer besonder» dankbaren Aufnahme. Mindestens so wichtig wie da» Inhaltliche jener drei Kurse war jedoch, daß den Teilnehmern einmal vorbildlich gezeigt wurde, wie man derartige Stoffe darstcllcn und pädagogisch auswerten kann. Ci roß cs Interesse fand eine von Prof. Gatthold Weil geleitete Arbeitsgemeinschaft über die Methodik des hebräischcn Unterrichts. Die Einführung in das ältere Schrifttum müsse vor allem auch deshalb unerläßlicher Bestandteil eines jeden hebräischen Unterrichts sein, weil diese Sprache für uns keine beliebige Fremdsprache ist, sondern uns zu der Wiedergewinnung des verlorenen Zusammenhangs mit unserer Kultur verhelfen soll. Außer diesen Kursen fanden in den Abendstunden noch einige Einzelvcranstaltungen statt. Emst Simon sprach über die Bedeutung Palästinas für die jüdische Erziehung in Deutschland. Prof. Kantorowlcz gab einen klaren lieber• blick über das weitgestreckte Arbeitsgebiet der Mittelstelk. 111 diesem Zusammenhang muß noch jenes eindrucksvolle Gespräch verzeichnet werden, in dem aus den unmittelbaren Erfahrungen heraus die Nöte und Bedürfnisse der Fandgemeinden und die Bemühungen um materielle und seelische Hilfeleistung erörtert wurden. Nicht wenig trug zum Gelingen dieser Tagung die angenehme Atmosphäre bei, die den Bemühungen aller zuständigen Stellen, insbesondere Herrn und Frau Rabbiner Dr. J a* kobs, zu verdanken ist. Es war auch sicher kein Zufall, daß die Zusammenkunft einen so positiv jüdischen Charakter trug. Die Tagungsrnumc waren mit hebräischen Sprüchen ausgeschmückt. Als man singen wollte, waren es nur hebräischc Lieder. Die in dem Kinderheim arbeitende Hachscharahgmope erschien als Symbol dafür, daß echtes ludentum von der Lehre zur Tat schreitet und den Einsatz des ganzen Lebens fordert. Man beabsichtigt, demnächst auch in der Nähe von Berlin für Interessenten aus Nord- und Ostdeutschland eine Arbeitstagung abzuhaltcn. Darüber hinaus bestehen weitchcndc Pläne der Mittclstclk besonders zur Schulung von ehrern und Jugendführern. Es ist zu hoffen, daß diese Arbeit auf fruchtbaren Boden fallen wird. Dr. S. Kösterlch. * Lchrerkursus In Pommern. Der Verband der jüdischen Lehrer Pommerns hielt in Stettin auf Veranlassung des Synagogenverhandes der Gemeinden Pommerns einen mchrtagl• gen Kursus ab^ in dem eine Reihe von Themen, die beson- «iers wichtige Gegenwartsfragen für den jüdischen Lehrer betreffen, erörtert wurden. Oberkantor Kornitzcr, Hamburg, Rahhincr Dr. Elk, Stettin, Direktor Resehkc und Direktor!זי, Stern, Berlin, teilten sieh in die Vorlesungen. Der Preußische Landesverband Jüdischer Gemeinden hatte Herrn Rechts* anwalt I>r. Klee entsandt, der von der Aufgabe der Lehrer sprach, die siel! gerade jetzt besonders ausgeweitet habe. Dr. Klee griff die Anregungen, die die von Martin Buber elcitctc Tagung in Herrlingen geboten habe, auf und erl.irtc, daß der Preußische Landesverband diese dadurch weiter zu fördern wünsche, daß er die Lehrer der preußisehen Gemeinden auf Tagungen versammle, um von ihnen Anregungen aus der Praxis für die Arbeit der Erwachsenenbildung zu bekommen, andererseits aber auch Anregungen zu geben. Er hoffe dabei auf die Unterstützung der für die Erwachsenenbildung geschaffenen Zentralstelle. Kundgebung gegen den Revisionismus in Breslau. Die Breslauer Zionistische Vereinigung veranstaltete eine Kundgebung gegen den Revisionismus. Vor einem überfüllten Saal geißelten Dr. David Sch Io ßb erg, Berlin, und Edgar Freund, .Breslau, die Kampfesmethoden der Revisionisten, die oft nur auf wortreiche Deklarationen, nicht aber auf praktische Palästina-Arbeit hinauslaufen. Chöre der gesamten zionistischen Jugend Breslaus umrahmten die Veranstaltung. Die Zuhörerschaft stimmte begeistert den Ausführungen der Redner 2» \ Im letzten Genieimlrbhitt der Jüdischen Gemeinde Berlin veröffentlicht Dr. Alfred Klee einen Aufsatz .״Probleme der (i c in e i 11 d e a r b e i t". Dr. Klee weist zunächst darauf hin, daß der Begriff der ״Nur־IMigionsgrmei11schaft‘■, c!t״ früher immer von den I ibcralen auf die Gemeinde aitgcwcmkf wurde, heute läugsst seinen Sinn verloren hat, da die Wirklichkeit darüber hinwcggcgangcii Ist. Das jüdische Lehe!, in allen Minen Ausstrahlungen beansprucht heute die Fürsorge der Gemeinde, Der Verfasser weist dann «inrauf hin, daß jüdische Schule, früher eine Streitfrage, heute ein nicht wegzudenkender Teil der Ocmcindelätighcit sei. fkr lnh|U des jüdischen Schulwesens sei aber noch umstritten. Dr, Kl» skizziert als Schulprogramm, ״daß die Jugend mit allen Klemmten In r Kilßung *11 irmeheri i«l, mit «lern 1.1'brns- und LclinnKilt ntnctn <•!*!1.0 wie mit den kraltvnllen Aeniii rnngen puUicr! mlcn üfgeiiwiirtslelieii«. Da« bedeutet, ilitü nielit mir im Gebet unser זןןןן^ nach l’nlä'lina ßcrirliirl sein *oll. Von dort rieht der י|ן״1|״>ן Religion*!- und Gevliirliloinlrrrü In «eine Ki.dt, «las I..11,11 i*t At1> gang und Ziel unserer I1el1r«i«el1rn Spin, lir. Müßig der Streit, ob 1|״ jiiiliselic S1 bull* Mir l'nläslina vnrbereilrn soll. Ol, un ere Jugend!!!! l.rlien in l'aliisiimi (orUiibrrn w ird oder 1 ■ i! ibleilwn knnn — in ...ן״ן Jugend mutt «In« Kmphndeii gewerkt werden, einer Gemein vh»it von großer Trndilion tmd einiurrüig.׳bictrmlcr Gr.diirhte imugt, büren, aber »in 11, soll sic de« testen 11 altes nicht entlichrer», lebendiger, ruktmll.vcrhrißrnder (■rgi-nwarl. 1 >1« hcilrutet p:»,| keinen Verzieht aut d.t« Kulturgut der Umgebung, in der wij leben und mit der wir uns verbunden fühlen." Unter Bezugnahme auf den im Gemeindcblatt frühtt e* schiencncn Aufsatz ״Palästina und wir" von Dr. W. Breslauer mit dem wir uns in der ״Jüdischen Rundschau" Nr. 43 bei schäftlgt haben, betont Dr. Klee, «laß es nicht genüge, nur praktisch der Tatsache Rechnung zu tragen, «laß viele deutsche Juden nach Palästina gehen, sondern daß die Gemeinde stich den geistigen Zusammenhang mit Palästina her. stellen müsse und alle jüdisch-kulturelle Tätigkeit in der C10 ltK’inde eine Heimat finden müsse. Die jüdische Familie müsse mit jüdischem Lebciisgcfühl erfüllt sein. Die Jugendarbeit müsse darauf abziclen, der Jugend «las Empfinden zu geben, daß sie ein Glied in der Kette ist und anknüpfeml an die Tradil tion der Väter jüdische Verantwortung zu tragen hat. im Schlußteil seines Artikels befaßt sich Dr. Klee mit der jüdisch-deutschen Problematik, die von anderer Seite häufig falsch «largestellt wird. Er formuliert seinen Stand• punkt folgendermaßen: ״/.iigrbüiig zur «IriiOrhrn KiiltmgrnieinwIlnfI sind wir (loilvh und jtlili-rh, »brr nur «lann M e n י e h 111 ׳ von Wert, wenn wir erbt* Juden sind, »lolz auf unsere Tradition, und hingebungrvnll »rbeilftd an Gegenwart und Zukunft. Pctitwh jüdnch — hüten wir um, du Wort *um Pnrlcürhlagworl zu machen um! damit zu entwerten — heittt alles w». echte« |u׳L-!1t11m in «lic-rm Fände kt und dankMf «lie mannigfache Bereicherung empfindet, «lir ihm die drtiUrhf Ktilwr gfaelietikt hat. Von diesem «jetO vtwn uml jiidkrhen Leben sind •her inncrhnlb unserer jüdischen Gemcimrhnft am wenigsten die au«, geschlossen, die tim die l’rohlcmaiik jüdischen Seins in der Diaqwta wissen und in Erkenntnis des Wandels der Zeit sich und ihr Jude#, tum finden." Buofc oh die Redaktion Worte einer Mutier Tfnldr den zahlreichen hei 1ms einlanfenden Briefen, in denen uns Lener ihre Zustimmung mittcilen und ihr Herl au.sschittlen, befand *ich in der letzten Woche der Brief einer Mutier aus einer hieinen Stadt des iihrinlands, au» dein wir folgenden Teil, weil wohl allgemein interessierend, einem größeren Kreis nicht vorenthalten möchten. Es heißt in dem Briefe: So furchtbar die Zeit für uns deutsche Juden ist, um so dankbarer ist man für Worte des stolzen, bewußten Judeseins. Als letztes Jahr mein damalig lijährigcr Sohn, der einziger Jude am hiesigen Gymnasium war, nach Hause kam und sagte, morgen muß derjenige, der Nichtarier ist, cs schriftlich mitbringen, da sagten wir zu unserem Jungen: Wenn Du morgen diesen Brief, in dem Dein Vater mit großer stolzer Schrift schreibt ״Mein Sohn Werner ist Jude" als Einziger abgibst, daun darfst Du Dielt nicht schämen fts war In den ersten, furchtbaren Tagen, in «lenen cs uns Et* wachsenen schwer fiel, Herr über «las alles zu werden), sondern stolz erhobenen Hauptes trägst Iווי de« Brief nach vorn. Junge, Judescin ist ein schweres Schicks«!, aber es ist auch ein alter Adel. Hu darfst Dicli nie Deines Judentums schämen, im Gegenteil, sei stolz auf es, — abersei des Judentums auch würdig. Denke stets, ich bin Jude, und lebe stets danach. I>11 mußt eia besserer Mensch sein, ein gerader, aufrechter Mensch, der jederzeit sich var jedem verantworten kann für all sein Tun und Fassen. Du mußt mehr arbeiten, zurückhaltender sein und doch stolz, ohne je überheblich zu sein. — So stärkten wir damals dem Kind das Rückgrat und es gelang uns mit dem besten Erfolg. Werner ist ein angesehener, unbehelligter Schüler des Gynu nasiutns und seine Lehrer haben sich in dieser Art oft i® letzten Jahr mit uns unterhalten. ... Frau T. H. Bcrliii-I lalcnsee, 10. Juni 1931. In dem Artikel ״Was sagt der Talmud?“ (Nr. 46 Seite 13) wird erwähnt, daß Fiscnmcngcrs ״Entdecktes Judentum“ ״זי 1711 keine Neuauflage erlebt habe. Diese Angabe beruht au* einem Irrtum. Eisenmengers Buch ist im Jahre 1893 im Ver* läge Otto Brandncr, Dresden, von Dr. Franz Xaver Schiefen überarbeitet neu herausgegeben worden. Hochachtungsvoll Günther Joachim. Provinzial-AusschuB der Jewish Agency für Rheinland-Westfalen Am Dienstag, den 12. Juni 1934, ipricht im Weinaaal de• •tWt* isdien Konzerthause* in Aachen» pünktlich am 20,30 Uw Dr. Michael Traub, Berlin über Barufftutnschlchtung — und dann! Wanderung — wohin! Am Mittwoch, den 13. Juni 1934, •pricht um 20,30 Uhr i» Gemeindehaus, Grafenbergerillea 78 in Dü»■•*«10” Dr. Michael Traub, Berlin über luden und Araber in Paläslln8 jÜtMSC 10«ef < gesell dern. In pltahloi wohlfci weitete־ Gegen* ,chic wird fj kannt i 7UWCI10 j» den ,onderi wo di• zeigt 8 [OH’i v T h ® bi» in «tische von I« Wände; Seite c im jüdl gegenb [׳,ahne luden (ach ül und Ti d.1s re und da die an ״Im ü Heiden wohl S finiten Tr leben» Rom j sich d lerisch« k'omftd führten 1 i e n, später hesond imtcrsi nmehn Die F« spielen j i d d 1 Ausdri schied! hihlisci Bänkel Abrahl tmnddl sehe) erwähl die irr , und. B i erwähl Absatl cliarafc Tlieat« zum g Phäno druck. Ei Gesch ganze wenig er al« schieb Soni Weise Sonne Aifrei lieb buc b misst für ן Stand Wort« daß tirspr Aussi regen Lauf« wir Wort gen Grad rakte da rar Entw Gott» Gott Heb« die Wun gibt z. B Samt Gar» «iget auch n!t1! Entv Es > Kant erst« Friet »mt« freie doct die Qtte' Stau verb nich Nab Au»! Nab! i '¥ 1!׳״* 1; 1 .1!; .1» i