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Jüdische Rundschau · 1934-06-08 · Heft 46 (8.6.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 46 (8.6.1934)
Date
1934-06-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU P . Eindrücke und Besinnung einer jüdischen Reise Von Dr. Ernst S i 111 o 11 Aus dem soeben erscheinenden Jttnihcf{ des ״M orgo n", das als Sondernummer ״D t a s p o r n" erscheint, stellt uns der Autor mit Genehmigung des Philoeerlags den nachstehen■ den (von uns unwesentlich gekürzten) Aufsatz zum Vorab• druck zur Verfügung. Auf das erwühnte lieft werden nur nach Erscheinen noch xurttchhommen. llcd. I. Palästina, Italien, Frankreich, England — uml nun wieder Deutschland! Wie verschiedenartig, inmitten der spürbaren Einheit, sind die jüdischen Eindrücke, die auf diesem Wege begegnen. Palästina — das Land des frohen, des he• freiten Juden, des Rausches authaueuder Schöpfung und, seiteuer nun, heroisch-täglichen Opfers, voll der (inndc einer Lösung aller jüdischen Kräfte ins Menschliche, doch in der Ocfalir vorzeitiger I;rlüsu11gssti111m1111g, die vergessen lassen kann, dal! wir auch dort nicht Erlöste sind, sondern erlösen und erlöst werden sollen. Und danach: Italien. Nach der äußersten jüdischen Dichtheit die äußerste Zerstreuung. We• »ige Juden, kaum ein Zehntel Prozent — statt fast 25 Prozent in Lrcz Israel — und auch diese noch auf verschiedene Gemein* den verteilt. Trotzdem aber beginnt auch hier neues jüdisches leben sich zu regen. Den Spaziergängern durch das römische Ghetto, das auch heute noch wesentlich von Juden bewohnt wild, beantwortet mau den hebräischen Gruß freudig mit he• bräischem Gegengruß. Die große Synagoge ist auch zu Sabbatli-Aiisgang gut besucht, und unter den Betern sind ein paar junge Straßenbahner in Uniform. Einen noch viel stärkeren Eindruck aber macht Florenz. Beim Frcifagmorgin-Oottcs* dienst in der schönen Synagoge einige ausgezeichnete He* bralstcn; dann die Bekanntschaft mit alteingesessenen Italic* nischen Familien, wo von den Großeltern bis zu den Enkeln alles Hebräisch spricht und versteht: kurzum, jener religiös* nationale ,,Jiidaismo integrale“, der die romantisch-konserva* tiveu Traditionen des italienischen Judentums, wie sic etwa S. D. Luzzatto verkörpert hat, wieder atifztinehmcn scheint, Hier kehrt ein Rest zurück. Venedig freilich, trostlos in seinem wohl unaufhaltbaren jüdischen Verfall, bereitet schon vor auf das traurige Bild, das den Reisenden in Paris erwartet. Trotz des Rückhalts am elsässlschcn Judentum und an einer kleinen Pariser orthodoxen Scparatgcmeiiule nach deutschem Muster, trotz der beiden Jtidcnviertel in der Hauptstadt mit den am Sabbatli zum Teil gcschlossencii Liidcn, den hebräischen Aufschriften, trotz des zahlreichen Zustroms russischer Juden in der Zeit nach dem Kriege, scheint das französische Judentum sich in einer Epoche des Niedergangs zu befinden. In Paris allein sollen 000-200000סלן Juden wohnen, aber diese gewaltige Anzahl macht sich auch nicht annähernd in einer entsprechenden Intensität jüdischen Lebens geltend. Die französische Luft ist zu weich, die Assimilation zu leicht und zu süß: nur weiiigo widerstehen ihr. Gerade auf diesem Boden entartet der — Jiicr meist riissisch-antiholsclicwistischc — Zionismus schnell zur leeren Geste nationalistischen Geschreies, gerade hier verbindet sich ein äußerliches jüdisches Bekenntnis mit der vollkonimenen Icvantinischcn Aushöhlung, w׳ic sic besonders den Scphardiin, aber keineswegs ihnen allein droht. Die positi* ven Kräfte, wie sie vor allem auch in Verbindung mit den allgemeinen und misraehistisclicn Hechaluzgruppcii auftreten, haben die äußersten Schwierigkeiten, festen Fuß zu fassen, Im Vergleich damit erscheint England als ein Zentrum positiven Judentums. Absolut freilich darf man dieses Urteil keineswegs nehmen: mich liier offenbaren sich unter der Hülle eines ostjüdisch-nationalen Konservativismus der zweiten oder dritten Einwaiidcrcrgeneration die — langsamer fortschreitcnden — Zeichen des Verfalls. Vor allem sind cs die geistige Uniformität und die damit verbundene Leblosigkeit, die erschrecken. Judentum gehört dort oft in irgendeinem Ausmaße zum gcmäcliliehcn Tempo bürgerlichen Lebensstils; fast nie ist es leidenschaftlich ergriffener und umkämpftcr Kerngchalt des persönlichen Daseins. Es gibt im Grunde nur eine jüdische Richtung, eine jüdische Zeitung, eine herrschende Schicht. Die ist konservativ, aber nicht orthodox; paUistinafreundlieh, aber nicht zionistisch; gelegentlich kenntnisreich, selten produktiv. Ein volkstümliches Judentum mit Traditionen und brüderlicher Hilfsbereitschaft, aber seit langem ohne Geschichte und Schicksal. Kommt man nach Deutschland tmcl aus Palästina, so ist cs, als sei man aus dem Raum jüdischer Geschichte in den Raum jüdischen Schicksals cingctrctcn. Beide Län* der rücken zusammen: was zwischen ihnen war, Italien, Frankreich, selbst England, sinkt zurück. Palästina und Deutschland sind heute die beiden Gegenpole der erkennbaren jüdischen Weit (denn das Jüdische in Rußland, soweit es noch vorhanden sein mag, läßt sich nicht erkennen). Und wenn der Arbeiter in Palästina ein neues Gesicht bekommen hat, weil er wieder aktiv jüdische Geschichte formt, so der Beter in den nun wieder überfüllten Synagogen Deutschlands, weil er ein Schicksal trägt. Kaum einer, der unverändert aussähe! Alle, auch die, denen es ״persönlich noch ganz gut“ geht, künden von dem, was dem deutschen Judentum geschehen ist und nach geschieht. Mit der neuen Anziehungskraft erwuchs der Synagoge 111 Deutschland auch eine neue Bestimmung: sie Ist wieder Ver* sammlungshaus geworden. Während in den letzten Jahren vor der Umwälzung weitschauendc Rabbiner ihre Wirksamkeit be* wußt zwischen Synagoge und Vereinslokal oder Jugendheim teilten, spielt sich heute wieder ein Teil des ״weltlichen“ jiidi* sehen Lebens im Gotteshause ab. Das verlangt auch einen neuen Stil: wir erleben die Entstehungsbedingungen des Alldrasch lebendig mit. Aber wie erhalten sich diese Gemeinden? Wie ist das Wunder deutbar, daß das deutsche Judentum in seinen gro* ßcn und Mittelgeineindcn — bei allerdings reißendem und tragischem Verfall der kleinen! — institutionell bisher einiger* maßen unversehrt dasteht? Gewiß: die teilweise hohen Ge* Tiälter der Rabbiner und anderer Funktionäre sind um die Hüfte, um zwei Drittel gekürzt, alles auf ein ehrlich-beschei* denen Niveau herabgedrückt, auch fehlt es nicht ganz an brüderlicher Hilfe von außen, aber all diese Maßnahmen würden nicht genügen, wenn nicht eine letzthin ungebrochene innere Lebenskraft ihnen entgegenkäme. Erstaunlich ist es, wie der r■: n Mut zu geistiger Arbeit sich trotz aller Lebenssoigen bchatip* tet und belebt. Nie waren Vorträge besser besucht, Zeitungen stärket verbreitet, Organisationen lebendiger erfüllt als in dieser Notzeit. Ja, man kann heute jüdische Freude kaum irgendwo in so erschütternder Intensität erleben wie an maudien Orten Deutschlands, freilich vor allem an solchen, die wie das misrachistischc Lehrgut Qeliringshof oder die Kinderlieb* und Mäilchcnaiisbildungsstättc in Kreuznach der Vorbereitung auf Palästina dienen und 80 In vorwegnehniemlcm Jubel den Schritt aus dein Schicksal in die Geschichte besingen dürfen. U. Genügt das aber? Sind wir unserem Schicksal jüdisch ge* wachsen, religiös gewachsen(? Nicht alle Anzeichen lassen diese Frage bejahen. Die Ereignisse haben dem deutschen Ju* dcutum seine Lebenskraft offenbart; sie haben nicht immer .seinen Glaubcnsgrund ins Licht gehoben, wie das vielen Christ* liehen Menschen zweifellos geschehen ist. Statt dessen äußerten sich extreme Stimmen und fanden Gehör; einander null äußer* ste widersprechend und doch identisch in der Wurzel eine!• Entjudungstencleuz, die einmal den Einzelnen mul das andere* mal die Gemeinschaft meint und bedroht. Die eine Stimme sucht sich mit aller Gewalt verlorener Liebesmüh dem Dritten Reich aufziidräugen, als sei 11 essen Jiidenfeindscliaft ein Zu* fall und nicht tief im System begründet; die anderen suchen dessen herrschende Oedmikeugängc iin jüdischen Bezirk gleichsam zu kopieren uml schrecken selbst vor einer Umdcu* tung unserer Bibel in diesem Sinne nicht zurück, als habe nicht jedes Volk, und insbesondere das unsere, seine eigenen Gesetze des Werdens und Seins, Die einen bemühen sich um einen Kultiirhetricb, der eine bestimmte, wenn auch noch so humane Stufe des Deutschtums verabsolutiert, und die anderen begnügen sich oft mit einem hastigen hebräischen Sprechdrill, der weder hier noch in Palästina zu einer kulturfähigcn Sprache Nr. 46, 8. V! führen kann. Die einen fordern eine ״zweite Emn1]/ ohne deren Eigenart unter so veränderten Vi'rh.1 lflns,lP'’ä,w!“, lieh zu bestlmmrn, und die anderen lehnen sie manch1” dem 1 Iin weis auf Palästina ah, ohne ein konstruktivem (*ן״״ן Programm dafür hinzustelle», wie sie sich das Schick. I hindertlausemlc votstellen, die auch in Zukunft in ז׳'' ^ן lantl leben mögen. Reagierten wir aber aus der Glaub/11*•'!'' lichkcit heraus, so sähen wir auch dir politische Sltuaßo " ihre Folgerungen klarer. Wahrer Glaube ftlfnct die Äuget)”''1 Als Im zweiten Jahrhundert nach Christus gewisse sehe Lehrer der jüdischen Bibel und ihrem Gott die a'f*- der Barmherzigkeit abspraeheu, da wandten sich djc der Misclma nicht so sehr gegen diese Angriffe selbst gegen deren allzu apologetisch-einseitige Zurückweisung!" lehrten also; ״Wer da sagt: bis au ein Vogelnest reicht Frbnrmen, den bringt man zum Schweigen.« Heute mii'-sen*'* denjenigen Juden Schweigen gebieten, die in apologetis/'* Ucberclfer unseres Gottes Liebe und Barmherzigkeit icuj'"5 Das Judentum bestimmt sich zwar in lebendiger WccHhD kling mit den Welfvölkern, aber nicht aus der nachahmttef Abweisung ihrer Angriffe. aea Wem! wir so die große Spnnhungscinhcit unser« 1111118 aufrcchterhattcu, die Einheit der Spannung zwischen Geist der Lehre und den nie verleugneten und nie vergüt*”" sondern immer von jenem Geiste gebändigten, hewäiti׳*"' mul geformten Elemcntartrlcbeii, so rtkkcn uns auch Palal? und Deutschland noch in eine besonders nahe Heziehung summen. Nicht nur wird Erez Israel heute verhältnismäßig!! vielen deutschen Juden neue Heimat oder doch beglücken* Hoffnung, sonder״ jene Auszeichnung durch Geschichte m Schicksal erhebt beide aus dem vulgären Ablauf der Erdenk« in vielen anderen jüdischen Siedlungen. Aber noch mehr; « jüdisches Palästina, das seine äußere uml innere Situation besser als bisher begreifen wird, muß cinselien lernen, diS auch seine aktive Geschichtsmächtigkeit in Wahrheit als f!3 Stück Schicksal begrenzt und eingefaßt ist, und die deutsch« Juden könnte fromme Selbsterkenntnis lehren, aus dem Schick «al, das ihnen aufcrlcgt ward, ein Stück der wahren Oeschichit Israels zu formen. Und was man dort lernen kann Von unserem palästinensischen gl-Korrcspondcnfcn Eine halbe Million Besudter Die Leitung der Levaute-Mcssc hat beschlossen, die Ausstellung über die vorhergeschcne Zelt hinaus noch bis zum 5. Juni offeiizuhalten. Das Publikum ist sehr zufrieden damit. Denn cs finden sich sehr viele, die zwar schon ״ein paarmal da waren״, aber immer noch nicht alles gesehen haben und sich jetzt freuen, diese Gelegenheit zur Information und zum Amüsement weiter miszunutzcrl. Auch hat die Be* sucherzahl den Erwartungen durchaus entsprochen. Vor kurzem meldete die Messclcitung, daß bereits mehr als <100000 Menschen da waren. Und cs ist mit großer Wahr* scheinlicbkcit anzuncltmcn, daß bis zum Schluß der Ausstcl* hing die Lcvantc-Mcssc eine halbe Million Be• Sucher gesehen haben wird. Jeden Tag eine Attraktion Bei dieser hohen Zahl spielt die Art, wie die Messe propagiert wird und was sie neben der reinen Ausstellung und den geschäftlichen Gelegenheiten dein Publikum bietet, eine große Rolle. Die Leitung erfindet jeden Tag eine neue Veranstaltung und zieht alles zu ihrer Hilfe heran, was sich nur denken läßt. Am ״Tag des britl* sehen 1 in ק e r i 11 m s" besucht der High Coimuissloner noch* mnls den Platz, der Kolonialmiuistcr CunliHc*Listcr hält in London im Radio eine Rede, die durch den Laut- Sprecher in der Ausstellung und in Tel-Awiw verbreitet wird. Am selben Tag spricht Sir Herbert Samuel, der eine Palästina-Rcise macht, im Amphitheater der Messe und mit ihm eine Reihe von Parlamentsmitgliedern. Und jeden Abend gibt es eine andere Attraktion: von Pferderennen am Strand vor dem großen Restaurant (mit Anteilnahme der Beduinen aus dem Süden und Transjordanien!) bis zu einem Abend für hebräische Literatur mit Anteil* nähme von Bialik; von Tänzen des schottischen M i 11 tärorchestcrs bis zu Aufführungen von jemenitl* sehen Juden; von Sport matchs bis zu Volksfesten; von aufklärcnden Vorträgen bis zu den Attraktionen des Lunaparks — immer wieder findet sich etwas Neues und jeden Abend drängen sich die Massen am Aus* gangspunkt der Autobusse, die hinaus an den Jarkon fallren. Das fliegende Knincl, das Zeichen der Messe, ist in die* sen Wochen wahrhaft zum Zeichen der Stadt geworden. Gelegenheit zum lernen Aber sehr viele gehen In die Ausstellung nicht dieser Attraktionen wegen, sondern um die ungewöhnliche Gele* gen heit zum Lernen anszunutz.cn. Wir haben schon in früheren Berichten eine Schilderung des Palästina-Pavillons, der die jüdischen Industriecrzeiignisse zusammenfaßt und der Rcglerungsdcpartcmcnts gegeben. Will man einen Uebcrblick über die Entwicklung des jüdischen Palästina von den An* fangen an bekommen, so muH man den Pavillon der nationa* len Institutionen aufsuchcii. Hier gibt die lewish Agency, der Keren llajessod, der Keren Kajemeth mul die I ladassah ein Bild der allgemeinen Aufbauarbeit. Auch die hebräische Uni* versitut in Jerusalem ist vertreten. Eine große Statue, die che Pionierarbeit symbolisieren soll, dominiert den Raum; und au den Wänden gibt eine Fülle von Diagrammen Auf* Schluß über die verschiedenen Arbeitszweige der Exekutive und der Fonds, unterstützt durch Bilder aus den Siedlungen. Man sieht auf einer Karte die jüdischen Bodenerwerbungen I״, allgemeinen und die des Keren Kajemeth im besonderen; in verschiedensten Tabellen die Anlagen des Keren Hajessod in der Ansetzung von Siedlern, in Drainage* und Bauuntcrnebmutigen und im Schulwesen. Das Bild, das man sich aus all diesen Kurven und Zahlen zusnmnienstcllt, ist sehr eindrucksvoll; nur ist cs schade, daß der Durchschnittsbcsuchcr meist nicht die genügende Geduld hat, sich bis zu diesem Gesamt* bilde durchzuarbeiten, weil Kurven und Statistiken für viele ein trockener Stoff sind. Es wäre besser gewesen, das Interesse durch Modelte und auffallende, leicht faßliche Zusaniinenstellungcn zu wecken und »0 dem Besucher die Arbeit zu erleichtern. Von ähnlichem Interesse Ist der Ausstellungsraum der ,,P'ca‘, der von Baron Rothschild gegründeten Kolonisa* tionsgesdlschaft, die ihre Siedlungsarbeiten in ähnlicher Weise wie die Agency und die Fonds dem Publikum darstcllt. Fis Durchschnitt durch die sämtlichen Arbeiten dieser Institute mm ist eine S i e d 1 u 11 g s g e 3 c h i c h t e voll ungewöhnlicher Schwierigkeiten, von Kämpfen gegen Fieber und schwere Idi* matischc Bedingungen, gegen einen verarmten Boden, geringe Ernten und endlose Geldscliwierigkcitcn; zugleich aber tu Bild großer Errungenschaften, der Trockcnkjpw; von Sümpfen, Fruchtbarmachung bisher wenig besiedelter oder primitiv bebauter Landstrecken, der Bekämpfung von Malaria. Schöpfungen der Arbeiterschaft Geht man cpicr über das Gelände ln den Pavillon der j ü d i sehen Arbeiterorganisation, so erhält man in gewissem Sinne das Pendant zu den vorher skizzierten Aus• stclliingsräumeii. Sind in diesen die leitenden Arbeiten n■ sammeiigcfalU, die Organisation, die Ausarbeitung von PI* neu, die Geldbeschaffung, so konzentriert sich bei den Arhcitern die Ausführung. In dieser Organisation sind die Menschen zusammengefaßt, die die Entwässerung der Sümpfe, den Bau der Straßen, die Beackcrung der Felder, die Anlage der Bewässerung durchführten. Aber, daß es sich hier nicht um einfache Ausführung handelte, sondern um eine überaus aktive und schöpferische Mitarbeit, zeigt die Fülle der Objekt:, die in dem relativ kleinen Ausstellungsraum nebeneinander• gestellt sind. Man sieht, daß diese Organisation mehrere« 19 einem Ist: eine Körperschaft zur Siedlung mit kolonisatori• sehen Aufgaben, eine Gewerkschaft zum Schutz, der Interessen der Lohnarbeiter und eine Organisation mit kulturellen Auf■ gaben, die sich Schulen, einen Apparat für Erwachsenenbil• düng, ein Theater und eine Presse geschaffen hat. Modelle, Bilder und Diagramme, zum Teil sehr originell ausgeführt und mit ßelcuchtungseffcktcn ausgesfattet, zeigen die Lohnarbeiter in Stadt und Land, die Siedlungen, die verschiedenen Koo■ perativen, die Bankuntcrnelmiungcn, Versicherungsanstalt«, Schulen, Kurse, Theater, Gewerkschaften und Sportvcrcinigun• gen. Die weiten Gebiete, über die sich die Aktivität der Ar־ beiter erstreckt, und ihre Vielfältigkeit erhalten auf eng« Raum zusammengedrängt hier ihren Ausdruck. Die Pflanzer Ein großer, weiträumiger Pavillon gehört der Pflanzer* Vereinigung (tlitaeluluth Haikarim); hier hat sich auth ein Teil der Grangcnvcrschiffcr aiigcschlosscn. Die große A״• läge des Pavillons und seine reiche Ausstattung sind ein Spiegelbild für den kolossalen Aufstieg der Urangenpfb־״ Zungen, die in den letzten Jahren die Pflaiizungssiedlting« zu wirtschaftlichen Positionen ersten Ranges gestalteten. IW sind die großen Orte Judäas, im Süden von Tel-Awiw, ver• treten und auch die Siedlungen Satnarias, die in den Grane«* giirtei gehören. Rischon stellt hier die Weine seiner großen Keller aus und in großen Modellen wird die Entwicklung der Dörfer veranschaulicht: zuerst bracher Sandboden 11יי' einzelnen Hütten und kleinen Eselchen, die neben Beil K*״' tccnhcckcn laufen, dann die ersten Häuser, Felder mit I "'J' gen und Pferden, einzelne Baumreihen; und schließlich die'« großen Plantagen umgebenen stattlichen Häuser von hcu.e, auf dem Felde der Traktor und auf den Straßen, die sie wie blanke Bänder durch den Boden ziehen, das Automot»• Das Ganze ähnelt einem Sprung durch die Jahrhunderte. Für die Hausfrau ״ In einer Ecke des großen Geländes hat die 0’1'*'׳ו/ die zionistische Frauen Organisation, ihren Pavillon crricm Er ist ein gelungener Versuch, Propaganda für sachgem“ und hygienisches Vorgehen in der täglichen Kleinarbeit machen. Die Hausfrau wird über die richtige Art, in Haushalt einzurichten und instand zu halten, aufgeklärt “ , das auf sehr praktische Weise, mit Hinweis auf ״r1c , tma ״falsche" Bürsten, Lappen und Behälter, auf tnouer Töpfe, Koch* und Waschnpparatc, billige und bequeme K»s und, Schränke, Kochrezepte und Wäschestücke. Ocraeie der Betonung dieser Einzelheiten zeigt sich das Verstaiuw in dem Arrangement dieser Pavillons. Mehrere Frauen * hen jedem Besucher für Auskünfte zur Verfügung. 1 , daneben die Leistungen der Wizo in der beruflichen aus düng der Mädchen in Stadt und Land dargestellt weru ist selbstverständlich. t״ So geben alle diese verschiedenen Pavillons *u ,׳inen ein gutes und interessantes Bild des jüdischen Palästina, * Entwicklungsweges und seiner gegenwärtigen Leistung

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