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Jüdische Rundschau · 1934-06-08 · Heft 46 (8.6.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 46 (8.6.1934)
Date
1934-06-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Kr י Nr. 46. 8. VI. 1934 '•׳■11 ie, v.1,׳r 11•Sa 1' I (1! ('.!,Cr. Arl״. j;1d tr. t)r, Ar« ■« 11 *. innddt. •y und 1 brci!. Jen a|s dieser 'Hi i!1r It dein er Ge•'!׳dc er ns der nd, cr, ־׳Pürier. «. und lorclfnll idrij'cij Doku. Hä» he. tcvlslö. >n Ver» c mehr sstamie •n soviel und ei 1 b /, u. jungen Kaufn Wert c 11 n i uni zu :hange« tu rn, ׳ligaio• er ge• en mir c h e nt sn.iter iigigcr Seite Fr das ämlcrn liehe Immer;11 in In! »teilten diese te sie t ans* 11׳ das 1 nach Krisis, 1s he• 1t nur Vmlen mi ja einen d das nificn. rtaiitei nögen stillen, tr mit möge eint* s Hr. (sehen acht rist• g von en. (11-111• Karls• Text ז war. skunft , tos׳« V lict mu'lien Karls• iliilligt Arier• könne» nicht Wirt• muten VM־• Be* if einem , sind( ge.sctz . Da»!amte* pjg 900~J&hr-Feier in Worms Ein Bericht und eine Ilcirachtung ('oll unserem nnvh Wurms entsandten Speziullwrichterstatter Dr, M, Spitzer, I. Man hat in Worms unter großer Aufmerksamkeit der jiiilisf|u'n ()efleiitlii likeit das l est des WKIjäliriktcti Bestandes der dortigen Synagoge gefeiert, der ältesten, die sich auf abend• l.nnliscliein Boden ei halten liat, Ware das Jiilailiimn in eine jmlere Zeit gefallen, es wäre wohl auch der Anteilnahme des oil'i/it Heil i )eiitschlaiul sieher gewesen. Unter den Kelchen en pnist,iiideu wurde die* Leier eine interne lind hatte eiien darin ihre!!rolle Möglichkeit, lieber den Kreis der Wormser (״•- incimleiuitclieder hinaus waren nur noch die Reichsvcrlrctimg der (letilsdien Juden, die (ieon׳indeverlaiinde der benachbarten Lander und einige iialicgclegcnc Gemeinden dureli Abonlmmperl vertreten. Die verantwoi(liehen Kreise der Wormser (ieitirimle hielten sich zu größter /unickliaiimig verpflichtet. Die Feier blieb auf eine ״Weiliesfuiidt"‘ in der!dien Synagoge besclii'änht, die dureli Lautsprecher auch in die zweite Sy 11jgope übertragen wurde. Srhon _ lange vor der festgesetzten Zeit bepaunen die fest-!ich gekleideten 1 eilnelttner sich vor den beiden Krim peschmückten Synagogen zu ycrsammeln, und eine Stunde vor Beginn der Feier waren sie beide überfüllt, leine lebhafte Spannung war all den Menschen an/timcrken und die Bereitschaff» sich von dem, was mm vor sich pehen sollte, ergreifen m lassen. Die feierliche Frwarfuug begegnete einem leibhaft jn den Stralien; Juden, die ihre gehobene Stimmung in Kleidiing und Haltung z.u erkennen gaben, bevölkerten die Platze Inder Umgebung der beiden einander in der alten Judenpassr pgrimbcrliegciidcu Synagogen. Dureli weilte KiiopilocliioscIteil als Ordner gekennzeichnete Herren empfingen die aus- »׳artigen (1a •te am Bahnhof - die Stimmung eines jüdischen Festtages hatte sich dem Stadtbild cingepriigb li. Die kleine Synagoge hatte es schwer, die Menge zu fassen. Die Bankreilien mußten jeweils ein gut Teil mehr Besucher »ifnchmen, als sie Sitzplätze hatten. Pünktlich betraten die Flircngiisfe, vom (lenieimlerabbiiier begleitet, unter Führung des Präsidenten der Rcichsvcrlretiing Dr. Leo Hacek den Raum. Das Larghetto aus dem I läiidelschcn Orgelkonzert in F-'lnr und das vom (iliorverein gesungene Ata towu von Japliet leiteten die Feier ein. Dann hielt Rabl). Dr. Isak Holzer seine Festrede. In einem Rückblick auf die lange («•schichte der Wormser jüdischen Gemeinde würdigte er die Bnlciitung ihrer alten Träger nach drei Richtungen hin: D011 (il.uiben, der in ihnen gelebt hat, kenuzeichncte er als einen solchen, der nicht nur einen Bezirk des Lebens umfaßte, nicht auf die Anbetung beschränkt war, sondern als Lebensgesetz das ganze Dasein in gottgegebener Ordnung durditränktc und bestimmte. Daraus erwuchs die Kraft 1׳ ic׳׳e n bewundemswerten Martyrium, in dem sie, wie sic für Gott zu leben wußten, so auch für die Treue zu ihm den Tod auf sicli zu nehmen verstanden. Fine Frucht solchen Glaubens war die berühmte Gelehrsamkeit, die nicht tun ihrer selbst willen da war, sondern um des Lebens willen und seiner Frfüllmig, jenes Lehen in der Lehre, dem das Judentum seine 'Fortdauer verdankt. Sciili .,lllicli waren sie Meister des Lebens; umher- und nicdergeworfen richteten sie sieh doch immer wieder auf und ,«rluifeu mit den Gemeinden Mainz und Speyer gemeinsam jene Takanot Scliimi, die den jüdischen Gemeinden weithin Vorbildlieh wurden. Schuberts ״Gott ist mein Hirte“, von vier Frauenstimmen besonders scliön gesungen, leitete zu den Begrükmgsreden über, deren Reihe Dr. Baeck eröffnetc. Wenn ein» Sülle, so sagt er u. die!)00 Jahre lii'sU'ht, 70 uns spricht, dann h«׳rl sie auf, ein Idnlies liiiil, ein l>l״|j«׳r Anblick ra sein, dem sich das Auge ziiwrntlil. Dann wird sie ein Sinnbild tur das, was mehr ist als Zeit und Jahrlmnderlo, was auf ein Bleibendr* im Wandel der (»eseliii lile bimveisl. IS e 11 n J a 11 r 1111 mlrr li1. Jas 1» e d e 11 t e l Adel. Und wenn wir uns vom Sinnbild de* 'lagcs mm Sinnbild des Bleibenden hinwendeu, wenn in snlelien Tagen ein Verlangen in uns lebendig wird, dann ist es das Verlangen naeb Adel, nach Aoblesse. Adel ist «׳in (»eisligrs. Bleiben wir ,.Adlige", vergwn wir nirlil, was das bedeute!, daß (lener,׳ilionenreihen eines Adels, der v<T|»niel1l<׳(,!uh den Jahrlmnderlen zu 1ms s|tr«‘eben. Noch «׳in anderes bedeulet nns «!(יי Süll» als Sinnbild. In ihr und Jnrch sic ist ein Bund geschlossen worden zwischen II ei mal und Geist. Heimat, das ist der genK'insaine Boden, der die ,lausend» trägt lind iiiihrlj (»eist ist das Maiinigfarlm, «iii! besondere W DING (|('ü Mensehen. Dies» einmal geschehene Verbindung von deulschem Itmli ii und jüdischem Geist wird uns bleiben, wohin immer unser Weg (ms führen möge. Die Keichsvriirelung der deulsrlu'ii Juden "«׳iß *ich innig verbunilen mit dem (leist v o n W o r in s u n d S ון «• y e r und Mainz, diesem Adelsslulz der denlsrlieii Juden, dem <•«'ist «l<*r Gemeinseliaft, der auch die Auseinanderselrnngeii zwiselu-n ,Mensrhen verschiedener Art 111111 v«:rsebiedenrn (lejiräges zum Segi’11 werden läßt. Kill deillsrlli'r Jude aber, dem ein» Partei, eine (!enossensebafl mehr gilt als dieses (l«'1n«׳insa111e, der ist dem (leist d «’S wallron VV «»r in s untreu geworden. Wenn diese Süll» /u 1ms sprieltl, dann (und wir in der Seel», im Bewußtsein unseres Adels gewiß, ge- »ili «urli in unser«•!» Willen zur Einheit und zur (!«׳ineinseliaft, H;111,1־dl ,sprach Kommerzienrat Mayer (Mainz) als Vorsitzender der in Geschichte und Gegenwart eng verbundenen Schwester- und Nachhargcineimk־ Mainz, mul als Vorsitzender des Landesverbandes der Hessischen jüdischen Gemeinden an gemeinsames Geschick erinnernde Worte der Begrüßung und überreichte zwei Ehrenurkunden, die eine der jubilierenden (ietocinde, die andere ihrem zweiten Vorsitzenden, Sanitätsrat Br. Nickelsburg, aus Anlaß seiner 25jä!1rigcn Tätigkeit zum Besten der Gemeinde Worms. Der Nürnberger Rabbiner ׳ Keu d e n 111 a I überbrachte die Grüße des bayrischen Fandesverbandes. Er zitierte die schönen Verse Karl Wolfskelils: ,,Maiu'luuiil in sl«•11111«T1 «■!1 Millerniirlib'ii llom ich diu Puls» iiu'ini'r Almen «ehlagon, Der Heiden, der liiuulh'r, der Weisen der Welt lind «lie Willen meines Blutes!ragen Mir ihr lintmen und ihr dunkles Sagen In meines Herzens offnes Zell.“ Die Helden der, Lebens und die Helden des Sterbens, so setzte er iort, sie waren in Worms zahlreich, und sic waren überwiegend Händler, kleine und große Kaufleute, einige von ihnen reich, die meisten bürgerlich bescheiden. Vor dem oiedergang der Moral wurde die Judengasse bewahrt durch die Weisen, die in ihr lebten, durch die echten Weisen von לץ", die ihre Lehre durch das Lehen bestätigten, deren Weishat ein fast immer mühseliges und armseliges Dasein von ,ntien her erhob. Sichtlich ergriffen legte daun der Redner, der *n״c Gymiiasialausbiltlutig in Worms erhalten hat, ein Be- Kenntnis zu seinem Lehrer ab, dem ״letzten heimgegangenen »abbi aus dieser Reihe der Weisen von Worms“, Dr. Alexander Stein, dessen Sohn, der Vorsitzende der badischen jüdischen Gemeinden, Prof. Dr. Nathan Stein (Karlsruhe) anschließend m. 't tiefer Bewegung und — trotz der naheliegenden Rcini- ״lenzen persönlicher Art — mit nobler Zurückhaltung die Grüße seines Verbandes überbrachtc. Zum Schluß dankte in Vertrctung des durch Krankheit verhinderten ersten Gemeinde- *׳״sitzenden der schon genannte Dr. Nickelsburg für Glucku»sche und Anteilnahme. n. Ein von Kantor Hohencmser gesungener Sulzcrschcr ^altn, dem Gebet und Segen des Rabbiners folgten, dann an OIHSCHE RUNDSCHAU (^VrK'.v11''־Dc1 i• c 11er) Chor ״Lohet den Herrn“ von Gläser, scniießliclt »in Stuck aus einer Mcmlelssolmsdicii Orgclsonate iH'si 1110ss.cn die Leier, die sich für die Ehrengäste in einem ge-!*•einsamen Mahl fortsct/tc. Seite 3!11. Fs war j n (I i s c h e cmi״ _ ׳schöne Feier“. War es aber auch ein« . . Leier? Ist das lebendig geworden, was ihr Ani,111 \yar mul was nielit mir die I lerbeigekomiiieiien erwarlimpsvoll stimmte, sondern auch die weitere jüdische ()dientiiohunt bewog, diesem Tag eine hoiie Beileutung bei/umessen? s darf nielit verschwiegen werden, daß nach -Meinung des nericliferst,• itters die so gestellte Frage nicht mit einem Jn üeantworiet werden kann. Musik und Reden, schöne aber bczieluinpslose Musü,; »ml Rcdc 11, die in solchen Rahmen ge• spannt, wenn noch so viel Geist in ihnen steckte, eher Distanz schaffemi denn Geniciiischaft slifteml wirken müssen. Der Anpvnhliek ist nielit lebendig geworden. Was war das denn für ein Augenblick? I s ist um bauliche Altertümer etwas Eigenes seihst 11*11111, wenn sie nur als stumme Zeugen einer Vergangenheit in die Gegenwart hiueinrapeu, von vergangenem l eben und Bilden zeugend. «Man braucht nielit verwundert zu sein, wenn mau rim-ii romanischen Dom noch erhalten findet. Diese Dome sind beständig genug gebaut, die Jahrhunderte zu überdauern, und der Geist, der sieh in ihnen das zcitetiüberdaiicrmle Monn• ment errichtet hat, er ist der gleiche, dem der ״weltliche Arm" tler Staatsmacht seinen Schutz verlieh. Aber eine romanische Synagoge? i lier ist Verwunderung wohl am Platze. Mchcn dem vom Geist der Zeit bestimmten Geschichtsrniim errichtet, gegen ihn und seine sehr aktive, sehr wirksame Anfeindung behauptet, _ dankt die Synagoge ihren Fortbestand als Syn• agnge allein dem Bewußtsein einer Sendung in Dienst und Opfer, das in immer wieder lierausgeforderter Bewährung den Verlockungen widerstand, sieh den mächtigeren, glücklicheren (iew׳allen des Zeitalters hin/ugeben. Das ist das Anziehende, Ucberwälfigemle und in der wirklichen Tiefe 11er Seele Gefangemiclimemle dieses Ueberdaiierns,!laß hier der (leist, aus (lern die jüdische llxilsgesehielite lebt, einmal einen äußerlich sichtbaren Sieg davongetragen hat; diese Synagoge, vielmals zerstört, vielmals erneuert, stellt noch da, steht als Synagoge da; die gleichen Worte werden in ihr gesprochen wie einst — ein Sinnbild unseres ״allen Gewalten zum Trotz sieh Frlinltens“ durch Dienst lind O p f e r. Fs ist wohl kein Zufall, daß es sich nielit um eine anon y m e Synagoge handelt. Die Wormser Gemeinde ist zugleich mit ihren rheinischen Schwcstcrgcmeimlcii früh von Bedeutung gewesen. Im Anbeginn der westeuropäischen F.xilsgesehielite fiel diesen Gemeinden für das asclikenasiselie Judentum das durch den Niedergang der bnhylonisclieit Schulen frei gewor- (lene Frhe zu, 11ml sie trugen es. Sie richteten eine neue Autorität auf durch ihr Vorbild der Gcmeimlebihlung und durch ihre Schulen. Eine!Leihe von Namen aus jener Zeit der Wende ist so der jüdischen Exilgcschichtc unverlierbar eingezeiclinet als ״(Ihachme Rhenus“, ״die Weisen vom Rhein'* und als ״Gednlc Asclikcnas“, ״die Großen von Aschkc- 11ns“ (was ursprünglich keine Gcsamtlie/eieluumg für Deutsch• land war, sondern eine eben für diese rheinische I amlschaft). Und mehr noch: diese Gemeinden haben beispiellos gelitten und dem Leiden stand gehalten. Was von dem Masscnmartyriuin der Gemeinden Mainz mul Worms berichtet wird, das verzeichnet die jüdische Tradition gleich neben dem Martyrium Rabbi Akihns und seiner Genossen in der Zeit naeli der Niederschlagung des Bar Koehba-Atifsbsndes. In den Synagogen aller Welt, jedenfalls in den aschkcnasischcn, wird am Nennten Aw und in der Zeit vor und zwischen den Jatuiin imraim, den ״Furchterregenden Tagen“ jener Märtyrer und ihrer ״Heiligung tles Namens“ in Dichtungen (Sclichot und KinnoD gedacht, die von Augenzeugen der Ereignisse verfaßt sind. Erst all das ziisämmeugenomuien ergibt den Geist des ״wahren Worms“, jenen Geist, der in der weiten jüdischen Welt auch heute noch nicht ansgestorben ist, der in der überdauernden Synagoge sein Monument Int. IV. Vor Jahren konnte man in der hebräischen Kunst/citschrift ״Rimnion“ die Reproduktion eines Wandgemäldes sehen, das ans einer Synagoge in der wcißnissisehen Stadt Mohilcw stammt. Auf einer Fahelselilange ruhend, vorne rechts und links vom ״Baum der Erkenntnis״ und vom ״Baum des Lebens“ flankiert, erhellt sich im Hintergrund das naive Pliantasichild einer mittelaiterlicheii Stadt, Die sich spitz nach oben türmende Stadt mit Toren und Welirgängen hat deutschen Charakter, die zahlreich«•!! Türme aller tragen (lieblicher Anachronismus!) russische Zwiebelkimpeht. Darüber stellt in hebräischen Lettern ״Wormcisn“. Das Bild stellt also Worms dar. Eine andere Wand <ier gleichen Synagoge trägt das Phantasiebild Jerusalems. Jerusalem: die Stadt, der die jüdische Geschichte sich, ent- Sprüngen weiß, die ihr Richtpunkt und Zielpunkt geblieben ist — und daneben Worms, dein es unvergessen geblieben ist, daß seine Jiidengasse in Wahrheit ״Stadt und Mutter in Israel“ geheißen werden durfte. In den zeitgenössischen Bericht 1*11 über das Martyrium der rheinischen Gemeinden kann man immer wieder die Wendung lesen; ״da ergriffen sie mit ihren Händen das Handwerk unsrer Väter — Umkehr, Gehet und Wohltun.״ Daß doch niemand auf den Gedanken kam. den lahrhumicrttag statt durch ein glanzvolles Dut/eiidfest durch einen Fasttag zu begehen, die Gemeinde an den Gräbern der Großen zu versammeln und die auf das Martyrium von Worms bezüglichen Bnß- und Klagegebete sprechen zu lassen, und so die Verbindung von Vergangenheii um! Gegenwert unmittelbar wirksam zu machen! Als Abschluß hätte ja ein -- daun, naeli vollzogener Einkehr, ermächtigter, und darum w i r k i i c 11 erhebender und befreiender -■ Festakt folgen können. Die Möglichkeit, den Tag in dieser oder einer anderen ן i'111 i s c 11 0 11 Weise zu begehen, wie sic der naeli Franz Rosen/weigs wunderbarem Wort ״mit den Onaden des Unterliege ns begnadeten Gemeinschaft״ zukommt, diese große Möglichkeit hat man sich entgehen lassen. Die kritischen Bemerkungen möchten nicht mißverstanden werden. Die Absicht und die Leistung der Veranstalter ist nicht im geringsten in Frage gestellt. Das Bedauern darüber, daß nicht noch 111 ehr ans dieser seltenen Stunde wurde, entspringt der höchsten Meinung, die man von der Wirkuugsmächtigkcit des alten jüdischen Worms haben kann. zins dem Wochenabschnitt für Sonnabend, den 9. Juni ER sprach: Ich verzeihe noch deiner Rede. Jedoch: sowahr ich lebe! sowahr der HERRLICHKEIT voll wird die ganze Erde! wenn je all die Männer die meine Herrlichkeit sahen und meine Zeichen die ich tot in Aegypten und in der Wüste und prüften midi die zehnmal sdion und hörten auf meine Stimme nicht - sehen die je das Land das ich ihren Väiern zuschwor.. 1 olle, die mich verhöhnen, werden es nicht sehenl Aber mein Knecht Koleb, deswegen, dah ein andrer Geist mit ihm war und er völlig mir folgte, ihn bringe ich in das Land wohin er gekommen ist, und sein Same solls erben. Das Du dt ״In d*.* W15.11׳׳״׳ (Kap. XIV., Vers 20-2S überseht von Duber/Rosemweig.) (xodari über Palästina Von unserem Berichterstatter Paris, Anfang Juni. 111 einem besonders festlichen Rahmen wickelte sich der Vortrag ab, den der frühere Minister, Senator Justin Go• darf, Präsident des Coinite Francc-Palcstinc im ״Cercle d'Ftudc Juif“ über seine Eindrücke von einer Palästina-RcLse hielt. Die Baronin und Baron James H. von Rat 11 Schild hatten ihr herrliches Palais in der Rue Andre Pascal der Gesellschaft zur Verfügung gestellt, und der Einladung waren etwa 150 Angehörige der Pariser jüdischen Gesellschaft gefolgt, 111 dem mit wundervollen alten Goheliiiteppiclien ausgestatteten großen Saal war an der Kopfseite das Redner• pult aufgcstcllt, von dem ein Lautsprecher den Vortrag bis 111 die hintersten Reihen verständlich machte. Senator Go• darf, von lebhaftem Beifall begrüßt und durch licbcns* würdige Worte des jungen Baron Rothschild eingeführt, zog einen sehr interessanten Vergleich zwischen seinen Eindrücken, die er von den beiden Palästina-Reisen 1020 und 1034 gehabt bat. Während damals alles noch im Werden und im Fluß war, während damals noch weile Strecken in Tel-Awiw und Haifa wüstes Baugelände 11,•«stellten, von dem seihst die wissenden Kreise noch nicht sagen konnten, wann das zur baulichen Entfaltung kommen wurde, hat cr diesmal alle diese Strecken in voller Blüte völlig behaut, oder doch im glücklichen An• fangsstadiiiin des Aufhaiis gefunden. Mit einer kaum zu übcrhietenilen Begeisterung sprach Goilart dann von seinen Eindrücken in den alten und neuen Kolonien. Hie:׳ braust und pulsiert das Lehen in einem herrlichen Rhythmus, hier ist jeder Einzelne nichts anderes als das Glied einer harinoniscli geschlossenen Kette. Das Geheimnis dieser einzig• artigen Erfolge scheint ihm in dem Bewußtsein der Kolonisten zu liegen, daß liier die Wurzeln ihrer Kraft, ihres Intellekts und ihrer seelischen Geschlossenheit liegen, die alle hier frei werden, zur Entfaltung drängen, und sich in einem ungeheuer beschwingten Arbeitswillen auslösen. Die eigenartig zusammengesetzte Gesellschaft, von der sicherlich ein großer Teil bisher mir sehr wenig, selten und oberflächlich etwas von der Sturm- und Dr.uigperiodc Pa•!ästinns gehört hatte, wurde nach und nach von dein be* geisternden Schwünge des Redners und seiner eindringlichen Er• zählcrgabe gewonnen und nahm immer stärker werdendes Inter• esse. Der Beitall, der während der Ansprache dem Redner wurde, und der sieb am Schluß gar nielit mehr beruhigen wollte, zeigte, wie sehr diese Veranstaltung dein Gedanken der Entwicklung Palästinas genützt hat, und man darf der Hoffnung Ausdruck geben, daß der Keren Hajessod, dessen hauptsächliche Vertreter in Frankreich der Veranstaltung bei* wohnten und auf dessen Initiative der Abend veranstaltet wurde, jetzt ein tieferes Verständnis für seine Ziele in der französischen Judcnhcit finden wird, als das bisher der Fall war. F. O. ״Judengegner aller Länder." Die ״Fränkische Tageszeitung", Nürnberg, veröffentlicht in zweispaltigem Fettdruck unter der lJeherschrift ״Bitte an die Judengegner aller Länder" nachstehende Notiz: ״E>ic Redaktion der ״Libre Parole", offl* ziellos Organ der Francistcn, Paris, l־er, 27, Rue des Pctits- CI1,mips, bittet alle Judengegner, welche Zeitungen herausgeben oder Broschüren publiziert haben, ihr diese, in welcher Sprache immer, zuzusenden. Ais Gegenleistung wird die ״Librc Parole" regelmäßig geliefert werden." ERSTKUSSIQE HOTEL MIT ALLEM KOMFORT HOTEL OLATTAUCR •CASLSBA» OI11iI«II«p Tpcllpunkt dtp Zldnl*l*n Die *,Frankfurter Zeitung״ Der Verlag der ״Frankfurter Zeitung" hat, wie aus der Tagespresse bekannt, am 1. Juni die Mitteilung veröffentlich(, daß die Zeitung in das Eigentum ״des langjähri* gen Inhabers׳ der Minderheit der Anteile“ übergegangen sei. Die Mitglieder der Griimlerfamilie, Frau Therese Simon-Sonne* mann, Dr. Heinrich Simon und Dr. Kurt Simon, seien damit aus Besitz und Leitung des Unternehmens ausgeschieden. Zu dieser Bekanntmachung bemerkt der ״Westdeutsche Bcobach• ter", Köln: ״Dii■ Familie Simon-Sonnemann war, was allgemein bekannt וו•)•׳»»•)״ sei» ilii/llc, jüdisch. Leider wird in der Verlagsmitleihing nicht gc-agl, wer «Ser neu» Besitzer isl. Und doch hat heule der Leser einen Anspruch darauf, zu wissen, wer hinter der Zeitung stellt, die cr liest.“ In der Londoner ״Times" wird hervorgehoben, daß 03 sich in diesem Falle nielit um eine politische ״Gleichschaltung‘4 handeln durfte, sondern um eine auf finanziellen Ursachen beruhende Transaktion. Der Berichterstatter fügt I1i1vu, daß die Zeitung es abgclcluit habe, die Namen der Inhaber der An« teile mitzutcilcn. Die ״Frankfurter Zeitung“ selbst bat in einer zweiten Notiz, fcstgcstcllt, daß weder öffentliche Steilen, noch eine mehrfach genannte großindustridie Gesellschaft das■ Blatt erworben haben, daß vielmehr die Anteile sich in den Händen von privaten Einzelpersonen befinden. Wiewohl dadurch die Sachlage nicht restlos geklärt ist, wird inan wohl vermuten dürfen, daß die Inhaber iler Anteile in ihrer Mehrheit oder auch Totalität arisch sein dürften. Wenn diese Vermutung zutrifft, dann ist nunmehr eine Epoche des deutschen Zcituugswescns endgültig abgeschlossen, in der jüdische Firmen und Einzelpersonen als Herausgeber großer deutscher Tageszeitungen fungierten. Bei der Neuwahl des Rates der Jüdischen Ge• in ei nde Saloniki konnten die Zionisten ihren Besitzstand von 34 auf 42 ״;« der 50 Mandate, die im ״Gemäßigten Block“ zusammengefaßten Nichtzionistcn den ihrigen von 14 auf 20 °/0 erhöhen. Die ״Nationale Aktion" (Misrachistcn, Revisionisten und Radikale) hat einen erheblichen Stimmenrückgang gegenüber den letzten Wahlen zu verzeichnen.

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