Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 45 (5.6.1934)
- Date
- 1934-06-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 5 Kr 45. 5 VI. 1934 Deutsche und Juden in USA kl unter i C || f* - י::'י. Dj'. ikltll fljerg f.''Teilt iKtiar js;{ ,1׳״1׳•amt 103 t " 1י*" nach fit: ׳cr einer, 2 Ziff.j « gei״■^ '11ז'־1 'י• t ereo,!(.״ '<11!du,. ״ Wohn, siml a11, f Kd! 115. «liift ״,. cixn in5 ,ü11 ilihtn.Ii. '• Wen. Cht «i״fr wdniin״ icl, Vcr. R schon ■tat t wie daß es eits ein fn Ent• . St. I Reichs• des ge. Vorlage iielilun״ un/amt ls dann ilich ab■ 111er: im Mai cm Teil ml vcr• : seinen itstener• die von ■nie Er- 1ml mit ben, da 1er eine Inverde• ml Ent• ben, so wärtige Kp. amialia• ,us der •c utsche Kkeit li« b״r־ NfllcllM fanden 1 Arier• 1 i s c h e konnte, kommen , Tat•!-,״glichirg g der Nach* de die •11 vcr• n 11 n g vva'ucn nicinde;m soer von eile S’ ,hain« virilergroß«־ n1 au * d auch;chiisse;״;״,er ’ 1 >.1׳hv’i hl 1״'d d ci״• on ihr ärmer teilen 1 ״n!« t: Die zeig-?11 c‘r';1,11101■ r Pcf icrcch• 11נiliPc chUPe מן* ן! ״< nk hetufrl •llllicit In vom 1 der ״Deutschen Allgemeinen Zeit 1111 g“ Juni sclireiht (1r.1t' Pücklcr im Rahmen der ״Zeithericlilc“ unter dem Titel ״Eine neue politische Macht in USA.:״ ״Die gi'die Vei .,imnilinig, die iln IV11U,|״ו,<1ח־!״ו01ן;•..he Wir(• ... Au-•'lud■' {,, 11,1 \e ■1 ) vor einiger /,eil in, Sijiniro C,jp|1M, dem S|><>11 |ו.יt.1 ■י( New \111k״, n1׳ aii.ultclc und die n.ieli Siliainuigc״ knn a iv.ihver!iim iik.inU. her 111,Hier von etwa 20000 11■ AmeiikiMierii und Atm1׳ ik.mmi gegen i:i11(1iu-gel<l lifMieln j4 die er ■>10 |11111li.-el1e \ ei ■י■ ,m 1111111 nj» de• iiim-nkimürh«! 1,111111• •eit dein Kriege. Vor ein oder zwei Jaloen luitle man ,1,11(■ Vriximinlitng norli gar nielil Mir nioglieh geh,dien, Pie IleiiKelien Indien seil dem Kriege als .solche in Ameiika keim• Kollc mehr ge-|1ielt, ihre Veniiislalitingcn iHNehninkien ,-ich (ie-aiigverein-le-lc; im iilnigen ver.tnTile״ sie die ThI.hiTic ihrer {|,.״״eheu Al)-l,tm1n1n1g zu verliergen, indem sie sieh ,imerikani-eher ״g Amerikaner geluinlelen und hoelt-liuis, \u־nn bei Widtlkainjden ,j,e Kandi'lalen ihre Slinnnen!011 der slereoh׳|H'n Heineikung zu gtwinneti -iiehfen, die llenl-ehen seioi duorden!heh-Ie und ileHSig-le IJeim iit im anu rikam-eben \ olke, 1'riniH'ilen sie• sieh ilaran. p!r II o v k o 1 1 11 e r Juden in Amerika st heint nun die über. Iieiide Eolge?11 haben, dah die 1 H ill -einAimuik.tner sieh .1111 ■mein-,imen |iolitisihen Ebern■ sammeln. J)ic l'nlgcn dü’-er Tat• iml vorläufig gar nielil abzii-elien. Verliert sielt niimlieh aut Jlflll *jr, fViit tine gl,r einer n. he ,־,. ,.ן \\V׳ o das bei den mei-!en I >eul-, in Amerikaner n vorl1an׳lene ,Mmdeiwertigkeil-geluhl, so 'v iril der unienkanisehe (ie-eliait-mann n״t den Diiil-chrn rei Imen n111--en und die Zeitungen weiden es sieh jm lutere-e ihrer Auflagen nielil mehr leist ■11 können, dcnl•ehfeind• |!dl /״ M'UI. Solange die Kiieg-geneialion in Amerika lebt, wird Deut'ih- |!1al all.atid drüben unbeliebt sein. Die .vlol/cstc Erinnerung der ,Harren ,'imerikam-ehen (lesehiehte ist nun einmal das erlolgreiehe fargreih'ii in den Wellkrieg, da. an( tininil der Tlieoiie crlolgie, die ftrut shrn seien die Keinde der we-llirlien Zivili-ation. liibt man diese Throne naeblraglieb :1111, so verlieit Amerikas Krieg-beteiliguug idlcu hi.inr. Aber der einzelne i len! sehe in der amerikanisehen Fabrik oder im Ihire! der Danken ist immer beliebt, weil er still und besiTici.kui 15t. Kr kann auf die Sympathien seiier Kolleg 11 rechnen. Die ״tlava“ — man kann da. a 1eh liber-et/cn mit ״Dcut-ehc Amrnka-, wacht auf“ — hat bis jetzt über 60 000 blau-weilS-rotc Kimpihn habzeichen mit einem kleinen Reichsadler Uir einen Dollar ,las Stück vcrkatill. Das enl-prcilicmle Abzeii'lien tiir Seh.iulcnslcr In tel lüuf Dollar. Jeder Käufer v e r |11 I i e 11 I e t sich, seine E i 11 k u u f e nielil bei J u d c 11 z u m 11 c h e n. Als bei der Madi-on-Sijiiare t l,11(le1|.Vc1s.1mmhmg die Menge auf die l’rage, ob die ״l),nv■a“.l'ubier ihr Vertrauen hätten, geuhlo-scn mil ״Ja“ autworlcte, beini rkl der New A'orker Polizeipm-ideut ('!eneral O’Kvan, er halte 110,11 nie in seinem Feixt» einen -olelien Ma-sens! lin i gehört. •,Kein Wunder, tlaii die Juden vor den Deutschen ritten»!“ I'igle er liiuzii." Die hier erwähnte Versammlung wird auch in Kinos in Berlin im Rahmen der Wochenschau gezeigt, wobei — wir wissen nicht, oh cs die Originalreden sind oder ein unterlegter Text — in deutscher Sprache Rufe gegen die Juden aiisgestoßen werden. Antisemitismus in Frankreich Die Zeitschrift ״Das I) e 111 s c 11 e Wort“ (früher ״Die literarische Welt") beginnt mit einer Umschau, die den Titel führt ״Deutschland von draußen gesehen“. In Nr. 21 der Zeitschrift erschien zunächst ein Beitrag aus Frankreich von Dr, Fugen Feilil unter der Ueherschrift ״Kann uns Frankreich verstehen?“ In dem Artikel wird die Haltung der verschiedenen französischen (iruppen zu dem Unistiir? in ■Deutschland dargestcllt, so wie der Verfasser sie beobachtet hat. Im Verlaufe des Artikels stellt er fest, daß die Pressestimmen in Frankreich am 31, Januar 1033 verhältnismäßig freundlich geklungen hatten, doch ״wurde der erste Anlaß erspäht, um zum Angriff, das heißt möglichst zur Zerstörung der neuen von Deutschland angenommenen Formen ii herzu* gehen. In der J 11 d c 11 f r a g e glaubte man diese erste Gclegenlieit erblicken zu können״. Der Verfasser fährt dann fort: ״Nun abor zeigten sich pi<i1/I1rl1 hier und dort ^anz unver• h o h i c n c S y m ן> a ( h t v 11 der französische 11 H e v o 1 - krninp für das in J י e u t s c 11 1 a n d begonnene Vor* % t h c n ״ e c n d i e J u d v n. .חו ihre eigene ant i-cmit i-י<!»o Vei dtw vergangenen jalires in un׳D;d111?er Weise wieder zum Leln-ii erwacht und ,steüeii'vei^e als oiiom* Itewe^ung wieder erstaiulea i»t. Aber aus staaUe^oUtiNrhcH (Iründen mit Rück>k׳ht auf <lic mm einmal unleugbaren tlettl 11!.י- Iran /.bdsehen f iegen^a tze hniitc m,!n die Matbl drr inlernalionalm judi-ahen 1'itKiju und den I'.in* Mul» des hilermtlionaleii Judentuins in der Preise Dculselj־ lind hir eine hiebt durebwe^ sympathisebe, aber um so whk^amete Himtle^rnosheit י( b.ifS pew innen zu können; iibnlieb wie in der tfi/tf’h Ya'U die l‘‘reuiHl t h.ift des bis dahin sehr gehässig beti-indrlten Kitieruhlands aller wei! atm<׳luidieben und griülihtnabijjru Aimeiminjj; zum l'rotz ^epfie^t wird. Die Aufeinander,'>,etzung mit dem ludcnfmn in 1 )eutseld.tntl ^tinntc inan \u\s und den Juden. Die Crieudnaehriehteii .suchte man weniger in Innerbankrcieh /-1i verbreiten, als damit das angebacliMsrhe Ausland und bhaiS« bothringen zu verborgen. In (leNp!neben mit: I* ranzoscn» die sieh m<hi dnreh besondere Uinstiimie beeinflußt fühlten, stieß man hei Ktwühmmg der Jvr<ieu frage fast immer auf verstand•* nisvolles Laehcin. Manwarltier im privaten Verkehr dnrehau» hereit, dtn völlig imbltiiigen (‘harakter 41er «leuKiben Kevo- Itiiion ufi/uerkennen. Die (»reueln.n hrit ht<11־ selber fantlen w t’nig füauben, AInn stdmb sie■ als Uchrrtreihungen oder hrfimlungen aut die LebliafligUeit der urieiitali'.eben Phantasie. Tn den Iran* rn-i-.ehen Zeitungsberiehten selbst wurde öiter utif die-en (.hsrakter dt r Nat hrit lileittjuellen ganz ollen bingewiese«. Man erinnerte slt h sthließliel! an die eigenen Kcvotutioncu und ihre unendlich grausameren Begleiterscheinungen. Man halte Verständnis dafür, daß der Sinn einer Revolution gerade auch darin besteht, die bisher Mächtigen, die ihre Macht, miiibr.inclit oder jedenfalls in falv her Kiehtimg amgeübl hallen, un-aliiidlit h zu machen. Die franzdM- *יי bei! Revolutionäre waren mit eleu Adligen ein bilSehcn anders ümgespnmgeü, als die Deutschen mit den Juden.“ Obwohl wir die hier gegebene Schilderung für etwas einseitig empfinden, halten wir sie dach für beachtlich genug, Miseren Lesern mitzuteilen. Die l'ranzu-cii crinncrtrn ■sirli ,ing.iilicil, die übrigens währ,•ml um sic Ausstellung Jililsclier Künstler aus Deutschland in London . In den Parsous Galleries in London wird dieser Tage '•me Ausstellung von Werken in Deutschland lebenrCr jüdischer Künstler eröffnet, die ihr Zustandekommen der Initiative von Prof. Dr. Franz Landsberger gedankt. Das Patronat über die Ausstellung haben führende * crsönlichkeitcn Londons übernommen. Die Auswahl der zur ״'«Stellung zugelasscncn Kunstwerke wurde von den Malern ., t0> Bloch und Spiro vorgcnoniinen. U. a. werden sich Max Dehcrmann, Ludwig Mcidncr, Eugen Spiro, Julie Wolfm°rn, Martin Bloch, Paula Ncufeld, Josef Bato, Alexander *T.r'cr, Aschheim und Rosenbaum an der Ausstellung be• Zwei Arten Faschismus Im ״II n 111 b u r g e r Tageblatt" veröffentlicht Dr. Johiinn von l.eers einen Auf5.1t/: ״Nationnlsa/iiü ,tmis im Ausl.iml?“, worin er eine Verschiedenheit von Fas c h i s m!ן s und N a t i o 11 a I s o z i a I i s 11111 s konstatiert, Die ViTM'liiodcniici!, so fuhrt er aus, besieht vor allem darin, dal) der NaliiniaDo/ialisimis a 11 11 s e in 11 i s c 11 Ist, während der f a.'cliiMuits die Juden cinzubc/ichcnbereit ist. Der Vcr* fa.sscr sclireiht: ״H,h J 1111 c 11 | 11 ״ן, im Wunsche, m ine M,u lU|1!. 1״ iimcn?11 hdf'ii, 11.11 il.innn An11111־״S dort. uc-iuTil, wi» der u,.t»uni.tr De■ d.iiikr ihm h nirhi 1i(--ch,(|| l»!1:l-11ml.M״ heinnt i-l, d, b, hei jedem ,niti'i 11,1 reu (ied.uiken, der das Riis-ejitiit/ip im-sehlieül, Da dei 1t,H!e11i-ehc f'',e,eh1-nmnielil aut ilem Rns-e^edanken, sondern •<d'd*> nni dem S1,1,1ls^cd,mkcn 1 n*1t1111, da der ilnliemselie Jude vuliu 1111j;er l‘Ti-ehi-1 »veiden kann, so Iml sieh das Juden• t 11 in 11 c r 1• i I s viel I a e h d 11 z u enl s e 11 I o s s e n, g gen die sleiyemle Weile vo'khaller Selii.lle.'-iiniuiig auioiiliiie lle\5 e״nn״e;1 au! ni/iclieii, die naeli dem Munter des i I 11 I i c h i s C li e 11 1■ .»-ei o ,1 1 ן, ,, | ״, nielil 11 11 s s 1 h I i c ß r 11." Das _ Musterbeispiel für chic solche faschistische Bewegimg sei Dcutsch-Oestcrreich. .״liier hat sieh das Judentum mit (ieM'hick hinter eine Scheitln,־icliahimiug nntionalsozialistischer (iedanken zur Bck;i1n|»fuug des Naliunalso/ialisnuis gesteckt." Aehnlidie Dinge seien in «nclercn Teilen der Welt festzustellcii, r. B, in »len N i c d e r I a 11 den, wo Ing, Mussert eine erste faschistische Bewegung geschaffen hat, die aber nicht jiidenfemdlicli sei, ebenso in England die Bewegung von Sir Oswald Moslcy, dessen (iattin freilich unseres Vössens nicht die Tochter ״des Cliieagocr (letreideinilcn Leiter", sondern die Tochter Ford Cur/ans ist. Der Verfasser erwähnt noch Kanada, Chile und Polen mul kommt schließlich zu den! Resultat, dal! der deutsche Nationalsozialismus zwar ״keine politische ABssionshewegung" sei, aber doch durch sein einfaches Dasein auf viele andere Völker wirke. ..D;1ß ■!ber <IV;»htu iusonth'rhcit Buh Juden• tum, lirnte <I> ftt-^enur beit uul «lern WVjje v'uwr Nurhuhnmn^; <Sua ii.1 Üouim i1<־u!־';i.subi-imis überall וזו der Well vcr-iubrn, mjIUc mil Klarhvst evkiumi weuleu. Römischer und 1> ז ס וו i h r ii c r Dreist ־*iml nichi innerlirh dirsrlbrn, sondern ii) vieler Weise ver-t'hu.‘(lu11. I >,m ent st chemlc Riu^tui der heiden (•eistesbaltunpen. «les Nalinhabttzialisnius und des l'asehisinus, um den Inhalt der l',iih iiei 110^ Ih m rD11ujp־n linderer Völker so)Ile nieht uulerseliiit j!t werden. IN b.mdelt sieh hier ויווו mehr als die bloße und zulallijm ('re^onülirMellunjj zweier poüfiseber (in!.וווkenreihrn, sontleru um tlie vidleiehf Mir Jnhrhundcric Iw'fleutMune kulturpnlitisrhc lüit* x'liriilun^ zwisrben der Welt eines sielt formenden, nuf biiurr• üelter und 1*ozi.ilisii'.rheT (irundia^e liegenden, ritssrhtifl national- Ixwiißtrn X'nlk'.iums einerseits und der Well des nltrömiM’hm S«a.u-^edankens unter der Niehtaeh!unjj 410s V^olk^ums und Rürk- Inviclniii^ mit־ eine rein milorilitrc Rc^ehm^ der aus 41em f.iberalisum״ übernommenen Spannungen, ohne eine wirkliche soziidittiM:׳,he Gemeinschaft der Nniion hcrzu-stcllcn.“ Die Redaktion des ״Hamburger Tageblattes“ bringt in einer Vorbemerkung zum Ausdruck, daß l)r. von Lcers zwar die geschichtliche Entwicklung unter einem überaus fruchtbaren Gesichtspunkt sähe, fügt aber hinzu, ״daß es sich hei allen diesen Bewegungen so sehr um ein Werdendes, Unfertiges, und von inneren Gegensätzen Erfülltes handelt, daß jede eindeutige Formulierung und Klassifizierung notwendigcrweisc einseitig bleibt“. Die antisemitischen Ausschreitungen in Polen Warschau, 1, Juni. (J. T. A.) Eine Abordnung der Föderation polnischer Juden in England besuchte das Warschauer A 11 ß e n in i 11 i s 11• r i u m und wurde vom Vizcminister Graf Szemhek und Ministerialrat Zalcski empfangen. Die Delegation brachte zur Sprache, daß die jüdische Bevölkerung in vielen Teilen Polens infolge der verschärften antijüdisehen Metze und der Ausschreitungen gegen Juden seitens der Radiknl-Nalionak'ii unter ständigem .Terror stellt. Den Gästen wurde die Versicherung gegeben, 'daß die Regierung schärfste M a ß n a h 111 e 11 gegen die Störer der Ordnung im Lande ergriffen hat und jeden Versuch, polnische Bürger ohne Unterschied von Glaube und Nationalität anzugreifen, zu verhindern wissen wird. Die Fensterscheiben in mehreren jüdischen Wohnungen Orotl nos und in der Redaktion der jüdischen Tageszeitung ״Grodnoer Moment“ wurden angeschlagen und eine Anzahl Juden mißhandelt. Einer jüdischen Abordnung erklärte der Starosta von Groilno, die jüdische Bevölkerung möge sich nicht provozieren lassen, er wache über die Ruhe. In P a b i a 11 i c haben Nationaldemokraten den Präsidenten des polnischen Rnhbincrverhandes, Mendel Alter, einen Bruder des ״Gcrcr Robbe“, schwer mißhandelt. Die Nation,־!Idcmokraten 111 Lod z. haben ihren lokalen Sieg hei den Geineindcwahlen durch Uebcrfällc auf Juden in den Straßen gefeiert. ln Bialvstok wurde der Jude Aron Emme von einem unerkannt gebliebenen Mann auf der Straße erschossen. 111 der Ortschaft T I u in ac z hei Kolomca in Ostgalizien hat eine größere Gruppe ukrainischer Bauern gelegentlich des Kirchweihfestes die Verkaufsstände jüdischer Händler überfallen und ausgcpiiimlcrt. Mehrere jüdische Kauflcute wurden mißhandelt. Die Polizei stellte die Ruhe wieder her und vcrhattet»■ zahlreiche Plünderer. Der Klub der jüdischen Abgeordneten i m p o 111 i s c 11 e n S e j m hat für den 5, Juni eine außerordentliche Sitzung einberufcii, in der die durch die in letzter Zeit verstärkte antisemitische Hetze geschaffene Lage besprochen werden soll. Wie weiter gemeldet wird, stellen das jüdische Wirtschaftskomitcc und der jüdische Handwcrkervcrband in einer Erklärung fest, daß die kürzlich veröffentlichte Novelle zum I n d 11 s t r i e g e s e t z, die den Handwerkern eine sechsmonatige Frist zur Besorgung ihrer Rcgistratlon setzt, im Gefolge haben wird, daß etwa 50",'״ der jüdischen II a!1 d w e r k e r in Polen die Arbeit nicdcrlcgcn müsse n, weil sie nicht im Besitze der vorgcschricbencn Dokumente sind. Es wurde beschlossen, eine Aktion cinzuleiten, um diesen jüdischen Handwerkern die Möglichkeit zu verschaffen, ihren Beruf weiter auszuüben, liandwcrkerpililung fn Litauen? Kowno, 29, Mai. (J.T.A.) Die Führer des litauischen Judentums siml im Hinblick auf die schwere Gefahr, die das neue Gesetzprojekt über Einführung von Prüfungen für Handwerker und Inhaber anderer Berufe für die Existenz des litauischen Judentums bedeutet, zu einer Beratung zusammengetreten. Es wurden Mittel zur Abwehr dieser die jüdischen Rechte bedrohenden Gefahr, die sich auch vernichtend auf das jüdische Schulwesen auswirken kann, erwogen. U. a. sollen nach dem Gesetz Personen, die eine Schule mit nicht litauischer Unterrichtsspräche besucht haben, einem besonderen Prü• lungssystem unterzogen werden Taßtuif» der Allgemeinen Zionisten Wir erhallen na׳.־!!stellenden Bericht: 1י Das in weiten Krt-Men unserer Ben egimg - in Palästina wie in den anderen I .indem der Galuth immer Marker empfunden»׳ Betlui (ui •, an״esi Jits der sich »lam rml vcrschärfenden Parlcigegeiis.d/e im Jhcliuw 11ml in der 7.10• nistischen Orgnnis,-iiion eine kraftvolle, von nationalem Vcrnntwortiiiigsgcfühl erfüllte Milte hcr/iiMcHcn, hat schon vor einiger Zeit zur Unmdiur; eines provisorischen K3mitecs in Berlin geführt, das die Nciitielebung und Reorganisation der »I c 11 t s c 11 e 11 Gruppe der All gem einen Zionisten erstrebte. Wie stark die Resonanz ist, wel he die Bestrebungen dieses Komitees in der kurzen Zeit seines Bestehens bereits gefunden haben, bewies die Tagtim:, welche am Sonntag, dem 3. Juni ID 1 , aut Finlaumg dieses Komitees in Berlin in den Raumen des l.ogeuhaiises Kleiststraße stattfand. Ohwohl nur ein begrenzter Kreis eilige!,־!den wurde, war sie von etwa HK) Personen, darunter zahlrei■ 11 eit (iesimnmgsfreunden ans dem Rei 11, besucht. Nach einleitenden Worten *los Vcrlinnillungsleiiers Dr. Salli Hirsch setzte Rechtsnnwalt Benno (jo 11 11, Berlin, in knappen Ausführungen die Notwendigkeit des bcabsrhtiytcn Unternehmens auseinander. Fr schilderte die entsprechenden Bemühungen in Palästina und in verschiedenen I.lindern der (iahitli, um dann eiiulriuglieh die Aufgaben des Allgemeinen Zionismus in der gegenw artigen Situation des deuts'.dien Zionismus 11a.l1/11w eisen. Insbesondere w egen der zahlrei •heit neugewonnenen Zi> nisten, die si:11 innerhalb unserer Bewegung noch ni.ht festgelegt hatten, und um weiter Kreise unserer Jugendlichen w illen, die na :11 einer starken und eiiid.'iiligen Führung vcrlangen, müsse der Allgemeine Zionismus auch den seiner Bedeutung entsprechenden organisatorischen Ausdruck finden. Fs sei nicht beabsichtigt, eine neue < )rganis-ilion mit festem Mitgliederbestand ins leben zu rufen, sondern cs bestehe nur der Plan, unter einer in Berlin arbeitenden Leitung Vertrauensmänner!»zw. Vcrtraucnsmänner-Komitees an den verschiedensten Orten des Reichs ein/lisct/cn, durch fortlaufende Informationen und regelmäßige Versammhingen dic Allgemeinen Zionisten mit den Auflassungen dieser (Truppe bckannt/uma dien, um sic zur »Arbeit in deren Sinne zu schulen und an/iilialtcii. Das Hanptrcfcrat hielt Kurt B 111111 0 1! f e I d, Jerusalem. Er gab ein eindrucksvolles Bild von der Proh'ematik unserer politischen Lage in Palästina und außerhalb des I .indes und wies darauf hin, wie stark heute die demagogische Phrase, die Rücksichtnahme auf Massenstimniungcii und der Kampf der (iruppen untereinander eine klare mul ziclhcwußte Politik erschwerten. Wir müßten eine l.eitimg haben, welche die von ihr als richtig anerkannte Politik auch durchführen könnte, ohne daran durch sachlich unbegründete Rücksichten gehindert zu sein. Nur wenn wir eine solche Leitung hätten, die wirklieh autoritativ ,׳mf/ntroten versuchte, könnten wir auch unsere berechtigten Ansprüche gegenüber der Manda'arniacht durchsetzen. Sowohl im Interesse der Leitung wie der Gesamtheit unserer Bewegung liege es darum, eine starke Mitte herzu• stellen, die sieh gegenüber »len radikalen Flügeln ilnrchzusetzen vermöge, und eine, wirksame Wahrer!!! der nationalen Gesamlinteressen sein könne, Der nächste Kongreß müsse zu einer Umgestaltung dieser Institution und zur Bestellung einer wirklich autoritativen l.eitimg fuhren. Dazu sei aber die Zu• sammenfassung der Kridte einer 11:׳. :onal-verantwortungs• bewußten Mitte durchaus erforderlich. Blumenfeld schilderte dann noch dic Stellungnahme des Allgemeinen Zionismus in verschiedenen wichtigen Finzel• fragen unserer Politik. Fr sieht die entscheidende Aufgabe des Allgemeinen Zionismus vor allem auch darin, tlie Be• sinminp auf unsere zionistischen Grundgedanken in der Be• wegung und im Jiscliuw wachztih;ilten. Die anschließende Aussprache, die sich vorwiegend mit organisatorischen Finzelfrageu befaßte, ließ die einmütige Zustimmung zu dem Gedanken einer Netihtli'hunig des All• gemeinen Zionismus erkennen mul die Einsicht in dessen Notwendigkeit. Fs wurde beschlossen, eine unter dem Vorsitz von Dr. Franz M r y c r, Berlin, stellende Leitung zu wählen, der ferner die Herren Benno C o 1111, F r i e d e 111 h a I, Gundermann, Snlli Hirsch und Hans Ster!111 erg angehören. Alle Gesinnungsgenossen, die sich der Gruppe der Allgemeinen Zionisten angehörig fühlen, werden gebeten, dies R.-A. Benno Cohn, Bcrlin-Schöncbcrg, Innsbrucker Str. 58, mitzutcilen. ״Lernzeit״ der Mittelstelle Fs wird berichtet: Sofort nach der Hcrrlinger Konf e r c n/. hat die unter Leitung von Prof, Dr. Martin Bub er stehende Mittclstcllc für jüdische Erwachsenenbildung ihre Tätigkeit mit einer Lernzeit atifgcnnntmcn, die vom 22. bis 21. Mai in der jüdischen Kinderheilstatte in Bad Kreuznach stattfand. Einladungen waren au Lehrer und Jugend* ftilircr ergangen, von denen etwa 50 erschienen waren. Außer* dem beteiligte sich die im Krcu/nnchcr Heim stationierte Mädchcnhachsdiar,•!gruppe an den Arbeiten. Die Lernzeit umfaßte tlie folgenden Arbeitskreise: Prof. Dr. Martin Huber: Bibel (Richter, Kapitel (1 10, Gideon mul seine Söhne), Prof. I>r. Gotthold Weil: Hehr.iisch (Struktur und l.ehrim'thodik), Dr. Erich Rosen bl iith: Acltcrc jüdische Geschichte (die Zeit Fsras und Nechemias, auf'Grund der biblischen Quellen), Dr. Frust Simon: Neuere jüdische Geschichte (Jossel von Roslicim und seine Zeit). Dazu kamen Vorträge mit jeweils anschließender Aussprache; und zwar sprachen Dr. Frust Simon über ״Die Bedeutung Palästinas für die jüdische Erziehung in Deutsch* laiiti", Prof. Dr. Ernst Kantorowicz über ״Die Arbeiten und Aufgaben der Mittelstelle“, Rabbiner Dr. Jacobs, Kreuznach, über ״Die Arbeit in »len Klcmgeineinileit“, Haupt* lchrer Liechtenstein, Ottenbach, über ״Das sogenannte Offcnbaclicr System zur Erlernung des Hebräischen“. Die Absicht der Tagung, durch das Stoffliche hindurch methodische Anregung und jüdisch-menschliche Stärkung zu vermitteln, fand Widerhall nicht mir bei den Teilnehmern, sondern auch bei den Insassen des Heinis und der ganzen jüdischen Gemeinde Kreuznach, dic sichTioch am Donnerstag abend zu einem Abschicdsvortrng von Dr. Ernst Simon: ״Der Prophet Jeremias und seine Botschaft an uns“ fast voll• zählig zusammenfand. Der neae Kurs in Lettland Riga, 29. Mai. (J.T. A.) In einer unter dem Vorsitz des Unterrichtsministers Dr. A 11 amowitsch ahgchaltenen Konferenz. zur Beratung der Organisation des Schulwesens wurde beschlossen, die derzeitigen Verwaltungen der Mindethcitcn*SchuIwcrkc auf/!!lösen. Der Vizcminister für Unterrichtswesen Tschamanis erklärt, diese Maßnahme bedeute keineswegs eine Einschränkung der Mindcrhcitenreclite in Lettland. Die gegenwärtige Stellung der Minder• äeiteifSchuIcn bleib e unverändert.