Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 45 (5.6.1934)
- Date
- 1934-06-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 jüdische Rundschau BERICHTE AUS DEM REICH (Von unstm BirichUrstattirn) Düsseldorf Das 6. Konzert des Bildungsaussdiussca am 27. Mai in der Synapoge zu Düsseldorf war ein künstlerisches Ereignis ersten Ranges durch die Mitwirkcmlcn sowohl wie durch die besondere Art des Programms. Der starke, gut geschulte Chor stand unter der Leitung von Erwin Palm. Der leinsinnige Musiker bewährte sich auch am Flügel als ansgc* zeichuctcr Begleiter der Lieder, die von Julia Rosen borg und Israel Alter gesungen wurden. Julia Rosenberg verfügt über eine weiche mul ansprechende Mez/osopranstimmc. Sie sang vier hebräische Lieder sinn- und geschmackvoll. Lieber Israel Alter etwas zu sagen, ist eigentlich überflüssig. Tenor« wie er sind eine Seltenheit, sowohl hinsichtlich der strahlenden Macht fülle wie auch in bezug auf die modulatorisrhen Fähigkeiten seines bewundernswerten Organs. Er sang samtliehe Solopartien in den größeren Werken und vier hebräische Lieder. Die beiden ersten Lieder ״Jaalch“ und ״Socharti loch“ sind mit vorzüglicher Sinngebung von ihm seihst komponiert. Als erstes der Chorwerke erklang: ״Adönoj 111011 odoin" für vierstimmig gemischten Chor, Tenorsob und Orgel «1 der Vertonung v11״ |oscf Ziegler. Die Anlage der Komposition ist charakteristisch und prägnant und formal angelclint an die Klassizität der Kirchenmusik. Heinrich Schallt ist ein Musiker von grollem Format. Sein Hymnus ״In Ewigkeit“, op. 23 für fünfstiuuiiigen gemischten Chor, Orgel, Harfe, Sola- Violine und (ieigenehor, ist vor mehreren Jahren kompiliert worden. Seitdem hat die herrliche Kompositbn auch in den Kon/crtsälen anderer Städte begeisterte Aufnahme gefunden, so in Berlin, wo sieh Alexander Wein ha um mit seinem ausgezeichneten a cappella-Chor in ihren Dienst stellte. Schalit ist in alt seinen Werken archaistisch gebunden und doch wieder frei in seinen Ausdrucksmöglichkeiten. Er erschließt eine Klangwelt der Melodik mit kühnen und komplizierten Akkorden und dynamischen Schattierungen, deren nur ein wirklicher Meister fähig ist. Chor, Orgel, Harte, Solo-Vblme und (k'igcnchor klangen übereinstimmend prächtig. — Der ״Frcilng-Ahend-Oottc.sdicnst" von Schalit ist in seinem präpomlerieiTiulen Charakter ein Konzert. Die ganze kompositorisclic Anlage deutet darauf hin, daß sich chorisch und solistiseh Schwierigkeiten häufen., denen nur ein erstklassiger Musikköiner gewachsen ist. Das interessante Werk ist für den Kantor, vierstimmig gemischten Chor und Orgel kompaiiicrt und enthält wunderbare Schönheiten in bezug auf Architektonik und Tonmalerei. Es ist eine ״Kuustmusik", von der man nicht sagen kann, wo die Konturen des Gottesdienstlichen und des Konzertanten ineinander fließen. Die Musik von Schalit ist eigenartig, durch geschickte Einbeziehung arclia- Istischer Formen sakral, aber, wie gesagt, für Veranstaltungen mit Mittelmäßigkeiten zu schwer. Die Chöre setzen beinahe ein solistiseh geschultes Studium voraus, und der eigentliche Solist sowohl wie der Organist müssen Künstler ihres Faches sein. Vom Gottesdienstlichen aus gesellen würde die Observanz des einstimmigen Gcineindcgesangcs zweckeiltsprechender und wertvoller sein. Beim jüdischen Gottesdienst stellt im Mittelpunkt des Geschehens die Gemeinde. In allem, was sich da vollzieht, muß die _ Möglichkeit ihrer Mitwirkung gesichert sein. —- Das in seinen faszinierenden Wirkungen einzigartige Konzert fand durch mehrmaliges, spontanes Erheben von den Plätzen den Beifall des Publikums. Hermann Zivi. Gumbinnen A111 26. Mai verschied I ferr Eugen R a u im Alter von 53 Jahren. Herr Rau war eines der aktivsten Mitglieder unsercr Gemeinde, gehörte der Repräscntantenvcrsammlung an, war im Vorstand der Chcwrah Kadischah tätig, und hat sieh auch 111 den jüdisch-politischen Vereinigungen betätigt. Pirmasens Am 3. Juni vollendete Oberlehrer A, Michel sein 70. Lcbensjahr. Fast fünf Jahrzehnte hat der Jubilar als Volks- Schullehrer in Diensten des bayerischen Staates und der pfälzischen Judenhcit gestanden. Vierzig Jahre hindurch hat er die israelitische Volksschule geleitet und zugleich den Dienst des Kantors versehen. Kulturelles Leben in den Gemeinden Rheinland und Westfalen In Coesfeld i. W, hielt der Jüdische Jugcndverein des Kreises eine Tagung ab, bei der Max David über ein biblisch-geschichtliches Thema sprach. -- in Düsseldorf koii/erlierten Julian (iumpert mul Erwin Palm in einem Haus- Konzert; in einem anderen!Inuskon/ert spielten Erna Magnus, Hagen, Julia Rosenberg und Erwin Palm, — In Dortmund sang im Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr Hermann Sclicy Lieder von Schubert, Schumann und Mahler und fand großen Beifall. — 111 der Ortsgruppe des Jüdischen Kulturlnmdcs in Essen hielt Obcrnibbiiicr Dr. Carlcbaeh einen Vorfrag über das Thema ״Väter und Söhne“. — Viel Anklang fand der von Josef Plaut veranstaltete heitere Abend. — Innerhalb *ler Bililimgsknrse der SyiiHgogcngcnicimlc hielt Dr. Ernst Simon ein vielbeachtetes Referat über eien ״Sinn jüdischer Bildung“. — In Köln stellte die Jüdische Kuiistqcmciiiscitaft eine Anzahl begabter junger Künstler heraus. Ein Kammerclior unter Julius Goldbergs Leitung sang hebräische Volksiieder, Hilde Silberbach spielte Schubert und Chopin, Hanna I.ocwcns (Alt) sang Poncluelli und Saint-Sacns und Siegfried Drias (Bariton) Arien von Mussorgskl und Verdi. Ernst Drucker führte sicii als starke gcigensclic Begabung ein, Ilse Saß begleitete Ihn mit Einfühlungsvermögen. — In Reck• üng ha tiscn fand am M. April ein Josef Plaut-Abend statt. Am 30. April referierte innerhalb der Gemeinde Rechtsanwait a. D. Siminenauer über das Wirtschaftsleben in Palästina. -- In Wuppertal sprach Obcrrabbincr Dr. Carle* hach über das Denken Franz Rosenzweigs. — Ein Plaut- Abend erfreute die Hörer und ließ gleichzeitig das Bedauern darüber entstehen, daß dieser Künstler sich noch nicht so weit umgcstcllt hat, daß er zu jüdischem Humor vorgestoßen ist. — Mit einem Liederabend errang Hermann Sehcy großen Beifall bei seinen Hörern. — Ein Vortrag von Dr. Joachim Prinz über die Judenfrage hatte fast 1000 Zuhörer gefunden. j44t£i4iföd4^444t^l>€41> Drcidcn. 7. Juni, abends 8.30 Uhr, im Fcstsiial Her Harmonie! Vorlrag Dr, ßcldoßhcrg, Thema! Uutcrjjnnjj oder Erneuerung — Schi( k^ilswcmle. — Kiiln. Zionistische Vereinigung. FaliUtitia-Au'Mcl• lung vom 17. Iris 24. Juni im Agrippinnbnus ItroilcMr. 02/08, II. Stock. Die Ortsgruppen des Griippcnvrrbnnde* Rheinland-Westfalen sind von der KZV. gebeten worden, flcsellsrlmfls- und Omnibusführten zusainmcnzuatcllcn« Die KZV. bittet ihre Mitglieder, die Mitgliedskarlen im Büro nbxuholcn, Lichtbilder in der Grüße 4 X 5 cm sind milzubringen. — Leipzig. Uraufführung von ״Joseph und »eine Brüder", Revue von Dr. Rabinowitz, mmiktllschc Einrichtung von Alfred Simon, am 21. Juni. Nr•«! 5. VI. 1934 Der Meldeschluß ff,r zor aufiz auf Pn.1״..1 ״■ <les Visums iisw. einige Zeit (lauern, ist baldige Entsch, notwendig. Prospekte sind auf Wunsch atmifordern T" Kartell Jüdischer Verbindungen, Berlln-Charlottcnburc 2 Ru; PalBitfnarelto de* K. J. V« Juli-Reise nach Palästina ist vorläufig auf 1:m1e junior? gesetzt worden. Die Nachfrage ist außerordentlich ״ror1 wir bitten daher Im Interesse eitler günstigen Plat/belc'׳* um schnellste Meldungen. Da die Formalitäten zur Lti,•!!!!!111^ Urig וחי treustrafie 50, Tel. Steinplatz. CI 4736 rB 2, Bleib. Spcrrmark-Lcbcnsvcrslchcruntfcn. Wie wir hören hat 81 ,,Prudential Assurance Company Limitea» ן London, die größte englische Versicherungsgesellschaft v ״ den deutschen Devlscnbehörde!! die Genehmigung zu ein^ für Soerrmarkbesitzcr höchst Interessanten Projekt erhalt"11 ' das den Abschluß von Lebensversicherungen In Spcrrmj™' I Vorsicht. — Auswanderer und sonstige Besitzer von'Sperren I haben können hiernach Spcrrmarkbcträge zur Zahltln״"! I Eintnal-Prlimie an die Gesellschaft verwenden und eriiah" 1 dafür eine Police, die nach zehn- oder mehrjähriger Lauf/!! 1 b/w. bei früherem Ableben des Versicherten fällig *!'! ‘ Alle Verpflichtungen der Gesellschaft sind in Sperrmark!״, i gedrückt. Die Gesellschaft erklärt sich jedoch bereit K1 ׳ der Verfügung über derartige Spcrrmarkbcträge mitzuwiVke? 1 um den Versicherten die Beschaffung fremder Wahrune ,,! ermöglichen. Nach Wegfall der Devisenbeschränkungen tr folgt Zahlung in freier Reichsmark. Die Policen haben einen ־ sofortigen Bclcilnmgs- und Rückkaufs wert Ins zu so r״׳ J } cingczahltcn Betrages. Eine persönliche Haftung des' v« sicherten für ein so gewährtes Darlehen besteht nicht. Am. kuntt über diese Art der Sperrmarkverwertung, die!״' besondere auch für Palästinawamlerer von Interesse sein km«' wird durch die Juristische Beratungsstelle Palästina-Amt 8, Berlin W 15, Mcinckcstr, 10, erteilt (ä£0*tddto, Juden PoSSsCäna-Qusslellung vom 17.-24. Juni 1934 In K6LN, MiRIPPlNÄ-HÄUS Dl. Bratlautr Zloniatlacha Varalalgung v«t>n«Uw •Iti Donner.!«», den 7. Juni, 20.J0 Uhr im Lcinn! ...1, Aane.ltr.S. S, eine si den Revisionismus Dr. David SchloAberg. Berlin, «p,ich,!*״ ״StaatsilonismusodcrVolkszionisniusJ‘1 Numeriert« Karten 711 60 Pfg., unmimcrieMr• Karten nt 20 PIß. hei Brandeis, Büchcrdiet« Horwitz, Kothner, Lichten• ««*ln und tu dt? Kr«•«. ScU&fät Böden in (azm IpmI -""I durch Spenden für den Jüdischen Nationalfonds Herdt si&leiieii! Leiisrael Berlin W15, Mclnclfesir.10 Postscheck 28147 1!Eti UM Ou'KG):!■! 1 fl: IsraciiUscUe Gemeinae Basel Di« {*rnelithrhr Gemeinde B**el hrshsi« htlgt, nuf Mitte August 1934 die Stelle fine* neu tu heset/rn. G®*ucht wm! «In erstklnasi^fr, peRrtzestretier, jüngerer Pädngoge {nicht Rabbiner) mit •bgrarhloAnenem aeminnriati- ■ehern Lehrgang«, tior eine erfolg• reiche pHdngogiKrhe Tätigkeit nnvh• weisen kann, oder Oberlehrer mit entsprechender Befähigung, Gehalt naeh Uchereinkunft. Renalon ge• regelt. Bei Konventen* Lehens• Stellung. Persönlich* Vorstellung nur nach erfolgter Einlndung er• wünscht. Bewerbungen sind innerh. 8 Tagen mit ausführlichem currieulum vitae, Angabe von Refrrenren und Miignbr von Zeugni*nb*rhnf• ten (nicht Originale) m richten an den Stholpräsiilenlen Reiht■• anwait Ür. 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