Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 45 (5.6.1934)
- Date
- 1934-06-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Kr. 45. 5. VI1934 jüdische Rundschau Seite 3 Vor ן־־' J "1 <lic *W. ' 1'n“' 111■ nl• ־ M wird 1,״flatc '"clit r m 1 f r c n um! da י/" er. uch (|jc , "‘י" l>ci > .'1׳c l:r. ' '1י Ke. k־u!,. r (lilu-i I Ktl'fll in 11er . ןןךן[ו.יוח der I«. . ן!!) ודיי :ln- |,r0 auf dCn rl> von Siedler, ttel he. cchciule Schick. ler pc. jiHt!!סע ח Kolo, e U. Bei . ,ro/ent. dünnen וו Jahre deillung mfe des werden. old fiir ral Uri• aiifgc• Arbeiter stellen, an den Mittel• >rdantal 711 er• hleuieti, •t/t. So. er/.uebl, raKtiL■ t ru k■ c 11 ,ו f ltg vrtil len. Zu können las ,:<•־־ ״alstcllc s t ru• Kredite :11 und •b von :11 und t im-er er.111/u• Tempo Ansicil• t ie/e־״;011 des s auch de Iniitarlx'it Hit־ öcbict 5. Jerusalem, 1. Juni. (J.T, A.) Der Prozeß gegen Graham Slavsky mul. Zwi Rosenblnlt gellt seinem Pinie entgegen. Am 31• Mai erklärte der Verteidiger ltorace 5,111111 cl auf die f rage des Vorsitzenden, Richter Corric, wann er die Vernehmung der Entlastungszeugen zu he* citdipfu gedenke, die letzten Zeugen würden am Juni vor Ger ich t erscheinen. Um die Spuren - Feststellung In den am 20., 30. und '!I. Mai diircligcfülirtcu Vor- )i.imllungeii wurde vor allem die Zuverlässigkeit der spur e n p r ü f 11 11 g und die Möglichkeit der E r k e n 1111 n g der Tat e r durch Frau Arlosoraff erörtert. Sergeant losepli Svititskv, der I.eiter der Ortspolizei von l’ctnch tiku.111, erklärte, der arabische Spurensuelicr Abu Rcgaig liabc ihm mitgeteilt, er Italic Stavskvs Seluiliahdriieke hei der Oehprohe am Strand nicht auf Grund seiner Fiiniiening jn die Spuren an der MoriMelle, sondern deshalb erkannt, «eil er die Form der tags zuvor mit ersuchten Schuhe Stavskvs im Gedächtnis hatte. Der Tel-Awiwcr Sehutzinaiui Ini.umci 1׳ e I d in a 11 n sagte aus, er und zwei andere Poti- ,jtten liallen 20 Minuten nach dem Mord den der Mnrdstcllc heiiaddiarteii Friedhof und dessen Umgehung mit einem l'oii/i'ihuml nach Verdächtigen ahgesucht. Fine halbe Stunde fpitcr sei Ahn Regaig gekommen und habe begonnen, nach Sparen zu suchen. Abu Rcgaig sei seinen (l'cUlmanns) Spuren naeligegangen. Ir habe den Spuronsticher darauf jufincrksam gemacht, daß dies seine eigenen Spuren seien. Abu Kegaig aber habe sich nicht darum gekümmert, so־״ dern die Untersuchung fortgesetzt. Aerzüiche Sachverständige Der Augenarzt Prof. Dr. Georg L e v i 11 s o 11 n erklärte als Sachverständiger, er habe au der Mordstclte am Strand von Icl-Awiw eine Reihe von Experimenten allgestellt. Diese halten ergehen, daß in bloßem Sternenlicht alt dieser Stelle rote Gegenstände in einer Fntferiniug von 50 cm als schwarz. prM’lieii werden. Demnach halle niemand zu dieser Zeit einen raten Ziekzarkstreifen, wie ihn das Muster der Jacke Knseuhlatts aufweist, lmtersehridcn können. Fs sei unmöglich, dal! die Person, die die Taschenlampe aiifleiichten ließ, habe erkannt werden können, Vorsitzender Richter Corrie: ״Konnte die Person, die den Schuß abgab, genau gesehen werden?“ Prof. Lcviiisolm: ״Nur die Umrisse des O c s i c 11 ־ tes konnten erkannt werden. Die (icsichtsziigc aller können mir aullerst undeutlich zu sehen gewesen sein, so daß cs unmöglich war, die Person spater wiedcrziicrkciinen,“ Dr. Theodor Z. 1 o e i s t v, der hierauf gehört wurde, sagte ans, der Ohduktioushcfiuid zeige, daß der Schuß diagonal aus einer 1 lohe von nicht mehr als 50 cm abgc* gebe״ worden ist. Hierauf wurde Abraham Sei»;1 רן i r o, einer der ältesten und populärsten jüdischen Kolonisten Palästinas, als Zeuge vernommen. Sehapiro erklärte, der zweite arabische Spuren* Sucher der Polizei, Ahn Ruz, habe ihm gegenüber beteuert: ״Ich gehe meinen Konf dafür, daß die Fußspuren am Strand nicht die der Angeklagten sind.“ Die Identifizierung durch Frau Arlosoroff Scliaina Kuperstein, ein Angestellter ries Tel-Awiwer Magistrats, sagte aus, Frau Arlosoroff habe noch am Abend nach dem Mord in der Pension K.ite Dan dem Polizisten Sdiarmeisler in seiner, des Zeugen, (iegeinvart gesagt, sie vermute, es seien Araber gewesen, die Arlosoroff ermordet haben. Der hieran( vernommene Polizist Sch arm ei st er «klärte, er sei der erste Polizist gewesen, der Frau Arlosoroff in der Pension nach dem Hergang der Tat befragte. Auf s«־ine Finge, wer die Mörder gewesen seien, habe Frau Arlosoroff?antwortet: ״Ich glaube, es waren Araber.“ Der Vorsitzende Richter Corrie fragte den Zeugen, warum er nicht alle Finzcllieiton, die er von Frau Arlosoroff in der Pension Käte Dan erfuhr, seinem Vorgesetzten gemeldet oder in seinem Notizbuch verzeichnet habe. Scliarnicister erwiderte, er habe seinem Vorgesetzten alles gemeldet. In sein Notizbuch habe er die Angaben Frau Arlosoroffs nicht cintragen können, weil er sn jenem Tag dienstfrei war und sein amtiielirs Notizbuch rieht bei sieb halte. Der hierauf vernommene Araber Sulciinau Mowakct erklärte, Frau Arlosoroff habe ihn bei der Identifi/ierimgs-Vorfiihrimg als einen derjenigen bezeichnet, die mit drin Tater identisch sein könnten. Auch Fphraim Flieser bekundete, er sei von Frau Arlosoroff bei der Identifizienmgs- Vorbildung als einem der Täter ähnlich bezeichnet worden. 1—•^!״״־־ 111M- .4,4 fahiaU SljJ ן«, Am :)(), Mai wurde in Genf die 25. Tagung der Ständigen M.'iml.iiskotnmlssion unter dem Vorsitz, ihres Präsidenten, dos ItnliciMTs Maitווןis Tlieodoli, eröttnet. A11 den Beratung™ »chiucii feiner der Vizevorsitzcmle der Kommission van Rees (11011.11111), Prof. Rappard (Schweiz), Prot, Palaeios (Spanien), Graf I'1*1111 a-( 1;1 rcia (Portugal), Ford l.ugard (Großbritannien),!Merlin (F'r,ml,reie11), Sakenohe (Japan), Orts (Belgien), schliel!• lieh als Vcrlieter des Inteniationalcn Arbeitsamtes Weavcr (Grollln itaniiien) und tler Direktor der Mandats,■iliteihmg des Völkerhinulssekretariates, Gatastini (Italien), teil. Das norwegische Mitglied der Kommission, Fräulein Dnnncvig, ist noch nicht in Genf eingetroffen. Die Tagungen der Mamlatskonimissioii sind nicht öffentlich, lieber ihren Verlaut unterrichtet lediglich ein offizielles CouimuniquG Der genaue Inhalt der Verhandlungen wird erst später, bei Veröffentlichung der Protokolle, zugleich mit dem Bericht der Kommission an den Völkcrbundsrat bekannt. ln der ersten Sitzung der Mandatskommission faßte der Uln'f'.ckrrtär der Palästina-Regierung, John llntborn* Hall, den Inhalt des der Mamlatskonimissioii unterbreiteten Jahresberichtes jn einem Resunu1 zusammen und gab eine beliildirimg der derzeitigen I.agc in Palästina. Im Anschltib ,111 vliesen Herieht wurden an den Vertreter der Palästina-Regie* rtiiig vo.1 mehreren Mitgliedern der Kommission!׳'ragen gcrielitet, die sieh haiiplsiie11 lieh mit <ler Rolle befassen, tlio die Arahisehe Exekutive bei den blutigen Unruhen im Oktober 1033 gespielt hat. Die Rede des Clicfsokrctärs, die in dem Cotnmimiquf der Ma1ui.itskoniiiiissjou wicdergcgcbcn wird, enthält nichts neues und aiieh, soweit hekamit. keine Stellungnahme zu den strittigen politischen Fragen. Fs wird lediglich ein lleberblick über die wirtwhaflliche Lage und über die Maßnahmen der Adniiiiistration gegeben. Anfangs heißt es, daß das Fand ״mit Stolz an[ einen beneidenswerten Wohlstand hinweisen kann‘1 und daß «Ier Budget-Ueherseluiß der palästinensischen Regierung < .. ,Millionen Pfund erreicht. Aul welche Ursachen diese günstige F111 wieklimg zuriickzufülirou ist, wird in dem Com• mimiuiie nicht erwähnt. Im weiteren Verlauf der Rede erwähnte der Ghefsekretär auch die l.cvantemesse in Tel-Awiw, sowie die arabische Messe. Sodann setzte er die Finanzpolitik der Regierung und ihre Maßnahmen in bezug auf Förderung der Landwirtschaft, Gesundheitspflege iisw. auseinander. Der Clict* sekret.ir erwähnte mail die Vereinbarung, der zufolge die Re• gierung au den verschiedenen durch die Jewish Agenry und den Wand Leimii unterhaltenen Forschungsinstituten mitnrhei• tet, die die erfreulichsten Folgen für das ganze Land gehabt hatten. Außer dem Bericht der Mamlatarmac.it liegen der Kom• missiou noch folgende auf Palästina bezügliche Doku* Der Zeuge Mordecbai Mc Ir? sagte aus, der Spurcnstichcr Abu Ruz habe ihm gesagt, es sei unmöglich, daß die Verhafteten die wirklichen Mörder Arlosoroffs sind. Neben einigen minder wichtigen Zeugen wurde hierauf auch der Spurensuelicr Abu Regaig vernommen, der auf Antrag der Verteidigung nochmals vorgeladcn war. Der Zeuge erklärte, er erinnere sieh nicht mehr, ob er die Schuhe Stavskys vor der idcntifizicrungsprohc gesellen habe oder nicht. In der Verhandlung am 1. Juni wandte sieh der. Vor* sitzende Richter Gorrie dagegen, daß der Verteidiger Itoraee Samuel durch die Art, wie er das Kreuzverhör führe, di'11 Eindruck zti erwecken suche, daß die Histadruth aus dem Arlusoroff-Fall politisches Kapital gegen die Rcvisioiikten schlagen will. Der Vorsitzende erklärte, diese!ו o 1 i t i s e 11 e 11 F ragen gehörten nicht zur Sache. Den Anlaß zu dieser Bemerkung des Vorsitzenden gab die Vernehmung des .Misrachi-Fülirrrs Rabbi J. L, F i s c h 111 a 11, an den der Verteidiger Fragen betreffend die politischen Vcr* hälinissc im Zionismus zur Zeit des Arlosoroff-Mordcs ge* stellt hatte. Brüh Ilabirfonim-Prozeß am 12. Juni Jerusalem, I, Juni. (J. T. A.) Wie offiziell bekannt* geg-ben wird, wurde der Prozeß gegen die wegen Zugehörig* keit zu dem revisionistischen Geheimbttnd ״Brith Il.abir* joii'ni“ angeklagten Personen, unter ihnen Abba Aclii• M c i r, auf den 12. Juni angcsctzt. r 1ir von | ■ 1 eine« ä 1 nach |נ rsonen ei! üic 1' 11׳ da* v״: rbeitef t; eii, in tu jewish p ,tive |; Isaak;; jr ein'־ u s 11 s k י1ז'»11ס f I' .cn •״<־ i , Alibi 1; 111 a n j> eiche״ : c ein* [ ät lief '! Adolf ־»ihrer ״ It »uh! ciucf I •borca j ׳ n »׳i 1 a r ׳ רז 1' ו x t;1 |,f v I1';‘. ».5 -”•wn ■.V'P.njff:*;; :,V V'r .»^ \ * K -««*• #״ v ... ־ m ״ .s>*. ' ,׳(I.Vi1 ׳״ . , « v, . _ י*,*‘ ' יי־ j ■. ־׳"-׳■>%>׳< ׳<■ . ' r' V ״׳■ ■ ■■־־׳*׳ ״i^ '. ־ . ־ ״.׳״< . ' '• ' . ' *r י" ,t ‘ " - Jf-'m. . . ־- /׳«. r ־, . י*1* ׳ V״ * . 4 . , י ׳m J , -V. *./״ 4 "׳,(*** a . f * ' •י ־ ׳“״7׳V.'״ 4'»4•.״־■, ,..־*“ ■- ■ _—««•-- <w< '״r* . , , ־ ja*, ׳־ ׳. t ' - "־״ ‘ ,iX, ׳ 4^0 * 7'1. , A * f >*. 's^yJ J N V - - ‘יי" '־;>* v I י /' - * > 11► . *'■״׳ . ״ V v*% .-1 ß* '’׳ 4 Ti \ i M y...׳Ql /u*" ן Viirrre ,a-urr- /u,׳■ -■• f / W 2 r• ״ '1 י* ' /' *4 ... Linb oben: Mit Felsblöcben uerscKuUete Straßen, — Rechts: Ein verstört« Gebäude. י— Links unten* Mit ollen verfügbaren Geräten versucht man der cingedtungencn Wassermassen Herr su ufcrden. Foto! FaluUn« Pr«* Photo, T*2-Awtw, * י m m m _ ״** -■-** וד־״ץ% i; ךי»־ י״*״׳ י tr״ייי'*®״״*» *pj ״וי Lmmi W *■-a Win* itk llvJ 'üi isk Sy! hä i «t w »3 V LuJ ►י•« V *י mente, die im Verlauf dieser Tagung behandelt werden sol* len, vor: I. das Memorandum der | e w i s 11 Agency für Palästina, für das das portugiesische ,Mitglied der Kommission Graf Penha-Gare■ia zum Berieliterst.itter ernannt wurde; 2. Memoraiida des Waad Lciimi, des palästinensischen Ober* rnbhinats und der Agmlatli Israel vom April und Mai l'HJ mit Bemerkiingen der Mamlatarmaelit vom 13. Juni BDI. Das Memoramliim des Oberrahbinats und des Waad I cum! bezieht sielt auf eine angebliche Benachteiligung des Rabbinats-< ie* riehts dureli die (ienieimleordniiug; die Agudatli Israel fordert in ihren! ,Memorandum Anerkennung als autonome (icmcimle. Dieseibe Forderung enthalt: 3. das Memorandum des Waad Adatli Asclikenasim vom 28. August BD3 mit Bemerkungen der Mandatarmacht vom 23. November B133. Zinn Berichterstatter für den in diesen Petitionen benilirten l'ragenkmnplev wurde Prof. William Rappard (Schweiz) be-tellt. ■I. Line Petition von A 11 n i II a v A h 11111 11 n d i, Generalsekretär «1er ״Arab bidcpcmlnice Party", Jerusalem, vom 23. Mai BDI mit Bemerkungen der Mamlatarmaelit vom II. Juli BD i; sie enthalt eine Kritik der Darlegungen Sir Arthur Wauchopes auf der vorjährigen Tagung der Mandats-Kommission; Berichterstatter: Prof. Palaeios (Spanien). 5. Petitionen einer ״Baläsliiiensiselt-arabi* sehen Vereinigung in S'.iiba“ vom 18. Mai BDI, des syrischen Arabers Iselian cl Dschabri vom 5. Oktober BD', «les svropalästinensischen Komitees in Kairo vom '2'). Oktober BDI, verschiedener Notaheln in Nablus vom 30. September BD'l und von einer Anzahl von Finwoluiern von K.ilk.ilieli vom 2. No* vember 1033. Alle diese Petitionen betrcflcii die Vorfälle im Oktolrcr v. J. (Zusammenstöße der Araber mit der Polizei) und Beschwerden wegen der jüdischen l'imvaiiderung. Line Petition zur Frage der jüdischen Linwamlening, datiert vom 20. November 1033, die von dem Zionistischen Landesverband Ost-Frankreichs, Straßburg, unterbreitet wurde', steht ebenfalls auf der Tagesordnung. Berichterstatter für alle diese Potitioneu ist Herr Orts (Belgien). Schließlich ist noch zu erwah* neu, daß unter den Petitionen aus Syrien sich eine befindet (vom 13. April BDI mit Bemerkungen der französischen Mau* datarmaebt vom 10, Mai BDI), die die Frage des Versuchs der Zionistischen Organisation, in Syrien Boden kaufe zu tätigen, anfwirft. Diese Petition ist erst in den letzten Tagen eingebauten und die Kommission hat noch keinen Be* richterstatter für sie ernannt. Sie wird übrigens erst im Zu* sammcnhaiig mit 11er Prüfung des Jahresberichtes über Syrien zur Sprache kommen. Den Inhalt des Begleitschreibens von Nahiim Sokolow zum Bericht der J c w i s 11 Agency an die Mandatskom* mission haben wir 'bereits wiedergegeben. Es wäre, noch nach* zutragen, «laß dieser Brief bereits vor dem jetzigen akuten Konflikt wegen der letzten Zcrtifikats/utcilung abgetaßt wor* den ist. — Ais Vertreter der Irwish Agency für Palästina weilt Dr. Victor Jacobson in Genf. Um die Kooperation mit der Mandatarmacht Die englische Wochenschrift .,The Near East_and I 11 cl i a“, die in der letzten Zeit die jüdische Palästina-Sache mit Wohlwollen verfolgte und auch der Levniite-Mcssc große Aufmerksamkeit schenkte, kritisiert in ihrer Nummer vom 3t. Mai den letzten jüdischen Protest-Streik sehr scharf. Man kann, so schreibt das Blatt, der Jewish Agcncv zu diesem Beschluß nicht gratulieren. Abgesehen davon, daß Zusammenstöße sich fast unvermeidlich rinstellen mußten, liege in dem ganzen Vorgang eine offenkundige Albern* heit. Gui bono? Was werden wohl die überseeischen Aussteiler der l cvante-Messc dazu sagen, wenn sie sehen, daß sie einem solchen Streit geopfert werden - dieses Jahr für sieben Stunden, aber bei der nächsten Messe vielleicht für sieben Tage, wenn die politischen Führer das beschließen sollten. Als Waffe in einem Streit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer spiele der Streik eine begreifliche, wenn auch tadelnswerte Rolle; aber als ein Anhängsel in einer Meiniings- Verschiedenheit zwischen einer verantwortlichen Körnerschaft, wofür man die Jewish Agency halten muß, mul der Palästina* Regierung, ist dies ein I iiigcst.nidiiis geistiger Unterlegenheit und ein Beweis tiir das Fehlen jedes Verantwortungsgefühls. Unter «Ier Führerschaft dieses T vps durfte «las jüdische Nation,illieim *len weit größeren Teil der Jmlcnscliaft ent* täuschen, für die Palästina und das Natioiialhcini mehr be* «leiden als eine Anhäufung von Immigranten, die zufällig luden sind. Im weiteren Verlauf des Artikels, verweist «lie Zeitschrift auf die Zuschrift eines jüdischen Linscnders, der «lie Zustände in Palästina in einem ungünstigen Lieht schii* dert. Der Abdruck des Briefes bedeute Zwar nicht die Be* stätigimg seiner Ansichten, aber in Anbetracht des Streiks sei cs gut, daß auch aus jüdischen Kreisen dagegen Stellung genommen wird, daß die Jewish Agency es nicht vermocht hat, die Kooperation mit d c r M an datar macht an die Spitze ihrer Politik zu stellen. Die Zuschrift, auf die die Zeitung Bezug nimmt, ist der Brief eines Menschen namens Wilired Rosen, der au* scheinend, wie aus dem Brief hervorgeht, auf einer Geschäfts• reise in Palästina mit seinen Geschäften nicht, viel (duck hatte, «len״ er beschwert sieh dariiher, daß «lie Leute in Palästina ״niedrige Preise und lauge Znlihmgskrcditc“ fordern. Aus dieser Verärgerung sind wahrscheinlich auch die anderen Behauptungen dieses Briefschreibers zu erklären, nicht zu verstehen aber ist, wie ein seriöses Blatt wie ״Near Last and Imlia“ eine solche minderwertige Auslassung ahdrucken kann. Wir sind nicht gegen Kritik und wissen, daß an den palä* utinensisehen Zuständen viel zu kritisieren ist. Aber wenn ein Mensch z. B. schreibt, daß polnische um! deutsche Juden nach Tcl-Awiw kommen ״offenbar nur zum Zweck, um in möglichst kurzer Zeit ein großes Vermögen zu erwerben und dann dorthin zuruck/ukehren, woher sie gekommen sind‘‘, wenn er schreibt, daß in ganz Tel-Awiw ״auf geheimnisvolle Weise die Hauser bei Nacht mit Hakenkreuzen bedeckt sind“ lind hiuzufügt ״was danken sie dein Hakenkreuz, daß sie es als ihre Handelsmarke verwenden“, wenn er fortfährt, daß die ״umstürzlerisclicn Organisationen", nämlich die Histadruth und der Britli Trtimpeldor, verboten werden sollten tisw. usw., dann muß doch jeder erkennen, daß es sich liier nicht um die Zuschrift eines urteilsfähigen Kritikers handelt. . Filier Antwort bedarf der Schlußsatz des redaktionellen Artikels der Zeitung. Demi es kann «Ier Zeitung, die die Vorgänge innerhalb «les Zionismus genau zu verfolgen pflegt, nicht unbekannt sein, daß auch die jetzige Exekutive der Jewish Agency die ״Kooperation mittler Mandatar• mach t" als den Grundpfeiler ihrer Politik proklamiert hat und gerade darum angegriffen wurde. Die jetzigen Vorgänge und der Proteststreik, über dessen Zweckmäßigkeit man gewiß sehr verschiedener Meinung sein kann, sind der Exekutive abgezwungen worden, weil die englische Verwal* tung cs an psychologischem Verständnis, fiir die Lage der Juden fehlen ließ und durch ihr Verhalten der innerjüdischen Opposition Wind in die Segel getrieben hat. Jeder einsirhtDe Zionist versteht, daß die Kooperation mit der Mandatarmacht wiederhergestellt werden muß.