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Jüdische Rundschau · 1934-06-05 · Heft 45 (5.6.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 45 (5.6.1934)
Date
1934-06-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JpmSCHE RUNDSCHAU 5 ,45 ■־יא. VI,!934 Wir glauben, daß die hier geäußerten Beobachtungen auf einer einseitigen Verallgemeinerung beruhen. Es gibt unzählige jüdische Menschen, die das Be* dürfnis nach ruhiger Entspannung in der Natur und nach einem echten und ungestörten Naturcrlebnis haben. Der Gegensatz, von dem der ״Angriff“ spricht, ist nicht ein Gegensatz zwischen Juden und Ariern, sondem i 11!1 e 1־ h a 1 b aller Völker gibt es eben verschiedenartige Menschen und Menschengruppen, die sich auch in der Natur verschiedenartig benehmen. Der Skatspieler ist zwar auch ein jüdischer, aber kein spezifisch jüdischer und vor allem kein ausschließlich jüdischer Typus. Bei allen Völkern gibt es Menschen, die in der Natur Karten spielen, Alkohol trinken und lärmen. Natürlich sind diese sichtbarer und hörbarer als die anderen, die in der Stille eines Waldwinkels der Natur hingegeben sind. Außer* dem muß gesagt sein, daß cs unter den deutschen Juden sehr viele gibt, die sich nicht ״was leisten können“. Man denke nur an die stellungslosen An* gestellten! Auch sie sicht man nicht. Wir sind weit davon entfernt, jüdische Unsitten zu verteidigen oder zu beschönigen, aber gerade wir, die wir nach einer inner* liehen Erneuerung auch des jüdischen Lebens streben, wissen, daß allgemein — nicht nur den Juden gegenüber — einer Minderheit gerade ihre minder edlen Repräsen* tauten angekreidet zu werden pflegen; wir dürfen uns nicht selbst cinreden lassen, daß cs nur diesen unangcnch* men Typ bei uns gibt. Und nun ein zweites Beispiel aus dem Artikel des ״Angriff“, das noch lehrreicher ist. Es heißt da: ״Bühne, Presse, Film, Verbände und Parlamente, das waren die Stellen, wo der Jude sich demonstrieren konnte. Um nichts anderes als um diese Demonstration geht es ihm auch heule. In den Konzertsälen, in dem Theater finden wir ihn mit besonderer Aufdringlichkeit wieder. Es sei ein Beispiel für viele genannt. Bei einer Opernaufführung wirkt ein jüdischer Künstler mit, der sein Recht auf Betätigung behielt. Das Publikum kargt nicht mit Beifall. Eine Gruppe von Juden, die in unserer Reihe sitzt, ereifert sicli kaum, als aber der eine jüdische Künstler sich verbeugt, da springt die jüdische Gruppe von den Sitzen hoch und veranstaltete eine wilde Claque, schreit Bravo und läßt einen Begeisterungssturm losgehen, wie ihn das Haus den ganzen Abend noch nicht erlebt hat. Die Leistung des jüdischen Künstlers war lobenswert, aber sic stand in keinem Verhältnis zu diesem Aufwand jüdischer Ücmnnstrationskunst." Judenpsycliologie 1934! Wir kennen den Fall, um den es sich handelt, nicht, auch nicht die Juden, die applaudiert haben. Aber es ist nicht so schwer zu erra* ten, was in ihrer Seele vorgeht. Hat man doch den Juden die Fähigkeit zu ernster Theaterkunst schlechtweg allgemein abgcsprochcn, und wenn nun ein jüdischer Künstler, dessen Leistung auch der ״Angriff“ für ״lobenswert“ erklärt, sich aus/cichnet, kann man es da den jüdischen Zuhörern verargen, daß sie ihrer Freude darüber Ausdruck geben? Ist das ״Claque“ zu nennen? Das Verhalten dieser Leute ist doch weniger aus ihrem Jude- Sein zu erklären, als aus der Situation, in die sic gestellt worden sind. Man hätte sich freilich auch in diesem Fall noch ein anderes jüdisches Verhalten denken können. Die Juden- Psychologie 1034 ist ein noch komplizierteres Problem als manche .־*lincn, die nur die äußeren Erscheinungen beobaclitcn können. Es steckt in dieser Psychologie viel seelische Pein und viel verzweifeltes Abmiihcn an schier unlösbaren Problemen. Aber die erst begonnene Klä- , rung wird sich fortsetzen, der Jude wird zu sich selbst kommen. Und darum müssen wir auch, so peinlich es uns sein mag, die Konsequenz hören, zu der der Verfasser des Artikels im ״Angriff“ gelangt: ״Das ist eine erste nsychologische Betrachtung der neuen jüdischen Haltung in Deutschland. Vielleicht ist es einem Ausländer schwer, dies alles so zu sehen und zu empfinden, wie wir. Aber cs ist so, daß cs für uns unerträglich ist, und daß wir uns mit den Juden in Deutschland auf unsere Weise auseina1ulersctz.cn müssen. Wir sind überzeugt, daß sich diese Auseinandersetzung ohne jede Gewalttätigkeit abspiclen wird. Denn wir wissen, daß der Jude nur auf Sclbstbewußtsein und Standfestigkeit zu stoßen braucht, um wieder besehetd c n e r und stiller zu werden. Seine rechtliche Lage ist geklärt, aber sein Lebensstil ist noch ungeklärt. Er muß endgültig mit . seinem Verhalten von früher brechen, d. h. er muß die deutsche O Öffentlichkeit den Deutschen überlassen. Er soll kein Acrgcrnis geben. Wir sind davon überzeugt, daß die Juden wissen, was wir damit meinen. Wir werden uns weiter darüber unterhalten.“ Es ist richtig, daß unser Lebensstil noch ungeklärt ist. Eine neue jüdische Generation löst die vorangegangene ab. Wir wissen am besten, daß viele jüdische Kräfte unproduktiv sind, weil sie nur in Kritik und Ressentiments sich auswirken. Ein jüdischer Lebensstil kann nur gefunden werden, wenn das Judentum wieder eine positive, konstruktive Aufgabe hat, an der es sich bewähren muß. In einem solchen Ringen werden auch die menschlichen Eigenschaften geprägt. Wer den Willen nach einem neuen Judentum in sich trägt, der wird allmählich auch das Wunder der inneren Unb c f a n g c n h e i t an sich erleben. Denn der Mensch — oder eine Menschengruppe — kann nicht ״bescheiden und still“ sein, nur weil er weiß, daß er ״für andere uncrträglich“ ist. Solche Verschüchterung könnte immer nur vorübergehend sein. Er kann aber bescheiden und still sein, wenn er sich zu einem Werk bereitet, wenn er sein eigenes Leben von Grund auf neu gestaltet und die Verpflichtungen empfindet, die die Verantwortung für eine große Idee und für die Zukunft der eigenen Gemeinschaft ihm auferlegt Die ״Zentralstelle״ Dennoch hat der Zug!״ die Seit längerer Zeit diskutiert man 111 den Kreisen der deutschen Einwanderung in Palästina die f rage der A n s i c d 1 u 11 g auf dein Lande. Dabei wird vielfach der Verwunderung Ausdruck gegeben, daß zu einer Zeit, wo Menschen vorhanden seien, die anfs Land gehen wollen und auch Kapital zur Ansicdlnng besitzen, der Zug;ms der Stadt relativ gering sei mul vor allem das Tempo der Aktionen den Erwartungen Hiebt 'entspreche, ln diesem Zusammenhang wird von versehiedenen Seiten Kritik an der Arbeit der ״Zentralstelle für die Ansicdlnng deutscher J 11 d c n in Palästina" geübt, die für die Sieclliiiigsaktioiieii verantwortlich ist. Von den Kritikern wird in der Regel zugegeben, daß die ,,Zentralstelle״ über die entsprechenden Sachverständigen verfüge, daß sie auch im- Stande sei, die Interessenten entsprechend zu beraten mul ihnen eine Reihe von Projekten vor/nlegen. Dagcgen wäre cs bisher nicht gelungen, die Kandidaten in Kooperativen ztt organisieren und den Mittelstand, auf den cs doch in erster Linie ankämc, in größerem Umfange in die Siedhmgsbewegting hinciuzubriiigcn, Unser palästinensischer Korrespondent wandte sieb daher au Dr. Georg Landauer, als einen Vcrtret e r der ״Zentralstelle“, mit 11er Ritte, einige Fragen über die Ausleihung deutscher Juden zu heant- Worten. Wir bringen im folgenden die Ausführungen Dr. Landauers. Frage I: Gehen die aus Deutschland etngciunndcrfen Juden aufs Land und in welchem Umfange? Antwort: Von den insgesamt 11 000 E i n w a n d c r e r!1 aus Deutschland sind bisher gegen 1(100 bis 1800 aufs Land gegangen. In dieser Ziffer sind die zugehörigen Familienmitglieder, die vielfach noch in der Stadt sind, meist nicht eingerechnet. Man muß zugeben, daß diese Zahl einen hohen Prozentsatz, der Gesamt Ziffer darsfclit. Sie deutet auf eine Tendenz zu einer gesunden ßcriifsvcrtcilung unter der deutschen Immigration hin, wobei man noch bedenken muß, daß die soziale Herkiuift der Einwanderer eine Umschichtung und Ansicdlnng stark erschwert. Auch im Verhältnis zu der beruflichen Schiebtung der Gcsamtjudcnhcit im Lande ist die genannte Zahl durchaus befriedigend. Beträgt doch heute die Zahl der lanilwirtschaftliclicn Lohnarbeiter in den Kolonien nicht mehr als (1500. Frage 2: Wie Ist das Tempo der Ansiedlung? Antwort: Noch fast alle diese Kandidaten befinden sich in der beruflichen Vorbereitung. Ich bin der Ansicht, daß diejenigen, die eine sofortige Ansiedlung für nötig und möglieh halten, von der falschen Voraussetzung ausgelien, daß Ansicdlnng ohne durchgreifende Ausbildung möglich sei. Fs ist im Gegenteil in viclen Fällen nötig, das Tempo der Ansiedlungsbewegtiiig zu verlangsamen und den Kandidaten vor allein zu einer griintlliehen Fachausbildung zu raten. Auch die besten Instruktoren können die Haehschnrah niciit ersetzen. Selbst Menscheu, die ein bis zwei Jahre in allen Zweigen der 'Landwirt- Schaft gearbeitet haben, brauchen noch Instruktionen für den Aufbau ihrer Wirtschaft. Seit dem Beginn der deutschen Ein- Wanderung ist jedoch so kurze Zeit vergangen, daß wir kaum Menschen finden, die schon einen vollen Sommer und Winter in der Arbeit stehen. Trotzdem sind bereits die Kerne fiir nahezu ein Dutzend neue Sied* lungcn gebildet worden, die teils für Arbeiter, teils für A!1 g c 11 ö r i g e des Mittelstandes g c - dacht sin d. Niemand kann also behaupten, daß das Tempo der Ansietlhingshcwcgung zu langsam sei. Es ist zum Beispiel wichtig, darauf hinzuweisen, daß die Miitelstündlcr der nichtdeutschen Einwanderung in Palästina bisher sehr viel zögernder in ihrem Uebcrgang in die Landwirtschaft waren als die Deutschen. Wir haben Jetzt den Kern für eine S i e d lu n gs k 00 p cr a t i v c in der Haifa-Bay gebildet, wo auch andere Grupnen alter Palästinenser sich nicderlasscn, die erst jetzt nach langen Jahren des Wartens 11ml der Vorbereitung zur An- Siedlung gehen. Ein weiterer Sicdlungskcrn wurde in Karkur geschaffen, und zwar aus Menschen, die noch kein lahr im Lande sind. Weitere Gruppen haben sich in Wadi Chawarith und in Beer Ttiwiah gebildet, ebenfalls aus Angehörigen des Mittelstarides, die das erste Jahr in der Hacliscliarah stehen. Der Entschluß, aufs Land zu gehen, ist heute nicht nur für den Mittelstäiuller schwer, sondern auch für den Mittellosen, da der Arbcitcrmangcl gute Verdienstmöglichkeifen in der Stadt öffnet. Siedlungen niciit aiisgexrt/t. Zu der trage des Tempos möchte Ich noch eine׳״ i tere Bemerkung machen: Es ist klar, daß die ״Zcntra|qCju (manche mögen das vielleicht bedauern) Vorsicht;» Vorgehen mul! als die Privatinitiative. Nicht jedes Projekt h von un» empfohlen, wenn sich auch Fachleute und Kaufle''!1 dafür cinsetzen. Es ist unsere Pflicht, dann n;,u!11 i t z 11 w i r k c 11, wenn Unerfahrene Ihr VermÜ g e ״ bei g c w a g ten U 111 c r 11 c 11 111 ungen riskier •V So ist es zum Bei-piel heim Bodenerwerh noch hier (1״jVJ1, möglich, kleine Stucke zu spekulativen Preisen schnell zu 'י werben. An solchen Transaktionen kann und darf sich?" ״Zentralstelle" aber nicht beteiligen. Dagegen bestehen 1'* Geduld und Umsicht auch seriöse Möglichkeiten für tjjc t** Werbung größerer ITäeheu. Und es ist uns in der Tat p»’ 11111 g e 11, eine ausreichende Bodenreserve für alle heute " der Hachscliarah Stehenden schon bereit/ustellcn oder dap niit/uwirkcn. Dabei handelt es sich ,1) um Boden des Keg' Kajcmelli, b) um Beteiligung an Neuerwerbungen |n 4! Ebene Jcsreel, in Judäa und in der Umgehung von Jerusal',.״. durch uns nahestehende Bodengcsellschaftcn, c) um (kuj!,, tiunp neuen Siedlungslandes durch die Intensivierung der be! stehenden Wirtschaften (zum Beispiel durch Anleihen füj Bewässerung), so daß dann eine kleinere Bodeufläehc pr0 Sieillereinlieit genügt und Platz für neue Menschen ruf <!!., alten Rodcnflacheu geschaffen wird; d) um Erwerb vr», kurzfristigen Optionen auf Boden für entstellende Siedle-, gruppen, die vor ihrer Komplettierung zu wenig Mittel be! sitzen und so die Möglichkeit bekommen, eine entsprechende Fläche zu erwerben. Frage 3: U'ie wird sich im nächsten Jahre das Schick sal der heilte auf dem Lande befindlichen Siedler stallen? •יו Antwort: Wir haben damit zu rechnen, daß 400—5nn V״J den 1800 im l aufe des Jahres in andere Berufe in den Kolo, nien (z. B. Bau) oder in die Stadt zu r ii ck k c h r tu, R,; i jeder radikalen Uniscliichtungsbcwcgung bleibt ein Prozent, «atz, der sieb nicht anpassen kann und andere Existcn/iarmcg j suchen muß. Diesen helfen wir auf andere Weise. Ungefähr 400 aus dem Mittelstand werden in diesem Jahr« I (an den vorher autgczähltcn Punkten) zur Ansiedler kommen. Gegen 1000 mittellose Landarbeiter werden im laufe d« Jahres in die bestehenden Wirtschaften cingcgliedcrt werden, Wir geben Bati/uschiisse in den Kolonien, sovvahl für Einzelne wie für Gruppen aus den Geldern des Central Beitisli Fund. Bei Petach-Tikwah wird aus in Acgvpten aulje• brachten Geldern ein Kleinsicdliingsviertel für Arbeiter (Schcliunaflt Owtlini) erbaut. Ein Teil der Mittel, die zu unserer Verfügung stehen, gehen laut dem Kongreßbcseiiluß des vorigen Jahres an den Keren Kajcmetli für Bodenerwerb. Dafür werden den! Mittel stand und Arbeitsgruppen in der Haifa-Bay, 1m Jordanta! und in Judäa Böden zur Verfügung gestellt. Es sind weiter E i 11 / e i k r c d i t e an Siedler zu er• wähnen, sowie die Ansiedlniig von erstklassigen Fachleute?, die die Zentralstelle mit Neulingen zusammen ansetzt. So haben wir in der Haifa-Bay Spezialisten für HühnerzucK Gemüsebau, Milchwirtschaft. Außerdem stellt die Zentralste!* den neuen Siedlungen ständige wandernde Instruk toren. Bei der Intensivierung der alten Wirtschal• ten zur Aufnahme neuer Mitglieder ist die Erwerbung v Vieh, Beschaffung von Wasser und Bauten vorgesehen. Zu all diesen Arbeiten sind große Geldmittel nötig. Wir könnn nur hoffen, daß die Fonds ausreichen werden, um das gt• setzte Pensum auszuführen. Neben ihrem eigenen Apparat hat sieh die Zentralstelle mit ihren Geldmitteln um die Schaffung von Hilfsinstni 111 eil ten bemüht: eine Bewässcrungsgcsellschaft soll Krc« für den Ausbau des Bewässerungssystems bereitstellcn 11״: eine Sicdlungsgcscllschaft hat sich mit dein Erwerb vm Büdcnoptioucn, der Organisierung von Siedlergruppen un auch Gewährung von Einzelkrcditen zu befassen. Es ist uiw; Bemühen, für diese Arbeiten auch Privatkapital mit heran?«■ ziehen. Wenn ich also keineswegs pessimistisch über das Tempo und den bisherigen Umfang der landwirtschaftlichen Ansied• hing der deutschen Juden in Palästina denke — im Dfgw' satz. zu manchen neuen, mit den Kolonisationsbctlingungcn dei!.(indes nicht vertrauten Einwanderern,, — 80 rührt dies daher, daß es andererseits eine produktive und drängende In? tiative der Sicdlungslustigcn gibt, und daß uns elie Mitarbeit von Personen und Organisationen, insbesondere der Hיי' achduth Olc Germania, die auf diesem Ocbiet schon viel geleistet hat, zur Verfügung steht. Anleihegesetz in dritter Lesang angenommen Das Ermächtigungsgesetz zur Garantie der neuen 2V2-M1Ilionen-Pfund-Palästina-Anlcihc wurde ain 1. Juni vom englisclicn Unterhaus in dritter Lesung unverändert a n g c 11 o ni 111 e n. Eine Reihe von Amendements, die Colone! Wedgwood beantragt hatte, wurden teils ahgelelint, teils vom Antragsteller selbst zurückgezogen. E>er Annahme ging eine Debatte voraus, die sich iin wesentlichen als ein Zwiegespriieh zwischen Wedgwood und dem Minister für die Kolonien abspielte. Im Verlauf dieser Debatte sagte der Minister, die Bewässerungsarbeiten seien besonders wichtig, erstens für Palästina, dann aber auch für Eng- I a n 11, ilas hier große Bestellungen zu erwarten habe. Auf eine Frage betreffend die Verteilung der Arbeit bei öffentlichen Arbeiten erklärte der Minister, die Regiernng beabsichtige, daß den Juden etwa 30, den Arabern etwa 70 0׳,״ der Arbeit zugetcilt wird. Diese prozentuelle Verteilung beziehe sich auf die Lohnsummen. Kleine Nachrichten Am 31. Mai stattete Sir Herbert Samuel dem Emirייסי Transjordanien Abdullah in seiner Residenz Amman ei«״ Besuch ab. Der Emir ist am 2. Juni für drei Wochen ״* London abßcrcist. In Warschau fand eine von mehr als 'JO(X) Person«1 die das Fortschritte in Palästina. Das Hauptbüro der Zionistischen Organisation in London gibt soeben eine Broschüre heraus unter dem Titel ״Rcccnt Progress in Palestine“, verfaßt von Israel Cohen, in dieser englischen Broschüre wird in kurzen übersichtlichen Abschnitten ein lebendiges Bild des Fortschrittes in den letzten drei oder vier Jahren gegeben, sowohl auf dem Gebiet der einzelnen lamlwirtschaftiichcn Tätigkeiten, als auch auf dem Gebiet der Industrie und Verwaltung. Preis 3 Pence. 63 orientalische Juden, unter Ihnen Qreise und Kinder, die am 28. Mai mit einem Segelboot aus Aegypten nach Palästina gekommen waren, wurden bei der Landung als illegale Einwanderer verhaftet und in das Oetängms von Gaza gebracht. besuchte jüdische Versammlung statt, in welcher gcßcn Einschränkung der Palästina-Einwanderung und gegen Verhalten der jüdischen Pflanzer, die keine jüdischen Arte!'1ן ׳ beschäftigten, protestiert wurde. Der Zcutralrat der Agutlas Jisroel hat beschlossen. Palästina nach dem Muster der Palästina-Exekutive der Je';״״ Agency eine agudistischc Palästina -Excku 11 zu schaffen. A11 der Spitze der Exekutive soll Dr, 15 Breuer stehen. Der Senat der Universität Dorpat hat den Anträge1״ gcr antisemitischer Professoren, den Numerus ela» für Juden und die übrigen nationalen Minderheiten cirt/utu > abgclchnt. Am 30. Mai fand in .. . . das Mitglied der Konstituierenden Nationalversammlung• 0 regoire, statt, der im Jahre 1789 den Antrag auf t ” z. i n a t i o 11 der Juden gestellt hat. Aus dem g“' { Anlaß wurde am 3I. Mai auf dem Friedhof Montparnass Gedenkfeier veranstaltet. Der Spitzenausschuß der ungarischen Orthodoxie Schwiegersohn des bisherigen Landespräsidenten, . ״ Frankl, Samuel Kahan-Frankl, zu ihrem neuen gewählt. Ein Rcutcr־T eiegramm aus T i b e r i a s daß ein Kind, das dort unmittelbar nach der Flut voLwai Frau, die sich im letzten Moment retten konnte, g wurde, den Namen Noah erhielt Paris eine Feier zum Andenken^. «

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