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Jüdische Rundschau · 1934-06-01 · Heft 44 (1.6.1934) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 44 (1.6.1934)
Date
1934-06-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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L. tmj! fangt nacJi Dccndigunf; des 1׳ ist zages die Erntegahcn; in der Mitte Ujiwriihin, tinli* daneben Hermann Struck. Iota: Z. Kluga, Tfl-Aunu׳. tioiP• ff Arbeit Ä cf.ißt: I* 11111,11t a en^c• liehe״ 1. der ן• CSStTC f!t; zur k• ratio* 14, .ihrer- |f iltint? . OSSI'»! L ' itproe der sad'• f . 1 aller da!:*'1־ , ein* *»י. c |»' Jiitef* ü 1 di«’5 f Willi jt 1 i eine Inhalt 4 Mi»* -irtich« r r ihn!״* f ich* י• die : sich 1. ti,:tc» 1' . Di« I s ft״* 5 ligtc“ 1 t von 1 erhai* 1■ in..;1:״ I 1 enid* Der Verlauf der Feier Wir veröffentlichten bereits in unserer vorigen Aus• gäbe einen kurzen Vorbericht über die Feiern, die in Haifa zum ״Fest der Erstlingsfrilcbtc" statlfanden. Die nachstehenden berichte gehen ein anschauliches Hild von diesem bereits zur 'Erudition gewordenen Volksfest. (Iled.) Das jüdische llaifa halle seinen größten Tai* im Jahr. Am 2. Tat; Schawiioth, der in l’alaslina bcUanntlich nicht gefeiert "in!, liraehlen die Siedlungen im feierlichen /u;:e ihre (iahen dar und itherrei.hielt sie dem Keren Kajemclh; sie Matteten ihm den Dank dafür al>4 daß er als liodenfomls ihnen das Land für die Siedln״!!; zur Vcrfii^iiinr };estclH hat, mul brachten /um Ausdruck, wie stark sie mit diesem Londs vcihmiden sind, den sie /״!jleicli durch ihre (iahen instandset/en wollen, für weitere Siedler Botlen zu erwerben. Im Anklantr an die alte religiöse Tradition der Darbringung der 1 rstlinasfrii :hte - ״die Lrstlhme von den ersten Früchten Heines Bodens sollst Du zum Hause Jahwes, Deines (iattes, bringen‘• (Ls. 21, 2(1) ist hier ein neues Fest entstanden, das durch die Verbindung mit dem KKL. ein für den Aufbau eles jüdischen Palästina besonders charakteristisches (if|11;iL׳e erhalten hat. Mit Recht wurde llaifa als Ort für diese l eier bestimmt, niebt nur weil die anderen Städte bereits ihre Feier im Lehen des Jischuw erhalten haben: Jerusalem das Peßachfest, Tcl-Awiw Purim, Safed die Feier des I .atjbeomer in Meron, sondern besonders aus .dem Cininde, "eit llaifa die Stadt des Fmck Jcsrcel ist, dessen Siedlungen ßan/ besonders mit dem KKL. verbunden sind, und ferner der Liniran(!; /um (ialii nach Norden des Landes und_ /um Scharon im Süllen und schon jetzt - ■ und sicher mit jedem Jahr mehr ־ der Mittelpunkt für alle Siedlunyspuiikte der llaifa AKko-Lbeiie. Das jüdische Haifa hat seine Ciäsfe festlich geschmückt *nipfnngen. In dem jüdischen Wohnviertel II a d a r lla " ג r in c I waren in der Hcr/Istraßc bunte lorc errichtet, die St!,allen waren mit Fahnen, Blumen, Oriin und Teppichen H'chmückl, die öffentlichen (icbüudc waren abends .festlich *"leuchtet. Der Besuch von auswärts hatte wegen' des Schabhalb und des I. Sehawiiothtages bereits am Freitag ein- Pfset/t. die ankommenden Zuge waren überfüllt, obwohl die Zahl der Waggons verdoppelt war und _ Nach/iige gcfahren wurden: in der Stadt war cs schwer, ein Hotelzimmer ן" erhalten. Der schon sonst starke abendliche Verkehr in *er llet/lstrafk■ wuchs schon am Freitag abend so an, daß *he Straße für Automobile geschlossen werden mußte. Du: J()rs;u־U‘n der Restaurants und Cafes waren überfüllt, in der "fheiterkliehe gab es für jeden Stuhl eine Reihe von An- "•iriern. Die arabische Bevölkerung Haifas nahm 5*׳wohl an den abendlichen Promenaden in der Hcr/Istraßc '',e auch als Zuschauer an den Veranstaltungen starken "1'Jfil; die arabischen Schuhputzer und Siraßenhiindler mit Lnnr,elm״pc11 hatten Hochkonjunktur, und die-, Zahl der Sdccrtcn Oasosflasehen muß in die Hunderttauscndc gehen, "׳rd doch die Zahl der Teilnehmer an den Veranstaltungen a»t 5ß 000 geschätzt, üerade/u beängstigend war der Andrang '",den Festspielen im Amphitheater, zu denen Meie keine Karten mehr bekommen konnten. Diese Fest- «Pick - חג הטגא, chag Hatcne, genannt, Fest des Korbes, 11״״'lieh des Korbes, in dem die Erstlinge dargebracht w״rtitn« wobei mit Korb gleichzeitig auch dessen Inhalt, der Frucht ertrag, gemeint ist — gaben eine Darstellung der Wallfahrt nach Jerusalem zur Zeit des Tempels, in der, wie es im Traktat Bikurim der Mischna beschrieben ist, aus allen Orten des Landes die Frstlingsfrüchte nach Jerusalem gebracht wurden. Mail sah in dem Festspiel das Zusammentreffen der Bauern aus den einzelnen Teilen des Landes auf dem Wege nach Jerusalem mit ihren (iahen, den Einzug in Jerusalem und die Darbringung der (iahen vor den Priester uml als Abschluß ein ländliches Spiel dieser Bauern, nämlich «las Spiel von Ruth und Boas. Nach einem älteren Vorbild hat der Dichter Abraham Seliloiiski das Festspiel in drei Akten verfaßt, (lieber das Festspiel wird unten separat berichtet. Red.) Am Vormittag des 2. Schawnothtagos wurde in der Stadt wie am Alllag gearbeitet. In Hatlar llukarmcl feierten jedoch schon am Vormittag die K i n d e r g a r t c n k i 11 d c r mit ihren Leiterinnen im Hof der Realschule. Ileberall sah man in den Straßen die Züge der Kleinen, weiß gekleidet, mit (iriin geschmückt, ihre kleinen (iahen mit sich tragend. Utn die Mittagszeit wurden die (icschäfte und Büros geschlossen, um allen die Teilnahme an dem Fest zu ermöglichen. Nachmittags bewegte sielt dann der Fest z u g durch tlie von Menschen «licht umsäumteii Hauptstraßen, trotz der nach Zehntausendeu zählenden Menge von Zuschauern überall in Ruhe und musterhafter Ordnung innerhalb einer von jngcmlliehen Ordnern auf beiden Seiten des Zuges gezogenen Leine. Der Zug bestand im wesentlichen aus den Wagen der, ein* /einen Siedlungen des Fmck, (ialii, Sehomroii mul «ler llaifa Bav, jeder Wagen mit (iri'm und Früchten geschmückt, darauf «iie (iahen zugunsten des KKL, Früchte und Tiere. Jeder Wagen war mit viel Liehe, Phantasie und Geschick geschmachvoll ausgestattet. Zwischen «len einzelnen Wagen gingen Musikkapellen, «h’ii Schluß bildeten die Schulkinder mit ihren Fahnen, auch alle in weiß gekleidet, während sonst «iie blaue Bluse der arbeitenden Jugend «las Straßenbild sichtbar beherrschte. Nachdem der Zug durch tlie llcr/lstraße gezogen war, löste er sich auf, und man brachte die (iahen in «len großen Hof des Technikums, zu den Ständen «les KKL. Auf einer Tribüne am Anfang «ler Hcr/Istraßc fand noch eine Schl u ß z c r c 11t o n i e statt, «Ins Ueberrcichcn von (iahen au «len KKL., eine kleine Wiederholung des gcschilderten Festspiels. Zuletzt nahm dann Ussisehkin aus den Händen der Kinder Gaben entgegen und hielt eine Ansprache über die Bedeutung des KKL., worattf die Menge «Iie' Hatikwah sang. Von der ansteigenden Balfonrstrnßc aus bot sich ein besonders schöner Anblick: die großen Häuser am Anfang «ler Hcr/Istraßc, dicht mit Menschen besetzt, jeder Balkon und alle Dächer überfüllt, davor die Tribüne mit den farbigen Kostümen der Mitwirkenden und in der Fortsetzung der Balfourstraßc das blaue Meer mit den die Bucht abschließenden Bergen im Hintergrund. Nach ׳ Beendigung iles Zuges fand chic große Vcr- 1 os 11 n g zugunsten des KKL im Hofe des Technikums statt; binnen kurzem waren 12 000 Lose nbgesetzt. Ferner wurden : dort die zugunsten tles KKL dargchrachtcn Spenden verkauft und versteigert, auch eine Straßcnsammlung hatte seit Sonntag abend stattgefunden und der KKL dürfte von dieser Veranstaltung erhebliche Einnahmen gehabt haben, Wer jetzt nach langjähriger zionistischer Arbeit im Oaluth nach Palästina gekommen ist, wird an solchen großen Tagen besonders empfinden, daß sich die Arbeit, trotz aller bis in die letzten Janre andauernden Schwierigkeiten gelohnt hat. Albert Baer. Das Festspiel lieber das Festspiel orientiert folgender ausfithr• lieber bericht: Die eigentlichen Festlichkeiten werden eröffnet im Amphi• fheater mit einer Aufführung der J11 gen 11 von L; j n Oharoil. Man zei״t einige Teile aus verschiedenen Theaterstücken, die mau in diesem letzten Jahre cinstiuliertc. Der nächste Abend bringt die Aufführung des lur llaifa nun schon traditionellen Schau uoth-LeTspieles: h a g 11 n t e 11 c". das ״Fest des Korbes“. Alle vier Vorstellungen, die wahrem( zweier Tage im Amphitheater aufgefuhrt wurden, waren überfüllt. Mehr als zuliiftauseml Menschen sahen dieses Spiel, das von etwa zu eihuiiilei tmulfimfzig Mitwirkenden au(- geführt wurde und das durch seinen religiösen Inhalt an die großen Laicn-Fcstspicle erinnert. Der Ztisehauerraum ist vorwiegend von jungen Menschen besetzt, jedoch war auch die ältere Generation stark vertreten. Man bemerkte viele prominente (Liste. Sir Herbert Samuel, der ehemalige High Commissioner, ergriff nach dem ersten Akt der Auffülmmg das Wort. Das Szenarium des Spieles, das in drei Akte zerfällt, stammt von Moshe II a I e v y, «lein Leiter des ״Ohel“, eine Neubearbeitung wurde von Abraham Schlonsky vorgenommen. Wir sehen das Volk Jisrad auf der Wanderung zum heiligen Tempel in Jerusalem, um die L'rsfliuge ihres Bodenertrages und ihres Viehes dar/ubringen. Wir hören die Stufengrsängc «ler Leviten und crblhken eine kleine Dramatisicrimg der Mcgilath Ruth. Regisseur an Stelle des durch ‘ «Iie Luropa-Tpurnee des ,,Obel“ feriigchaltcnen llalcvy ist Alfred Wolf. Wolf bewältigt ausgezeichnet die Bewegung der Massen auf einer sehr breiten, aber nicht tiefen Bülme, die für diese Gelegenheit ins Publikum hinein vorge* haut wurde. Fine Lösung, die seiir zu begrüßen ist und die «las Amphitheater aueli hoffentlich für spätere Zwecke weiter mismit/cn wird. Besonders gelungen sind die Auf- und Abgänge, mit denen wirklich der Eindruck einer riesigen wandernden Karawane erweckt wurde. Das ״Buch Ruth" wird als Theater auf dem 'I heater gespielt, ohne daß man vcrgißt, auch diesem ernsten Thema durch Heransarbeitimg der einzelnen Typen noch etwas Humor ab/ugeuinnen und doch seinen Gehalt nicht zu zerstören. Allen Darstellern sei hohes Lob zuteil. Besonders einprägsam die Naomi der Riwka P epp er, eine Muttcrspielerin, die sich die palästinensischen Theater sichern sollten. Line junge Jemenitin Sara Lcvi fällt gleichfalls;ms dem übrigen Rahmen heraus. Die Rolle der Ruth ist bei Mirjam llorowitz in guten Händen. Unter den Männern ist es gleichfalls die Begabung eines Jemeniten, B a d i c 11 i, die uns viel Vergnügen bereitet. Von aus Deutschland kommenden Schauspielern machen Josef Schapira und Heinrich Gott lieb ihre Sache ganz ausgezeichnet. Moshe Wall In gibt zwei Chargenrollcn guten Umriß, Josef Ochsenberg spielt einen sehr männlichen Boas. Die übrigen mögen sieh mit einem Gesamtloh begnügen. Kalman Konstant iner war als Regieassistent wesentlieh am Gelingen der Aufführung beteiligt. Die sehr hübsehen Gruppentänze waren von Jmtit Or ns fein einstu• diert. Bühnenbildner war M. Schmidt. Die Chorleitung lag in den Händen von F r i c d m a n n L c w 0 w, der sich während der Aufführung besser etwas mehr im Hintergrund hielte. Eine besonders schöne Musik schrieb Emanuel Po• paUchov. Manfred Oeis.

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