Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 43 (29.5.1934)
- Date
- 1934-05-29
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 12 JÜDISCHE RUNDSCHAU Die Zertifikatsverictlunö durch das Berliner Palästina - Amt Bericht über die Periode Oktober 1933 bi» Mir* 1:.M Die Kleine Paliistin.i-Amlskammission (Adler, Prcifl, Wahl) übersendet uns einen längeren Bericht über ihre Tätigkeit, dem wir folgendes entnehmen; Die Mandntsregiming hatte für das Winterhalbjahr 1033/34 5500 Zertifikate zur Verfügung gestellt. Von diesen erhielt Deutschland 1750 Zertifikate. Nicht alle diese Zertifikafe standen jedoch zur freien Verfügung des Berliner Palästina-Amts, vielmehr waren etwa 180 zugunsten solcher Palästina-Interessenten zu verwenden, deren Angehörige, welche schon längere Zeit in Palästina ansässig sind und welche gegenüber der lewisli Agency eine Verpflichtung auf finanzielle Sicherheit ihrer deutschen Verwandten abgaben, eine!:mpfehhing an das Palästina-Amt erhallen hatten. Weitere 3-10 Zertifikate waren zufolge Entscheidung der Jewish Agency für solche Menschen abzuzweigen, die nach dem 1. April 1933 Deutschland verlassen hatten und sich im uiclrtpalästinensischeti Ausland aufhieltcn, ohne dort bisher eine Existcnzmöglichkcit gefunden zu haben. Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß für die freie Verteilung in Deutschland etwa 1200 Zertifikate verblieben, denen etwa 5000 Bewerbungen gegenüberstanden. Bei der Berücksichtigung der Bewerber wurde in erster Reihe — entsprechend der Dcbung vorausgegangener Zertifikatsperio* den — dem Gesichtspunkt der Forderungen des pa* lästinensischcn Wirtschaftslebens Rechnung ge* tragen. Ls ist bekannt, daß in Palästina ein stark fühlbarer Ar* beitermangcl herrscht. Das bedeutet aber nicht, daß man einen Bewerber mit Zertifikat versehen kann nur deshalb, weil er hier erklärt, er sei zu jeder Arbeit in Palästina bereit. Wer dort arbeiten will, muß in seinem Fach gut ausge bildet und außerdem fähig und gewillt sein, schwere Arbeit unter ungewohnten klimatischen Bedingungen bei bescheidener Lebensführung zu leisten. Oeradc das Land braucht Men* sehen und verlangt Ausharren in der Arbeit, obwohl die Entlohnung für Landarbeit naturgemäß geringer ist als die infolge der gegenwärtigen Konjunktur sich ergebenden Ver* dienstmögiiehkeilcn in den Städten. Es kommt aber noch folgendes hinzu: Auch die beste Vorbild ungfilrPalästi n aistmangclhaft, wenn nicht der Neuci 11 Wanderer den testen Willen hat, sich auch sprachlich den Erfordernissen eines National 11 ei msdes jüdischen Volkes einzugliedern. Von jedem Zertifikatsbewerber wird daher verlangt, daß ersieh in der Warte- und Vorbitdungs zeit mit der Erlernung der hebräischen Sprache befaßt hat. Es wurde daher der Beschluß gefaßt, daß Zertifikate nur an solche Bewerber verteilt werden sollen, die sich soweit auf das Hebräische vorbereitet haben, daß sic sich in dieser Sprache verständlich machen können. Diese Forderung ist für eine Ucbergangszcit berechnet. Vom Ende des laufenden Jahres an werden höhere Anfoiderungcn an die hebräischen Sprachkcnntnissc der Zertifikatsempfänger gestellt werden müssen mit dem Endziel voller Hebraisierung vor der Uebersiedlung nach Palästina. Ein sehr schweres Problem für die Palästina-Amts-Kom* mission stellen die Bewerber dar, die sich im letzten Jahre aut einen handwerklichen Beruf umgestcllf haben. In vielen Fällen mußte die Kommission zu der Ueberzeugung kommen, daß es sich nicht um ernsthafte Umschichtung, son* dern nur um den Versuch gehandelt hat, ein Zertifikat zu erreichen, das man ohne eine handwerkliche Vorbereitung nicht erhalten konnte. Man muß mit Entschiedenheit darauf sehen, daß die handwerkliche Umschichtung mindestens ein volles Jahr, bei jüngeren Menschen noch länger, be* trieben wird. Zertifikate für weibliche Bewerber standen dem Palästina-Amt in dieser Periode nur in ganz geringem Um* fang zur Verfügung, Demgegenüber steht eine außerordentlich große Anzahl von Antragstcllennncn, so daß auch geeignete Bewerberinnen lange Zeit auf ihre Alijah warten müssen. Aus der Praxis in Palästina hat sich aber auch ergeben, daß viele Mädchen, die in Hauswirtschaft ausgebildct waren, dennoch nicht die Eignung mitbringen, in einem palästinensisehen Haushalt als Angestellte tätig zu sein. Auch hier gilt, was wir oben von der geistigen Vorbereitung auf den auszuübenden Beruf gesagt haben. Zertifikate für Bewerber über 35 Jahre waren während der letzten Monate nur in ganz kleinem Aus* maße vorhanden. י Auch langjährige Milgliedcr der Zionistischen Organisation mußten häufig trotz ihrer bewährten Gesinnung abge* lehnt werden. Es ist dies zum größten Bedauern der Pa* lästina-Amts-Kon! mission nicht zu vermeiden, weil die Möglichkeit, sich wirtschaftlich im Lande ein/iiordnen, bei der Zertifikatsvcrteilung oberster Grundsatz bleiben muß. Wir stellen jetzt vor einer neuen Zertifikats* periode. Die große Palästina-Amts-Kominission, die aus allen zionistischen Gruppen zusammengesetzt ist, hat Grund* Sätze ausgearbeitet, deren Tendenz sich mit den oben ausgcfiilirten Gedankengängen deckt. Aus diesen Richtlinien eina die folgenden Abschnitte von besmderer Bedeutung: Landwirtschaftliche Hachscharah muß normai 1V2 Jahre, wenigstens aber ein Jahr, planmäßig ununterbrochen dirchgcführt werden. Handwerkliche Hachscharah muß mit einer ordnungsgemäßen Gesellenprüfung beendet werden. Ist diese Prüfung nicht möglich, so wird eine gründliche Prüfung durch vertrauenswürdige und erfahrene Handwerker gefordert. Bei allen Zertifikatsempfängern wird der Nachweis hebräischer Kenntnisse gefordert. Der Nachweis ist vor einer Prüfungskommission zu erbringen, wobei als Minimum der Kenntnisse die Fähigkeit einfacher rnündlieber Verständigung und des Verstehens leichter Texte verlangt wird. In Härtefällen kann an Steife der verlangten Befähigung der Nachweis Intensiver Bemühungen treten. Hinsichtlich der Bewilligung von Zertifikaten an Mäd* dien sollen strenge Gesichtspunkte angelegt werden. Der erste Vorsitzende der Berliner Jüdischen Reform* gemeinde, Paul Finkus, ist im 74. Lebensjahr verstorben. Nach 37jähriger Amtstätigkeit ist der Prediger der Berliner Jüdischen Reformgemeindc, Dr. Julius J e I s k i, in den Ruhestand getreten. ßrfeLasfeniurKranlienversIdicrnnsien Frau At B. In C. Für die privaten Krankenversicherungen ist eine Be* itimmung dahin getroffen worden, da& nichtariache Veraicherte auch nichtarische Aerzte konsultieren können. Weitere Anträgen beantwortet Bezirksdirektor Julius GlaA, Berlin CIS! Alexanders traft« (7• (Ftnuprech« El Berolina 2133). ו r ץי7 %׳־ ׳־־״! •*־r!יי / t a « a j די * /*.•*»T'־«;*״*v./\) ‘.ך!,•? ווי —*••׳יי־ «.1 i<j ii. *«44 k*» wiL''*•״ .--4 ׳.'»■ Vb .1J ■J NPH,? 5 W13 M A & G N C Y POP» PALE&TINS W 15: Melnekcstr. 10. Telephon! J 1, Bismarck 7165/70. Postscheckkonto! Berlin Nr. 167 08. Der Abteilung Wirtschaftsberatung des Palästina-Amts liegen Anfragen von Personen vor, die die Absicht haben, sich geldlich an wirklich gut fundierten und sorgfältig ausgearbeiteten Projekten zu beteiligen. Bei Einreichung übersichtlicher Exposes über Aufbau des projektierten Unternehmen*, Produktionsumfang, RcntabiUtätshcrcclimmg usw. könnte eine Verbindung mit den betreffenden Interessenten vermittelt werden. Auf Grund des vorliegenden umfangreichen Expcrtiscnmatcri.ils über die verschiedensten Wirtsrhaftsgcbiete ist die Abteilung WirtschaftshcraUuig in der Lage, die Interessenten durch Informntionscrtciliing zu unterstützen. Fehlende Angaben können durch Rückfrage bei den pal äst incnsischcn Korrcspondcnzsfcllen des Palästina-Amtes ergänzt werden. Studium am Hebräischen Technikum In Haiti. Das Kuratorium des I lebräischcn Technikums in Haifa hat die für das akademische Lehrjahr 5695 (Beginn Herbst 1031) geltenden neuen Aufnahmebedingungen vor kurzem veröffcntlicht. Eine Uebersetzung der Aufnahmebedingungen kann gegen Voreinsendung von 7 RM. in Briefmarken vom Palästina-Amt, Abteilung Allgemeine Berattm״. bezogen werden. Beschaffung der KapltaUstcnvlscn für Kategorie A 1. Im Einverständnis mit dem British Passport Control Office ist das Palästina-Amt bereit, die Besorgung von Kapitalisten* visa der Kategorie A 1 (CP 1060) gegen mäßige Besorgung«- gebühr zu vermitteln. Interessenten'erhalten auf Anforderung eine Aufstellung der bclzubringcudcn Unterlagen. Anfragen sind an das Palästina-Amt, Berlin, zu richten. Autorclsc nach Palästina. Nur in den Monaten Mai bis Oktober ist eine Autoreisc nach Palästina dnrehruführeu. Wir haben für Interessenten in Zusammenarbeit mit einem anerkannten deutschen Automobil-Klub eine Route zusammengestellt, die gegen Voreinsendung von 2 RM. vom Palästina- Amt, Abteilung Allgemeine Beratung, Berlin W 15, Mcinckcstraffe 10, zu beziehen ist. Welches sind die Einrclscbestlmmunjjcn für Palästina? Welche Steucrvorschriftcn bestehen? Wie erhält man die Freigabe des Geldes? Welche Formalitäten sind bei der Dcvisciibcwirtschaftungsstcllc zu erledigen? Welche Transfermögliehkcitcn gibt cs? Diese und viele andere Fragen beantwortet die Informationsbraschüre ״Alijah“, die durch das Palästina-Amt, Berlin, Abteilung Literatur-Versand, zu beziehen ist. Probleme jüdischer Wirtschaftspolitik Dr. Michael Traub in SQdwesideutschland In zwei großen Vortragsvcranstaltungen, die in der Woche vom 14. bis 21. Mai in Frankfurt a. M. und Mannheim von der Jewish Agency und den Zionistischen Ortsgruppen veranstaltet wurden, hatte Dr. Michael Traub Gelegenheit, zum Thema: ״Berufsumschichtung — und was dann? Wanderung — wohin?“ die grundlegenden Probleme jüdischer Wirtschafts- und BerufspoIitik daradegen. Dieses Thema hatte auch hier besonders starkes Interesse geweckt und ein Auditorium herangezogen, das zum großen Teil in unserem Kreise neu war und an diesem Abend zum erstenmal zionistischen Gedankengängen durch Analyse der sozialökonomischen Situation des jüdischen Volkes nähcrgebracht wurde. (Ueber den Gednnkengang des Vortrags wurde bereits in dem Berliner Bericht in Nr. 41/42 der _J. R.“ berichtet. — A. d. R.) Vor einem Kreise geladener Gäste sprach Dr. Traub ferner über das Problem der arabisch-jüdischen Nachbarschaft im Wirtschaftsleben Palästin as. In grundlegenden Darlegungen wurde diese Frage im Zusammenhang mit den national-ökonomischen Problemen des Landes behandelt. Es wurde die wirtschaftliche Leistung und heutige Position der Juden im Lande umrissen und bewiesen, in welchem Maße auch die Araber Nutznießer des wirtschaftlichen Aufschwunges Palästinas geworden sind. Der Gegensatz, der arabischen Wirtschaft dort, wo sic in der Nähe der jüdischen sich befindet, zu der, wo sie Isoliert ist, wurde an Hand wesentlichen und neuen Materials dargestcllt. Dr. Tratib versteht es, mit instruktivem statistischen Material, das so dargestcllt, nicht starr und trocken wirkt, sondern den ideologischen Gedankergang in lebendigster Weise stützt, die Zuhörerschaft bis zum letzten Wort zu fesseln und erntete für seine Ausführungen außergewöhnlichen Beifall. Die Keren Ha jessod-Arbeit, die sich diesen Vorträgen anschloß, hatte in beiden Städten einen aiisgezeichneten Erfolg. Zahlreiche neue Freunde und Mitarbeiter aus allen Kreisen stellten sich bereitwilligst in den Dienst der Palästina-Aulbauarbeit. H. P. Nr. 4a n V. 1934 4 ' TN׳־, I (Von unseren Berichterstattern.) Gailinßcn Ein interessantes Beispiel einer jüdischen Bnuerngomein bietet Clailingen, im letzten Winkel des badischen’ l..nlc|l' unmittelbar an der Schweizer Grenze, am Ohcrrhciii gcle-en' Dort lebt heute noch eine bodenständige gesunde jüdkeht'V vülkcrung, neben Handel und Gewerbe, Landwirtschaft her!d, und in streng traditionellem Sinne das Genicimlelcbe« führend. Die Gemeinde nimmt zahlenmäßig kaum ah, sie ha!•!! sogar einen Zuwachs zu vcr/rirhneii, da die Forderung #. Rückkehr zum Lande hier verwirklicht werden konnte.*”Eine außerordentlich umfangreiche alle Synagoge, ein Gemeindchatu mit Bibliothek, Beratungsräumen. Wohnung des Rabbiners und Mikwc beweisen die () fcrwilligkeit der Gemeinde, t>;f .J Schweizer (jebiet liegende Gemeinde f) i c * e n h o f e n gehört mit ntr Syriagogengctncindc Clailingen, auch (Ins Altersheim der badischen Lamlcssynagogc, das stets gut besucht ist, liegt i« Gailingeii, so daß die Tätigkeit des Rabb. Dr. Bohrer twt. fangreich ist. Denn in diesem vergessenen Winkel eines schöü neu Hegaudorfes — das in der nächsten Nähe befindliche Rjj!, degg muß mitgcrcchnet werden — ist die Forderung des Tj! ges, das Lernen des Neu hebräischen, nicht un׳>t'. hört geblieben; cs wird eitrigst von jung und alt hebräisch gelernt. Der Vorsteher der Gemeinde, Dr. H e i 1 b r 0 n n, der selbst schon 111 Palästina war, verbindet die Pflege der Ttj. dition mit den Erfordernissen Palästinas. So bietet die Q«. meinde Gailingen ein Bild jüdischer Harmonie. Dr. O. S, «Werdendes Judentum״ Vom Stuttgarter Lehrhaus Stuttgart, im Mai. Zu den laufenden Kursen des Lchrhauscs, die ihren ge• wohnten Fortgang nehmen, Litt ein neuer von Frau Id! Marx Im Auftrag des Frauenbundes geleiteter Arbeitskreis in dem einer Gruppe von Frauen, insbesondere salchen! in deren Leben das Judescin bisher nur geringen Raunt cinnaitm, Judentum in seiner Bezogenheit auf das täglich« Leben nahegebracht werden soll. Der Werk unter rieht des Malers Herrn Fcchenbach ist durch Einrichtung einer besonderen Werkstatt und eines Sehiilerkurses er• weitert worden. Ls wird dort neuerdings auch Gerät für die häuslichen Feiern angefertigt. So ist der sehr schöne Leuchter, der bei der Chanukka-Feier des Lchrhauscs verwendet wurde, in diesem Kursus hergcstcllt worden. Den Sondervcranstaltungen liegt das Thema ״Werdendes Judentum“ zugrunde, zu dem bis jetzt Leo Baeck und Martin Ruber gesprochen haben, Racck über Lcbcnsgcstaltung, wahrend Buber seine Rede ״Der ehrfürchtige Mensch“ benannte. Baeck unterschied das in seinem Sosein und Fcrtigscin sich begnügende Leben vom werdenden, immer an sich bauenden, immer seiner Unvoll• kommenheit bewußten. Beides gibt es im Judentum, aber nur ״werdendes Judentum“ kann das sein, was dem Juden Sinn und Autgabe des Daseins bedeutet: Leben im Wissen vom Geheimnis und unter dem Gebot. Auch Buber sprach von diesen beiden Grundhaltungen des jüdischen Menschen, der einen, die bestimmt wird von der Ehrfurcht allen Lebens• ersebeinungen gegenüber, und der ein Verhalten entspricht, das das ganze Leben bestimmt; der anderen ״Ehrfurchts• losen“ im jüdischen wie im allgemeinen Leben unserer Tage leider besonders stark in Erscheinung tretenden, die sich von allen Anfechtungen und Unsicherheiten des Lebens in eine gewisse Geläufigkeit rettet, die auch vor den lc zten Dingen nicht hnltmacht. Für sie gibt cs sogar eine Ge• läufigkeit des Geheimnisses. Ohne Rückkehr zu; Ehrfurcht, ohne Abkehr von der Geläufigkeit des Be scheid■ Wissens i m Leben, m i t dein Lehen und selbst mit dem Tod ist alle Hoffnung auf jüdische Wiedergeburt eitel. Hier liegt die grundlegende Aufgabe aller jüdischen Bildung*- und Erziehungsarbeit. Wie man sich in Herrlingen um Wege gemüht hat, die dorthin weisen, und wie in der Sabbatfcier der Kinder an dieser einzigartigen Erziebungsstätte reife und sehr kluge Männer und Frauen vielleicht tiefer erfahren haben, was uns not tut, als in eien noch so gelehrten Aus• cinandcrsctzungcn, das ist den Lesern dieser Zeitung schon berichtet worden. Es bleibt noch mitzuteilcn, daß die in verschiedenen Städten des Landes veranstalteten Konzerte der jüdischen Kunstgemeinde Gelegenheit boten, auch die Juden aus den im Bezirk liegenden Kleingern finden durch gemeinsame Omnibusfahrten herbeizuholen und aa diesen am schwersten Getroffenen, oft genug aus ihrem Lebenskreis Herausgerissenen etwas Freude zu spenden. 0er Frauenbund hat cs nun übernommen, diese Gesellschaft»• fahrten zu einer ständigen Einrichtung zu machen, indem dafür in jeden! Bezirk Vermittlungsstellen geschaffen werde#. L, M. AtoUü4tdi$u4tg&p jOP' *talt ' der |u n ׳ wen 1; »0 I, den ,1 u. י!ach - eine . ihrci frei 1 jusr tmin her; mit ־ iiem # war des tun! 1 Ku'״ Lini , auf. "'1 re i ן träcl 1' sch 11 sehe 1 Stell lil harn! hau(•"1 Beif '6 zum *1i. örd| ׳ bu< יי alp;, ra 1 ufi •; BK ו0>8 A1 *״ Bl!/' I '1 :■;״ i I 0' Tagun*4 des Hilfsverclns Der Hills verein der Deutschen Juden hielt am 15. Mai in Berlin seine Generalversammlung ah. Der Vorsitzende, Generalkonsul Eugen Landau, begrüßte die Erschienenen und verlas ein Schreiben des stcllvertretenden Vorsitzenden des Hilfsvcrcins, Max Warburg, über die Aufgaben des Hilfsvcrcins ln der Jetztzeit. Hierauf erstattete der Generalsekretär des Hilfsvereins, Dr. Mark Wischnitzer, den Bericht über die Arbeit im Jahre 1933, die unter dem Einfluß der Umgestaltung der Lage der deutschen Juden und der Auswanderungsbewegung außerordentlichen Umfang angenommen hat. Der Schatzmeister, Dr. Sigmund Wassermann, erstattete den Finanzbericht, Fr wies u. a. auf die vom Hilfsvcrcin gezahlten Subventionen für das Kinderdorf Ben Scheinen, die Hebräische Hochschule in Haifa und die Palästina-Abteilung des Kinderheims ״Ahawah“ hin. Rabbiner Dr. Leo Baeck dankte zugleich im Namen des Zcntralaussciiusscs der Deutschen Juden für Hilfe und Aufbau. Er wies darauf hin, daß die Reichweite der Arbeit des Hilfsvcrelns jezt eine viel größere geworden ist. In der Arbeit, die sich sonst vielleicht mit ihren Gedanken und Hoffnungen auf ein Jahr erstreckte, muß man heute den Blick auf Generationen richten. Es muß an das Schicksal der Jugend gedacht werden, um für sie ein neuen Leben aufzubauen. Alle seien dem Hilfsvcrcin aufrichtig dankbar, daß er diese neue und große Arbeit sich zu eigen gemacht hat. Rabbiner Dr. Meier Hiidesheimer schließt sich dem Dank an und gibt An* regungen für die weitere Arbeit. Die statutenmäßig ausschcidcndcn Mitglieder des Oeschäftsführciidcn Ausschusses werden einstimmig wledergewählt, und zwar: Generalkonsul Eugen Landau; Max M. Warbürg; Willy Dreyfus; Prof. Dr. Eugen Mittwoch; Berthold Israel. — Rabb. Dr. Leo Baeck, Rabb. Dr. Leo Baerwald- München, Frau Lola Hahn-Warburg, Dr. Felix Kauffmann- Frankfurt a. M., Rechtsanwalt Dr. 1. Rosenak-Bremen, Dr. Paul Schottländcr-Breslau, Salomon Simon-Detmold, Dr. Benno Walter. — In das Zentralkomitee wurde Dr. med. Sänger-Stuttgart gewählt. Bocholt! Die Arbeit •Gemeinschaft jüdischer Lehrer am Nieder!!*• tagt am 3. Juni in Mülheim (Ruhr) um 18 Uhr im israelitisch*8 Omcindehause, Löhstr. 53. Talmud Bcrachoth. Abschnitt 1• ־* Breslau 1 Zur Vorbereitung fiir die von der Breslauer Zionistisch® Vereinigung geplante Teilnahme an einer wesentlich verbilligt Reise noch Krakau (und die jüdischen Städtchen der Umgebur•^) findet ein Vortrags-Zyklus statt. 1. Abend: 30. Mai, 20.30 Um. im l’aläMina-Büro, U.1tton-.tr. 25, Dozent: Dr. I. Rabin: Historisch׳ Ethnologischer UcbcrhUck über die jüdische Gemeinschaft in — Emden! Jüdisrher Jugendbund. Am 30. Mai: Kurt Lyp״• Jüdisches Prcsscrcfcrat. — Zionistische Ortsgruppe. Ausspr»(“ über: ״Der Arbeiter zur Zeit der Mischnah“. Kurzreferat Dr. Kretschmar. — Jugendgruppe. Am 2. Juni nachm. 3 Uhr, 0WJ Schahliath. — Am 5. Juni: liebr. Sprachkursus. — Kotberß! Zlonlst'sche Gruppenverband Pommern—Grenzmark veranstaltet *• 3. Juni In Kolbcrg *eine 2. Arbeitstagung In Verbindung mit ei"״ zionistischen Kundgebung. Referent Kurt Loewenatein, Schrillte■ der ״Jüdischen Rundschau". Näheres In der nächsten Nummer 0® ״Jüdischen Rundschau". Die Tagung trägt einen geschlossen® Charakter. Logicrmögllchke't In elrem Jüdischen Pensionat ist gesehen. Ab 1. Juni sind alle Korrespondenzen, soweit sie die Tag״"» betreffen, an Herrn J. Poleinski, Kolberg-Pers., Am HaberW platz 2, zu richten. — Mannheims Am 10. Juni Gruppen•'״׳' bandst ag, Saal der Lamcv-I.ogc, C. 4. 12. •— Sinsheim (Badeo! Am 3. Juni, nachm. 2.30 Uhr, spricht Dr. Steinlcid, Mannhaft über aktuelle Tagesfragen. F amilien ־ Nachrichten Herr Emst Marx, früher Heideiberg, jetzt Leipzig, Bcetho*»• Straße 8, begeht am 2. Juni den 75. Geburtstag. Dek dod&ifoHds de4 KEREN KAJEMETH LEJISRAEl• JÜDISCHER NATIONALFONDS &v* #׳ך‘ fl Hut j||W"S' >!״, V *I :>5 ,״« 30 “ I inl. , U, 1 ■ **if * j ־«®ן, *•Cr,י b*1< al*t* ^reb , ^»rbi ־ *Ml m i i %