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Jüdische Rundschau · 1934-05-29 · Heft 43 (29.5.1934) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 43 (29.5.1934)
Date
1934-05-29
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 43. 29 V. 1934 JÜDISCHE RUNDSCHAD Seite 11 Vן. י ■>ן .׳ h J ICurf Blumenfeld in der Tschechoslowakei Von unserem Korrespondenten Ikyt ’?-/ HSkwJ/ Wi V««/ ו ר׳ Sn! * -•(''־liHit , ‘״־ ‘He ‘7' Ht'ii 1111 <" der 1111' .!ן,!!׳״ : > 1 .K■״? 1 Vn i'liic. n u n 11>) ״, S;:<'Uj|,|' V11״■ In * •'nlioiu״ ״•'' ■״ die 1111!! ei! [(. er ,«;;m. •1י:י n n 11 n ■.«״ 1 ״ >'c Xi. idle ihrer ‘*e ihrer ein!n",cllst r;|11 HU,״ 1 »mtK‘{׳\-^ in mibe! -eisiimrjcn dm iiinn, s<> stark s 11111 wird die Ver. '׳u fremd, durch ihj! י religiös, mit ’dam efuhl sich ldeni der ‘ ist ver• ielist von ehr Juden eil i.aiule n 1ms an c < ileich* aldmchen itsstellnnjj tiert. Ob nur eine 1915.) die tmgc• iclie Per• sind sie 1 in der wordenen 1s eigene ringt, um ur unfje. lieht der י־ a :rtentafi h. I. Praß, 25. Mai. In den vergangenen zwei Wochen weilte Kurt Blumen• ftjd in der Tschechoslowakei und hat In dieser knr/eii /eit eine ungemein fruehlhare und belebende Tätigkeit (t1r die zionistische Bewegung hier cnünltct. lilunienfeld sprach jn M a 11 r. O s t r n 11, hei einem ziouislisehcn Kreistag in jroppa 11, in B r a t i s 1 a v a, Br ü n 11, T e p 1 i t 7. * S c h ön au v,m| Prag, in den uicMen Orlen in grollen Ktmd|.׳ol11tugc11 )|ן,״ jn iiilemen JSes|)1v1lm1i|H׳n mit den zionistischen Ver• jr,uinide1ilci1. Seine Ausfuhrtinj* eil zum Thema ״Die zio- ״,gische Bewegung, Kritik und Neitheginn". waren gtnlank- |jC|1 und redneriseli eine Mcistcrlcistung und brachten den gclicclioslow akisehen Zionisten den Widerhall jener jiidisehen Welt, die von den Ereignissen der letzten Zeit gelernt lut oder, genauer, die von der Bestätigung ihrer alten F.r- Kenntnis durch diese Ereignisse noch weiter gelernt hat. In dem umfassenden Vorträge, welcher die grollen (ieschehnissc unserer Umwelt als bekannt voraiissel/te und überhaupt nicht lictulii'le und alle Trcigmissc rein in ihrer Wirkung auf unsere jüdische Existenz bctrarhldc, kämpfte Blumeiileld mit gro- (ton Han und mit schlagenden, in vieler Hinsicht neu for- ״nilicrlen Argumenten gegen zwei Fronten: gegen die rein jutr■Ih'kinalislisehe Auflassung der jiidi.-clton Situation und!■cccii alle rein deklaratorische jüdische Politik. Beide über• .*eben die Wirklichkeit, die Realität, in der das Unbewußte, das Gefühl, die Friiinenmg, der Glaube, der Wille, die :111• vjghare Nuance eine weit größere Rolle spielen als Intellekt und rationalistische Berechnung, mit der die Assimilation die ludenfragc meistern zu können glaubte. Die deklaratorischen Politiker wieder übersehen die Wirklichkeit, indem sic Rcsolutioneii, Proteste, Vcrsammhmgscrfolge an Stelle wirklicher Arbeit setzen, die Leistung, Opfer und Hingabe erfordert. Das warn! die (iruudgedanken, an denen Blumenfeld nun unsere gcsanitjndische und zionistische Situation prüfte. Diese ' Art der Rarsfellniig unserer Problematik war vielen Hörern durch• aus neu und darum ein großes Frlelmis. In den internen Veranstaltungen mit den führenden Zionisten und Vertrauensleuten ging Hin- [tu'iilchl auf die an ihn gerichteten Fragen ein lind fand (iflegcnhcit, in grollen Umrissen die Linie einer verantwortungsbcwiißlcii nml zugleich erfolgversprechenden zionistischen Außenpolitik aiif/nzeielmeii. Mit großer Eindringlichkeit führte tr den zionistischen Vertrauensleuten die Notwendigk e i t des Neuaufbaus einer geeinten und schlagkräftigen zionistischen Organisation vor Augen. Welch großer Beliebtheit sich Blumenfeld bei den tschechoslowakischen Zionisten erfreut, kam bei der internen Veranstaltung des zionistischen Histriktskomitccs für Böhmen in Prag 711m Ausdruck, als der Vorsitzende des Zionistischen bmh'skomitees in der Tschechoslowakei, Norbert Adler, 1111 - t c r stärkstem und ehrlichem Beifall aller 0 äste Kurt B111 m e n f c 1 d zum 50. O c b 11 r t s t a g e beglück w ii n seht e. Bhimcnfeld fand auch Kontakt zu den Kreisen der zionistischen Jugend, vor der er über aktuelle zionistische Sorgen und über die Stellung des jungen Juden in der heutigen Zeit sprach. Mit starkem Interesse und intensiver Anteilnahme folgten die Jugendlichen, die den verschic• denstcn zionistischen Jugendorganisationen und Richtungen an- «hörten, den Ausführungen Blnmcnfclds, die ihnen reiches Material zum Wcitcrdenkcii gaben. Wenn wir hier noch die zahlreichen privaten Konferenzen Blumcnfekl.s anfiihrcn, die zum Großteil praktischer Palästina-Arbeit und dem Keren Hajcssod galten, so ist wohl unschwer zu erkennen, wie aufreibend und anstrengend, aber auch wie erfolgreich dieser kurze Auf• enthalt Kurt Blumenfelds in der Tschechoslowakei war. n der igeselzt, Tages• bammng ׳eiigimg, beit des si'ts, mir :it Pa• dct. Auf Kämpfe. j, deren en aller daß die müssen jhnlu'itsen. Wir te j ü ■ 1921•) Nett■ ס!! neue i?f״r F "rC״icfd Aus palästinensischen Zeitungen Die deutsche Einwanderung und die Gefährdung des Hebräischen ״Ciiljonot“, eine neue, von Jitzchak Lamdan herausgegebene literarische Monatsschrift, widmet der durch die starke neue Einwanderung gefährdeten Stellung des Hebräischen in den Städten Palästinas eine Anzahl von Betrachtungen. Bin (jcmcnge von Sprachen droht die Stellung des Hebräischen zu «schütter״, ohne daß sich dieser Gefahr ein entsprechender Widerstand cntgegenstellen würde. Ja, mau findet vielfach in den Städten eine gewisse Freude, mit der auch die alleinbesessenen Bewohner sich der Verfremdung der Sprache überlassen. Das Hebräische wird in Tel-Awiw aus dem Geschäft verdrängt, verdrängt auch auf dem Firmenschild, Cafehaus und Autobus lind all jenen kleinen Dingen, welche zusammen den hebräischen Charakter der Stadt ntismaclien. Vor wenigen Jahren war noch Tel-Awiw eine Kleinstadt, in welcher die weißen Arboiterblusen und die kurzen Hosen der Clialuzim das Stadtbild beherrschten. In diesem Tel-Awiw hatte der Akiml megine 11ns,׳da1‘ (Der Trupp der Verteidiger der Sprache) eine starke Stellung, aber diese Idylle ist versehwiinden. Das Schlagwort, das Ben Jeluida geprägt hatte, ״Hebräer, sprich hebräisch“, ist verschwunden. Von einem eiternden Biitrcton für die hebräische Sprache ist nichts zu merken, dks Zelotentum der Jugend, das einst für die hebräische Sprache, also für einen positiven Wert, eingesetzt gewesen verbraucht sich jetzt in den negativen Kämplen der Parteien. I:s ist nicht das erste Mal, daß eine starke Lünvander11nS die Stellung des Hebräischen vorübergehend erschüttert, 'venu auch die neue Einwaudetirng sich von den trüberen dadurch anszeichnet, daß sie eine höhere Kultur mitgebracht Ht und daher der Hchraisicriing einen hartnäckigen Widerdand׳ entgegensetzt. Aber schließlich besuchen die Kinder ״ebraische Schulen und beeinflussen das Elternhaus, es bc- Stehen Abendschulen für die Erwachsene״, die Vereinigung ״fr deutschen Finwauderer enthaltet unter diesen eine sehr fditigc liebraisicremle Tätigkeit. Audi ist eine Vereinigung 1•r die I)urcbsel/tiiig des Hebräischen (Igud lehasehlatat i'aiwritj ins Leben gerufen worden, aber trotzdem besteht die * •*׳fahr einer sprachlichen und kulturellen Demoralisation, die Unterstützt wird durch die Gleichgültigkeit eines Teiles vier *11««gesessenen. Mit aller notwendigen Toleranz, die mau ״t« neuen Einwanderern enigegenbringen muß, und mit aller '״,ritckslchtigting der Gefahren, welche ein Zelotentum fiir 2 Freiheit des'Einzelnen bedeutet, ist es doch notwendig, mit . f:n legitimen lind anständigen Mitteln dafür zu kämpfen, Uä|l das Hebräische seine Stellung im Lande wiedergewinnt. Zu derselben Frage nimmt in den ״Giljonot“ ßaruch K r u p - '*!" dneni Artikel Stellung, den er ״Tragödie oder Drama? Er wendet sich dagegen, daß von mancher Seite C yebraisierung der deutschen Einwanderung und ihre c:״"',crigkeiten als eine Tragödie bezeichnet wird. Auch andere H״k “!K'frcr> selbst solche, die eine Kenntnis des literarischen c. 1"'.üseh aus dem Auslande mitbringen, haben ihre großen!?״"lerigkcilen, denn sic müssen das Hebräische des tagkn״ Lcbens erst erlernen und zur Sprache ihres Familien- ,:״'ns machen. Aber dieses Ringen mit der Sprache erweist " am Ende als ein Segen, die Einwanderer werden durch ״ebraisierung zu neuen Menschen, ja man kann sagen, sie Einige Bemerkungen zu einem Aufsatz von C. G. Jung Im Zeidrnlblatt für Psychotherapie und ihre Grenzgebiete, Bd. VIII, lieft 2, veröffentlicht der bekannte Züricher Psycholöge (;. G. jung riiieii bedeutsamen Aufsatz: ״Zur gegenwüiiigen läge in der Psychotherapie", der auch fiir uns Juden giulllen Wert besitzt und eine Heilte allgemeiner Gesichtspunkte enthält, die zur Erhellung unserer eigciilümliehen Siination dienen können. Die zentrale Bedeutung, die in der Gegenwart der Psychotherapie schicksalsmäßig zukonimt, ihr weitreichender Einfluß auf das moderne Geistesleben, Philosophie, Religion, Mvthcnf orschung, Literatur und nicht zuletzt auf den ewigen Ört menschlichen Geschehens, die in e 11 s c h I i c 11 e Seele, rechtfertigt cs, auch in einer Niehtfaelizeitschriit auf diesen Aufsatz, hinzuweisen und ihn zu diskutieren. Jung gelit von der Tatsache aus, daß eile moderne Psychotherapie in ihren verschiedenen Lormen anfangs eine ״Technik“ entwickeln zu können glaubte, und daß diese bei mir fachgerechter Anwendung zu Lrfolgcn führen mußte. Jung leugnet selbstverständlich nicht den Wert der Technik m der Psychotherapie, ist sich aber bewußt, daß bei jeder seelischen Behandlung zwei Menschen aulein,ander' trclfcn, daß die Grundlage jeder seelischen Behandlung nicht die Technik, sondern der Mensch ist. Daher sind für ihn die subjektiven Voraussetzungen, die der Arzt in die Therapie mit hilieiiibringt, von größter Wichtigkeit, und er hält cs für, ein unerläßliches Erfordernis des psychotherapeutisch tätigen Arztes, seine eigenen Voraussetzungen, seine ״persönliehe Gleichung“ zm kennen, F.r macht nun Freud (und auch Adler) den Vorwurf, daß sie mit absoluter Einseitigkeit einen Gesichtspunkt, eine psychologische Auffassung zum tragenden Pfeiler ihres psychologischen Gebäudes gemacht haben, eine Auffassung, die im wesentlichen nur die menschliche Schattenseite berücksichtigt. Selbstverständlich ist sieh auch Jung über die Bedeutung und das Ausmaß der menschlichen Schattenseite klar, mul er weiß, daß es in vielen Fällen äußerst heilsam ist, den Menschen ״mit seiner eigenen unangenehmsten Wahrheit zu konfrontieren". Er konnte sich aber nie mit der rein negativen und Jehensfeindlichen Auffassung des Hubewußten befreunden, Fiir Jung ist das Unbewußte nicht mir etwas, das Angst macht und sexuell-perverse Infantilphantasien, sondern cs hat auch einen durchaus positiven Aspekt. Ls ist der schöpferische Scclrngrund, aus dem alles Große des Menschen stammt, ״in der Neurose steckt unser bester Feind oder Freund. Nicht wie man eine Neurose los wird, bat der Kranke zu lernen, sondern wie man sie trägt.“ Die Ursache der Neurose ist für Jung der ״Verlust des Zusammenhanges״ mit den ewigen schöpferischen Bildern des Urgrundes. ״Die Religionen sind psychotherapeutische Systeme. ... Sic drücken den Umfang des seelischen Problems in mächtigen Bildern aus. Sie sind'Bekenntnis und Erkenntnis der Seele, und zugleich Offenbarung und Erscheinung der Seele.“ Freud seihst hat sich In der Neurose gefangen, Indem er dem ״größeren Aspekt der seelischen Erscheinung“ den Garaus macht (״Zukunft einer Illusion“). F.s ist nun sehr interessant zu sehen, daß Jung die Tatsache, daß Freud nur die Schattenseite psychologisch erhellt und den größeren Aspekt vermeiden möchte, auf Freuds subjektive Voraus- Setzungen, sein Judentum, zuriickfiihrt. Indem Jung in dieser Weise in Freud einen typischen Juden sieht, kommt hing zu einem Bilde des Juden, das zwar charakteristisch für die (inlulhpsycliologie überhaupt und fiir die des 10. Jahrhundert» im besonderen, aber sicher nicht das letzte Wort über jüdische Psychologie ist. Ls scheint, daß in Jung durch seinen jahrzehntelangen Kampf mit Freud nur das (i.ilulhlühl hafleii geblieben ist. Fr ist von dem Phänotvptis des in der Verbannung von der Sehe- China lehciiden Juden nicht zum Genolvpus des wirklichen Juden gekommen, /war schrieb er seihst kürzlich in der ״Neuen Züricher Zeitung“, daß cs mit der seelischen Ligenart lies jüdischen Volkes etwas auf sieh haben müsse, das sich seihst als auscrw alilt bezeichnet. Sollte das nicht einer besonderen Verknüpfung des Juden mit dem ewigen Urgrund entsprechen? Rächt sich nicht die Trennung von diesem Zusammenhang an ihnen ganz besonders? Und doch nennt Jung׳■ diese Kategorien der Negierung der Wurzel alles Schöpferischen mit den notwendigen Folgen des IntcllckiiutlRmiis und Fixierung an den Familienroman ״jüdisch"! freilich macht er auch die [insehräukimg, daß auch diese Kategorien nicht einmal fiir alle Juden zutrdfcn. Damit übersieht er aber die eigentliche Tragik Freuds: und der ganzen <!;1111111, nämlich, daß w ir den Zusammenhang mit dem schöpferischen Urgrund der Seele verloren haben, und kommt damit zu Fehlschlüssen wie /. R., daß cs ״für den Juden weniger gefährlich sei, sein Unbewußtes negativ׳ zu bewerten“. Im Gegenteil, cs ist fiir den in der ״Verbannung" lebenden Juden zwar besonders charakteristisch, aber auch besonders gefährlich, den Zusammenhang mit dem Unbewußten zu zerstören. Die Kuliurform des Juden — cf hat stets eine eigene gehabt — ist gerade eine besondere Art des Umganges mit dem Unbewußten. Das ist mit aller Klarheit in dem grandiosen Denkmal jüdischer Kultur, in der Bibel zu erkennen, z. B. in Hiob Kap. 33 Vers II —16: ,,Denn in einer Weise redet Gott und wieder in einer anderen, nur achtet mnn's nicht. 1111 Traum, im Naclitgcsicht, wenn Tiefschlaf auf die Menschen fällt und wenn er im leisen Schlaf auf seinem Lager liegt. Da öffnet er das Ohr der Menschen und besiegelt sie mit seiner Lehre.“ Oder sind die Sehlnßkapilel des Hiob und Jesajas Visionen nicht großartige Gemälde der Seele? Näheres darüber findet sich in dem Buch des auf Juitgsdicr Grundlage stehenden Theologen Hätißermnnn: ״Worfcinpfang und Symbol in der alttestamciitlichcn Prophetie.“ (Tüpelmann, Gießen 1932.) Wir sind auch nicht, wie jung meint, relative Nomaden, sondern ein rastloses Volk, ein Volk mit einer kollektiven Neurose, das infolge dieses Verlustes des Zusammenhanges seitdem keine bleibende Stätte gefunden hat. Innerhalb des jüdischen Volkes selbst hat sich, was Jung nicht genügend bekannt zu sein scheint, eine neue Erkenntnis durch eine gründliche und bittere psychologische Analyse Balm gebrochen, deren sichtbarster Ausdruck bisher die Rückkehr zum eigenen Boden ist. Sicher ist hier im all-neuen Lande bereits ein neuer Typ Jude entstanden, der sieh und seine Eigenart bejaht und zu allen Kräüeu des Lehens Ja sagt. Aber noch steht uns die größere Aufgabe bevor, auch im Seelischen den lebendigen Zusammenhang mit den Urmächten wieder zu finden. Auf diesem Wege kann uns der große Züricher Psychologe Jung, der bisher vielfach gerade von Juden an• gefeindet und totgeschwiegen wurde, ein vorzüglicher Heiter werden. Denn gerade in Jungs Persönlichkeit, in seiner Psvchologie und Psychotherapie ist etwas enthalten, das die kranke jiiilisehc Seele in ihren Tiefen anspricht und zu ihrer Befreiung führen kann. Dr. James Kirsch, Tcl-Awfw. verjüngen sicli durch die Hcbraisicrung. Nicht umsonst hat Ben Jehtula das Wort geprägt: ״Sprich Hebräisch und Du wirst gesundenדבר עברית והבראת׳*) ״, in einem schönen Wortspiel). Die deutschen Einwanderer sind also keineswegs zu bedauern, auch au ihnen wird sich die Regel bestätigen: entweder sic werden sich der hebräischen Gemeinde anschließen und gesunden oder sic werden cs nicht tun und zu einer ״Salzsäule“ erstarren. Ncufornuing der Zionistischen Organisation In einem ״Wüstenwind“ betitelten Artikel entwickelte Mosche Smilanski im ״Bustenai“ anläßlich der Jerusalemer Sitzung des AMioiis-Comites Gedankengänge über eine Rcform der Zionistischen Organisation, die vielfach anklingen an Gedankengiinge, die in der ״Jüdischen Rundschau“ entwickelt worden sind. Die Sitzung des Aktions-Couiites gleiche einem Fehle, das der Wüstenwind vernichtet hat: Nach außen hin sehen die Achrcn gesund und voll aus, aber wenn man näher hinsicht, sind sic leer. Die Verhandlungen des Aktions-Comites hätten in keiner Weise einen lebendigen Kontakt dieser Körperschaft mit den brennenden Problemen lies Pa* kistina-Aufbaus offenbart. Die Berichte, die gegeben wurden, seien durch Schönfärberei entstellt. Die politische Lage sei unbefriedigend. Wenn gesagt wurde, daß Verbindungen mit den arabischen Nachbarn angebahnt werden, so sc! (lies 1111• rieldig. Ls gäbe keine solchen Verbindungen. Die elementare starke Einwanderung nach Palästina sei völlig unabhängig vom Einfluß 11ml von der Lcilung der Zionistischen Organ!• salion. Die Zionistische Organisation sei in ihrer heutigen Form wurzellos und ohne Verbindung mit dem wirklich pulsierendcii jüdischen Leben. Die Ursache davon sieht Smilanski in dem auf dein Sdickelsystem aufgcbniitcn Wahlsystem des Zionisten-Kon gross es. Die zum Zwecke der Wahlen aufgcstclltcn Parteien seien dem wirklichen jüdischen Lehen entfremdete, künstliche Gebilde. In der ganzen Zio* nistisehen Organisation sei nur eine Partei, die nicht Idinst• lieh ist, sondern wirklich im!,eben verwurzelt, das sei die Arbeiterpartei. Sie allein vertritt natürliche Interessen und ist ein natürliches Gebilde, und gerade deswegen beherrscht sie die Zionistische Organisation. Die Zionistische Organisation muß daher auf ganz neue Grundlagen gestellt werden. Sie soll nicht Vertreterin politischer Parteien sein, sondern zusammengeset/t sein aus den Vertretern professioneller Verbände der Arbeiter, der Arbeitgeber usw. Nur ein solches, auf ganz neue Grundlagen gestelltes zionistisches Parlament wird sachliche Arbeit leisten, wird die wirklichen Probleme Palästinas mit wirklichkeitsnaher Sachlichkeit behandeln und wird infolgedessen auch die notwendige Autorität in Palästina und in der Judenhcit haben. eine oberflächliche und äußerliche sei. Er sicht wobt den Lärnt der Straße, die Zusammenstöße und Demonstrationen, die von Zeit 7.11 Zeit statlfinden, aber er sicht nicht jenes Tel- Awiw, das arbeitet, baut, schafft, lernt, sieb mit der Lehre, mit der Wissenschaft, mit Literatur und Kunst beschäftigt. Aber trotz der Oberflächlichkeit, die sich in den Worten des englischen Richters ausspricht, dürfe man sich doch über sie nicht liinwcgsctzcn, und dürfe in ihnen nicht nur Unverstand und Mangel an Liehe und gutem Willen sehen. Der englische Richter, der jene Worte sprach, ist des Judenhasses nicht verdiiehtig. Wir müssen gestehen, daß das Straßenlebcn in Tel* Awiw auf den obb'kliven Beobachter einen negativen Eindruck atisühcn müsse. Ls fehlt auf der Straße von Tel-Awiw die Kultur, die bürgerliche Zucht und Zurückhaltung. Viel trägt hierzu die übermäßige Intensität unseres gesellschaftlichen umi politischen Lebens bei, viel auch das jüdische Temperament, die Unruhe unserer Seelen, das Zelotentum der Prinzipienreitcr. So kommt es, daß ein wildes und ungezügeltes Parteileben die Straße erfüllt und dem guten Namen der Stadt schadet. Dazu tritt das Fehlen eines minimalen Anstandes in bezug auf die Achtung vor den religiösen Gefühlen der Massen. Wie off haben sowohl Instilulionen wie einzelne Mensehen es verurteilt, daß in den Straßen von Tel-Awiw der Sabbat in grober und wilder Weise entweiht wird, aber cs hat nichts geholfen. Und schließlich haben auch die Orthodoxen in ihrem Kampfe gegen die Sabbat-Entweihung sich die Mittel zu eigen gemacht, welche die anderen politischen Parteien auf den Straßen brauchen, und so kamen die Erschcimmgcn zutage, welche der englische Richter in 90 härtet Weise verurteilt hat. Mmtüf-doHMwtag, v. 9~1& UU1 und Titihzty f*u4 mw* 9*16 UUb Anzeigen * Schluß! FSr die Dten»t«B-Ausflnbc Montag 10 Uhr für Jede Art von Anzeigen Fflr die Freitng-Auigabe Klagen über Tel-Awiw Der englische Richter Commander Bodilly hat kürz! anläßlich des Prozesses gegen die orthodoxen Juden in T Awiw, welche mit Gewalt die Einhaltung der Sabbatruhe in c Straßen der Stadt erzwingen wollten, über Tel-Awiw ein sc hartes Urteil gefällt. Im Zusammenhang mit der Fe Stellung, daß in Tel-Awiw so häufig als Folge politiscl Zusammenstöße. Menschen vor Gericht gebracht werden, snj er in seinem Urteilsspruclae: ״Tel-Awiw ist die schlimm Stadt am Mittchnecr. Diese harten Worte des englisct Richters nimmt ״Haarez“ zum Anlab von Betrachtungen. ' nächst sei fest zu stellen, daß die Anschauung des ' Mittwoch 15 Uhr tür allgemeine Anzeigen Donnerstag 10 Uhr fttr Familien-Anzeigen Anzeigen «Verwaltung! "Berti* U) 15, MeiHeUetUafk' 10 Zweite Annahme«Stelle 1 Berti* Sk/6$, ScUüke*sUc1ße> Z?

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