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Jüdische Rundschau · 1934-05-29 · Heft 43 (29.5.1934) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 43 (29.5.1934)
Date
1934-05-29
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Der Propagandist des Zionismus Von Erich C 0111t Blumenfeld, der Fünfzigjährige־, stellt seit über fimfimd- 2w.wr.iR Jahren an den sichtbarsten Stellen der deutschen zionistischen Arbeit. Dieses Vicrteljalirhundcrt war allgemeingeschichtlich und damit auch für die Juden reicher an inneren und äußeren Wandlungen als manche gleich lange Zeitspanne zuvor. So ist cs nicht verwunderlich, dall ein zionisiisthes Geschlecht herangewachsen ist — ganz abgesehen von dem allerjüngstcn, dessen Wachstum erst gerade begonnen hat —, das von dem ersten Bhimenfekl nur noch wenig weiß. Und doch ist ohne dessen Wirken das, was mau heute unter ״deutschem Zionismus“, in prägnantem Sinne, versteht, gar nicht denkbar. Die Leistung hat sich durchgesetzt, sie ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Von dem Schöpfer spricht man in diesem Zusammenhang nicht mehr. Aber muß es nicht eine Befriedigung für den sachlich denkenden und fühlen• den Menschen sein, daß seine Leistung losgelöst von seiner Persönlichkeit Bestand gewonnen hat? Er darf darin den Beweis für die schöpferische Kraft seines Wirkens erblicken. Blumenfeld betrat, jung an Jahren, den Schauplatz seines künftigen Wirkens in erstaunlicher Reife. Von seiner Persöulichkcit ging ein Zauber ans, dem niemand sich verseilließen konnte, der für derartige Reize überhaupt empfanglieh ist. Es war nicht der Zauber der Jugend, sondern der seltenere, bezwingende Reiz des Mannes. Er widmete die ganze Fülle seiner Kraft und seiner Fähigkeiten der Pro«!paganda und gab diesem Begriffe einen neuen Inhalt. Es hat im Zionismus jederzeit ausgezeichnete Propagaiidisten gegeben. Das Besondere, das Neuartige an Blumeiilekls Propaganda war, daß er durch S e I b s t d a r s t c 11 u n g wirkte. Das, was der Zionismus als das ״Persönlichkcits- Problem“ des Emaiizipafioiisjuden bczeichnete, hafte Blumenfeld bis in alle Tiefen und Verästelungen erlebt, durchdacht, durclikämpft, und das Produkt dieses inneren Prozesses hatte sich kristallisiert in Gedanken, die dem Hörer vermittelt wnrden nicht nur mit vollendeter Redekunst, sondern mit der nachhaltig ergreifenden Beschwerung durch das Gewicht des Erlebnisses. Wie cs um das Jahr 1909 im deutschen. Zionismus aussah, wissen wohl mir noch diejenigen, die damals bereits in der Bewegung standen. Der Zionismus ist im ganzen noch zu jugendlich, iiodi zu sehr strebend bemüht, um sich um seine Geschichte zu kümmern. Dem Zionismus fehlte cs da-!»als, seit llcrzls Tode, in Deutschland — und in anderen Ländern westlicher Kultur war es nicht anders — nicht an ergebenen Anhängern, wohl aber an Geist, Ziel und Selbstvertrauen. Die demonstrative, ״heroische“ Epoche des Itcrzlsehen Zionismus war vorüber, man bemühte sieb vergeblich, den Ucbergang aus dieser feierlichen Zeit in den Alltag zu finden. Vielen schien die Aufgabe unlösbar, und sie sahen sich vergeblich nach neuen Anregungen um, die sie von außen erwarteten. Das Spezifische des Zionismus erblickte m.111 in den Methoden der Behandlung jüdischer Dinge, die ■Herzl ciiigeführt hatte: in der unbefangenen öffentlichen Erörterung der Judeiifrage und in dein Versuch ihrer Lösung mit politischen Mitteln. Blumenfeld erkannte das Unbcfricdigcmlc dieser mehr technischen Auffassung und er rückte den Kern des, wie er ihn später genannt hat, ״pösfassimilatorischcii“ Zionismus in die Mitte des Gesichtsfeldes, mim• lieh den national-kulturellen Charakter sowohl des kollektiven wie des individuellen Judenproblems. Gewiß war der nationale Charakter der Judeiifrage schon vor Blumenfeld erkannt worden. Ilerzls Plan beruhte auf dein Volks• gedankeit. Den russischen Juden konnte die judeiifrage gar nicht anders wie als nationale erscheinen. Wir alle bekannten uns als ״Nafionaljiiden“, um so lieber und heftiger, je oberfläcblicher und unsachlicher die innerjüdischen Gegner unserer Bewegung sich gegen diese Terminologie auflehntcn. Blumenfelds Leistung bestand darin, daß er, der mit allen Wassern der Assimilation gewaschene deutsche Jude, die seclischen Wurzeln des Bedürfnisses nach dem Zionismus aufdeckte und ihn als die Freiheitsbewegung des Volkes wie des Individuums darstellte. Wurde uns von unseren Geg- Hern vorgeworfen, daß wir die ״Rückkehr ins Ghetto“ zu unserem Programm gemacht hätten, so zeigte BhiincnfeUl, daß der Zionismus gerade die lieber Windung des äullereu und des inneren Ghettos zur Voraussetzung hafte, daß mir der durch die Schule des europäischen Geistes gegangene Jude fähig war, den Schwerpunkt seiner Existenz im jüdischcn Volkstum zu finden, daß ilnn die Weit erst offen stand, wenn er seine Heimat gefunden hatte. Die jüdische Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts war Blumenfeld vertraut, die Psychologie des Juden dieser Zeit und des bcginnenden zwanzigsten Jahrhunderts war seine eigene. So wurde er zu einem Führer und Lehrer vieler deutschen Zionisten, ja der ganzen damals jungen Generation. Ihr wurde er zum Vorbild des Juden, der alles, was an der europäischen Kultur wertvoll war, in sich verarbeitet und daraus eine neue menschliche und jüdische Haltung gewonnen hatte. Er demonstrierte, was Propaganda wirklich sein muß, nämlich Volkscrzicluuig. Er überredete nicht, er überzeugte. Er gewann nicht neue Mitglieder für eine Organisation, sondem er gewann Menschen, indem er sie von Konflikten erlöste. Er wurde zu einem der größten Anreger und Er* ziclter für diejenigen, die bereit waren, sieh anregen zu lassen und zu lernen. So blieben ihm die Menschen, die er gewonnen hafte, in Treue und Dankbarkeit verbunden. Entsprechend wirkte Blumenfeld auf א i ch t j 1! d c n, denen der Zionismus aus politischen Gründen nahegebracht werden sollte. Auf diesem Gebiete stellte Ihn besonders die Zeit seit 1914 vor bedeutende Aufgaben. Wenige verstehen cs wie er, unsere Bewegung würdig, konzcssionslos und gleichzeitig packend zu repräsentieren. So wirkte Blumenfeld, vom deutschen Zionismus ausgehend — (über ihn hinaus in den deutschsprechenden Ländem), schlechthin epochemachend. Es datiert von seinem Auf* treten die Epoche der Klärung und Durchgeistigung eines Zionismus, der die Assimilation voraussetzt. Nicht in Schriften legte Blumenfeld nieder, was er zu sagen hatte. Für seine Wirkung zeugen die Menschen, denen die Begegnung mit ihm zu einer Etappe ihrer geistigen Entwicklung wurde. Der Zionismus ist eine Bewegung. Er kennt also keine Beharrung. Die Entwicklung schafft ständig neue Aufgaben. Heute sehen wir, wie das deutsche Judentum sich mit nie erwarteter Intensität Palästina und teilweise auch dem Zionismus zugewandt hat. Der Anstoß dazu kam von außen. Wir können Herzls bekannten Ausspruch heute umkehren: Weint Kurt Blumenfeld heute von seinen Parteigenossen mit Recht grolle Ehrungen clargchracht werden, so sollten auch die nicht/.ionistischcn Juden, zumal die deutschen, nicht achtlos an seinem 50. Geburtstage vorübergehe״. Dadurch, dall Blumenfeld unablässig dahin zielte, die zionistische Partei in Fühlung mit den geistigen Strömungen innerhalb und außerhalb des Judentums zu halten, hat er weit über die Grenzen seiner Partei hinaus gewirkt und manche Brücke geschlagen. Mir liegt daran, mit meinem herzlichen Glückwünsche 711m heutigen Tage den aufrichtigen Dank auszusprechen für ein Teilgebiet dieser Tätigkeit Blumenfelds, für seine Arbeit innerhalb der Jevvish Agency und besonders des Deutschen Keren Hajessod. Es verbindet uns ein dreizehnjähriges Zusammenwirken, das niemals durch einen Mißton gestört worden ist, weil Blumenfeld das Fifty- Fifty-Abkommcn lange vor Zürich im Keren Hajessod anerkannt und nicht als Zahlcnproblcm oder als Kon- Zession, sondern als Ausdruck ehrlicher Glcichbcrcchtigung aufgefaßt und behandelt hat. Ich hoffe und wünsche, daß cs dem Geburtstagskinde vergönnt sein möge, in gleicher Gesinnung zusammenwirkend mit zionistischen und nichtzioiiistischen Genossen die Palästinaarbcit, die von je ein H auptweg im Judentum gewesen ist, in immer steigendem Maße auch ats.VZcgzum Judentum auszubaucn. Der Zionismus ist die Rückkehr ins Judenland vor der Rückkehr zum Judentum geworden. Aber bei allem Vertrauen zur assimilierenden Kraft von Erez Israel dürfen wir nicht tatenlos die Dinge ihren Weg gehen lassen. Hier liegen jetzt Aufgaben der Propaganda im Blumenfeldschcn Sinne, der erziclicrisclicn Beeinflussung, die sich nicht mit der Tatsache zufrieden gibt, daß jemand den Weg zu uns gefunden hat. Bhimenfekl kann heute willigere Hörer als je finden. Aber vielleicht hat ihm seine Arbeit noch mehr Freude gemacht, als man um jede Seele kämpfen mußte und mancher wertvolle Gegner nur in immer erneuten individuellen Bemühungen zum Freunde gemacht werden konnte. Dafür bietet sich heute die Möglichkeit einer unvergleichlichen Wirkung in die Breite. Aber in demselben Augenblicke, in dem Massen, mit denen wir früher nie rechneten, bei uns eine seelische und eine physische Heimat suchen, erhebt sich — das zeitliche Zusammentreffen ist kein zufälliges! — eine Innere Gefahr. Die Gefahr, in einem formalen Nationalismus Befriedigung zu finden, vor der Blumenfeld den westlichen Zionismus einmal behütet hat, bedroht die gesamte Bewegung heute von neuem in der Gestalt des Revisionismus. Waren es damals die Verfnlirensmethodcn, die einen Jnlialt ersetzen sollten, so ist cs heute eine nicht minder formal-technische, aber unvcrgleiclilicli geistlosere, ja geistfeindliche Auffassung van Staat und Politik, die sich an die Stelle schöpferischer Bctätigung drängt. Das Erbe Europas ist recht vielseitig und nicht alle seine Teile sind gleich wertvoll. Blumenfeld lehrte uns, die besten und am schwersten zu gewinnenden Bestandteile in das Fundament unseres Zionismus hincinzunehmen. Diejenigen, die jetzt die Erneuerer des Zionismus werden möchten, begnügen sich mit dem, was am billigsten zu haben oder wenigstens am leichtesten zu imitieren ist. Hier gibt es eine innere Front, an der mit geistigen Waffen zu kämpfen wenige so wie Blumenfeld berufen sind. Blumenfeld hat nicht den Ehrgeiz, ein ״Politiker“ Im landläufigen Sinne zu sein. Für ihn klären sich die Dinge im Abstrakten. Männer dieses Schlages sind die wirklichen Hüter der nationalen Werte, sie sind Erzieher des Volkes. Nicht bei jeder Gelegenheit bedarf Blumenfeld einer Ver- Sicherung, was wir ihm verdanken und was wir von ihm erwarten. Aber da er nun gerade seinen fünfzigsten Oeburtstag feiert, geben wir sie ihm gern! Per Redner Von Felix Roscnbiüth, Tel-Awiw, Bewegungen, obschon verankert in Pragrammschriften, verdanken ihren Aufstieg dem Redner. Selten war eine Bewegung einem der ihren so zu Dank verpflichtet wie der deutsche Zionismus seinem größten Redner, kurt Blumenfeld. Der schöpferische Redner, der die Lehre, indem er sie weilergibt, gestaltet, bereichert, vertieft, ist kein Orator, kein Kunstsprcclicr, kein Vortragender und kein Referent. So ganz und vollkommen hat die Idee von ihm Besitz er* griffen, daß sie eins wird mit seinem Wesen, seinem Denken, seinem Fühlen, seiner Persönlichkeit. Wenn die Rede ״wie ein Born“ aus ihm ״hervorbricht״, so kt sie nicht bloß eine gedankliche Offenbarung der Idee, sondern Dokumenticrung einer mit ihr eins gewordenen Persönlichkeit, und diese Do• kumcntierimg ist der Wahrheitsbeweis, dweh den überkommene Anschauungen erschüttert werden, Wenn eine Bewegung älter wird und mit sich selbst zu diskutieren beginnt, so erzeugt sie aus sich heraus Redner AnlSBlid, d.r Anw״)».״!( von Hon« KURT BLUMENFELD ln Borlin h.t»» di. Deutschen Mitglieder der Jewish Agency und das Präsidium des Keren Ha/essod Herrn BLUMENFELD gebeten, «men Abend im Kniii der Zeichner und Freunde de« KEREN HAJESSOD tu terbrinfen: Mittwoch, den 30. Mai 1934, abends 8% Uhr im großen Saal des Logenhauses, Kleiststraße 10 Vorsitz u. Eröffnungsansprache: Rabbiner Dr. LEO BAECK VORTRAG KURT BLUMENFELD: Im Bsnnkrsii Palästina• SehluSanspraches Dr. MIC.HAEL TRAUB, GED ECK KARTE RM 1.50 Eintritt nur p(r*,־iBl. Emlvdun* u. K.rt!nb״trilr. Im Büro d•« K-rva Hijtaiod, M«inek«»tr. 10, T«L BUmardt 9808. PaaUdiadtkonta Btrlia UM 9SI. E* »iid am radUtritig-a Kartenbaitidluuf rtbatea, da nur «ja• baadiränkta , Anralit von Kul«> mir VarlSgbu( >Ubt .......... ..—nrn tm 11 mimi eines neuen Stils. Aber immer sind ״״ ״r ^,ז , besonders in dieser Fnoclie mir vereinzelte di.^j t״nJ «•׳ erschüttern können. Neben vielen Experteן, ״","'« , j farisclicr! Debatte stellen mir wenige Rufer Ver! Mission, Lehrer. Nur ganz wenige könne״ ais’iku״1'!.״ J׳־ I Ranges in diesem Sinne neben Blumenfeld ״enat! t!> Blumenfeld überragt auch in der innerpolitischc0 ״ir Vr‘- I und Diskussion die ״leisten. Aber in de״ Wort• I Gegner und Zweifler entfaltet sich am reichsten um Ss ־■• I die großartige Kirnst seiner Rede in einer <יי" ■״,״* Mischung von kritischer Analyse und aufhat1emle1.|,/h’w: 1־ I Blumenfelds Rede richtete sich von Anfang י'6',., ״״ l A s s i ui i I a t i o 11 im deutschen Judentum. Selbst81*''1’ Assimilation hervorgegangen, selbst van Natur ein 1'8,׳" # tucllcr und Individualist, warf er die Erlebnisse und r! '",י J nisse eines durch den Zionismus gewandelten?uv'' 1 Gemeinschaft zuriickgckchrtcn ,,postassimilatoris’chr־ , ״״ f in den Kampf. Niemals werden die, die mit ihm י :׳■''״׳, ״,״״ sind, die gewaltigen und hinreißenden Rede״ v׳c׳״ denen er eine Jugend, die jenes ,,Höchstes (duck י i '* kiitder ist doch die Persönlichkeit“ frivol mißdeutete J :' Eingeständnis zwang, da»׳ ihren Pcrsdiilichkeitsansim'1׳ ^“!•״ Ucbcrindividuelies, in ihrem Falle der Zionismus eine, v!’" י und ein Ziel zu weisen hatte. Niemals auch werden1 ' ־ Abrechnungen mit den rationalistischen Lösungsvcrsucli! Assimilation vergessen, jene Reden etwa mit dem'iriM ״ ] renden Sclihißakkord der Fichte«orte: ״Die BegtiMerunv' notwendig und immer, über den, der nicht begeistern•'' Blumenfelds Kampf gegen die Assimilation Wär i ein unerbittlicher. Er war immer radikal gegen ihre!>״ " geistige Position gerichtet, fm Gegensatz zu der v3r is״״? feld fast allgemein akzeptierten Lehre von der prak" sehen Unvoll/iehbarkeit der Assimilation trat Bh״lwi■' mit der Theorie auf, daß die Auflösung im Zuge der m־1 ' ׳ liehen Entwicklung liege. Zionismus war nach ihn! V- ׳ idealistische Auflehnung gegen den Ciesthk'r״' ablauf, ein Versuch, wie er wohl zu sagen pflegte z" Rad der Geschichte in die Speichen zu falle׳״‘, oder"r* schichte neu zu machen“. Der Zionismus war für ihn kti-, wegs die ״gegebene“, sondern eine ״revolutionäre“ Ants'־׳ auf die Judeiifrage. Diese theoretische Haltung hat den d־׳’•' sehen Zionismus tief beeinflußt. Sie hat seine ju״end b geistert, sie hat dem deutschen Zionismus gelegentlich auch in der Behandlung prinzipieller und praktischer Fragteine etwas wirklichkeitsfremde Beurteilung nahcgelcgt y, zwang jedenfalls zu einer radikalen Bekämpfung der Ass׳', milatio«. ״Reden heißt Denken“, — erklärte mir einmal Shm!׳, jahu Levin, und wer über den Redner Blumenfeld sprich* müßte mehr als es liier mir andeutungsweise geschehen!,! von dem üedankengebäude berichten, das sein Werk i« Vielleicht darf man cs Blumenfeld und uns anläßlich seine־ Geburtstages wünschen, daß er diesen Bericht seihst cinm!: schriftlich niederlcgc? Seine geistvollen Analysen der!!ö sehen Situation unserer Tage sind bekannt. Ern solcher Berich: würde beweisen, in wie hohem Maße die Schlußfolgerung(», I die Blumenfeld heute zieht, vorgczeiclinct sind durch diel allgemeinen Linien seiner Anschauung, wie er sie schon « seinen frühesten Reden entwickelt hat. Zusammenarbeit Von Friedrich Brodnitz Der Aufforderung der ״Rundschau“, im Kreise der Gluck wünschenden für Kurt Blumenfeld zu erscheinen, bis ich gern gefolgt. Ist er doch in Vorbereitung und Durchfülirung der Kooperation von Zionisten und Niclitzionistn in der Jewish Agency im Dienste des Palästin.i-Aufhw eine zentrale Figur. Unsere Beziehungen, die sehr schnei! mehr als eine Arbeitsgemeinschaft wurden, gehen noch « Jahr hinter die Begründung der Jewish Agency zurück. Is einer kleinen Schrift hatten Ludwig Tictz, Kurt Colin und iö u. a. dem Wunsche vieler Menschen des deutsch-jüdisch« Kreises, besonders der Jugend, Ausdruck gegeben, ein« Weg für die Beteiligung am Palästina-Aufbau zu finden, ohne grundsätzliche Anschauungen preisgeben zu müssen, ö« ersten Unterhaltung bei einer guten Flasche Rotwein - eine gemeinsame Schwäche — folgten viele. Der erste Ein• druck blieb. Ein Mensch, der für eine Idee brennt, d« jedoch genug innere Freiheit hat, um gegenüber ander« Anschauungen, auch wenn er sie im letzten nicht fcillk1• gerecht sein zu können, der an Weite des Bihlungskreü«, an Kenntnis jüdischer und nicht jüdischer Dinge weit 11 her dm Schwarm der Tagesarbeiter steht, und der, obwohl sein:' Lebensarbeit tief verhaftet, gern auch über Menschen um Dinge spricht, die nicht zum Metier gehören. Allmählich nahm die Jewish Agency festere Formen גי■ Daß sic wurde, ist ohne Kurt BlumeiifdU kaum denkbar. Es ist heute modern geworden, über die Jewish Agency absprechend zu urteilen. Man hat schon vergessen, d.18 ß damals eine echte Entscheidung war, sich als Nicht• zionist für sic zu erklären, daß selbst gute Freunde u"s warnten, uns zu sehr zu ״exponieren“. Es wurde uns IcichW f' ' Agency eine neutrale Plattform gemeinsamer Arbeit 1«פ;■ Man kann über die praktischen Ergebnisse der Je",1״] Agency verschieden denken. Wir alten ״Agency-Leute“ jedenfalls Kurt Blumenfeld sehr dankbar, daß er uns Möglichkeit verschaffte, uns zum Palästina-Aufbau zu kennen und für ihn zu arbeiten, bevor der Wechsel « Dinge das, was ein Bekenntnis Weniger gewesen, zu ««"י Gemeinplatz und einer Frage praktischer Interessen mach Gemeinsame Arbeit, trotz Verschiedenheit der U׳״״ in denen wir standen und stehenj das ist die Signatur « letzten Jahre gewesen. Wir haben zusammen für den ף׳ lästina-Aufbau geworben, haben im vergangenen Jahre ma«״■ schwere Stunde zusammen erlebt, haben gemeinsam Grundstein für das große Hilfs- und Aufbauwerk der ״Cl'j sehen Juden legen können und haben uns in Erez <sr.,v Kraft für unsere Arbeit geholt. Ich glaube, Sie werden ׳«'״ nicht Lügen strafen, wenn ich glaube, daß wir für m«cr, Teil bewiesen haben, daß zwischen Zionisten und zionisten nicht bloß neutrale Kooperation, sondern »«. gute Freundschaft möglich ist. Daß wir dazwischen Zusammenprall verschiedener Anschauungen oft krattiß einander geraten sind und cs noch tun, hat dem kein«!' ״ bruch getan. Männer werden durch sachliche Auscinwi״ Setzungen nicht getrennt, eher gebunden. Nur die t * Starren zittern davor, über die Mauern des Parteigvo»! himvegzuselicn. ־ £'nen Menschen näher kcnnenlemen zu dürfen, Werke verfallen ist, ist immer noch das stärkste und liebste Erlebnis. Ihnen, lieber Kurt Blumenfeld, de«, dafür zu sagen, ist mir heute ein Bedürfnis. Unser M־"״ mein Wunsch für Sic, geht dahin, daß Sie auch 1״ j(1 U irkungskrcise dtc Möglichkeit finden mögen, Ihr L* e •üf Ihr Werk umzusetzen. Der Wunsch, den ich daneben den Kreis meiner Freund!» ״״«׳״ m״rM!*• Daß Sie ver!•»• nis für die behalten ״*״"־ ',־־•"'־״•"«•־"• ■•■»gen, die hier, ohne ' ' Jjn<1 Zeitkonjunktur nachzugehen, sich bemühen, in erns stiller Arbeit deutschen Juden ein Leben in Recht und «halfen zu helfen.

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