Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 43 (29.5.1934)
- Date
- 1934-05-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 jüdische Rundschau Nr, 43 29 V. 1934 Ifis! **§1 äM; 1 c ■ 1 י o ן r*;•״ Stockholmer Brief ץיי״־< י der kleinen Gemein! Wir Großstädter verbinden mit dem Begriff ״Hinter* p online r 11“ entweder gar keine oder oft recht abentcuerliehe Vorstellungen. Viele Menschen haben gar keine Klarheit darüber, wie es eigentlich östlich von Stettin aussehen mag. Kommt man zum erstenmal in diese Gegend, 90 ist man erstaunt über die Schönheit der Landschaft und die Fruchtbarkeit der Fehler, über die Besonderheit der kleinen Städte und über die nette, ruhige Art der Menschen. Gerade das östliche Pommern war seit jeher von zahlreichen, meist kl eineren jüdischen Genie in den besetzt. Heute sind eine Reihe dieser Gemeinden von der Bildflächc verschwunden, weil ihre Mitglieder teils verstorben, teils in die grölleren Städte abgewandert sind. Aber es bleiben doch noch immer zahlreiche K I e i n g c 111 e i 11 d e n, die heute 11111« hesonderen Bedingungen zu existieren haben. J>ie diirehsehnittliehe Seelcn/ahl einer solchen Kleingcmeiiulc beträgt etwa 80; über 100 Menschen stark ist eine solche Klcingcmcinilc nur in den allerseltcnstcu Fällen. Es über wiegt in ihr das Altcr; junge Menschen sind nur in sehr geringer Zahl anzutreffen. Schon aus dieser Alterszusammensetzung ergibt sich eine bestimmte Form des geistigen Lebens in der Kleingemeinde. Mau legt hier einen ganz besonderen Wert auf die Bildüng einer Kehilla, und man versteht darunter die Form eines Zusammenlebens von Juden, die möglichst alle politischen Reibungen von den Gemeimlcinitgliedern fernhält. Gemeinde soll sein eine Institution, die alle notwendigen sozialen und kulturellen Aufgaben erfüllt, die dem natiir* liehen Gcsclligkcitsbciliirfnis Rechnung trägt, die aber mögliehst ferngehaltcn werden muß von allen Auseinander- Setzungen, die mm einmal heute im Judentum bestehen. Hat man eine Reihe solcher kleinen Gemeinden sowohl in Ostpomincrn als auch in Mecklenburg kcnncngclernt, dann weil! man, wie durch sie alle dieser Zug nach Ruhe, dieser Wunsch nach dem Ungestörtsein hindurch geht. Diese Selhstabkapseliing von der Zeit gibt der Kleingenicinde das Aussehen der Stagnation und des Stehengcblicbcnscins. Das Streben, sich allen innerjüdischen Streit vom Leibe zu halten, ist natürlich durchaus begreiflich. Wenn 100 Juden in einem Ort von 5000 Einwohnern leben, so erfahren sic von aulicn bereits so viele Spannungen und B c e 11 g 11 n - gen, daf! die Aktivität und die Freude an der Auseinandersetzung mit den lebenswichtigen Problemen im einzelnen Mensehen stark beeinträchtigt werden. Das Verhältnis zur Umwelt, das für die kleinen Gemeinden in einem viel stärkeren Maße noch ungelöst ist, als für die Juden in den Großstädten, ist für den Juden der Kldngeineinde das dringlichste Problem. Unendlich viel von den Beziehungen zu den Mitbürgern ist verloren gegangen. Wo man früher auf freundschaftlichem Fuße stand, gesellsdiaftlicli miteinander verkehrte, geschäftliche Beziehungen miteinander pflog, da ist heute ein großes Fremdsein. Juden und Christen grüßen einander vielfach nicht mehr und tun so, als ob sie sich nie gekannt hätten. Für die* jenigen, die schon seit Jahrzehnten in der Kleinstadt ansässig sind, bedeutet dies ungeheuer viel, da in dem engen Kreis eines Provhizortcs der einzelne Mensch viel stärker auf den anderen angewiesen ist als in der Großstadt, Die Folgerung, die sich aus diesen Verhältnissen logischerweise ergeben müßte, nämlich der enge Zusammensc 11111 B aller Juden, wird keineswegs überall gezogen. Einmal bestellen auch heute noch innerhalb der Gemeinden starke persönliche Differenzen. Die verletzte Eildkeit und der Wunsch, recht zu behalten, sind oft stärker als die gemeinsamen Aufgaben. Man erlebt es bcispielsweise in einer kleinen mecklenburgischen Gemeinde, daß die wohlhabenden Mitglieder ausgetreten sind, nicht nur, um die Gemeindesteuern zu sparen, sondern auch weil noch der alte Standesdünkel und das liebericgenheitsgefiibl der Besitzenden in ihnen vorherrscht. Sodann aber fehlen in der KIcingcmcinde die lebend i g e 11 geistigen Kräfte, die das Leben vorwärtstreiben könnten. Einen Rabbiner besitzt man nicht. Der Lehrer der Gemeinde ist meistens nicht so vorgebildet, daß er zugleich ihr geistiger Führer sein könnte. So beschränkt sieh das geistige Lehen auf kleine Zirkel einiger weniger Mensehen, die zwischen dem Abendbrot und dem Schachspiel auch einiges über jüdische Dinge sprechen. Man muß dieses Leben in einer Kleingenicinde selbst gesehen haben, um zu begreifen, daß man dies heute in voller Schärfe ausdrückcn muß. Es fehlt den Klcingcmcindcn an Anregungen, die sie dahin bringen könnten, sich wirklich intensiv mit jüdischen Dingen zu beschäftigen und auch zu versuchen, zu einer Ent* Scheidung zu gelangen. Die in den Kteingemeindcn so gern geübte Haltung der Neutralität in jüdischen Dingen muß auf die Dauer zu einer Lähmung des ganzen Lebens führen. Auch die Erziehung d c f Kinder stößt auf mancher» Id Schwierigkeiten; so berichtete der Lehrer einer Gemeinde, daß cs schwer sei, die Kinder zum Hcbnilsclilcrncn zu be* wegen; zum Teil bilden hier die Litern den stärksten widerstand, indem sic behaupten, daß die Kinder dadurch ״überlastet“ würden. Da der Lehrer mir ein kleiner Angestellter 11er Gemeinde und abhängig von den Litern ist und meist auch nicht das persönliche Format besitzt, den jüdischen Standpunkt in der Gemeinde durelizusdzen, so gelangt mau /״ dem Zustand, daß der Lehrer resigniert und die Dinge einfach laufen läßt. Soweit etwas mehr Jugend in einem Ort vorhanden ist, bilden sich meistens J u g c n 11 g e m c i 11 - schäften ״neutraler“ Art, die insofern wichtig sind, als sic den jungen Menschen die Möglichkeit geben, in ihrem Kreise sich aus/usprcclicn, zusammen zu arbeiten und zus,•iiumen m wandern. In diesen Jugendgcmeinschaften spielt sich ein nicht unwesentlicher Teil des jüdischen Lebens einer Kleingenicinde ab, da mau sich hier noch bemüht, tiefer in die Probleme ciimidringen. Das K c n n c 111 c r 11 c n der Jug c n 11 in den Provinzstädten ist einer der größten Gewinne einer solchen Fahrt in die Provinz. Das Leben ist ja für die Jugend in der ihr aufge/.wungenen Abgeschiedenheit bcsonders schwer; jüdische Schulen gibt cs nicht, und tlas Verhältnis zu den Mitschülern auf den öffentlichen Anst,alten ist «loch nur recht locker und kühl, sofern überhaupt noch Beziehungen bestehen. So lernt der junge jüdische Mensch in der Provinz die Schwierigkeiten jüdischen Lebens in verschärftem Umfange kennen. Darum ist die Jugend, die man in jenen Gegenden antrifft, sehr ernst und in sich zurückgezogen. Die Sehnsucht nach An» r c g u 11 g u 11 d Aussprache ist außerordentlich groß, so tlaß jeder Besuch von Fremden wie für die Gemeinde, so auch vor allem für die Jugend ein Ereignis von großer Bedeutung ist. Unter Berücksichtigung dieser allgemeinen Verhältnisse ist cs auch zu verstehen, daß die zionistische Arbeit in den kleinen Gemeinden sehr schwierig ist und unter ganz anderen Bedingungen steht als In der Großstadt. Es besteht in der Kleinstadt die Tendenz, die Gemeinde vor jeder Erschiittcrugg zu bewahren und jeden Weggang eines Mitgliedes zu verhüten, da man auf die Stcuerkraft jedes einzelnen angewiesen ist. Aus diesen praktischen Erwägungen heraus scheuen sich im allgemeinen die Mensehen in der Provinz, eindeutig zum Zionismus Stellung zu nehmen. Selbstverständlich gibt es eine Reihe guter und aktiver Zionisten, aber die Mehrzahl der Menschen, selbst unter der Jugend, steht eben doch unter diesem Bann der Gemeinde und unter dieser Furcht, durch weltanschauliche Auseinandersetzungen das Oefüge zu erschlittern. Diese Haltung ist durchaus ein Zeichen unserer Zeit, die sich nicht mehr die Kraft zu s achliehen Auseinandersetzungen zutraut, denn nur unter der Annahme, daß die Beschäftigung mit den jüdischen weltanschaulichen Fragen in persönlicher, nicht in objektiver Form geführt würde, ist jene HaHuiig zu verstehen, Das gesellschaftliche Leben in den Kreisen, die noch einigermaßen im Besitze ihres Vermögens geblieben sind, ist sehr reichhaltig und im Grunde noch eine Fortsetzung der Vorkriegsgcseliigkcit. Man lädt sich gegenseitig reihum ein zu Tisch, zmn Abendbrot oder zum Spaziergang; man erzählt sich ausführlich die neuesten Lokalcrcignissc und debattiert über die allgemeine Lage. Selbstverständlich werden dabei die Dinge auch vorn jüdischen Standpunkt betrachtet, insbesondere dann, wenn man selbst das Objekt irgendeiner wirtschaftlichen Maßnahme ist. Aber man hat das Ertipfinden, daß im allgemeinen der Blick nicht über die eigene Umgebung hinaus reicht, daß das jüdische Schicksal keineswegs im Mittelpunkt des Den* k c 11 s steht. Zweifellos würde sich liier manches ändern lassen, wenn ein regerer Austausch zwischen den großen und kleinen Gemeinden bestünde. In den kleinen Orten, in denen keine ausreichende Bibliothek zur Verfügung steht und auch sonst keine Möglichkeiten der selbständigen Fortbi klung besiehe 11, es sei denn, daß man Zeitungen hier* für als ausreichend betrachtet, wird jede geistige und kllnst* krische Anregung von außen her dankbar begrüßt. Die Versorgung der kleinen Oemcindcn mit Wissensstoff und auch künstlerischen Darbietungen ist eine wichtige Aufgabe der jüdischen Öffentlichkeit, die ein Interesse daran bat, daß die Kleiugemeinden in der Provinz, solange Menschen dort noch ihre Existenz haben, erhalten bleiben. Sie können aber nur erhalten bleiben, wenn man versucht, größere Gesichtspunkte an sie hcranzutra* gen und sic aus der Atmosphäre des kleinlichen und persönliehen inneren Kampfes soweit als möglich herauszuheben. Es ist weiter wichtig, den kleinen Gemeinden das Gefühl ihrer Verlassenheit zu nehmen und einen engen Kontakt mit ihnen hcrzustellcn, ihnen durch die Tat zu beweisen, daß cs eine jüdische Gemeinschaft gibt. O, N. n PC/1 des AHßcmeincn Rabbinerverbandes in Deutschland teilt mit: ״Wir w׳c11dcn uns an die Eltern derjenigen jüdischen Kinder, die simultane Schulen besuchen: ihnen allen ist gewiß der Erlaß des Innenministeriums bekannt geworden, der vermutlich in wenigen Wochen in Kraft k'ck" .wird• Danach können die jüdischen Schüler 111111 Schülerinnen dem Unterricht am Sabbat entweder volikommen oder auch während der Zeit des Gottesdienstes fernbleiben. Wer indessen von dieser Erlaubnis keinen Gebrauch macht, verwirkt das Recht darauf, sein Kind vom Unterricht im Zeichnen, in der Handfertigkeit und vom Schreiben zu befreien. Wir rufen die Elternschaft auf: Frgreifet die Hand, die Euch geboten wird! Tut, was in dieser Zeit die Würde, das Ansehen und die Ehre des Juden* fums doppelt erfordern, und legt geschlossen ein stolzes Bekenntnis zum Sabbat und zur jüdischen Religion ab!“ Abraham Schlonsky, mit dem Regisseur Alfred Wolf durch seine Ucbersctzung der ״Dreigroschenoper“ verbunden, schrieb für die neue Inszenierung Wolfs des ״Fest des Korbes“ in Haifa die Text-Bearbeitung. Er hat ferner die letzte literarische Ueberarbeitung des Lola Landau-Stückes *•Fjug Vm 1n der Uebersetzung von Uri, das anläßlich eines palästinensischen Jugendkongresses in Ben- Schemen am 3. Juli aufgeführt werden wird, und dichtet schließlich aas Festspiel für den zehnjährigen Geburtstag des Kibbuz ״Schomer Hazalr Harussi“ in Kinereth. Von unserem Korrespondenten, S t o c k h o I m, Mitte Wiederum ist sagen — zu Ende eine ,,jüdische Saison" — gegangen, und es hat sich Mal ifgj סי möcliti gc/vin f ״'-I: j westeuropäischen Ereignisse an der Juden.schäft nkht 1 •״ I vorübergegangen sind. Das Interesse an jüdischen f aller Art hat sich bedeutend gesteigert und auch hi״r Beweis erbracht, daß nur rin In sich g c s c h 10 s, ‘י'־ Judentum gedeihen kann. Da ist zunächst die Nt*t1>r1l! י einer .Stockholmer M is r n c 11 i (I r 11 p p e /u erwähn״ dank der Initiative des ()licrrahhiners Dr. Fcdcrbi zustande kam. Fcderhusch hielt hier einige Vortra״c r. ,'*׳ wissenschaftlicher Art, und rief die Misraclii-Gnippe*jns!1V's׳ Sie bestellt bereits aus 20 jungen!.eilten und hat a!>| '!5 schicdencit Gebieten schon positive Resultate er/1c]j y?' allen Dingen erstrebt man eine intimere Zusanimenarbtii der immer stärker wachsenden Zionistischen Vcreini1'!•״״ Alle Vortragsabende der Zionistischen Grupp« wiesen! ן?' hiesige Verhältnisse — geradezu Massenbesuch au(, ~ a! Linen hervorragenden Erfolg batte liier Kabbincr f Bernhard (lohn mit einem Vortrag. Der ״JutiistP Jugend-Club“ hat ein Jahr positiver Arbeit!״״' »ich, die Mitglicder/.ahl ist im ständigen Wachsen t•’ riffen, und die Vcreiiisahcmle sowie grölleren Festlrt keiten waren glänzend besucht. Den Abschluß bildete' '1׳ Vortragsabend mit Dr. Ehrenpreis über das Thema: [>, Botschaft des Pcßachfcstcs an unsere Jugend", WieVf verstand es Dr. Ehrenpreis auch diesen jugendlichen Hot« kreis in den Bann seiner Persönlichkeit zu ziehen. Das L m i g r a n 11• n - P r o h I e 111 ist hier im ״(,ז״א weniger aktuell; trotzdem hat sich unter Vorsitz von Sc!״ Lagerlöf ein ״Komitee für Intellektuelle“ gtbi'i1׳ welches eine Soiree im großen Kanzcrthaussaai gab, an dfjüdisches und schwedisches Publikum — an der $״•וי Prinz Eugen — tcilnahm. H. Ritter ' K Abschied für Ernst Simon London, 25. Mai. Dr. Ernst Simon, der sich in diesen Tagen nach Frank• furt a. M. begehen hat, um an der Arbeit der neu errichtet« ״Mittclstcile für jüdische Erwachsenenbildung" teilzunchm«, wurde aus Anlaß seiner Abreise aus London von den hiesige׳! deutsch-jüdischen Kreisen ein herzlicher Abschied bereut!, Dr. Simon war in der kurzen Zeit seines Londoner Auf• enthaltes immer mehr zum Mittelpunkt der deutsch-jüdisch« Kreise geworden, die sich hier zusaminenfamlen — besonders der in letzter Zeit nach England gekommenen jüngeren jtuli• sehen Generation. In seinen wöchentlichen Vorträgen zur judi• sehen Geschichte, in denen er in meisterhafter Sprache rij faszinierendes Bild von den markantesten jüdischen Person• liclikeitcn jeder Epoche entwarf, lind in hebräischen Kurse« über das rein Sprachliche weit in die Tiefen jüdischer Kultur und jüdischen Lebens hiiuinfiihreml, schuf sich Ernst Simon eine wachsende Gemeinde. Viele verdanken ihm ihre entscheidcmlcn jüdischen Anregungen. Dabei blieb Simon — wie nur selten jemand, dessen Zeit so knapp bemessen ist, jedem einzelnen jederzeit zugänglich, wenn cs sich um persönliches Rat und Hilfe handelte; niemals verließ man ihn ohne ein Oe■ fühl der Anregung und persönlicher Beglückung. Und deshalb sind ihm viele junge Menschen dankbar. Zu einem Abschiedsvortrag ״Von Hiob zu Faust“ dessen Inhalt in Deutschland bekannt ist — versammelte sich eine sehr zahlreiche Hörerschaft, die den Saal bis auf de« ictztcn Stehplatz, füllte. Darunter auch Vertreter verschiedener jüdischer Körperschaften. Dr. Le lew er brachte den Dank aller dieser Kreise zum Ausdruck und feierte Ernst Simon als den von jüdischen Voraussetzungen ausgehenden Wissen• schattier, der nicht bei objektiven Feststellungen stelle«• bleibt, sondern kraft seiner Persönlichkeit seinen Hörer« ihr Judesein immer von neuem zum Erlebnis und vor alle* zur Aufgabe macht. Julius K 011 enscher. Mitteilung des K. J. V. — Pal.’istinarcise. Wir veranstalten Anfang Juli eine Palüstinarcisc über Konstanza. Außer der direkten Fahrt über Krakau ist bei genügender Beteiligung eine Fahrt nach Konstanza über Budapest, Bukarest mit Besichtigungcn geplant, die zum Teil mit einem Donaudampfer zurückgclcgt werden soll. Anschließend an die Hinreise ist eine Gesellschaftsreise im Lande in Aussicht genommen, nach deren Abschluß einige Tage zur freien Verfügung des Rcisenden bleiben. Es wird gebeten, bei Meldungen anzugeben, ob eine Beteiligung an der Gesellschaftsreise im Lande gc* wünscht wird, da ihre Veranstaltung von der Zahl der abgegebenen Meldungen abliängt. Die Ende Juli beginnende Rückreise, ebenfalls über Konstanza, wird Athen und Istanbul, mit Gelegenheit zu Besichtigungen, berühren. Alle Einzelbeiten ergeben sicli aus dem Prospekt, der ln diesen Tagen zum Versand gelangt. Interessenten mögen sich wenden an ‘K.Büro des Kartells Jüdischer Verbindungen, ״c/lm,Lk|1arlokcn^ur2 2» Bleibtreustr. 50, Telefon: Steinplatz C1, 4736. K n ,..Für Sicherung der jüdischen Arbeit. Die Histadruth hat in Palästina eine zweiwöchige Sammlung für einen ״Fonds für die jüdische Arbeit" proklamiert, für den bereits an den ersten zwei Tagen über £ 1500 zusammengekommen smci. Unter den Spendern befinden sich u. a. auch Bialik Grunbaum, Glückson, und viele andere führende Persönlich* keiten des palästinensischen Jischuw, Eiaiverhandlungcn der Jüdischen Gemeinde in Danzig Uns wird aus Danzig geschrieben: LHc wirtschaftlichen Sorgen bedrängter jüdischer Gemeinde• mitglicder, darunter eine stattliche Anzahl solcher, deren wift• schaftliche Lage bis zum Vorjahr noch als gut gelten konnte, zusammen mit den inneren, sehr schwierigen Verhältnis?™ der Gemeinde, lassen uns heute tlie Konsequenzen einer Politik der Liberalen tragen. Ls bandelt sieh nicht mir darum, dtt Jüdische Gemeinde aufrecht zu erhalten, sondern auch darum, erhebliche Schulden zu verzinsen und zu amortisieren. Pitts Schulden belaufen sich auf 230 000 IXi. Harte Worte d״ Kritik, die der Ltathcarbciter, Dr. H. Loewenherz, bet der Einleitung der Etatdebatte über das finanzielle Geballt™ in den letzten fünf Jahren aussprach, haben aut keiner beite Widerspruch gefunden, ein Beweis für ihre Berechtigung Trotz Erhöhung des Steuersatzes aut 25“״ zur Einkont* mcnstcuer mul Beibehaltung des 25 ״״igen Zuschlages ruf Vcrmögcnstcucr, mußte mit Rücksicht auf die gesunk«e Steuerkraft der Etat sich auf die allcrnotwcmligsten A11sgaNn beschränken. Denn gegenüber der Grundforderung, für den Fortbestand der Gemeinde zu sorgen, muß vorder!«#״ alles andere zurückgestellt werden. Es ist ein schweres treü das die Jüdische V o I k s p a r t c 1 im allgemeinen jiidischf״ Interesse angetreten hat, um in einer Koalition mit den L1**j ralcn für die Konsolidierung des jüdischen Lebens in Pa1׳״» zu sorgen und darauf bedacht zu sein, endlich solche Zust#״״ zu schaffen, die es in Zukunft ermöglichen, für die Erlüllu״s kultureller und sozialer Anforderungen zu sorgen. Der l» balanciert mit 187 000 DG. Aus den Ausführungen des Gemeindevorsitzenden, ל««‘ rat Bereu d (liberale Partei), war zu entnehmen, daß ״" JüdischcSchulc gegründet wurde, die in drei Abteilung der untersten Klasse den Schulunterricht mit 120 Ki«1«' begonnen hat. Um den Anforderungen der Vcrwaltungshcho™ nachnikommen und den Schnclitbctricb aufrecht zu erhalte . wurde mit nicht unbeträchtlichen Mitteln ein NicderlcgcaPP3״ angeschafft. Im weiteren Verlaut der Debatte ergrifi der vo sitzende der Jüdischen Volkspartei, Dr. H. Lewy, das w״ zu stark kritischen Ausführungen, in denen er die Auffassung vertrat, daß in den letzten zehn Jahren ein ungeheueres von Fehlern aufgehäuft worden sei. , Der Etat wurde einstimmig angenommen. Bemerkens Ist jedoch, daß für die Anstellung des Raw nur zwei « liberalen Repräsentanten stimmten, während der übrige «• der Liberalen mit ihrem orthodoxen Anhängsel Sich der ־״״ Stimmung enthielt. Die Beitragskarte für Hilfe und Aufbau, die vom Z« ausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau gegeben wird, gilt der Förderung der gesamten J%cn t Aufbau- und Fürsorgearbeit in Deutschland. Jeder Ai *0J> 1•יי Mittelpunkt der Werbetätigkeit eines b«1״“ Aufgabengebietes stehen. Der Monat Mai dient der Mutt«ז hilf e. Zentral* ,au au«* jüdische״ .ויו 4