Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 43 (29.5.1934)
- Date
- 1934-05-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2653452-2653491--25277-2682404- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Kr. 43 29 V. 1934 jüdische Rundschau Seite 3 iV 11c dff °i ״׳ ■ץIn, ״ «clien;|I־Nati1> miltili,״ lin־ Vor, »«- Aul « '־löten ־‘י"• Im ls'׳e, for. ^f eh 011־! berfaliq! gehören, י A (mit rechts) I Steilem er Soli. ' 11 i c 11. um; der *n droht Mitte: Grund• ,׳!•■reitst t Di:,so werden, namentvc raut• W'OI tllllg impft — pprti — mi der in/cincn .t hoher ruck — I ‘!licht ion isten, ein nur 2rn der wahrte teidigte, 1, nicht 11:il!i;;cn I nullen i /. io• י teu mit :seliger« ge her• richten, er der s über• e b u r t 11s und och sol 11b de* nergien II '/i.> 11s dm n terschon eu die Scliiclier t'im ndcltcn 1er das;cn die 1m der 1 Malle rc nur n.l der IS,)den• t troU Schaf• s eil״ tisciu'11 Keren sahen, ״s mit eidum't andere ir die ן Erer nt! 4er eu 4ef Gahith 1c he« s j ‘•־ bedarf eben icrvofr n ■erden» rollen» rd es m:;eferat ite i«t: 1c A־״ fei r { ןץ ך׳ ^־וי־יי» ןייד ,<■׳׳“• ■׳ך ^י*׳ mL h , י ןיי"■/ #י" ׳®Ii» Ü M Eine Antwort auf die Drosselung der Einwanderung In der _ Tel-Awiw er Tageszeitung ״Da war“ nimmt f|, 1' r u in k i 11, der Sachverständige der Arbeiterschaft in An- ״elc!!enl1cite11 der Arbeit mul Arbeitsvertciliing, die letzte fein- «־aiificrnnfrsq 1 loto zum Anlaß, um eine Reihe radikaler Vor- (fi!lägc als Antwort des Jisciimv auf die Hinslelhnify der Regierung mr Alijah vorzubringen. Der politische Kampf hal>0 bereits begonnen, aber er genügt nicht. Was jetzt not tut, ist ein p 1 a 11 m ä lli g e r ökonomischer Kampf, [)essen erstes Ziel sein innll; um jeden Preis unsere Stet- |un(j in der jüdischen Landwirtschaft 7.11 wahren, das Eindringen arabischer Arbeit in di! landwirtschaftliche Zone;u verhindern, auch wenn dies zu schweren Schiidigun- «fcn anderer Zweige des ökonomischen Lehens und be-!oiidcrs des Baugewerbes führen!,ol'.te. Die jüdische Baubewegiing in Stadt und Land müsse den ßcdiirfnissen «Irr l.audwirtsehaft in bezug auf den Zufluß von Arbeitern angepaßl und untergeordnet werden. Die teclinischen Abteilungen von Tel-Awiw, von lladar-1 lakarmet bei Haifa, die technischen Abteilungen der jüdischen Kolonien müssen jngelialten werden, keinerlei B a u c r I a u b 11 i s s c 11erjiisruRcbcn, die über den Monatsdurchschnitt der letzten Zeit hinausgclien. Die Regierung beabsichtige mit ihrer Einwanderung*- Politik die Juden von! heimatlichen Boden, von den Wurzeln der Arbeit zu entfernen, und dies bedeute eine außerordentliche Gefahr, der nur mit außerordentlichen Mitteln beizukommen ist. Der zweite Grundsatz, den die Arbeiterschaft mit aller Energie diirchfi'clitcn muß, ist dieser: Jede neue Arbeit in der Land- Wirtschaft, im Bau, in der Industrie ist für uns nur dann ein Segen, wenn in ihr das Prinzip der jüdischen Arbeit herrscht. Ohne dieses Prinzip ist sie für uns ein Un glück, lind ihre Durchführung muß zuri'ickgcsclzt werden, bis die Ein- Wanderung wiederum verstärkt werden wird, und sich gcnagend viele jiidisclic Arbeiter finden werden. Eil» j ii d i - s c 11 er Bode n, der n i c 111 v o n j ü d i s c 11 cn A r b c i - lern bearbeitet wird, ist kein jüdischer Boden. Eine Fabrik, die sich auf nicht jüdische Arbeit aufbaut, beraubt uns der Kaufkraft, die durch die Alijah erzeugt worden wäre und verengert die Fassungskraft des Landes für neue Einwanderung. Ein neuer Bau, au dein keine jüdischen Arbeiter arbeiten, ist für Erez-Israel ohne Nutzen. Wie «ine Mauer werden wir um jeden Bau, um jede Fabrik und mit jede Pflan- 71mg stehen, und das Eindringen fremder Arbeit verhindern. Und wenn die Arbeitgeber zu uns kommen, und uns erklären werden, sie hätten keine jüdischen Arbeiter gefunden, dann £* werden wir ihnen sagen; ״Wendet Euch an die Regierung und verlangt von ihr, daß sic von iiircr Politik der Einwanderung*- ln Schränkung ablasse und Euch die Erweiterung Eurer Arbeit möglich 111,aelie.“ Möge die Welt wissen, daß die paiästinen- •sisehe Regierung durch ihre Politik der Beschränkung der jüdischen Einwanderung die Juden verhindert, notwendige Bauten auszufülircn, daß sie das Leben verteuert, daß sie die Errichtung industrieller Werke verhindert, daß sie das Aufblühen der l.amiwii׳Rcliaft unterbindet. In einem solchen ökonomischen!’ratest der Juden sind starke Kräfte enthalten, welche den politischen Kampf gegen die Fesselung der Ein- Wanderung erfolgreich gestalten werden. (Amu. (I. Redaktion: Der Artikel Frumkins zeigt die Stimmung, die in Palästina erzeugt worden ist und auch den Idealismus der Arbeiterschaft, die einen Kampf auf sich nehmen will (11 r •die Erweiterung der schlecht bezahlten lanilwirtschaftlichen Arbeit zu Ungunsteu der gut bezahlten städtischen Bauarbeit. Es ist freilich iraglieii — liier wie in anderen Fällen -ob siel» wirtschaftliche Maßnahmen auf die Dauer durch p o I i t i s c 11 c Erwägungen radikal becinfhisscn lassen. Die Beschränkung der jüdischen Bautätigkeit in einer Zeit hoher Nachfrage nach Wohnungen wird nur zur i-'olge lialien, daß die Araber sieh Häuser hauen werden, die sie <1011 Juden vermieten — und so könnten, scheint uns, Frumkins Vorschläge das Gegenteil von dem bewirken, was sie beabsichtigen.) Entsendung einer Delegation nach London Jerusalem, 21. Mai. (J.T. A.) Wie der Vorsitzende des Wand Lcumi, Ben Z w i, mitteiit, wird der Wnad Lcumi demnächst gemeinsam mit der Palästina-Exekutive der Jevvish Agency eine offizielle Delegation nach London entsenden, um die öffentliche Meinung über die Auswirkungen der Ei!1w andcning.spolitik der Palästinaregierung aufzuklarcn und bei der englischen Regierung Beschwerde gegen die Maßnahmen der Palästina-Verwaltung cinzulcgcti. Proteste in New York New York, 21. Mai. (J. T. A.) Im Großen Saal des New Yorker Rathauses fand eine von den Allgemeinen Zionisten und dem zionistischen Arbeiterflügel veranstaltete M a s s e n p r o t e s t v e r s a m m 1 u n g gegen die Ein* w a n d e r 11 >1 g s p o I i t i k der Palästina-Regierung statt, in der das ehemalige Mitglied der Zionistischen Exckutive, Joseph Sprinz.ak, der Schriftsteller David Pinski u. a. Ansprachen hielten. Bleibt Waucliope High Commissioner? Jerusalem, 21־, Mai. (J.T. A.) Mehlungen der 11chräisclicn Presse zufolge Huritc der gegenu artige lligli (kirnniissioncr von Palästina, General Sir Arthur W a u c 11 :> ין e, dessen Amtsperiode in diesem Sommer abläuft, für weitere zwei Jahre zum I ligli Commissioner bestellt werden. Die Entscheidung hierüber soll anläßlich des bevorstehenden Aufenthalts Sir Arthurs in London fallen. Die Verteilung der neuen Zertifikate Jerusalem, Ri. Mai. (J. T. A.) Das Iinmigrntious- Department der Palästina-Exekutive gibt folgenden V e r t c i- 111 n g s s c b I ii s s e 1 für die im Rahmen der letzten Arbeiterr.inw.mcIeruiigs-Schedtile ausgegebenen Zertifikate bekannt: Pie Hälfte der Zertifikate wird an Chain z i 111 unter der Bedingung ntisgegelien, daß sic sich der Landarbeit zuwenden, 30״״ der Zertifikate sind für orientalische Juden bestimmt, die sich derselben Bedingung unterwerfen, und 2ö0 für I n d 11 s t r i c f a c h I c 111 c. Der Rest wird an gelernte Arbeiter und Handwerker vor allein in Polen ausgegclien; liierbei sollen vor altem solche Personen berücksichtigt werden, die Verwandte in Palästina haben. Die linmigratinnsahteilung teilt in diesem Zusammenhang mit, daß der Agency 800(1 Gesuche um Zuteilung von Zertifikaten von Verwandten in Palästina ansässiger Personen vorliegcn; 7000 dieser Gesuche stammen aus Polen, es könne somit mit Rücksicht auf die geringe Zahl der zur Verfügung stehenden Zertifikate■ nur ein Bruchteil derjenigen, die sich tun Ein- Wanderung beworben haben, berücksichtigt werden. Besonders tdnvierig sei die Lage der Jewidi Agency betreffeutl die Ansuchen von Frauen. Während nicht weniger als 51X10 palästinensischc Einwohner um die Zulassung weiblicher Vorwamlter zur Einwanderung gebeten haben, stehen der Jewish Agency nur 185 Zertifikate für Frauen zur Verfügung; HX) von diesen Zertifikaten sind für Frauen aus Deutschland reserviert. (Was die Verteilung der für Deutschland bestimm* ttn Zertifikate betrifft, so berichten wir an anderer Stelle des heutigen Blattes über die Richtlinien des Palästina-Amtes. — Red.) Deutschlands aktive Handelsbilanz mit Palästina Unter der Uebersehrift ״Aktive I ianddsbilanz mit Pa- Ustina“ schreibt die ״Deutsche Uergwerks-Zeitunjg“, Düsseldorf, vorn 21. Mai: Wirtnrinfuhr X'Wl(■ Syrien £|)וו»!ןח ׳?uUchUnd Andere W, 7.u •r*natu{uhf; J-n?Und Syrien «־,oUdiUnd Ander® 1931 1932 1933 pnl. £ pul■ £ ptl. t 1 025 547 1 165 607 12» 217 1 Olf! 873 813 218 941 661 <m 102־ 1 522 073 1 949 936 63» ISS 775 074 1 193 313 2?00 993 3 492 948 5 889 340 5 940 000 7 768920 1» 182 469 mm 1 342 031 1559 4% m 527 229 903 212 982 201 710 332 723 373 749 177 945 128 734 71 962 261 651 348 100 373 428 1 572 061 2 381 491 2 591 617 251 33S 243607 319 302 Zum Wiederbeginn der Kämpfe in Arabien Wie tler Londoner )bserver“ vom 27. Mai meldet, soll der Vorm,Tisch der Truppen Ihn Sauds jetzt fortgesetzt werden; die jcmcniihchcii Bergstellungen sollen bereits angegriften worden sein. In einem größeren Aufsatz nimmt II. (״ Armstrong eine Ai1scl1.it/1111j; der Gewinnet»;uiccn Ihn Sauds mul des Imam von Jemen vor und schreibt u. ״Der Krieg zwischen Ihn Sand und dem Imam J a c 11 i a ist ein Kampf von Mann zu Mann, in dem der beste gc* " innen w ird, und in dem die Persönlichkeiten der Führer die wichtigsten Faktoren für Sieg und Niederlage sind.“ Ihn Sand wird als kräftiger und kriegsgeu ohnter Mann geschildert, während der Imam klein 11ml dick sei und nicht das persönliche Format wie ihn Saud besitze. Zudem fehle es ihm an der persönlichen Kriegserfalirung und an Führer* ijlialitaten. Ein Drittel seines Volkes gehört zu einer anderen Sekte des Islam als er selbst und hat sich oft gegen ihn wegen seiner Grausamkeit und Verfolgungen erhoben. Ilm Sauds Leute, die Waliabiien und Iklnvans aus Zentral,׳irahien, siml gute K.impfcr 11ml zudem durch ihm! religiösen I anatismus angespornt, Armstrong bemerkt zum Schluß: ״Für das Britische Reich w u r ei c cs <1 a s beste sein, wenn Ihn Saud im Jemen 11 e r r s c 111 e, der Imam ist immer der Feind der Engländer gewesen. . . . Ihn Saud dagegen ist ein Freund der Engländer und hat durch seine starke und gerechte Regierung den Frieden in Arabien una längs seiner Grenzen erhalten.“ Chag Habikurim In Haifa Aus Haifa wird uns berichtet: Das ״Fest der Erstlingsfrüclite“, Ging Habikurim, hatte Tausende von Gästen aus Städten und Dörfern nach Haifa gebracht. Schon seit Freitag abend kommen die Züge vollkommen überfüllt an; die Eiscnbnhnverwaltung ließ Extra- 7־ ü g e fahret». In der Herzistraße in Hadar Hakarmct waren bunte Tore errichtet, Tribünen für die Darbringung der Erstlingsfriichtc waren aufgcstelit. Die Häuser wurden mit Grün, Blumen und Fahnen geschmückt. Abends, in der wohltuenden Kühle eines auch sonst bisher müden Sommers, wogte eine nach Tausenden zählende Menge durch die Straßen, man tanzte llorra und sang. In dem bis auf den letzten Stehplatz gefüllten Amphitheater wurde ein von Friedrich Wolff einstudiertes Festspiel aufgeführt, das die Darbringung der Erstlingsfrüclite zur Zeit des Tempels darstellt und die Oe* schichte von Ruth erzählt. Dr. A, B. , .״cm nunmehr die palästinensischen AulU-nhaiulehritfcrn mich kr (I;, ־.־.-. -, ». ö'»Bn1mrn: י® lfenw'fHeriu*tuhr1 Nachdem .. ״״. ...... ..-. das vicrlt! Vierteljahr 1033 vorliegcn, läßt sich die Entwicklung ,«Ein- und Ausfuhr dieses I.arides für das ganze Jahr 1933 übericken. Dic Ziffern lauten wie folgt: Dir das Jahr 1933 ergibt sich demnach ein Einfuhrüberschuß p"1 8 211 850 pal, £, der jedoch durch dic lCrlrüguiss« des Kremt'll|vctkr|,rs und »lureli die Kingiingc aus Stiftungen usw, ans dem ',״'bilde ausgeglichen erscheint, ln gewisser Hinsicht kann auch "" starke Kapitaleinfuhr im Berichtsjahre als Erkliirung für den 'ln iiliriibcrscliuli bet rächtet werden. ״ie wichtigsten Lieferanten und Abnehmer sind also eiiH’i« d. p ,י' wicnugsten MCieramcn uim m»11<.1M11c5 1־>mu ,-1Wand, Deutschland, Aegypten und Syrien. Dic beiden Nach* ״*״ander Palästinas sind gegenüber den beiden europäischen ' "«cn verhältnismäßig zurückgrtrcten, was als ein Zcien der zunehmenden weltwirtschaftlichen Verflechtung Pa- ''",n*s angesehen werden kann. Die Handelsbilanz «sehen Deutschland und Palästina ist für p’1« *chland stark aktiv. Die deutsche Ausfuhr nach Einfh k£*ru£ >1״ vergangenen Jahr das Dreifache der Araber!!egen Abdullahs Pläne Anläßlich der Reise des Emir Abdullah von Trans* Jordanien nach London sind bekanntlich Gerüchte verbreitet worden, der Emir wolle mit der englischen Regierung wegen der Errichtung eines unter seiner Herrschaft stellenden König* reichs, das Palästina und Transjordanicn umfassen soll, verhandeln. Dazu schreibt die in Jerusalem in englischer Sprache erscheinende arabische Zeitung ,»The Arab Federation“ vom 12. 5., daß die Araber einem solchen Projekt a b 1 e 11 11 c 11 d gcgcniihcrstümlcn, weil seine Verwirklichung eine Anerkennung der B a 1 f o 11 r * De k I a r a t i o n in Transjordanicn bedeuten würde. Die Aratier Palästinas seien niemals mit dieser Deklaration einverstanden gewesen. Die Aufrichtung eines Thrones in Palästina würde ein neues Hindernis für die arabische Einigung sein. Das letzte Wort in dieser Sache werde nicht von einzelnen Mensehen, sondern von der ganzen arabischen Nation in einem Kongreß gesprochen. Der Jahresbericht für die Mandatskommission Genf, 27. Mai. (J.T. A.) Der Jahresbericht der M a n d a t a r 111 acht über die Verwaltung P a 1 ä s t i - nas im Jahre 1 <)33 ist den Mitgliedern der Ständigen Mandatskommission, die am 3t). Mai zu ihrer Frühjahrstagung zusarnment ritt, bereits /!!gestellt worden. Außer dem Jahresbericht der Mandatnrmaclit lind dem Jahresbericht der Jewish Agency for Palestine liegen der Kommission zahlreiche, sich auf Palästina beziehende Pctit innen vor. Jiidischerseits handelt es sich um seit bereits anderthalb Jahren vorgelegte Petitionen der Agudath Israel, des Waad Leuini und des Wand Asclikenasim in Sachen der palästinensischen Gemeindeordnung. Ferner erscheinen auf der Tagesordnung etva sechs oder sieben arabische, meistens von arabischen Körperschaften außerhalb Palästinas stammende Petitionen, die teils zu Anfang, teils zu Ende 1933 cingelaufen sind. Dic arabischen Petitionen haben durchweg die Frage der jüdischen Immigration und gewisse Vorfälle im Oktober 1033 zum Gegenstand. Seit Dezember v. J. ist der Mandatskommission bisher keine neue arabische Pctition überreicht worden. Lösung der Verwaltnnfjseinheit zwischen Tel-Awiw und Jaffa Tel-Awiw, 11. Mai. (J. T. A.) Obwohl Tel-Awiw in seiner Entwicklung die Stadt Jaffa, zu der es ursprünglich gehörte, längst überflügelt hat, ist es in mancher Hinsicht noch immer Jaffa verwaltiingsfcehuiseli an gegliedert. Dieser Zustand soll nunmehr schrittweise beseitigt werden, so daß Tel- Awiw in absehbarer Zukunft von Jafia verwaltungsmäßig vollständig 11 ח a 11 i! ä!1 g i g sein wird. Zunächst beab* sichtigt dic Regierung, die Tcl-Awiwer Polizei, die bisher der Jalfaer Poii/cikommandnntiir unterstand, von dieser loszulösen und unmitteibar der Jerusalemer Polizcidircktion zu unterstellen. Herbert Samuel in Palästina Jerusalem, 27. Mai. (J.T.A.) Zu Ehren Sir Herbert Samuels, des ersten High Commissioner von Palästina, der vor einigen Tagen mit seiner Oattin in Palästina eingetroffen ist, fand in der Kolonie Nathania ein Empfang statt. Der Arlosoroff * Mordprozefj Jerusalem, 25. Mai. (J.T.A.) In der Nachmittags- Verhandlung am 22. Mai befaßte sich Rechtsanwalt Horace Samuel mit dein Geständnis A I» d 111 M e d s c h i d s. Dieses Geständnis, erklärte er, könne nicht völlig aus der Luft gegriffen sein, auch wenn es spater widerrufen wurde. Dafür, daß der Mord von A r a b e r!1 begangen w urde, spreche 11. a. der Umstand, daß «Sie Attentäter bei ihrer Frage nach der Zeit die Worte ״Kainali hasch,lall“ gebrauchten. Juden, behauptete der Verteidiger, benutzen diesen Ausdruck niemals bei der Frage nach der Zeit, wohl aber werde er häufig von Arabern gebraucht. Die erste auf Antrag der Verteidigung vernommene Zeugin war dic Djührige Tochter des verstorbenen Besitzers des Hotel Turgetnan. Sie bestätigte die Angabe Stavskys, daß er am lö. Juni nachmittags ein Zimmer im Hotel genommen ha be. Als Inspektor Shitrcct ihr einige Tage nach dem Mord die Photographie Stavskys zeigte, 11;1 be sic diesen sofort als den Hotelgast erkannt. Die nächste Zeugin, Frau Nechnmia Avnicli, Gattin des Jerusalemer Rcvisiouisteutührers Avuidi, bestätigte, daß Stavsky am Tage der Ermordung Dr. Arlosorofts hei ihr vorgesprochen hat, um zu fragen, ob Achi-Moir in» Hause sei. Am 23. Mai wurden sieben Zeugen vernommen, die über* cinstimmcnd erklärten, Stavsky sei an d c in Abend, an dem D r. A r I o s o r 0 f f in Tel-Awiw ermordet wurde, in J e r u s a I c m g e w e s e 11. Das Mitglied der Exekutive des Waad I.eumi, Ahraham A 1111 a I i a 11, hat Aclii- Mcir am Freitag um ö Uhr in einem Jerusalemer Cafe geselten. Dies entspricht der Aussage Stavskys, der Achi-Mcir um diese Zeit im Cafeltaus au (gesucht haben will. Am 21. Mai wurde Achi-Mcir, der aus dem Gefängnis von Akko nach Jerusalem gchrncht worden war, dem Gericht vorgefiilut. Als Generals*,T.Ttsanw,alt Trust cd den Zeugen über seine Ansichten betreffend Gewaltanwendung zu politischen Zwecken befragte, rief dieser: ״teil möchte wissen, wie Sic als englischer Patriot denken wurden, wenn England in Gefahr wäre.“ Bei der Bibel und allem, was ihm heilig sei, beschwor Achi-Mcir, daß er dein Polizeiinspektor Goffer erklärt habe, er habe Stavsky am Mordabend um 7 Uhr in Jerusalem gesellen. Auf eine Frage des Vorsitzenden antwortete Achi-Mcir, er bekenne sich zum Legionsgedanken Jnboiinskvs und zu der Auffassung, daß sich die Jugend im Kriege opfern müsse, individuellen Terror aber lehne er durchaus ab. Vom Gcneralst.Tatsanwalt einem Kreuzverhör unterzogen, erklärte Achi-Mcir, er habe mit Stavsky wegen des Wolinungsmnngels in Tel-Awiw ein Zimmer gemeinsam bewohnt. Sein und Stavskys gemeinsames Interesse habe darin bestanden, detn Einwanderuiigsdirektor I iyamson -- allerdings illegal — ״zu helfen, Juden nach Palästina zu bringen“. Als Entlastungszeugen wurden weiter vernommen der Universitätsbibliothekar Barnclt Scliocheimaii, der Journalist Julian Meitzer, der Inspektor der P11ö!1ix-Ges., Schloma Prise, David Luschinsky, Mordko Rappaport und Dr. David Margoleth. In der Verhandlung am 25. Mai kündigte Verteidiger Horace Samuel an, daß er die Vorführung der Entlastung*« zeugen Ende der nächsten Woche abnischUeßcn gedenke. Das Urteil des Gerichts ist somit Anfang Juni zu erwarten. Es sollen noch 47 Entlastungszeugen vernommen werden. Die am 25. Mai vernommenen Zeugen, der Vorsitzende der Versammlung in Kfar Saba, an der Koscnhlatt teilgenoin* men zu haben behauptet, der Kolonistensolm tlcnoch Strelctz, der der Versammlung lieigewohnt hat, und einige andere Versammtungstcilnchmcr bestätigten, «laß Uoscnblatt einer der Hauptredner in der Versammlung war. In gleichem Sinne hatten schon in der Nnchmittagsversamniliuig vom 24. Mai die ehemaligen Arbeitsgenossen Roscnblatts, Joseph K a naani und Elicser B u r s t e i n, ausgcsact. Kanaan» erklärte, er habe das Protokoll geführt. Rosenblatt habe in der Versammlung, die am 16. Juni von 9 bis 11 Uhr abends abgehalten wurde, zweimal das Wort ergriffen.