Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 43 (29.5.1934)
- Date
- 1934-05-29
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 43, 29.V.19 III «tu, daß die nationale Renaissance-Idee eine neue jüdische Oe• Seilschaft formen werde. Aber hat sich diese Annahme voll be• wahrheitet? Hat die rein nationale Idee außer ihrer Antriebs• kraft und ihrer Setzung eines letzten, nicht in konkreter Oe• stalt zu formulierenden Endziels im real-materiellen, wie im geistigen Lehen der Juden in Erez-Israel auch genügend form• bildende Kraft gehabt? Wenn wir dieser Frage ernsthaft in ihr Spltinxgesicht sehen wollen, so werden wir uns vor billigen, aber nichts bc• weisenden Analogien mit Erscheinungen bet anderen Völkern hüten müssen. Diese haben ihren Staat, ihre Wirtschaft, ihre Organisation, und ״national“ heißt dort nur. Zusammenfassung oder Wiederbelebung der vorhandenen geistigen und materiellen Volkskräfte zur Bewältigung bestimmter Aufgaben oder Erreichung bestimmter Ziele. Unsere nationale Idee hat aber die Nation ans ihren Trümmern erst zu schaffen und ihr die realen und geistigen Werte zu erarbeiten. Dieser Prozeß ging fünf Jahrzehnte lang so vor sielt, daß eine stets erneute psychische Anstrengung gewisse nationale Voraussetzungen: Rückkehr zum Land, zur physischen Arbeit, Erneuerung der Sprache usw., verwirklicht hat. Es ist aber noch nicht untersucht worden, weichen Anteil — und sein Maß wird nie bestimmt werden können, daher diese Argumentatkm nur inhaltlich gemeint ist — die besti tu inten Färbungen der nationalen Idee daran gehabt haben — bei der einen Gruppe von Pionieren das volkssozialistische oder rein sozialistische Ideal, bei den anderen die national-religiösen Traditionen und Hoffnungen, die auch bei der ersten Gruppe oft in sehr starkem Maße mitgespieit haben (Llapocl Hnzair). Es ist uns noch viel zu wenig bewußt geworden, daß das Ideal der ״Nation“ an sich, ohne konkrete Vorstellung einer spezifischen Gestaltung des nationalen Lebens, keinerlei formbildende Kraft haben kann. Und hier erhebt sich die Frage des geistigen Inhalts unserer Bewegung, deren Bedeutung sich durch keinerlei Spott der ״Realpolitiker" wegzaubern läßt. Es geht den anderen Nationen nicht anders, wie die jüngste Geschichte zeigt. Die unsere ist eine einzige Beweiskette dafür, daß ״nationale Renaissance“ an und für sich noch keine Formkrnft hat. Das Scheitern der Bilu hatte nicht nur teclinisch-matcridle Gründe, ihr Abgleiten in die alten abgelebten Gesellschaftsformen hatte sicher den Grund in der zu geringen inhaltlichen Bestimmtheit ihres Ideals. Ein Gegenbeispiel dazu ist, daß nach jahrzehntelangem Scheitern aller Versuche, den Typ eines sclbstarbeitenden Landwirtes in der ״jüdischen Renaissanec“ in Palästina zu schaffen, dies erst gelungen ist, als eine spezifische soziale Idee — die der Genossenschaft — die Herzen ergriffen hatte. Immerhin hatte die rein nationale Idee eine solche Fülle von Voraussetzungen zu verwirklichen, daß sie für die Kämpfe dafür ein einigendes Band war. Heute, wo, wie schon oben . erwähnt, die Grundvoraussetzungen gesichert und nur zu er* weitern und zu verteidigen sind, wo es gilt, konkret zu gest alten, wird der Mangel an Inhalt in ihr schmerzlich fühl* bar. Dieser Mangel ist der Grund dafür, warum die Teilgruppen immer stärker ihre konkreten Bestrebungen an die Stelle des Ganzen setzen wollen, d. h. nach ״Totalität“ streben. Prüfen wir daraufhin die geistige Struktur der zwei ex* tretnsten Gruppen: Arbeiterpartei und Revisio* nisten. Die Arbeiter streben als Sozialisten eine besondere Form der gesellschaftlichen Organisation an. Sic geraten dadurch in 'die Gefahr des Totaiitätsanspruchcs. Sic sind dieser Gefahr nicht immer entgangen, können ihr auch, je stärker ihre sozialistische Ucberzeugung und Lcbensgcstaltung ist, nie völlig entgehen. Nicht so sehr ihr Sozialismus, sondern ihr Totalitätsanspruch ist es, gegen den sich die extreme Rechte scharf zur Wehr setzen will. Welches andere formende Gesell* schaftsideal setzt sic dem der Arbeiter gegenüber? Politisch die nationale Solidarität, errungen durch eiserne nationale Disziplin (Führerprinzip), wirtschaftlich den privatwirt* schnftlichcn Aufbau. So könnte mau die tiefergreifenden Differenzen zwischen den beiden Flügeln prinzipiell definieren, wenn man von dem rein parteimäßig-taktischen Moment absieht, ln der Praxis aber zeigt sich ein Bild, das wesentlich anders aussieht: Die ״nationale Disziplin“ ist von ihren Verkündern selbst zerbrochen worden. Sie machen Politik auf eigene Faust und schwächen damit die zionistische, d. h. die jüdische Position vor England und der Welt. Und alle die tausend Reden über ״die“ richtige Politik, die wir England gegenüber zu machen haben, die wir von den politischen Größen unserer Parteien hören, wiegen federleicht vor der elementaren Erkenntnis, daß unsere größte Stärke gegenüber England (abge* sehen von unserer realen Position im Lande) in der Geschlossenheit und Einigkeit der Zionistischen Organisation liegt. Woraus soll unsere Exekutive die Kraft und den Rückhalt in ihrem politischen Kampf finden, wenn ihr die Organisation, die sie vertritt, nicht Stütze ist, sondern in den Rücken fällt? Die Arbeiterschaft ihrerseits hat innerhalb der Zionistischen Organisation die Disziplin bewahrt, sic hat auf der jungten ׳Aktions-Comitc-Sitzssng bewiesen, daß sie auch Selbstüberwin• duttg aufbringen kann. Im weiteren Verfolgen dieses Weges wird sie zur Gesundung der Organisation vieles beitragen. Doch möge sie sich hüten vor dem Totalitätsanspruch. Schon wegen des starken Vordringens der Privatwirtschaft ist ein solcher nicht halibar. Es ist verständlich, daß jede von einem hohen Gesellschaftsidcal erfüllte Gruppe, noch dazu eine solche, die sich so bedeutender positiver Leistungen und sozialer Neubildungcn bewußt ist, ihre Ziele voll durchsetzen will — aber das geht nur in einem Kampf, in dem als Einsatz nicht weni־ ger als das Ganze auf dem Spiele steht. Allein in der wahren Demokratie ringen die Kräfte miteinander, aber ihre Träger trachten, zu einem Ausgleich zu kommen, nicht aber einen Kampf um Herrschaft oder Untergang zu führen. Ins politische Bereich gehört auch das so traurige Kapitel der Kämpfe zwischen Arbeitern verschiedener Richtung. Hier muß absolut durch Neutralisierung der Gewerkschaften und der Arbeitsätnter, Unterwerfung unter unparteiische Schiedsgcrichtc, gesicherte Minderheitsrechte usw. dem bestehenden Zustand ein Ende bereitet werden. Auch müssen beide Teile den Ton ändern. Juden gegen Juden, die einander — In der Jüdischen Heimstätte — wie Feinde bekriegen, dieses entsetzliche Bild muß verschwinden, sonst geht alles zugrunde! Wirtschaftlich: der Kampf zwischen privater und sozialistfscher Wirtschaftsweise ist außerhalb Rußlands anscheinend zugunsten der ersten entschieden, aber nur anscheinend. Die ״Privatwirtschaft“ hat nicht gesiegt, denn die von heute, die überall durch staatliche Eingriffe ״reguliert“ ist, hat keinerlei (!59 ר SU-׳! i' י.1*5 r״t «ן»"" ך J •* WaM».׳-'' I*- - * 1 . 4 t^d 11 ך.1 ך־־"־־׳/ 11.4 iil רד: ן 1י־ Exzesse in vielen Städten Warschau, 24. Mai. (J.T.A.) An mehreren Stellen Warschaus kam cs zu Angriffen von Nation,1־lr,׳uükaUrt aut jüdische Händler. In Wilna haha! mitionalradiknte Exzci atlen die Fcnsfcrschcibai im Anskv-Muscttm, das sich im I laust' der Jüdischen Gemeinde befindet, (ungeschlagen. In Miedzylcsie wurde eine natioualradikalc Geheim- Versammlung misgohoben, in der die Organisierung judtnfeindlicher Ausschreitungen in Warschau besprochen worden war. 15» Teilnehmer an der Versammlung . wurden auf Lastautos ins Warschauer Untersuchungsgefängnis cingcliefcrt. Die Verhaftungen unter den Mitgliedern der nationalrndikalen Partei werden fortgesetzt. Insgesamt wurden bisher 38t) mitglieder der nationalrndikalen Partei verhaftet. Gegen diese wird die straf gerichtliche Untersuchung ein geleitet. Warschau, 27. Mai. (J.T.A.) ln Bia ly st ok, das seit längerer Zeit Schauplatz immer wirilerkehremlcr antisemitischer Exzesse ist. kam es vor einigen Tagen zu einem schweren Uebcrfall aut jüdische Spaziergänger 1m Stadtwäld- VLy dien, wobei ein Jude durch Stocksclil.'ige umj 1v\r, schwer verletzt wurde. Der Verletzte ist nuiunelir 1 .״ gestorben. Das Begräbnis fand unter starker Bcleitj״ ,! jüdischen und nicbtjüiliscbcn Bevölkerung statt. Fine"״ ö?! mmg der jüdischen Bevölkerung erschien heim Wo' *י um von ihm dringend Scliut/maliiiahmen lür die sei! terrorisierte jüdische Bevölkerung zu fordern In Warschau huren die Ucberfalie der Radi•״,! v . nalcii auf Juden nicht auf. In einer Sommerfrische ״!״‘,״״ bei Warschau überfielen Radikal-Nationale, nachdem ilm«'(?1’ Sammlung von der Polizei aufgelöst wurde, iiulische » fliiglcr-öruppen und schlugen auf sie ein, ln verschiedenen Teilen Warschaus kam cs in den ז -, Abendstunden zu Uebcrf,allen auf jüdische Passן,״J״!f׳ Stadtzentrum am Tlicatcrnlatz und in der Zamcuhokm-. 1 ncr am ״Eisernen Tor׳' wurden mehrere Juden mi[s£o und zum 1 eil verletzt. Die Polizei schritt überall rasch5״ und nahm Verhaftungen vor. e: Auch in W i I n a wurden jüdische Passanten üh״,!״ und schwer mißhandelt. Möglichkeit mehr, wirklich ״private“ Wirtschaft zu sein, mangeis der Freizügigkeit von Menschen, Gütern und Kapital ist sic eine ״manipulierte“ geworden. Die autoritären Rcgicrungen von heute haben diesen Kurs, der ״Privatwirtschaft immer mehr die Bewegungsfreiheit zu rauben, verstärkt und steuern alte einer reinen Staatswirtschaft zu. Die Unterschiede zwischen solcher ״privater“ und ״sozialistischer“ Wirtschaft werden immer geringer. Wenn die ״bürgerlichen“ zionistisehen Politiker für ״Privatwirtschaft“ cintreten, so meinen sie nicht die manipulierte, sondern die freizügige, die es nirgends mehr gibt, außer in Palästina, wo die eigenartige politische Lage es nicht ermöglicht, daß die Regierung die Wirtschaft manipuliert. (Es ist noch wenig beachtet worden, daß dies mit ein Grund für die derzeitige Anziehungskraft ist, die Palästina für Kapital und Kapitalisten hat.) Wenn unsere Rechtsparteien konsequent wären, so müßten sie gerade von den herrschenden Rechtsriclitungen, denen sic so vieles ab* gucken, lernen, daß eine gewisse Regulierung der Wirtschaft seitens der Gemeinschaft heute unerläßlich ist, — am meisten bei dem Bau unserer Heimstätte, wo das nationale Interesse der schrankenlosen Freiheit des wirtschaftenden Individuums eine Grenze setzen muß, insbesondere das Interessc, eine maximale Zahl von Juden ln Palästina produktiv _in gesunder Schichtung unterzubringen. Die heutigen Parteien inklusive der Rechten legen den Ton mehr auf den ersten Teil ״maximale Zahl“ und zu wenig auf den letzten ״gesunde Schichtung“. Sie glauben diese erste Forderung sei auf rein politischem Wege durchzusetzen (״freie Einwanderung“) und vergessen, daß die Slcdlungskapazltät eine Funktion gesunder wirtschaftlicher Verhältnisse Ist. Diese können nur durch Ein- Setzung nationaler Mittel gesichert werden, und wenn sich die Revisionisten heute gegen unsere Fonds auflchncn, so sündigen sie gegen ihr eigenes Maximalprogramm. Die Arbeiterschaft Ist hingegen Immer im Vordertreffen des Kampfes für die Fonds gestanden. Sie hat ferner solche konstruktive Arbeit geleistet, die zum große!» Teil (Wohnviertel, Krankenkassen usw.) Arbeit der ganzen Organisation hätte sein sollen. Und wenn man ein objektives Wert- Kriterium beim Urteil über ihre Arbeit und Haltung, die zum Teil von allen Zionisten gebilligt, zum Teil von vielen heftig kritisiert wird, finden will, so kann dies nur jenes sein, das Wcizmann ln seiner Rede in der A. C.-Sitzung angewendet hat. Er sagte: Entscheidend ist die schöpferische Leistung. Wenn die Arbeiterschaft, wie behauptet wird, die hauptsächliche Nutznießerin der nationalen Fonds war, so stimmt das, aber wo waren 1920 die Mittclstandssiedlcr, die man damals mit Scheinwerfern suchte? Heute ist das anders, und der Mittelstand hat vollen Antel! an da» nationalen Besitztümern. Liest man das revisionistische Programm, so findet man darin keine Negierung der nationalen Fonds, sondern nur eine andere Ansicht über ihre Verwendung, lieber Ansichten kann man sich auseinandersetzen, und da einerseits die Revisionisten für die Sicherung der jüdischen Arbeit sind, die Arbeiter andererseits die Notwendigkeit des Zustroms und der Anlage privaten Kapitals längst eingesehen haben, so fragt man sich vergebens, wo die unüberbrückbaren Gegen- Sätze liegen sollen? Es scheint damit tatsächlich so zu sein, wie ein sehr gescheiter Mann in einer unserer Leitungen dem Schreiber dieser Zeilen sagte: ״Qlaubcn Sie nicht an Programimlifferenzen. Ueber Programme könnte und würde man sich einigen. Es handelt sich um eine reine Machtfrage. Heute hat die Linke die Macht — die Rechte will die Macht erobern und wird mit ihrem Kampf nicht eher aulhören, bis ihr dies gelungen ist.“ Eroberung der Macht — das ist aucli die Parole der andern Parteien zwischen rechts und links. Gewiß — man kann hinter das Wort ״Macht“ ein Fragezeichen setzen — denn weiche Macht hat die Exc* kutive einer Organisation von Freiwilligen, besonders, wenn, wie heute, die Gefolgschaft meutert? Ich habe deshalb schon auf dem Kongreß gesagt, es handelt sich um einen ״Machtkampf um die Machtlosigkeit". Aber immerhin: den Kampf zwischen Arbeiterschaft und Revisionisten: Demokratie oder nationale Disziplin, hcrgcstcllt durch freiwilligen blinden Gehorsam — Sozialismus oder Privatwirtschaft — Betonung unserer ethischen Kulturmission oder lierauskehrung unserer Wehrhaftigkeit, gegen die alle Angriffe der Gegner scheitern werden usw. — kann man noch als einen solchen prinzipieller Natur anschcn, aber wie weit z. B. das Verlangen nach Aendcrung der Pro* gram m forme! (Judenstaat) oder der Taktik (stärkere Töne gegen England) nach kräftigerem Bekenntnis zur for* malen Demokratie (Radikale) oder nach Durchsetzung der religiösen Formen partei bildende Kraft haben sollen, wird ein nieiitjüdischer Soziologe wahrscheinlich nie verstehen. Und wenn man etwa dem Misrachi zubilligen sollte, daß seine spezielle Macht ein gruppenbildendes Element sein kann, so muß man sich doch fragen, warum er dann noch andere Programmpunkte hat, die nicht das mindeste mit religiösen Forderungen zu tun haben, z. B. der offizielle Misrachi sozial sehr rechts steht, obzwar die Thora doch soziale Gerechtigkeit als Grundprinzip des Judentums postuliert? Was die ״Allgemeinen“ Zionisten betrifft, so kann man sie als Partei nicht anschcn, aber notgedrungen bilden sic, da sie keiner der bestellenden Parteien angeliör« eine besondere Gruppe, die wiederum in die Richtungen A <׳״• Sympathien nach links) und B (mit Sympathien nach rt£׳ gespalten ist. Sie selbst wollen keine Partei sein und steh״ auf dem Standpunkt, daß der Gruppenegoismus der Sei daritiit, dem Bewußtsein der Gesa mtverant Wort! ich, keit weichen müsse. Aber in bezug auf die Gestaltung(!« Heimstätte sind sie, wie gesagt, nicht einig, und ihnen droh: dasselbe Schicksal wie den anderen Gruppen der Mitte zwischen rechts und links zerrieben zu werden. Dennoch kann nur durch die Durchsetzung der Gnmi Position der Allgemeinen Zionisten die Organisation gerettet werden. Fs muß mit aller Entschiedenheit gegen die Diso I zialion gekämpft und allen Zionisten bewußt gemacht werden, daß sich jeder Zionist für das gesamte Judentum und namwt• | lieh für die Gestaltung der Heimstätte in Palästina voran!• wörtlich fühlen muß, daß er dieser seiner Verantwortung' nicht genügt, wenn er in einer zionistischen Gruppe kämpft kämpft vor allem gegen die anderen zionistischen Gruppen ■ sondern wenn er alles tut, um eine Integration der I Kräfte zu fördern. Das ist nur möglich, wenn die einzelne( Richtungen geneigt sind, das Interesse der Gesamtheit höhet j zu stellen als Ihre man verzeihe den harten Ausdruck Rechthaberei. Von diesem Standpunkt aus ist es die Pflicht | der Gruppen zwischen Arbeiterpartei und Revisionisten, sich zu einem Block zu vereinigen, der nicht etwa ein nur ] negativ bestimmtes Drittes darzustcllen hätte, sondern der I als Kern der Organisation dastünde, ihre Integrität wahrte I und sie gegen alle Extreme und Sonderegoismen verteidigte, | Dadurch würde er das moralische Gewicht bekommen, nicht mir Zentrum zu sein, nicht mir nach seiner ziffernmäßigen I Stärke Einfluß zu gewinnen, sondern nach innen und außa | als Ausdruck des Einheitsbewußtseins des sio< nistischcn Judentums gewertet zu werden. Die ״nationale Disziplin", die von den Revisionisten mit Recht gefordert wird, aber gerade von ihnen unglückseliges ] weise zerbrochen wurde, würde nur auf diesem Wege her• j gestellt werden können. Wenn cs gelänge, diese moralische Macht aufzurichten, eine zlonlslischc Organisation zu schmieden, in der da Wille zur Einheit alle Sonderbcstrcbungcn weitaus Ober• wiegen würde — dann wäre das ihre Wiedergeburt und damit mehr getan für das Schicksal des Judentums und des Jüdischen Palästinas, als wenn diese oder Jene noch » wichtige Forderung einer Sondergruppe sich innerhalb des Zionismus durchsetzen könnte, worauf heute alle Energie« der Parteien verschwendet werden. Das inhaltliche Programm der Allgemeinen 7.i> nisten resp. des neuen Blocks wäre kein anderes als da bisherige: Die Wahrung der nationalen Inter* essen im Aufbau. Dieses Programm haben wir schoa fomulicrt: Schaffung von Bedingungen, unter denen die maximalste Zahl von Juden in Palästina in gesunder ScUch■ tung produktiv angesetzt werden kann. ״Das ist ja unser Programm“ — wird jede der eite zclnen Oruppen sagen. Um so besser, aber warum handelte» sie nicht danach? Wir hören von allen den Jubel über das Wachstum des Jischuw und wieder nur von der Linken die Trauer darüber, daß es sich fast nur um ein Wachstum der Städte handelt. Daß die Landwirtschaft nur i»1 geringem an Umfang zunimmt, daß der KKL in einem Jahre ß® 16 000 Dunam Böden kaufen konnte; wir haben während der AC.-Sitzung nur von Berl Kaznelson gehört, daß die B«״״' frage die grundlegendste ist, aber von keiner Seite ist tu aller Bemühungen Einzelner die Kongreßresolution auf Set»*' fung der längst notwendigen zentralen Bodenges11 * schaft weiter verfolgt worden, wir hörten von zionistische Funktionären in öffentlicher Versammlung, daß der Kcr Hajcssod ״glücklicherweise" nicht mehr nötig ist, wir daß alle Warnungen wegen der wilden Art des Aufbaus optimistischer Oberflächlichkeit als Flatimachcn bezeicnn wurden, u. a. m. . Hier liegen die Probleme der Gestaltung, wieder a" c gibt es im geistigen Bereich: Erziehungsziel f״f Schulen, Erhaltung des Bandes zwischen Galuth und '1 Israel auch im Bewußtsein der dortigen Jugend, Stärkung ‘ assimilierenden Kraft des kleinen Jischuw für die Masse" Zuwanderer, Bewahrung des Hebräischen, Rolle des 0» in der Herausbildung des Kulturideals usw. , Diese Probleme sind ebensowenig wie die p0li11 sc (einschließlich der Araberfrage) nicht solche des di sehen Palästina allein. Sie zu bewältigen bc es einer Zusammenfassung aller jüd» »c he» Kräfte, und die Diaspora hat ein bedeutendes Res«'0^ von solchen. Nur wenn die Führer der zionistischen wegung die Selbstzucht und den Weitblick aufbringen Interesse und lebendige Energie der Zionisten auf die IA grundlegenden Probleme zu richten, dann 1'״r 1U gelingen, die Organisation zu einigen und die Beweg« erneuern. Ich habe schon auf dem Kongreß mcm. K״|St: damit geschlossen, daß ich sagte: die Alternative von heu Einigung oder Zerfall. Ein Besuch des Landes hat die sicht bestätigt. Hoffen wir, daß die robuste Leb die das jüdische Volk in Palästina zeigt, sich auch ■ ansteigenden Willen zur Einheit offenbaren »