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Jüdische Rundschau · 1934-05-25 · Heft 41-42 (25.5.1934) · page 19

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 41-42 (25.5.1934)
Date
1934-05-25
Page
– (sequence 19)
Language
German
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- - *"""•"י־"׳־"" JUGEND - RUNDSCHAU Nr. 41/42. 25. MX! 1934 Sin״ um! M11 nJlufi! •01«י• *ft |pf 41.1 Jow* *יי fl jl,!,, VM8«*׳ IWck i״ Kind d»f O F.T »/*} p | S *B iti'ijig"!!113 i« •«f (ןףי ££ j i« Ul ו nrlpf‘'^13 ml craur 0״.lr״_ 8 i'iaiitscii an111״** -- r• i* iildtcrt lnlfor# Haben wir die Kraft? /, J'tnck Jcsrcel fiticr der ersten Siedler erzählt von seinem Besuch im Emck vor der Ansicdlimg: Auf miscrem Weg trafen wir einen alten Mann, der im Orte wolmtc. ״Alter, was sind das für Ruinen?“ ״fine verstörte Siedlung.“ ״Was für eine Siedlung war 111er?“ ״('ine deutsche." ״Und wo sind die Menschen jetzt?“ ״Tot.“ ,’(äinnerst du dielt noch an die Siedlung?“ ״ja, cs war noch in meiner Jugend.“ ״Und seitdem siedelten hier keine Menschen mehr?" ״Uocli. Nachher entstand hier ein arabisches Dort.“ ״Und wo ist *Ins Dorf?“ ״Auch das ist verstört,“ ״Und wo sind die Menschen geblieben?“ ״Sie sind gestorben, alle.“ Er wandte sieh, um vtt gehen. ״Weshalb ist es itnmöglicb, an diesem Orte zu leben?“ ״Ein böser Geist und böses Wasser sind hier. Wer von dem Wasser trinkt, fiebert und stirbt nach drei Stunden," Tot, alle sind tot. Zwei Siedlungen ausgestorben. Und die dritte? Unsere Siedlung. Woher wird sie die große Kraft nehmen, ein besseres Schicksal als ihre Vorgängerinnen zu lial'cn? Wir bestiegen einen hohen Hügel. Der Hügel lag am Fuße der Berge von Nazareth, die mit Gesträuch bedeckt waren. Als wir oben angekommen waren, traten wir aut alle, von Regen ausgewaschene Steine, die mit Moos hedockt waren. Die Steine waren vn Reihen geordnet. Erst wuIHcii wir nicht, was diese Steine bedeuteten, aber plötzlich fühlten wir, wir standen auf Gräbern — ein großer Friedhot, Hunderte von großen und kleinen Gräbern. Wir verstummten. Der Tod umgab 1ms. Von unten drohten die Sümpfe, schwarz, gefährlich, Unheil verkündend. Der Jüngste unter uns sagte leise wie zu sich selbst: ״Wir wollen das Leben.“ ״Hier werden wir uns nicdcrlasscn", entschied ein zweiter Chawer, Per dritte entwarf einen Plan für die Entwässerung. Als wir den Hügel hinahstiegen, wußten wir: Hier wird die Siedlung gebaut. Brach a Chawath. II. Ungeduld Der Mann, mit dem wir ins Gespräch gekommen waren, war, wie er uns erzählte*, seit Jahren Zionist; Dentist von Beruf. Jetzt wartete er auf das Geld für eine Rüekreisckarte. Fr will ״nnph Hause“, nach Oesterreich. Er wird seine alte Stellung wieder annehimm, man hat ihn nur ungern gehen lassen. Es wird schon gehen. Ohne. daß wir ihn fragen, erzählt er uns Einzelheiten. Er war im Juli auf Zertifikat ins Land gekommen, hatte in Chcderali in verschiedenen Pardessim gearbeitet. Der Tageslohn war, wie üblich, 20 Gruselt. Nur schwer gewöhnte er sich au die Arbeit, aber es ging. 1'ines Tages spricht er mit einem Kollegen. Der Kollege erzählt ihm, er ginge naeh Jerusalem, er solle doch mitkommen, er würde ihm (olsirhcr eine Stelle besorgen können. Als gerade eine Saison-Arbeitslosigkeit ciuset/t, die* Periode zwischen der Beendigung der Sommerarhcit in den Pardfssim Kinl ,!er Ernte, fährt er nach Jerusalem. Der Kollege erhalt seine Stelle sofort, die Stelle für den anderen ist aber bereifs vergeben, er solle sieh doch mal wo anders bemühen, beim Hau oder sonstwo. Er besinnt sich, einmal Dentist gewesen zu sein, läuft von einem Zahnarzt zum anderen. Ein einziger hat gerade zwei Tage laug zufällig Arbeit für ihn. Lohn für zwei Tage Vollarheit zusammen•. 20 Piaster. Seitdem hat er gar nichts mehr. Er macht Schulden über Schulden, im Hotel, heim Friseur usw. Man kann doch schließlich in der Stadt nicht so schäbig leben, nicht wahr? -- Jetzt endlich hat er cs Mt‘. Er ist zwar Zionist, aber, irgendwo ist eben die Grenze.?״ Hanse, in Wien, da wird er einmal die Wahrheit über Palästina erzählen! - —׳ Nach etwa fünf Wochen ging ich zufällig durch die Straßen von Chcderah, als nur, angetan mit blauem ReißvcrschlußkUtel und kurzer Hose, der Evdcntist und Hauarbeiter in sne (gier über die Straße zurufl: ״Du, ich arbeite wieder im I'ardess. Ich liab's mir überlegt. Schließlich ist man doch Chain/! Hab ich recht?“ — Kurt Wachsncr, Tet-Awiw. III. Prospvriiv und Chaluziuih Die Doppelerseheimuig des wirtschaftlichen Zusammenäriidis der Juden in der Welt und der ״Prosperity“ in EriV hrael hat beide Eordeningeu, in die sieh die Ansprüche an einen Chain/ ziisamiiietifassen ließen, in ihrem Wesen bc-;׳iiitliillt: Umschichtung und Eroberung der Arbei l. Der Arzt, der Student, der Kaufmann miissrn, wollen ue in Erez Israel existieren, sofort oder nach einiger Zeit ז״י körperliehen Arbeit übergehen. Die Umschichtung hat den Wert verloren, den sie in der Zeit, als es auch׳ sonst C״ 1״Weiterkommen“ gab, besessen hatte. Viele Eltern wollen 2111 liebsten mit ihrem Sohn, der zur Alijali kommt, mit auswandern. Kein geistiger Kampf, sondern zermürbende matenellc I Inffmingsiosipkeit ist die nem* Grundlage der Umseliichfuiig — eine Kraft, die stärker ist als die, die früher J״r UiiKeliifhljing führte, weil sie ohne lange Beweislüh* rtl״ß den Kin/Vliicn zwingt, ihr zu gehorchen. ... ,Eroberung der Ar!י eit im alten Sinne ist in Pa- Iplin.i nicht mehr aktuell. Die ״Prosperity“ hat die Zeit hepalKii, in der man zu lächerlichen Löhnen Stralli'iiarbciten ״cr Regierung übernahm, in der die großen Arhciter״rnppcn Cl|k*lamlcn. aus der Unmöglichkeit heraus, daß ein Einzelner?!' den winzigen Löhnen arbeitete, mit denen er sieh ab- ״״den mußte, wollte er mit Arabern konkurrieren. I Per jüdische Diirchschniitsarhciter in Palästina, schon der wiii'cleriite, erhält einen Tngcslohn von mindestens 20 Piaster, , "• einen Monatslolin von 5 Pfund, und damit kann man | 'pr Kolonie sehr gut auskommen. Arbeitslosigkeit tritt : ״w in kleinen Saisonlücken ein, im allgemeinen herrscht in ן «er Kolonie ein fühlbarer Arbeitcrmangel. Körperlich ist die j ׳pwü zwar schwer, aber mich in dieser Hinsicht kann! zu Vcrgleic!1cn mit der Arbeit in einer früheren Zeit. ן Die Prosperity, die den Kibhusch Awodah, die Frohe- UIIR der Arbeit, begrub, hat ihn in einer ganz neuen Form c er Forderung niiferstehcn lassen. Zwar: wer heute 1 ״ ’ן* Oolah über die Notwendigkeit spricht, daß die Juden ” 1 ,!'1'0‘hiktiven Berufe eindringen, spricht Gemeinplätze; .'״•״Und doch — im Lande geht ein Prozeß vor sich, w äußerst gefährlich ist. Die Arbeiter verlassen die Berufe die ,,rnro<h1ktion. Teils ist es die Stadt, die im Arbeiter ן." alle Cialiithkrankhcit wieder wachruft: Städter zu sein. jiis gcbm in der Kolonie selbst Arbeiter von der Land* 1׳‘Schaft zum Bau und anderen Gewerben über. ז־׳־״חי f ן $ ך״׳־ י־—׳) ** ווו «)»■׳- , ז• “"«ן ןjr ""*ך f ' -יי*( ***** KD®* «. < t H««g> g »-״! \ 1 , j K*.* ״W ׳>&%■ ' km )י! :»*!# ',»*♦י fc.il fr* r*«w $>«* -״״** ן*®,״ ו' ,י׳-.: ־.ן 4#£י& mm§ I. Wie fremd ist uns die Welt jener jungen Studenten geworden, die vor 35 Jahren in Deutschland die Anfänge der zionistischen Bewegung schufen. Wir können tius kaum mehr jenes saturierte bürgerliche Zeitalter vorteilen und ahnen nicht, welche inneren Kräfte damals dazu gehörten, um sich ge׳;en den Geist einer Zeit ntif/iilrhnen, dessen Glaube an Fortschritt und menschliche Weiterentwicklung zutiefst verbunden war, mit Her Ideologie einer von Volk, Natur und Arbeit, kurz, allen vitalen Kräften entfremdeten Schicht. Wir spüren in dem leidenschaftlichen Bekenntnis dieser jungen Generation z.um jüdischen Volk, zu seiner Geschichte und Zukunft in Erez Israel, ein Almen davon, welche Leere und Entfernung von wirklichen Lobenswerten in dem üblichen Weg dieser jüdischen Generation lag. Und doch scheint cs uns, wenn wir die Diskussionen dieser Menschen in ihren Zeitschritten verfolgen, wenn wir uns die Literatur dieser Gene* ratioa vergegenwärtigen, wenn wir den Lebensweg dieser Jugend weiter verfolgen, als ob diese Bewegung letztlich mir zu liier,arischen Ergebnissen geführt bat, als ob der Traum von der Umgestaltung des jüdischen Volkes, von einem Volks- und mdtirn,׳dien Menschen ihnen nicht die Kräfte cltigab, gegen den Strom eines bürgerlichen Zeitalters zu schwimmen. So blieben sie, was sic waren: in Beruf und Zeitgeist eingeschlossene Großstadljuden, unfähig, das mit ganzer Kraft zu verwirklichen, was sic als eigentliche Aufgabe spurten. Das zionistische Erlebnis gewann für das eigene Leben keine gestaltende Kraft. Die l.cnensniifgabe bleibt tler bürgerliche Beruf. Nur wenige blichen dem Erlebnis ihrer Shulcnteniahre treu. Sie hauen die Zionistische Organisation und ihre Institutioneu auf. Doch bleibt ihnen die tiefere Wirkung auf die oigenc Generation versagt. Sic können die Genossen ihrer Jiigeiidj.ihre nicht zu dem Einsatz erziehen, den sic selbst verwirklichen. H. Näher fühlen wir 1111s jener r 11 s s i s c 11 * j 0 d i s c h c n 11 ge 11 d, die seit den Jahren 1003/06 bis zum Weltkrieg den ׳,eg nach Erez Israel zu einem Lehen tler Arbeit fand, den Menschen der zweiten Alijali. Auch sie kommen aus einem bürgerliche״ Milieu, waren Studenten und assimilierte Juden, in _ tienen Hie russische Kultur schon tief eingewurzelt war. Wir irren uns deshalb, wenn wir glauben, daß tler Kampf (fieser Generation ein leichter gewesen wäre, bis sie zum Zionismus kam. Auch ihr Weg zum jüdischen Volk war eine Rückkehr, die noch dadurch erschwert wurde, daß damals die russische Freiheitsbewegung, die das Bürgertum und die Arbeiterschaft verband, auf diese Generation eine starke Wir* kung ausühni konnte. Diese Menschen hatten die Kraft, sich geistig mit ihrer Zeit aiiscinamlemisdzen, aber nicht nur in der Diskussion aiifztigchcn, sondern den eigenen Standort auch 1'n der Wirklichkeit zu schaffen. Deshalb scheint uns der Weg der Menschen der zweiten Alijali, die den Weg aus der Assiotilntlon über das Bekenntnis zum Zionismus, zu seiner Verwiiklirlnm״•, zur körperlichen Arbeit voller Gefahren in Erez Israel fand, als die erst wirklich zionistische Entscheidung einer Jugend. Diese Generation diskutierte nicht weniger klug und gebildet als ihre Altersgenossen in Deutschland. Aber naeh allen Reden kam es zur Tat, die sich nicht nur in der Alijali und in dem individuellen Uebergaug zur Arbeit er* schöpfte, Sondern die auch im Lande stets Bewegung blich, immer aufs neue bereit, den täglichen Aufgaben neue Antwarten eiligegenzusetzen. HL Die jüdische Jugend von 11 c 111 e Ist abseits von Literatur, Diskussionen und Vorträgen zionistisch geworden. Das unmittelbare Erlebnis dieser |ahre hat sie in unsere Bewcgtmg geführt. Und wenn es früher eine Hauptaufgabe 710ni discher. Arbeit in Deutschland war, das Bestehen der jüdlsehen Frage einer Generation, die nichts davon wissen wollte, überhaupt erst begreif lieh zu machen, so sind uns heute derartige Beuudiun gen abgeiiommen worden. Es wird nicht schwer, die Folgerichtigkeit der zionistischen Gedankenwelt einer Jugend nälier/ubi mgen, die die jüdische Frage als ihre eigene Schicksals, frage bmits erkannt Int. Und so verschiebt sich die erzieherische Aufgabe. Nicht die ideologische Ero!x> rung, sondern die erzieherische Vorbereitung zur Verwirklich» 11 g des Zionismus wird zur entscheidernlcii Forderung zionistischer Jugendarbeit. Gewiß muß die zionistische Erkenntnis dauernd verlieb werden. Man wird sich niemals mit einem primitiven, gefühlsmäßigen Zionismus begnügen und stets bemüht sei״, die ganze weite zionhtischer Ideologie die,er Jugend luher/ubringen. Alrer man muß wissen, daß die zinn-ti n iic Bi'ilungsarhcit heute andere Funk* turnen erfüllt als früher, daß unsere Menschen sich ihres Zionismus in eine m ganz;!:!deren Sinne sicher sind, als frühere ׳,udsch-imbsvln* Generation .*n, denen der dauernde Kamp! um uns ״ob“ (ins Z.ioni umis leben .notwendig war. Die Erziehung zur Verwirklichung des ZioiiiMinis ist heute die zentral« Aufgabe zionisli• eher Jugendarbeit. Unsere Jugendarbeit muß deshalb endgültig lieraiistretcn nus den überlebten Formen eitler^Vcreinsarhcit oder Parteimäßiger Organisierung und zu der Gesamterfassung des Mcn-chrn übergehen in den Formen, die die* biimtisclie Erziehung geschaffen hat. Mit Skepsis sind deshalb alle Versuche* zu betrachten, die die zionistische 1:0• Ziehung der Jugend weiterhin in die Bahnen eines Ortsgruppenocler Jugendgrutapcnhetriehes leiten wollen. Diese Erziehung wird in einer Zeit, wo das Ideologische nicht mehr problemalisch ist, niemals zu den eigentlichen Er/iehungsnufgaben vorstoßen können. IV. Die Lage der jüdischen lugend verpflichtet zionistische Jugenderziehung dazu, dem Einzelnen eine konkrete persönliehe Antwort zu zeigen — C 11 a I u z 1111 h. Jede zionistische Jugenderziehung, die dieser konkreten Antwort nusweicht und Clinluzlutli nicht in den Mittelpunkt ihres erzieherischen Wirkens stellt, lenkt unsere liigmid von ihrer eigentlichen zionistisehen Aufgabe nb und hat deshalb eine den Zionismti» hemmende Wirkung. Sie gibt den jungen Menschen sogar die gefährliche Illusion, einen zionistischen Weg zu gehen, ob- Wold sic in Wirklichkeit nur organisierte Mitläufer der Bewegung sind mul nicht ihr Träger. Gab es für frühere Gene- Tationen noch andere Möglichkeiten zionistischer Bewährum?, so ist diese Zeit heute endgültig vorbei. Es genügt deshalb nicht die Form hündischer Erziehung, wenn sie nicht getragen wira von dem Inhalt eines c 11 a 111 z 1 s c 11 e n Zionismus, V. Indem unsere zionistische Jugenderziehung die mensch« liehe Gcsamtcr/icluing übernehmen muß, weit sie mir so ihrer zionistischen Funktion — Erziehung zur zionistischen Verwirkliehung — dienen kann, beginnt sie bereits das zu verwirkliehen, was den eddedeii Vertretern zionistischer Anschauung von jelter als die eigentliche Aufgabe erschien — die Hannoitisierung irucs Dualismus zwischen Jitdeseiu und Menschsein, die Ueberwimh'ii'f eines Zustandes, wo die jiüEschc Er- Ziehung und das ji!׳r!‘<he leben mir ein Teilabschnitt in dein öesamtb'bcn und d r Gcsamtcr/ieluuig war. Die Uebmvindüng des Gegensatzes 7"׳UtIk־i1 Theorie und Praxis, die Ueherwindiing einer einseitigen formal-politischen Erziehung durch eine umfassende Erziehung zur zionistischen Verwirkliehung symbolisit'it dir* Entwicklung zur Normalisierung unseres Volksleben«. Nur diese elialu/Pciie Konzeption 7־ioliistisclier Jugenderziehung wird auch die Kraft haben, die revisionistischen Anschauungen zu überwinden, die sieh in dem Schatten einer lediglich formalen zionistischen Konzeption entwickeln konnten, Josef II or o v i t Auf der ganzen Linie aber: Flucht n 11» den 11״ rproduktiven“ Berufen. Mit der Alijaiulrossclting dureli die Regierung wird sieh die Lage immer mehr /!!spitzen. Wird keine genügend große Aliiah ins!.and kommen, so wird die Konkurrenz unter den Arbeitern sich noch mehr verkleinern, es wird noch leichter sein, hei hüehstbcznhltcn Arheilen lmterziikommen. Immer mehr Araber werden in die mühsam eroberten Arbeitsplätze eindringen. Hier entstehen neue chaluzische Aufgaben, wert, daß sic die eb,aluzische Jugend mit in ihre Erziehung hinciiuiimmf, ja, daß sie sie zum Zentrum ihrer Erziehung marlit. Von diesen Idealen in ihrer alten Form sind die neue Ghalu/itiilt und der neue Kibhusch Awodah weit verschieden: sie sind vielleicht noch schwerer, weil sie viel nüchterner sind. Keiner wird mehr ein Lied von dein singen, der in der Kolonie blieb und in der l.nmlWirtschaft arbeitet, In einer Zeit, in der er beinahe das IEoppelte heim Ban in der Stadt verdienen konnte. Keine Zeitung wird begeistert von dem berichten, der eine mittclsehwere Chniissecnrbeit der schweren Arbeit beim Brunnenbau vorzog, nur, um dem jüdischen Arbeiter diesen Arbeitsplatz zu erhalten. Und doch ist dies die Forderung tler Stunde, t. r. Ta£unö des Kibbuz Arzi Der Kibbuz Arzi, 1027 durch den freiwilligen Zusammen- Schluß einiger ans der Jugendbewegung des ״I lascliomer llazair“ liervorgegangenen Kibbuzim g 'sclinffen, wurde mit der Zeit zu einem entscheidenden Faktor in der Kibbu/hcweguug Palästinas mul nimmt heute mit mehr als 2000 Mitgliedern einen wichtigen Platz im Lehen der indischen Arbeiterschaft ein. Aufgebaiit auf dem föderativen Prinzin, sieht er in der Wahrung der vollen kulturellen und gesellschaftlichen Mito- 1mmic jeder seiner Gruppen und ihrer damit verbundenen L.ißaiyernutwnrtliclikrit in der Wirtschaftsführung die Grund- Inge für die Schaffung einer Innerlich starken Bewegung. Angeslcliis der schwierigen Aufgaben, vor die die’ gesamte Kibbuzbewegung gestellt ist, war sich der Kibbuz, Arzt von jeher der Notwendigkeit einer systematischen Erziehung für das Kihhuzicbcn bewußt. Er sicht daher in der btindischcn Jugend das Hauptreservoir — wenn auch nicht die einzige Quelle — fiir das Wachstum des Kibbuz. Vor ei11i1״i1 Wochen tagte in Rischon-Lczion der Rat des K i b h 11 7, Arzi, der durch 70 Delegierte der ver* scliiedoncii Gruppen beschickt wurde. Bei der Eröffnuugssit/uug waren über 300 Gäste anwesend. Die Tagung bcliandcltc drei Fragenkomplexe: 1. Fragen der inneren Entwicklung des Kibbuz Arzi (Ein- Ordnung der neuen Alijali, Ergänzung älterer Oruppen, Bildung von neuen Gruppen), 2. Die Stellung des Haschomer Hnzair innerhalb der zionistischcn Bewegung und der Bevölkerung Palästina«. 3. Die Tragen des Haschomer llazair in der Golah und de« Hnsohomcr I la/air-Jugeiulhuudcs in Pa'ästinn. Die Tagung wurde durch einen TäligkciUbericht über die Periode von Mai 1033 bis März 103t eingeleitet. Obwohl von der Aliiahpolitik der englischen Rcriicrimg schwer getroHen, Wurde der Kibbuz Arzi in dieser T.iägkeitsperiode um 0חל Mitglieder erweitert. L< entstanden neue Gruppen des Haschomer llazair in Knrkiir, Ness-Zionah, C.hedera, Natanin. Einige ältere Gruppen wurden vergrößert. Heute z.ähtt der Kibbuz Ärzl über 2000 Menschen in fast 30 Gruppen. Der Kibbuz Arzi hat auf (lein Gebiet der Ansü'dhtiig Erfolge nufzmvciseii, Kibbuz Gimcl (Rumänien) beginnt ictzt s״it!e z\11 DcHtiug im Wadi Uhawarilh. Kibbuz Eiti-hnmifrnz läßt sich in einer Arbeiter- Vorstadt nieder. Der litauische Kibbuz Petaeh-Tikwnh wird auf KKI ,-Hoden im llcisaiigchiel zur Ansiedlung kommen. Kibbuz Ein-hakoreh ans Risch011-I e/ion wird im Rahmen der Arlosoroff-Aktinn ,iiigcsiedelt werden. Kibbuz Ein-hascliaron (bisher Magdicl) 11 at günstige Aussichten auf baldige An- Siedlung. Mit Hilfe von 2500 Arbeitstagen der Grupnen wurde das erste Haus der zentralen Schule des Hn sc Immer llazair in Misclunar Haenick aufgehaut. in der nächsten Zeit fängt man mit dem Bali lies zweiten I lau es an. — Diese Fr/Iehmipsgemeinscliaft aller Kinder aus den Gruppen des Kibbuz und einer Anzahl auswärtiger Jugendlicher, die auch zirka 20 Kinder der deutschen Alijali aiifualun, hat der Z.ionistlsehen Exekutive ilm* Bereitschaft erkbirt, im kommenden Jahre eine grüßen Gruppe Jugendlicher auf/miehmcn. Nach der Diskussion über diesen Bericht referierte G h n s n n über aktuelle K i h h 11 z ין r o b I c m e. I 'ie praktischen Beselilüsse, die auf die•,ein Gebiet gefaßt wurden, fußten auf der l'rkemitiiis, daß es die niDriieidcndc Aufgabe der Kiblitrzbewceimi; sei, die niensckii ■lien Werte innerhalb des Kibbuz zu stärken. Der Kibbuz Ar/i baut seine Gruppen gesellschaftlich und zahlenmäßig (I00--120 Mitglieder! so auf, daß die Lösung dieser Aufgabe möglichst gesichert wird. Uchcr die politischen Probleme referierte J. 17 i f - tfn. Die rege Diskussion, an der sieh die meisten Delegierten beteiligten, konzentrierte sich auf folgende Fragen: Die Sittiation innerhalb der zionistischen Bewegung und die Frage der Erweiterung der Zionistischen Exekutive, der Kampf gegen den Revisionismus, die ökonomisehcii. sozialen lind kulturellen Auseinandersetzungen innerhalb des liselunv und die Verhältnisse zwischen den verschiedenen Arbcitcrverbändcn, M. J ,1 a r t und J. C 11 c r 11111 i referierten über die Pro- Meine der Bewegung in der Golah und des Haschomer llazair- Jiigendbundes in Palästina. Die Beratungen, die in der Riehiung der Verstärkung der Erziehungsarbeit in den Ländern der Golah und innerhalb der palästinensischen lügend verliefen waren von der Erkenntnis getragen, daß angesichts der verschicdencn Gefahren — in erster Lime des Revisionismus — die die Seele der jüdischen Jugend bedrohen, die zionistische und menschliche Konzeption des Haschomer Hazair ein Unter- Pfand zur Erhaltung der jüdischen Jugend für den chaluzischen Zionismus darstcllt.

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