Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 41-42 (25.5.1934)
- Date
- 1934-05-25
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU *״. 1־ h , י 4 0i! , 10 i •“ץ p I 1 ^י״ ץ"־- k %-• .-4 Sa*.-4 * ׳,W ^«״ ר־" Blutige Zusammenstöße mit der Polizei Jerusalem, 18. Mal. (J. T. A.) In Ihrer am 18. Mal «hßeliallcnen Schlußsitzung hat die Ainefnt H a n I w ■ charlm *um Zeichen des Protestes gegen die Drosselung der jüdischen Einwanderung und die Behinderung des Schutzes jüdischer Arbeit In jüdischen Untcrnchmungen die Proklamierung eines halbtii gißen General- Streiks des gesamten Jlschuw am Mittwoch, 23. Mal, beschlossen. Gegen die Proklamicrung des Streiks hatten sielt der Bürgermeister von Tel-Awiw, Meir Dlzcng o I f, und der Führer des Verbandes der jüdischen Landwirte. Mosche S rn i I a n s k y, ausgesprochen. Die Jüdischen Gemeinden von Jerusalem, Tel-Awiw und Haifa, der Waad Lcumi und eine Reihe von Wirischnftsverblinden haben di ו Mobilisierung des gesamten Jlschuw 7.11 dem Generalstreik proklamiert, ln Jerusalem und Tel-Awiw wurden Plakate angeschlagen, In denen die jüdische Bevölkerung aufgelordcrt wird, gegen die von der Regierung elngehalleno Politik der Einwanderungsbeschränkung einig zusaimnenzustehen. Der Proteststreik ist am Mittwoch, dem 23. Mal, ln allen jüdischen Siedlungen Palästinas lückenlos durchgcführt worden. Jede Art jüdischer Tätigkeit industrieller und geschäftlicher Art, im Verkehrswesen und in den Schulen wurde In der Mittagsstunde eingestellt. Die Agudath Israel, die dem Streikbeschluß ferngestanden hatte, erließ in letzter Minute an ihre Anhänger einen Aufruf, der allgemeinen Streikbeweßunß nicht entgegenzufreten. Gleichzeitig wiederholt die Aßudah-Lcltung, daß der Streik ihrer Meinung nach nicht ein geeignetes Mittel des Protestes darsteile. — Während des Generalstreiks, der bis 7 Uhr abends dauerte, lagen die von jüdischen Autobus-Unternehmungen betriebenen Linien zwischen Jerusalem, Tel-Awiw und Haifa still. Alle jüdischen Gaststätten blieben geschlossen. Punkt 12 Uhr mittags verließen sämtliche jüdischen Arbeiter, Beamten und Angestellten die Büros und Werkstätten, ein großer Teil von ihnen begab sich unmittelbar aus den Betrieben ln die Protcstversammlungen, die in den Städten und jüdischen Kolonien nbßehalten wurden. Auch die Levante-Messe in Tci-Awiw blieb in der Zeit zwisciien 12 Uhr mittags und 7 Uhr abends geschlossen. Der Waad Leumi hat eine Erklärung veröffentlicht, in der darüber Klage geführt: wird, daß die fortgesetzte Einschränkung der Einwanderung, die dauernd geübte Hinauszögerurig der Erledigung von Gesuchen um Einwandcnmgserlaulmis für Verwandte in Palästina ansässiger Personen lind die Begrenzung der Zahl von Arheiterciinvandenings- Zertifikaten in der letzten Arbciter-Schcdule das jüdische Wirtschaftsleben im Lande in seinen Grundlagen erschüttert, daß eine fortschreitende Verdrängung jüdischer Arbeit als Folge der Einschränkung jüdischer Einwanderung ciugctrctcn ist, iimi daß die Emwnnderiingspolitlk der Regierung die Gefahr einer Krise für das Land Iieraufbeschwört. Hie Erklärung, die sich auch gegen die neue Palästina-Anleihe und gegen die Verordnung wendet, durch die das Postenstehen zum Schutz jüdischer Arbeit verboten wird, schließt mit dem Appell an die Bevölkerung, die Veranstaltung von Umzügen und Straßcnkundgebungen zu vermelden. Sfrafjenl.'umpfc In Tel -Awlw Nach den uns unmittelbar vor Drucklegung des Blattes zußchcmlcn ITA.-Berlchtcn kam es während des Streiks in 1 el-Awlw zu ernsten Zusammenstößen mit der Polizei. Nach einem zweistündigen Kampf mit der Polizei, wobei Barrikaden errichtet wurden, sind 45 Personen verwundet worden, davon drei schwer. Der Vorgang spielte sich folgendermaßen ab! Ais die Besucher einer Proteslversammhing durch die Hauptstraßen zogen, hielt die Polizei die Demonstranten In der Biallkstraße auf und versuchte, die Menge unter Anwendung des Gummiknüppeis zu zerstreuen. Die Demonstranten antworteten mit einem Steinhagel. Schließlich wurde die Menge durch eine Feuerwehrabteilung unter Anwendung der Wasserspritze zerstreut. Bürgermeister Dlz.cngoff gelang es dann, die aufgeregte Menge zu beruhigen. Unter den Verwundeten bcfinden sich auch sechs Polizisten, unter Ihnen Inspektor Goffcr, der schwer verwundet wurde, ferner 25 Mitglieder der Histadruth und 10 Revisionisten. Um 7 Uhr abends war die Ruhe wieder hcrgestellt. In Jerusalem und Haifa ist nach den vorliegenden Nachrichten der Streik ruhig verlaufen. In Jerusalem versuchte um etwa 7 Uhr abends eine zirka tatisendköpfige Menge, die von einer großen Protestversarnmlung In der Lümmel-Schule zuriiekkam, eine Straßenkiindgebung zu veranstaltcn, wurde aber von der Polizei zerstreut. Es kam zu einigen kleineren Zusammenstößen, im Viertel Mcar Schearim weigerten sich einige Agudistcn, die Läden zu schließen, wurden Jedoch von der Menge gezwimgen, cs zu tun. Bei der Auflösung der Ansammlungen machte die Polizei vom Gummiknüppel Gebrauch, Ein jüdischer Jugendlicher, Schalom Drclgh, wurde ernst verwimdet. Ein anderer Jugendlicher wurde Im Viertel Machne Jeluida verhaftet, weil er Steine gegen die Polizei geschleudert hatte, Eine Delegation unter Führung vont Ben Zwl, der 11. a. auch Dr. Mossinsohn und Rabbi UsicI atigehörten, sprach heim High Commlssioner vor, um gegen die Einwanderungs-Einschränkung Protest zu erheben. (Weitere Berichte über die ״Assefath Nlwcharlm“ siehe S. 8.) das gewiß ein schwerer Irrtum, unter dein aber das Judentum noch weit mehr gelitten hat als das Deutschtum. Denn diese Generationen von Juden und ihre Nachfahren haben in ihrer Hingabe an das Deutschtum , ihr Judentum vergessen. Juden aber können auf die Dauer nicht ohne tragische Konsequenzen leben, wenn sie ihr Judesein vergessen. Juden müssen wissen, daß sie Juden sind; freilich je nach Geschichte und Erziehung Juden besonderer ktiltureller Mischung. Aber auch als Juden haben sic ein Lebensrecht, und darum glauben wir, daß in der Praxis auch die neue deutsche Staatsordnung einen Platz für die Juden finden muß. Wir geben uns keiner Täuschung darüber hin, daß ein großer, stets wachsender Teil unserer deutschen Mitbiirger Anschauungen von Juden und Judentum hat, die wir nicht als richtig anerkennen können. Es erfüllt uns mit Sorgen, daß Menschen, neben denen wir in engster Nachbarschaft leben, das wahre Judentum nicht kennen, nicht ohne Mitschuld der Juden, die das große starke und stolze Judentum nicht mehr zu leben vermochten und daher mittatcn, wenn man Jüdisches verächtlich ansah. Wir sehen, daß ein großer Teil des deutschen Volkes, wahrscheinlich auch ein großer Teil der Jugend, das für ״jüdisch“ hält, was ihm die Zeitschrift ״Der Stürmer“ als jüdisch darstellt. Das Wort ״Mord-Juden“ ist eine geläufige Bezeichnung geworden, die uns von allen Zeitungskiosken cntgegcnlciichtet, so z. B. auf der Titelseite der Zeitschrift ״Fridcricus“, die unter dieser Ueberschrift einen langen Artikel veröffentlicht, der hauptsächlich von der Annahme deutscher Namen durch Juden handelt und den fürchterlichen Titel nur im Zusammenhang mit einer in der Einleitung enthaltenen Anspielung auf das Ritualmord-Märchcn verständlich werden läßt. ״Mord-Juden“, ״jüdisches Mördcrvolk“ — das lesen auch unsere jüdischen Kinder! Wie ungeheuer groß unsere Verantwortung, ihnen das wahre Judentum zu zeigen, und welch schwere Aufgabe, ihnen diese Phänomene, über die sie uns befragen, zu erklären! Die ״Ritualmord-Nummcr“ des ״Stürmer“ wurde nunmehr beschlagnahmt. Zum Verständnis der gegebenen Begründung hilft eine Erklärung der evangelischen Ge- Samtgeistlichkeit Nürnbergs, die das ״Berliner Tageblatt“ mit folgendem Wortlaut veröffentlicht: ״Die evangelische Gcsamtgcistliehkcit Nürnbergs sicht sich gedrungen, in folgender Sache vor der Gemeinde Bekcnntiiis abzuiegen: 111 der Sondernummer 1 vom Mai 1034 der Wochenzeitung 17״er Stürmer״ wird das heilige Abend- mahl mit jüdischen Ritualmorden in Verbindung gebracht. Vor Gott und unseren Gemeinden erheben wir hiermit öffentlieh Klage und Anklage gegen diesen ungeheuerlichen Antriff auf das Altarsakramcnt der Kirche. Denn hier wird er Herr Christus, ja Gott selber gelästert.“ Diese Erklärung der Nürnberger Geistlichkeit befremdet uns aus dem Grunde, weil hier von einer ״Verbindung des heiligen Abendmahls mit jüdischen Ritualmorden“ die Rede ist, woraus man schließen könnte, daß die Richtigkeit jüdischer Rituahnordc vorausgesetzt wird. Daß die Geistlichen die Gelegenheit nicht wahrnahmen, um auch gegen den sonstigen Inhalt der ״Ritualmord-Nummer“, der andere hohe kirchliche Würdenträger zur Abwehr veranlaßt hat, ein Wort zu sagen, zeigt uns die Interesselosigkeit, mit der auch geistliche Männer jüdischmenschliche Angelegenheiten betrachten. Wir können und mögen darüber nicht jammern; wir haben' als Juden unsere Ehre hoclizuhalten und unbeirrt als Juden zu leben. So können wir aufrechte Menschen sein! In dem oben bereits erwähnten Aufsatz ״Und immer wieder die Judenfrage“ von Wilhelm Kube, der sich sehr scharf gegen die Juden wendet, und unser Schuldkonto u. a. auch mit den Toten des Weltkrieges belastet, heißt es zum Schluß: ״Wenn heute über den Kavallcratiscinatidcrsetzungen mit monarchistischen Kreisen das Judentum und sein Anhang sich vergessen glaubt, so können wir cs darüber freundlich aufklären: Vergessen seid Ihr Brüder von uns bestimmt nicht. Wir beobachten jeden Eurer Schritte. Wir lesen Eure Zeitungen, Zeitschriften und Briefe. Wir kennen Eure Be- Ziehungen im In- und Auslände. Wir passen auf! Mit uns spielt Ihr nicht 0. November 1918. Eher spielen wir mit Euch Babylon öder Zerstörung Jerusalems. Und die Welt wird immer hellhöriger. Mehr als Euch frechem Ocsäimeiß lieb ist! Seid und wart Ihr international verbunden, um die nordischen Völker dieser Männererde zu betrügen und gcgeneinandcrzulirtzen, so sind wir bereit, Euch intcrnational an die Kette zu legen, wie ea der Hyäne und den stinkenden Coyoten gebührtI“ Diese Worte sind direkt an uns Juden gerichtet. Wir können darauf nichts entgegnen. Aber wenn wir im eigenen Kreise, als Juden zu Juden, sprechen, und wir tun dies stets in aller Oeffcntlichkcit, so müssen wir, deren Gewissen rein ist und die wir uns moralisch gewiß nicht für besser, aber auch nicht für schlechter halten, als den Durchschnitt der anderen Menschen, daraus erkennen, in welchem grausig verzerrten Bild sich das Judentum heute vielen darbictct. Gewiß, viele unserer Mitbürger können sich tagtäglich im Leben überzeugen, daß wir kein ״Mördervolk“ sind. Aber die Tatsache der gegen uns gerichteten Anwürfe müssen wir uns vor Augen halten. Sic dar{ uns nicht entmutigen, sondern eher anspornen, wenn wir daran gehen, aus den Trümmern, die die Generationen vor uns uns!unterlassen haben, ein neues Leben aufzubauen. Indem wir als arbeitende Menschen unsere wirtschaftliche Existenz und den uns wichtigen Reichtum des kulturellen Lebens zu erhalten suchen, müssen wir gleichzeitig der über alles gesteigerten Pflichten des Judeseins bewußt sein. Das Judentum fordert von uns viel, aber cs gibt uns auch viel. Es gibt auch dem Leiden Sinn, es führt uns menschlich zusammen, wir tragen unser Schicksal und wollen einander helfen, wir fühlen uns als die Erben einer großen Ucberlicferung schöpferischer geistiger Energien. Wenn uns heute wieder Sorgen erfüllen, wir können als Juden den Glauben an die Menschheit nicht verlieren, und wir sind vor allem dessen eingedenk, daß es uns obliegt, uns selbst und unseren Kindern Innere Festigkeit und eine bessere Zukunft zu erringen. Nr• 41/42, 25. V, 1934 Ein KÄmpfcr gegen die Ritualmord . Beichuldy Von unserem Korrespondenten *״nf Mai 1«r!1 '.a n r v k 40u -,׳ h• 1• Prag, 21 Heule wurde Professor Thomas (iarri;׳ue M der überwältigenden Majorität der Prager hing zum dritten Male zum Präsidenten der leiten Republik gewählt. Unter den Wählern Mannt11׳' den *ich — ״eben sämtlichen deutschen Ahgcordiict־!!>״ ״• die beiden jmliscli-nationnfen Mitglieder des AW 7 ־v hatises, l)r. Animi״ Goldstern und |)r. Julius R,־i■״ Prof. Masaryk nimmt im tschechoslowakische״ st,-, dessen Gründer er nt bc/cielmen ist, eine außer״־׳* *’ Stellung ein und wird allgemein verehrt. Uns a1) (׳j interessiert die Figur Masaryks insbesondere wc״,״ Haltung zum J 11 d c n t u in, die bei verschieden^ L, zum Ausdruck kam. Masaryk war einer der prom!״״״ Kampfer gegen die Ritual m o r <1 f ü ׳ e t eine bedeutende Rolfe wahrend der sonen,am,teil ‘ H i! Affäre“ (1899), als die Rilunliuordhetze in IS!" זי' rtntj iitmcn s|dt Ma!V großen Umfang angenommen hatte. Damals stellt ryk furchtlos diesem Treiben entgegen. Er tat dies mcllt , ״Jiidcnfmmdsehaft“, sondern aus einem lief witmlml״, f finden für Gerechtigkeit und Humanität, aus dein heiUsfanatism us, der ihr, auch bei der Entlarv!/ ',״ ״Koniginhofcr-I iandschrift“ geleitet hatte, eines von eigenen Volk als nationales Heiligtum verehrten Ibkum׳»־' dessen Fälschung er nachwies, ungeachtet der Entrüstu״״"^ nationalistischen Kreise. Als Kämpfer für die «״׳, heit trat er auch gegen die Behauptung eines jüdischen 5׳' tualmordes ,11 die Sei,ranken. ״•' Masaryk schilderte jene Zeit in einem im Jahre Wr, ׳ New York gehaltenen Vorträge: ״Als Leopold IliNerV, Anschuldigung des Mordes verhaftet und .™geklagt wor-i» war, kümmerte ich mich um diese Angelegenheit noch s״׳ wenig. In den Zeitungen habe ich darüber auch nur wenig gelesen. Einige Monate später — ich befand mich U einer Ferienreise — erhielt ich von einem meiner gcwcsc״־ Schüler, einem Journalisten, die Mitteilung, daß Hik•!'״ wegen des Ihm unterschobenen Ritualmordcs verurteilt »■* den sei. Er bat mich gleichzeitig um meine Stcllungnahm■ Ich erwiderte ihm kurz und klar, daß das, was er E;• niitgctcilt hatte, einfach nicht möglich sei und das (leriU in diesem Falle ein Fehlurteil getan habe. Der Journalist vr:• öffcntlichte den Brief mit meiner Erlaubnis in der ״Na:- Freien Presse“. Sofort wurde ich von antisemitischer Sei mit Vorwürfen überschüttet, wie ich mich überhaupt ״nt•־, fangen könne, in diese Affäre ein/iigreifen. Ich entschloß mid nun, den Kampf gegen das verbrecherische und liigenha!׳; Märchen vom Ritualmord in aller Oeffcntlichkcit 7t, I«. ren. Ich besorgte mir das stenogranhische Protokoll!!es Hilsncr-Prozcsscs und fand darin die stärksten Anhalts■ punkte für meinen Kampf. Nach einem gründlichen Studita der Akten mußte ich zu dem Schlüsse kommen, daß noch nie■ mais und nirgendwo die Lüge des Ritiialmordnuirchcns ,5 offensichtlich und klar erwiesen worden war, wie in diese! Prozesse. Das zweite Verfahren 110h auch zur Gänze die Et• gebnisse des ersten auf.“ Masaryk erwähnt hier allerdings nicht die Leiden, die e für seine mannhafte Gesinnung ausstchcn mußte. Von aßen Seiten regnete cs Angriffe auf ihn. Studenten störten seine Vorlesungen, die ihm feindlich gesinnte Presse erhob gcL ihn die unerhörte Anschuldigung, daß er von den Juden he• stochen worden wäre. Die Situation gestaltete sich so t» günstig für Masaryk, daß er sich bereits mit dem Gedanke: ־ trug, sein Vaterland zu verlassen. Heute wird es wohl wenig •Tschechen geben, die nicht Masarvk dafür dankbar warn daß er in jenen schon weit zurückliegenden Tagen die Ehre der tschechischen Nation gerettet habe. Es ist selbstverständlich, daß ein Mann wie Masaryk, d« sich für die verschiedenen Strömungen im jiulcutunie kblis interessierte, auch nicht achtlos am Zionismus Vorbeigehen konnte. Schon im Jahre 100n nahm er in dem Bttclte E. Kr» bergers ״Zionisten und Christen“ zum Zionismus eine 0» tive Haltung ein: ״Mir ist der Zionismus durchaus sympi• thisch. Besonders tief berührt mich der Umstand, daß de überall unterdrückte Jude sich nicht für seine Nationalität schämt, ich begreife den Zionismus hauptsächlich von de sittlichen Reite aus: der denkende, fortschrittliche Jude w״ sich durch ihn der Mängel seines Charakters und «eins Weltanschauung bewußt. Ich sehe im Zionismus einen Tropia vom Ode der Propheten.“ Masaryk hat nach dem Kriege Palästina besucht«: das zionistische Aufbauwerk an Ort lind Stelle kennrngeltm* Vor vier Jahren haben die tschechoslowakischen Juden *w 80. Geburtstage Masaryks einen Wald in Palästina in der Sied■ lung Sarid im Emek Jesrecl gepflanzt, der bereits eine ׳יי sehnliche Höhe erreicht hat. Die politische Nenordnnng In Bulgarien Sofia, 23. Mai. (J. T. A.) Wie der Präsident .des sehen Konsistoriums Bulgariens, Dr. Chain! F a r c 11 i, J1nd ״ Vorsitzende der bulgarisch-palästinensischen Ii.andeiskamin ■! Dr. Saul Mczan, der Jüdischen Telegraphen-Agentur יוזז len, hat die neue bulgarische Regierung den jüdischen i»c ״ erklärt, daß sie die Garantie für die Sichern der bulgarischen Juden und die Aufrechterhaw ihrer vollen bürgerlichen und politischen Rechte hberne -,•״ Nach Durchführung der politischen Neuordnung herrsen ganz Bulgarien vollkommene Ruhe. Ein weillicher Verlrelcr des Judenliims in der ״Wiener Blirflcrscliall“ (J.T.A.) ־ *« » ־׳־ ־' "l'l die St׳•״ \Vie5׳ Der Bürgermeister von soeben die 64 Mitglieder der .. Watbc* Vcrtrrj? Wien, 16. Mai. Dr. Schin Itz, hat Bürgerschaft, die nach der neuen Verfassung an des Ocmcinderats treten, ernannt. Neben Vertretern der lisciicn und der protestantischen Kirche wurde als der Wiener Judculieit der Rechtsauwalt und cheina k dischnationale Gcmcüulcrat der Stadt Wien, Dr. a, (:ג lieh, in die Bürgerschaft berufen. Neben ihm ף* zweiter Jude Mitglied der Bürgerschaft, nämlich Präsident Langer, aber nicht als Vertreter d׳ sondern als Repräsentant eines der Wirtschaftskrc. ju1W Kupfervorkommen in Palästina? Wie der ״Eildienst für Außenhandel und ^״'Jan״ri\)!• scliait", Berlin, vom 22. Mai meldet, sollen Jm״up|fr־ nachrichten Amerikaner südlich des Toten Meeres , 1 j|!t: Vorkommen entdeckt haben, die mit deא)ןז' ״; Testament vielfach erwähnten, bisher aber i״r jn lv erachteten reichen Kupferminen des Königs s*uo s0!u sammenhang gebracht werden. Die neuen Entdew׳ u f g:> dafür zeugen, daß das Vorkommen tatsäenucn ){f :!:! f ' «uchungcn “der geologischen Schichtungen *"’ל ,J״i'eit *9י Ergebnis die Entscheidung über die Abbauwürdig* hängen wird. I