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Jüdische Rundschau · 1934-05-18 · Heft 40 (18.5.1934) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 40 (18.5.1934)
Date
1934-05-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Der Kulturbund im Sommer Von Dr. Kurt Singer Der Kulturbund deutscher Juden stellt uns einen Aufsatz ~seines Vorsitzenden Dr. Kurt Singer zur Wrfügung, der Ende des Monats in den Mitteilungsblättern des Kulturbundes erscheinen soll. Wir entnehmen die• sein Aufsatz nachstehende Ankündigungen über die nächsten Pläne des Kulturbundes. (lled.) Der Sommer sielst vor skr Tür. 200 Menschen warten auf die Verlängerung ihrer Vorfrage. Das Vertrauen auf die Gefolgschaft unserer Mitglieder allein ist es, das es uns ermöglicht, allen so/i,׳den Verpflichtungen in Xusnnimculinng *mit den geistig kulturellen Anforderungen, die wir an unser llans und seine Veranstaltungen stellen, mich ganz naclizukommen. Wir arbeiten nicht für eine Saison, sondern für die Däner unserer gemeinschaftlichen Interessen und Bedürfnisse. Wir wollen neben dem Dank einer Anerkeninmg für die Idee des Kulturbundes und seiner latenten Werte von allen, die mit uns gingen, nun noch den Dank der Zukunfts-Bereitschaft. Keiner, der den kleinen Betrag von 2,50 KM. noch für geislige oder kulturelle Dinge locker machen kann, darf uns heute, wo die Not an die Türen der jüdischen Künstler besonders hart anklopft, im Stieb lassen. I's ist ethische Pflicht jedes Juden, hier sein Sclierfleiii bei/1111 agen, damit wir unseren Willen zu jtidischer Verbundenheit auch im künstlerischen Werk weiter manifestieren können. Gewi 15: nicht jeder Wunsch wurde bisher erfüllt. Nicht alles, was wir säen wollten, wurde Frucht in dieser kurzen Zeit der Frute. Nicht alles auch ist erfüllbar an Wünschen, die eine öffentliche und private Meinung uns zuträgt. Aber keine Anregung fällt unter den Tisch, es gibt keine Winke, die wir nicht prüfen und beachten. Das nächste Jahr wird uns in noch gebesserter, reiferer, festerer Form finden. Der Aufstieg soll sich langsam und zielsicher vollenden. Die S o 111 m c r ־ M o 11 a t c tragen uns Aufgaben zu, die abseits der gewöhnlichen Arbeit liegen. Der Sommer darf den im Winter ,׳!!)gearbeiteten und angespannten Menschen keine geistige Anstrengung mehr aiiferlegcn. Fs schien uns Pflicht, hier einmal dein Uiderhnllimgsbcdürfnis der Mitglieder entgegeiuukommcn. Dali auch dieses Niveau haben wird - - dafür bürgt der Name einer Künstlerin vom Rang, _ der Rosa Valetti. In den Monaten Juli und August wird sie uns als attraktiver Gast liehen dem Fnsemble unserer bewährten Schauspieler zur Verfügung stehen. Der Juni soll neben dem Finakter ״Fiu Fleiralsantrag“, dargcstellt von der jüngsten Garde des Ensembles, die entzückende Spieloper. ״L a serva padrona“ von Pergolose und das Ballett ״Die Sc hi elfbilde“ von Jaap Koni bringen. In den Konzerten soll der Chor des Kulturbundes jüdische, italienische, deutsche Volkslieder ernsten und heiteren Inhalts singen, sollen Instrumental- und Gcs.uigssolisteii zu Gruppen vereint Abwechslung in unser Repertoire bringen. Und im September wird als programmatischer Auftakt für die kommende Saison eine der inhaltsschwersten Dichtungen der Neuzeit, Stefan Zweigs ״Jeremias״ auf unserer Bühne den Beweis für den theatralischen sowie den iuncr-jüdischcn Aufstieg unserer künstlerischen Arbeit erbringen. Kurze Zeit darauf soll diese Linie fortgesetzt werden mit den ״T ro c r i n n e n“ des Euripides in der Nach-Dichtung des jüdischen Meisters Werfei; die Verhandlungen über die Aufführung von ״Ja&cobs Traum“ von Beer-I lofmann stellen vor dem Abschluß. Nachdem die Erlaubnis der Regierung da ist, wird der letzte zustimmende Bescheid des Dichters nicht mehr ausbicibcn können. Werke von Shakespeare, Tolstoi, Goethe u. a. sollen im Winter das Repertoire verdichten und vergrößern. Aus Kurorten SwincmQndc. Wie die Badcvcrwaltung des Sec* und Solbades Swiiieiniinde mitfeilt, ist ihr jeder Gast genehm; auch jüdische Gäsfe brauchen daher keine Bedenken zum Besuch des Bades zu haben. Betty Franlceiuicln zu ihrem 30 Jährigen Dlemtjuhl* I.’ium, zugleich Erinnerungen an die Frühzelt der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Von Max Wöllstein er Als David Wolffsohn, der verstorbene Präsident der /ionistischcn Organisation, einmal eine Einladung zu einem Bankett erhielt, antwortete er: ״Noch haben wir keine Zeit für Feste feiern, noch sind wir zu weit von unserem Ziele entfernt; wir müssen arbeiten, nichts als arbeiten.“ Heute, wo wir iinserm Endziele ein erhebliches Stück näliergekoinmen sind, konnten wir schon Feste feiern; heule wieder haben wir andere Sorgen. Trotz alledem ist es uns Pflicht und zugleich Freude, des Jubiläums unserer Freundin Betty F r n 11 k e n s t e i 11 zu gedenken, das sie am 1. Juni dieses Fahre« nach 30jii!1riger Tätigkeit bei der Z. V. f. D. begehen Kami. Die Person Betty Frankenstcins ist so sehr mit der Geschichte und dem Aufstieg der Z. V. f. D. verbunden, daß ihr Jubiläum Anlaß gibt, aus der Frühzeit der deutschen Organisation zu er/ahlcti, Iin Jahre 1807, kurz vor dem ersten Kongreß, schlossen sich die deutschen Zionisten unter Führung von David Wolffsolin und Dr. Bodeiiheimcr in Köhl zur ״National-jüdischen Vereinigung für Deutschland“ zusammen. Der Sitz war in Köln, die Zahl der Milglieder sehr gering. Der erste Delegiertentag fand am 11. Juli 1897 in Bingen statt. Auf einer weiteren Tagung in Frankfurt a. M. wurde der Name der Partei in ״Zionistische Vereinigung" geändert. Ein Presseorgan stand der Vereinigung nicht zur Verfügung. Bereits zum zweiten Kongreß konnten die Zionisten mehrere Delegierte entsenden. Dann kam eine Zeit des Stillstandes, der Aufeindüngen seitens liberaler und orthodoxer Kreise, so daß man mir schrittweise vorwärts kommen konnte. Am 30. April 1901 trat in Berlin der fünfte Delegiertentag zusammen. Sein wichfigster Beschluß war der Abschluß eines Vertrages mit der 1״sraelitischcii Rundschau", die von da ah das Organ der Z. V.f, I). in Deutschland wurde. Die Zeitung wurde ein Jahr später von der Partei angekauft, nachdem man in Prof. Dr. Heinrich Löwe den richtigen Redakteur gefunden hatte, der den Titel des Blattes in ״Jüdische Rundschau“ abändcitc. Der sechste Kongreß im Jahre 1903 sah bereits 70 deutsche Delegierte in seiner Mitte. Der Hamburger Dclegicrfentag im Jahre 1901 hatte den Beschluß gefaßt, in Berlin ein Zcntrai'biiro zu errichten, dessen Leitung Dr. Hantke, Dr. Lcszynslci und Dr. Simonsohn unterstellt wurde. Hinzu kam als Vierter der Leiter der deutschen NationalfoiHlssamimlstclIe, die leb kurz vorher übernommen hatte. Das war auch der Zeitpunkt, an welchem Betty Frankenstein ihre Tätigkeit begann. Mit besonderer Genugtuung konstatiere icli noch heute die Tatsache, daß ich es gewesen bin, der unsere Betty für das Berliner Büro aus der großen Anzahl von Bewerberinnen nusgewähit hatte, und zwar mit einem Anfangsgchalt von 50 Mark monatlich. Lange Jahre war sic trotz, des sich stetig vermehrenden Arbeitsgebietes die einzige Bürokraft und ihr ist cs zu einem wesentlichen Teile zu danken, daß die Organisation der Z.V. f. D. ittncrlirh sich von Jahr zu Jahr krältigen und nach mißen hin eine so weit verzweigte Ausdehnung erfahren konnte. Heute gibt es etwa 200 Ortsgruppen in Deutschland. Mit diesen hat Betty Frankcnstcin außer einem ausgedehntem Schriftwechsel in fast allen Fällen persönliche Beziehungen, sie kennt die meisten Ortsgruppenlcitcr, ist mit der Lage in jeder ein- *einen Ortsgruppe vertraut und immer bemüht, deren Sorgen nach Möglichkeit nbzustcllcn. Sie hat seither alle Delegiertentage bis auf die kleinsten Einzelheiten vorbereitet und ihr Verdienst ist es, wenn diese, was Organisation anbelangt, alle tadellos funktionierten. Die ehrenamtlichen Leiter der Z. V. t. D. haben in den drei Jahrzehnten natürlich oft gewechselt. Betty Frankenstein ist der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht bis auf den heutigen Tag geblieben. Ihre Funktionen in den großen und weit verzweigten Bi'iras sind schwer mit einem Worte zu beschreiben. Abgesehen von der Leitung dieser Büros leistet sic auch heute nach den größten Teil der für die Organisation notwendigen Arbeit. Sic beherrscht den Etat der Z. V. f. D. wie kein Nr. 40, 18. V, 1934 den anderer. Mit größter Umsicht und Erfahrung leitet «■ Verlag ״Jüdische Rundschau“, die mit ihrer Hilfe vn״"• kleinen Parteiblatt zu ihrer heutigen maßgeblichen Bcd«'?'"1 für das deutsche Judentum geworden ist. lcu'ung von ihren menschlichen f Soll ich noch ein Wort schäften sagen, soll ich von ihrer Treue und ihren Freunden gegenüber, von ihrer steten erzählen? Das wäre nicht nach ihrem Sinne, nur noch, ihr weitere ungezählte crfüllung zum Segen des jüdischen Anh.ii!11 Es Jahre treuer Volkes . ,,11W11. Ulf , 11'Blichkeit hlfsherciisch.u erübrigt g licht. י™ Wunschtn, Palästina - Ausstellung in Breslau Vor fruit Dr. Michael Traub Die Palästina-Ausstellung hat auch ln Breslau «• außeronlenllichen grölten propagandistischen Erfols? 1",!,״w Mehr als 1000 Besucher wurden gezählt, davon 10ü lunf״, liehe; mehr als 25 ״> der jüdischen Bevölkerung BreVh haben die Ausstellung besucht. Kreise, die unseren ä schaiiiingcn bisher fernslniiden, konnten sich von der Wuü* und der Größe des Palästina-Werkes überzeugen. Wl״ Im Rahmen der Ausstellung und in ihren Räumen am 12 M״i Dr Michael T r a u b über ״Vor geschieh Tore׳! ״“ Er schilderte die berufliche und geograpluS Veränderung, die die Jmlcnlieit der ganzen Welt seit einiem Jahrzehnten durch/umachcn hat, gab rin anschauliches Iih von der sozialen Situation der Juden in den einzelnen Li«! dem und wies schließlich auf die einzigartige BedcuW Palästinas hin. Nächste Abfahrten nach Palästina (mitgetcilt vom Palestine & Orient Lloyd, Berlin NW 7 Fricdrichstr. 100, Tel. A6 Merkur 2915). 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Die Voraussetzung der Verteilung dieser Zertifikate ist der Nachweis, daß der Betreffende nicht älter ab 35 Jahre und seit langen Jahren in einem dieser Berufe tätig ist. Bewerbungen für diese Zertifikate werden bis Ende Mai entgegengenommen. Die Bewerber müssen darauf eingerichtet sein, im Laufe des Juni ihre Ucbcrsicd• lung vorztmehmen. bfdirmn (Dr. phü.) hrnufiurhtijft Kinder a. fl. Lande!, 14 .»4.״ j> Pension Micholet GroQ-Kreutz b. Polmlnm, Fernruf 205 Kinderheim f<33cf1cndor£ b. Berlin Tagen»-, FerJon-, t>a11<*raul enthalt. Für Srhtfli-MlflsReno: Gelegenheit zur Weiterbildung, Vorbereitung für Handwerk, Gartenbau, Landwirtschaft Acrztl. Leit!*.־ Dr. Levy*Jenel. Telefon*. J 2 Oliva 5354, michendofl 301 n Horditöhmen Schulitndt im Eibtal KömCortahlc Einrichtung, rituell« KUche. Unter Leitung eines erstklassig. Pädagogen bietet »ich Gelegenheit, Neuhebrmsch, Englisch, Französisch Klavier, zu erlernen, Schulbeginn 1. September, Anraelde־ terroin bi• 30. 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