Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 39 (15.5.1934)
- Date
- 1934-05-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2653452-2653488--25217-2682341- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU 1 י9ד* g״—qj ^>ןןז^ ז«י־ ygrr■■^ ^*׳****•../«!j r*"l|j _ * f , l|*# »«« SS ך"* 'V™# \J W (#״־: r \ f iÄ^ f Ein Vortrag von Kurt Blumenfcid Von allen verantwortungsbewußten Kreisen der zionistisehen Bewegung wird der Zustand, in dem sich die Zionistische Organisation befindet, als unbefriedigend empfunden. Man fühlt auch immer deutlicher, daß die organisatorischen Unzulänglichkeiten Ausfluß einer geistigen Haltung weiter Kreise der zionistischen Bewegung sind. Es ist daher besonders zu begrüßen, daß die Exekutive, wie wir bereits mel• deten, Kurt Blumenfcid aufgefordert hat, die Leitung der zionistischen Propaganda und Schulung und damit die wich• tigste Arbeit für die geistige und organisatorische Erneuerung der zionistischen Bewegung zu übernehmen. Seine Arbeit in den europäischen Ländern hat Blumenfcid in Deutschland begonnen und im Rahmen der Arbeitstagung, die vor kurzem in Berlin stattfand, seine Anschauungen den aktiven Mitarbeitern der Z. V. f. I). übermittelt. Vor ein größeres Forum trat Bluiucnfeld am letzten Dienstag in Berlin in einem Vor• tragsabend in den Spichcrnsälen. Dieser Vortrag war ein bedeutsamer Beitrag zur Schulung der neu in die zionistische Organisation eingetretenen Kreise. Er wurde mit stärkster An• teilnnlime aufgenommen. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden der Berliner Zionistischen Vereinigung, Reghtsanw;alt Benno Colin, stellte Blumenfeld, vorn Publikum lebhaft begrüßt, einleitend die Frage, w׳as die zionistische Bewegung für die Verwirklichung des Baseler Programmes bedeute. Die Stärke der Bewegung liege in ilircr Fälligkeit zur Erziehung der ihr angchörcnden Menschen. Nationale Erziehung und na• tionalc Politik steilen stets eine Einheit dar. Die Volksgemein• Schaft ist mächtig, wenn ihre Mitglieder einem bestimmten nunsehlichcn Ideal uaehzustreben versuchen. Daher hängt jede Politik mit den geistigen Bewegungen zusam• men, die im Volke!•*bendig sind. Die ganze jüdis1. ׳e Gesiebte ist erfüllt von dem Be* mühen um eine solche Formung des Oeistcs. So wurden die Juden in der Wüstenwaiuierung aus einer Horde zu einer geformten Gemeinschaft. Das Judentum gewann die Herrschaft über die Juden und hat diese in einem langen Prozeß erworbene Herrschaft bis zum Beginn der Emaiizi• pationszeit bewahrt. Mit ihr allerdings begann dann die Aufiösung. In allen früheren Perioden der jüdischen Geschichte fragte man bei Schicksalsschlägcn, die das jüdische Volk trafen, zunächst, welche Schuld das V o 1 k 8 c 1 b s t an ihnen trage, und erst dann nach dem Verhalten der Umwelt. In dieser Fragestellung zeigte sich die Kraft des Judentums, und so konnte das Volk die Zeiten überdauern. Wie eine Gegen• wart auch aussah, an der Zukunft gab es keinen Zweifel, weil man der eigenen Aufgabe vertraute. Diese Zukunfts 11 offnung — so führte Blumenfcid aus — ist verlorcngegangcn. Der emanzipierte Jude bemühte sich so zu werden, daß er sich vor den anderen behaupten konnte, die Rechtfertigung vor dem Judentum w׳urdc unerheblich. Dagegen erhob sieh der Zionismus. Aber auch die wenigen, die ihm in Westeuropa von Anfang an angehörten, verstanden ihn nur zum Teil. Viele Zionisten glaubten, es genüge, eine neue Gesinnung zur Schau zu tragen. Der Zionismus besteht aber nicht in einer Zauber• formel, deren Aussprechen allein schon geeignet ist, die Weit zu ändern. Er ist eine Bewegung, die von dem zionistischen Juden eine sein Wesen um form ende Haltung vor• langt, die ihn vor eine gewaltige Aufgabe stellt, deren Erfüliung ihm schwerste Pflichten aufcrlegt. Auf alle Lebens• fragen muß der zionistische Jude anders reagieren als der Jude, der sich auf die Dauer mit der Entwicklung der nichtjüdischen Welt verbinden will. Den Charakter des zionistischen Juden erklärte Blumen• feld dtireli die Darstellung wichtiger Momente in der zio• nistischen Geschichte. Im Ugandakonflikt wurde der Gegensatz zwischen Juden, die nur Fortsetzung wollten und deshalb an einem mechanischen Souveränitäts• prinzip Genüge fanden, und jenen, die Erneuerung und Wider• gebürt erstrebten und daher unter allen Umständen an Palä• stina festhicltcn, besonders deutlich. Die Antithese: der Eilt• Wicklung folgen oder die Entwicklung gestalten, zieht sieh durch die ganze zionistische Geschichte. Dem Gegensatz Uganda oder Palästina entspricht in einer anderen Phase der Bewegung die Doppciparolc: Galuthbejaliung und GaluthVerneinung, der flache Optimismus, der in! Vertrauen zur Idee des Fortschritts liegt, der darauf hofft, daß die Judcnfrage nebenbei durch allgemeine Weltbcwegungen entscheidend beeinflußt würde, und im Gegensatz dazu das tiefe Vertrauen zu den Urkräften der eigenen Art, die sich auch gegen die Strömungen des allgemeinen Lebens siegreich behaupten könnten. Der glatten Rechnung des politischen Zionismus standen die unberechenbaren von geheimer Siegeshoffnung getragenen Kräfte des prak• tischen Zionismus gegenüber. Während der formale ״politische“ Zionismus sich über die Bedeutung des Charters als Voraussetzung jeder Palästinaarbeit Gedanken machte, ging die zweite Alijah ins Land, um unter schwersten Bcdingungen das Fundament für die zukünftige Heimat des jüdischen Volkes zu legen. Auch damals erschien vielen die nur Gesinnung und festgelegte Formeln verlangende Richtung als ein größerer Zionismus gegenüber dem mit der Verwirklichung beschäftigten, von jedem einzelnen entsagungsvolle anonyme Leistung verlangenden Zweig der Bewegung. Wer Anforderungen an sich und nicht an die Außenwelt stellte, kam leicht in den Ver• dacht der geringeren Radikalität. Im Weltkriege und nach dein Kriege stellte es sich heraus, daß der Beginn der äußeren Verwirklichung nur dadurch möglich wurde, weil cs eine Schar von Pionieren gab, die schon lange gewohnt war, ihre Gesinnung durch ihr Leben zu bewähren. Der Gegensatz, der vor dem Krieg in gebildeteren und menschliebere» Formen ausgetragen wurde, ist heute ein Kampf, der in vulgärer und das Werk zerstörender Form geführt wird. Die lauten Rufer unserer Tage, die sich zwar vergeh* lieh bemühen, mit ihren schreienden Forderungen der nichtjüdischen Weit, auf die sie in Wahrheit ihre ganze Hoffnung setzen, etwas abzugewinnen, erfreuen sich und ihre Anhänger durch immer erneute Herabsetzungen der Leistungen jener wahren Pioniere und aller auf Erneuerung des jüdischen Lebens gerichteten Bestrebungen. Unsere Geschichte lehrt uns wie übrigens auch die Ge• schichte anderer Völker, daß politischer Untergang dann mit Sicherheit zu erwarten ist, wenn demagogische Ges i 1111 u 11 gs poI i t i k e r zur Macht gelangen, und daß ein Volk und insbesondere unser Volk nur daun der Gefahr gewachsen ist, wenn eine mit Augenmaß begabte Verant• wortuiigspolitlk sich durchsetzt. Die Belagerung und der Fall Jerusalems sei eine dauernde Mahnung. Zu allen Zeiten werden die Slkaricf die nationale Katastrophe herbeiführen. Die Träger unserer neuen Welt in Ercz Israel können nur die konstruktiven Kräfte sein. Für die Erziehung dieser Elemente fehlt uns der Segen der Wüsten Wanderung. Es ist ein weiter Weg, der aus dem ״geschickten“ Juden der Galutli, aus dem Vermittler und Unterhändler, der auch als Zionist vor allem das geistige Raffinement schätzt, den wahr• haft mutigen, in sich ruhenden, der Volksgemeinschaft dienencicn Juden macht. Hier und in einem großen Sektor der zionistischen Bewegung genügt allzuoft der Selbstbetrug in jüdischen Dingen. Blumenfcid stellte dann die Methode dar, die mit der Verkündigung scheinbar radikaler Parolen zu* gleich alle diejenigen verdächtigt und des nationalen Verrats bezichtigt, die sich bemüht haben, in langen Jahren ehrlicher Arbeit Echtes hervorzubringen und auch, wo sic irrten, immer von nationalem Idealismus sich führen ließen. Blumcnfeld untersuchte dann, inwieweit die organl• s »torischen Formen der zionistischen Bewegung gceignet sind, den Zionismus zu verwirklichen. Er zeigte iin Zusammenhang mit dem Wandel der Aufgaben die Unwirksamkeit der alten Formen. Die Demokratie der Kongresse werde dadurch illusorisch gemacht, daß' durch Beschlüsse der Mehrheit die Minderheit sich nicht mehr gebunden fühlt, daß also in Wahrheit die einheitliche Organisation mit ihren für alle Mitglieder verbindlichen Satzungen kaum noch be• stellt. Da die Organisation über keine äußeren Machtmittel verfügt und durchaus auf die freiwillige Gefolgschaft ihrer Anhänger angewiesen ist, hängt auch liier alles davon ab, ob uns eine zionistische Erziehung gelingt, bei der moralischer Druck als echter Zwang empfunden wird. Da» Schicksal der zionistischen Organisation hängt von der Kraft der zionistlsehen Idee über die Gemüter ab. Durch das Spiel der Par* teien Ist nichts mehr zu gewinnen. Dabei scheint dein Un* erzogenen die größere Zauberkraft bei der Gruppe zu liegen, die im Wünschenkönnen den anderen Gruppen den Rang abläuft. Das illusionäre und verantwortungslose Wünschen ist aber in der Politik der Todfeind des Vorbringens und des dauernden Erfolges. Die zionistische Organisation kann ihre Stellung nur dadurch erobern und behalten, daß sie Männer und kraftvolle Erwachsene erzieht, deren Größe in ihrem Sein liegt. Sic muß sich mit aller Energie gegen lnfanti-le Elemente wehren, deren höchster Wunsch cs ist, groß zu crsciieinen. Die Erneuerung der zionistischen Organisation kann nur auf dem Wege der autoritären Demokratie erfolgen. Blumcnfeld stellte überzeugend dar, daß Autorität Immer eine Sache der Geführten ist, die eine sclbstgcsdzte Führung zu ertragen vermögen, daß also die Frage der Autorität in erster Linie eine Frage der Volkscrzlchung ist. Alle Vor* schlüge auf eine Acndcrung der Zusammensetzung des Waad Leiinii, auf eine stärkere Beteiligung aller Kreise des Jischuw an den leitenden Instanzen des nationalen Lebens werden erst dann durchgeführt werden können, wenn der Anstoß von einer starken Leitung ausgeht, die vom Vertrauen aller, ver• antwortungsvollcn aufbauenden Kräfte der Bewegung getragen ist. Die erstrebte Befriedung der Bewegung Ist nicht durch Kompromisse mit formalistischen Routiniers' zu erreichen, sondern nur durch völligen Neuaufbau der Orgatd* sation, der Kräfte ans Liciit bringt, die frei von Eitelkeit, von dem Druck lokaler Bindungen imstande sind, sich vor* urteilslos den überaus schweren Fragen des palästinensischen Lebens gegenübcrzusteilcn. Blumcnfeld stellte am Schluß seiner Ausführungen dar, warum er es für möglich hält, daß die ungehobelten Kräfte des allgemeinen Zionismus Im Bunde mit der Arbeiterschaft Palästinas lin gegenwärtigen Augen• blick imstande sind, der zionistischen Organisation aufs neue Kraft, Macht und Glanz zu verleihen. Die Liebe zum Volk kann sich bei uns nur Im Willen zu seiner Formung und Neugestaltung zeigen. Zionistische Schöpfung kann auch heute nur die Ordnung sein, die das Ciiaos ablöst. Es gibt für die Bewältigung dieser Aufgabe keinen anderen Weg als den über die zionistische Organisation: kein Kritiker weiß eine andere positive Lösung. Die zionistische Idee ist in Palästina als Erzieherin nicht weniger erforderlich als im Galuth, und nur durch sie wird das jüdische Volk zu sich zurückfinden, nachdem es in sein Land heimgekehrt ist. Blumenfelds Vortrag, der sowohl am Schluß wie an zahl• reichen markanten Stellen von stürmischem Beifall unter• broeiien wurde, machte sichtlich tiefen Eindruck. Er war nicht nur durch die Fülle der Gedanken und historischen Exkurse wertvoll, sondern auch durch seine Form eine echte pädagogische Leistung, die eine nachhaltige Wirkung hinterlassen wird und einen bedeutungsvollen Auftakt der neuen Arbeit Bluinenfclds im Dienste einer inneren zionistischen Renaissance darstellt, für die die Zeit gekommen ist Gesetz gegen antisemitische Propaganda in Holland Amsterdam, 11. Mai. (J.T.A.) Die zweite Kammer des holländischen Parlaments hat mit großer Stimmenmehr• hat einem vom Justizministcr Dr. van Schalk vorgelegten Gesetzentwurf zugestimmt, der verhetzende Propaganda und Handlungen, die Haß gegen bestimmte Bcvölkerungsteile erzeugen könnten, unter Strafsanktion stellt. In Be• grundtmg seiner Vorlage hatte der Minister auf die Notwendigkcit hiugewiesen. strengere Maßnahmen gegen die Verbreitung antisemitischer Flugschriften und sonstiger antisemitischer Propaganda, wie sie im letzten Jahr in Holland aufgetreten sei, zu treffen. High Commissloner Sir Arthur Wauchopc hat sich in Begleitung des politischen Dezernenten der Palästinacxecutive Mosche Shertok Im Flugzeug nach Chedcra begeben, um die dortigen KoionisationsarBciten zu besichtigen. Nr. 39. 15. V, 19^ illr Erwachsenenbildung Die Pressestelle der Reichsvertretung der deutlichen 1 teilt mit: ■יי*™׳ In dem jüdischen Landschulheim Herrlint'cn h»t 1« fand vom 10. bis 1.1. Mai 1934 eine Konferenz sh , Ulfll der die von der Relelisvertretimg der deutschen!!״ richtete Mittelstelle für jüdische Erwach״״"’ Bildung (Leitung Prof. Buber, Anschrift Frankfurt Fnhrgassc 146) die Grundlage tür eine Arbeit in ״ L ,"י Wirkungskreise geschaffen hat.־ An der Tagung nahm«״! Kreis von führenden Menschen aus allen Teilen des 9,11^ teil. Unter Leitung von Professor Buber wurden in Intcnh Aussprache alle Teilnehmer In den ersten Tagen *unH •die grundlegenden Probleme und Arbeitsmethoden der f* wachscncnbildung erarbeitet; in Arbeitskreisen wurden גיסו eine Reihe von Einzel,•uifgaben praktisch In Angriff ״»״Jf tuen, insbesondere Bildungsarbeit für die Klein- und Klein!!' gemeinden, Schulung der Umschichtenden und jugendlich«' Erwerbstätigen, Zusammenarbeit mit den Jugendbünden i! UbcrbUndischcr Führcrsduilung, Beschaffung von Lchmiit teln und Hilfsmitteln für Lehrende, ln diesen Fragen wurd ״ praktische Schritte vorbereitet, die schon In nächster Zdt zu sichtbaren Ergebnissen!Uhren sollen. Als Ergebnis d« Tagung Ist festzustcllcn, daß der Gedanke der jüdisch(« Erwachsenenbildung von allen Teilnehmern auls stirkii» bejaht wurde. Die lebendige Verbindung und Zusammen arbeit der Mittclstcllc mit allen am jüdischen Aufbau « beitenden Pcrsoncnkrelscn und Institutionen des deutschen Judentums darf als gesichert angesehen werden. (Wir wer! den auf die bedeutsame Tagung noch zurückkommen. » Red. ״J. R.״.) Judenleindliclie Ausschreitungen In Polen Warschau, 9. Mai. (J.T.A.) Die traditionellen Feiert! des Lag B’omer-Fcstcs durch die jüdische Jugend in Polen sind infolge von Uehcrf allen auf die Festzuge in einigen Städten blutig verlaufen. Zahlreiche jüdische junge Leute wurden verletzt. Sehr ernst waren die Ueberfälle in Bialystok, wo die antisemitischen Exzesse seit einiger Zeit sich fast täglich wiederholen. Im Stadtwaldc wurde der Festzug der jüdi. sehen Schuljugend überfallen, wobei mehrere jüdische junge Leute, auch kleine Kinder, verletzt wurden. Spät abends wiederholten sich die Exzesse im Innern der Stadt. In einige® von Juden bewohnten Gassen sammelte sich die Bevölkt• rung zum Widerstand, es gab auf beiden Seiten 20 Ver• wundctc. In anderen Stadtteilen wurde ein jüdisches Mädchen, ferner ein jüdischer junger Mann bis zur Bewußtlosigkeit geschlagen. Besonders schwer waren die Exzesse in der Alten Gasse und in der Artilleriegasse, wo die Juden sich zur Verteidigung sammelten. Frühmorgens wurden die jü* dischen Schächtbenmtcii auf dem Wege zum Schlachthaus überfallen und schwer mißhandelt. Der Rcgierungskom• missar teilte in einer Pressekonferenz mit, es seien ener• gische Maßnahmen gegen die Exzcdcntcn ergriffen worden. In Lodz wurde ein Lag B'omcr-Fcstzug im Loge«!• nlck-Walde überfallen. Zehn Juden wurden mit Messer• *tichen verletzt. Warschau, 10. Mal. (J.T.A.) In Bialystok wiederhol• ten sich die Ueberfälle auf jüdische Passanten, wobei mehrere Juden ernstlich verletzt wurden. Die Bialystokcr Wojwoii• schaft teilt in einem Conimunitpie mit, daß eine geheime Zusammenkunft junger Nationaldemokraten, die Masscnüber• fälle auf Juden arrangieren wollten, ausgehoben sei, wobei 40 Personen verhaftet wurden. Die Leiter jüdischer Organ!• aationen hielten eine Beratung ab und entsandten eine Deiegation zum Wojwoden, der ecrgischcn Abwehrmaßnahmea versprach. Aus Wilna wird gemeldet, daß National-Radikale te den städtischen Oartcnaiilngen unter dem Ruf: ״Schlagt die Juden, rettet Polen!“ über jüdische Passanten herfielen. Warschau, 11. Mai. (J.T.A.) In der Warschauer Vor• stadt Molotow ist cs zu wiederholten Angriffen national* radikaler Exzcdcntcn gegen jüdische Geschäfte gekommen. Die Schaufensterscheiben vieler jüdischer Geschälte wurden zertrümmert, zahlreiche Juden schwer mißhandelt. Die jü• dischcn Einwohner der Vorstadt wagen es nicht, die Straßen zu betreten. Auch in Warschauer Parkanlagen werden jü• dische Passanten durch Nationalradikale belästigt: die tionalradikalcn schlugen an den Parkeingängen Plakate mit der Inschrift ״Juden ist der Eintritt verboten“ an. ln Wilna wurde das erste Urteil gegen Nationalradi• kale. die an den jüngsten Ausschreitungen beteiligt waren, gefällt. 12 Nationalradikale wurden zu 10• bis JOtägig« Gefängnisstrafen ohne Zubilligung einer Bewährungsmrt verurteilt. Die Juden In Afghanistan Nach Meldungen der Tagespresse aus Kabul hat <h־ afghanische Regierung eine Anzahl neuer Bestmt* mungen erlassen, durch die die Bewegungsfreiheit der J . 5* in Afghanistan eingeschränkt wird. Die Juden djuh" u. a. die Stadt Kandahar und die östlichen und ,5'1dlicnra Grenzprovinzeu nicht aufsucheu, noch dürfen sie die Hau|״* stadt Kabul verlassen, ohne vorher eine besondere Erlaubni bei der Polizei eingeholt zu haben. Ucbcr die Oründe 1« diese Maßnahmen ist nichts bekannt. Zell Abd! vers beolji nun ■ Hau sorc! : Hau ' .JV! eine Gef. I Fr»(,! wur tl Ge Shit 1 Ei״?'! Verf. stän j nute, ncn.11 Zab _ wir K 0 hat ' ten, an . nocl j die ״WC! «am tien l Er D gese micl Med ,I meh ■us. eine Med daß . zum 1 kem> büßt,. habij tür , andi ן und Kret, ziil.1 zu 1 Sie | verh; Polä Med ־• schii gebe י Med,. käufl ich weit , Frei ״ konr, dort; nich!' ״Wa! losoi 1 stein gebt tere ickti Ersc t ter, Arfo: den 1 Vorf tötet > ״Da־! treet Glückwunsch der Z.V.f.D. für Tcl״Awiw Die Zionistische Vereinigung für Deutsch* land hat, wie wir hören, an die Stadtverwaltung Tcl-Awiw anläßlich des 25jährigen Jubiläums von Awiw ein hebräisches Glückwunschtelegramm gesandt, <ü in deutscher Ucbersetzung lautet: ״Die Zionisten D•״•'5'״' lands bücken mit Stolz und Bewunderung auf Euch und tu: Stadt. Mit dem gesamten jüdischen Volke empfinden * die Feier, die Ihr jetzt unter dem Jubel des jüdischen Bai stina begehen könnt, als einen Ansporn für weitere Arm im Dienste des Aufbaues. Viele unserer Mitglieder sind Mitbürger geworden. Betrachtet sie als Abgesandte uns« Willens, Träger des neuen jüdischen Lebens zu werden. Reise des High Commissloner nach Gen! und London? Jerusalem, 8. Mai. (J.T.A.) Wie die hiesige Pr«s* meldet, hat sich High Commissioncr Sir Arthur Wauen P entschlossen, nach Genf zu reisen, um persönlich an nächsten Tagung der Ständigen Mandatskommission des , ״ kerbundes teilzunchmen. Die Zeitungen berichten water, sich der High Commissioner bei dieser Gelegenheit aucn! London begeben wird, um dort wegen des Au׳en Emir Abdullahs von Transjordanien im Monat Juni wesend zu sein. I zuge 1 nicht! beid . a b e dige , Med 1 irgci Kose Re«׳! *täm Sam• Med _ו0׳:זי Bure‘• Arlo Brau' Als hat, der der R.-A seid! Ren *Med Hau der Ro*c sage