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Jüdische Rundschau · 1934-05-15 · Heft 39 (15.5.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 39 (15.5.1934)
Date
1934-05-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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S?itc 4 jüdische Rundschau Nr. 39, 15 V.!93,ן Ein weiterer, wie mir scheint, wesentlicher Erfolg ist auf 'dem Gebiete der J11 g c 1111 p fl e g e erreicht. Die uns nahe* stehenden Jtigeiulbümle, insliesondcre Sportorganisationen, die heute, das darf ohne Ueberhclnuig betont werden, die Mehrheit der organisierten jüdischen Jugend irt Deutschland umfassen, ]iahen von der Cieiueinde nicht diejenige Förderung erfahren, die sie glauben, nicht nur numerisch, sondern auch durch das Gewicht ihrer ideologischen Stärke beanspruchen zu dürfen. An mich ist oft genug aus den Kreisen unserer /ionistiseficn Jugend die dringende Bitte herangetragen worden, in diesen Dingen bei der Gemeinde helfend cinziigreifcn. Wir begrüßen es als einen wichtigen Fortschritt, daß das Derer* 11 a t der J 11 g c 11 d p f 1 e ge in Zukunft von dem Gemeinde- Vorsitzenden selbst übernommen werden wird, und daß sein ständiger Vertreter ein zionistischer Gemeindevorsteher sein wird. Bei der Bedeutung aber, die dem Verwaltungsapparat in einem so grollen Betriebe, wie die Jüdische Gemeinde Berlin, zukommt, ist es auch entscheidend, wer der ständige Sachb e a r!1 e i t e r in diesen Dingen sein wird. In Zvikiiuft wird neben den bisherigen Sachbearbeitern ein neuer zionistischer Referent in die Geschäfte des lugcndpflcgcaintcs cintrctcn. Neu ist ferner daneben die Bildung eines J u g c n d b e i rate s, der sieb, der numerischen Stärke der einzelnen Jugendbiindc entsprechend, aus allen Jugendorganisationen zusammeiisctzen wird und in dem die Kraft unserer Bewegung sich nicht nur äußerlich manifestieren, sondern auch auf die Ge- Stallung der gemeindlichen Jugendarbeit auswirken wird. Im Rahmen dieser neuen Regelung ist die absolut paritätische Bchandlmig der zionistischen Jugend- und Sportvereine zugesagt worden. In den Fragen, die jugendliche Gcmeindeinitglieder bctreffen, spielt heute eine hervorragende Rolle die Berufs* b e r a t ti n g und U m s c 11 i c h t u n g. Wir haben diese Fragen zum Gegenstand eingehender Erörterungen gemacht, bei denen sich ergeben hat, daß schon heute die überwiegende Mehrzahl der lJmzuscliichteinlen aus unseren Kreisen stammt und für Palästina vorbereitet wird. Die Mittel sind nur zu einem Teil von der Gemeinde zur Verfügung gestellt, wenn auch nicht verkannt werden soll, daß auch diese, von der Gemeinde bereitgestellten Mittel nicht unerheblich sind, und wahrscheinlich in der nächsten Zeit noch wachsen werden. Wir haben uns überzeugt, daß die Verwendung unseren Intentionen entspricht; übrigens sind die maßgebenden Beamten an den entscheidenden Stellen fachlich geschulte Gcsinnungs* genossen. Gewisse Forderungen, die einer großen Anzahl unserer Freunde im Interesse der Pflege religiös*konser• vntiven Lehens am Herzen lagen, sollen hier nur er• wähnt werden. Wir sind mit den Verhandlungspartnern dar• über einig, daß den konservativen Privatsynago* g c!1 die für die Aufrechtcrhalhmg ihrer Existenz erforderliehen Subventionen gewahrt werden. Wiedergutmachung eines alten Unrechtes ist es, wenn unsere Forderung nach der Wahl eines neuen, also vierten zionistischen Vorstehers erfüllt worden ist. Wir haben nach dem Proporz auf diesen Sitz Anspruch. Wir sind uns durchaus bewußt, daß das nicht eine den Zeilumsländcn und der Kräfteverlagerung in der Gemeinde entsprechende Umwandlung des Gesichtes der Gemcindckörpersciiaften bedeutet. Eine solche aber wäre nur im Wege eines W a 111 k a m n f e s zu erreichen gewesen, gegen den die eingangs erwähnten Gründe sprachen. Man kann, wie einige unserer Freunde, sich auf den Standpunkt stellen, daß nur eine solche grundsätzliche A c n d e t u n g Ziel der Verhandlung sein kann oder doch wenigstens eine Umbildung der Gcmeimlekörpcrschaftcn, die Mchrhcitsbildungcn in unscrein Sinne von Fall zu Fall sichert. Das ist eine Auffassung, der gewiß gute Gründe nicht abzusprechen sind. Man vor* spricht sieh liier Wichtiges vom Vordringen derjenigen Kreise im liberalen Lager, die, um es kurz zu charakterisieren, etwa auf dem Standpunkt der Jevvish Agency stehen. Das wäre gegenüber dem gegenwärtigen Zustand eine Verstärkung unserer Position gewesen. Auf der anderen Seite aber hatten wir keineswegs eine Sicherheit dafür, daß bei Revirc• ments im Vorstand nicht andere Kreise sich hätten durchsetzen können. Es bestand durchaus die Gefahr, daß bei einem Versuch der Umbildung des Gemcindcvorstnndcs auch alte intransigente Gegner der zionistischen Sache aus uns min zu gut bekannten Kreisen — solche Ansprüche waren mit starkem Nachdruck bereits an,gemeldet — an Stelle einiger bisheriger Vorstandsmitglieder in die Oemeindcstubc eingezogen wären. Das aber hätte zweifellos zu einer Vcrscblech* tcruug unserer Position geführt, die nur durch den schnellen Entschluß unserer Freunde, die erreichten sachlichen Fordcrungen zu akzeptieren und die Legislaturperiode zu vcrliingern, nach unserer Ucberzcngung auszuschlicßen war. Ich sagte eingangs, die Lösung trägt einen Kompromiß- Charakter. Derartige Lösungen können nie vollständig bcfricdigen. Es bleibt immer eine Frage des subjektiven Vcrantwortungsgcfühls, ob man meint, abk-hnen zu müssen oder annehmen zu sollen. Die Zionisten der volksparteilichen Fraktion haben geglaubt, nach reiflichster Ucbcrlcgurig und Prüfung iin Interesse der Vermeidung eines Wahlkampfes einerseits, andererseits mit Rücksicht auf die nach ihrer Auffasstmg wirklich wesentlichen Fortschritte auf sachlichem Gebiet, insbesondere für unsere Jugend, so entscheiden zu müssen, wie sie es getan haben. r1־ r־>n ח ״ R f~~^ ח | po ,י׳! ן-אךן י-, י»-, p f— יר־׳י—/ ד - •יי — ׳ i ' ' 'י״ ר־־־׳,ך״' rt r׳ y115■<־׳,•׳ ־ 42 *״!J kw .«J uj V L*. Lj La LJ " t-״ ׳•*• Ll *k, . ״ä ki »> M . '׳''•־־ Die Ritualinord-Nummer des Nürnberger ״Stürmer" bringt unter der Uebcrschrift ״f> a s M e n s c 11 e ת s c hä c h f gesetz" ein scheinbar als Beweis für die Blutbcscluifdigung dienendes Zitat, das der größeren Ucberzciigungskraft willen in hebräischer Schrift nbgedruckt wird. Das Zitat geht zurück aut Dr. Erich Blschoff, und cs *|4ז berichtet, daß ln einem Prozeß wegen Ritualmord-Bcschuldigung Dr, Blschoff als Zeuge vom Gericht zuriickgcwhv wurde. Daß dies mit Recht geschah, erhellt aus dein r.aehstehenden Sachverhalt, den wir wiedergeben, wcil\vjr einer großen Anzahl von des Hebräischen nicht kundigen Personen nach der Bedeutung des vom ״Sturmer“ abgedruckten hebräischen Textes gefragt worden sind. Der So har ist, wie vorausgesdiiekt werden muß, ein überaus schwieriges mystisches Buch des Mittelalters, das seine eigentümlichen Stil hat. Es gibt seine Gedanken in der Form eines Bibclkommentars, wobei dann auch die Einzelheiten der Durchführung von Geboten erörtert werden, Immer mit der einheitlichen Tendenz, die Menschen zu einer innerlichen Frömmigkeit zu erziehen. Das vorliegende Zitat schließt sich an an die Besprechung des Gcsetz.es über das Schlachten der Opfertierc. Wir stellen nebeneinander die vom ״Stürmer“ abgedruckte — offenbar von Dr. Erich Bischoff stammende — Uder• Setzung und die richtige Ucbcrsetzung. Wie ersichtlich, wird in dem Text die Frage erörtert, ob die Schlachtung (voj Tieren) nur von Priestern, oder auch von Laien bzvv. von Frauen ausgeführt werden dürfe. Für das Wort ,,Laien“ (das heißt ״Standesfremdc“) wird häufig dasselbe hebräische Wort verwendet wie für ״Fremde“. Schon die Nebeneinander. Stellung mit Frauen zeigt, daß der von Dr. Bisehoff behauptete Sinn der Stelle völlig unmöglich ist. Das Zitat dem ״Stürmer“ ist völlig unverändert nbgedruckt; in der Quellenangabe soll es offensichtlich heißen , Bcrditschew“ «L« ״Berdiwetsch“. Ucbcrsetzung aus dem ״Stürmer" (Ritualmord - Nummer Mai 1934) ״Ferner gibt cs ein Gebot (II D. Sehr.) des Schlichtens an Fremden, die dem Vieh gleichen. Dieses Schlichten ge- Schicht In gesetzlich gültiger Welse. Denn diejenigen, die sich nicht mit dem Jüdischen Religlonsgesctz beschäftigen, muß man dem gcbcncdcitcn Gott als Opfer darbringen. Es gilt von Ihnen der Psalm 44, 23! ״Deinetwegen sind wir gemordet. Wir sind geschlachtet wie Schafe auf der Schlachtbank." (Thikunnd Sohar, Ausgabe Berdiwetsch 88 b.)“ Die richtige Ucbersetzung lautet: ־•יי• fcrncr das Gebot des Schlichtens zulässig duidi Fremde (andere Variante: durch Frauen), das sind Menschen. Kinder, die den Tieren gleichen. Denn diejenigen, die sich nicht mit der Thora abmühen (befassen), haben cs nötig aui durch sie Gebet-Opfer geübt werden, damit sie sich dem Heiligen, gelobt sei ER, nähern. Und wenn sie sich durch Gebete dem Heiligen, gelobt sei ER, nahem und manche Leiden erdulden, wie cs heißt (Psalm 44): ״Denn wir werden ja um Deinetwillen täglich erwürget, und sind geachtet wie Schlachtschafc", (Bier endet die Ucl>ersct/ung iin ״Stürmer“, jedoch, der auch im ״Stürmer" noch hebräisch geht cs weiter wie folgt:) Im Originaltext abgrdfuckt ist. ״dann wird cs angesehen, wie es heißt (Exodus 20): ״Und du sollst darauf (auf dem Altar) deine Ganzopier und deine Dankopfer opfern usw.". Denn das wird sie vom Tode des Todcscngels erretten, wie es heißt (Psalm 36): ״Menschen und Vieh hilfst du, Gott!־* Die aber, deren Tun dem des Viehes auf dem Felde gleicht, die essen ohne zu beten, deren Tod wird sein wie der des Feldvlches ..." Anmerkungen: 1. Das im Originaltext enthaltene Wort ״ .זדיםFremde“ wird in der Bibel häufig für ״Laien“ gebraucht und kann in diesem Zusammenhang nur ebenso verstanden werden (hier: die für die Schlachtung von Opfertieren nicht Berufenen, der Priesterschaft nicht angehörigen Juden). 2. ן\ךים mit ״an Fremden“ zu übersetzen, ist falsch; cs heißt: ״durch Fremde“, ebenso wie: =״ ־durch Frauen“, 2. ״Dieses Schächten geschieht in gesetzlich gültiger Weise.“ Dieser Satz ist im Original gar nicht enthalten und vermutlich vom Ucbersctzer des ״Stürmer" aus dem Worte ן#ךה (das in ״zulässig“ bereits enthalten ist), abgc* leitet worden. * 3. Völlig falsch ist die Ucbersetzung von 3י ת?ןך'בי mit: ״als Opfer darbringen"; in der hier gebrauchten reflexiven Form kann cs nur ״sich nähern" heißen. 4. ״Q cb c t o p f c r“; — die Gebete werden gewisser• maßen als ״Ersatz“ für die zur Zeit des Tempels dargebrachten Tieropfer angesehen; auch die Tageszeit der Gebete deckt sich mit den Opferzcitcn. 5. Sinnentstellend ist auch die im ״Stürmer“ gebrachte Ucbersetzung des Psalm 4-4, wie aus der eigens von uns gewählten Lut her* Ucbersetzung hervorgeht; (wöbet noch zu bemerken wäre, daß Luther ״ סי1םtäglich“ aa Stelle von ״den ganzen Tag“ übersetzte), * Presse-Stimmen Uebcr die Publikation des ״Stürmer“, die in der übrigen deutschen Presse, soweit wir sehen konnten, keine Kritik hervorrief, schrieb die ״Frankfurter Zeitung": ״Die durch ihren aufs hörlntc zugespitzten Antisemitismus bekannte Nürnberger Wochenschrift ,Der Stürmer' hat anfangs Mai eine Sondernummer ,Kitunlmord-N'ununcr' veröffentlicht, rlic in Text und Kildcm «lies tlhcrbictel, w!1a uns In dieser Beziehung höher zu Gesicht gekommen ist. In einer ,D111 Mordervolk* filx-richricbenen Kinleiiung heilit cs, daß jeder, der die Anklage kenne, die gegen die Juden erholten werde (nämlich die Anklage des Riluulmordes), in den Juden nicht nur ein eigenartiges seltsam animilondes Volk sehe, sondern ,Verbrecher und Mörder und Teufel in Menschengestalt*. Diese ,Ritualmord-Nummer* hat in Deutschland und, wie die Audandsprossc beweis(, leider auch außerhalb der deutschen Grenzen das Aufsehen erregt, (Ins nach ihrem Inhalt und ihrem Zweck zu erwarten war, — Aufsehen und Entrüstung, die sich selbstverständlich keineswegs auf jüdische Kreise bcschränken.“ I>ic Zeitung zitiert sodann aus der ״Jüd. Rundschau“ da» von der Rcichsvertrctung der deutschen Juden an den Reichskanzlcr gesandte Telegramm. Die Zeitschrift ״Die Hausfrau von Berlin“, Edcka* Verlag, bringt ln ihrer Nummer vom 28. April einen Autsatz über Berliner Geschichte, worin die Stellung der Juden in der Mark im Mittelalter behandelt wird. In diesem Zusammenhang wird auch die R i t u a I m o r d * B c s c h u I d i g u n g be* sprachen, die niemals Beweise für sich erbringen konnte und als ״eine Ausgeburt erhitzter Phantasie" bezeichnet wird. Der Aufsatz erwähnt dann die Folterung von Juden, die man durch furchtbare Qualen zu allerlei Geständnissen zwang, und schließt mit den Worten: ״Wenn wir auch zugeben, daß das Volk zum Teil Orund für seinen Haß hatte, da manch einer durch die Wucherzinsen Haus und Hof verloren hatte, und wenn es erwiesen ist, daß Hostienschändungen vorgekommen waren, JO können wir nicht anders, als dieses Geschehnis als das traurigste und dunkelste Kapitel unserer Geschichte autridh* tig zu beklagen." * Nachbemerkung der Redaktion Wir haben Herrn Dr. Klee Gelegenheit gegeben, dem Standpunkt der ״Jüdischen Volkspartei“ darzulcgen. Die ״Zionistische Fraktion“ war jedoch, wie aus dem obciistchcndcn Bericht hervorgeht, im Gegensatz zur Volkspartei der Ucbcrzeugiing, daß aut dem Wege der Vorhandjungen, wenn sic nicht vorzeitig beendet worden wären, auch ohne Wahlkampf ein Resultat hätte erzielt werden können, das eine wirkliche Umbildung der Gemeinde im Sinne eines von neuem Geist erfüllten Judentums bedeutet hätte. Aus diesem Grunde bat die Zionistische Fraktion dem Antrag de•; Vor- Standes nicht zugestimmt und hätte gewünscht, daß auch die; Volkspartci sich zu einer Vertagung der endgültigen Entschei- «düng entschlossen hätte. Keine Einkommensteuer in Palästina? Jerusalem, 8. Mal. (J.T.A.) Der vom British Board ot Inland Revenue der Kommission, die von der Palästina- Regierung zu Erhebungen über die Möglichkeit der Ei n f fi 11 tu n g einer Einkommensteuer eingesetzt worden, war, zugeteilte Berater J. F. Huntington hat die Rückreise nach London angetreten. Wie aus zuverlässiger Quelle mitgctcilt wird, ist Herr Huntington zu der Ucbcrzeugiing gclangt, daß Palästina für die Einführung der Einkommensteuer noch nicht reif ist. Anläßlich der Prüfung des Planes der Palästina-Regierung durch die Rcgicrungskommission und den Delegierten Huntington sind von jüdischer und arabischer Seite Gutachten in dieser Sache eingcholt worden. Vom Breslauer Schöffengericht wurde, laut ״Berliner Illustrierte Nachtausgabe“ vom 8. 5., der 65 Jahre .alte Ge- ■fiügelhändlcr Kurzbach wegen Vergehens gegen das Schüchtverbot zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. ״Ansiandsunierricht für Juden״ ,,Der Angriff“ vom 11. Mal schreibt unter der Uebcr* schrift: ״Was dürfen sich Juden schon wieder erlauben?“ folgendes: ״Es füllt allgemein auf, wfo dreist sich zahllose Juden seit einigen Monaten wieder benehmen. Voriges Jahr war ihnen der Schrecken in die Glieder gefahren, sie zogen sich ln die Stille zurück. Nun, da sic bemerken, daß ihnen weiter nichts geschieht, und daß die Deutschen denn doch ein m Ildes Volk sind, glauben sic wieder durch arrogantes Betragen auüaücn zu dürfen. , Zahllose Juden sind aus dem Auslände zurückgckchrt, zahllose verschallten sich neue Stellungen und neue Be* Ziehungen. Sie treten ganz unverblümt nicht nur Im Geschäfts* leben, sondern auch privat auf, in einer lauten, aufdringlichen Art, wie wir sie von früher her kennen, und die wesentlich dazu beigetragen hat, sie allgemein unbeliebt zu machen. Wir stimmen keinen Pogromgesang an, wir rufen zu keiner Judenverfolgung auf, aber wir wollen zeigen, wie der Jude sich heute schon wieder benimmt und wie er sich zu benehmen hat. Es handelt sich also um einen An- Stands unter rieht für die geschonten und geduldeten Staatsbürger jüdischen Glaubens. Bei uns liegt bereits eine Menge Material über diese Angelegenheit vor. Fortlaufend erhalten wir Zuschriften. Wir fordern nun alle Leser, Parteigenossen, SA- Mlinner und Arbeiter auf, uns jeden Fall von jüdischer Unverschämtheit mitzuteilen, der ■Ich in den letzten Monaten und Wochen ereignet hat, damit wir ihn im ״Angriff“ veröffentlichen. , , ■ ” Keiner rühre die Juden an! Aber jeder gebe acht auf sie, auf der Straße, im Freien, ln den Lokalen, im Beruf, auf Reisen, überall wo er einzeln, besonders aber, wo er in Scharen auftritt. Er ist ja nicht zu verfehlen. Und fehreibt.an den ״Angriff“, was lea lat!" Hierzu bemerkt die ״Frankfurter Zeitung* vom 12. Mai: ״Wir bezweifeln nicht, daß cs nicht wenige Leser des ,Anpdf geben wird, die einer solch«! Aufforderung mit Eifer nachkomm®1 werden, aber wir!!«zweifeln sehr ernsthaft, daß datxü für die friedliche Zusammenarbeit aller am Wiederaufbau Deutschlands beteiligter SU*1*■ bürger etwas Gutes werde herauskommen könnent" Kleine Nachrichten Der preußische Finanzminister erläßt, zugleich im Nam«* des Ocsamtministeriums, einen Runderlaß (1 C 3702/27. 4), wo* nach die reichsrechtlichcn Bestimmungen für verheiratete weibliche Beamte auch für die entsprechenden Bcaffl* tinnen und Lehrerinnen in den Ländern, Gemeinden 01«1ך sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öfter״• liehen Rechts Geltung haben. Beamte im Sinne des Gcs< sind auch die verheirateten weiblichen Beamten und Lcm im einstweiligen Ruhestand. Darin wird u. a. gesaFjä weibliche Beamte, die nach dem 1. Juli 1933 mit einem Man nichtarischer Abstammung die Ehe eingegangen sind py künftig eingelien, nach § la Absatz 3 Satz 2 des beamtengesetzes zu entlassen sind. Eine Abfindung wiro m 1 gewährt, das Gesetz über die Rechtsstellung der wabucn Beamten findet in diesen Fällen keine Anwendung. Nach einem soeben ergangenen Erlaß des preußischen ' Unterrichtsministers sind künftig Bewerber und Bewefß nen n ich t a r is ch e r Abstammung zu den Prutu.״!. für die Aufnahme in Wohlfahrtsschulen, ®0*ce. pädagogischen Seminaren usw. nicht mehr . lassen. Ucber die Behandlung der Meldungen von n> sehen Ausländern entscheidet der Minister.

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