Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 39 (15.5.1934)
- Date
- 1934-05-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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jüdische Rundschau Seite •3 Nr. 39. 15. V. 1934 _ייו־!;TiO ' / p.« J w•* i 1 fmm 4J j ■יי ., ץ*». - .®1*® t'l... S. ר¬ ׳". n י:‘.- 11׳'<־ ו י"', ^״ ׳, י 1 't ’.ן,,!"!! 11!) 11״ י׳' K h Vcn. .. X יי SV,!». ״Hl, II';! 1:11- I ' 11117( 14> ,זי׳ 111־! an. 105 411 111 Von» fp'mkt, f Lord ״ Ar,v hätten ihnen n allen Leute s I (נ i **,sorgt I K 1ויו׳ 1e und lc Vök!ft, i«- Ile;>• von e sich n das lg auf »ssuriß •a r a• c Vererfolg:- l, daß a r a ■!vrrdc. wesen as ui er erden, nisten en, in ibotirihoiir- Seme auch ■amlo )urch- ,it s-! Ar• ossen r.nt• reuen;er er• heit erden 1Hilf״; 1)0 fl tick* 1 u rung , eher < Ein•; ,Der Verlauf der Sitzung Wie wir bereits In unserer letzten Ausgabe meldeten, bat öle Rcpriiscntantenversamnilunj» der Berliner Jüdischen Oenieinde in ihrer Sitzung vom 8. Mal beschlossen, entsprechend dem Antrag des Geineindevorst,indes die Legislaturperindc von R cp r ii s c n t a n 1 und Vorstand um 2 Jahre zu verlängern. I'eher den Verlauf dieser Sitzung erhalten wir folgendes offizielles Comniuntquö: ״Die liir 8.JO Uhr ciuhemfenc Sitzung beginnt erst nach erheblicher Verspätung, weil die Fraktionen in mehrstimdirm Soutlerheratüngen zu der wichtigsten auf der Tagesordituug stellenden Vorlage, die Verlängerung der Legislaturpriiod׳', Stellung nelimen. Umiiitlelhar nach Eröffnung der Sitzung linreh den Vorsitzenden, llcinrich Stern, kann festgestellt werden, dall von den li Mitgliedern der Versammlung 40 im Saale anwesend sind. Die Beratung beginnt mit den weniger bedeutsamen Gegenständen der Tagesordnung, Der Vorsitzende des Ciemcindcvorst.milcs, Heinrich Stahl, führt Herrn Dr. Gar• baty als Lrsnt/rcpräseiitantcn und Dr. L u 1) i n s k i als Mitgiied der Versammlung ein. Fs folgen Personalaiigelegenheilen und laufende Verwnltungsfragcu. Sodann folgt die Amtseinführung des zum Gemeindeältesten gewählten und von der Aufsichtsbehörde bestätigten Herrn Dr, Alfred Klee. Her Vorsitzende der Versammlung richtet au Hr, Klee Worte herzlicher Begrüßung, denen sieh vom Vorstandstisehe der (iemeindevorsil/ende ansehließt. Auf die begrüßenden Worte erwidert Dr. Klee in einer längeren Ansprache. Sein Verhältnis zur Berliner Jüdischen Oemeimlc sei, so führte der Redner aus, von Jugend auf und schon durch den (ieist des Lltemhanses ein besonders enges gewesen, (k'gciiwärtig stehe diese (icmcindc vor Problemen, von denen jedes fiir sieh verdoppelte Bereitschaft zur Arbeit und Entschlossenheit zur Verantwortung fordert. Die Lage der Berliner und der deutschen Judenheit sei überaus ernst. Die /eit erfordert Maßnahmen, die hinter der Größe der Aufgabe nicht Zurückbleiben dürfen. Eine dieser gesamtjüdischen Aufgaben, die einen Lichtblick in unseren Tagen bedeutet, Ist die Arbeit für das werdende Palästina. Es ist das einzige Land, In dem nicht nur Tausende unserer Brüder, sich dem Lehen dort cinordncnd, Brot und Arbeit gefunden halfen, sondern das mich ein neues, verinnerlichtes jüdisches Leben erstellen läßt. Daran wollen wir mitarbeiten. Gleichzeitig aber muß unsere Arbeit liier nach großen liistorischen Gesichtspunkten orientiert sein. Unsere Jugend soll jüdisch erzogen werden. Dazu genügt noch nicht die Zusamincnarbeit von jüdischen Lehrern und jüdischen Kindern. Auf den Geist kommt es an, der alle kulturellen Werte unseres Volkes von seinen Anfängen bis heute umfassen muß. I'iisere Jugend muß körperlich und sportlich tüchtig sein. Das reicht aber nicht aus. Sie muß erfüllt sein von dem Geist jüdischer Wiedergeburt. Fs bedeutet auch nicht jüdische Kultur, wenn jüdische Künstler jüdischen Menschen Darbicüingeii ihres Könnens gehen. Der Jude unserer Zeit sehnt sich nach jüdischen Inhalten. Als Exponent solcher Auffassimgen werde ich in dem neuen Amte zu wirken suchen. Die Berliner Gemeinde, in der unverrückbar der Grundsatz der Einheilsgemciiulc feststellt, muß allen Richtungen in ihrer Mitte Lebcusraum und Entfaltungsmöglichkeit gewähren. Wie ich bisher auch den Forderungen der anderen Seite dieses Hauses gegenüber objektiv und gerecht zu sein mich hemuhte, so werde ich es selbstverständlich auch als Gemeinde- Vorsteher tun, «1er ein Vorsteher der Gesamtgemeinde zu sein hat, Als Vertreter aber meiner Weltanschauung muß es mein Ziel sein, deren Ideale in die tägliche praktische Arbeit umzusetzen. Hierauf folgt tlie Beratung der Vorstandsvar• läge, in der beantragt wird, die Amtszeit «icr in der Wald vom 30. November 1030 gewählten Repräsentanten bis zum 31. Dezember 103(1 zu verlängern. Die im Amte hefindlicheii Gemeindevorsteher sollen solange in ihren Acmtern verbleiben, bis tlie Amtseinführung der neu zu wählenden Repräsentanten erfolgt sein wird. Verbunden mit der Beratung wird ein Antrag Michaelis, die Zahl der Vorstandsmitglieder von H auf 12 zu erhöhen. Amtsgerichtsrat Michaelis, der über beide Vorlagen referiert, beantragt unter Bezugnähme auf den entsprechenden Aufsatz im Gemeindeblatt, dessen lk’gnmdung er sieli zu eigen macht, die Annahme beider Anträge. Herr Gractz, Mitglied des Gemcindcvor- Standes, erklärt, daß cs wichtig sei, Befürchtungen zu zerstreuen, die sich an die in den Verhandlungen der Parteien Aft T’kCKJtdc! die n c- ל ime- ן , t e r I laß f, sse I Jen I n f t 15 rach •f• den. 1 iber!:־ die V’ tief : ׳ ,1f* icß- . 'י all-!,■; nie■ ״■'; wie■ in r. *t<3t eine 1m• ijTCi > ein• •g«* ' Sie haben sicherlich noch Verwandte und Bekannte, die nicht zu unseren dauernden Abonnenten gehören. Jedoch nur, wer unser Blatt ständig liest, ist unterrichtet über alle Fragen von aktuellem jüdischen Interesse. Ständig teecn c&ck bedeutet: nickt kua qefafyehtUcU kaufen! Geben Sie uns die Adressen Ihrer Freunde auf; wir senden ihnen dann kostenlos einige Probe - Exemplare. JÜDISCHE RUNDSCHAU Vertrieb* - Abiellan# J vereinbarte U m besetz 11 n g des Jugendpflege« dezernats knüpfen könnten. Unter seiner Leitung sei das Dezernat im Gegensatz zu früher vollständig unparteiisch verwaltet worden. Wenn jetzt das Dezernat von einem amleren Vorstandsmitglied übernommen werde, so brauche die deutsch-jüdische Jugend nicht zu befürchten, daß sic künftig im Rahmen des Dezernats nicht gleichberechtigte Förderung erfahren werde. Herr Dr. Kozowcr (Jiid. Vpt.) bcmerkt hierzu, daß Herr Gractz zwar den Willen gehabt haben möge, sein Dezernat unparteiisch zu verwalten, «laß ihm «lies aber nach Ansicht seiner Freunde nicht gelungen sei. Herr Dr. Fleischer als Sprecher der Liberalen Fraktion betont, daß seine Frcumle nur unter Zurückstellung erheblicher Bc- «lenken sieh für die Annahme der Vorlage entschieden haben. Seine Fraktion sei der Meinung, daß kein Anlaß gewesen sei, so weitgehende Zugeständnisse an die Wünsche der anderen Seite zu machen. Die Liberale Fraktion sei aber der Auffassung, daß alles zu geschehen habe, um einen Wahlkampf zu vermeiden, und wenn dieses Ziel nur «lurch Optcr zu erreichen gewesen sei, müsse rnan sich «latiiit ahfinden. Dr. Siegfried Moses, der für die «frei Mitglieder zählende Zionistische Fraktion das Wort nimmt, bittet tlie Vorlage wegen der Verlängerung der Legislaturperiode ab• z ti 1 e 1( 11 e 11. Die zwischen den Fraktionen getroffenen Vereinbändigen seien nach seiner Meinung keine Grundlage für eine Verständigung. Er sei der Meinung, «laß die Gemeinde einer Erneuerung und Verjüngung bedürfe. Die Zionisten hätten ein Recht darauf, daß Ihre Weltanschauung in der Gemeindearbeit ihrer Stärke entsprechend zum Ausdruck kommt. Hierauf wird in erster Lesung die Vorlage des Gemeinde• Vorstandes, ebenso der Antrag Michaelis mit 34 gegen 3 Stimmen bei drei Stimmenthaltungen a n g c n o m m e 11. Vor Beginn der zweiten Lesung sprechen noch tlie Herren Dr. L u b i 11 s k i und Heinrich Stern. Die Ab- Stimmung ergibt «las gleiche Znlilcnvcrhältnis wie in der ersten Lesung, so daß demnach mit überwältigender Mehrheit der Antrag auf Verlängerung der Mandatsdaucr der Rcpräscntautciivcrsammlung angenommen ist. Die Sitzung wird hierauf geschlossen/' % Der Beschluß der Berliner Ocineindckörperschaftcn, die Lcgislatur-Pcriodc von Repräsentanz und Vorstand um zwei Jahre zu verlängern, wird in der jüdischen Öffentlichkeit nur schwer Verständnis finden können. Zwar bestand in allen Kreisen des Berliner Judentums wenig Neigung, einen Wahlkampf durchzuführen, aber nicht weniger dringlich wurde die Forderung erhoben, daß an .Steile einer in jeder Beziehung überalterten Ver- Sammlung eine neue Zusammenfassung der für das Gcnicindclcben wichtigen Kräfte stattfindet. Wir haben dieser Ueberzeugung wiederholt Ausdruck gegeben, und nach dem Stand der Verhandlungen, die im Laufe der letzten Woche über das Schicksal der Vorstandsvorlage geführt wurden, war anzunchmen, daß in der Rcpräscntaatensitzung — zunächst wenigstens — eine Vert a g u n g der Beschlußfassung vorgenommen werden würde. Wenige Stunden vor der entscheidenden Sitzung kam dann ein Angebot von liberaler Seite, das die Zu- Stimmung der Opposition zur Verlängerung der Legislatur-Periodc gegen Zugeständnisse an die von zionistischer Seite erhobenen Forderungen für die Gestaltung der Gemeindeverwaltung erreichen wollte. Es darf nicht verkannt werden, daß diese Konzessionen an die Erfordernissc unserer Zeit beachtlich sind. So wird ein weiteres zionistischcsVorstandsinitglicd gewählt werden, wodurch die Zahl der Vorstandsmitglieder der Geineindc von 11 auf 12 steigt. Es ist ferner zugesichert worden, daß «ins Jugcndpflcgc-Dezcrnat aus den Händen des dem intransigenten liberalen Flüge! zuzuzählenden Herrn Gractz genommen und zunächst von Direktor Stahl geleitet werden wird, dem das neu zu wählende zionistische Vorstandsmitglied als Vertreter beigeordnet werden soll. Ferner wird für eine angemessene Vertretung der zionistischen Jugend durch Bestellung eines zweiten Referenten im Jugendpflege-Dezernat Sorge getragen werden. Dem Jugendpflege-Dezernat soll ferner ein Beirat, der proportioneil nach der Stärke der Jugend-Organisationen zusammengesetzt wird, beigegeben werden. Dieser Beirat soll einen entscheidenden Einfluß auf die Führung der Geschäfte in allen Jtigcndfragen erhalten. Die Gemeinde wird weiter die Mittel bercitstcllcn, tun die Erlernung des modernen Hebräisch an allen jüdischen Gemcindcschulcn bis zur vollständigen Beherrschung der Sprache in Wort und Schrift sicherzustellen. Schließlich ist zu verzeichnen, daß — mit Billiguug der liberalen Fraktion — der üemcindcvorsitzcnde Direktor Sta 111 eine loyale Behandlung aller mit Palästina verknüpften Angelegenheiten und eine wirklich unparteiische Geschäftsführung zugesiclicrt hat. Es ist selbstverständlich dabei auch erreicht worden, daß das Gemeindeblatt nicht mehr einseitig nur von liberaler Seite instruiert wird, sondern daß es auch Artikel, die die zionistische Auffassung darstellen, und insbesondere Berichte über Palästina bringen wird. Auch eine Beteiligung der zionistischen Vorstandsmitglieder und Repräsentanten an den Gcmeindcabcndcn ist vorgeschlagcn worden. Wir erkennen an, daß diese Vereinbarungen einen Schritt weiter auf den Wege führen, den eine auf cinheitliehe Ausgestaltung des Gemeindclcbens gerichtete Politik einschlagen muß. Aber die Tatsache, daß keinerlei weitere personelle Veränderungen in der Zusammen« Setzung von Repräsentanz und Vorstand erreicht worden sind, muß doch zu eruslen Bedenken Anlaß geben, weil in der Zusammensetzung dieser Körpcrschalten nicht die Gewähr gegeben ist, daß unter allen Um* ständen die erwähnten Reformen durehgdührt werden. Auf dem Vorsitzenden der Gemeinde ruht nunmehr schwerste Verantwortung für die Einhaltung der gegebenen Zusicherungen. Fine große Verantwortung ruht auch auf der J ü 11 i s c 11 e 11 Volkspartei, tlie trotz den Erfahrungen, die sie bei früheren Koinpromissen mit den Liberaler! gemacht hat, glaubte, den Kampf um die Erneuerung der Gemeinde zurückstellen zu müssen, nachdem sie diese Zugeständnisse erreicht hatte. Die Zionistische Fraktion, die gegen die Verlängerung der Legislatur-Periode gestimmt hat, war der Auffassung, daß alles darauf ankam, die begonnenen Verhandlungen weiterzul'ühreu mit dem Ziel, eine wirklieh grundlegende Umgestaltung des Gemeinde,apparates durchzuführen und sich nicht mit — wenn auch noch so begrüßenswerten — Teilmaßnahmen zu begnügen. Es kann kein Zweifel daran bestdien, daß die Auseinandersetzung 11111 d i e F1111 rung der Ge nieinde mit dem jetzt gefaßten Beschluß nicht zu Ende ist. Die jetzige Mehrheit in den Gemeiiidekörper« schäften stellt zu sehr im Widerspruch zu den wirklichen Kräften, die das jüdische Leben in Deutschland bestitninen. Mau hat daher der Gemeinde keinen wahren Dienst mit dieser raschen Arbeit erwiesen. Wir hoffen, daß im Zuge der künftigen Entwicklung Im Interesse der (icmcindc diese Erkenntnis bei all denen waeh werden wird, die heute noch glaubten, mit P a II i a t i v m i 11 e 111 eine Lösung der dringenden Gcmcindcproblcmc herbeiführen zu können, damit der Zeitpuiikt nicht fern ist, an dem die Gesamtheit der zur Mitarbeit drängenden Kräfte für die Gemeinde ausgenutzt wird. Die Haliung der «,Jüdischen Volkspartei" Von Dr. Alfred Klee Die Körperschaften der Berliner Jüdischen Gemeinde haben narb zum Teil *«, bwi«•• i1!1־u Vorverhandlungen *li« Legislaturperiode der Rcpriisrntautt'uvcrsammiting und des Vorstandes der Gemeinde für die Dauer von zwei Jahren verlängcrt. Das ist ein außcrgewöhnlicBcr Schritt. Fs hat immer etwas Mißliches, wenn eine Verwaltung einen solchen Schritt tut, der nur durch ganz besonders gelagerte Umstände gerechtfertigt werden kann. Die zionistische ()Öffentlichkeit hat einen Anspruch darauf, die Motive komienztilernen, aus denen die Fraktion der Jüdischen Volkspartei dieser Verlängerung zugestimmt hat. Fs braiiehen nicht die schwerwiegenden und von jedem verantwortlichen Menschen gewiß verstandenen Gründe im einzelnen «largelegt zu werden, die grundsätzlich die Verin e i d 1111 g c i 111׳ s inner! ii 11 ■;.־:״ e 11 W a h I k a m ין f e s mit all seinen Begleiterscheinungen erwünscht erscheinen lassen. Unsere jüdische Siluation ist derart schwierig und auch die materielle Not eines großen Teils der Berliner Judenheit so groß, daß Gehl und Kraft dringenderen Auf• gaben Vorbehalten sein müssen; vor allem aber sind tlie Er- Bitterung und die Atmosphäre der Feindseligkeit, die ein Wahlkampf hinterläßt, so tiefgehend, dall gerade jetzt alle Anstrengungen gemacht werden mußten, hei Aufrcchtcrhal״ tung der prinzipiellen, aus unserer Weltanschauung tließendcn Forderungen, den Wahlkampf zu vermeiden. Unsere sachlichen Forderungen erstrecken sich Vorzugs« weise auf drei wichtige Gebiete: 1. d i c grundsätzliche Anerkennung der Gleichberechtigung unserer Richtung; ׳£. den Komplex der jüdischen Schule; 3. die Fragender Jugendarbeit. Die Forderungen, die auf diesen Gebieten von uns durchgesetzt worden sind, tragen, wie dies nur natürlich, den keine Richtung jemals befiiedigonden Charakter einer Konip r o m i ß I ö s u n g. Wir glauben aber angesichts der weitgehenden Zugeständnisse, die gemacht worden sind, dieses Kompromiß vor unseren Anhängern vertreten zu können, wenn wir das Gute dem Schlechten, 11,1s jeder Wahlkampf notwendig im Gefolge hat, gegcnüberstellcn und, wenn wir die Möglichkeiten, für die zionistische Richtung in einer vorzugsweisen liberalen Gemeindeverwaltung ohne Wahlkampf Raum zu erobern, ruhig abwägen. In den Abmachungen, die mit der liberalen Mehrheit getroffen worden sind, ist zunächst der Grundsatz, unterstrichen worden, daß zur Aufrechterhaltung der Einheit in der Gemeinde alle Teile den festen Willen haben und ihm Ausdruck geben, die Verwaltung gerecht zu führen mul die Interessen aller Rieh- Hingen zu wahren, ein Grundsatz, der in feierlichster Form von dem GcinciiKlevorsit/cnden uns gegenüber bekräftigt worden ist. Wir haben «las Vertrauen gerade zu diesem Mann, daß er die Kraft hat, das Steuer der Gemeinde auch gegen Widerstände konsequent in diesem Sinne zu lenken. Der Orunilsai 1 der Gleichberechtigung soll natürlieh auch überall da zum Ausdruck kommen, wo die Oenieinde an die Oetfentlichkeit und vor ihre Mitglieder tritt; d. 11. in der R e d a k t i 0 11 s f ü!1 r 1111 g «I c r Ci c 111 e i 11 d c zcitiing, in der dem werdenden Palästina und seinen Problcmcn der ihnen zukommeiule Raum gewährt werden wird, und hei den (j e m e i n d c a b c 11 d c n, an denen wir uns in Zukunft in reichlichem Maße zu beteiligen bcnbsiciiligen. In der S c h 111 f r a g e lag hei «lern weiten Ausbau, den das Schulsystem der Gemeinde jetzt erfährt, unsere wichtigste Forderung auf dem Gebiete der Erweiterung und Vertiefung des hebräischen Unterrichts. Wahrend bisher Arbeit und Kosten dieser für die Jugend sti eminent wichtigen Ausbildung weitgehend auf den Schultern der Jugendverbäiide und privater Organisationen gelegen haben, wird in Zukunft, soweit die schulpflichtige Jugend in Frage steht, an samt« liehen Schulen der Gemeinde ein fakultativer neu* hebräischer Sprachunterricht cingcfiilirt werden, wobei ausdrticklicli hervorzuhehen ist, daß das lchrplanmäßigc Ziel darin erblickt wird, die Absolventen der Schule bis zur völligen Beherrschung des Hebräischen in Wort und Schrift zu fördern. Wir halten mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Ausbildung in praktischer Hinsicht für die, die den Weg der Chaluziuth und Alijali beschrcitcn, aber nicht weniger aus ideellen Motiven der Vertiefung und der Verlebendigung jü- «lischcr kultureller Werte die Durchsetzung dieses Prinzip« für einen wichtigen Schritt auf dem Gebiet unserer kultu« rcllen Arbeit,