Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 39 (15.5.1934)
- Date
- 1934-05-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 jüdische Rundschau wie merkwürdige psychologische Folgen für die Umwelt das Erscheinen des so andersartigen jüdischen Volkes in Europa hatte. Die Juden sind ein unverstandenes Phänomen,• und wie cs häufig bei solchen Erscheinungen, mit denen mau geistig nicht fertig werden kann, der Fall ist, wurden auch liier allerlei Dinge hineingchciinnist, die das Unheimliche der Erscheinung noch verstärken soll. Das Ritualmord-Märchcn Ist ein Symptom der zwischen Juden und Nichtjuden bestehenden Kluft des Unverständnisses, die nach unserer Meinung, nach unserem Wunsche, Uberbrückt werden muß, da es nicht der Sinn der Menschheits-Geschichte sein kann, solche Gegensätze aufrecht zu erhalten und zu verstärken. Damit aber diese Uebcrbrückung gelingt, tut es not, daß Juden und Nichtjuden einander w n 11 r und stolz gegciüiberstchcn, jeder seiner selbst, seiner Herkunft und Eigenart, seines Wertes bewußt. Wir Juden haben eine eigentümliche Geschichte, eine eigen* tümliche Tradition und eine geistige Vergangenheit, die sich auch in uns späten Nachkommen, die ihr Erbe ver* nachlässigt und vergessen haben, auswirkt. Nur wenn wir imstande sind, dieses unser Erbe ־— nicht unverändert aufzunehmen, denn im Wandel der Zeiten müssen Gedanken und Formen sich wandeln —, aber in der ganzen Tiefe des Menschengeistes zu durchdringen, uns zu eigen zu machen und von hier aus, mit der Kraft eines tausendjährigen Gedächtnisses und der Würde eines aus den Lebenskräften der Gegenwart zu neuem Tag strebenden Menschentums, den Anderen, der nichtjüdischen Welt gegenüberzutreten, werden wir etwas Neues schaffen können. Wir können uns nicht duckend verkriechen, wenn wir ״das Mördervolk“ genannt werden. Wir würden damit nicht die Achtung anderer Menschen gewinnen. Und gerade der National- Sozialismus, der von Millionen Menschen als ein totaler Umsturz der Werte, als Wiedergeburt der echten menschlichen Kräfte aus den Tiefen des Volkstums empfunden wird und dem die Ehre des Volkes über alles geht, müßte in seiner Verachtung der Juden nur bestärkt werden, wenn cs offenbar würde, daß die Juden nicht für ihre Ehre einstehen. Die alten Methoden der Polemik sind im neuen Deutschland abgeschafft, sie haben auch nie sehr viel geholfen; aber es ist uns unv erwehrt, wenn von dem Mördervolk geredet wird, vor die Schranken zu treten und zu sagen: Hier sind wir; nicht ein Mördervolk, aber das Volk der Juden, das so wie Irgendeine Menschengruppe Schmach und Schmerz, Schöpfertum und Weltbejahung, und vor allem auch Ehre emp-!1 findet, und das nach einem langen Zwischenspiel der Anonymität und Träumerei, ja der Selbstverleugnung und Selbsterniedrigung, heute nach einem neuen aufbauenden, mit allen Qualen und aller Lust schöpferischer Arbeit verbundenen Leben strebt Und von hier aus, von diesem Bekenntnis zu uns selbst aus, wünschen und hoffen wir auch auf ein freies Verstehen mit den Menschen anderer Völker. Denn was uns beunruhigt, ist ja nicht die Tatsache, daß die Erfinder des Ritualmord-Märchens wie Desportes, Eisenmenger, Rohling und andere, ihre Schriften verfaßt haben, sondern daß sic in weiten Kfeisen des Volkes willige und gläubige Leser gefunden haben und finden. Diesem Phänomen des an das Ritualmord-Märclien glaubenden (oder doch halb glaubenden) Nichtjuden stehen wieder wir Juden völlig verständnislos, ja mit tiefer innerer Erschütterung gegenüber. Denn obwohl das Ritualmord-Märchcn durch tin• zählige Beweise, in zahlreichen Prozessen, durch Gutachten christlicher Gelehrter usw. widerlegt ist, geht cs ja hier anscheinend nicht um eine Frage des Intellekts und des Wissens, sondern Uin eine Frage des Gefühls, und gerade darum ist diese Sache für unser Thema von einer besonderen Wichtigkeit. Wir Juden sind heute im Begriff, uns zu unserem Volkstum zurückzufinden. Angesichts der Erlebnisse, die wir durchgemacht haben, versteht auch der bisher sturnpfcste, allem Jüdischen abgewandtc, sich selbst nur als Glied anderer Gemeinschaften betrachtende Jude, daß der Jude in einer Kontinuitütdcsjüdischcn Schicksals steht, das gerade in kritischen Augen* blicken die stärkste bestimmende Macht über sein Da• sein ist. Diese Einstellung in einen jüdischen Zusammenhang, die in dem Gedanken des Aufbaus Palästinas ihre Krönung findet, kann uns helfen, innerlich helfen.' Wir Juden verstehen die Umkehr zu unserem Volk als einen Schritt zu einer besseren Eingliederung in die Menschheit, nicht all eine Absonderung. Jede jüdische Renaissance kann nur dann einen Sinn haben, wenn sie die Ideale des prophetischen Judentums erneucrt. Es ist noch rin weiter Weg, bis unser eigenes Volk das verstehen wird, aber nur durch unser eigenes Wesen und unser eigenes Tun werden wir auch der Umwelt gegenüber unseren Platz und — unseren Wert behaupten. Der Präsident der Jewiih Agency, Nahum Sokolow, begab sich mit seiner Tochter, Dr. Celina Sokolow, am 12. Mal mittels Flugzeugs nach Johannesburg, um den Keren Hajessod-Feldzug in Südafrika zu leiten. Er bleibt dort bis Juli, Leib Jaffe begab sich am 10, Mai nach Südafrika. 15 ,39 •־*א. V, ' •.>; ,•“•ו!'י־*׳*■•••, k C&.W ■k 1־״X <T London, 1t. Mal. (J. T, A.) In der am 1t. Mal abßehallenen Sitzung des Unter hause* wurde das Erm Ji c h t i g u n fi s g e 1 e t /. zur Ausgabe einer Zwei- M 11II onen-P iund-Palllst Ina-An leih e eins t imm I g angenommen. Der Abstimmung ging eine Debatte voraus, in der außer den für die Ausgabe der Anleihe maßgebenden Gründen auch Fragen der allgemeinen englischen Palästina-Politik und des Jüdischen Natkmalheim» zur Sprache kamen. Oer Minister für die Kolonien, Sir Philip Cunhffc- List er, begründete die Vorlage, wobei er darauf liinwics, daß die Finanzlage Palästinas und damit die Sicherheit der Anleihe jetzt unvergleichlich besser sei als bei der 1*)2(> aufgenommenen Anleihe. Mau nehme an, daß der Uehersclmß Palästinas im Finanzjahr PH! )1 etwa eine Million Pfund betragen werde. ״Warum will Palästina dann borgen?“, fragte der ehemalige Civil-Lord der Admiralität und frühere Führer der libcraleri Parlameiitsfraktlon. George Lambert, Der Minister erwiderte, es tue das, weil cs ein sehr gesunder Grundsatz sei, Gelder für Kapitalanlagen aufzunehmen und große Reserven zu schaffen. Die Gesamtlagc könne dahin zusainmcngcfaßt werden, daß die Sicherheit mit vollem Recht als zufriedenstellend erachtet werden könne; cs sei durchaus gerechtfertigt, daß das I laus die Anleihe garantiere. Die Aufgaben der Anleihe seien solche einer gesunden Entwicklung; die Palästina- Regierung habe die Aviswahl derart getroffen, daß die geplanten Arbeiten in hohem Maße crtrngbringcnd sein würden. Man habe, bemerkte Sir Philip, die Ansicht geäußert, daß all diese Dinge mehr den Arabern als den Juden zugute ko m in c n w ii r d c n. Ihm liege eine auf der Basis der Bcvölkcningstcilc und Gebiete, die voraussichtlich von der Anleihe profitieren würden, angesteIHe Berechnung vor; er *ei dahin informiert, daß die Ausgaben aut der Anleihe zu zwei Drittel den Arabern, zu einem Drittel den Juden zugute kommen würden. Der liberale Abgeordnete Isar Foot, ehemaliger Bergwerksminisfer, erklärte, die Ausgabe dieser Anleihe zeuge nicht von Not, sondern von Prosperität. Mit Hilfe der früheren Anleihe habe Palästina etwa eine Million Pfund ztirückzahfcn können, die Ihm von England zur Behebung von Kriegsschäden vorgeschossen worden waren. Es sei höchst wünschenswert, daß das Haus, soweit dies durch eine Garantie geschehen könnte, die palästinensische Landwirtschaft ermutige. Nach einem Hinweis atif die großen Leistungen der Palästina-Regierung bezüglich der Wasserversorgung in Stadt und Land ging der Redner zur Besprechung der mit Hilfe der Anleihe zu erfüllenden kulturellen Aufgaben über. Er würde es begrüßen, wenn in Palästina die Dorfschule als ebenso unerläßlich erachtet werden würde wie der Dorfbrunnen. Unter der Verwaltung Sir Herbert Samuels seien in 200 Dörfern Schulen errichtet worden; die Fortsetzung dieses Segensreichen Werkes habe aus Geldmangel unterbleiben müssen. Er wisse aus eigener Erfahrung, welch dringendes Bi dürf•!(- na h Erziehung bei der arabischen Jugend voihmi-lin *«■i. Die gegenwärtigen Erzichnngsmögilchkciten eiihpr.irimu die ■cm Bedürfnis bei weitem nicht. Er gebe zu, daß mit «Imp was g-- plant sei, den arabischen Kindern ein V!•rt«*il n׳;<:׳. r.lti-.it werde; doch sei dies eine aus historischen Ur■•־:neben 1i׳׳h;״רgebende Notwendigkeit. England habe H 11 י F .-• b־ cli a f t übernommen, mit der er sich bring((•״ müsse. Doch glaube er, d&tt diese? den kge. .Mo Vorzug dazu beitragen werde, die Kitih zwischer. den beiden Völkern in Palästina durch rimt«׳l!׳m.< eine* einheitlicheren Niveaus der Erziehung tm ver kleinern, F.s wäre tragisch, wenn diese Anleihe od •י di ait iür v> oh!׳* Kritik dazu führen würde, die Kluft zwiseß « dm hei■1׳.! VG kern zu erweitern, statt sie enger zu machen. Er hoffe, daß diejenigen, die an der zionistischen Bewegung teilgenommcn haben, nicht entmutigt werden würden, Colonel Josia Wedgwood erklärte, er habe den Vorschlag einer Palästina-Anleihe unterstützt, als er vor einem Jahre zum ersten Male dem Hause vorgelegt wurde. Seither «den jedocli eine Reihe netter Punkte aufgetaiicht. Er unterstütze durchaus die Garantie der britischen Regierung. Diese Garantie sei ein guter Schritt vorwärts, denn solange die Palästina geliehene Summe von der englischen Regierung garantiert werde, werde die Kontrolle Englands über das Mandatsgebiet atifrechierhaUen werden. Wenn dem so sei, was solle dann mit der Absicht der Regierung geschehen, in Palästina eine Volksvertretung zu schaffen? Man solle das sein lassen, Die erste Parole der künftigen demokratischen Regierung Palästinas würde cs sein, die Verpflichtungen betreffend darunter der früheren Regierung geliehene Geld abzulehncn. Ein weiterer Punkt, fuhr Colonel Wedgwood fort, bestehe darin, daß die Palästina-Regierung nicht länger bemüht sei, das Land durch Bevölkertmgsvermehriing zu ent* wickeln und den Gedanken des Jüdischen Nationalheims zu fördern. Die Haltung der Regierung gegenüber der Ein- Wanderung von Juden aus Deutschland könne nur damit erklärt werden, daß die Benmtcnhierarchlc der Palästin.i-Regierun^ die deutschen Juden nicht mag. Ein weiterer Beweis üir die Parteilichkeit der Regierung, erklärte Wedgwood, seien die wundervollen Nebenstraßen, die von den Hauptstraßen zu den übrigen Dörfern, aber nicht zu jüdischen Doriern fühfen. Schließlich übte Colonel Wedgwood Kritik am palästinensischen Erziehungssystem. Den Zustrom billiger arabischer Arbeitskräfte aus den Gebieten jenseits des Jordans müsse er bedauern. Die Volkszähhing habe In den letzten Jahren gezeigt, daß die arabische Bevölkerung sich viel stärker vermehrt als die jüdische. Die einzige Aussicht, Palästina zu einem jüdischen Land zu machen, bestehe darin, jüdischen Arbeitern die Einwanderung zu ertauben und darauf zu achten, daß sic nicht durch Arbeitskräfte verdrängt werden, für die Löhne bezahlt werden, von denen ein Jude nicht leben könnte. Der Konservative Lord Winterton, früherer Unter- Staatssekretär für Indien, erklärte, der Angriff Colonel Wedgwoods auf die Regierung sei auf eine vollständige Verkennung der Lage zuriiekzuführen. Wenn jemals eine Nation in Ehren versucht habe, ihre Versprechungen zu erfüllen, so sei cs England gewesen; Colonel Wedgwood wisse daß die Hände der Regierung durch die 1017 und später gegebenen Versprechungen gebunden sind. Diejenigen, die gegen die Palästinavcrwaltuflff Anklagen erheben, vergäßen diese Verpflichtungen. Man habe gesagt, es sei falsch, garantierte Summen für Entwicklung in einem Lande wie Palästina auszugeben, wenn man in England selbst 80 dringend Geld für Landentwickln!!« braucht. Die Araber wünschten gar nicht angesiedelt zu werden. Sie seien Nomaden, die ein Wanderleben durch große Gebiete führen wollten. Dann habe man wieder gesagt, die Juden hätten diese Menschen von dem Boden ihrer Vorväter verjagt. Es sei kein Bedarf nach Geldern für Agrarkredite jetzt in Palästina vorhanden. Die Banken hätten getrügend Reserven, Kredit sei leicht zu bekommen. Die wirk- * liehe Palä Schwierigkeit bestehe darin, daß die Ocldvcrleiän■ , ins die (iroßgrundbcMf/iT seien. Sie hätten dM kS ' für Saatgut und Inventar geliehen und zwei Drittel de» l,'if'' eingesteckt. Die Rede Colonel Wedgwoods bedauere er. Ur *’ t clut/ung der rivali'.ierenditi Forderungen der ZionLten f'j; der Araber würde es unmöglich machen, Palästina zu «/״. Diese Anleihe müsse in ihrer Verwertung doppelseitig ■ d. 11. Englands Garantie müsse, soweit wie möglich J*1« i Vorteil von Juden und Arabern gegeben! Fr sei weder Prozionist noch Aniizionfst, er habe die ' Deklaration angenommen. Wenn er auch mit den Arabern tT pathisiere, so sympathisiere er doch keineswegs mit 4T Slandpimkt der arabischen Extremisten P a I ä st? 11 a s» Reden von der Art der von Colonel Wedgwood Vfy' tenert würden für die gesamte arabische GemeinschaftV* wesentlichen Dcschwcrdepunkt bilden. Zu fordern, einmal Palästina da* Natioiinllicim der Juden sein muß, und ein de res Mal, daß es das der Araber sein soll, sei ett1nolori,(1 lind historisch unrichtig und politisch von! jüdisch™ und arabischen Standpunkt aus der verhängnisvollste StandpunÜ« den man einnchmen könne. Man sehe offenbar, fuhr L«j Winfertor! fort, eine besondere Härle darin, daß es den Ar*. Hern möglich ist, jüdische Arbeit zu unterbieten. Juden hatte jedoch durch Tausende von Jahren aus Gründen, die ylr,f^ liocli atigerccluiet werden müssen, die Arbeit anderer in! Teilen der Welt unterboten. Sie seien anspruchslose Leii gewesen, die schwer arbeiteten und um ihre Familien besorg waren. Sie seien eine sehr genügsame und moralische R,<‘. Die im Rahmen der Anleihe vorgesehene Ansiedlungaa•! dem Lande sei notwendig, wenn man eine zufriedene wk« gedeihende Bauernbevölkerung haben wolle, an der beide % ] kerschaftcn einen angemessenen Teil haben sollen. Er wolle seine Anerkennung für das aussprechen, was von der zionistischen Bewegung und von jOdischcn Emigranten ln den jüdischen Kolonien, die geschaffen wurden, geleistet worden ist Die Entstehung dieser Kolonien sei nur durch Beiträge vot! Juden in aller Welt möglich geworden. Niemand könne *ich dagegen wenden, daß Geld ausgegeben werde, um da! Niveau der arabischen landwirtschaftlichen Bevölkerung ad dasjenige der jüdischen zu heben. Zum Schluß wandte sich der Redner gegen die Auffassung Colonel Wedgwoods, daß die Palästina-Regierung proarabisch sei. Dies sei ein sehr ernster Vorwurf gegen die Vtr• Wallung Palästinas durch einen Mann, der in Südafrika erfolgreich eine Verwaltung geführt habe. Es sei nicht richtig, du Geld, wie Colone! Wedgwood gesagt habe, nur für ara bische und nicht für Jüdische Dörfer verwendet werde. Ebenso unrichtig sei es, daß die Juden im Erzichungsweia zurückgesetzt würden. Wenn die Entwicklung und Prosperität Palästinas anhatten sollen, dann müsse diese Entwicklung auf der Grundlage guter Beziehungen und gemeinsamer Arbeit beider Volksstiimmc vor sich gehen. Diese Entwicklung könne durch nichts aufgihalten werden,! außer durch Reden, in denen die Lage sowohl von Zionisteni;!';׳ auch solchen, die den arabischen Standpunkt vertreten, bj «rtricbciicr Weise dargestcllt werde. Nach Lord Wintertort sprach im Namen der Labour• 1 ,י! (y der Abgeordnete George Hall, der in der Labour• l«\!:Icrung der Jahre 1Ü29— 1031 Marineminister war. Seit«( Pa tel wende sich nicht gegen die Vorlage, wenn sic auch 1.1 »licherweise später in der Kommissionsberatung Abändej ז; gsanträge stehen werde. Er verlange, daß für die Durch■«. I'rung der geplanten Arbeiten angemessene Afbeits• ״ t d i n g tt n g e n garantiert werden. j Der Kolonienminister bemerkte hierzu, die Aa beitsverträge würden mit geeigneten Firmen ahgcschloss« werden. Wir wollen, erklärte der Minister, daß für die Entwlcktung Palästinas alles geschehe, was möglich ist. Wir freu« uns sehr über die dort erzielten Fortschritte und unserer■ *eits besteht kein Grund, der die Zusa m m en a rheil von luden und Arabern verhindern würde. Wir wen!« sicherlich alles Mögliche tun, nicht nur, was die Unter* Stützung Jeder Bestrebung zur Entwicklung des Landes be trifft, sondern auch mit dem Ziele, daß das Land ein glück* liehe« und prosperierendes werde. Der Abgeordnete Barnett Jänner (selbst Jude) schildert« die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung Palästinas und wandt« «Ich entschieden gegen die Beschränkung der Ar• bcitcr-A li jah. Der Minister für die Kolonien, Sir Philip Cult II He* Listcr, erklärte in seinem Schlußwort, er habe es niemals ln Abrede gestellt, daß Palästina auf dem offenen Markt Geld aufnehmen könne. Die Garantie der englischen Regie■ rung bewirke jedoch einen bedeutenden Unterschied int Zinsfuß der Anleihe. Er glaube mit Recht sagen zu km!• nen, daß die englische Regierung zwar die Garantie gebe! daß sie aber zu Leistungen auf Grund dieser Oarantie nie werde heran gezogen werden. Die Rede Coionel Wedgwoods bczeichnetc der Minister, als außergewöhnlich. Der in ihr gegen die PnIästinaverwai- ] tung erhobene Angriff sei im Hause von allen Seiten rückgewiesen worden. Wedgwood habe die Regierf«. j beschuldigt, ein Vorurteil gegen die Zulassung —־ ,, , Juden zu haben; dabei habe aber der Abgeordnete die ״ '| Wanderungsstatistik vollkommen außer acht gelassen. Die Entscheidung über die Zahl der Einwanderer, zugelassen werden können, müsse von der A11 fיזa nm -1 fähigkeit des Landes abhängen, u׳as nicht die Aufnan '1 fähigkeit ln einem bestimmten Augenblick bedeutet. U n ״ I Aufnahmefähigkeit verstehe man nicht, I in einem bestimmten Augenblick eine ge1, I Zahl von Menschen Beschäftigung 111,0 •*! kann. Man müsse auch die allgemeine *.■■•■ן.!. ■־ des Landes mit in Betracht ziehen. Jeder Jude, der n« ן Palästina kommt, will dort sein dauerndes Heim , Urteil utieri und die I In der j die Die einzigen Männer, die sich ein richtiges die Aufnahmefähigkeit des Landes bilden Können Verantwortung tragen, seien die an Ort und Ste6״ Verwaltung tätigen Männer, die dort Tag aus Tag . beiten und Ihre einzigartige Kenntnis Palästinas aussen .j|, lieh im Interesse des wirtschaftlichen Vorteils und 0er . gemeinen Wohlfahrt des Landes verwerten. Er wem« n1a!s versuchen, Beurteilung und Entscheidung m>r>me■׳ viel Menschen der einen oder der anderen Kategor « einem bestimmten Zeitpunkt cinwandem können. ״ Männern aus der Hand zu nehmen. . ־ Die Regierung, schloß der Kolonienminister, führe * festgelegte Politik fort, die von den bisherigen^ gen verfolgt wurde; mit der Annahme seines Vorsc A werde das Haus im Interesse der Bevölkerung ״an Hierauf erfolgte die einmütig« Annahm« der vo E •chlagenen Resolution.