Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 38 (10.5.1934)
- Date
- 1934-05-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 38. 10. V. 1934 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 V? fl Der Prozeß ^c^en die des Mordes an Cliaim Arlof0roif Angeklagten, der jet/t in Jerusalem im (j;1״ge ist, bedeutet eine harte Prüfung für die Nerven des gesam- (cn jüdischen Volkes. Mehr als zehn Monate nach dem furchtbaren Ereignis beginnt dieses traurige Nachspiel; die Vertreter der irdischen Gerechtigkeit haben das schwere Amt, die näheren Umstände der Tat aufzuklärcn und je nach ihrer Bewertung des vorhandenen Be- Vcisn1atcrials ihr Schuldig oder Niehtsehuklig zu sprechen. Eine schwere Verantwortung lastet auf diesen Richtern; denn auch sie sind nur menschliche Wesen ״it all ihrer Begrenztheit, denen versagt ist, zu wissen, w־,s nur der Allwissende weiß. Es ist eine äußerste Anforderung an die Weisheit und das Gewissen der Riehtenden. Chaim Arlosoroff ist ermordet worden. Dieser Mensch, dessen Leben der Arbeit für sein Volk galt, vmrde im jugendlichen Alter, sprühend von Lebenskraft und Aktivität, daliingerafft, seine Frau des Gatlen, die Mutter des Sohnes, die Kinder des Vaters, die Freunde des Freundes beraubt. Einen Augenblick schien cs, als ob das ganze Volk entsetzt vor dieser Tat stunde. Und furchtbar der Gedanke, daß der Mord von Juden veriibt worden sein könnte. Ganz ungeachtet der Frage, oh die Beschuldigten überführt sind oder nicht, die bloße Möglichkeit eines solchen Verdachtes batte einen Anstoß zur Selbstbesinnung für das ganze Volk sein müssen. Die Beschuldigten leugnen die Täterschaft. Aber in der Voruntersuchung wurde Material licrbcigeschafft, das erkennen läßt, daß gewisse Kreise im jüdischen Volk solchen Taten wie diesem Mord mit Svmpatliic gegenübcrstchen. Auf diese Tatsache, das muß heute gesagt werden, hat das jüdische Volk nicht so reagiert, wie es seiner moralischen Würde entsprachen hätte; statt einer menschlichen und sittlichen Aufrüttelung erlebten wir ein jämmerliches Spiel der P/rtcipolcmik, die auch vor der Tragik und Majestät des Todes nicht Halt machte. Das Grauen der Vernichtung dieses Lebens schien immer mehr zu verblassen. Die Haiiptvcrhandhmg hat begonnen, und was sie bisher zutage gefördert hat, ist niederdrückend genug. Die Richter haben ihre Arbeit weiterzuführen und cs ist nicht Sache Einzelner, vor Abschluß des Verfahrens eine Meinung zu sagen. Was aber nicht Gegenstand des Prozesses ist, sind die Dinge, die sich außerhalb des Gcrichtssaals abspielen' und in jenem Raum, den man die jüdische ״öffentliche Meinung“ nennt U11- abhängig von der Frage, ob die drei Angeklagten schuldie sind oder nicht, ist die Art und Weise, wie seit zehn oder elf Monaten die öffentliche Meinung erregt und verwirrt wird, ein bedenkliches Symptom fiir den Zustand unseres öffentlichen Lehens. Man erinnere sich nur an die Sensation mit dem angeblichen Geständnis eines Arabers, der ausgesagt hatte, mit einem anderen zusammen den Mord begangen zu haben und dann weiter aussagte, daß er von den Angeklagten unter Verheißung einer Belohnung von tausend Pfund zu diesein Geständnis bewogen worden sei. Die Art, wie diese Episode in Szene gesetzt, von den Revisionisten mit unvollständiger Information ausposauut und in der palästinctisischcn Öffentlichkeit aufgenommen wurde, zeigte bereits deutlich, daß es weiten Kreisen nicht auf das Finden der Wahrheit in dieser Sache ankommt. Wenn man weiter bedenkt, daß die schwer geprüfte Witwe des Ermordeten Gegenstand von SpottUcdcm und unflätigen Beleidigungen ist, daß Schulkinder bereits abgerichtet werden, diese Spottlieder zu singen, so steht man iassungslos vor dieser Verwilderung des Empfindens. Und als die Witwe jetzt vor Gericht als Zeugin erschien, Rah cs beleidigende Demonstrationen vor dem Gerichtsgcb.äudc. Immer offener nahmen nicht mir die engeren Freunde der Angeklagten, sondern weite Kreise des Jisclitiw für die Beschuldigten Partei. Was hier geschieht, ist — wenn mail von dem Spiel der Leidenschaften absieht — in jeder Beziehung unverständlich. Wenn schon die Sache politisch hctrachtet wird, dann hätte die revisionistische Partei, der die Beschuldigten angehören, allen Anlaß zur äußersten Zurückhaltung gehabt. Wie immer der Spruch der Richter über die angcklagtcn Individuen ausfällt, die Partei als solche hätte nicht den Anschein erwecken sollen, als oh sie seihst sieh in diese Sache verwickelt betrachtet. Gab es ja schon früher innerhalb des Revisionismus starke Meinungsverschiedenheiten, und die Gruppe der Terroristen, die sich offen zum Prinzip der Gewalt bekannte, wurde von einem Jeil der anderen Revisionisten abgelehnt. Die Partei hätte mit ■krer Stellungnahme warten können, bis der Verdacht Reklärt ist. Noch unverständlicher ist die Haltung der übrigen Teile des Jisclmw, die auch in einer solchen außerordentlichen Sache sich von ihren Parteistimmungcn bestimmen lassen. Die Wahrheit soll an den Tag kommen. Alles Erdenkliche soll für die Verteidigung der Angcklagtcn Rcscbcben. Sind sic unschuldig, dann sollen alle Beweise zu ihrer Entlastung den Bclastungsbcwciscn ent- Eingestellt werden. Die Angeklagten haben einen überaus gewandten Verteidiger, einen in Palästina bekannten CnRlisch-jüdischcn Anwalt. Derjenige Teil der jüdischen QvPentlichkeit, der in die näheren Umstände der Tat nicht eingeweiht ist und keine zur Aufhellung dienlichen Tatsachen hervorbringen kann, muß abwarten und Ruhe bewahren. Es ist eine schwere Nervenprobe. Am Tage zur Eröffnung der Hauptversammlung ״achte das an diesem Tage zum ersten Male erscheineude neue revisionistische Organ 1״ lajarden“ sowie die Tageszeitung ״I )oar l lajom“ einen Aufruf, der min auch uns ziigcgaiigen ist. Er richtet sieh ״An das jüdische Volk“ und teilt mit, daß ein I lilfskomilee zur Unterstützung ,,der Verteidigung unserer drei gefangenen Brüder, die jetzt auf der Anklagebank in Jerusalem sitzen“, gegründet worden ist und um Spenden ersucht. Dieser Aufruf ist unterschrieben von den führenden Rah- Innern Palästinas und einer Reihe von anderen Personlichkeiten des palästinensischen Lebens. An erster Stelle steht der Oberrabbincr Palästinas, Raw K u k, es f 01gen die Oberrabbincr von Tel-Awiw, Usicl und Aronso 1111, der Rabbiner von Petacli Tikwaii, die mis* rachistischcn Rabbiner Fi sc hm an 11 und Meier Ber- I i 11. Unter den weiteren Unterzeichnern finden wir den Misrachistettführer Farbstein, den revisionistischen Professor Klausner, aber mich Namen wie David J e11 i 11, die Kolonisten Mosche Smilansky und M i 11 e r, R a d I e r - F e 1 d 111 a 1111 (Rabbi Benjamin), den Direktor des Jerusalemer Gymnasiums l)r. Mobile« wer, den Schriftsteller Kabak, den Führer der bürger- Hellen Zionisten S u p r a s k i, tisw. Die revisionistische Presse hat diesen Aufruf mit Triumph begrüßt. Sie bemüht sich, den Stavsky-Prozcß als eine Art ״Dreyfus-Prozeß“ erscheinen zu lassen und arbeitet mit Zitaten aus Zola, so wie schon vor 3 Monaten der revisionistische Journalist Benzion Katz. (früher Wilna bzw. Merlin) eine Broschüre unter dem prüfentiöseu tolstojaiiisehen Titel ״Ich kann nicht schweigen“ zugunsten der Angeklagten veröffentlicht hat. Auf der anderen Seite hat sich in der nicht revisionistischen palastinensischcn Presse eine Kontroverse darüber cntsjionneu, ob dieser Aufriff ein Resultat ,,naiver Weltfremdheit“ einiger der Unterzeichner ist. Mag sein, daß die Absicht eine philanthropische war. Aber cs hieße wohl die Intelligenz der Unterzeichner unterschätzen, wenn man aimahme, daß sie nicht wissen, was dieser Aufruf bedeutet. Denn wozu braucht man eigentlich Geld, da ein Verteidiger bereits bestellt ist und das Herbeischaffen von Beweisen mul Zeugen kein Geld kostet? Und wenn die Verteidigung Geld braucht, so gibt cs gewiß genug ihrer Partei nahestehende Personen, die aushelfen konnten; ja einzelne der Unterzeichner des Aufrufs konnten mit Leichtigkeit die Summen zur Verfügung stellen, wenn ihnen dies erforderlich scheint. Eine öffentliche Sammlung aber, ,die an das ,,jüdische Volk“ appelliert und die Veröffentlichung der Spendenliste in Aussicht stellt, hat nicht in erster Reihe finanziellen, sondern politi sc 11 eil Zweck. Die Beteiligten anerkennen damit die Sache der Angeklagten als eine Sache des jüdischen Volkes; überdies, um jedes Mißverständnis auszuschlicfkn, ist der Aufruf im Ton so gehalten, daß er nur als So- I i d n r i s i e r 1111 g mit den Angeklagten (״unsere gefangeneu Brüder“) aufgefaßt werden kann; würde es sich nur um eine finanzielle Unterstützung der Vcrtcidiguug handeln, so hätte der StR ein anderer sein müssen. Will man daher diese Kundgebung deuten, so ergeben sich mir folgende Möglichkeiten: entweder die Unlerz.eiclmcr sind Überzeugt, daß die Angeklagten unschuldig sind und wollen dieser Wahrheit zum Durchbruch verhelfen•, oder sic sind der Meinung, daß unabhängig von der Frage, ob die Angeklagten schuldig sind oder nicht, alles getan werden muß, um Ihren Freispruch hcrhcizufiihrcn; oder die Unterzeichner würden sich auch dann mit den Angeklagten solidarisieren, wenn diese die Mitrdcr wären, weil sie die Tat billigen oder wenigstens verstellen. Von diesen drei Möglichkeiten muß wohl die dritte von vornherein ausgcschaltct werden, und sicherlich lag cs den Unterzeichnern fern, diesen Eindruck zu erwecken. Sollen wir also nmichmen, daß die Unterzeichner, daranter Männer von geistlicher Winde und hoher öffentlieber Verantwortung, von der Unschuld der Angeklagten überzeugt sind, dann muß man die Forderung stellen, daß sie vor das Gericht treten, ihre Argumente und Beweise voriegen und ihre Zcugenschaft anbieten. Nicht mir die jüdische Welt, gewiß auch das Gericht sind daran interessiert, daß Menschen, die so genau den Sachverhalt kennen, bei der Findung der Wahrheit helfen. Wenn dies aber nicht geschieht, wenn cs sich nicht um fundierte Uebeizeugung handelt, dann bleibt als das wahrscheinlkTisle nur die von uns an zweiter Stelle erwähnte Vermutung übrig. Die Unterzeichner des Aufrufs sprechen wahrscheinlich heute fiir die Mehrheit der jüdischen ()Öffentlichkeit Palästinas, wenn sie den Wunsch durclischeinen lassen, es möge unabhängig von 11 e r wirklichen Aufklärung des Verhrcchcns zu einem Freispruch der Angeklagten ko 111 men. Hier wirkt das Gefühl mit, daß es für das jüdische Volk unerträglich wäre, wenn sich 11erausstellte, daß Juden eine solche Tat begangen'haben. Sie dürfen es nicht gewesen sein, sie dürfen nicht verurteilt werden. Wer verstände nicht solche Gefühle? in der Tat: der Mord an Arlosoroff war ein furchtbarer Schlag, die Brandmarkung von Juden als Mörder wäre ein neuer furchtbarer Schlag. Aber läßt sich diese entsetzliche Tragödie durch Kundgebungen und Stimmungen dieser Art lösen? Hätten wir nicht ein englisch-pniästincnsischcs, sondern ein jüdisches Gerieht, so müßte unseres Erachtens das ganze jüdische Volk vor allem daran interessiert sein, die wirkliche Wahrheit zu erfahren. Nicht um der armseligen Täter, wer immer sie gewesen sein mögen,• willen, nicht um Rache 7.11 nehmen, sondern um sich seihst schonungslos zu sagen, wie e s in diesem unserem Volk, das in der Krise seines Schicksals steht und für dessen Erneuerung unsere Generation ihr Sein ein setzt, aussieht. Denn nur dann, Aus dem WochcnabschnUi für Sonnabend, 12. Mai Wenn dein Bruder herabsinkt und seine Hand wankt neben dir, fest halte ihn, Gast und Beisaft, so lebe er neben dir! Du darfst von ihm nicht Zins und Mehrung ' fürchte dich vor deinem Goit, (nehmen, leben soll dein Bruder neben dir. Dein Geld gib ihm nicht um Zins, um Mehrung gib nicht deine Speise: ICH bin euer Gott, der ich euch führte aus dem Land Aegypten, euch zu geben das Land Kanaan, euch Gott zu sein. Das Buch, ER RIEF, Kap. 23, 31—39. (VctdeuisM 1׳on Mariin Bubet und Franz Rosenzweig.) wenn dies offenbar wird, kann auch die innere Genestmg, die eine Voraussetzung des äußeren Wiederaufbaus ist, vonstattcn gehen. Mit einer Vertuschung wäre dem Volk ein schlechter Dienst erwiesen. Die Eigentümlichkeit der Drcyfus-Affärc bestand gerade darin, daß liier unabhängig und gerecht denkende Männer für die Wahrheit gegen die ״Staatsraison“ des eigenen Volkes und ohne Schonung der nationalen Empfindlichkeit aufgetre* ten sind. Sie hatten den Mut der Unpopularität und der Bloßstellung des eigenen Volkes um eines höheren, auch allem Nationalismus übergeordneten Ideals, der Wahrheit, willen. Unsere ,.Dreyfusards“ (die sich selbst in völliger Verkennung der Sachlage so nynncn) mögen sich prüfen, ob sie wirklich die Man.cn Zolas anzurnfen berechtigt sind. Wir glauben, daß unsere Oeffentlichkcit die schwere Prüfung, die durch das Abrollen dieses Prozesses über uns verhängt wird, ertragen muß. Wir glauben, daß sich aus diesem Prozeß, wie immer er ntisgchcn mag, Kon- Sequenzen für das kaum erst begonnene Leben in ״Freibeit“ ergeben werden. Wir stellen mit tiefer Sorge die Frage, ob unser Volk imstande sein wird, die Konscquenzen zu erkennen und danach zu handeln. R. W. Fortsetzung des Verhandlungsberichts Jerusalem, 8. Mai. (j.T.A.) Die dritte Woche des Arlosoroff-Monlpro/essrs In־r;aun am 7. Mai mit der Verliehiming des jetzigen l,oii/ci;11;e11k11 M o s c 11 e Cohen, der am 7. August verhaftet und später in Uosenblntt* Zelle gebracht worden war. Fr hat der Polizei mitgeteilt, Rosenhiatt habe i 11111 gegenüber gestanden, l)r. Arlosoroff ermordet zu 11 a b e n. Vor Gericht gab Cohen an, er habe In der Zelle Rosen- Watts Vertrauen gewonnen. Dieser habe ihm einen angeblich von Jahntinsky stammenden Briet vorgelcscn, in dem den verhafteten Revisionisten Mul zngesprocheii wurde. Während Rosenhiatt Jahotinskys Brief hielt, habe er, der Zeuge, auf Roscnblatts Hände gesehen und die Bemerkung gemacht, es wundere ihn, daß diese Hände, die wie die eines Mädchens aussähen, einen Revolver gehalten haben sollten. Rosenhiatt habe erwidert: ״Doch Ist cs so. Diese Hände hielten die Schußwaffe.“ Nunmehr begann Gcncralstaatsanwalt Trusted ein Kreuzverhör mit dem Zeugen. Cohen erklärte. Rosenhiatt habe sich sehr frei mit ihm ausgesprochen und ihm sogar von seinem Gespräch mit Frau Arlosoroif. im Büro des llaiiptmanns Rice erzählt, wobei er bemerkt habe, daß Frau ־ Arlosoroff, hätte sie gewußt, daß er wirklich der Mörder ihres Gatten war, ihm wohl nicht so ruhig ins Gesicht hätte blicken können. Dieses Gespräch sei das einzige gewesen, das der Zeuge mit Rosenhiatt geführt habe, denn schon am nächsten Tage sei er dem Untersuchungsrichter vorgeiührt lind dann in eine andere Zilie gebracht worden. Auf Fragen tlcs Verleidigcrs, ob der Uebcrwachtmgsoffl- 7icr des Gefängnisses ihm gesagt habe, er möge versuchen, von Rosenblatt ein Geständnis zu erlangen, antwortete Cohen, er entsinne sich dessen nicht; doch erklärt der Zeuge wiederholt während des Krcu/verliörs, er könne seine Aussagen nicht beeiden. Doch behauptete er, seine Unterredung mit Rosenblatt sei richtig wicdcrjgegcbcn. Die Verhandlung am Montag nachmittag begann mit der Vernehmung des Polizei-Inspektors Golfer, der in der Wohnung Stavskys 11ml Achi-Mcirs Manuskripte beschlagnahmt hatte. Gegen die Verlesung der bei Achi-Mcir gefundenen Dokumente erhob der Verteidiger Finspruch mit der Begründung, der Gerichtshof habe in der vorigen Woche entschieden, daß konfisziertes Material nicht verlesen werden solle. Riehtcr Corrie wies den Einspruch zurück, die betreffende Gerichtscntschcidiing habe sich mir auf die in Kfar Saba, wo Rosenhlatt verhaltet wurde, beschlagnahmten Manuskripte bezogen. Nunmehr verlas Inspektor Golfer einen Brief Achi- Mcirs an den Jerusalemer Rechtsanwalt Avuieli. ln diesem' Briet wird das revisionistische Zentralkomitee scharf getadelt. Cs heißt in dem Brief u. a.: ״Ihre Haltung nach Stavskys Verhaffting ist unter aller Kritik,“ Nochmals versuchte der Verteidiger die weitere Verlesung von Dokumenten zu verhindern. Sein Antrag wurde abermals ahgelelmt. Inspektor Goffer ging zur Verlesung einer Stelle aus Achi- Meirs Tagebuch vom 17. Januar U)52 über,, in der es heißt: ״Verbrechen aus politischen Gründen ist eine Sache, die olw jektiv und subjektiv!)(׳urteilt werden muß. Derjenige, der es begeht, glaubt kein Verbrechen begangen zu haben. Aber auch ausländische Regierungen sind verpflichtet, es nicht als Verbrechen zu beurteilen.“ Unter dem Datum vom 24. August 1933 hat Achi-Mcir in sein Tagchuch eine Bemerkung eingetragen, die sich darauf bezieht, daß ihm hei seiner nach dreiwöchiger Haft erfolgten Freilassung von Mädchen Blumen überreicht wurden: ״Wir brauchen keine Blumen; 1