Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 38 (10.5.1934)
- Date
- 1934-05-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 jüdische runöschau Nr- 38, 10, V, 1934 Haifa zu leiten und seine Abwanderung nach dem französischen Syrien zu verhindern; die Irak Petroleum* Company hat ohnedies eine ungewöhnliche Wirtschaftliehe und steuerliche Vorzugsstellung ciugcräumt erhal* ten, gleichfalls ohne jede Mitwirkung der pnliistinen• sisehen Bevölkerung. Von dem Posten für öffentliche Bauten sind 10(1000 Pfund für arabische Schul* gebäude bestimmt; wer den Zustand der arabischen Schulen insbesondere in den Dörfern kennt, wird die Notwendigkeit dieser Bauten nicht bestreiten. Die Wicderansicdlung der dislozierten Ara* her ist eine Angelegenheit, die nun schon drei Jahre in der Schwebe ist; sie war der Hauptgegenstand des Berichtes des seinerzeit zu in Studium dieser Frage ein* gesetzten Regicningskommissars Lewis Frencli. Frencli hat bekanntlich darüber hinaus weitgehende Vorschläge für arabische imicnkolonisation gemacht, die jedoch nicht berücksichtigt wurden. Angesiedelt werden sollen lediglich diejenigen (etwa 800) Araber, die in einem besonderen, von Juristen geleiteten Verfahren, nachwei* sen konnten, daß sic als Pächter infolge Verkaufs der ihren Grundherren gehörigen, aber von ihnen bearbeiteten Böden ohne Existcnziuöglichkeitcn geblieben sind, trotz der geldlichen Abfindung, die sie ohne rechtlichen Zwang von den jüdischen Bodenkatifsgeselischnfien erhalten haben. Die verantwortlichen jüdischen Instanzen haben stets feierlich erklärt, daß es nicht ihrem Wunsche entspricht, Araber vom Boden zu verdrängen oder ihres Unterhaltes zu berauben; wenn dies in Einzelfällen geschah, dann ist dies eine Folge der veralteten Agrar-Vcrfassung Palästinas und zum Teil auch des Verhaltens der arabischen Grundherren. . Gewiß ist vom jüdischen Standpunkt nichts dagegen einzuweuden, daß man diesen arabischen ehemaligen Pächtern zur Wiedererlangung einer landwirtschaftlichen Existenz verhütt. Darüber hinaus ist es zu begrüßen, daß diese Angelegenheit, die jahrelang als Stoff 7.u einer über* triebenen und aufgebauschten Agitation gegen jüdischen Bodenerwerb diente, ein für allemal aus der Welt ge* schafft wird. Auch der weitere Posten von 200000 Pfund für Agrar-Kredite ist nicht zu hoch, wenn man bedenkt, daß — parallel mit dem unerhörten son* stigen Aufschwung der Palästina-Wirtschaft — die palä* stinensisehen Getreidebauern• seit Jahren in furchtbarem Elend sind, durch Dürre, Fcldschäden und Mißernten nahe/,!! vernichtet, so daß ihnen auch die Steuern (in türkischer Zeit die 1 lauptcinnalnne der Staaisfinaiizen) erlassen werden mußten. Daß die Regierung bisher für diese Bauern nichts getan hat, trug dazu bei, die Unzufriedenheit im Lande zu mehren und die Fellachen zu einem Element der Unruhe zu machen. Bleiben im wesentlichen zwei Anmerkungen zu machen. Erstens: die Regierung ist laut Mandat verpflichtet, die Errichtung des Jüdischen Nationalheims zu erleichtern, insbesondere aber die ,,dichte Ansiedlung von Juden auf dem Lande“ zu fördern (Art. 6 des Mandats). Man kann argumentieren, daß alle die aus den Erträgen der Anleihe finanzierten Aktionen indirekt auch dem Jüdischen Nationalhcim zugute kommen und daß jede Verbesserung des zivilisatorischen Zustandes im Lande den Aufbau des Nationalhcims ,,erüJsüUai W י*# {*sj ,ab 1 **•41 W < «fl f־ ■ ■"ך f. 1 ihhiim 1 ן— cJ* n?! 1 /fף׳"' 1 |»״ ״ ן ) '?! leichtert“. Aber auf die direkte Unterstützung der ״dichten Ansiedlung von Juden auf dem Lande“ warten wir bis heute. Bisher hat die Regierung sich auf den Standpunkt gestellt, daß sie hierzu nicht in der Lage ist, auch meinte sie, für jüdische Siedlung nichts tun zu können, ohne gleichzeitig der arabischen Dorfbevölkerung ihr Wohlwollen zu zeigen. Nun ist der Moment, wo die Regierung über Mittel verfügt und wo sie aktiv und sichtbar für die arabische D fbcvöikcrung eingreift. War es nicht eine zwingende Notwendigkeit, bei dieser Gelegen* heit auch der erwähnten Mandatsbcstinunuiig zu gedenken und eine großzügige Förderung der jüdischen landwirtschaftlichen Siedlung zu bewerkstelligen, zumal da es sich hierbei keineswegs um Verlustaufwendungen handein mußte, sondern um ein förderndes und ordnendes Eingreifen des Staafes zugunsten jener Entwicklung, auf der der Wohlstand des Staates heute beruht? Daß die Regierung mit Ausnahme der der Gesamtbevölkerung dienenden Positionen nur spezifisch arabische Bedürfnisse berücksichtigt hat, beweist zumindest einen Mangel• an psychologischem Verständnis׳ den Juden gegenüber, einen Mangel, der für die politische Atmo- Sphäre Palästinas leider schwerwiegende Folgen hat. Und zweitens: die Fähigkeit Palästinas, Anleihen dieser Art aufzunehiiicn, beruht ausschließlich auf dein jüdischen Kapitalzustrom und auf der durch Juden bewirkten Entwicklung des Landes. Diese Tat* sachc wird von niemandem bestritten. Wenn mm aus den Einnahmen des Landes Aufwendungen für die arabische Landesbevölkerung gemacht werden, so* ist dies unseres Erachtens — wir unterscheiden uns damit von manchen anderen jüdischen Kreisen — unangreifbar, denn es gebt nicht an, daß in einem Lande zwei Völker, nebeneinander auf so ungleichen wirtschaftlichen und zivilisatorischen Ebenen leben; dies verstärkt noch den nationalen Ge* gensatz. Aber es wäre eine politische Notwendigkeit, den so begünstigten Arabern gleichzeitig eindeutig zum Be* wußtscin zu bringen, daß sie hier in den von den Juden vorwärtsgetriebenen Aufbau des Landes ein bezogen werden. Der heutige Zustand, daß die Araber auf der einen Seite gegen die jüdische Einwanderung protestieren, auf der anderen Seite an die Regierung materielle. Forderungen stellen, die diese nur dank der jüdischen Einwanderung zu befriedigen im* stände ist, ist verlogen und untragbar. Die Juden soll* ten gegen diese den Arabern zugute kommenden Aufwen* düngen nicht protestieren, aber sie sollten darauf Mit der starken Einwanderung deutscher Juden nach Palästina ist die Sprachenfrage auf die Tagesordnung der öffentlichen Debatte gelangt. Die Frnpc selbst bestand auch ohne die neuen Einwanderer, Wohl hört man ln Ver* .Sammlungen einzig und allein Hebräisch, aber auf der Slraße hört mau auch viel Deutsch, auf dem Markt macht das Jiddische dem Hebräischen noch oft den Rang streitig, und in den Häusern ist Russisch, das auf der Straße ausge• storbeu ut sein scheint, spürbar. Zum erstenmal aber hat Palästina eine M a s s e 11 e i 11 w a n d e r 1111 g von West* in de n zu verzeichnen, von Juden, deren hebräische Kenntnisse gering sind oder (jenen die Sprache überhaupt unbe* Rannt ist. Dem Jisclniw ist wenig bekannt, daß die Be* uiülumg, hebräisch zu lernen, unter den deutschen Zionisten schon immer vorhanden und oftmals stark war, dal) in jeder größeren Stadt seit vielen Jahren hebräische Sprachschulen bestehen, dnß zionistische Jugend* und Studciitciiorgauisationeu Hebräisch für obligatorisch erklärt haben; der Jisclniw empfindet mir, daß der neue Einwanderer ihm sprachlich recht fremd ist. Man mißt den deutschen Juden mit strengen Maß- Stäben. Man hat schon vergessen, daß vor 10--15 Jahren die Einwanderer russisch sprachen, daß in der Periode der Grahsky-Alijali Polnisch und Jiddisch die Straßen von Tel* Awiw erfüllten, aber in etnem empfindet diese Stimmung des jisclniw riclitig: Die früheren Einwandererströme waren viel tiefer mit der hebräischen Sprache verbunden als die jetzigen. Auch die assimilierten russischen Juden hatten hebräisch in ihrer Kind* heit gelernt, der jiddisch sprechende Einwanderer konnte bald die verschütteten Spracherimierungcn des Chcdcr oder der Jcscliisva wieder in sich lebendig werden lassen, der Wechsel von der asdikenasisch-polnisclien Aussprache zur sefardischcn ist kein so tiefes sprachliches Ereignis wie die Aneignung der fremden hebräischen Sprache für den Einwanderer aus I )culsclilaiid. Mit Recht muß man daher vom Jisclniw ein erhöhtes Maß sprachlicher Toleranz fordern: mit noch viel größerem Recht und mit allem Fanatismus muß aber von den Einwanderern aus Deutschland verlangt werden, den Prozeß der Erlernung der hebräischen Sprache zu hc* schleunigen. Die Bemühung, hebräisch zu lernen, ist unter ihnen groß. 1 leberall bestehen Kurse, die Hitachduth Olej Germania hat ein eigenes Kulturdczeruat errichtet, unter Leitung von Nnclntm Lewin besteht zudem ein hebräischer k'lnb, dessen Referenten sich aus den Kreisen der deutschen Olim seihst rekrutieren. So in Tel-Awiw, und ähnlich liegen die Dinge in Haifa, Jerusalem und den Kolonien. Die Zahl der hebräischen Lclvrer, die aus Deutschland nach Palästina kamen, ist nicht klein, cs gibt Abendkurse in den Gymnasien, der Gdud Meginc Hnssafa (Gruppe der Spracbvcrteidigcr) hat Lehrstunden eingerichtet. Es ist eine l.ehrbücheriitcratur cmporgcscliosscn, auch Sprachführer sind erschienen und liegen in allen Buchhandlungen aus. Kein Zweifel, man tut viel fiir den Anliinger, damit er sicli einigermaßen sprachlich zurechtfimlet. Die hebräische Sprachbcwegung in Deutschland wird mit Interesse verfolgt, die hebräische Presse liringt Berichte über das Ansteigen der Bewegung in den kleinen Städten, über tlic Kämpfe in den Ocmeiiulcstuben, über die sefnrdisclie Aussprache. Die Tatsache, daß auf dem letzten zionistischen Kongreß Hebräisch mehr als bisher in den׳ Vordergrund trat, hat der hebraikchen Bewegung einen weiteren Antrieb gegehen. Der Waad Hafaschon, der durch den Tod von Dr. Zifronl einen schweren Stoß erlitten hat, beginnt jetzt, nachdem Dr. Torcyner seine Kraft in den Dienst der Spracharbcit gestellt hat, wieder mit der Arbeit. In den Externkursen der Hebräischen Universität in Tci*Awiw sind Kurse für die hebrä* ische Sprachforschung eingerichtet worden. Die Zeitschrift honen 11“ hat in Dr. Tore ,,L c s c 1 Torcyner ihren neuen Redak* t דדז 1.1«י •J«. * tenr gefunden. Gerade stellt ein Element dar, die Einwanderung dessen sprachliche 1*'״'schund , Bedürfnisse groß sind. Es sind 01t Menschen von hoher geistiger in düng hierher gekommen, die reiche hebräische AumI״! c ' möglichkeiten .suchen, die auf Genauigkeit und Dificrt■״ nmg im Sprechen und Denke״ zu achten gewohnt f begann man auch darauf die Aufmerksamkeit zu lenken mau den reichen sprachlichen Schatz, der sieh in Biiid',, , Mischlin, und mich in der späteren mittelalterlichen 115 modernen Literatur findet, dem HebräisclileriiemU•״ der 111,1 sehen Ahjah vermitteln könne. Man sah, daß es notwe-1 sei, nicht nur dem Anfänger bei der Erlernung der SPr‘a-1 zu helfen, sondern daß es noch wichtiger sei, dem Mvnsd״!! zur wirklich e 11 Beherrsch!! 11g der Sprache verhelfen, einer Sprache, in der er geistig voll ]׳■hc5 ״ ״ aufgeheu kann, ohne sein Denken und Sprechen aiMrurl״ mäßig zu beschränken und verarmen zu lassen. Die Gefahr daß Hebräisch aus Mange! an Differenzierung des Ausdruck• zugunsten etwa des Englischen zunickgedrängt werde ul zweifellos vorhanden. Ali diese Gcdankcngäiigc und auch di» Notwendigkeit, den richtigen Kontakt mit der neuen Wanderung zu finden, veranlnßten den Igud L’liaschlaht Haiwrith in Tel-Awiw, einen kleinen Kreis von Hebräisch sprechenden West juden zusaniiiiciizurufcn, um über den Kam׳,! gegen die Vernachlässigung des Hebräischen im deutsch, jüdischen Kreise zu sprechen. Aus den vielen Vorschüßen die gemacht wurden, kristallisierten sich dann einige jU besonders wichtig heraus: a) Man solle für die Herausgabe der Beilage ״Lcschonrnz laarn“ in den Zeitungen wieder Sorge tragen, b) eine ständige Kommission, die in steter Verbindung mit dem Waad Halnschon zu stehen habe, und mit Beteiligung Hebräisch sprechender Einwanderer aus Deutschland ar. beite, solle das Material bestimmter Fachgruppen zur Uebersctzung der Ausdrücke ins Hebräische sammeln, c) Vorträge über die Sprachcnfragc im allgemeinen und über hebräische Terminologie im besonderen sollen regcimäBij von dem Igud L'haschlatat Haiwrith veranstaltet werden. Der Waad Haiaschon seihst, die höchste Sprachbehimlt, hat im Laufe der Jahre lexikalische Arbeiten über vcrschit• (Jene Wissenszweige ausgearbeitet, z. B. für Medizin, Botanik, Physik, Chemie, Photographie, Mathematik: es war aber deutlich, daß man damit vor allem den Lehrbedürf• 11 i s s c n der Universität dienen wollte. Mehr iiir die praktischen Notwendigkeiten bestimmt, erschienen vier kleine Hefte, z, T. vom Igud L’haschlatat Haiwrith aus, über Küchengeräte, Terminologien der Post, des Telegraphs und der Lick• trobranche und .schließlich ein Wörterbuch der Ausdrücke des graphischen Gewerbes. Die Wizo hat kleine Hefte über Haushalt und Küche licrnusgcgeben, und jüngst auch über Schneiderei, deren sorgfältiger und sprachlich reicher Stil viel zur Popularisierung der Fachausdriickc in der Um• gan/jssprachc beitragen kann. Jetzt ist man bestrebt, für Radio, das Oastwirtsgcw-crbc, Eriscurgcschäfte und Dcli• katcsscngcschiiftc die Fachausdrücke zu sammeln und zu übersetzen. Die Mitarbeit der deutschen Hebraisten ist auch auf dem Gebiet der rein sprachschöpferischen Arbeit wichtig. Das Büro des Igud L’haschlatat Haiwrith, Tcl-Awiw, Acliad Haamstr. 13. ebenso wie das Sekretariat des Waad Haiaschon, Tel-A«iw, Achad Haamhaus, stellen zur Beantwortung sprachlicher Fragen, die schriftlich cingereicht werden, zur Verfügung, An der ersten Sitzung des Igud L’haschlatat Haiwrith haben sich auch deutsche Zionisten beteiligt. Fritz Meir Fraenkel, Tel-Awiw. ö bestehe»; daß bis ins letzte Dorf, das min sein Schulgebiiude bekommen wird, die Kunde dringt, wem dies zu danken ist. Ein Blick auf Transjordanien und andere arabische Länder genügt, um 7.u zeigen, wie elend auch Pa* lästina aussehen könnte. Eine Anleihe dieser Art ist ein Staatsakt und damit ein Politikum ersten Ranges. Es müßte auch eine politische Ausdeutung erfahren und ein Instrument sein, um •die Atmosphäre in Palästina zu verbessern. Statt dessen müssen wir befürchten, daß das Gegenteil eintritt, und daß die Gegensätze immer stärker gegeneinander getrieben werden. Die Stimmung der Juden ist heute unter dem Eindruck der als zu gering empfundenen Zertifikats-Zuteilung sehr stark gegen England gerichtet. Diese Entfremdung zwischen Juden und Mandatarmacht ist aber eine große Gefahr für die Entwicklung des Jiklisehen Nationalhcims. Seit Jahren werden Versuche ge*!nacht, diese Beziehungen zu verbessern. Immer wieder gibt cs Rückschläge, und die öffentliche Meinung Palästinas ist nicht so geführt, daß sie über Konfliktstoffe hinweg eine einheitliche große Linie bcibchaltcn könnte. Akute Konflikte drohen den Strom aus seinem Bett zu verdrängen. Es ist Sache der größten jüdischen Staats* kuust, eine Sprengung des Gefüges, auf dem das Na* tionalhcim ruht, zu verhindern. Es ist bisher anscheinend nicht gelungen, die maßgebenden englischen Faktoren zu bewegen, daß sie auch der jüdischen Psychologie Reell nung tragen. Von Arlosoroff hatte man erhofft, daß cs ihm gelingen wird, und es gab verheißungsvolle An* fange. Aber Arlosoroff ist tot und ein neuer Anfang ist nicht gemacht worden. Die jüdische Masse ist wie jede Masse demagogischen Einflüssen sehr zugänglich, zu* mal wenn wirklich begründeter Stoff zur Unzufriedenheit vorliegt. Wir Juden aber haben, da es um unsere Sache geht, ein Höchstmaß an Einsicht und Klugheit zu zeigen. Nur so wird die Entwicklung des Nationalhcims durch unsere eigenen Kräfte ungestört fortschreiten können. Jerusalem, 7. Mai. (J. T. A.) In der jüdischen Presse Palästinas findet der soeben veröffentlichte Pinn der neuen Palästina-Anleihe eine sehr ungünstige Auf* nähme. Der Plan wird geradezu als ein ״w-ltercr Schlag gegen die jüdischen Interessen" bezeichnet. Die B'ätter weisen darauf hin, daß Amortisation und Zinsendienst der geplanten Zwci-Millionen-Ank’ihe fast vollkommen von den Juden ge• tragen werden wird; bei der Verwendung der Anleihe dagegen würden den Juden mir etwa 75 ODO Pfund zugute kommen, der Rest gehe direkt oder indirekt an die Araber, da bei den öffentlichen Arbeiten der Regierung vorwiegend arabische Arbeit verwendet werde. Besonders scharfe Mißbilligung findet es, daß eine Vierteimillion Pfund fiir die WicderansicdiuniJ von angeblich durch jüdische Landnahme von ihrem Boden entfernte Araber und 106 000 Pfund für arabische Schulen angesetzt wurden. Der Verwcndungsplan der Anleihe, so schreiben die Zeitungen, atme den Geist des Paiificldschen Weißbuches und der Berichte von Hopc-Simon und Frcndi. Der arabische Krieg und Palästina Der Vormarsch der Strcifkriittc Sultan Ihn Sands in Jemen wird von der c n g I isch c n Presse mit großem Interesse verfolgt, fn einigen Blättern werden aus diesem Anlaß Betrachtimgen über die mögliche Rückwirkung der Entwicklung in Südarabien auf andere arabische Länder, darunter auch Palästina, angcstellt. So schreibt die ״Y o r k sh i r c* Post': Fs taucht die Frage auf, ob nicht die Ereignisse in Jemen unerwünschte Auswirkungen auf Palästina und Tran*' j o r d a n i c n haben könnten, insbesondere wenn die Ereignis^ und die angeblichen Absichten Ihn Sauds im Lauf der Zeit, bis sie zu den Arabern Palästinas und seines Nachbarstaates gelangen, aufgcbauscht und entstellt werden, l»* Ansehen Ihn Sauds wurde durch den Zusammenbruch jemenitischen Streitmacht, die man für gefestigt hielt, zwciM' los erhöht werden. Die möglichen Einflüsse auf die arabische Bevölkerung Palästinas, wo bedauerlicherweise Aral)״ und Juden von einer Verständigung noch weit entfernt sind, muß mit einer gewissen Beunruhigung verfolgt werden. Einen durchaus optimistischen Standpunkt nimmt Keime'״ Williams im ״Obscrver" ein. Er meint, daß es kc1n unüberwindlichen Komplikationen geben werde. Die Ik/icnu ' gen zwischen dem Reich Ihn Sands und England seien gm■ Auch Ihn Sauds diplomatische Verbindungen mit dem un? hängigen Irak und mit dem Mandatsstaat Transjoriam seien zufriedenstellend. Die Frage der Herrschaft über ״ner■ Arabien sei eine rein arabische A n g c l e g c n 11 e 1 Jede andere Haltung zu dieser Frage seitens einer nichtinnM £ medanischen Macht würde heller Wahnsinn sein. f)ic lc ״ ä, längliche Herrschaft Ihn Sauds über die ganze Halbinsel nach der Ansicht des Verfassers, der den König für den ״ vorragendsten Araber seiner Zeit hä't, keine Kompl'ka״! sondern eine Vereinfachung in den Beziehungen zum Au* bedeuten. Was andererseits die stärker besied 'itcii ar ,n5. Länder nördlich des Wahabiteiireichcs, nämlich Irak, 1 jordanien, Palästina und Syrien, anbelange, so 'vuruw aller Wahrscheinlichkeit nach längere Zeit von der E״}"j'CK,uc|) unberührt bleiben. Ihn Saud sei ein Mann, der s*ct*.' zU das meine, was er sagt, und der niemals gezögert na ״ sagen, was er meint, Er habe sein Wort g«g..htf daß er diesen nördlichen י ändern gejL, Frieden halten werde. Man könne seinem wortven bis; sie Ur! Jis' au!