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Jüdische Rundschau · 1934-05-08 · Heft 37 (8.5.1934) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 37 (8.5.1934)
Date
1934-05-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 jüdische Rundschau Nr. 37. 8. V. 1W, «*"■ך ז־־,» /-T^S '׳״ ,**־״׳'—,r \ \[< (; j ' , 3 i \ / '׳״>!*. -«ü ö « *״־-־ r » lili liilanz des Oranjjen -Export» cn Auch Im Monat April war das Leben in «len Zionistischen Ortsgruppen Im Reiche außerordentlich rege, so daß wir Im folgenden wie In den voranßegangendn Monaten wiederum nur einen zusammenlassenden Bericht veröffentlichen können. (Red.) Sclilccien In B c u t h c n sprach am 19. 2. Ernst Lux über ,,Der Judaist aat und Altnculaud“, am 26. 2. Kurt Silberberg über IKL und KM., ain 5. 3. wurde der Film ״Wälder in 1 rer Israel'‘ gezeigt, am 12. 3. sprach Rudi Silberberg über Palästina-Erlebnisse. Am 13. 3. referierte Frau Dr. Ooldsteiu (Cileiwitz) über das Schulwerk; am 26. 3. sprach Fritz Thau über ״Nationale Kolonisation oder Privatinitiative" und am 27. _ 3. wurde der Bildstreifen Adlojada gezeigt. — In Neiße sprach am 10. 4. in der Zionistischen Arbeitsgeincin- Schaft Dr. Maus Prinz über jüdisches Leben in Palästina. Am 11. 4. hielt Dr. Willy Cohn (Breslau) einen Vortrag über die Grundlagen der Judenemanzipation. — Am 12. 4. hielt in Schweidnitz Dr. Hans Prinz einen Vortrag über Palästina; Ilse Weißfeld und Herr Grätzer umrahmten mit künstlerischen Darbietungen das Referat. — Am 14. 4. führte Dr. Kurt Licht in Striegau drei Filmstreifen über Paläsfina vor. Ostdeutschland — Ostpreußen in Braunsberg referierte Dr. Ratzkowski (Königsborg) über das Thema ״Gedanken zur Lösung der Judenfrage". — ln Deutsch-Krone sprach am 9. 4. Herr Kopydlowski über die persönlichen Aufgaben eines Zionisten. Ein zionistischer Literaturkurs wird von Herrn Landau durchgcfiihrt. ~ In Driesen veranstalteten am 22. 4. die Hachscbarah-Kibbu/im Altkerbe und Dragebruch einen KKL- Werbeabend, der großen Anklang fand. —In Frankfurt a. O. sprach am 11. 4. Dr. Ernst Simon (Haifa) über das Thema ״Aus der Werkstatt der hebräischen Kultur Ercz. Israels“. — In Gumbinnen referierte Dr. Ratzkowski über den Weg zur zionistischen Entscheidung. Im Anschluß an den Vorlrag wurde eine Ortsgruppe gegründet. — Am 8. 4. fand in Marien werder ein Lichtbildcrvortrag statt, bei dein Waller Rowcisky und der Vorsteher der Gemeinde, I ierr Howimky, kurze Ansprachen hielten. Am 14. 4. wurde durch Priedel Rublnsteiii (Königsberg) ein Sitif des Hechaiuz ge* gründet, dessen Leitung Kurt Kiewe übergeben wurde. — In Prcnzlau erstattete am 15. 4. Herr Kopydlowski (Stettin) ein Referat über die Geschichte des Zionismus. — In Schl 0 pp e (Grenzmark) sprach am 8. 4. Herr Kopydlowski in einer gut besuchten Versammlung. — In Stargard zeigte am 10. 4. Herr Kopydlowski den Bildstreifen ״Neue Wälder“, sowie Adlojada. Mitteldeutschland -־ Sachsen und Thüringen In Bleich crode sprach Walter Hcinemaiui (Magdcbürg) über die Aufgaben des deutschen Judentums. — In Burg spracli am 9. 4. Walter Heinemann über das Thema ״Palästina in unserer Zeit". Es wurde eine zionistische Arbeitsgemeinschaft sowie eine Jugendgruppe gegründet. — In Köthen veranstaltete die Z. O. O. einen Wcrbcabend für den KKL, bei dem der Filmstreifen Adlojada vorgeführt wurde und Ewald Kersten eine Ansprache hielt. Der bisherige Vorsitzende der Z.O. G., Dr. Meiidersliausen, ist nach Paläsfina übcrgesicdclt. Zu seinem Nachfolger wurde Gerhard Kersten gewählt. — In Leipzig spracli in zwei großen Veranstaltungen Adolf Poliack unter lebhaftem Beifall der Zuhörer. A111 14, 4. veranstaltete die Zionistische Vereinigung gemeinsam mit dem Bar Kocliba eine Kundgebung, hei der Dr. Lchrfretind, Dr. Rabau und Dr. Fricdenthal sprachen. — In Oschersleben hielt am 24. 3. Walter Heinemann (Magdeburg) einen Vortrag über das Thema ״Die deutschen Juden und Palästina“. — 111 Rat 11 eil ow referierte vor einer grollen Zuhörcrschar Dr. Schloßberg über ״Das Judentum an der Wende zweier Epochen". — In Uelzen spracli am 15. 4. Dr. Walter Groß (Hannover) mit dem Erfolg, daß sich fast sämtliche Gcmcindcmitglicdcr zu einer neuen Ortsgruppe zusatumcnschlossen. — In Weiß enteis a. S. spracli am 21. 4. Dr. Lehrfreund (Leipzig) über Palästina und deutsches Judentum. Süd- und Südwcstdeutschlandi in Buchen wurde der Filmstreifen Purim in Tcl-Awiw vorgcfiihrt. — In Groß- und Klcin-Eich olzheim (Bailen) spracli W. Werthciincr über das jüdische Palästina an Hand von Lichtbildern. — In Frankfurt a. M. wurde eine gesetzestreue Gruppe Chaluzim Datiim gegründet. — ln G öp n i n g e 11 sprach am 8. 4. Dr. Hans Pomcranz über seine Pnläsiina-Erfaiirtiiigcii. — in Hainstadt i. B. sprach Dr. Oito Simon über das Thema ״Vor verschlossenen Toren?“: W. Wertheimer referierte über die ״Judenfrage von Titus bis Balfour“. — In Heilbronn wurde am 7. 4. der Bildstreifen ״Wälder in Erez“ sowie ״Adlojada“ gezeigt. Atn 14. 4. sprach Georg Gutlimann (Frankfurt) über die Lehren des letzten Jahrhunderts für das deutsche Judentum. An Stelle des nach Palästina übergesieddten Vertrauensmannes des N.-F., Max Stern, wurde Heinz Gumbe! bestellt. — In Külzlieim sprach Lehrer Sichel über den Schabbath und. W. Wcrthcimer über den Aufbau Palästinas. — in Manuheim spracli am 12. 4. Prof. I)r. Wcrthcimer (Halle) über die Biologie der Rnsscnfrcmdhcit. — In Bad Mergent• heim finden regelmäßig Oneg-Schabbath-Feiern und hebräisclie Singstunden unter Leitung von Lehrer Frankfurt statt. Geschichtliche Vorträge hielten die Herren Dr. Kahn (Mergentheim), Dr. Auerbach (Würzburg) und Max Stern (Niederstetten). lieber Chassidismus spracli Hugo Fröhlich an drei Abenden, über ״Ja-Sagcn zum Judentum“ und ״Judenschicksal und Palästina“ Lehrer Kaufmann (Tauberbischofsheim). Herbert §01111 (Berlin) referierte über die geistige Situation der deutschen Juden. — In Mil t c n b c rg a. M'. hielt W. Wert* heimer einen Vorfrag über Palästina. — In Sennfeld- Adels 11 ei 111 (Baden) hielt W. Wcrthcimer zwei Lichtbildervortriige über Palästina. Herr Kaufmann (Hainstadt) sprach über jüdische Einkehr und Umkehr; frma Risseislicimcr (Walldürn) über ״Wir jüdische Mädchen und Erez Israel"; Martha Baer (Buchen) berichtete über Ihre I’aliisiinareise. — In Stuttgart begann am 17. 4. die O.G. eine Arbeitsgemeinschaft über das Thema ״Nichtzionistische Lösiingsvcrsuclie der Judenfrage“ unter Leitung von Dr. Köstcrich. — 111 Worms veranstaltete am 22. 4. die Mannheimer zionistische Jugend einen gut besuchten jüdischen Abend, dessen Regie Richard Hirsch hatte. Es gelangte ״Binjan Haarez", ein Spiel in fünf Bildern, zu dem Kantor Hugo Adler die Musik schrieb, zur Aufführung. Rheinland — Westfalen In Berne aste! spracli H. Kaiser-Blüth am 16. 4. und zeigte gleichzeitig den Bildstreifen ״Adlojada“. — In Buer sprach Sigmund Szobel über jüdische Religion und jüdischer Nationalismus. — In Bochum hielt Hans Scidcnbcrg eine Ansprache zum Lichtbildcrvortrag; Dr. Stern berichtete über Keine Eindrücke in Palästina. — 111 Bonn hielt Herr May am 18. >. einen Vorfrag ״Zur Lage des deutschen Judentums“. -- In Duisburg referierte Dr. Scliloßherg über zionistische Arbeitsfrageu. — Am 19. 4. fand in Düren ein Vorlrag von Dr. Schloßberg ״Lehren des Schicksals“ statt. — in Düsseidort spracli im Rahmen eines Schulungskurses des westdeutschen Makkabi-Bezirks Dr. CapcU über ״Gcmcinschaflsarbeit und Gemeinschaftserziehung im Makkabi“. — In Geilenkirchen veranstaltete die 0,0. am 17. 3. einen Werbe,וbcnd, in dessen Mittelpunkt eine lustige Palästina- Revue stand. — in G c I s e n k i r c 11 c 11 sprach'am 21. 4. Dr. Schloßberg über das Thema ״Untergang oder Erneuerung". — In Gießen waren am 15. 4. zum Eiternabend des 1, P. D, zahlreiche Eltern und Freunde des Bundes erschienen. Heinz üoclksheiiucr zeichnete den Weg und das Ziel des Bundes. — in Gladbeck veranstaltete die Z.O. G. vom 2. bis 7. 4. eine Infensiv-Woche. Sigmund Szobel, Hans Scidcnbcrg, Hans Capcll hielten die f faiiptrcfcratc. — In Herford spracli am 15. 4. Dr. Schloßberg über das Thema ״Schicksalswende". — In Krefeld-Uerdingen spracli am 18. 4. Dr. Schloßberg über das Thema ״Deutsche Juden am Scheidewege". — In Lübbecke (Westf.) hielt Rudi Herz den ersten Palästina-Vortrag. — In Marburg hielt in der Zionistischen Arbeitsgemeinschaft Dr. Salli Lcvy (Frankfurt a. M.) einen Palästina-Vortrag und führte anschließend die Bildstreifen ״Tcl-Awiw“ und ״Adlojada“ vor.— 111 Mayen (Eiffcl) fand vom 8. 4. bis zum 13. 4. ein Osterlager des J. P. D., veranstaltet von den Ortsgruppen Essen, Recklinghausen, Herne, Düsseldorf und Köln, statt. —- In Moers spracli am 25. 4. Dr, Capelt über den Zionismus und die Gestaltung der jüdischen Zukunft. — In Oberhausen hielt Dr. Capcll ein Referat ״Palästina — Asyl oder Heimat“. — in Osnabrück sprach am 14. 4. Dr. Schloßborg über das Thema ״An der wende zweier Epochen". — Am 16. 4. fand in Recklinghausen eine Versammlung mit Dr. Scliloßherg statt, der über ״Lehren des Schicksals“ sprach. — In Remscheid findet ein Palästinakursus unter Leitung von Dr. Ikcnberg statt, nachdem zuvor Rabbiner Dr. Philipp einen Kursus über Ocschichtc des Zionismus gehalten hat. — In Witt lieh sprach am 15. 4. Siegfried Schweizer (Köln) über die Judcnfrage, außerdem wurden die Filme ״Tcl-Awiw" und ״Adlojada“ gezeigt. Norddcutochland In Emden sprach Bankier Wolff (Berlin) über das Thema ״ist Palästina Ercz-Israei?", über das er zuvor in Auricli referiert hatte. — In Oldenburg fand am 4. 3. die Oründungsvcrsammhing der Zionistischen Ortsgruppe statt, in der Dr. Kurt Zacharias, Bremen, ein Referat ״Palästina-Siedlung und dcutsehe Juden frage" hielt. Am 12. 4. veranstaltete die 0.-0. einen Palästina-Abend, bei dem Ester Kaznclson über das Leben des Jisclmw sprach; über die Bedeutung der zionistischeu Fonds referierte Max Orünbcrg. Anschließend w'urdc der Lichtbildstrcifcn ״Tcl-Awiw" vorgeführt. ״Doar Hajo m" zieht nunmehr, da die Saison ihrem Ende cnfgcgnigchf, die Bilanz in ft Weise: Es ist anzitnchincii, «laß der Export in! fenden Jahre 5(j Millionen Kisten betragen hat, all״;,״״״ Ergebnisse sind Markte haben Orangra. 1׳ilfiuier lau. biim allgemeinen befriedigend. Lj״w durch ihre Kaufkraft üh nc errayht. Die Vereinigung trndltloncll-gcscfzcstrcucr Rabbiner Deutschlands teilt mit: Die Rcichsrcgicrmig hat der jüdischen Schülerschaft allgemeiner Seluilen die Möglichkeit der Sabb a t h - H c i I i g u 11 g gewälirt. Konsequent aber knüpfte sie daran die Forderung, daß, wer den Sabbath als seinen Ruhetag betrachtet, ihn auch ausschließlich seiner heiligen Besfimmung weihe und der Schule fernbleibe. Sie hat damit jedem die Entscheidung in die Hand gegeben. Nur wer opferwillig ein Ganzes tut, hat das Recht, in seiner religiösen lieber» zeugung respektiert zu werden. Wir richten an unsere Eltern und Kinder, soweit sie allgemeine Scliulen besuchen, die dringende Aufforderung, mit Mut und Freudigkeit den ihnen durch die Regierung ermöglichten Weg zu beschreiten. Die höhere Anforderung, die dadurch an die Seibstarbcit des jüdischen Schülers gestellt wird, kann nur befeuernd und anspornend wirken und wird reichlich belohnt durch das einzigartige Glück, den Sabbatli in seiner vollen Schönheit und Weihe regelmäßig mitertebcu zu können. Vorstand der Vereinigung traditioncll-gcsctzestreucr Rabbiner Deutschlands. Handwerkerzählung im Hechaiuz, Der Mcrjkas Hechaiuz bittet, zwecks besserer Erfassung aller Handwerker im Hcclialuz, alle in handwerklicher Ausbildung befindlichen Chawerim um umgehende Meldung und Beantwortung folgender Fragen: 1. Art des Handwerks; 2. Dauer der bisherigen Alisbildung; 3. Größe des Betriebes; 4. Erstausbildung oder Um- Schichtung. — Falls der »betreffende Chawer an einem Orte lebt, in welchem sich ein Snif des Hechaiuz befindet, wird die Meldung über die Snifim geleitet. Die Meldung muß, falls sic anerkannt werden soll, bis spätestens 15. Mai erfolgen. Meldepflicht gilt auch für die Chawerim, die sich auf Ilachscharalt im Auslande befinden. Merkas Hechaiuz, Berlin W15, Mcinekestr. 10. Karlsbad. Die zionistische Ortsgruppe teil mit, daß sic ihre wöchentlichen Zusammenkünfte wie bisher jeden Donnerst a g a b e 11 d im Hotel Giattaucr Parkstraße ab 7.30 abhält. Zionisten, die irgendwelche Auskünfte wünschen, wenden sich an Dr. W. Kohncr, Karlsbad, Mühlbrunnstr. 9, ״Wied“. — Zum leitenden Arzt des lsr. Kurhospitals wurde von der Repräsentnntcnsitzung der Kultusgcmeinde wiederum Dr. med, Walter Kohncr gewählt. wegen. uMcgettnäfUgei edek uhfuUtldUckei Ziusidütng tw&eiet- Zeitung. könnan von una nur mit sehr großer Verzögerung erledigt werden, well wir gezwungen eind, eie an die hierfür allein zuständige Postanetalt zurilckzuieiton. ScUndlste demUgung detatiige*. f/länget erzielen Sie, wenn Sie sich selbst direkt nn Ihren Briefträger edor an Ihr Bsateilpostamt (unfrankiert zulässig) wonden, weil die Expedition aller von uns offen aufgelieferten Exemplare durch diese Stelle erfolgt und tti&ncds duuU unsere VetiMisfe-AöieMung Deutschland hat in diesem Jahre beinahe doppelt s;njf1 Orangen gekauft \vio im Vorjahre. Die Märkte in den ו)ז0א ländern Europas haben ebenfalls durch ihre AufnalmicfaQ״' keit überrascht. Frankreich hat mehr gekauft als im Vm" jahre, ebenso die Tschechoslowakei. Rußland lut Kisten abgenoinmcn. Dagegen bereitete Kanada eine grofle Enttäuschung. Die grolle Konkurrenz der Vereinigten Staate״ und die Wcrtscliwankungcn des Dollars haben dem nj. lästincnsischcii Markte Verluste bereitet. Im Anfang Saison herrschte in Palästina die allgemeine Meinung vor daß Kanada einen neuen und sicheren Markt abgehen wird’ Diese Hoffnung ist enttäuscht worden. Dach glauben dit Sachverständigen, daß dies nur eine vorübergehende f>. schciiiung ist. Die Grapefruit, die im Vorjahre ausge• zeichnete Preise gebracht hatte, ist in dieser Saison im Preise so gesunken, daß sie knapp die Ausgaben deckte vielfach sogar Verluste brachte. Diese Erscheinung hanjt jedoch nicht mit der Konkurrenz zusammen, denn auch iur die Grapefruit von Florida, Kuba und Jamaika war di« Saison sehr ungünstig, ja es kann sogar gesagt werden daß die palästinensische Grapefruit bessere Preise erzielt hat, als die aus anderen Ländern, im allgemeinen kann (;!. sagt werden, daß nach Ansicht der Fruchthämlier an den Börsen in England, Frankreich und Deutschland die paiästinen■ sisclicn Früchte dank ihrer Güte und Schönheit den Markt zu erobern im Begriffe sind. Die Erzeugung von Esscmej aus Orangen und Grapefruit verdient noch eine besondere Erwähnung. Eine Fabrik in Rcchowoth, welche solche F.sscr,• zeit und Orangcnsaft herstellt, konnte sie an Parfümerien in Europa und Amerika zu hohen Preisen absetz.cn. Die Saison wäre wohl noch viel besser ausgefallen, wenn die Regierung den Export entsprechend gefördert hätte. Der Mange! an Eiscnhahnwaggons, die Knappheit der Magazine und das Fehlen entsprechender Beamter in den Häfen und bei der Eisenbahn haben dem Export Schaden zugefügt, fclftemtöndlgkelt und Toleranz 1111 ״Bustenai“, dom Organ der Pflanzer, stellt Mmcht J S m I i n n s.k v •pessimistische Betrachtungen Über den Kultur- . zusiand des jüdischen Palästina an. Zwar sei der Jisclmw auf kultureller Höhe, wenn man diese Kulturhölic mit einem äußerlichen Maßstab messe, nämlich nach der vorhandenen Bildung der Bewohner. Aber die innere Kultur eines Volk« zeige sicli nicht hierin, sondern in seiner ursprünglichen Schöpferkraft. Und unter diesem Gesichtspunkte könne man nicht sagen, daß das jüdische Palästina auf jener Höhe sei, welche das jüdische Volk bisher gekennzeichnet habe. Die zwei Schlagwortc, welche heute die Welt beherrschen, Nationalismus und Sozialismus, beherrschen auch das jüdische Palästina. Aller die Art, wie diese Schlagwortc verwirklicht werden, ist nicht originell jüdisch, sondern wird einfach von den anderen Völkern entlehnt. Die Art, wie solche Schlag- Worte bei uns aufgenomnieii werden, hätte zeigen müssen, daß wir nicht ein Volk wie alle anderen Völker sind. Pies ist aber leider nicht geschehen. Das nationale Schlag• wort hat sicli zum Sehlngwort des Judcnstaa.es verdichtet. Nun könnte freilich die Hoffnung auf einen Staat zur Quelle von Kraft werden, warn sic als fernes Ideal wirken wurde, da cs immer zu neuen Anstrengungen, zu neuer Schöpferkraft und schöpferischer Betätigung antreibt. Alter davon ist nichts zu selten. Man hat das rein formale Schlagwort aufgcgrilten, cs blind von anderen Völkern übernommen, ohne zu btdenken, daß unsere Staatsbcwcgimg doch einen ganz anderen Charakter tragen müsse, als die anderer Völker, denn unsere nationale Bewegung ist fern vom eigenen Lande entstanden, una wir sind ein Volk, das nocli nicht den Boden für seine Staatlichkeit hat. Was wird uns ein ״Staat“ geben, wo wir nicht die Erde unter unseren Füßen haben, und die Mehr• heit der Bevölkerung nicht jüdisch ist? Nicht nur die Re• visionisten sind Opfer des Schlagwortcs vom Judenstaat geworden, auch unter den Anti-Revisionisten, selbst uni« deren Führern hat sich die Meinung durchgcsctzt, daß ein Judenstaat, und wäre er auch nur ein Liliput-Staat, eine Er• rungenschaft bedeuten würde. Sicht mau denn nicht ein, daß ein 'Solcher Zwergstaat wohl alle Gefahren der Staat• lichkeit in sich trüge, aber wegen seiner Kleinheit kemt Möglichkeit gäbe, die jüdische Schöpferkraft zu entfalten. So ist also das nationale Schlagwort in unorigincilcr Meist von den anderen Völkern übernommen worden. Dasselbe gilt aber auch von dem sozialistischen Schlagwart• Im Beginn der jüdischen Arbeiterbewegung waren zwar Versuche vorhanden, den sozialistischen Gedanken in einer jüdisch-originellen Form zu erfassen. Man verband den de• danken mit der Forderung der Rückkehr zur Erde und zur Arbeit. Die Gedankenwelt A. D. Gordons und des Hapael• Hazair von damals stellte, trotz, ihrer Abhängigkeit _'הי* Toistoischcn Gedanken, einen Versuch dar, den Sozialismus aus jüdischen Quellen zu begreifen und in der jüdischen Tradition zu verankern. Aber diese Erscheinung ging ״a» vorüber, und was heute in Palästina Sozialismus ist, einfach die Ucbcrnahmc europäischer Schlagwortc. Und nun setzen sich diese Schlagworte in Palästina durch und trete״ mit einer Intoleranz auf, die wiederum nur Zeichen £»'a kulturellen Niederganges ist. Zur Frage der Sabbat-Ruhe ln Tel-Awiw ist es kürzlicli am Sabbat zu Ruhestörung״ gekommen, die dadurch veranlaßt wurden, daß von artlio• doxer Seite versucht wurde, sich der Entweihung des Sabbat durch Automobile, Radfahrer usvv. mit Gewalt entgegenzusteilcn. Anläßlich dieser Zwischenfälle schreibt W׳ M. Glücks o Im, der Redakteur des ״liaarcz“: Es » sehr zweifelhaft, ob dieser Weg, durch ״direkte Aktionen der Sabbat-Schändung und der damit verbundenen ־״ wilderung ein Ende zu mache״, zum Ziele führen wird; 1J jungen Leute, weiche mit ihren Fahrrädern und Motorrad!■™ 111 den Straßen von Tcl-Awiw am Sabbat einen Holle»13׳' machen, und die Bürger, welche in Automobile״ fa״“: haben ihre eigene״ Begriffe von öffentlicher Disri!»»' ״L Achtung der Tradition. Die direkte Aktion ist schwer»!• ein erzieherisches Mittel, welches diese Ansichten •'1»1Q wird. Ein Kampf mit der Faust wird kaum Begriffe Heiligung des Sabbat und öffentlicher Disziplin vcrbrciy; Der Kampf um den Sabbat muß ein kultureller Kampf ״ . Die Schande der Sabbat-Schändung in der ersten Jtudr^fS Stadt bleibt freilich bestehen. Die sogenannte Freiheit Gewissens hat sich durch die dialektische Ironie in unsc Wirklichkeit in ihr genaues Gegenteil verkehrt. Sie!s» einer systematischen und barbarischen Verletzung der ' giösen Gefühle unserer Massen geworden. Und ״ ps und die Polizei stehen auf Seiten der Sabbat-Schande ■ scheint aber, daß wir keinen kurzen Weg haben, um 0! großen Verderbnis entgegenzutreten. Es gibt nur den »»,s Weg einer erzieherischen Beeinflussung• 'L|״

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