Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 37 (8.5.1934)
- Date
- 1934-05-08
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU i Der Arlosoroff ״ Mordprozefj Jerusalem, 4. Mai. (J.T. A.) In den in den leiden!drei Tagen durcligcfülirten Verhandlungen im Arlosoroff- Prozeß war wieder viel von den Fußspuren an der Mordstelie und ihrer Prüfung du re 11 die Spurcn-Sacliverständigen die Rede. Der Spurcnsticficr Abu Regal g sagte bei seiner ־/.weiten Venidummg aus, Stavskys Fußabdriieke bei der durch die Polizei im Gcfängnishof vorgenommenen Prüfung der Fußnbilriickc zahlreicher Personen nicht wiedercrkaiint 711 haben. Dieser Umstand sei mit der verschiedenen Bodenbescltnffcnhdt im Ocfiingnishof und an der Mordstelie zu erklären. Dies habe er auch dem Polizei- Inspektor Schiff, der die Spurcnprüfung im Gcfängnishof durchführen ließ, miseinaiulcrgcset/.t. Der offizielle polizeiliche Spureiisacliverstämlige Schl .111 (יc Weis borg erklärte, obwohl zwischen den Fußabdriicken an der Mordstelie und denen Stavskys große Achulichkcit bestehe, könne die Identität der Spuren am Strande mit denen Stavskys nicht ohne weiteres behauptet werden. Der Tcl-Awiwer Buchhändler Fiij,11111־ Keßler, dessen Leihbücherei Stavsky benutzte, sagte aus, Stavsky sei am Tage vor der Frmordting Arbsoroffs zu ihm gekommen, um seine Finlage zu belieben. Als Keßler ihn ersuchte, morgen wiedeivtikommeu, da er das (leid nicht habe, habe Stavsky erklärt, er werde aiii nächsten Tage in Jerusalem sein. Schon vierzehn Tage früher habe Stavsky seine Einläge mit dem Bemerken zurückgefordert, er wolle am niieh• steil Mittwoch — neun Tage vor dem Mord •— nach Europa reisen. Am Mittwoch habe jedocli Stavsky gesagt, er habe seine Abreise verschöben. Der Polizist .Mosche Keßler aus Petacli Tikwali bc• kündete, er habe im Mai gesehen, wie Stavsky, der in Petacli Tikwali arbeitete, in zwei Steine folgende Inschriften ein• geritzt habe: ״Hier ruht Ben Gtirion“ und ״Hier ruht der H is t a d r 11111• F ii h r c r Arlosoroff". Einer dieser Steine lag dem Oericht vor und wurde vom Zeugen wiedercrkaiint. Der nächste Zeuge, Polizei-Inspektor Rosen• stein aus Petacli Tikwali, bestätigte Keßlers Angaben. Längere Zeit nahmen Vernehmungen betreffend den Ver* such Stavskys, sein Alibi 1! a e 11 z 11 w c is e n, in An• spruch. Stavsky behauptet, er habe die Mordnacht in Jeru• salcm verbracht und am Abend im Jerusalemer Restaurant Hascharon gespeist. Die Polizisten Simclia S c in c I und Simon Fuchs, die au dem kritischen Abend im Hascharon• Restaurant weilten und Stavsky genau kennen, erklärten, sie hätten in der Zeit zwischen acht und neun l ihr abends Stavsky oder eine ihm ähnelnde Person dort nicht gesehen. Als regelmäßigen Besuchern seien ihnen die meisten Gäste des Restaurants bekannt. Sie hätten an dem Abend nur drei ihnen unbekannte Personen in dem Restaurant gesellen und ihnen keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt. Der Inhaber des Lokals, Jelmda Leib Kadainski, sagte aus, «r kenne Stavsky, erinnere sich aber nicht daran, ob er gerade an jenem Freitag ins Restaurant gekommen sei oder nicht. Ein Antrag des Verteidigers, die Aussagen aller bisher über die Identifizierung der Beschuldigten vernommenen Zeugen unberücksichtigt zu lassen, weil diesen Zeugen vor ihrer Vernehmung Photographien der Verdächtigten gezeigt worden seien, wurde vom üericlit ahgclchnt. Inspektor Tcnenhauni sagte als Zeuge aus, er habe wenige Stunden nach dem Mord am Strand Versuche an• gestellt. Hierbei habe sich ergehen, daß im bloßen Sternen• licht Personlm an jenem Abend nicht gut erkennbar waren, daß alier bei Verwendung eines Blinklichts Personen auf einen Meter Entfernung genau erkannt werden konnten. Es wurden dann Osclier Chasan, bei dem die Angcklagten Achi-Mcir und Stavsky ein Zimmer gemietet hatten, und seine Frau vernommen. Chasan bekundete, er habe Stavsk'׳ am Abend dos Mordes zwischen ö und 7 Uhr in seinem Zimmer gesellen (der Mord geschah etwa um 11 Uhr), Das Zimmer habe Stavsky drei Monate vor dem Mord gemietet. Chasaus Haus liegt im Kaukasier-Viertel. Stavsky •nahe■ nur an zwei oder drei Tagen in der Woche gearbeitet, Nach ö Uhr abends seien an dom Mordabeiid fünf Personen in Stavskys Zimmer gewesen, unter ihnen dieser selbst und A c 11 i - M e i r. Das nächste Mal habe er Stavsky und Achi-Mcir tags darauf um 10 Uhr abends gesehen. Sie hätten sich in ihrem Zimmer gut gelaunt unterhalten und über die Prämie gesprochen, die die Polizei zur Ergreifung der Mörder ausgesetzt hatte. Einige Tage darauf wurde Achi-Mcir ver• haftet, bald jedocli wieder freigclassen. Als er nach Hause zurückkam, fragte er Chasan, ob Polizei im Hause ge• wesen sei und was Chasan ihr gesagt habe. Zu Beginn der nächsten Verhandlung verlangte der Ver• leidiger die Vorlage aller Photographien, die vor der Identifizicrung der Verdächtigten im Besitz der Polizei gewesen seien. Der Staatsanwalt erklärte, diese Photographien seien nicht niifziifintlcn. Ein hierauf vom Verteidiger gestellter A11• frag, die Aussagen aller jetzt nicht geladenen Zeugen vor• zulcgcn, wurde vom Gericht abgelehnt, Dagegen gab das Oericht dem Antrag des Verteidigers statt, die bei Aclii- Mcir konfiszierten Manuskripte, in denen Achi-Mcir politischen Mord für zulässig erklärt, nicht verlesen zu lassen. Bei seiner weiteren Vernehmung teilte Inspektor T eilen* b a u in mit, er habe Stavskys Photographie am Sonntag nach dem Mord vom polnischen Konsulat erhalten. Der Zeuge legte dem Gericht eine von ihm am Tage nach dem Mord am Strand allgefertigte Skizze vor, auf der die inutmaßiiehe Stellung von Dr. Arlosoroff, seiner Gattin und der beiden Mörder im Augenblick des Attentats ciiigczeichnet war. Auf Grund dieser Skizze, erklärte Inspektor Tencnbäum, habe er zunächst angenommen, daß der Schuft von einem Linkshänder abgegeben wurde. Deshalb sei S c 11 n e i - der!11 an 11, ein Linkshänder, verhaftet worden. Er habe diese Meinung auch Hmiptmann Rice, dem Leiter dos Ausforsciuingsdienstes, und dem im Untersuclurngsverfahrcn die öffentliche Anklage vertretenden Inspektor Shitreet mitgctcilt und sie auch ftiit Frau Arlosoroff erörtert, die ihm gesagt habe, sic erinnere sich nicht, ob der Mörder Linkshänder gewesen sei oder nicht. Als Frau Arlosoroff später Rosen• matt im Büro des Haiiptmaini Rice sah, habe sie in eng• liselier Sprache ausgerufen: ״Dieser Mann hat meinen Gatten erschossen!" Diese Worte habe er, der Zeuge, Rosenblatt ins Deutsche übersetzt; dann habe ihm Hauptmann Rico bc• fohlen, das Zimmer 711 verlassen. Nach einer halben Stunde sei er von Hauptmann Rice zuriickgerufeii worden und habe gehört, wie Frau Arlosoroff in deutscher Sprache zu Rosenblatt sagte: ״Ich bin sicher, daß Sie meinen Mann getötet halien. Ich weift, (lall Sic es nicht aus freiem Willen gefau haben, sondern daß es Ihnen befohlen worden ist. Warum wollen Sie mir nicht sagen, wer Sic beauftragt hat? Sie sind jung, Sic täten besser daran, jetzt zu sagen, wer Sie ge• schickt hat. Wenn Sie cs mir sagen werden, werde ich mein Möglichstes für Sie tun." Mehr, erklärte der Zeuge, habe Frau Arlosoroff nicht gesprochen. Jerusalem, 6. Mai: (J. T. A.) Die am 4. Mai nachmittags durchgeführte Verhandlung wurde mit einem ־Antrag des Verteidigers eröffnet, die Aussagen der-ira Hauptverfahren nicht mehr vorgcladenen AUbueugen dem Gericht vorzulegen. Der Antrag wurde abgelehnt. Auf Verlangen ()es Verteidigers verlas Inspektor Tencn bäum sodann dfn vor Ideniifizierung Rosenblatls abgefaßten Polizclbcrlcht. In diesem Werden als der Tat verdächtig genannt: Zwi Roscnblatt, Zwi Fein• borg, ßaruch Mulawsky und Zwi Schneiderinan. Nach einem Bericht über die von ihm in der Nacht des 21. Juli in Klar Saba vorgenommeue Verhaftung Rosenblatts verlas Inspektor Tenenbaum die von Roscnblatt bei der Polizei gemachte Aussage, daß er am Mordabeiid einer revisionistischen Vcran* -staitung beigesvolmt habe und sodann, um 11 Uhr abends, zu Bett gegangen sei. Staatsanwalt Musa el AI,׳uni verlangte Verlesmie׳ des konfiszierten revisionistischen Versammlung‘׳.* Protokolls. Dieses Protokoll enthalte nichts über eine Ver- Sammlung an dem betreffenden Abend, während sonst alle Versammlungen eingetragen seien; dies beweise, daß an jenem Abend keine Versammlung fitattgefnnden habe. Das Gericht gab dem Einspruch des Verteidigers gegen die Verlesung statt. Der Einspruch wurde damit begründet, daß die Verlesung des Protokolls ohne gleichzeitige Vernehmung des Schriftführers, der es nugefertigt habe, unzureichend wäre. Der hierauf vernommene Polizeidistrikfslciter van Jaffa, Selim Fffcndi 11 a 1111 a, sagte aus, er habe gehört, wie Abdul Mcdscliid im Jaffacr Gefängnis vor Hauptmann Rice erklärte, er sei sicher, daß sein Komplize, Issa el Derwisch, /!!geben würde, auf Dr. Arlosoroff geschossen zu haben, wenn man ihm, Abdul Mcdscliid, Gelegenheit geben würde, mit Issa nufer vier Augen zu sprechen. Dieses Geständnis habe Abdul Mcdscliid später bekanntlich zurückgezogen. Den Höhepunkt der Verhandlung bildete die Vernehmung des Setzten Zeugen, des Studenten an der hebräischen Univcrsität, Meer Seit lang. Er erklärte, Achi-Mcir habe in einer Studcntciiversainniliing in Haifa im Juni eine Rede gehalten, in der er cs den Studenten zum Vorwurf machte, daß sie nicht imstande seien, aus nationalen Gründen einen Mord zu begehen. Vom Verteidiger ins Kreuzverhör genommen, erklärte der Zeuge,’ Achi-Mcir habe in der Versammlung, die drei Stunden gedauert habe, im ganzen zehn Minuten gcsprochen. A11 alles, was Achi-Mcir gesagt habe, könne er sich nicht mehr erinnern, die von ihm angeführte Stelle aber sei ihm im Gedächtnis geblieben, denn sie habe damals aut ihn außerordentlich stark gewirkt. Die neue Leitung des Einwanderung* ״׳ Departments Wie bereits berichtet, ist an Steile des bisherigen Leiters Hyamson der stellvertretende Chefsckretär der Paliistina-Rcgierung Mills zum Direktor des Einwanderungs-Amtes der Palästina-Regierung ernannt worden. Damit ist in einem fiir die jüdische Arbeit besonders wichtigen Amt der Palästina* Verwaltung eine tiefgreifende Aendcntng vollzogen. Mr, Hyam• son, bekanntlich ein Jude hat das Amt seit seiner Begründung geleitet. Der neue Direktor, Mr. Mills, wird als einer der fälligsten Beamten der Palästina-Verwaltung gerühmt. Mills ist mit den Bevölkerungsvcrliältiiisscn Palästinas um so genauer vertraut, als in seiner Hand die Durchführung der Volkszählung im Jahre 1031 gelegen hat. Mills hat eine genaue Darstellung der Bcvölkcrungsverhältnissc in einem großen zweibändigen statistischen Werk auf Grund des von ihm geleiteten Zensus liernusgcgebcn, einem Werk, das noch heute eine der wichtigsten Grundlagen zur Beurteilung der palästincnsischcn Lamlesverhiiltnisse bildet. Es verlautet weiter, daß der bisherige Assistent von Mr. Hyamson in der Leitung dos Emigrations-Departments, B a d c o c k, der sein Amt seit 1030 inneliat, auf einen anderen Regierungsposten versetzt werden wird und daß an seine Stelle Edwin Samuel treten wird, der Sohn von Herbert Samuel, ■weicher in der letzten Zeit den Posten des stellvertretenden Distriktskoinmissnrs des Norddistrikts innegehaht hat und als solcher mit dem Sitz in Nazareth auch der für das Emek Jesreei verantwortliche Beamte war. Anläßlich der Neubesetzung des Emigrations-Departments schreibt die offiziöse ״Palkor‘4 (eine von der Pnlästina-Exekulive heratisgoqu'bene Korrespondenz); Es ist nicht zu erwarten, daß die Ernennung von Mills zum Direktor des Emigrations-Departements prinzipielle Veriindcrun• gen in dem bisherigen Einwandcriingssystcin der Regierung zur folge haben wird. Man darf jedoch damit rechnen, daß die bisherige Arbeitsweise des Departments reorganisiert werden wird, was dazu führen dürfte, daß die Gesuche um lfmwaiidcrungseriaubnis, deren Zahl in der letzten Zeit außer• ordentlich!!!!gewachsen Ist, mit größerer Besch lenu i g u 11 g erledigt werden, während bis jetzt die Antragsteller oft sehr lange warten mußten. _Nr-37 8.vm,! Kein Arierparagraph! 1111 ״Verein Frankfurter Hamlelsvcrlreler״ i Frankfurt a. M,, 3. Mai. (J. T. A.) |י ״ ordentlichen l Iniiptversanimlung des Vereins Frankl ter Handelsvertreter e. V. im Zc11tr:1!verh,1mj! ' j scher Handelsvertreter-Vereine, Berlin, wurde auf Aiitr,׳־ f'! Vereinsführers Carl Bergmann, Frankfurt a. M., ciml;1' .״ beschlossen, daß der Verein Frankfurter I Iamle|sven l:T' ‘ c. V. dem neu gegründeten RDIKi. — Reichsserbaml ivi? י scher Handelsvertreter und Geschäftsreisender — njtu r:־; tritt, weil in diesem Verband, der den A r i e r p ,1 r a ״, phen hak weit mehr fest augestellte O0scl1ä1freh.m|P'*־! ganisiert sind als Vertreter, welche als selbständige g,0 ״'״;' 's zu den Unteruehmcni zu rechnen sind, während die Inter'ciE! >% des Vcrtrcterberufes in diesem Verbände nicht * gewahrt seien. Mail hofft, daß der Reichs«irtschaftsmiis'."': , l den seit Jahren bestehenden Zciitralverbami Deutscher u l'! * dcls Vertreter-Ver eine auch fernerhin als Spit/cuvcrbaml £ 1 ’ Berufsstandes selbständiger Handelsvertreter anerkennen vH I und beabsichtigt, deshalb nicht irgendeine Sat/migGiulcmni' die den Mitgliederbestand bekifft, ein/ufuhren, falls dies n!rv i vom Rcichswirtsehaftsministcr verlangt wird. Der Frankfurt» Verein hatte früher ca. 40 Prozent jüdische Mit. glieder. Julius Streicher zur Judenfrage Am Samstag mittag fand in Ansbach die Ucbcriiahme ß״ Leitung der Regierung von Mittel- 11ml Oberfranken durg den Gauleiter Julius Streicher statt. Bei dieser Gele״?!? heit sagte Julius Streicher in einer Ansprache an die%. amtenscliaft u. a. 1t. ״Frankf. Zeitung" vom 7. 5. folgendes• ״Die Jude 11 frage könne nicht gelost werden dadurch, dal man Gesetzlosigkeiten begehe. Er warne jeden, etwas rj unternehmen, was er nicht billigen könne. Wenn!״an draußen in der Welt sage, cs hätten Pogrome in Frauken sutt■ gefunden, so erkläre er feierlich: ״Wenn ich nicht ge. wesen wäre, dann wäre vielleicht ein Pogrom über Franken gegangen. Ich habe niemals eine?, Befehl gegeben, der nicht zu verantworten wäre, obmlll die, die mich anklagcn, es nicht verdient hätten, daß man sie, nachdem sic 14 Jahre lang das Volk gegen uns gehetzt haben, einem Schlitz unterstellt. Aller ich kläre mein Volk auf uni lasse das mir nicht verwehren.“ Die konfessionelle Schule In Oesterreich Wien, 2. Mai. (J. T. A.) Bundespräsident Miklashit die Ratifizierung des am 5. Juni 1933 mit dem Vatikan abgeschlossenen Konkordates vorgenonimcn, das 01■ gleich mit der neuen Verfassung kundgcmaclit wurde. Artiket VI des Konkordates enthält Bestimmungen, wonach die Kirche, ihre Orden und Kongregationen des Recht haben, unter Beobachtung der allgemeinen Schulgesetze Schulen 7u errichten und 711 führen, denen die Rechte einer öffentlichen Lehranstalt zukommen. Der § 4 besagt, daß, wo solche Schulen eine verhältnismäßig beträchtliche Frcgucnz attlwcistn und infolgedessen eine finanzielle Entlastung des allgemeinen Scliulbudgcfs eint ritt, sie nach Maßgabe der Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse angemessene Zuschüsse zu sr• halten haben. Bumlesminister Schuschnigg erklärte der offiziösen ״Politischen Korrespondenz“ gegenüber; ״Im Konkordat ist die konfessionelle Schule als die zu erstrebende Lösung bc«, zeichnet." In der Sitzung des Nationalstes, in der die Ver• fassung beschlossen wurde, erhob der ctiristlichso/iafc Berichterstatter Dr. Aigner im Namen der Mehrheit, die diese Beschlüsse gefaßt hatte, die Forderung nach baldiger Gesetz• werdung der konfessionellen Schule in Oesterreich. Aufhebung des Makkabi-Startverbotes gegen den RJF. Wie uns das Präsidium des Deutschen Makkabikrcists mittcilt, ist das Startverbot gegen die Vereine des Sportbundci im RJF. aufgehoben worden. Zionistische Propaganda und Schulung Die Exekutive der Zionistischen Organisation hatte, wie uns mitgeteilt wird, vor einigen Monaten Herrn Kurt 13111 in c 11 f c 1 d, Mitglied des zionistischen Aktionscomitcs, aufgefordert, die Leitung eines neu zu gründen• den Departements für zionistische Propaganda und Schu• hing zu übernehmen. Herr Blumenfcld hat sich nach der Sitzung des A.C. entschlossen, die Einladung der Exccutive in der Form aimtnehmcn, daß er zunächst während einiger Monate in Palästina und in einer Reihe curopä« ischcr Länder die mit der zionistischen Propaganda und Schulung verbundenen Aufgaben übernimmt. Die zionistisciie Executive war der Meinung, daß mit dem großen Wachsen der zionistischen Bewegung eine Verstärkung und Verbesserung der zionistischen Propaganda verbun* den sein müsse und daß vor allein auch notwendig sei, die Schar der neu gewonnenen Anhänger der zionistisehen Idee zu verbinden und mit dem zionistischen Qedankengut vertraut zu machen. Gleichzeitig sollte den auseinanderstrebenden Tenden/eu einzelner Partcigruppicrungcn durch eine stärke Betonung der allgemein zionistischen Grundlagen entgegengewirkt werden, wobei die organisatorische Existenzbcrcchtigung der bestehenden Sondergruppen in keiner Weise bestritten werden soll. Die Bereitwilligkeit Blumenfelds, dieses wichtige neue Tätigkeitsgebiet zu übernehmen, hat in weiten Kreisen der Zionistischen Organisation große Befriedigung hervorgerufen. Die Zionistische Vereinigung für Deutsch- 1a!1d begrüßt cs freudig, daß ihr bisheriger Vorsitzender und Führer in einer für die Gestaltung des zionistischen Lebens entscheidenden Funktion wirken kann. Die letzte Arbeitstagung der ZVfD war der Auftakt für Blumenfelds Tätigkeit. Der Empfang, den Blumcnfeld dort fand und die Wirkung, die er ausübte, können ihm die Gewißheit geben, daß seine. Arbeit für die Erneuerung der Zionistischen Organisation und Ideologie zu dem erwarteten Erfolg führen wird. Kleine Nachrichten Vom 6. bis 15. Mai findet in M a ri n h c i 111 eine Verkaufsmesse statt. Wie das ״H a k e 11 k r c 11 7. b a 11 ״ e r“ in Mann• heim meldet, hat man, ״um den Zeitverhältnissen ltechnunjf zu tragen“, eine So n d er k I a us c I für die jüdischen Händler cingcfiigt, die zum erstenmal nicht in der Front der christlichen Geschäfte erscheinen dürfen, sondern ihre Plätze ain Ende der Messe, erst nach den Gcschirrvcrkaufs• ständen angewiesen bekamen. Das Blatt meint von dieser heu■ Ordnung, man dürfe hier ruhig von einem Entgegenkommen sprechen! das man den Juden gegenüber erweise; denn יגיח schalte sie nicht ganz aus, sondern gebe ihnen die Möglichkeit, ihr Gewerbe auszuüben. Nach einer Bekanntmachung in der ״Bis c h o f sbu(• ger Zeitung" vom 3. Mai ist Juden der Zutritt 1» * Städtische Badeanstalt in Bischofsburg (Ostpr.) verboten. Das Staatspresseamt in Darmstadt teilt mit: jüdische Handelsmann Wilhelm Kahn aus Friedberg w'iW in das Konzentrationslager gebracht, weil er mit cl,,t. arischen Dienstmädchen geschlechtlich verkehrte und au*, andere Frauen und Mädchen unter Angebot von Geld z" Geschlechtsverkehr zu bewegen versuchte." Der ״Berliner Lokal-Anzeiger“ vom 3. veröffentlicht einen Artikel von Carl Senncwald, Jcru*?.jJ über ״Griindcrjahrc in Palästina“. 111 diesem umfangrcic 1 Aufsatz wird u. a. die Entwicklung des Landes!larS'Tj insbesondere auf dem Gebiet der Industrialisierung 411111 Zitruskulturen. Die ״Berliner Illustrierte Nachtausgab vom 7. Mai veröffentlicht einen ausführlichen Bericht 1 Sonderberichterstatters H. J. von Bassewitz, über eine *3י zum Toten Meer, worin zwar mit fcuillctonistischer Schmückung, aber sonst durchaus objektiv die .scIincUc Wicklung dieses Teiles Palästinas geschildert wird. IW . fnsscr spricht auch von der Mißwirtschaft in Trans[(>r41a' ’ ״im Gegensatz zu dem beispiellos auf blühen Pal äs t i n a". Ludwig F e u e r m a n n, der berühmte Cellist, der zuletli in Berlin tätig war, gibt jetzt Konzerte in Palästina. ״■״-״,JSS .. Teik, 2 Kuratoriums der Hebräischen Univcrsität'stattlindet. Be! Sitzung werden, abgesehen von Budgetfragen, auch die r der R c o r g a n i s a t i 0 n d e r U n i v e r s i t ä t, die dur ״ Bericht der unter Vorsitz von Sir Philipp Hartag stc»' ״ Untersuchungskommission• angeschnitten wurden, D*"4 wefden. Dr. Magnes, der Kanzler der hat sich Ende April nach Amerika begeben Mai eine wichtige Sitzung des amerikanischen