Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 37 (8.5.1934)
- Date
- 1934-05-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37, 8. V. 1934 jüdische Rundschau Seite 9 V 4<;J י 1 C;;;. r. [:״ ״ Dl UH. . I::. י. nh;11 f'«‘ '.IlfJH {'' 1) 1C ״,:•' ־ ״i •»»i'intc s‘rf-AfnU|{ r־Profl| cll'fidipliH( I? fUltt.tpl,) Vft r/14/4־> »rlin C25, r£r ■VHh;n IrincI » SUii’lIB.() n IV 50, IV. 77:4 26a ו nnrkon• Jlr.-OmbH, irck 6966 f o r! Bk /* Mbl roücniiau! hf Herren-, Gnrclrrobe» grn^tiinclr, , Perolmann, r. 30. .(I 07ל f:7״.י״־ ״״5׳• ijp liU”־vS fl ».1.״.Ml v־׳v K *״«'יי r 11, K»׳r. ,!־,mm ■VS, 1״,r,l ׳AI )ScmricMg. *«־״־. •V׳**• m־׳r. ShWnö• *erleppitl'N r, K ruftunr. St׳ mpl. ()'202 inspJm! jbün! iiekr 0. in, Srytlrl• Mi'.ktir HK | f ך*׳ ך p I '! .. .1 il ithohnn, i « 1111 1*י ״ »Ihi r-Slf. 4 «, (i!5|7S5J nmelr* <י1!147, B! ri irieiMcii ן GchrM'^‘ )ijjcn or** b KM 4•^׳ pidpro^l *׳'"אז׳ן!fntrif'i’•‘** *rr.!,•!nef t& cM. JSI n׳ •״׳•״-.k• u>'* Ir 11*־•* <110 1" י§ V*״1 r־׳*r ך׳ז f / ׳i i ׳ n I 'J 11 v.. »«**ין ןך*י-—*־׳-ן | 1 /f \ b.. \ -rt ~«r . i i I י »*•J C.l, IJ jT\ / \ 0 c״־׳״ J t,4״ ,..Jfe <׳)! i ji 1 נ.. y* ׳: pcr Vormarsch Ibn Sands | [),1־s siegreiche Vordringen der Truppen Ibn Sauds an!> ^cr Ostküste des Roten Meeres hat in der vergangenen | ,^׳oche die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf die Lage •j Arabien gezogen. Der ausgezeichnete Sachkenner und;< Bewunderer Ibn Sauds, John Phil b y, dessen Bücher über ״^ ן|)ien znm Teil auch in deutscher Sprache erschienen t tiiid hat die gegenwärtigen Entwicklungen bereits vor t Monaten vorausgesagt. Philby bezeichnet Ihn tvuid als den!Mann einer schicksalhaften Berufung, der über kurz, oder jjnjr die Einigung der arabischen Halbinsel vollziehen mulUe, ״[,() daher muß das Reich ries Imam Jakhaja von Jemen, dar als einzig cs selbständiges (iehiet der Herrschaft Ihn | s.aufls noch cutgegenstniid, niodergeworfon werden. Alle |,\kklungen scheinen zu bestätigen, daß Ibn Saud sein 2jeI erreichen wird, und auch die Vermittlungsvcrsuche verschiedener mohammedanischer Notnbcln, darunter des Königs Fuad von Aegypten, dürften erfolglos sein. Vor einigen Monaten hat sieh auch der Mufti von Jerusalem um tinc Vermittlung zwischen Ihn Saud und dem Imam bemüht, jslacli <iem Fall der Hafenstadt Hodejda dürfte der Fall tler jemenitischen Hauptstadt Sana mir eine Frage der Zeit sein, ebenso wie vor zehn Jahren in dem Krieg Ihn Sauds gegen lledschas auf den Fall der Hafenstadt Dschedda bald der Fall von Mekka folgte. Nur durch ein Umgreifen curopä• jeher Miichte könnte Her imam gerettet werden, aber dieses Eingreifen ist nicht wahrscheinlich. bin Sieg Ihn Sauds über den Imam und die Binvcr• (eibung Jemens in das Saudische Königreich wäre ein Ereignis von weittragender Bedeutung für die Entwicklung des ganzen arabischen Orients. Auch in jüdi* scher Beziehung ist dieses Ereignis bemerkenswert, da bekanntlich in Jemen eine große jüdische Gemeinde unter ganz eigenartigen Verhältnissen lebt. So wie die Bewohner Jemens überhaupt, sind natürlich auch die jemenitischen Juden durch den im Lande tobenden Krieg schwer bedroht; im Falle einer Eroberung Jemens würde zum ersten Male eine größere jüdische Gemeinschaft unter die direkte Regierung lies Wahabiten-Sultans kommen und man muß hoffen, daß er dieser Minorität gegenüber staatsmännischc Weis• heit walten läßt. Für die Araber außerhalb der arabischen Halbinsel, insbesondere also in Syrien, Palästina, Trans• jordanien und Irak, wäre die Vergrößerung des Macht• bercichcs Ibn Sauds gleichfalls nicht ohne Folgen. Arabische Nationalisten und ein Teil der Jugend in diesen Ländern blicken mit Verehrung zu der großen Figur Ihn Sauds auf. Die offiziellen nrahisehen Kreise aber betrachten sein Reich mit Geilihlen der Rivalität. Früher waren Kämpfe der wahahitisfhen Stämme gegen Irak und Transjordanien nicht selten, bis der verstorbene König Fcisal von Irak zu einer Verständigung mit Ihn Saud gelangte. Die Araber der syrischirakischen Zone betrachten sich gegenüber den Wüsten- Stämmen der Halbinsel als die zivilisierteren. Die Pläne einer A r a b i s c he n Föderation, von denen man in den letzten Jahren so häufig spricht, und deren Idee jetzt eine in Jerusalem in englischer Sprache unter dem Namen ״The Aral) Federation“ erscheinende Zeitung dient, bezogen sieh immer nur auf die arabischen Länder außerhalb der Halbinsel. Ls bleibt nhzuwarten, ob Ibn Saud als Bchcrrsclicr eines arabischen Großstaates auch Aspirationen auf die nördlich der Halbinsel gelegenen Gebiete erheben würde. Hier dürften ihm jedenfalls England und Frankreich entgegentreten. Vielleicht ist cs als ein Gegenzug gggen den Aufstieg Ibn Sauds zu deuten, wenn in letzter Zeit in einem Teil dci*. arabischen [kesse viel von einer angeblich geplanten Bcför• derung des Emir Abdulla zum König des vereinigten Transjor• danien und Palästina die Rede ist. Abdulla selbst hat das Gerlieht dementiert, aber es erhält sieh hartnäckig, und auch in einigen Berliner Zeitungen konnten wir dieser Tage Berichte aus Transjor• danien lesen, die sich auf diesem Gerücht aufbauen. Eine Neugestaltung der staatsrechtlichen Position Palästinas ist jedenfalls ohne volle Berücksichtigung des Jüdischen N a t i 0 11 a 1 h e i in s und seiner Interessen nicht möglich, üb die Figur des Lmir Abdulla ein Instrument für die An• baiuiung besserer Beziehungen auch zwischen Juden und Arabern sein kann, muß sorgfältig geprüft werden. Denn bisher hat Abdulla in arabischen Kreisen und gerade auch unter der national empfindenden Jugend viele Gegner gehabt. Jedenfalls darf man amichmcn, daß die Entwicklung in der arabischen Welt noch lange nicht zum Abschluß ge• kommen ist. Jerusalem, 4. Mai. (J. T. A.) Emir Abdulla wird am <). Juni in London zu einem offiziellen Besuch eintreffen. Ein Vertreter der englischen Regierung wird ihn einen Tag vorher im Hafen von Marseille erwarten und ihn auf der Fahrt nach London begleiten. 0 0 0• fl 0 fl 1c inctascmea •ס©!! Tfjr fl 0 0 0 f sa 0 f«a 0 L\oI©2assat1®£1spaaEae asa amea •fei > I Die offiziöse Jerusalemer ״Palkor“ teilt mit: In der letzten Zelt haben sich in der Ocffentlichkcit die Gerüchte gemehrt, die von Unterhandlungen wegen des Erwerbs großer Landstrecken in Syrien f ii r die Zwecke jüdischer Kolonisation berichten, im Zusammenhang damit wurden die verschiedensten lieber• treihungen verbreitet, und es ist daher nötig, die wirkliche Sachlage mitzuteilcn. Es ist richtig, daß eine Anzahl arabischer Boden- Besitzer in Syrien, besonders Besitzer von Böden, die im Norden an Palästina grenzen, ihre Briden zum Kauf antiefen. Ls ist auch richtig, daß weite Kreise der syrisehen Bevölkerung, besonders maronitische Kreise des Lihanon, eine starke Neigung zeigen, die Aufnahme einer i ii d i ■ Ischen Kolonisation in Syrien zu b e g ii n s t i ftn, weil sie darin einen Faktor selten, der dem Wirtschaff^1 eben Syriens neues Blut zuführen könnte. Es wäre jedoch ein Irrtum zu meinen, daß die Durchführung von derartigen Kolouisati ansplänen in Syrien frei von politischen und psychologischen Schwierigkeiten ist. Die Meldungen über den Abschluß eines Präliniinar-Vertrages wegen des Kaufes einer wichtigen Bodenfläche in Syrien an der paläsiinensuchen Grenze haben in der arabischen Presse eine lebhafte C a in p a g n e hervorgerufen und auch nterpellationcn in den Parlamenten von Syrien ״nd Libanon (in!Damaskus und Beirut) zur Folge gehabt. “ wiederholt sich hier dieselbe Erscheinung, die wir bereits y°r einigen Jahren in Transjordanien beabachten konnten: tlie arabischen Kreise Syriens, die direkt an einer Nischen Kolonisation interessiert sind oder darin eine posi• we Förderung für Syrien erblicken, besitzen nicht ge• gend Mut, für diese ihre Ucber/cugung auch öffent- «h einzutrcten, und sie überlassen die öffentliche Agitation ',ollst.iiHijg den arabischen N a t i o 11 a I i s t c 11, die KcPfc 11 die Koloiiisatioiispläne Stellung nehmen, in dieser Angelegenheit ist natürlich auch die Haltung der französischen Mandatarmacht v°n großer Bedeutung. Die Mandatarmacht hat auf die Pro-?‘c, die ihr von arabischer Seite ziigckommcn sind, mit 11'tni offiziellen Coniiminique geantwortet, worin sic in ״r e d e stellt, daß Unterhandlungen zwischen Frankreich M der Zionistischen Organisation wegen der Erlaubnis zur I 11rclifuhnmg der erwähnten Bodenkäufe in Syrien^ geführt oideu sind. Gleichzeitig mit diesem Comiminique wurde je bereits in! Januar erlassene Verordnung des französischen oiikoniinissars in Beirut veröffentlicht, worin angeordnet!)jh'Fdl jn t!cn Grenzgebieten Syriens keine ,nl' Uifc ohne eine spezielle Erlaubnis der Regierung fcligefiihrt werden dürfen, י-*. -ן scheint — so fährt ״Palkor“ fort —, daß die Iran• ״dsclic Regiecnng befürchtet, eine jüdische Kolonisation |J größeren Bodenstrecken im Grenzgebiet Palästinas t nnte zur Entwicklung einer Irrcdcnta füh* run״'t Cllc ’n späterer Zukunft eine Grcnzhcrichtigung zur nstei! des englischen Mandatsgebietes Palästina unter Be- § auf das jüdische Nationaiheim anstreben könnte. Es I W ciabc‘ 11•iran erinnert, daß bei der Festsetzung der 1 «ten7*CJ’ z״r 2י0־* dcr Friedensverträge die Tatsache der Exi* I aiiß» , r )'1'11sehen Kolonien in Metulla und Kfar Gileadi im I;jcu, ״ Nordzipfel Palästinas zu einer besonderen Grenz- I fuhrt,*״nngunsten des französischen Mandatsgebietes getinו'׳ ״ Frankreich befürchtet auch, daß die Erlaubnis sljJ,.!"'1'sehen Siedlung ein neues• Hindernis einer Ver- I kännt't,Un? mit den arab‘schen Nationalisten Syriens sein Zun! Schluß spricht ״Palkor“ die Hoffnung aus, daß ein Vergleich der imgünstigen Wirtschaftslage Syriens mit dem gewaltigen Aufschwung Palästinas allmählich auch auf die arahi.-ehen Nationalisten den Eindruck nicht verfehlen wird, so 1111! sie in Zukunft einer jüdischen Einwanderung keinen Widerstand mehr entgegensetzen werden. Jerusalem, 4. Mai. (J. T. A.)!Der Präsident der Republik Libanon gibt in einer offiziellen Erklärung an die Presse bekannt, daß jeder Jude, der gesetzmäßig nach Libanon cinzuwnnderii wünscht, als Siedler willkommen sein, und daß ihm gestaltet werden soll, soviel unbewegliches Eigentum zu erwerben, wie ihm belicht. ״Wir in Libanon“, heißt cs in der Likläruug, ״machen keinen Unterschied zwischen Völkern mul'Rassen und werden jeden Einwanderer, der unsere Gesetze achtet, respektieren“. Auf eine Frage, wie sich diese Liktännig mit der Weigerung des französischen High Com• missioncr von Syrien und Libanon vereinbaren lasse, den Verkauf v״n Grund uml Boden an Juden und andere Ausländer zu gestalten, antwortete der Präsident, die Weigerung des High Coiiimissioiier beziehe sich nur aut das .u n m i tt cl har a!1 der palästinensischen Grenze liegende Ge- 1) i e t, nicht aber auf Ländereien, die von dieser Grenze weit entfernt liegen. * Die Angelegenheit, die im vorstehenden Cotntnuniqu6 behandelt wird, ist auch bereits in die jüdische Presse gedrungen. Schon gelegentlich der A.-C.-Sitzung hat man eine plötzliche Reise des politischen Leiters der Palästina-Lixckutive, Schcrtok, und Dr. Wcizmanns nach Syrien mit dieser Angelegenheit in Verbindung gebracht. Der Abschluß eines Priiliminar-Vcrtragcs in bezug auf ein Gebiet in Südsyrien (die ״Blccha-Büden“) wird von ״Palkor“ nicht in Abrede gestellt. Nach anderen Meldungen heißt cs, daß eine Option auf ein Gebiet von mehreren hunderttausend Dttnam tatsächlich erworben wurde. Es handelt sich hier um ein Gebiet, über das schon seit vielen Jahren verhandelt wird. Wir fürchten, daß diese Sache in einer etwas überstürzten Weise und ohne die gebotene Vorsicht in Angriff geiiommen worden ist. Die Befürchtungen, die in dem obigen Comiminique von ״Palkor“ angeführt werden, liegen so nahe, daß man bei der Beschäftigung mit der Frage damit rechnen mußte. Wie die Dinge liegen, ist schwer au/inuhmeu, daß es gelingen kann, eine griißere jüdische Siedlung in einem arabischen Land und zumal an der Grenze Palästinas durchzuführen, wenn dies nicht im Rahmen eines Gesamtplanes auf Grund eines großen jüdischarabischen Ausgleichs geschieht. Wird ein solcher Ausgleich erzielt, dann freilich können wir uns vorstcllcn, daß ein großes Gebiet zur Entfaltung jüdischer Initiative und auch für jüdische Siedlung in arabischen Ländern zur Verfügung stehen könnte, freilich nicht gerade an den Grenzen Palästinas; eine solche jüdische Siedlung in arabischen Ländern müßte natürlich von jeder politischen.Aspiration .frei׳ sein. An der Grenze Palästinas besteht stets der Verdacht politischcr Aspirationen, und dies ist ein so gewaltiges Hin* dentis, daß cs mit dem Hinweis auf die wirtschaftlichen Vorteile, die eine solche Siedlung auch den Arabern des betreffenden Landes brächte, nicht entkräftet wird. Die arabische Welt ist׳ heute in starker Gärung; der jetzige Krieg in Arabien und die zu erwartende gewaltige Macht- Steigerung Ibn Sauds wird dem arabischen Nationalismus sicherlich einen neuen gewaltigen Anstoß geben. Unter solchen Umständen halten wir es für dringend geboten, daß die jüdische Palästina-Politik sich in ganz anderer• Weise als bisher in den Rahmen der vorderasiatischen arabischen Politik einschaltet. Das Ziel kann nur die Herbeiführung einer gemeinsamen j ü d i s cha r a - bischen Front der Aufbauarbeit sein. Auch dem Arabcrturn kann hier in seinen unentwickelten Gebieten eine gewaltige Stütze erwachsen. Bevor cs aber gelingt, den Streitpunkt zu klären und in einen umnittelbaren Kontakt zu gelangen, erscheinen uns Pläne wie der oben behandelte einer jüdischen Siedlung in Syrien uto-' piseh und nur eine Ablenkung von den wirklichen Auf** gaben. Ermächtiöunösffeseiz zur Ausgabe einer Palästina״Anleihe London, 6. Mal. (J. T. A.) Zur Erläuterung eines Gc- »ctzvorschlaßs, durch den das englische Schatzamt ervnüclitigt werden soll, Kapital und Zinsen einer von der P a I .’I * 11 n a r c ß 1 c r u n g auf zunehmenden An leibe bis zu einem H öc h 11 b c t r n ß von zwei Millionen Pfund zu garantieren, wurde in London ein Weißbuch veröffentlicht. Die geplante Anleihe soll folgendermaßen verwendet werden: 2S0 000 Pfund für Wicderansiedlung dislozierter Araber, 93.4 000 Plund für Wasserversorgung und Kanalisation ln Jeru- Salem und Haifa, Wasserversorgung von Hebron und verschicdencn Dörfern und Erforschung verwertbaren Wasser- Vorkommens: 200000 Pfund für Agrarkredit: 210 000 Pfund für den Ausbau von Erdül-Verlartungsanlagcn In Haifa; 407 000 Pfund für die Errichtung öffentlicher Gebäude, u. a. eines Hauptpostamts in Jerusalem und verschiedener Schulgcbliudc, sowie für zusätzliche Kosten im Zusammenhang mit den obengenannten Zwecken einschließlich der Kosten für die Aufbringung der Anleihe. Zu dem Posten von 270 000 Pfund für Wicderansiedlung von Arabern wird bemerkt, daß die Einsetzung dieses Beträges der 10.30 von der englischen Regierung gegebenen Zusage entspricht, für die Wieder,uisiedlung derjenigen Araber sorgen zu wollen, bei denen auf Grund einer Untersuchung fcstgcstellt werden würde, daß sie ihres Bodens dadurch verlustig gegangen sind, daß dieser in jüdische Hände überging, und die weder Ersatzländercicn noch eine sic in gleicher Weise zufriedenstellende Beschäftigung erhalten hätten. Die vorgesehenen öffentlichen Arbeiten, insbesondere die geplanten W'asscrvcrsorgungs- und Kanalisntionsanlagcn seien dringend notwendig. Diese Anlagen würden in ihrer Mehrheit Ertrag liefern. Die 200000 Pfund für Agrarkredit seien dazu bcstimmt, der Palästinarcgicrung die Gewährung von lang« fristigen Darlehen an arabische und jüdische Landwirte m den Ebenen und an arabische Landwirte in den Gebirgsgegenden: zu ermöglichen. Die Errichtung von Verladungs-Anlagen und׳ die hierfür notwendigen Bodciikäufe würden den Erdöl-Export vom Endpunkt der Ocileihmg der lrak-Pctrolcum-Oesell- Schaft in Haifa erleichtern. Diese Arbeiten würden gemäß einer Vereinbarung mit der Gesellschaft dtircligcfiihrt. Der Posten ״Oeffcntlielic Gebäude“ schließe 156000 Pfund für die Errichtung eines neuen Postamtes mit Telefonzentrale in Jerusalem und 106000 Pfund für die Errichtung von Schul« gebäuden für die arabische Jugend ein. An solchen Schul« gebäuden herrscht ernster Mangel. Es wird eine Bestimmung vorgeschlagen, dcrztifolge Ma* schincn und Rohmaterial für die Durchführung von Arbeiten, die durch die Anleihe finanziert werden sollen, soweit als möglich aus England bezogen werden sollen. Ferner wird die Bill eine Klausel enthalten, die zur Einhaltung angemessen er Arbeitsbedingungen bei den Regierungsarbeiten verpflichtet. * Wir werden zu dieser Transaktion der Mandatarmacht, die uns knapp vor Rcdaktionsschiuß gemeldet wird, noch Stellung nehmen. Beschränkung neuer Rechtsanwälte Jerusalem, 6. Mai. (J.T.A.) Die Palästinaregieriing, plant, die Zulassung zur Ausübung des Rechtsanwaltberuts in Palästina cinzuschränkcii. Es wird beabsichtigt, jährlich'1 nur noch 5 neue Rcchtsa nwaltslizenzen auszugeben. Man erwartet, daß die neuen einschränkenden Be- Stimmungen im September in Kraft treten werden. Die jewish Agency hat mit den an dieser Frage interessierten Organisationen Fühlung genommen und beabsichtigt, bei der Palästinnregierung Vorstellungen zu erhoben. Der jüdi• sehe luristeiiverbaml Palästinas hat sich entschieden gegen die Einführung einer Quote im Rcchtsanwaltsberut atisgesprachen. Ncuwalil Im Keren Kaiemefh• Direktorium Wir erhalten folgende Mitteilung: Um die Wahl vort: Dr. A. Granovsky, dem langjährigen Leiter des Hauptbiiros des KKL, der auch durch seine theoretischen Arbeiten sich einen Namen gemacht hat, in das Direktorium des KKL zu ermöglichen, hat Adolf Böhm auf seinen Sitz im Direktorium zugunsten von Dr. Oranavsky verzichtet. Anläßlich der A.-C.-Sit/ung in Jerusalem wurde dessen Wahl ins Direktorium durchgeführt.; Offiziell wird bekanntgegeben, daß die nächste Tagung der Asscfath llaniwcharim am 15. Mai eröffnet werden wird. Die Tagung wild sich mit politischen, insbesondere Einwandcrngsproblemcn, befassen und versuchen, die inneren Kämpfe um Arbeitsfragen bcizulcgcn. Wie der Jüdischen Telegraphen-Agcntur mitgeteilt wird, findet die nächste Konferenz des Weltverba 11 des für rcligiös-libcralesjudentum in der Zeit vom 6. bis 10. Juli in London statt. Bücherspenden für die Jüdische National- und UniversftStsbibliothek in Jerusalem werden entgegengenommen abgeholt und weitergclcitet von der Berliner Zbnistischcn ’Vercinigung, Berlin W 15, Mcinckestr. 10, Tel.: Bismarck 71 65/70, Voreinsendung von Bücherverzeichnissen zweckdienlich. Er* wünscht sind: Nicht veraltete wissenschaftliche Literatur jeder Art, erstklassige Belletristik, vor allem aber Judaica und Literatur zur judenfrage.