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Jüdische Rundschau · 1934-05-08 · Heft 37 (8.5.1934) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 37 (8.5.1934)
Date
1934-05-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 37, 8. V. 1934 jodische Rundschau Seite 5 ‘•'1 V. Mi;■' '11,,ä eii ,11־1111 ■' 11 >nfll ״ hr. 2;)/111־ ׳f'llPH '•״Kdi. di 1״I’ilc■(, 1 H.1U. יף An,. ״<v״ nid!( die r ' ifl-e der Wiirdd, mit in M1r/(T ,d ii'licn *d'li :rn r 11.111. durfte יו■ ja ffe־ ״Hz. \x׳w airnt, vvs, s Werke, n gemein. 11! n, :hl ih:\ cn cs so nvr dH (I ■ >״ crik,t f* Aiifivrin- 1«'״ tf'il/11. Jll״■)״ iHS W' ie wir dl 1r«'(ten. n iwc|. : rf"יי׳־-'}!״• CH 101 f | tmr! 1*41 b H rn■ ,2 ,» 1 0י1 rwallnny, filtert RAEL 3נ e.v. erlta 28241 136 « 1 « Sales t ייי1ו* S '■* P Um iE£ s nds irias 20. Berlin r ־ ׳% i ־־u lt r^.׳i Das Bild der Ausstellung Von Dr. Karl Schwarz, Direktor des Museums Td-Awiw. Vor wcni,״cn Monaten kam plötzlich Leben in eine völli!! *'de S.uidgcgeiul. Unübersehbare Kanielkarawaiicn ,00011 über den larkon. Werkleutc errichteten ArbeitsschuppCn, Zcmentmaschmen begannen zu rattern. Nach wenigen (voclicn schon ragten mnehtige Useiikoiistruklionen empor. Ringsum lag noch üedland. Ls war eine schwierige Vt'amJeriinfT, um zu der Steile zu gdangen, wo ein gesehäfjiecs Hi” tmd Her sich regte. Die Lastwagen, die Bau- 1״atc1i,1lien aus der Stadt liinausfuhren, mußten sich durch Sana liiiulurciikanipfeii. Inzwischen begann auch die Stadt weitem Umkreis ihre Liihler nach dem neuen (ielandc juszustreckcii. I s entstanden neue Wohnhäuser, neue Straßen- 1״gC — ein völlig n e 11 e r S t a d 11 e i 1. |)ic riesigen l isenkonsiniktionni, die eine Zeillang so pespenstcrli.'if 1 in den itimmel ragten, schlossen sich zu Ricjfiihallrn. Neben den Arbeitsschuppeu entstanden mächtige (icluiide. Die Kamcikarawauen verschwanden, und an ihre Stelle traten Traktoren. Die Zahl der Arbeiter nahm tagiich zu. lind jetzt hat die L e v a 111 e - M e s s e ihre Tore geöffnet. Die Raketen, die unter dem schrillen Klane der Sirenen tmpor/iinpcltcn, verkündeten die Vollendung dieses Werkes, das wie ein neues Wunder jüdischer Dascinsbcjaluing wirkt. Sozusagen über Nacht ist eine moderne A 11 s s t e 1 - lunpssiadt entstanden, die in ihrer Gesamt,itd.ige einen geschlossenen, einheitlichen Lindruck macht. Der Plan des gin/eti Atisstdhmgsgdändes ist überaus übersichtlich und von einer imponierenden Großzügigkeit. Die einzelnen Depaude fluten sich in Aufbau tmd Anordnung harmonisch ineinander. Man hat diesmal eine besonders schöne Stelle für die Ausstellung gewählt. Dort, wo der Jarkon in das Meer fließt, bat mau das Dreieck zwischen Nuß und Meer benutzt utui jo einen I a n d s c h a f t I i c 11 b c vor / 11 g t c n 1' unkt architektonisch aiispenutzt. Die östliche Grenze der Ausstellung bildet das Elußnfer, die westliche das .Meer. 1111 Norden ist das bereits vor zwei Jahren erbaute Stadion in die Ausstellung mit einbivopen. Int Süden ist eine breite, langgestreckte Front geschaffen, die in der Mitte in einen Lhrenhof einspringt, auf den die beiden großen Zufahrtsstraßen mimden. Flirr gelangt man zum I laupteiiigang. Die Mitte des Ehrenliofcs bildet eine grüne Krisenfhiebe, in deren Zentrum das Wahrzeichen der Tcl-Awiwer Messen, das fliegende Kamel, auf einem hohen, stangenartigen Zementsockel in den Lüften »cliwfld. Durch die geradlinigen Gitter des Lingangcs blickt man auf die breite Milteiallee mul sieht im Hintergrund das Amphitheater mit dem großen Denkmal der Arbeit und als Abschluß den größten Bau des ganzen Komplexes, das 1י a I a s t i 11 a - (i c 1) .1 11 d e. Das ganze (ielandc ist in sieben übersichtliche Komplexe geteilt: Links von der Mittel,illee sind, anschließend au den Haiiptciiii'aiig, die Information City, ein um ein Rasenviereck nach Norden geöffnetes kolonnadcnnrtigcs Gebäude mit einreinen Läden, die langgestreckte Automobillialle und das große Hans der britischen Abteilung mit verschiedenen Nebenpth.imlen iintergehraeht. - Zur Rechten befinden sieh die großen A 11 s I a 11 d s 11 a 11 e n mit den italienischen, frnnzöskchrri, belgischen und tschechischen Sondergehätnleii. Den AMilull gegen Osten bildet eine Pergola mit dem Cafe ״jsrkon", von w.i man einen herrlichen Blick auf weite grüne Malten, die sich bis zu den jiidüischcn Bergen hinzieheii, hat, ' Line breite (,Hier,illee faßt diesen Teil im Norden ziisammen. Dahinter in der Mitte das Amphitheater mit der Palvtinn-1 lalle, der sieh links in rechtem Winkel die (iebäude der Jewish Agency, der Pica und das ttirniariige der Stadt Tcl-Awiw anscldießen. — Zur Rechten der vierte Komplex mit den drei polnischen Pavillons, den bulgarischen, schwcdischen, schweizerischen und rumänischen Häusern, der zweiten großen Atislandshnlle und dem Haus der Frau. Das rückwärts anschließende Gelände umfaßt das Stadi0 11 und den V c r g!1 ii g 1111 gs p a r k. Wir kehren zum Amphitheater zurück, an dem wir rechts vorbei, hinter dem Palästiuahaus, auf einen großen Platz, gelangen, der von dem gefälligen Halbrund des R e s t a 11 - ז s 111 g e h ä 11 d cs mit breit vorgelagerter Terrasse beherrscht wird. Wahrend fast alle Ausstellungshallen (mit wenigen Ausnahmen), in gerader, die Fläche betonender Linienführung?(halten sind, ist man hier absichtlich von diesem Prinzip a *Weichen, uni den leichteren Charakter der Erholtmgsstatte zu kenn/eielmen. Durch große, von dünnen!*feilcrn ein•?(faßte Scheiben blickt man in das Innere. Im ersten Stock ist eine nach der Meerseitc breite, mit einem Sonnendach überdeckte Terrasse, die als Umgang lim das zweite, runde Geschob hcrumführt. Der Aufenthalt hier oben gehört mit zum Genußreichsten, was man sieh nur wünschen kann. Man blickt auf das Meer mit dem breiten Strand und der schön?(wimdcnen jarkonmündung; man sieht hinein in das Land. Hier weht eine erfrischende Brise. Vor der Resfaurationstcrrassc erhebt sieli die von dem jungen Bildhauer Ben Zwi, wohl unserem stärksten plastischen Talent, geschaffene Ricsenstatuc von Loths Frau. Zur Rechten das mit einer Empore versehene Holzhaus der Histadruth, an das sich die kleinen 1 lauschen einer Siedlungsanlage anschiiefkn, und •schließlich der nördliche Abschluß durch das Agrikulturgcbatnle. Der ursprüngliche Gesamtplan der Ausstellung stammt von Richard Kauf (mann, der auch der Erbauer des Pa- 1.1.sti11a-l [auscs ist. Dieses iit der Vorderfront mit einer glatten Flache, im Westen mit einem mächtigen viereckigen Turm versehene Gebäude ist durch seine Dimensionen wie durch die Wucht seiner Formen als Haupt- und Mittelpunkt ,der ganzen Ausstellung hervorgclioben. Es soll künftighin als Tel-Awiws größtes Versammliingshatis festlichen Vcraustaltuiipcn dienen. Das Innere, eine langgestreckte, durch guriartige ücumträgcr rhythmisch geteilte Rieseuhallc mit Emporen, bildet einen idealen Raum für Konzerte, Theater- Vorstellungen, Kongresse und Massenveranstaltungen. Das Turmhaus, jetzt erst bis zum •I. Stock massiv und bis zum 7. Stock emporgefulirt, soll später noch weiter ausgebaut werden. Von der Plattform des vorläufig noch provisorischen Daches hat man einen der üherwälligcinlsten Fernblicke über ganz Tcl-Awiw und Jaffa und bis weit in das I.,1ml hinein. Neben Richard Kauffmaun sind als die Schöpfer der Aus- Stellung die beiden Architekten F. lehn n a n i (Sapocznikow), von dem 11. a. die Information City und die großen Auslandshallen (Italien, Frankreich, Belgien und Tschechoslowakei), die Autnhallcu und das Verwaltungsgebäude stammen, und Frau G i d 0 n i zu nennen, die die zweite Auslandshallc, den schwedischen und den Pica-Pavillon, die reizende Pergola tmd -- in Gemeinschaft mit der Firma Averbruch öt Gins* bürg das Rosimirationsgcbäude geschaffen hat. _Als sonst beteiligte Architekten erwähnen wir: den Tel- Awiwer Stadtbaumcistcr J. S c 11 i f f m a 11 n (Pavillon der Stadt Tcl-Awiw), J. Ncttfcld als Erb,׳Hier der britischen Abteilung, Lu ric, der die große Maschinenhalle, und Arieh Sharon, der das I laus der llistndruth errichtet hat. Die gesamte Bauleitung und technische Anlage ist das Werk des früheren Hamburger Ingenieurs Wcltsch, dessen bewundernswerte Leistung besonders hervorztihebcn ist. Denn ihm ist es vor allem zu danken, daß dieses vor kurzem nach als Einöde zu bezeichnen gewesene Stück Land in einen bliiliemlen Garten mit allen Möglichkeiten moderner Technik verwandelt wurde. Trotz der vielen Köpfe und Hände, die sich hier zusammenfanden, ist - - das muß ausdrücklich betont werden — durch die Umsicht des Chefingenieurs Wcltsch ein Gebilde von erstaunlicher Einheit entstanden. Die großen Baulichkeiten sind von einem horizontalen, die breiten Flädien betonenden Grundakkord beherrscht; kleinere Pavillons sind tiberall, das Bild angenehm variierend, eingcstreiit; Alken und Wege teilen das Ganze übersichtlich auf. Das Auge wird nicht ermüdet. Man wandert mit einem Hoch• gcfülil der Freude durch diese im Sonnenlicht, des Abends im Kandelaber- und Schcimvcrfcrglanz erstrahlende neue Stadt und bewundert diese kühne Leistung des jungen Tel• Awiw. Geschäfts - Auftakt aut der Levante ״Messe Von Dr. J. Adler, Tcl-Awiw. Die endgültige Attssfcllerznhl in runder Summe —• vorbehältlich nachlr.'üdichcr kleiner Veränderungen beträgt 211«) Aussteller, gegenüber 'DO im Jahre 1020 und 1220 für 1032. Palästina wird auf der gegenwärtigen Messe durch ein knappes Viertel der (icsaint-Aiissicllcrschaft repräsentiert, nämlich durch, rund 500 Aussteller (102*»: 209; 1032: 105־). Darunter befinden sich 220 Industrie-Aussteller, von denen 170 ihren Ausstellungsstand im Tozcrcth-Hanrez.-PaviHon haben. Die übrigen 280 Aussteller Palästinas setzen sielt aus Unternehmungen des Baugewerbes, der Landwirtschaft und Pflau/ungskultur, des Bankwesens und des Vcrkchrsgcwerbcs, sowie aus verschiedenen Institutionen und Organisationen zusauimen. Auf das Ausland entfallen diesmal rund 1600 Aussteiler (1020: 121; 1032: 821). Vertreten sind insgesamt 20 Staaten, darunter u. a. Großbritannien und Frankreich mit je rund 300, Belgien und die Tschechoslowakei mit je rund 110, Italien mit rund 100, Oesterreich mit 65, Schweden und die USA, mit je rund 50 Ausstellern. Eigene nationale Pavillons haben: Belgien, Bulgarien, Frankreich, Orollbriinnnien, Italien, Polen, Rumänien, •Schweden, die Schweiz, und die Tschechoslowakei, eigene nationale Kollektivausstellungen innerhalb der allgemeinen Auslamlshallcn Finnland, Jugoslawien, Litauen, Oesterreich, Syrien und Ungarn, Die (ihrigen Länder sind mit Einzelausstellern ohne gruppenmäßige ZusammenFassung erschienen. 111 den ersten Tagen galt das eigentliche Messegeschäft neben dem überaus starken Publikums- und Touristenbesuch — naturgemäß hauptsächlich der Orientierung und der Fühlungnahme, sowie dem Vergleiche der einzelnen Angebote untereinander hinsichtlich der Qualitäten, Preise und Konditionen. Aus dem Auslande trafen bisher vor allem ägyptische, türkische, syrische und irakische Einkäufer ein. Das stärkste Interesse gerade der orientalischen Kundschaft erregt vor allem die Muster- und Neuheitenschau der jungen palästinensischen Industrien. Viele begrüßen cs, daß sie manche Warcngattung, die bisher unter großen Spesen, Risiken und Zeitverlusten aus Europa oder Amerika importiert werden mußte, nunmehr aus dem benachbarten Palästina beziehen können. Syrische Einkäufer erklärten, daß cs unter diesen Umständen für sic von besonderem Vorteile ist, daß sic auf Grund des s> risch-palastincnsischen Handelsvertrags von 1020 die nachweisbar palästinensischen Fabrikate zollfrei importieren dürfen. Neben den orientalischen Nachbarländern haben auch Bulgarien, Griechenland, Rumänien und Polen größere Gruppcnbcsliehe von Einkäufern angekündigt. Expansion oder Zersplitterung? Ein Grundproblem der Palästina-Wirtschaft Aus Haifa wird uns geschrieben: Im Laufe der letzten Wochen ist im Lande ein Vorfall lebhaft diskutiert worden, dem eine große prinzipielle Bedcutung für unsere wirtschaftliche Entwicklung nicht ahgesprachen werden kann. Es handelt sich um folgendes: Line im Lande ansässige Firma, die mit gutem Erfolg ein hestimmtes Produkt!!erstellt, hat gewisse Schwierigkeiten im Export dieses Erzeugnisses nach einzelnen Gebieten des eng-* tischen Weltreiches, insbesondere nach Indien, wo ein großer Markt für dieses Erzeugnis vorhanden ist. Die Schwierig* keiten beruhen darauf, daß Palästina nicht in den Kreis der 011 a w ,1 - S t a a t c n Inncingehört, infolgedessen unterliegen palästinensische Erzeugnisse in diesen Staaten, Dominions und Kolonien Einfuhrzöllen, welche hoher sind als die Vorzugszölle, die durch das ()itawa-Abkonimcn innerhalb des Britischen Weltreiches gewahrt werden. Die palästinensische Firma ist mm auf den Gedanken gekommen, dieser Zoll• bcnachtciligung dadurch zu entgehen, daß sie an irgendeinem Punkte des Britischen Weltreiches eine I ilialproduktion er• richtet. Diese ist alsdann unter bestimmten Voraussetzungen als britische Produktion anzusdtcii tmd genießt die Zoll- Vergünstigungen, die das Ottawa-Abkommen für solche Produktionen Vorsicht. Aus naheliegenden Gründen hat die betreffende Firma sieh einen Platz auf der Insel Cypern als Standort für diese Filialproduktion ausgewählt. Cypern ist britische Kronkolonie und fällt als solche in den Kreis der von dem Ottawa-Abkommen erfaßten Gebiete. Nun ist das Problem Opern für die palästinensische Wirtschaft an sich durchaus nicht neu. Es hat sich aber bisher ausschließlich auf landwirtschaftliche Fragen beschränkt. In dieser Hinsicht ist es bekannt, daß bestimmte palästinensische Gruppen Boden auf Cypern erworben haben, die für den Anbau von Zitruskiilturen verwendet werden sollen; auch fachlich hierin besonders geschulte palüstincn• Rische Kräfte werden hierfür eingesetzt, und in letzter Zeit ist diese Entwicklung soweit gekommen, daß mau in Palästina selbst mit einer gewissen Sorge der Wahrscheinlichkeit entgegensieht, daß auf Cypern mit jüdischem Kapital und jüdischer Fachkenntuis — ob auch mit jüdischer Arbeit, ist eine andere Frage - eine Konkurrenz für den palastinen• Rischen Anbau von Zitrusfrüchten entsteht. Mit Recht ist kürzlich darauf hingewiesen worden, daß es sich hier nicht nur um ein rein kaufmännisch zu be• trachtendes Problem handelt. Würde man sich auf eine Solche Betrachtungsweise beschränken, so könnte inan freilich sagen: Wenn eine Firma in Palästina sich stark genug dazu fühlt, aus bestimmten zolltccImiM heu Gründen irgendwo außerhalb des E.indes eine I ilialproduktion zu errichten, so wurde das schließlich nur die durchaus erwünschte Folge haben, daß die betreffende Firma in ihrem Aktionsradius und ■■״ nacl| menschlichem Ermessen auch in ihrer Kapitalkraft eineru Zuwachs erfährt, der in irgendeiner Form doch wieder den palästinensischen Wirtschaft zugute kommen würde, da es sich ja um ein palästinensisches Unternehmen handelt. Aber es gibt verschiedene Gründe, die sehr eindringlich gegen die Anw;:ulbarkeit einer solchen Betrachtungsweise snrcchen. Es ist zunächst ein rein taktischer Grund hiergegen anzuführen; Es handelt sich um die Bekämpfung unserer immer mehr in die Erscheinung tretenden Zollmisere, Die zollpoütischc Situation Palästinas ist unhaltbar. Es han• delt sich dabei nicht nur um die Einfuhrscitc unserer zoll• politischen Situation. Der oben angcdcutcte Vorfall zeigt vielmehr, daß auch die Ausfuhrseitc an ganz grundlegenden Mängeln krankt, die für die Entwicklung unserer Wirt• schaft verhängnisvoll werden können, Der Zwitterzustand, den die staatsrechtliche Stellung Palästinas als Mandatsgebiet gerade in zollpolitiscber Hinsicht verursacht, schließt jedenfalls große Gefahren in sich. Man arbeitet seit Jahren vergeblich daran, ihn wenigstens in bezug auf das Britische Weltreich eindeutiger und klarer zu machen. Man konnte bisher immer auf den durch den gegenwärtigen Zustand verursachten r.iruck auf die industrielle Entwicklung Palästinas als Hauptargument in dieser Hinsicht verweisen. Dieses Arguments be-, rauben wir uns selbst in dem Augenblick, in dem wir dazu übergehen, in Cypern Ei'ialprocluktioncn palästinensischer Industrien zu entwickeln, die alle Vorteile des Ottawa-Ahkommens genießen, während die palästinensischen Stammbetriebe hiervon ausgeschlossen sind. Mit anderen Worten: Anstatt für die Erweiterung unseres wirtschaftlichen Aktionsradius zu kämpfen, wie das bisher mit guten Gründen der Fall * * Die f~3 ist das für jeden jüdisch Interessierten unentbehrliche Inlormationspj organ. Sie ist die große, zweimal wöchentlich (an jedem Diens- [ J tag und Freitag) erscheinende, jüdische Zeitung Deutschlands f | k«>1»n und 1•• (ihm p ft K, מ S ¥ c Vern.ind 11.hr, Litera r«thUt«rn|ur , “׳״ r״• ll.llotrt.tlk “ÜHBIBUOTI *■ »netmiimir. t li L Verlag, Schriftleitung und Anzeigenverwaltung: Berlin W 15, Meinekestraße 10 m Postscheck-Konten: Abonnements-Abteilung Groß-Berlin: Berlin 715 73, Abonnements-Abteilung übriges Reich: i =| Berlin 173 92 / Inscratcn-Abteilung: Berlin 71618 Ausland! Basel V 93 55 /Belgrad 680 32 / Brüssel 394 33 ן| Budapest 596 93 / Danzig 19 73 / Haag 1404,70 / Prag 594 10 / Straßburg 164 30 / Warschau 1907 08 / Wien 1560 30 |ä| iiil'mvj ln Palästina Tel Aviv! Leo Bluw«tcin, Nachlnth Benjamin 48, PaUstlne Economic Service, Blue Home AUenby Street 119. P. O. B. 444 Haifa! Pale«, Newtpaper« Agency, P. O. B. 476 Jerusalem! Pale», Newtpaper« Agency. P. O. B. 619 Ä. HERRMANN H.rit.tlung tob Speti»I-Nlhm»«chlnt« O.m.b.H. 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