Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 37 (8.5.1934)
- Date
- 1934-05-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2651273-2653452-2653486--25181-2682303- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 37, 8. V. 193<1 Amuletten und Zaubcrmiftcln, die den Arzt und Apotheker (ersetzen sollen. Gibt so der Rcgicru11gsp;;villon, der voll von interessanten Details ist. einen Blick auf das Land der Fellachen, der primiiiven Wirtschaft und der kaum bestehenden Industrie, so wird man bei dem lüntritt in den Pavillon des ״T o 1. e r e 111 Haare 7“, der palästinensisch-jüdischen Industrie in eine andere Welt versetzt. Dieses Gebäude ist der Zentralpavillon der Ausstellung. Mit seinem sechs Stockwerke hohen Turm, von dessen Platt form inan einen wunderbaren Ausblick auf das Meer und die Umgebung genießt, seiner hohen Onleric, die den großen Raum um/ieiit, gibt er den mannigfaltigen Ausstellungsständen einen guten Rahmen. Freilich schwindet die Einheitlichkeit, die das Gelände mit seinen Gebäuden so auszeiehnct, im Innern absolut. Hier hat jeder Aussteller nach seinem freien Willen geschaltet, und das Gefühl der Unruhe und Ungleichmäßigkeit steigert sich, wenn man durch die endlosen Reihen der Stände schreitet. Ein kurzer Ucbcrblick zeigt bereits, daß cs heute schon ganz unmöglich ist, jedes einzelne jüdische Imliistricprodukt zu kennen. Bei den frühe• icn Ausstellungen gab cs für den alten Palästiuakcnncr relativ wenig Ueberraschimgen; so wie man alle Punkte im Lande kannte, beinahe jede K11I1 im Stall und jede neue Pflanzung, so kannte man aucli die Fabriken und Werkstätten und ihre Produkte. Davon ist heute keine Rede mehr. Es ist soviel in den letzten Jahren und besonders im letzten Jahre dazu* gekommen, neue Fabriken und neue Werkstätten, die Mannigfaltigkeit der Produkte hat sich so vergrößert, daß die bcqueme Uebcrsichtlichkcit der früheren Jahre für immer dahin ist. Es hat keinen Sinn, im einzelnen die Produkte aufzuzählen, die ausgestellt werden, da eine vollzählige Liste viel Raum beanspruchen würde. Charakteristisch für die Tendenz ist dreierlei: der größere Umfang der Produktion, der erreicht wird durch die Vergrößerung der bestchciulcn Betriebe und die Gründung neuer; die H c b u n g der Quaiität, die fast durchweg zu bemerken ist (cs werden auch heute noch einige geschmackliche Scheußlichkeiten sichtbar, aber sie verschwinden in der Menge und ihr Dasein gehört nun einmal überall auf der Welt dazu). Und schließlich die größere Mannigfaltigkeit des Erzeugten. 111 ein besonderes Halbrund des Gebäudes haben sieh die wenigen Betriebe zurückgezogen, die mau als ״palästincn* sische Schwerindustrie“ bezeichnen kann. Hier gibt die EIcktrizitätsgcscllsehaft von Ruthen borg ein Lichtdiagramm ihrer Stromlinien, die sieh vom Kraftwerk am Jordan ausgehend durch einen sehr bedeutenden Teil Palästinas ziehen', Die Pottash-Coinpany, die die Konzession zur Ausbeutung des Toten Meeres besitzt, zeigt ihre Produkte, Photographien des Ausbcutungsgcbictcs und der Werke. Die Zementfabrik ״Ncscher" aus der Kischoncbcnc gibt das Bild ihres großen Betriebes. Und auch in dieser exklusiven Ecke der Groß- Industrie befindet sich ein Ncuankömmlung. Er kann freilich noch keine Produkte aufweisen, sondern nur das Model! des im Bau befindlichen Betriebes: es ist die große Lisengicllerei, die im Oktober ln Haifa eröffnet werden soll. Es ist das bisher größte Kind der letzten industriellen (minderperiode. Das Fazit sämtlicher Fimlrückc im liulustricpnvilkm ist dasselbe wie das In der ganzen Ausstellung: eine in steiler Linie nach oben zeigende Kurve. Das investierte Kapital, die Anzahl der beschäftigten Arbeiter, der Wert der auf den Markt gebrachten Produkte ist in einer einzigen riesigen Aufwärts b 0 w c g u 11 g begriffen, So ist auch dieser Durchschnitt im Grunde ein Durchschnitt durch die Herrsehende Konjunktur Palästinas. km Von Dipl.-Ing. Willy W eltsch, 1 Leiter des technischen Amtes der Messe. Das Werk ist geschafft. Die hei den zahlreichen Zweiflern und den vielen Besuchern immer wirderkchrcnde Frage ,,Und ihr wollt fertig werden?“ ist beantwortet. W3 noch im September eine öde Sniuhvüstc war, ohne Straßen, ohne Wasser, ohne Elektrizität, ist heute eine Stadt entstanden, eine moderne, massiv erbaute Messestadt von rund 100 00t! qm. Es war nicht leicht, diese Messestadt zu bauen. Man braucht nur das Gewordene mit dein ersten Bebauungsplan zu vergleichen, den Richard Kauffinann entworfen hatte. Der Eingeweihte weiß, wie oft Programm und Aufgabe sich geändert haben, war doch noch zirka vier Monate vor EröHiiuug die Beteiligung einer Reihe von Staaten und selbst hiesiger Institutionen ungewiß, bzw. stand Platzwahl und Ausmaß der Baulichkeiten in keiner Weise fest. Es war für die ordnende Hand schwierig, bei dem oft sich ändernden Programm eine Einheitlichkeit der architektonischen I.inie zu wahren und den Bebauungsplan wenigstens in seinen wichtigsten Punkten cinzuh,alten. Leider mußte zunächst auf die direkte Verbindung mit dein Mccrcsstrand verzichtet werden, da zwischen diesem und der Ausstellung Privatgrundstücke liegen, die, statt den freien Blick auf die See zu er• möglichen, Grcnzmaucrn nötig machten.׳ Erst wenn diese gefallen sein, Strand und Ausstellung eins sein werden, wird das Mcsscgclände vollendet sein. Das Gesicht der Messe sollte ein Bild geben von der heutigen jüdischen Baukunst, und cs lag in der Richtung unserer Auffassung, eine Reihe von Architekten einzuladen und uns für einzelne Plätze und Bauwerke architektonische Vorentwürfe zu liefern, die dann in konperativer Zusammen* arbeit mit dem technischen Amt der Messe weiter bearbeitet, tlurcbkonstruiert und in den Rhythmus des Gesamtwerkes ciugcglicdert wurden. So ist cs gelungen, ein Werk zu schaffen, das nicht langweilig wirkt, sondern abwechslungs* reich und doch eine einheitliche architektonische Linie zeigt. Acht Monate standen zur Verfügung, die Bauwerke aufzuführen. Uebcr 8400 cbm Eisenbeton mußten verarbeitet werden, rund 3800 cbm Bauholz wurden verbaut. 2520 t Zement wurden gebraucht, die, um einen Begriff zu geben, Ei anf f bpnlcn w״r1|(n enhctonkonstrukii■,‘" von über wurden in dir Straßen und Trottoire (iriinflächen angelegt, vollständigen Wasser• und elektrf ■ ach modernen Prinzipi״, k,״. wurden bis gar■׳״» einen Eisenbahn zig lieber 600 t Eisen eingebaut. 42 000 qm festigt, rund 20 <«•0 qm Gebäude ist mit einem v(״m,1n Kabelnctz durchzogen und nac eiert. Die Bauten selbst stellten an die Ansfuiirciulen die r׳r '!׳■ Anforderungen, wurden doch etliche Baumethadcn Ji'L111 Stoffe liier erstmalig verwendet und Hallen in ejnrm 5״' maße gebaut, das dem palästinensischen Arbeiter noch -u bekannt war. Dabei war es eine Freude zu sehen jüdischen Arbeiter das Neue auffallten, mit welcher | J zum Werke und welchem Eifer sie an die Bcwaltj״lmi, ■ Aufgabe gingen. Nahezu die gesamten Hauarhcitcn n J!" vom Misrad K a h 1 a 11 i ausgcfiihrt. Ihm ist es mit1'1׳ erster Linie zu danken, wenn die Riesenarbeit in so kjr R Zeit bewältigt werden konnte, vor allem seinem uncrmüdiiJ Bauleiter Ing. Rnscnherg, der mit seinem hochwJJ Bauführer- und Vorarbeiterstahe eine Organisation der uf1 arbeit schuf, die sieb auch in Luropa sehen lassen dürfte Ein Name muß hier noch genannt werden: Sch I *T>׳ der Vertreter der Direktion der Messe am Bauplatz \ן ’ Jaffas unermüdliches Schaffen und Organisationstalent J seine Arbeitskraft für das Zustandekommen des WfrU bedeutet hat, kann nur der ermessen, der mit ihm eemi« sam arbeiten durfte. K t״J> Dr. Wcizmann wurde für Mitte Mai in Amerika erwartet, uni dort an der vereinigten Campagne zur AufW gütig von Fonds für die Ansiedlung deutscher Juden tefe״. nehmen. Dr. Wcizmann sollte auch bei den Beratungen be. treffend die Universität Jerusalem anwesend sein, wie wir jetzt erfahren, ist die Reise Dr. Wcizmanns, der sich ge?«• wärtig in London befindet, aus Gesundheitsgründen zwei" f c I h a f t geworden. Dr. für. Mendel I Ir. Jur. Pr. rer. pol. Josef Netiberaer Dlnlomkoufmonn Düsseldorf, Schndowslr. 37,1 . Hut 21304 Redi(■- und WlrtachaftaHtra1un|r / Sämtliche AuawandarunfaauMl״״, hellen / Für Auawanrf-rar de■ L*nde»fm»nMmt«-Be1lrh• DfU.elderf, An* fertleune und per•«!,liehe Vertretung der AntrSye beim L.-F.-A., tmd •«wohl »Br DevUenfrelgahe, tla auch ftlr Warenexport / Fflr Pallitlu. •uawandrrer außerdem lualtillcheGenehmlgung ftlr Sond.rkonto I 1.1 Alle derlaenrechlllchen Fragen. Liquidationen, VennSg-enaTerwaltm(! 2)6$׳ B6dcH$0Hd$ des Aufö&U'-h/etjkes: KEREN KAJEMETH LEJ1SRAEL JÜDISCHER NATIONALFONDS E.Y. Berlin WIS, Meinekestr. 10. Tel.! Bism.7165. Postscheck-Konto Berlin!«11 ־S?* ,4. t OS1 נ~' \ ח r \>ו ■ו nSiiar WwanmP ויי»«.«. r Dijjl «""•’יי" C | issli |kd *' “-'•"*11111 su.tj ~\k'mirirffajl LwuJ Lkfc«,» 4a- «. -..J 4**״..«•:*^ V—«■•ul mm mm mK *m /״׳/ ליי\ f־^ mrnm m m m m Ä _ L) LJ KJ u J Lי ״ IW I I h e I■ווו s a u m 3 6 o Telefon: H 6 Ermer Platz 7236 Spezialität: PDiüSfiißü7־l?Dn0EJ©pjQ bis Haus Berlin 0:1 Franiituricrßil0821 E 0 Andreas 0817/0018 *Geer. 100a SpeKialtrantiporte »nd Sammeiladangivorkeliv nnrh PalliitlDa Frankreich * BelgUn Holland * Polen * Tidicdioalow• . sf a "ויי:) t-iHci- 11 iwM JJJV m \ [€ Bremen Paeeau Subotloa Budapest Prag II Tataohafi Et Karlsbad Raitzenhaln 1.3a* Wlan London W.C. 2 Saax Zagreb Talagramm• Adressat Blumolf ־1 f. fliasisücls ׳ Mtlbelaufbewalirung Uebarnahma ab allen PlÜtx•■ mmmsr üacüü R• 17866. Leipzig, Europahliis Allererato Referenzen Hi» frei llnm vrrlnUiRt *ich bei direktnr VrrUthmR j durch Soehafen>Spadlt«ur IWiSyjcOrji L^OGGbs^oe! Bremen, Dreltenweg 281 (1 a Rofornnzen) GagrUndat 18 ZS Bp /״% PH PT) •׳ ידו יד* \**) ך־ץ ״”] ך!ק *ך LLLjÖbiil 11 lüi 1 LjLibüü internationale Spedition ' BERLIN NW40a Lönaburgor StraQo 22. / Telafon! C5 Hansa 5640 11« 4 | i 41 jjjj^ 4 Unsere Freunde benutzen für ihre Umzüge und Transporte nur Inserenten unseres Blattes 0#*׳! *tf«1• eiaw« Hil Auskilnfto unvorblndllch und kostonloi mit Kabinen, Mottenkammern, Saf0* y iLi Z Ü 6 E IN- UND AUSLAND, ÜBERSEE von allen Orten Deutschland» nach allen Orten Palästina• GEORG SiLBERSTEIN & Co. Berlin SO 36 Farnspr.! FS Oberbaum 9101, Tslagr.-Adr.i Promptus, B*rll" ©€ & ם,. Speditionsgeschäft ־fcriiji-liaioiiioi. Josclilni Friedrich - straoa s Telafon! J 7 Möbeltransporte und Speditionen nach Hochmatf. 3871 allen Weltteilen Erttklaeaiga LagerrSuma spaziai'Abiait.; Paüttina•, England-« Fpanttraicn tranapori Koffer und Lederwaren ,י• Blllanillrall® 163, Ecke LieUenburger Str. Ecklodea # 4 Sclmutensfef s J 2 Oflvo 33 3S. ttlesea• >. Auswahl '5גיי■ s ,©Uj Wieetm Warkskdt a Ripmtma a | —״“- Abliotaof 1 gratis, ן ןחךר^ר׳2׳׳י6| Euti WzWL, w-l Internationale, speziell übersaoiccho Moboltransporto und Speditionen Mäbeilagerung Lwi in mm 11 *״ W0 4*«fe«'w׳a iwawi 8 Rodolatödter Straße 53—03 Farn ruft H Z Wilma radorf 282S/S4 Port* Jt fach 3830 Telefon 1 8330&6 slisr Ari nach dira Inand Auslands, 8,40z. Internationales Speditionsbüro vH O. m. Ei, M, Berlin C 2 Frommelstr.1• D2 (Waldandamm) 0622 Dl (Nordan) 0394 ."A' x''■' A—A1ÄMSA y —Vi4r*/’"׳v ■R V;■ ־׳/,־•,.־% V ׳״י ' ■ /x\%׳ v\'V ' X^V". A•» ׳)V ׳V, L.1«. V/ ,-J’iX