Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 36 (4.5.1934)
- Date
- 1934-05-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2653452-2653485--25162-2682283- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 2× ep/1047930
OCR text
Seite 2 jüdische Rundschau Nr. 36, 4. V,!934 ׳ i ׳ % I 1 1 I»; I I'; t die Fähigkeit ab, tatsächliche Verhältnisse neu zu durchdenken und aus den gewohnten Begriffen herauszuireteil. Sic sind gewiß nicht stärker assimiliert als manche andere, deren kulturelle Verwurzelung in der deutschen Umgehung kraft ihrer Erziehung ebenso stark ist; aber sie besitzen nicht mehr die Spannkraft, die notwendig ist, um eine zwar nicht autarke, aber doch im Eigenen wurzelnde Kulturleistung des deutschen Judentums heraufzuführen und den schweren Weg zu ihr zu ebnen. ׳ Daß dieser Weg sehr schwer ist, gewaltige Opfer verlangt,'liegt auf der Hand. Das Wesen des deutschen Judentums ist inhaltlich nicht leicht, zu erfassen. Es hat seine besten Kräfte nach außen Irin abgegeben und ist in einer Weise geistig sich seihst entfremdet worden, wie es kaum bei einer anderen maßgebenden Gruppe des modernen Judentums der Fall ist. Darum kann der Weg zu einer echten Ausprägung jüdischer geistiger Werte nicht kurz sein. Wir gchörpn nicht zu denen, die ungeduldig jeden Tag an die Türen pochen lind die Manifestation des jüdischen Geistes von denen verlangen, die zu ihm nur auf dem Wege eines langsamen Prozesses und des Lernens Vordringen können. 1 Aber wir verlangen mit aller Deutlichkeit, daß die Notwendigkeit dieses Weges erkannt und er mit Energie beschritten wird. Sonst entsteht im deutschen Judentum die Gefahr, daß auf einem Gebiete Zersplitterung cintritt, das wie keines sonst geeignet ist, die Gesamtheit zu vereinen, und das bei der Kleinheit unserer Zahl an sich bei uns nur einen geringen Resonanzboden gesellschaftlicher Art besitzt. Die Gefahr ist groß, daß die heute Verantwörtlichen die Stunde verpassen; wir haben den Eindruck, daß man sich in einem Zustand zuhause fühlt, der nicht mehr lange aufrecht erhalten werden kann, und daß die Erkenntnis von den wirklichen Not- Wendigkeiten jüdischer Kulturarbeit in Deutschland an vielen Orten noch fehlt. Auch hier wieder zeigt sich jene verhängnisvolle Eigenschaft, daß man Illusionen, die im Augenblick ein bequemes Arbeiten ermöglichen, vorzieht, ohne daran zu denken, daß sie zusammenbrechen müssen, und daß man sich scheut, ein reales jüdisches Leben auf einem Teilgebiet unter Einsatz aller Kräfte aufzubaucn. Wir hoffen, daß der Zeitpunkt nicht mehr fern ist, an dem die hierfür verantwortlichen Institutionen des deutschen Judentums und die sie tragenden Menschen die entscheidende Wendung machen werden, die ihnen allein Existenzberechtigung geben kann. K.L. Der Arlosoroff - Mordprozefj Jerusalem, 1. Mai.- (J״T. A.) Der stellvertretende Superintendent der Polizei und der Gefängnisse wurde in der am 30. April durchgcfülirtcn Verhandlung als Zeuge vernominell. Er berichtete über die Konfrontierung der Witwe des Ermordeten mit 15 Insassen des Jerusalemer Gefängnis.scs. von denen sie Stavsky als Täter hczcichnctc. Der Verteidiger K.-A. Samuel richtete an den Zeugen einige Fragen im Sinne der von ihm vertretenen Theorie, dali nur ein Linkshänder Dr. Arlosoroff erschossen haben könne. Der stellvertretende Superintendent, Inspektor Stafford. erklärte, unter den 15 Gefangenen, die Frau Arlosoroff vorgeführt wurden, habe sich ein Linkshänder, der urspriinglieh des Mordes an l)r. Arlosoroff verdächtigte, später aber frcigclassene Revisionist S c 11 11 c i d c r m a n n befunden. Auf eine weitere Frage des Verteidigers antwortete der Zeuge, Stavsky habe sich ihm gegenüber beklagt, daß Frau Ariosoroff auf ihn gewiesen habe, vermutlich, weil er der Größte gewesen sei. Doch erklärte der Zeuge mit Bestimmtheit, daß einige andere der vorgeführten Gefangenen ebenso groß waren wie Stavsky. Was Rosenhiatt betreffe, so sei er weder der kleinste Mann bei der Idcntifizierungs-Vorführimg, nocii anders als die übrigen gekleidet gewesen. Zum Schluß erklärte Inspektor Stafford, er habe nicht gesehen, daß Frau Arlosoroff, wie behauptet worden sei, mit Rosenblatt gesprochen hat, um ihn zu einem Schuldbekenntnis zu veranlassen. 111 der Nacliniittagsvcrhandlung schilderte der Polizei- Spurensucher Ibrahim Abu R c g a i g, wie er zur Fest- Stellung gelangt sei, daß die Fußspuren an der Mordstellc von Stavsky und Rosenblatt herrührten. Er schickte voraus, daß er von seinen Kiudlicitsjahrcn an 13 Jahre hindurch sich mit Spurcnlcscn befaßt habe und seit drei Jahren im Polizeidienst stehe. Cr sei zwei Stunden nach dem Mord an dem Tatort eiugetroffen, wo er die Fußspuren eines Mannes und einer Frau, die nebeneinander gegangen waren, feststellte und, diesen Spuren gegenüber, diejenigen von zwei Männern, einem größeren und einem kleineren. Die Schuhe des größeren Mannes seien halbbesohlt, die des kleineren ganz besohlt und mit Nägeln beschlagen gewesen. Die Spuren dieser beiden Männer hätten zu dem mohammedanisciicn Friedhof geführt, wo ein Stachcldrahtzaun übersprungen worden war. Dann liefen die Spuren zu dem Gipfel des Hügels, wo sie verschwanden. Wenige Meter weiter traten die Spuren wieder auf und w׳aren bis zu dem Platze, wo die Straße nach Tei-Awiw beginnt, zu verfolgen. Wo die Fußspuren aufhörten, habe die Spur eines Autos begonnen. Später habe er die Schuhe Stavskys als diejenigen identifiziert, die den Fußahdriieken des größeren Mannes entsprachen. Auf eine Frage des Verteidigers erklärte der Zeuge, er habe auf dem Gipfel des Hügels auch noch die Spuren eines anderen Mannes, einer Frau und eines Kindes gesehen. Auf die Frage R.-A. Samuels, ob er nicht einem Polizisten gesagt habe, dies seien die Spuren der Mörder gewesen, erwiderte Abu Regaig, er entsinne sich dessen nicht. Am folgenden Tage machte der zweite Spurensuchcr, Abu R us, seine Aussage. Der Zeuge erklärte, er sei bei Sonnenaufgang am Morgen nach dem Mord an der Mordstellc 1 eingetroffen und habe die Spuren nach derselben Richtung wie Abu Regaig verfolgt. Er habe jedoch festgcstcllt, daß die Schuhe des kleineren Mannes nicht genagelt, sondern mit Hufeisen versehen waren. Die Frage des Verteidigers, ob Stavsky nicht als einziger von den acht Gefangenen, mit denen am Strand eine Gehprobe vorgenommen wurde, Handschellen getragen und dem Zeugen deshalb besonders verdächtig erschienen sei; wurde von diesem verneint. Polizei- Inspektor Faraday, der hierauf vernommen‘wurde, gab zu, daß Stavsky beim Eintreffen an der Mordstelle Handschellen getragen habe, die ihm aber •pater abgenommen worden seien. Nr ר—, »_J>' V"' , ׳ *.»» V / - . "־/ - ן ä L* j... , ר־״> 7־ 7' \~'C ׳ •ן-*» \ i Von Dr. 11 i 1! c 1 Schachtel, Haifa. Einer jüngst vom W a a d 11 11 ה r i u 111 hekaniitgcgeliencn Statistik können wir folgende Zahlen entnehmen, die ein Bild von der natürlichen Bevölkerung in Erez Vermehrung der Israel geben: jiid! Ischen auf 1000 Juden kamen 1928 1929 1930 1931 1932 Gehurten 34,9 33,5 32,9 31,0 29,2 Todesfälle 11,9 11,6 9,5 9,6 9.6 Ucbcrsthuß 23,0 21,9 23,4 21,4 19,6 ־ Eine, spezielle Statistik der S ä u׳g 1 i n gaa t er blich keit (Kinder unter einem Jahr) ergibt folgendes: 1930 1931 1932 Juden 69,0 81,6 85,7 Christen 131,4 133,5 ' 141,3 Modem» 169,5 187,5 164,4 1933 80,3 128,5 156,8 111 allen drei Reihen sehen wir ein Absinken der Zahlen, So erfreulich die absteigende Linie der zweiten Reihe (Todesfalle) ist, so wenig angenehm berührt cs uns, konstatieren zu müssen, daß auch die Rate der Gehurten eine ganz beträchtliche Tendenz des Abgleitens zeigt, die durch die Minderung in der Zahl der Todesfälle leider nicht wettgemacht wird. Diese Tendenz wird noch deutlicher, wenn wir die Statistik noch durch Wiedergabe einer Zusammenstellung ergänzen, die im Bericht der Exekutive an den XVI. Kongreß enthalten war: Also hei den Juden ein Ansteigen in 1031 und 1932 und erst wieder in 1033 ein Absinken, das aber noch bei weife« nicht die Zahl von 1030 erreicht. Dagegen bei Christen und Moslems in 1933 eine nicht unbeträchtliche Vermindcru:!׳, gegen 1030. Die ׳verhältnismäßig ungünstige Entwich In 11g bei der jüdischen Bevölkerung Palästinas gegenüber den anderen Gruppen ist wob! zumeist auf die Verhältnis,{ in Jerusalem ziirückzufüliren, wo für den jüdischen Bt. Juden Christen Moslem» die Statistik kaum glaubhafte Zahlen aufweht; 1930 1931 1932 1933 90,5 104,4 112,9 111,5 97,2 100,3 98,1 76,- 110,1 109,1 128,4 126,0 auf 1000 Juden kamen 1925 1926 1927 Geburten 33,2 36,0 35,1 Todesfälle 15,1 12,1 13,4 Ueberschuß 18,1 23,9 21,7 Die im erwähnten Kongreßbericht auch enthaltenen Zahlen für 1023 30 weichen ein wenig von den oben angegehcnen ab. Fs ist aber wohl anzunehmen, daß die jetzt veröffentlichteii Zahlen die richtigeren sind. Alle Berechnungen in bezug auf die palästinensische Bevölkerungs-Entwicklung enthalten gewisse Schätzungen und können nicht ganz exakt sein, da keine genaue fortlaufende Registrierung der Bewohnerzahl besteht. Genau registriert werden nur legale Einwanderung, Geburten und Todesfälle. Für die Ocsamtbcvölker 11 ng von Palästina liegen uns folgende Zahlen für die natürliche Vermehrung vor: 1924: 25,3 1928: 24,9 19251 22,0 1929: 24,6 1926: 29,0 1930! 29,7 1927: 22,3 Für 1932 werden jetzt folgende genauen Zahlen angegeben: Juden Christen Moslems England 29,6 36,4 48,9 15,8 9.6 15,9 263 12,3 Geburten Todesfälle Ueberadiuß 19,6 20,5 22,6 3,5 Während also bet Christen und Moslems in Jerusalem ganz erheblich bessere Verhältnisse in bezug auf die Sit:׳־. lings-Stcrbliehkeit herrschen als im übrigen Lande, wo die Statistik immerhin zeigt, daß allmählich wenigstens ein ringes Verständnis für eine Hygiene im Säuglingsalter auf. kommt, sind bei dem alten Jischuw in Jerusalem noch schlechteste hygienische Zustände aus diesen Zahlen zu ko!t. staticrcn. Besonders interessant ist demgegenüber, daß in einem im ״llaarcz‘‘ veröffentlichten statistischen Artikel über die jüdische Bevölkerung von Tei-Awiw und Jaffa S. Novchtrin für 1931 folgende Zahlen angibt: Geburten: 37,2, Todesfälle; 11,4, Ucbcrschuß: 25,8. Also: das in so vieler Hinsicht scharf kritisierte Tel- Awiw weist günstigere Zahlen auf als der jüdische Durch• schnitt im Lande. Der OebiiTtcn-Ucherschuß bleibt aber auch hier hinter dem allgemeinen Landesdurchschnitt zurück. Dieses Zurückbleiben des jüdischen Qe• b u r t c n - U c b c r s c h u s 8 e 8 in Ire/ Israel gegen■ :!her dem Landesdurchschnitt trotz der so günstigen Sterblichkcitsquotc und trotz des für die Vermehrung besonders günstigen Altersaufbaus muß mit Sorge erfüllen. Um »0 mehr, wenn man sich, wie es ja notwendig ist, vergeben• wärtigt, daß 1 pro Mille bei der jüdischen Bevölkerung viel weniger bedeutet als bei den anderen. Nur zur kurzen Illustration: Die 23,2 pro 1000 in 1928 bei den Juden sind 3478 Menschen natürlichen Zuwachses, die 25,3 bei den Nichtjuden 16310. Also ein gewaltiger Unterschied, der nkht übersehen werden darf. England und der Zionismus London, 1. Mai. (J.T.A.) Unter dein Vorsitz des Unterhausmitgliodcs Barnett Jänner fand ln der Shoreditch Towii Hall zu London eine von über' tausend Personen be- ’ suchte N a t i o 11 a 1 f <> n d s - V c r 8 a tu tu t u u g statt. Der, Vorsitzende des P r 0 - P a I li s t i ti a * K o m i t e e s )in englischen Parlament, Colonel John Buchan, hielt bei dieser Gelegenheit eine Ansprachegin def er erklärte, er sei stets für das zionistische Ideal begeistert gewesen. Schon vor zwanzig Jahren habe er die Möglichkeit der Verwirklichung des Zionisnnis mit seinem Freunde Lord Balfour besprochen. Der Zionismus sei eine, große Tat der. Gerechtigkeit und der Wiedergutmachung. England legt er wine heilige Ehrenpflicht auf. Palästina ist nicht ein Altertums-Museum, sondern in vollem Sinne des Wortes ein Heim für die gegenwärtigen Bewohner des Landes und für ihre alte Rasse. Aber wir haben noch mehr auf uns ge11cmlmen.j#>er Zionismus bedeutet für England eine• neue Politik im Osten: eine Politik, die eine Brücke zwischen Ost und West schlagen kann. Der neue Hafen von Haifa wird das bedeutendste 1 laiideiszentrtim des östlichen Mittclmecrs werden; er bildet das Tor zu der einzigen Straße zwischen dem Nil und dem Norden. In den nach Palästina gekommenen Juden ,lmt England wertvolle Mitarbeiter gefunden. Die Juden bringen das mit, was am stärksten nottut, nämlich Kultur und 1 atkraft. Denn für die Jtidenhcit bedeutet die Einwanderung nach Palästina das wicdcrgcwinncn der Heimat. ( Der Sekretär des parlamentarischen Palästina-Komitees, Marques of Hartfngton, erklärte, Im englischen PaN lamcnt bringe man heute den zionistischen Idealen weit mehr Verständnis entgegen als vor einigen Jahren. Englands Stolz und Ehre seien mit dem Palästinawerk verknüpft; cs könne sich von ihm nicht eher zurückziehcn, als bis das Jüdische Nationaihcini frei von jedem Zweifel und jeder Unsicherheit für die Zukunft gesichert sei. Man könne der Ansicht sein, daß die Paiäsfinavcrwaltung bezüglich der Aufnahmefähigkeit des Landes einen zu engherzigen Standpunkt eingenommen hat; doch müsse man Geduld haben. Zweifellos sei die Lüge, daß das Land auf Kosten der Araber entwickelt wurde, geplatzt. Er .stehe hier, um zu bekunden, daß cs nichtjiidische Abgeordnete im Unterhaus gibt, die entschlossen sind, mit allen Kräften gemeinsam mit den Juden darauf hinzuarbeiten, daß die Verwirklichung des Ideals des Jüdischen Nationalheims zu einem großen, bleibenden Erfolg werde. AnielheverhandlungeD der Jewish Agency in London Jerusalem, 1. Mal. (J.T.A.) Der Schatzmeister der Palästina-Exekutive der Jewish Agency Elicscr Kaplan Ist nach London abgereist, um in Ausführung eines auf der letzten Tagung des Aktions-Comites gefaßten Beschlusses Verbandhingen zur Aufnahme einer Anleihe zu führen, die einerseit» der Entschuldung der Jewish Agency, andererseits dazu dienen soll, die Siedlungen der Jewish Agency wirtschaftlich unabhängig zu machen. Auf der letzten Tagung des Aktions-Comites war der Exekutive Vollmacht erteilt worden, selbst solche finanziellen Verpflichtungen einzugdien, die das Budgetrecht des Kongresses berühren. Der Plan einer Anleihe war von Elieser Kapian entwickelt worden, der darauf hinwics, daß die Aktiven der Agency etwa eine Million Pfund ausmachen, von denen 700(XX) in landwirtschaftlichen Siedlungen investiert sind. Die gegenwärtige Exekutive habe In den fünf Monaten ihrer diesjährigen Amtstätigkeit dld Schuldenlast der Agency um etwa 30 000 Pfund vermindert. Die Palästina-Regierung hat beschlossen, ihren Chefsekretär, John Hathorn H a II, mit der Vertretung ihrer lntcrcssen auf der nächsten Tagung der Mandatskommission des Völkerbundes, die hn Laufe de• Sommert stattfinden wird, zu betrau«. . .- Das Einwanderungsamt der Palästina-Regierung unter neuer Leitang Jerusalem, 1. Mai. (J. T. A.) Die Meldung, daß det bisherige stellvertretende Chcfsekretär der Palästina-Regierung, E. Mills, an Stelle A. livamsoiis die Leitung des Einwan• derungsamtes der Palästina-Regierung übernehmen soll, wird nunmehr offiziell bestätigt. Die Ucbergabc des Amtes an Mills wird am 28. Mai erfolgen. Sabbatschützer In Tei-Awiw verhaltet Tei-Awiw, 30. April. (J. T. A.) 16 Mitglieder des Ver• bandes für Sabbatschutz Sc hont re Schabbos wurden am letzten Sonnabend in Tei-Awiw verhaftet, weil sie einen Streit mit Motorradfahrern, ■die sic am Fahren am Sabbat hindern wollten, vom Zaun gebrochen hatten. Es war zu einer Schlägerei gekommen, bei der mehrere Personen, unter ihnen der Polizei-Inspektor Spector, leicht verwundet wur• den. Da die Verhafteten sich weigerten, sich zu verpflichten, am nächsten Sabbat derartige Kundgebungen nicht zu wieder■ holen, konnten sie nicht gegen Kaution frcigclassen werden. Sie haben auch den folgenden Tag im Gefängnis verbracht. Die Verhafteten erklärten, sie könnten auf ihren religiösen Kampi zur Erzwingung der Sabbatbcobachtung nicht ver• zichtcn. Erweiterung des Bezatel-Museums Jerusalem, 29. April. (J. T.A.) Dank der Förderung durch den Jüdischen Nationalfonds lind andere jüdische In• stitutionen wird gegenwärtig eine wesentliche Erweiterung des Bezaicl -Muse ums in Jerusalem durchgefulirl Vor kurzem wurde dem Museum eine Sammlung von übet 500 Gemälden und Skulpturen aus dem Nachlaß Dr. Gold־ flamms (Warschau) cinvcrlcibt. Die Sammlung wird in eine!» besonderen Saal zusaminengcfaßt. Wie die Muscuindcitung mittcilt, umfaßt jetzt das Museum über 10 000 Kunstgegcnstände, darunter wertvolle Stücke aus dem 16. Jahrhundert und Meisterwerke der bedeutendsten jüdischen Künstler.!*י Jüdische Nationalfonds hat für die Erneuerung des Museums* gebäudes und für den Anbau eines Saales, in dem werw lebender jüdischer Künstler ausgestellt werden sollen, do Museumsleitung einen Beitrag zur Verfügung gesteift. PalSstinaweia-Export mn 30% gestiegen Jerusalem, 30. April. (J.T. A.) In der Jahrcsvcrsam«• lung des Verbandes der palästinensischen Weinbauers wurde mitgeteiit, daß der Export von Palästina-Weinen w in diesem Geschäftsjahre gegenüber dem Vorjahre um ■X erhöht hat, was hauptsächlich auf die Aufhebung der 1 י ן hibition in Amerika zurück/ufiihren ist. Aus Amerika lau! dringende Aufträge auf Zchntauscndc Flaschen Wein c1״• Rischon le Zion und Umgebung wurden neue Weingärten a gelegt, um der gesteigerten Nachfrage gewachsen zu st• Auel: der europäische Markt nimmt jetzt mehr Palasun Wein als früher afif. Antisemitische Ausschreitungen in der Bukowina Czcrnowitz, 1. Mai. (J.T. A.) In Sc!ctI", cuzistischc Agitatoren mehrere jüdische Einwohner,mutnan״ . In Rusca wurde der Kaufmann Jakob Schärf mißhandelt mit dem Revolver bedroht. In Sektin wurde der rum״ Anczet Neumann mißhandelt. In Plosca wurden der werkbesitzer Hermann Feiger und der Holzhändler J Landau so schwer mißhandelt, daß sie das B״t ״ müssen. Das Auto, welches den Arzt und den ‘ 80hn des Holzhändlers Landau zu den Verletzten btto wurde mit Steinen bombardiert. Dte Oendarmene n» hebongea gegen Oie Exzedenten etageleiiet. Mcei D derzu Kister ölen Rech XX. ,itt■ r«u Ha Fo«