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Jüdische Rundschau · 1934-04-27 · Heft 34 (27.4.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 34 (27.4.1934)
Date
1934-04-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Kr. 34 . 27. IV. 1934 0 ל DI S C H E RUNDSCHAU Seite 3 pH* ״»ן ,.--ן». J •J 1; ־f| jl. mH taiätt *41»«״»« ',!» V ] f' t; [; 1 : j j ( •«•I ׳«י <*mä mJ1 Lm4 i ״■״ ך"*.^ ף^ךי, r-,^ י y. y _ j g_ t. ja j ץ—! iLil I \ ד״״ו f\F-!r י־ץ!י z™1 ' \ / 1 ■ \ 1i,. j W ״״־1 /*■יj W Von Dr. Arthur R u p p i n, Jerusalem ^um 25 führi^en Stadijublläum /\nt 26. April feierte die Stadt J el*< \1vUe das Jubiläum fors 2äjährigvn Bestehens zugleich mit der Eröffnung der 1[Coi1hrigen Levante-Messe. Pits Wachstum dieser Stadt ״J ciVirr kleinen Gartenvorstadt Jaffas zu dein Wirtschaft- I1rhf11 Mittelpunkt Palästinas und einem der wichtigsten pj/il:r an der östlichen Mittelmeerkilste stritt eine der groß״ ,rtigstrn Leistungen der jüdischen Aufbauarbeit in Palästina ,j־r> mag man im einzelnen auch manches an dieser Ent- Meldung z" kritisieren haben. M'ir geben heute anläßlich jfS Stadtfuhiiiiums Dr. lluppin als einem Manne das Wort, jff an der Gründung der Stadt maßgebend beteiligt ivar und י,ן״ז,ן als Vorsitzender der Palästina-Exekutive der Jewish ,IjriKT den Problemen der weiteren Entwicklung des Landes fapndcrs eng verbunden ist. (Ited.) |m Sommer 1007 k;1111 ich zum erstell Male nach Palästina mit dem Vorsätze, die ökonomischen Verhältnisse des Landes kcniicn/iilerrten. Ich hatte mich den Auftrag von dem Engeren Mtions-Cninite der Zionistischen Organisation und vom Jii• ,!!sehen Nntionalfonds, ihnen über meine Eindrücke zu he• pehten und Vorschläge für die ״praktische“ Arbeit zu machen. Ich suchte zu diesem Zweck mit möglichst vielen Leuten in Verbindung zu kommen und ihre Meinungen zu hören. |:s war ein heißer Sommer. Ich war im Juli etwa zwei Wochen 111 Jerusalem, lief vom Morgen bis zum Abend in der Stadt herum, tun möglichst viel zu sehen. Das War sehr anstrengend. Ich schrick cs dieser Anstrengung und der Hitze zu, daß ich mich körperlich sehr schlecht fühlte. Die Malipungeti Sch mar ja hu L c v i n $, der zu dieser Zeit auch jn Jerusalem war und mir fortgesetzt erklärte, daß ich einen Arzt zu Kate ziehen mußte, da ich zweifellos krank sei, verlachte ich. Ich war noch nie in meinem Leben krank gewesen, warum sollte ich cs jetzt sein! Als ich eines Abends nach einem sehr anstrengenden Tage imiilc im Hotel Kaminitz in Jerusalem saß, kam zu mir ein Mann, der sich als Uhrmacher Weiß aus Jaffa vorstellte. Er fing an, mir zu erzählen, daß die Wohnverhältnisse für die Juden in Jaffa unerträglich seien. Die Straßen seien furchtbar schmutzig, und die Wohnungen, die man von den Arabern mieten könne, entbehrten all das, was inan nach europäischen Begriffen für (iesundheit und Bequemlichkeit als notwendig msche. Deshalb hätten sieh 60 jüdische Familien, meist Kauf- Iculc, Lehrer, Akademiker zu einer Gesellschaft ״Achuzath BaitIr׳ vereinigt und wollten außerhalb Jaffas an der Straße nach Pctacli Tikwah ein modernes jüdisches Stadtviertel gründm. Man habe bereits ein bestimmtes Terrain in Aussicht. Das Hebräische Gymnasium habe von einem zionistischen Gönner, Herrn Jakob Moser in Bradford, Geld für ein Gebäude bekommen nrul wolle dieses Gebäude auch auf dem zu kaufenden Gelände errichten. Was I In r Weiß ruhig und eindringlich erzählte, gefiel mir. Ich stellte ihm die Frage, wieviel Geld die (K) Leute bereits für ihren Plan bereit hätten, und war darauf gefaßt, dieselbe Antwort zu bekommen, die ich in alleq ähnlichen I allen von den Leuten bekommen hatte, die mir Pläne unterbreiteten; ,,Geld! Geld haben wir nicht. Wir haben den Plan, das Geld muß von anderer Seite kommen.“ Zu meinem Erstaunen antwortete mir Weiß aber, die 00 Leute seien bereit, I rs. lOtMHK) eigenes Kapital einziihriiigen. Als ich ihn fragte, ob er mir dies beweisen könne, zeigte er mir, daß wirklich Ers. 50 000 hei der Anglo Pnlestine Company Ungezählt seien, die anderen Frs. 50 OtX) würden die Leute in kurzer Zeit atifbringcn. Nun waren Frs. 50000 oder sogar auch 100 0(» (2000 ״der 4(XK) (ioldpfund) nicht gerade eine gewaltige Summe, es war aber immerhin etwas. Ich fragte, wieviel Geld die Gesellschaft außer den Frs. 10000!) noch brauche, mul er sagte Eres.!)00 000. Das würde genügen, um 60 Leuten ein hypothekarisches Darlehen von je Frs. 5000 (200 Goldpfimd) zu gehen. Den darüber hinaus erforderlichen Betrag würden die Leute aus ihren eigenen Mitteln decken. Ich versprach Herrn Weiß, daß ich um nächsten Tage, wo ich ohnehin nach Jaffa fahren wollte, mit ihm zusammen das in Aussicht genommene Terrain besichtigen und, falls ich cs für passend hielte, sein Gesuch beim Jüdischen Nationalfoml» befürworten würde. Am nächsten Morgen fuhr ich mit Schmarjahu l.cvin mit der Eisenbahn nach Jaffa. Während der Reise erklärte mir Dr. Le ei u nochmals, daß ich fürchterlich elend aussähe und sicherlich schwer krank sei. Ich wehrte mich dagegen und lehnte es entschieden ab, einen Arzt zu fragen. Sehinarjahu Lcvin schickte aber in Jaffa ohne mein Wissen zu einem Arzt, dem seligen Dr. Kogan, der ins Hotel kam und nach kurzer Untersuchung feststelltc, daß ich mindestens bereits zehn Tage einen Bauclifyplius habe und sofort ins Hospital geschafft werden müsse. Er verstünde nicht, wie ich bis jetzt habe henintgehen können. Ich erklärte mich bereit, ins Hospital zu gehen, aber ich müsse vorher noch ein Versprechen erfüllen: nämlich mit dein Uhrmacher Weiß ein bestimmtes Terrain airzusehen, Dr. Kognu protestierte, aber ich setzte meinen Willen durch und ritt mit Weiß, der bereits auf mich wartete, auf Eseln zu dem Terrain. Der Weg war ein türkischer Weg, d, 11. voll von Löchern und für jeden Wagenverkehr ungeeignet. Aber die Lage zwischen Jaffa und Pctacli Tikwah, sowie die relative Nähe zum Meere schien mir günstig. Und nachdem ich auch von Weiß noch sonstige befriedigende Angaben über die Zusamniensetzung der Gesellschaft ״Achuzath Baith" erhalten hatte, beschloß ich, nach meiner Rückkehr ins Hotel einen Brief an den Nationalfon da zu schreiben und die Bcwilligung eines Darlehens von Frs. 300 000 unter bestimmten Bedingimgen zu empfehlen. — Ich setzte mich hin, um zu A k דעו | | \ ..׳־/ I . , ' : ß.jm Aus der Ilaftarah für Sonnabend, den 23. April (13. Ijar) (Sdiabhath Admtcj KedosdtimJ Dann sollen Tage kommen, Ist der Spruch des Herrn, da holt der Pflüger den Schnitter ein, und der Traubcnkelterer den Sfiemnnn, Da werden die Berge von Most triefen, und alle Hügel zerfließen, Denn will Ith das Geschick meines Volkes Israel wenden; sic werden verödete Slfidte aufbauen und auch darin wohnen, Weinberge anpflanzen und auch den Wein davon trinken, Gärten anlcgen und auch Ihre Früchte genießen. Dann will Ich sie clnpflanzen In Ihr Land, daß sie nicht wieder aus Ihrem Lande, das Ich Ihnen verliehen habe, herausgerissen spricht der Herr, dein Gott. [werden — Arnos, Kap. 9, Vars 13■ 15 schreiben, konnte aber die Feder bereits nicht mehr halten, ich ließ deshalb die selige Frau Emma Trictscli, die damals in der Anglo Palest in e Company arbeitete, zu mir bitten und diktierte ihr den folgenden Brief au den National* fonds: Jaffa, den 21. Juli 1907. An d.H Hauptbüro des Jüdi«hcn Nationalfoml;1 Köln. ... Achuznlh TI a i t h (llii!1.e1b,mverein in J a f (a), Sic werden von diesem Verein vor einiger Zeit ein Cr«t1<־h um Rewillignng eines Darlehen« erhalten haben, ich halte die Sache für außerorrientlieh wichtig tim! komme dodndb heule darauf zurürk. Der Verein ״Achuralh llailli hat jetzt 00 Mitglieder, durchweg wohlhabende Leute ans Jaffa und Umgebung. I r hat statutengemäß den Zweck, für seine Mitglieder in einem ge«! hlnswnen Stadtviertel 1111 u^er zu erbauen. Kr hat bereits ein günstig gelegenes Terrain von 222 Dun,am in Aussicht, das nicht nur Mir die jetzt zu hauenden 60 Wohnungen der bisherigen Mitglieder, sondern im gatt/cn Mir 200 Häuser Platz bietet. Die Mitglieder haben Uueils von di m Kapital von Frs. 400 000, das zum Kauf de« U.iuplittres mul zur Autnilirung der 60 Häuser notwendig sein wird, l׳ rs. 50 000 in bar und Frs. 50 000 in Sieht• wrihsi'1 bei der Anglo-l'ale-tim- Co. liier dr|>oniert. Der jetzige Zeitpunkt ist zum Hauen von Hausern in Jaffa besonders günstig, weil in Jerusalem infolge des Wassermangels die ganze Hautaligkeit sloekt und Arlrcitskriifte und Haumatctiai deshalb jetzt im Lande besonder* billig tu haben sind. Ich halle es für außerordentlich wuchtig, daß in Jaffa sow׳ohl wie in Jerusalem ein jüdische« Stadtviertel existiert, das sich vor den (luartieren der anderen Nationen nicht zu verstecken braucht, und in sanitärer Hinsicht da«!rietet, was <hc jetzigen jüdischen Stadtviertel in Jalta und Jerusalem durchaus näht bieten. Die engen Straßen, die Unsauiuokei! mul die monsltnsc Hauart in diesem Stadl viertel ist geradezu eine Sch,imle Mir dir Juden und sehrerkt viele bessere Firmcnic vor der Miededas-ong in diesem Fände ab. Für Jalta i«! die Hr«ehufl1mg guter, gesunder Wohnungen Hir den jüdischen Mittelstand von all! rlnuToter Wohligkeit. Ich glaube nicht zu viel zu sagen, wenn hl! behäupte-, daß die Schaffung eine« gut gebauten jüdischen Stadtviertels den wuchtigsten Schritt zur w irlschuülichcn Fiohcrntig Jalta« durch die Juden tl.rr stellt. Die (iesellsi haft ״Achuralh Haiti!" br.im 11! zu den 100 OÖO Frs.. welche sie selbst!!ufbring(, noch ein!' Summe von Frs. 300 000, welche sie im Wege der Anleihe auf/nbringcii (lenkt. Sie wandet *ich an den NaliotiaUonds mit der lhtle, ihr dic'C 300 000 Frs. zu leihen. l־.in Kisiko des Nahtumllond« Ini ilivxm (iesch.ilt ist ausgeschlossen, weif der NationaUond* da« D.idelirn nicht!linkt an die (»cscllschaft Arhnzatli Haiti!, sondern an die Anglo l’alcsline Company geben würde, welche ihrerseits das (leid an Aehnz.ath Hailh weiterleiht, ol>er dem Nalinnaifonrl« für das (ielil verhaltet bleibt. Die Anglo l’alcslinc Co. kann und will dieses Risiko auf sieli nehmen, weil da.« Terrain und die tTchäude aut ihren Namen eingetragen werden Und weil die Mitglieder von Aclm/atl! ilailli durchau« kreditfähige Leute sind. Die Rückzahlung ries Kapitals soll im Laufe von 16 Jahren erfolgen, und *war soll dem NationaUond« eine 4 ״/oigo Verzinsung seines Kapitals garantiert werden. Die fieirllschaft würde Mil! im Notlalle auch nitt einem Darlehen von 200 000 oder 150 000 Frs. begnügen, da ihr die Anglo l'alestinc Company ver• *[)rochen hat, ihr im Notlalle |׳'t«. 100 000 oder Fr«. 150000 auf ein Jahr zu leihen und sie in der Zwischenzeit hofft, den Betrag aut lange Frist anderweitig geliehen zu erhalten. Tel! wiederhole, daß es •ich hier nielit mir nach meiner Meinung, sondern nach der Meinung aller I.eitle, die irl! darüber gesprochen 11»!«, um ein außerordentlich wichtige« Unternehmen handelt, rürht eine« von jenen!*rojcklcn, die der Tag gehiert und der nächste '1 ag wieder verweht. Ich bitte Sie also, dieser Sache Ihre ernste Aufmerks.imkril zu schenken. Ich kann diesen IIrief nicht seihst ׳*climbcn, da ich mit Fieber im Heit liege. llni h,n■hlimgsvoll grüßt gez. Dr, R U p p i n. Es vergingen einige Wochen. Ich lag mit hohem Fieber fm Hospital, als eines Tages Dr. Leo Kogan zu mir kam und mir ein Telegramm aus Haag brachte (in Haag tagte damals der Zionistische Kongreß), wonach der Jüdische Natio* nalfontls das Darlehen von Frs. 300 000 für die Gesellschaft ״Achu/ath Baith" bewilligt. Natürlich erregte das Telegramm große Freude bei der Gesellschaft. Es dauerte aber ein Jahr, bis alle Formalitäten erledigt waren und die Anleihe zur Aus- Zahlung gelangte. Ende 1008 wurde mit dem Bau der ersten Häuser begonnen. ״Achuzath Baith‘‘ erhielt nur Frs. 250 000 (Frs. <1200 pro Haus); die restlichen Frs. 50 000 wurden in Anleihen für den Bau von zehn Häusern in Haifa ver* wendet. Es waren die ersten jüdischen Häuser auf dem Karmel* abhang, auf dem heute das jüdische Viertel ״Hadar Hacarmci“ steht. ן Links oben: der Gründungsakt 1־ Mitte links; das Hcrzl-üymnasittm | ***kt unten: die AUenbystraße in früherer Zeit ין Rechts oben; Diezengoffs Haus, das erste Haus der Stadt Mitte rechts: Bauplätze aus der ersten Bauperiode Rechts unten: ein Straßenbild aus den heutigen Tet-Awiw, 2״m Jubiläum der Stadt Tel-Awiw hat das Kollegium! der Berliner Gcmcinderabbintr am 21, April ein Glückwunschtelegramm in hebräischer Sprache gesandt, das in deutscher Ucbersetziing lautet: ״Zum 25jährigen Jubiläum bc* grüßen wir Eure Stadt und segnen Euch mit dem Segen: Der Ewige möge hinzutun zu Euch, zu Euch und zu Euren Kin* dem," Schwere Strafen für antisemitische Studenten in Posen Warschau, 22. April. (J. T. A.). Von drei Studenten, die vor kurzem eine Stinkbombe in ein jüdisches Geschäft in Posen geschleudert hatten, wurde einer zu zwei Jahren, die beiden anderen zu je 18 Monaten Gefängnis verurteilt. , In der Begründung führte das Poscner Gericht aus, die Härte der Strafe solle alle Studenten vor unüberlegten Demon* strationen gegen unschuldige Mitbürger warnen. * f:

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