Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 33 (24.4.1934)
- Date
- 1934-04-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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T Kr. 33, 24■ IV. 1934 1jüdische eundschäö Seite 3 ״ י" '־• ן ׳-.{ ■kbJ rww'*l P*־יי׳ן^״״׳ ״•** ri ilrl bh! n V. *.4 Lol idl L4 l~4 ץ־*"*^ *»>״י*ף r־ t עי CJ* | ץ»—־־׳/ f־*־׳.. V•:. bdi . r ן;י**-ן 1~« \-ו ר•^ Von unserem Korrespondenten Jerusalem, 11. April 1034 Die Abhaltung einer Sitzung des Zionistischen Aklionsfomites in Jerusalem hat eine Reihe von Repräsentanten des Minnas im (ialutli in nahen Kontakt mit dem Leben PafjjliiMS gebracht. l)ies ist in hohem Maße erforderlich, wenn jjC Instanzen des Zionismus Beschlüsse fassen sollen, die für ״Leben in Palästina von maßgebendem Einfluß sind. Bei t״ heutigen Verhältnissen in Palästina zeigt es sich immer gütlicher, »laß die Entwicklung des Landes in politischer, fir|schaftlifher und kultureller Beziehung ihre eigenen Gesetze k־t lll1״ nicht durch Organe außerhall) des Landes, die mir bitweise zusammentreten, beherrscht werden kann. Der Zio* J;sn)us war zwar stets eine Bewegung, deren ideales Ziel im Räume Palästinas verwirklicht werden sollte; aber dieses Land Palästina lag da, atmete und lebte, mit all seinen geheimnisralleti Kräften, und blieb von dem dialektischen Prozeß unjf1|(״rt, bis in unserer Zeit die beiden Mächte zusammen-!ließen, die Bewegung und das Land, und nun sich •«jenseitig anztipassen haben. Dieser Vorgang *lauert jetzt \m 14 Jahre, aber er ist noch nicht beendet. Palästina hat!(;wischen viele tausende Onluthjudcn aufgenommen; die Men- ,;licn, die liier leben, verlieren schnell den Zusammenhang ait ihrer Vergangenheit: die Juden Palästinas haben wenig Verständnis für die Probleme der Juden der Oaltilh, und sic jibcn auch keine Zeit, sich darum zu kümmern. Die zionisti- ,;he Bewegung aber bestellt noch immer zu 00 <>/0 aus Julen der Diaspora; fast die Gesamtheit des jüdischen Volkes;(bt unter ganz anderen äußeren und inneren Bedingungen, ,15 die relativ geringe Zahl in Palästina. Diese Zweit ei- |ung des jüdischen Lebens, quantitativ so ungleich, konnte zu einer fruchtbaren Synthese werden. Aber in den Einrclprohlcnien des täglichen Lebens entfernen sich die beilen Teile voneinander. Ej ist unmöglich, vom Golus aus Elnzclfragcn des palästinensischen Lebens zu entscheiden. Daher sind auch die Organe der zionistischen Bewegung in einer permanenten Krise, weil sie entweder den auftauchenden Problemen gar nicht gewachsen sind oder aber ihre Beidilnsse nicht effektiv werden. Ls ist die Zeit gekommen, wo der Versuch gemacht werden muß, diese Diskrepanz ra- <Hal zu beseitigen. Ein solcher Versuch ist zweifellos die Ab- Haltung einer Sitzung im Lande, die jetzt zum ersten Male seit dein Bestehen des Zionismus zustande kam. Sitzungen in Palästina, so sehr sie wegen der Berührung der A.-C.-Mitglicdcr mit der Wirklichkeit des Landes zu bc-;rußen sind, haben auch die Gefahr in sich, daß die Instanzen in *len palästinensischen Parteikampf hineingezogen 5»d in lokale Streitigkeiten verstrickt werden. Die zionisti- *;he Bewegung als solche muß aber ilire Hauptaufgabe nach »ic vor darin sehen, *len! in einer schweren Krise lebenden (üliitlijudciitiim eine geistige Orientierung mul Führung zu;eben; sie kann sieh nicht allein nach *len palästinensischen Lebensfragen orientieren. Das Bedürfnis, in Palästina selbst eine autoritative Führung des öffentlichen Lebens zu schallen, wird immer größer und fühlbarer, aber die zionistisehen Instanzen sind zu schwerfällig, um diese Aufgabe zu erlullen, und auch nicht hierfür eingesetzt. Die Zuspitzung der Lage des Diaspora-Judentums kann auf das jüdische Leben in Palästina nicht ohne Einfluß bleiben, nicht nur in dem äußerliehen Sinne, daß viele Juden, die cs früher nicht wollten, nach Palästina gedrängt werden, sondern auch in dem Sinne, daß das Judentum heute mehr als je zu einer Besinnung und inneren Rechenschaft in bezug auf gewisse allgemeine Pro Mcmc *los Vulkerlebeiis gedrängt wird, und hieraus geistige Kraft nml Nahrung für die Gestaltung des eigenen Lebens in Palästina schöpfen muß. * , Die Sitzung des A.-C. in Palästina wird von den Tcilnch-! wem ,als geglückt bezeichnet. Die Verhandlungen waren rulii- .מ und sachlicher als sonst und auf allen Seiten scheint der 'ä’uiisch vorhanden gewesen zu sein, in den wichtigsten Streit- Pagen zu einer Lösung zu gelangen. Wenn *lies z. B. bcziigfeil der Erweiterung der Exekutive nicht gelang, so liegt das wahrscheinlich auch daran, daß mau im Unterbewußtsein die lnzulänglichkeit jeder der möglichen Lösungen empfand, ifenn die Art Erweiterung, die zur Diskussion stand, hätte Latin! ein*• Vergrößerung der sachlichen Arbeitskraft bedeutet, ™d cs ist fraglich, ob die oppositionellen Kräfte dadurch bc-! Kh'vkhfigt worden wären. Die Gegner der Exekutive brauchen sozusagen einen Angriffspunkt, wo sie cinset/en können. Im übrigen hat die Sitzung den üblichen Verlauf derartiger Tagungen genommen, mit der großen Generaldebatte und ^schließender Kommissionsarbeit. Ueber die Resultate wurden feo Pressevertreter in einer Pressekonferenz unterdchtet, an der sämtliche Mitglieder der Exekutive teilnnluncn. ״ einer zusammenfassenden Erklärung, die Berl Locker 'olas, wurden die wichtigsten Punkte, mit denen sich die; Siti,ung befaßt hat, behandelt. Der Präsident der Jcwish | AC'ney, Herr Sokolow, hielt eine Ansprache, in der er (׳n tliid der Auffassung der Exekutive über die nächsten Auf- £al)0״ gab. Es war eine für die Oeffcntlichkeit bestimmte ‘>f°gramm r cdc. I . Als wichtigste Frage bczcichnctc Sokolow die Frage der '•'1'Wanderung. Er wendete sich dagegen, daß gewisse I *PPositioucllc Gruppen so tun, als ob nur sie für die Fr eilt eit ״Cr Einwanderung kämpften. Alle Parteien sind sich in der ״fderung einer maximalen Erweiterung der Einwanderung Sokolow gab der Ansicht Ausdruck, daß cs im jct/1ßc|1 Moment in erster Reihe auf die Quantität der Ein- I "'anderer und nicht auf ilire Qualität ankomme. Dieser Satz aber u. E. nur mit Einschränkungen. Auch im jetzigen 71*Punkt kann das Jüdische Nationalheim nicht ein bloßes! pWcnproblem sein. Palästina braucht in der Zeit der Hoch- *01'junktur, in der es sich befindet, sicherlich Arbeitskräfte, und auf der amleren Seite ist der Drang nach Auswanderung in den Galutliliuulcrii heute gewaltiger als je. Aber die Bedeutung Palästinas für das Gesamtjudentum hängt im entscheidenden Maße von der Qua IItat dessen ab, was hier getan wird. An einem Lande des Ratfertums und Spekuhuitentums hätte *las jüdische Volk als Ganzes wenig Interesse. Dies hat auch Herr Sokolow anerkannt, indem er sieh scharf gegen die Bod e 11 s p e k 111 a t i o 11 aussprach. Die Einwanderung folgt heute einem natürlichen Gesetz, indem die Menschen aus Liin* *lern des höheren Druckes in ein Land geringeren Druckes auswandern, während dies früher umgekehrt war, als die Palästinawamleniiig zum großen Teile aus ideellen Motiven gcgen die Gesetze *les materiellen Geschehens vor sich ging. Bei der heutigen Lage bedarf die Einwanderung keiner Ermuntcmng, im Gegenteil, so paradox es klingt, wäre cs heute die Aufgabe zionistischer Instanzen, ihren Einfluß zu einer qua- I i tat i veii Sichtung der Einwanderer auszuniitzen. Wir sind überzeugt, *laß Herr Sokolow der Letzte ist, der das qualitative Moment bagatellisieren möchte, aber tun Mißverständnissc zu vermeiden, ist es vielleicht am Platze, austlriicklich darauf hiuzuweisen. Der Zionismus war niemals eine Sache des Zahlenrausches, und er darf sich auch heute nicht in diese Richtung drängen lassen, auch nicht durch das *leiuagogische Getue einzelner Gruppen, die durch billige Illusionen das Volk blenden möchten. Die Frage *ler Einwanderung ist heute eine hoc 11 pol itische. Im Statement der Exekutive wird darauf hingewiesen, *laß auch die Oppositionsgruppen im A.-C. kein anderes politisches System Vorschlägen konnten als das der gegenwärtigen Exekutive. Die politische Aktion der Revisionisten wurde allgemein a b g e I e 11111. Und doch darf man sich nicht darüber täuschen, daß die ablehnende Haltung gegenüber der Mandatarmacht innerhalb des palästinensischen Judentums weit verbreitet ist. Die Versuche einzelner Gruppen, anticnglischc Aktionen zu unternehmen, finden auch bei manchen Kreisen, die sieh selbst nicht *laran beteiligen, eine gewisse Sympathie. Die wirklichen politischen Zusammenhänge sind dem großen Publikum nicht erkennbar, und die kleinen Verärgerungen des Alltags, wie sie fast überall beim Verkehr mit Regierungen, Acmtcrn und Behörden unterlaufen, setzen sich liier in eine Antipathie gegen die Maudntarmacht um; ganz abgesehen davon, daß viele gute Zionisten das ganze politische System der Mmidatarinaeht mit ihren eigenen Vorstellungen nicht in Einklang zu bringen vermögen. Diese Situation ist aber bcdenklieh, weil die Aufbauarbeit in Palästina, ja die ganze jiidischc Existenz im Lande von einer Kooperation mit der Mandafarmacht ahhäugt. Es gibt ja keine Instanz, bei der man sich über *lie englische Maiulatnrmaeht ״beschweren“ könnte; weder das englische Parlament, noch der Völkerblind werden derartige Beschwerden entgegeiuichmen, und der naive Appell an die öffentliche Meinung wird weder an den Zuständen selbst, noch an den Sympathien etwas ändern. Nur eine zähe und geduldige Arbeit kann uns wclterbritigen. In dieser Beziehung ist gewiß noch eine große politische Erziehungsarbeit im Jiscbuw zu leisten. Und eine noch größere Erziehungsarbeit tut not auf dem Gebiete, *las Herr Sokolow ausführlich besprochen hat, nämlich in den Beziehungen zur arabischen Welt. Herr Sokolow hat kein politiselics Programm in bezug auf die Beziehungen *ler beiden Völker Palästinas vorgelegt. Er hat sieh begnügt, den Appell an die ״besten und schärfsten Köpfe“ zu richten, sie sollen sich mit *ler Frage beschäftigen und eine Lösung zu finden suchen. Es haiuieit sicli aber nicht nur um ein politisches, son- *lern auch ein geistiges Problem. Wir dürfen, so sagte Herr Sokolow, keine ״Kolonisatoren“ sein, wir haben als Juden kein ״Mutterland“ und wir sind nicht Agenten Europas, soll- *lern wir werden in diesem Laude Bürger als ein oricnta- 1 i s c 11 c s Volk. Nathan Birnbaum Siebziger Am 25. April wird Nathan Birnbaum 70 Jahre alt. Obwohl der Jubilar seit Jahrzehnten nicht mehr in den zio« lustischeii Reihen stellt, ja in zahllosen geistigen Diskussionen sich mit den zionistischen Ideen und *ler zionistischen Praxis auseiiiamlersetzte, wollen wir es uns nicht versagen, dieser für gewisse Schattierungen des heutigen Judentums charakteristischen Persönlichkeit unsere Glück- Wünsche dar/uhringen. Nathan Birnbaum war einer der ersten im westlichen Judentum, die schon vor Theodor llcrzl die Gedanken nationaler Erneuerung lind des Zionismus vertraten. 111 Wien als Solin ostindischer Litern geboren, in *len Westen verschlagen, fühlte er sich von allem Anfang an mit *len lebendigcn Kräften des jüdischen Volkes verbunden und zugleich in die modernen Ideen lüneingcstcllt, die aus Europa in *lie jüdische Sphäre cimlratigcn. So wurde Nathan Birnbaum auf I mskers Rut zur A 11t ״ e in a 11 z i p a t i o 11 aus seiner damaligen national-jüdischen mul zugleich areügiösen Haltung her,־ms Zionist. Lr gründet den ersten zionistischen Studentenverein, die Wiener ״Kadi m all“, zusammen mit Smolensky, Schnirer u. a. Die Zeitschrift ״Selbstefiinn/ipation", die von!hm geschaffen wurde, war eine der ersten zionistischen Zeit- Schriften im westlichen Europa. Als II er zls Ruf zur Saturnhing und zur Schaffung der Zionistischen Organisation erföntCj ist Birnbaum einer der ersten, *lie sich ihm anschließen. Als Sekretär *les Zionistischen Aktions-Comites leistet er nach dem 1. Kongreß wichtige praktische Arbeit, scheidet jedoch bereits 1808 aus diesem Amt und aus der Zionistischen Organisation aus. Die damals in *ler zionistischen Bewegung vorherrschende, die Lebensform *1er Galuth verneinende Haitling stößt ihn ab. Audi in den Ländern der Zerstreuung, sieht er die Keime zu neuem jüdischen Leben. Palästina soll zwar national-kulturelles Zentrum werden — und damit wird er ein Anhänger Achrul llaamsdicr Gednnkcngünge —, aber auch in der Galuth soll ein starkes jüdisches nationales Leben entstehen. In den nächsten Jahren wendet sicli Birnbaum in immer stärkerem Maße der Arbeit für die Gegenwart des jüdischen Volkes zu, zumal die Verwirklichung in Palästina in jener Zeit noch in weiter Ferne zu liegen schien. Hebräisch als Zukunftskuftur erscheint ilun fern, die jiddi sehe Sprache als die von *len breiten Massen des Volkes gesprochene wird ihm wesentlich. So erörterte er im Jahre 1010 bei der von ihm inaugurierten Czernowitzcr Sprachkonteren/ die Fragen der jüdischen Kulturarbeit und sammclt in den Jahren vor dem Kriege einen Kreis von Menschen lim sieh, die eine gesaintjmlische Haltung ein/tmehmen suchen, wie sic etwa von der Zeitschrift ״Die Freistatt“ vertreten wurde. Das O s t j u d c 111 u m ist für ihn der Träger des eigentlichen jüdischen Lebens, Fs wird von ihm für den Westen entdeckt, ia der Begriff des Ostjuden ist von ihm erst eigentlich geprägt worden. Immer stärker wendet sich Birnbaum damit den kulturellen Fragen des jüdischen Lehens zu. So gelangt er, der einstige Freigeist, «her die Frkenntnis vom nationalen Charakter und vom nationalen Wert des Judentums zu religiösen Probleme 11. Der Welt* krieg führt ihn in dieser Hinsicht zur Entscheidung. Er vollzieht den Schritt zur Tradition zurück und gelaugt damit zu seiner maßgebenden Bedeutung für *lie in der Aguilas Jisroel zusaminengcfaßten orthodoxen Kreise. Das Judentum erscheint ihm nun als Träger einer Theokratie mit der Aufgabe, auch in der gegenwärtigen Welt dem Gesetz zu dienen. Fier lange Weg mit all seinen Wandlungen, den Nathan Birnbaum durchinaehtc, hat auch zahlreiche literarische Dokiimenle — zum Teil unter dein Namen Matthias Aclicr er* schienen — hervorgebraclit. Aus früherer Zeit finden wir den Niederschlag seines Denkens in den im Jahre 1010 crschic« neuen ״Ausgcwähltcii Schriften“. Seine religiöse Haltung hegründet er insbesondere in ״Gottes Volk“ (1018) und ״Um die Ewigkeit“ (1020). Heide lebt der Siebzigjährige in' S c 11 c v c 11 i 11 g c n, erneut publizistisch für seine Ideen tätig, von vier orthodoxen Jmicnlieit als eine ihrer bedeutendstem geistigen Persönlichkeiten anerkannt, aber auch von all denen! als eine wesentliche Figur des jüdischen Volkes empfunden, die seine vielvcrschliingencn Wege nicht mitgehen konnten, aber seine geistige Bedeutung und seine Leistungen nicht zu* letzt auch in den Anfängen der zionistischen Bewegung schätzen. Als ״Menschen des Ostens" müssen wir un» In Palästina verwurzeln. Wir wollen *las auch nach außen dokumentieren, indem wir die Fahne des S c 111 i t i s 111 u s hochhalten. Wenn in diesen Zeiten *ler Anti-Semitisimis die Welt erfüllt, und der S t a 111 111 Seins der Geringschätzung preisgogeben wird, daun ergibt sicli eine natürliche Solidarität der semitischen Völker, die wir bewußt pflegen sollen. Hier ergibt sich ein Weg der Annäherung an die arabische Welt, mit der wir friedlich Zusammenarbeiten wollen. Zum Schluß gab Sokolow eine Perspektive *ler Zukunft: Es liegt heute Dunkel über Europa. In der allgemeinen Umgestaltung ändert sich auch die Lage *ler Juden und unser Verhältnis zu den anderen Völkern. Das alte System der Apologetik ist zusaiumcngchrochcn. In der Welt der Realitäten gellen nur Taten. Unsere Leistung für Palästina ist *las einzige Argument, das uns bleibt. Wir sollen schon gewisse Möglichkeiten einer Interesseiigeincinschaft mit anderen Völkern. Palästina wird großer Handelsplatz, der Durchgangsort von Ost zu West. 22 Staaten nehmen teil an der Levante- Messe in Tcl-Awiw. Wir hoffen und wünschen, *laß sich die guten Beziehungen zu diesen Völkern verstärken werden. Die Probleme Palästinas müssen in immer höherem Maße von Palästina selbst gelöst werden. Auch die politischen Fragen werden immer mehr in das Kraftfeld des palästinen* sischen Lehens rücken. Die zionistische Bewegung als Qanzes aber hat die Menschen, die später ins Land gellen, vorzubereiteu und die geistige Führung des jüdischen Volkes im Zusammenhang mit Palästina zu behaupten. Der Zionismus ist der stärkste Vermittler zwischen dem Diaspora-Judentum und Palästina. Diesen neuen Aufgaben sich anzupassen, wird ein *Iringeiules Erfordernis der Bewegung sein. Es ist zu begrüßen, daß die A.-C.-Sitzung eine Kommission zur völligen R c o r g a 11 i s a t i o 11 eingesetzt hat. Sic wird nicht an Actißcrlichkeiten haften dürfen, sondern die veränderte Situation in ihrem ganzen Umfang berücksichtigen und daraus konstruktive Schlüsse ziehen müssen, damit der nächste Zionlstcnkongreß einen entscheidenden Schritt auf diesem Gebiete vorwärts tut. Die Judenfra^e in Oesterreich Alle jüdischen Vorstandsmitglieder der Organisation tief Wiener Presse haben It. ״Herl. Tageblatt" vom 20. 4. auf der Generalversammlung der Vereinigung ihren Rücktritt erklärt. Den betreffenden jüdischen Vorstandsmitgliedern war von amtlicher Seite nachdrücklich nahegelcgt worden, au{ ihre Aetnfcr im Vorstand /u verzichten. Ein ähnlicher Druck ist auch auf *len jüdischen Präsideuten der A *I v o k a t c 11 k a 111 111 e r in Wien, Kantor, und aut die übrigen jiidisrheu Vorstandsmitglieder der Kammer ausgeübt worden. Während sich die jüdischen Journalisten dem amtli hcii Druck ohne Widerstand beugten, weigerten sich die jüdischen Rechtsanwälte, ihre Posten in der Advokatcnkanimer nicdcr/ulegcn. Man rechnet daher damit, daß die Regierung einen Kommissar für die Juristenkammer bestellen wird, der die von der Regierung gewünschten per« sonelien Acnderungeu vornehmen soll. James MacDonald in Warschau Warschau, 18. April. (J.T.A.) James G. Mac« Donald und Prof. Norman B e 111 w i c 11 sind in Warschau angckonimcn, um Besprechungen mit Regierungsvertretern und der Leitung des zentralen Hilfskomitees abzuhalten. Oberkommissar MacDonald wurde durch Vizc-Außcnministcr Szctn• bek empfangen und hielt mit allen für die Hilfsarbeit maß* gebenden Faktoren Besprechungen ab. Warschau, 10. April. (J.T.A.) In einer vor Ver« tretern der polnischen und ausländischen Presse gehaltenen Ansprache erklärte Oberkommissar James G. MacDonald 11. a., die Auswandererfrage sei von untergeordneter Bcdcutung itn Vergleich zur Juden frage im allgemeinen. Er halte cs für notwendig, *laß begüterte Juden in Amerika lind Westeuropa sich zusammenscbließcu, um eine Emigra« tion, insbesondere aus den osteuropäischen Ländern, in größtem Maßstab zu organisieren. Das in Polen bestehende Hilfskomitee müsse unterstützt werden, damit es 111 die Lage versetzt werde, Auswanderer für einen späteren Berul in Palästina vorzubilden. Der Zentralrat der Agudas Jisroel ist zu einer Ta« gung nach Warschau für den 28. bis 30. Mai einberufenl worden. mJ 1^1 Dia Sonder-Beilage zur «LEVANTE-MESSE TEL-ÄV1V 1934“ erscheint am 8. Mai 1934. 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