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Jüdische Rundschau · 1934-04-17 · Heft 31 (17.4.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 31 (17.4.1934)
Date
1934-04-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 jnDiseur•: Rundschau Nr. 31, 17. IV.!934 r Von S. I. Agnon*). Aus 11 c m 11 c b r ä i k c 11 e 11 von N. N. 01 a 1z e r. Fs lente einst ein frommer Jude, der ganz arm war und Von Sorgen gedrückt. (iott inogc sieh erbarmen. Fr war verlieft in!,ehre mul Gottesdienst und fern dem Getriebe der Well. I'inem Handel oder einem Geschäft, wie es sonst bei Leuten üblich ist, ging er nicht nach; an der Lehre (iott es fand er einzig seine Lust,’im Sichtbaren wie im Verborgenen. So diente er Oott in Frschanern, in Fhrfurcht und in Liebe. Wenn er lernte, dachte er nicht an (ielchrtenehrcn und nicht an die Freude, der kommenden Welt teilhaftig zu werden, nur daran, der göttlichen Majestät einen Thron zu bereiten. Seine Wohnung Ing tief unten, in einem dunklen, engen und feuchten Keller. I lier fand sich weder ein Stuhl zum Sitzen, noch ein Tisch fürs Mahl, noch ein Bett für die Nacht, mich sonst ein brauchbares Gerät. Nur eine grobe Matte bedeckte den Boden, und auf ihr lagen seine Leide und rührten sieh weder nachts noch tags von der Stelle, damit die Kleider geschont blieben. Der Arme nannte nichts sein eigen, als einen llalm, der den Namen Rabbi Morgenstrahl führte und der ihn zum Dienste des Schöpfers zu wecken pflegte. Doch warum hielt er Rabbi Morgeustrahl? Nach dem Worte im Psalmcnbtiche: ״Aufstrahlt im Dunkel ein Licht den Geraden“. Kaum war der Mahnenruf zu hören, lief jener schon ins Lchrliatis. und verband die Weise des Tages mit der Weise der Nacht, indem er mit lieblicher Stimme und schöner Melodie der Leine und dem Gebete sich hingab; bald befand sich seine Seele iin geistigen Bereiche, als wäre sie allem Irdischen entrückt. Fr übte den schönen Brauch, bis zur Tngcsmitle im Gebete zu verharren, damit es sich mit den Geboten von ganz Israel vereinige; denn manrhmnl geschieht cs, tlad der Sinn nicht gestimmt ist zum Gehet am frühen Morgen und der Mensch erst später beten mag. — Und nach dem Gebete rannte er nicht, wie cs die Gefräßigen tun, den Leib mit vergänglichen Dingen anzufüllen, dal! Fleisch und Gewürm anwaebse, sondern speiste seine Seele mit dem Schriftwort über die Manna oder ähnliche Dinge. Und wenn der Trieb nach Speise und Trank sich seiner doch bemachtigen wollte, da besiegte er ihn mit einem Blatte Talmud, dem Schriftwortc gemalt: ״Kommt, zehret von meinem Brot■', und so entsprach er der!*flicht, am Morgen Nahrung zu sich zu nehmen, durch einen logischen Vergleich mit dem Dritten Sabbatmahle, das mau durch Beschäftigung mit der Lehre ersetzen darf. Und um die Mittagszeit, wo die Menschen Fleisch zu essen gewohnt sind, pflegte er zu sieh zu sprechen: ״Fleisch essen möchtest du? Wie kann icli dir helfen, unsere Weisen, ihr Andenken zum Segen, haben gesagt, einem Ungebildeten sei es verboten, Fleisch zu essen! Also wollen wir zuerst etwas lernen, vielleicht mag der Heilige, gesegnet sei Fr, dein Auge erleuchten, daß du eine Satzung neu ergründest und dann befugt bist, Fleisch zu essen.“ Doch diesen Gedanken bereute er dann, denn vielleicht war jetzt seine Lehre einer Hacke gleichgcsetzt, mit der mau gräbt, und vielleicht hatte er jetzt seinen Anteil an der Fwigkeit in seinem Lrdcnieben verzehrt. Dieser Fromme hatte einige Töchter, eine um etliche Jahre älter als die andere: G ü 11 e, die jüngste, war siebzehn Jahre all; nach ihr kam Blume, die neunzehn Jahre zählte; die älteste hieß I* e s s e 1 e und war zwanzig Jahre alt. Sie waren ärmlich gekleidet und barfuß, saßen zu Hause und ließen sieh draußen niemals sehen. Alle drei waren schön und anmutig und Wohlgestalt. Doch im Herzen nagte der Kummer, denn die Mädchen waren hcrangcrcift und keiner kam, sie vor dem Altjimgfernstamlc zu bewahren. Als auch die Jüngste das heiratsfähige Alter erreicht hatte, begann Fruinet, jenes Frommen Weib, ihrem Gemahl Vorwürfe zu machen. Sie sprach zu ihm: ״Wie lange noch willst du grausam wie ein Rahe gegen deine Familie sein, ohne Mitleid mit deinen armen Töchtern? Wie Verlassene sitzen sie da, seufzend über ihr Unglück, ihre Augen zerfließen vor Tränen, ihre Haare werden grau, und du stellst wie ein Klotz, und rührst nicht einen Finger, um sie zu verheiraten. Komm, sieh dir mal ihre Freundinnen an, wieviele Kinder die i11 ihrem Schofle wiegen, während unsere Mädchen verfallen und vorwelken, dulden und leiden, weil sich kein Bräutigam findet, ihre Schmach «־uifznhcben.“ Diese Worte gingen dem Frommen ins Herz ein und erweckten in ihm väterliches Erbarmen. Lr stieß einen bitteren Seufzer aus und wandte sieli wieder dem Talmitdbnnde zu; er setzte auf Gott sein Vertrauen, nach dessen Willen alles geschieht. I'nimet aber, was tat sie? Sie ging zum Rabbi, dem Znddik von Apt, der Israel getreulich liebte und der zu sagen pflegte, er könnte auch vor, dem himmlischen Gerichte sich beriihmen, daß Liebe zu Israel tief in seinem Herzen wurzelt. Zu ihm schrie sie auf: ״Rabbi, Hilfe! Meine Töchter sind hcrangcrcift und ich kann sic nicht verheiraten; ihr Vater lebt fern vom Getriebe der Welt und kümmert sieh nicht um sie. Nicht genug daran, daß wir uns nur zu entflammen. Den Brief übergab er Rabbi Judcl und wünschte ihm, Gott möge seinen Weg beglücken. Rabbi Jude! nahm den Briet, faltete ilm zusammen, steckte ihn in seinen Rock, verabschiedete sich vom Rabln und kehrte zu t rau und Töchtern heim. Die guten Gewänder, die man ihm gebracht hatte, legte er au. Lin leichtes Mahl wurde ihm gerichtet; er aß und sprach den Segen hinterher. Dann erhob er sich mul betete das Reisegehet. Sein Nachbar kam, um von ihm Abschied zu nehnien; er überreichte ihm eine Münze und sagte: ״Rabbi Juilel, Ich gebe Luch diese Münze hier, damit Ihr mein Bote seid; wenn Ihr an F.uer Ziel kommt, schenkt sie in meinem Namen einem Armen, und so werdet Ihr zu den frommen Boten gehören, denen kein Leid widerfährt.“ Nun kam Nata mit seiner Kutsche und den zwei Pferden an. Das eine hieß Ziehmlch, das andere Rcnncnwlr. Beide waren durch ihre schöne Gestalt ausgezeichnet mul kannten sieh gut in den Fahrwegen aus; es gab kein Wirtshaus, das sic nicht eine gute Sabbatmeile vorher gewittert hätten. Doch wozu waren gleich zwei Pferde nötig? Weil der trummc Rabln von Apt sieh sagte, daß zwei besser seien als eines allein und sie das Ansehen der Reisenden liehen. Nata trat vor Rabbi Judels Haus, wandte seinen Kopt der Türe zu und knallte mit der Peitsche, daß der ganze Raum vom Schalle ausgefiillt erschien. Renncnwir hol» ein Bein, stampfte tn den Boden und zog den Wagen an. Da sagte Ziehmich zu Rennenwir: ״Bruder Reuneiiwir, laß die Beine sein, ich schwöre dir, mit dem Losfahren hat es noch Zeit." Und er lächelte seinen Genossen an, weil er die eine Fahrtregel immer vergißt: mag nämlich der Gast schon in der Kutsche sitzen, so ist das, solange die Kutsche vor dem Hause steht, noch kein Beweis, daß die Fahrt beginnt; darum wird ein Pferd, das ans Reisen gewöhnt ist, stehen bleiben und abwnrten. Daraut senkte Renncnwir seinen Kopf und sic lächelten beide. Rabbi Jude! wollte nicht abfahren, ohne das Kapitel über Isaaks Opferung zu Lude gelesen zu haben. Dann betete er: ״Herr der Welt, wie Abraham, unser Vater, seinen Sohn Isaak auf den Altar gebunden hat, so mögest Du all meine Hasser und Feinde binden, und mit mir, Fwigcr unser Gott, mögest Du nach der Weise der Gnade und des Erbarmens umgehen, und mögest Du, Ewiger unser Gott, an uns erfüllen Dein Wort: ,Dann werden herniedersteigen zu mir all diese Deine Diener, sie werden sich vor mir bücken, sprechend; Zieh ah, du und alles Volk, das in deine Fußtapten tritt! Hernach werde ich alr/ichn׳, und mögest Du mir Deine heiligen Wächter und Boten senden, die diesem Verse entstammen, damit sic midi auf all meinen Wegen begleiten und mich vor jeglichem Feind, vor Räubern und vor allerlei Vcrhiingnis bewahren und all meine Hasser und Feinde hindern, im Argen Macht zu gewinnen über mich, lind mögest l)u meinen Weg beglücken, Amen.“ Auf die Kunde von seiner Abreise hin, kamen seine Nachharn und Nachbarinnen herzu. Rabbi Judcl wählte drei seiner Freunde und betete in ihrer Gegenwart den Psalm ״Ein Slufeulied: Von wannen kommt meine Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Ewigen, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Und jene antworten darauf: ״Der Ewige behüte deinen Ausgang mul deinen Eingang, von nun an bis in Ewigkeit.“ Und die drei keuschen Töchter wiederholten leise Vers um Vers mul wischten sieh die Tränen von den Augen, bis ihre Aermei durchnäßt waren. Da kam Nata wütend herein, packte Rabbi Judcl am Mantel, denn er mußte befürchten, dem Frommen könnte es in den Sinn kommen, «las ganze Psalinenbucli und die Leinzitate vor seiner Abreise zu beenden, und ermahnte ihn, er möge die Kutsche besteigen. Da machte Rabbi Judcl ein paar kleine Schritte, rief; ״Sofort!“, legte seinen Mund auf die Pfosteniiischrift und küßte sie dreimal und sprach: ״Der Fwige ist mein Hüter, der Ewige ist mein Schatten, der Ewige wird meinen Ausgang und meinen Eingang behüten!“ Sein Weih und seine Töchter antworteten: ״Zu Lehen und *zu Frieden, von nun an bis in Ewigkeit!“ So bestieg er die Kutsche. Rabbi Judcl nahm Platz! in der Kutsche, wandte sein Angesicht uarli allen vier Himmelsrichtungen hin, während seine Leute ihm nnchriefen: ״Geh zum Leben und zum Segen und zum guten Gelingen!“ Und all seine Nachbarn und Nachbarinnen riefen: ״Zur Freude und zum Frieden, ohne böses Begognis, und mögest «In bald glücklich heiitikehrcn, zu Leben und zu Flieden, Amen.“ Und im Sitzen schwang er dreimal seinen Stock in der Luft und sprach ein kurzes Gehet, in das er den Eigentümer der Kutsche miteinschloß, daß sic gerettet werden mögen vor allen Feinden und Räubern und Ausbeutern und Gewalttätigen und vor allein Mord- Werkzeug. Als er sein Gebet beendet hatte, fing er zu singen an: ״Mächtiger, Gewaltiger und Furchtbarer...“ Nata grifl zur Peitsche und schwang sie über die Köpfe der Pferde, und sogleich hoben die Pferde freudig ihre Beine, daß der aufgewirhelte Staub hochflog und die Kutsche vcrhüllte. Die Stadt schrumpfte gleichsam in sich zusammen und entschwand unter den I itifscliliigen der Pferde. Die großen, stattlichen Häuser zogen flugs vorbei, und Lehmhütten tauch jurchte mich vor ihnen nicht Judcl antwortete ihm: ״Ich ..... dam ich habe das Kciscgcbct gesprochen.׳' Nata'triV«.• ■ Pferde an und dachte sich, die Menschen seien wirk IM! vernünftig, wenn sie Ziehmich und Rcmmiwir ״m g Narren willen bemühen. ־14'1״s Ls dauerte nicht mehr lange, da fuhren sic Pmkcwitz cm. '״* Dort Die Frage der Bctriebsführcr . , 0'?י ,,Frankfurter Zeitung“ vom 13. ■1. brscktn■ ״ sich 111 einem größeren Aufsatz, mit der Frage der Um״ r mer und Führer des Betriebes. Sie kommt hierbei ,mc|,!,’j «las Problem zu sprechen, ob Nichtarier FührerV, Betriebes werden können, und sagt hierzu folgendes: °Ci ״Ls ist in dicM'm Zusiimiiriibaiigc zu erwähnen, <!;,5 die 1׳r.ige, ob Ni! Iil.irier Führer «le•, Ilci riebe« werden mnli '* M1v.11 1 iv. 11 v um M1\ »יiv 111 gciiu}* u«t« 1111■ uau wii uiio hm» SiaiUtClieil 1 laUSCr ZOgCIt Till^s vuruci, uiiu uiinmmuii 1auv.11•> kümmerlich und dürftig vom Gcfiügcirupfcn ernähren müssenI fc״ ״tts (|cm Staube auf; Leute standen davor, und, die Nun sind auch jene hcrangewachscn und keiner ist da, der sic ehelichen möchte.“ Der Znddik streckte seine Rechte aus, griff in seinen Bart, kämmte die grauen Haare und sagte: ״Geht, borgt Finch für Euren Mann ein gutes Gewand aus und ich werde mit meinen Freunden eine gedeckte Kutsche für ilm mieten, damit er in Städten und Dörfern für die Ausstattung der Braut umherziehe, bis Gott, Er sei gesegnet, eine rechte Heirat beschert.“ Das Herz, der Frnmet ward voll der Freude und sie fragte: ״Rabbi, welche Summe soll er für seine Tochter bestimmen?“ Da antwortete er ihr: ״Soviel der Vater des Bräutigams für seinen Sohn bestimmen wird, soviel soll Euer Mann für Eure Tochter bestimmen.“ Er gab ihr seinen Segen und bedeutete ihr zu gehen. Fruinet kehrte nach Hause zurück und sprach zu ihrem Manne: ״Judcl, weißt du, woher icli komme? Vom frömmelt Rabbi aus AptI Und weißt du, was er gesagt hat? Folgendes gesagt hat er, möge er leben!" Und sie berichtete ihm von der ganzen Unterredung. Dem Sinne des Frommen widerstrebte es zwar, eine Reise zu unternehmen, weil eine Reise das Lernen und das gemeinschaftliche Gebet beeinträchtigt und den Menschen entfremdet der Regel. Und «loch suchte er sieh nicht zu entziehen, weil es Pflicht ist, den Weisen zu gehorchen. So bezog er auf sich «las Wort im Talmud: ״Ist deine Tochter gereift, dann lasse einen Knecht fiir sie frei!“ Das heißt, mache dicii frei, der du bist einer der Knechte des Schöpfers, Er sei gesegnet. Er ging zu״,angesehenen, gottesfiirehtigen Männern, die nicht den Lohn des Arbeiters drücken und bei denen kein Falsch zu finden ist; diese entliehen ihm gute Gewänder, einen seidenen Kaftan und einen Ueberrock aus Atlas, einen breiten, gewebten Gürtel, Schuhe mit silbernen Besätzen, eine Mütze aus Zobelfell und einen schönen Stock. Die Anhängerschaft des Rabbi mietete für ihn eine Kutsche, gedeckt wie eine Laubhütte, und der fromme Rabbi, Israels Liebhaber, tauchte einen Kiel in die Tinte, schwang sich zu poetischer Sprache auf und schrieb einen gediegenen Briet, um gute Herzen, die gerechten und frommen Wandel lieben, *) Erstes Kapitel «!es zweibändigen Romanes ״Hachnassat Kalla“ (Sehockcn-Vcrlag, Berlin), aus dem wir ein Kapitel: ״Eine Pcßachfcier“ in unserer Ausgabe vom 28. 3. 34 veröffentlichten. über immer irrige M« immgcu vorgebr.uhl werden. Die .,Av],*•״' tnirgrr Zeitung‘ lut noch am ti. April unter da! ״Milltilur׳'" der II auf>lkreld>eS rieb .zellen־ Abteilung A-ohallciiburg״ eine״ sulz nut der Uelieaeluitl .,K.1U11 räu Jude Bei rkbshilirrr m'.' deut i lieu Gefolg cli.ilt werden?' gduaiht, in dem <lic p ..erdings vernein( wird, ״!«gleich ui.m eigcinlich Imh״״1ן,!״? d.d! ׳ m diesem Zeiljninkt tiulier vorhandene MiüveoUndi^ J bereits über,dl aufgeklärt seien, Ihdxrrnstlieml ist vor allem dg in dem Asclwffenburger Artikel von dem C.c«ct«c zur Ordnunv nationalen Arbeit ge.ngl wild, es sei »war au dieser Fmk »n. ütx’rgof Fmk Geringen, alter ,lur den (»oct/gc!*־!־ dürfte cs von vorüber* feststehend gcwe.en sein, «laß ein Jude als Führer nitmil, *.! Frage kommt׳. Der Verfasser hat offenbar die (uiieres W״«‘ j von allen deutsche״ Zeitungen im Wortlaut veröffentlichte) tat. ' liehe Bekanntmachung vom 12. Märt 1934 iiber,eben* : in der cs hinsichtlich der Vorschriften über den Ftihrrr ilej i lletrii-lrcs heißt: ,Von der Auf .lellutig lx׳.ond!'rer Vor.mc,f1־u״.fll; Ist dabei auch hinsichtlich der StiiiiHungohöiigkcit und der Rai,*!,. Zugehörigkeit abgesehen worden. Auch iiichtarisebc Untern«hm« können daher Führer des ltrtriolx•« sein. Das entspricht d׳n wiederholten Verlautbarungen der Keichsicgicrung. nach denen «t.e llesi iimntingcn des Gesetzes iilx-r das Beruf beamtentum fiir ,!!, Gebiet der Wirtschaft keine Anwendung linden.‘ F'.s mag hin!!!, gefügt werden, dal! auch der Kommen(ar von Dr. Grusscndots dieselbe F'cstslcllung trifft.“ Bei dem erwähnten Kommentar handelt cs sieh um eine Schrift des Landgcrichtsdircktors im Preußischen Justi/ministe- 3 Tium, Dr. Werner Grusscndorl (״Gesetz zur Ortlnun? der Nationalen Arbeit“, Vcrlagsgcseilschaft K. Müller, Ebers• waldc-Bcrlin). Aus dem Einzelhandel Der ״Völkische Beobachter“ vom II. April berichtet übet eine Sitzung der Liii/elhanilelsvcrtrctimg bei der Industrie• und Handelskammer der Provinz Obcrschlcsicn. Der erst« Vorsitzende, Klose, sagte, in Obcrschlcsicn sei die Säuberung des Einzelhandels von ungeeigneten Elementen um st» notwcn■ tliger, da nach Sd1.it/unge11 allein in den letzten Jahren etwj 11 000 sogenannte Kauflcute über die Ostgrenze aus Galizien nach Obcrschlcsicn cingcwnmlcrt seien. Durcli diese Einwan• derer sei die Ramschware in den Verkehr gebracht worden Leute aus aller Herren I.ändern, die keine Ahnung von ehr• baren kaufmännischen Angelegenheiten gehabt hätten, vcr׳!lichteten durch Schleiidcrangcbotc und Schlcudcrvcrkaute tlu Existenz vieler deutscher Kauflcute. Durch die Einführung der Handelskarte werde künftig ein schrankenloses Hineinströmt(] in den Einzelhandel verhindert werden können. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Ober• Schlesien, Radmauu, wies darauf hin, »lall der Einzelhandel in Obcrschlcsicn zwei Fronten beachten müsse, einmal die weit• anschauliche und rassische Front und auf da anderen Seite die grenzpolitische. Die Bodenfräse Hand über «len Augen, blickten sie der Kutsche nach. Haid waren Stadt und Staub verlassen. Der Welten Antlitz offen• barte sieh, der Himmel glich einer Halbkugel über der Erde und es war, als berührten sieh Erde und I limmcl im Kusse. Rabbi Jude! legte die Beine übereinander; er schaute ins Ali hinaus uml sang: ״Herr der Welt, der König war,...“ mul nickte den Voriiber/iehemlcn zu, den Juden wie den Niehtjuden, und er ward ergriffen davon, daß der Heilige, gesegnet sei Cr, in seiner Gnade solch großes Leuchten über alle Welt gebreitet hat, denn es war, als hätte er Funken aus dem verborgenen Licht geholt, die Welt mit ihnen zu schmücken. Rabbi Jutlel begann, die Luft mit heiligen Worten zu würzen, und sein ganzes Sinnen richtete er nut ein frommes Ziel, Denn viele Seelen gibt es, die ihre Buße zu tun noch nicht vermochten, und, ohne ihre Ruhe zu finden, in der Welt umherirreu müssen; die einen schwimmen aut «len Wassern, die linderen hängen an den Bäumen. Wenn aber ein Mensch aus Israel einen heiligen Spruch anführt, so kommen sic herbei, hüllen sieh ein in diesen Spruch und steigen, Irci von Fluch und Verhängnis, empor. Nachdem er den Toten Liehe erwiesen hatte, ermannte er sieh, Liebe den Lebendigen zu erweisen. So wollte er sich dem Kutscher nähern. Er stieg zu gewöhnlicher Sprache hernieder und redete mit ihm über Dinge dieser Welt, um Lebenslust und Freude in ihm zu wecken; er fragte ihn nach seinem Unterhalt und nach dergleichen Sachen mehr,, wie es jene tun, die Liebe erweisen wollen: können sie cs mit ihrem Besitze nicht, so erweisen sie Liebe durch ihre Worte; ja oft kann man dem Menschen mit einem Worte schon holten. So zeigte auch er aller Welt ein freundlich Angesicht. Begegnetc ihm jemand, so segnete er ihn; segnete ihn ein Fremder, so antwortete er ihm Amen. Denn so sagt es Rabbi Tanchuma im jerusnlcmisclien Talmud: Segnet dich ein Fremder, so antworte ihm Amen, wie geschrieben steht: ״Gesegnet wirst du sein von allen Völkern.“ So fuhren sie in südwestlicher Richtung, durch dunkle, von Räubern gefährdete Wälder und streiften die Dörfer Htitnik und Kusmir und auch das Dort Smolensk. Junge Bursehen liefen herzu und warfen ihnen Steine nach. Da sagte Nata zu Rabbi Judcl: ״Rabbi Judcl, steckt Euren Kopt in die Kutsche hinein, sonst treffen sic Euchl“ Doch Rabbi Fi!!־ In der ״Nation,•!!sozialistischen Landpost“ München, vom 13. April, finden wir einen Aufsatz, von R. Walther Darre über: ״Die Bodenfrage, «ler Schlüssel zum Verständnis der sozialen Probleme'', in diesem Aufsatz heißt es u. a.: ״Grund und linde 11 eines Volkes sind ein־ 11 h «. o 111 t c Größe, die man nicht vermehren k « n n. wenig «lens nicht wo ,entlieh, wenn nein nicht nn kriegeri«« ho Er• oU'rmigen denken will. Ist nun ttllc pnliti.chc Well nn!•«!i.mnng jüdisch und sind damit ulle KigciUumsvorxlelluiißen ichb1*ni״l!d1, sei cs mit einem positiven, 11. 11. kapitalistischen Vorzeichen, ret cs mit einem ncg.illvcn, <1. h. m.imslischen Vorzeichen, «0 י,"״* tmolt die Vorstellung vom Higciihiin an einem Teil «los Grund und Boden« eines Volke« ichbeziiglieh sein, d. h. cs muß die.W■ Stellung vorhanden sein, der einzelne könne mit seinen! Grund Und Hoden machen, was ihm beliebt. Das muß zwangsläufig!* freien Handel mit diesem Grund und Boden führen, »öl m Standpunkt des ichs aus die l'iitiliiöortirig einer Sache «Irr ihre Erwerbung Voraussetzung lur die Befriedigung »ehbczüglicb«4'«*• sehe darsU'lll.“ Der Artikel beschäftigt sich dann mit der hieraus tut• springenden Verschuldung «ler Land Wirtschaft mul dem baiif™' sterben im 19. Jahrhundert sowie auch dem sozialen ״»' nungsclcnd in der Stadt. Fs heißt dann weiter: ״t'nlierührl von solchen Kut.'istiophcli bleibt in jedem der geistige Vater des Ganzen, der j u <1 c. Denn er ist nicht za Giumi und Hoden an sich interessiert, sondern nur ״n Handel damit, Iv« kommt hit!/11, «laß er Nomade ist und 0יי־ selber vom M!ziaien Schitkod seines Wirtsvolke. wenig ן wird, denn ■ er wandert weiter, wenn er an diesem "1,!,,0J niehts mehr veuliemai kann, liier erhall«׳» wir den um den tiefsten Sinn des Ausspruches eines sehr klugen J zu verstehen: ״Die Kasse ul rage ist der Sch In»* rum Verständnis «ler Weltgeschichte.“ Fiir einen deutschen Sozialismus ist der Grund und , eines Volkes Teil seiner gestaltete» sla.illi« heil Ordnung ״n< ״ , daher «ler unverantwortlichen Verwendung , der Unheil des Slnnlct unter teilt sein. Kigciilum an '* und Hoden darf nie i c h H e /, ü g 1 i c h e m Genu n c 11, sonder n m u ß immer i r g c n «I w i c v «> n <1«' >" 1 1 i c he n Fi r 1! s t. getragen sein, «laß h i e r kostbar» Volksgut besessen wird. In keinem Falle kann * # deutscher Sozialismus dulden, daß der Grund und ' 01? Sinne unverantwortlicher Ichbczügtichke! einer Hand in die andere gehen kann, weil dies zum J“1״“ * Wucher mit allen seinen Folgen sozialen Elends fuhrן ־, eine andere Lösung der sozialen Aufgabe von dieser Wurzel aus, gibt cs nicht.‘ Hierzu ist cs erwähnenswert, daß in «icr a 11 j ü d *sc Gesetzgebung das Recht des Bodeneigcnttim stärkste eingeschränkt worden ist, und daß ,ö!oni* jüdischen sozialen Gcdankengängc auch bei der ״onl. sation Palästinas in den Gedanken wieder a k tnen sind, die durcli den Keren Kajcmcth v^“., ”1,״ übef nämlich ucn Boden in den Gemeinbesitz, des Volkes führen und dadurch die Mißständc zu verhüten, privatem Bodeneigentum auftreten können. & < t ü V) 0 * ה « tu ם s:

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