Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 29 (10.4.1934)
- Date
- 1934-04-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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I Seite 6 IrfjCiliiiei diskutiert die Jmlcnlraßß Der weltumfassende Charakter der Jiulenfragc und 'Üc Labilität unserer Lage in allen Ländern der OalutU treten rillt jedem Tage dcutliehcr hervor. Zu den Ländern, in denen die Jiulenfragc noch vor kurzem ״latent‘* war, jetzt aber stark die öffentliche Diskussion beherrscht, gehört Areen■ t i n i e n, dessen Jinlenlieit etwa 220 000 Seelen umfassen 11 ml 2,2 "/״ <l«׳r Bevölker!mg bilden dürfte. Naclulem kür/lieh die katholisch-,־untisemitischc Wiener Wochenschrift ,,Schönere Zukunft“ siel! mit Ausführungen der katholischen argentinischen Zeitschrift ״Critorio“ befallt hatte, in denen der Herausgeber Franccsclii die steigende Bedeutung der Judenfrage auch für Argentinien betonte und zu ihrer lu.stmg die völlige Assimilation der Juden an ihre argentinische Umwelt, das Aufgeben jeder revolutionären Agitation und des übermäliigon Lindringeiis in die freien Berufe forderte (siehe ״Jüd. Rundschau“ Nr. H» v. 23, 2,), liegt uns jetzt cm umfangreicher und nußernrdenllicli interessanter Aufsatz von A. del Monte in der argentinischen Zeitschrift ״Nosotros“ im Original vor. Der antiklerikale Autor, der durch kein besnnderes Band mit den Juden verknüpft zu sein erklärt, aber ein ausgesprochener Judenfreund kt, geht von der Erkenntnis aus, daß die Judeiifiage eines der wichtigsten Probleme unserer Zeit ist, dem gegenüber mau weder gleichgültig bleiben, nach Vogel-Strauß-Politik betreiben dürfe, sondern daß man sie studieren müsse, um dazu Stellung zu nehmen. Die Verfolger der Juden lauschten sicli meistens über ihre eigenen Motive! für die Verfolgten sei cs natürlich eine Tragödie lind im Grunde handele cs sich um ein 11 i s t o r i ■ scli’cs Drama im Weltmaßstäbe, bei dem willschaftliche, politische, völkkehe, geistige und psychologische Faktoren nutspiclten. Kein Volk habe soviel Wcehselfälle, Unterdrückungen und Verfolgungen erduldet wie die Juden, — wobei man nicht nur die sichtbaren, sozusagen offiziellen Massrnverfolgungcn im Auge haben müsse, sondern auch jene individuelle״, meist heimlichen Zurücksetzungen, die daher rührten, daß der Jude, meist verachtet, wenn nicht gehabt, selbst da, wo man ihn dulde und die Abneigung mit l!״fliehen Manieren verberge, doch in einer gewissen. Absonderung gehalten werde —, eine Tatsache, die natürlich den sehr empfindlichen Juden nicht entgehe. Die Ursachen dieser offenen oder heimlichen Verfolgungen hätten im Laufe der Geschichte oft gewechselt; heute seien sie meist Wirtschaftlieber Art. Das Volk, das immer leicht verallgemeinere, schließe aus der Tatsache, daß Juden wucherten tmd Mädchenhandel trieben, sogleich, daß ״die Juden“ eben solche Menschen seien, — ohne zu bedenken, daß ,־mell andere Volker Wucherer und Kuppler hätten und daß der überwiegende Teil der Judenheit mit Kraft und Ausdauer gegen diese asozialen Liemente ankämpfc. Aber alle Verfolgungen hätten bisher keine Entartung der luden hcrbeicefülirt, sondern im Gegenteil ihre kon- *, 1!ו l; , e n 11׳ , ׳ i g k c i t e n auf das erstaunlichste enta' . b l>0. Sc,.:,־,.leben der Juden sei intensiver als das j, ״' . w ■■ ih■':! '11 Volkes; hierin zeige sich ihre orien- . ■ i!. i.mi!־1.;״g. Die innerste Sorge der J 11 - 1! ׳; . i die!., or a I isc 11 e V f r vo11 k ain m n 11 n g. \ . 1 I! hei 11 1 Juden ein unerhörtes Talent für wirtob!. i,.1 ׳:,!d h •in/iclle Angelegenheiten entwickelt halse, ■!!• \... .״lern aus ihrem Zustand fortwährender 21 .1:!,־. Wenn man den Juden vorwerfe, daß ־״.׳׳! :■ Korrumpierten, so sei zu fragen, ob sieh w!י! : k! < , Ciere korrumpieren ließen, und wenn man v1 ״:>־ : 1. ׳,t,. 1 Mangel an Ehrfurcht und Mitleid spreche,;.(! . i ,1 ,׳׳ . ni1 י n, daß die Judenverfolgungen wohl mich; m ׳ v , ׳•!.• r . be Eigenschaften seien. Andererseits seien ׳ , ,v ’ kn, 1 •1! ז durch ihre Zerstreuung und ihre starke K■>11. •.11, ו״ ... 11 1 ׳' kaufmännischen Berufe, in einzigartiger V: 1 ־״! l.irbeit und zum Zusammenhalten, aber ׳!!ר h 1 ו,! ״ ׳־ rfüllung cingegaiigencr Verpflichtungen , 1 m. 1 1 ei «ogen worden. Der Jude sei weder gci! י ■ lig, wie inan leider oft glaube, sondern .! , ן .Haltung durch die Notwendigkeit der ’ 11, i 1 . 1 t, Wiiklivhe Rachsucht kenne der Jude!״i1 .״: diejenigen Glaubensgenossen, die das ' ■ . ■:׳.,!; ׳ verletzten — und da sei sie, trotz der ן!■!, י '1.1,1 ,!1׳׳ Härten, bei einem von seiner Mission •, ׳'■ ״ 1 1 ■ * י. v 1 /וי verstellen. \ <> 1: ״ .>' ■ müsse man den Juden zugute halten, '.,־ 1,׳ > 1 י. •.!k des Okzidents auf eine so großartige 1 i 1 ״;1' ׳ M.,1.ne1• hinweisen könne, die die äußersten i; ן! ס1׳ ״ י h, r Spekulation erklommen oder in die!׳11; י•• i,sycliologic hinnhgestiegen seien; die :! .«■ •1: r 1 , h. 11' Künstler nicht zu vergessen. ''i1 ־ ii.iüi׳,;!> fährt del Monte fort, seien. für die!*' י!:״!;.!!!!י.!: י Art Spiel, hei dem sie vielleicht am ׳ י -1!:׳!•'• o reizte, und das sie mit verwegener ■'־ווי ' ■י! י יי י ח י'' '׳ . Iiten.! 1!; •1 1 1 י die Juden erfüllt von dem Glauben, ein .. ו! ,״, 11',"־ י (roßen Aufgaben bestimmtes Volk zu* ׳ ' . I:׳.׳ I (id-.nsgcschichte und ihre Vorurteile, ilire innere Unruhe und ihr gewisser Pessimismus, ilire Auflcimung gegen alles und jedes, nicht zuletzt gegen sicli selbst und vor allein gegen die bestehende Gesellschaftsordnung, — all das sei in erster Reihe das Ergebnis ihres unerscluitterliehen Glaubens an ihre Mission, mitzuwirken an der Herbeifiilirimg einer moralischen Weltordiumg. Damit hänge auf das engste der hartnäckige Wille der Juden zur Internalioiiali־ tat, zum Univcrsalisiiius zusammen, — ein Wille, der in einer aut nationalst,ältliche und sonstige Absonderung gegründeten Weltordming natürlich als störend und zersetzend empfunden werde und so zu einer I lauptiirsnchc der Judenverfolgungen geworden sei —, und dies um so mehr, als die Juden in den Dienst ihres Internationalismus ihre wirklieh großen organisatorischen Fälligkeiten stellen könnten. Sind die., bisher wiedorgegebenen Ausführungen sowie noch viele Einzelheiten der umfangreichen Arbeit zwar teilweise anfechtbar, doch fast durchweg geistvoll, so behandelt der Verfasser die Frage des Z u s a m rn c 1111 a n g c s z w i s c 11 e 11 J u d e n t u in u nd Bois c 11 c w i s m u s in einer Art, die den schärfsten Widerspruch herausfordert. Nicht mir, daß dieser mit dem Bolschewismus sympathisierende Autor über den zahlenmäßigen Anteil der Juden au der russischen Revolution grotesk übertreibende Angaben macht, viel be- Bäuerlicher ist der Versuch, den Bolschewismus sozusagen als Fortsetzung der jüdisch-religiösen Arbeit mit anderen Mitteln als ein modernisierdes Streben nach der Herstellung einer gerechten Weltordiumg darzustellen. Die Juden, so meint der Autor, hätten angesichts der in jahrhundertelangen nutzlosen Kämpfen erwiesenen Unmöglichkeit, «las Siltcugcsetz der Propheten durch religiöse Arbeit dnrclmisrfzen, und angesichts der Hinfälligkeit aller Zivilisationen, in denen die Juden zurückgesetzt wurden, endlich begriffen, «faß mir der proletarische. Staat ihnen eine würdige Stellung, den! Vaterlandsloscn ein. universales Vaterland geben und die Verwirklieb ׳■er» des Sittengesetzes herbeiführen könne. — Wenn wir unf ';en solche Anschauungen mit aller Entschiedenheit zur Wem׳ setzen,.so gewiß nicht, weil wir historische Tatsachen wie die Beteiligung der Juden ntn bolschewistischen Expcri* inent — die sieh vor allem aus ihrer früheren Parinsteüung im zaristischen Rußland erklärt — bestreiten wollten. Aber es ist kein Zufall, daß Karl Marx, wie aus seinem Briefwechsel erschreckend klar hervorgeht, ein haßerfüllter Antisemit war, und daß 11 e u t c i 11 Rußland alles positiv Jüdische **־ vor allein die Religion, die hebräische Sprache und der jüdische Rundschau Nr. 29. 10. IV. W34 ר>־ v׳ rn ר—.f ך״״* ןןי*״י> /! w 1 '‘ך־־-י׳^ך f 1 i~ ■ 0 5 . - •׳■- .»׳ ».'*i - . ,k J ׳ . <4^ 835 Personen S13 ״ 855 ״ 6011 ״ 760 ״ 720 ״ Die Gemeinde!h'ilbronn a. N. hat Mitte März dieses Jahres an I lami der üemeimlekartothek eine neue Statistik der i 11 d i s e li e 11 Bevölkerung der Stadt aufgemacht, deren Ergebnisse von allgemeinem Interesse sein dürften. Zahl der Juden Die jüdische Bevölkerungszahl weist folgende Entwick* lung auf: 1818: 0 Personen 1860; 18 II: •1 1600 ״: 1837; 3(» 1010 ״: IS(! 1: :«!6 1625 ״: 1871: 610 1033 ״: 1885: 1013 ״ März 163׳!: In der allen freien Reichsstadt Heilbronn wohnten keine Juden. Der Zuzug setzte im wesentlichen erst Ende der fimt/iger Jahre ein und stieg rasch, besonders nach dem detUscli-fran/üsischcn Krieg 1870/71, bis der Höhepunkt im Jahre 1885 mit 1013 Serien erreicht wurde. Die Auffüllung geschah fast ausschließlich aus den umliegenden zahlreichen Landgemeinden. Von 1885 setzte besonders durch A ti s w a n - de rung nach den Vereinigten Staaten zunächst einige Jahre hindurch ein Abstieg ein, dann aber blich die Revolkcrinigszahl etwa bis zum Jahre 1625 auf gleicher Höhe. Sic hat aber dann, in «Irr Hauptsache durch ücburtcnrück* gang, innerhalb von 8 Jahren um ein Achtel abgenommen. Von der Volkszählung vom Jahre 1633 bis Mitte März 1631 ist eine Abnahme tun ein weiteres Zehntel zu verzeichnen. Wein! 111 an davon allsgellt, «lall ein Bevölkeruugsvertust durch Auswanderung nicht mehr stattfindet, 80 würde sich bei «len <turehschniStlieh 12—15 Todesfällen in der Gemeinde die Bevölkenuigs/alii bis 16TI tun mindestens 120 Personen, also auf 600 verringern. Die geringen Geburten können hierbei außer acht gelassen wenlen. Nimmt mau aber an, daß die Ab- Wanderung sieh fortset/t, und daß etwa die Hälfte der Jugendlichen (von 1- 31 Jahren) a!wandert, so würde sich die Bevölkerungszahl um weitere 138, also auf 162׳ Personen vnringcru, so daß 1011 nur noch die Hälfte der 1625 vorhandenen jüdischen Bevölkerung vor* hamlen wäre. Altersaufbau Entsprechend ist auch der Altersaufbau der iü- «lisch en Bevölkerung. Normalerweise müßte ein 801eher Altersaufbau «las Bild einer breiten Pyramide zeigen, deren Grundfläche (die ICimlcr) weitaus am breitesten sein muß, mul die sich allmählich nach oben verjüngt. In Wirkliclikcit ergibt der Altersaufbau das Bild einer schlanken Tanne, die ihre breitesten Aeste in ziemlicher Höhe hat, tmd die insbesondere in den Jahren des Weltkrieges und von 1631 bis 1633 eng zusamniengesebnürt ist. In diesen letzten 3 Jahren waren jährlich 3 Geburten. Von den insgesamt 720 Personen sind 277 mehr als 50 Jahre alt. Um die gleiche Personcnzalii zu erhalten, muß man die Gruppe von der jüngsten Jugend bis zum 31. Lebensjalir ziisammeufassen. Das gewogene Durchschnitts* alter der Bevölkerung ist über 10׳ Jahre, wäh* reml es bei einer normalen Bcvölkermigspyrnnikfe zwischen 25 und 30 Jahren liegen müßte. Die weitaus stärksten Jahrgänge sind die 50—60jährigen, der stärkste Jahrgang überhaupt der 56jährige. Normalerweise müßte dies, wie erwähnt, der einjährige sein. Während es nur 3 Personen mit einem Jahr gibt, sind allein Im 66. Lebensjahr 8 Personen, im 80. Lebensjahr 1׳ Per* seinen und 3 Personen mit über 60 Jahren vorhanden. teristiseh ist auch und wohl durch die Verluste an .M.<nneri!dj' Weltkrieg zu erklären, daß unter «len •12.TOjaluig(.?l •״ männliche tmd 7(1 weibliche Personell sind, also tuehr ,! doppelt soviel Frauen als Männer, itn ganzen genommen 1״ן cs dagegen 318־ männliche und 372 weibliche Pcr1»:,1,ca a Von den 7 schulpflichtigen Jahrgängen 6)20 h;« sind 83 Kinder vorhanden. Von den 7 folgenden Jahre,i״״«/ also den Geburtsjahren 1627 bis 1633, die in den nächsten Jahren zur I inselmluiig kommen, nur 31 Kinder, so daß die Schulkinderzahl nach 7 Jahren, also 1610, gegenüber den heutigen Stand auf die Hälfte bis ein Drittel zur\tck;׳cnnl gen sein wird, wobei eine Abwanderung noch gar nicht h»' rückslchtigt ist. Haushalisgröße Aufschlußreich war auch «lie Feststellung der Hausinlh, größen in der indischen Bevölkerung Heilbronns. Ei er״h sich folgendes Bild: *# mit mit mit mit mit mit mit mit Personen Personen Personen Personen Personen Personen Personen 67 Person! , 70 2 0 4 11 43 78 Haushalte 1 laushalte I latishalte Haushalte Haushalte Haushalte Haushalte Haushalte 16 Personen 0 Personen 21 Personen 70 Personen 172 Personen '231 Personen 13! Personen 70 Personen 720 Personen Normalerweise müßte 1)01 einem gesunden Bevölkerung*, niifbnu die weit überwiegende Zahl der Haushalte neben dJn Litern 3- 4 Kinder haben, also insgesamt 5- 6 Kopfe grcg sein, ln Wirklichkeit ist die« nur ein ganz geringer Bruchteil der Haushalte, während umgekehrt die große Zahl von h L.iiizeihmisiialtcn deutlich den Bevölkeriiiigsabbaii zeigt, denn darin sind zu einem erheblichen Teil Witwen und auch Wifi wer enthalten. Die Hälfte der Haushalte umfaßt nur zwei oder eine Person, obwohl diese Klcinsthanshaltc (besonders die Woh. nung) erfahrungsgemäß im Verhältnis wirtschaftlich kostspie■ liger sind, als die Haushalte in Normalgröße, Berufsgliederung Bel der Erfassung der Berufsgliederung hat cs sicli dämm gebandelt, die Zahlen sowohl für Selbständige als auch für Angestellte zu erfassen. Ausgeschieden hat man dabei die Haustöchter und Haussölme im väterlichen Geschäft und die jüdischen Hausangestellten. Selbständige Berufstrcihemlc sind 170 vorhanden, davon 8 weibliche. In tler Hauptsache sind es K,־infinite, icdich auch Industrielle tmd freie Berufe. Unter dieser Zahl sind aber auch 20 Zwergbetriebe (Hausierer 11 sw.) eingerechnet, darunter weibliche. Gegenüber dieser grollen Zahl von Selbständigen fällt es auf, «Inf! lediglich 38 männliche und 2 weibliche Angestellte vorhanden sind. Diese kleine Zahl in dadurch bedingt, daß eine Anzahl der Kinder im eigenen väterlichen Geschäft tätig sind. Sic dürfte aber auch für die Mittelgemeindcn charakteristisch sein, während in den jikli■ scheu Oroßgcmelmlcn zweifellos das Zalilenvcrhältni« von An■ gestellten zu Selbständigen ein wesentlich anderes sein wird. Ais dritte Kategorie hat man die I laushaltsvorstände ohn? Beruf erfaßt, die also sowohl erwerbslose Personen als auch Privatiers umfaßt. Manchmal ist ja hei den heutigen Verhalt■ nissen die Grenze zwischen diesen beiden Kategorien schwer zu ziehen. Auffällig ist die große Zahl solcher Haiisfi.ilt!• Vorstände ohne Beruf, nämlich 76, aber auch daß hiervon 55 weiblich sind (zum großen Teil Witwen), Rechtsanwalt Dr. Manfred Scheuer, Zionismus — verfolgt und ווntczdrUckt wird; darin liegt eine tiefe Notwendigkeit. Es gibt keine Brücke vom Judentum zum Bolschewismus, sondern wer dorthin geht, hat alle Brücken zum positiv Jüdischen abge* brochen. _ A. P. Aus der Frankfurter Jüdischen Gemeinde Die Repräsentanz der Frankfurter liidischen Gc* inciinlc hatte sich in ihrer Sitzung vom 28. März mit dem verfasstmgsändernden Antrag des Gcmcindcvorstandcs zu be* fassen, wonach die Legislaturperiode der Körperschaft um zwei Jahre verlängert werden sollte. Der Antrag wurilc mit den Stimmen der l iberalen und Konservativen (23 zu 6) angcnominell; gegen den Antrag stimmten die Vertreter der V o I k s p a r t e i, deren Sprecher Vertagung beantragte und im Aufträge der Fraktion folgende Erklärung überreichte: ״Ißt' Jüdisch«• VolksputM tx•!Iniicrf, der Itenhskliligten Verlniigerung der l.rgid.ilurperiodr nicht «Minimen «I können. Sic "V14 jiiiiaelM auf die Hcilenlien hin, dir überhaupt gegen die Methode, «laß eine pnrlatnenlarhf'he Kt'ir|״’r«rl1n[t ihre eigene Nerkingoiiing be-.rhliriSt, ,m4IhI «binn bcaelirn, wenn formalim i*ai״he llcilenken mehl voiliegen. Dir Fruktinn der Jiidi-ibcn Voll»■ |urtri ist der Iblierzeugimg, «laß ein nmlrrrr Wrg gefunden wmlru iidi(!, der einer eil! gerignrl. inl, den mieh von ihr nicht gewünschten Wahlkampf zu vermeiden, der aber auf der anderen Seile den Krinig hat, eine gerechtere und der wahren Stimmung der (iemcindc cnUprcchend«* l.nsimg zu ,sichern, Kino Verlange* rn״:,' der 1 .egislaiurperiode 01111(! Veränderung der Kräflevfrhältimsc in der Keprasenl.inz würde ihres Krachten« die ofl'rnbarr Tatsache vorselileiern, daß die Korprisrhaft in ihrer jetzigen Zusammen- •'1'ti’iing der geistigen Veränderung nicht mehr (iilsprieht, die in heuiiger Zoll jüdische Menschen zu neuen posiüv-jüdischcu Krkoniitmssi'u gebrach( hat.“ — Soweit die Repräsentanz, mit ihrer verfnssungsändernden Maßnahme die Vermeidung eines Wahlkampfes in heutiger Zeit bezweckte, wird man ilire Erwägungen begreifen könneu. Weniger^ verständlich ist das höchst einfache Verfahren, das sie zur Erreichung ihres Zieles gewählt hat. Gewiß, die Sache ist formnljuristiscli in Ordnung. Peinlich ist dieses juristische Ergebnis heute und früher aber immer dann gewcsen, wenn zugleich die Gewißheit bestand, daß die Zu 8 amin e 11 s e t z u 11 g der Körperschaft dem Willen der Wälder nicht mehr entsprach. Daß ein Parlament eine möglichst getreue Spiegelung der in der Gemeinde lebendigen Kräfte darstcllcn muß, tiariiber kann kein Zweifel bestellen. Wer die Verhältnisse kennt, der weiß, daß heute junge Kräfte in der Gemeinde daratd warten, zur Führung herangezogen zu werden, und daß diese jungen Kräfte sehr häufig zum Zionismus und zu Palästina und entsprechend auch zu einer zionistisch geführ* ten Octueimlearbeit anders stehen als vor Jahren. Die Führung der Oeindnde hat cs nicht als ilire Pflicht angesehen, zu erwägen, wie sie beide Fragen zugleich lösen, wie sie Neuwaiden vermeiden und zugleich der neuen Situa* tiou Rechnung tragen könnte. Sie hat von vornherein als uu* bczweifelbar unterstellt, daß diese doppelte Möglichkeit nicht in Frage komme tmd sicli Beeilt, eine nach I.age der Dinge nicht eilige Entscheidung schleunigst Iierbeizufülircn. Der Hm• weis auf die Besonderheit der Zeit ist mindestens eine so treffende Begründung dafür, neue Kräfte zur Führung her• anzuz.iehen, als sie zur Begründung des angenommenen An• träges geeignet ist. Wer die Verhältnisse allerdings kennt, I weiß, wie seiir manche Gruppen daran interessiert waren, I eine weitgehende Neuerung zu vermeiden. Man war sogar im 1 Begriffe, eine vierjährige Verlängerung vorznschlagen. S ein Verlangen, das von der Volkspartci allerdings mit Ertolg ן bekämpft wurde. 1 Niemandem liegt daran, den Frieden zu beendigen, der in I den vergangenen Jahren in Frankfurt a. M. eine loyale Zu• I sammenarbeit der verschiedenen Richtungen möglich gemacht | hat. Dieser Frieden wird nun allerdings kein dauerhafter sei״ ff können, wenn nicht Vorstand und Repräsentanz noch einmal | ernstlich durchdenken, was sie zu Um im Begriffe sind. 1■ ן LU LJ U .«J L *ift*/1 äf * 1* ך fi /» '. ' ' } I i y J itJm y $ y y Palästina •׳Ausstellung Land / Bevölkerung / Landwirtschaft Städte, Bauwesen / Industrie / Vorwaltuna Gesundheitswesen / Erziehung / Einwan* dorung / Deutsch *palästinensische Wirt* schäfte-Beziehungen / Keren Haje»*0 |<eren Kajometh Lejlsrael / Zlonismu* vom ss. bis 22• April 1934 goSEfnet von XI*23 Uhf f Nr. /•! *« Die der in tischen jnnerhal Juden sehen I (!i/iglicht *;unlcru gtmg bt etwa* n ״legal* ״Zal |ii;;vn.“ Stilistik׳ erinnert 711'ltmg politisch ZU boyl und Be« Militär mir um Tausend ,lie Belt die sog« risten, C ni finde jbs.iumt Irist um bei der t ruiigsiic! der wirk über di! mäßig jj aus den die die t haben. I 15000 { shltistiSC man ga *cltcn י 000 30 wamleru ergeben. Die Eh Ein« kann na 11dl in geimmtn rücksich■ Ergebnil H c r k u jüdische I. I Tsdiecb II. Rußland ilf. Und, Ui IV. Holland, V. 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