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Jüdische Rundschau · 1934-04-05 · Heft 27-28 (5.4.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 27-28 (5.4.1934)
Date
1934-04-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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,934 JODTSCHE RUNDSCHAU Seite 3 i "ff ß des 1'1'fallt H 0ל (KM>,!1 ästina. il seine it'lien, * Mit Dr• 4 f? f die fj einen ן ז und | Appell { Wies sch. ncr.-il* 1, dar Hielt. :Iikin, 1>por- 11 n g Stelle s?iele tefnhr 1 dem fliehe Kaufe?führt •'t/ten ional- Mög- ו he- Herl for• si h e on.11• ippen isten, Kr. 27/28. 5. TV. 1934 '''""י׳"••. Ve>r palästinensische Wochenschau üricil über die Jaffa-Dcmoruiranien — Pefjach und Kebi Mus* - Sitzung de» A.-C. - Arbeitskonflikte V011 unserem )).־ilästincusisclicii Korrcspondenlen. gl. Tcl-Awiw, 20. März 1034. Pie l)!ulijrt11־ Araber-Demonstrationen des Oktober in Jaffa, ft sieb die!,olitik der Regierung und die jüdische 1111w.1״(ler"״kf richteten, haben ein lautes g c r i c l\ 11 i c Ive s ),׳sch spiel in dem Prozeß gehabt, der gegen die Führer j;r Demonstranten cingcleilet wurde. Monate hindurch hat der Richter das Benehmen der Angeklagten während der pciuonstration analysiert und schließlich ein ausführliches und 11,111-״ mit Gründen versehenes Urteil abgegeben, das ■cstern in Jaffa verlesen wurde. Danach werden drei der Wddagten freigesprochcii, zehn dagegen zu 5-10 Monaten Halt mit Zwangsarbeit verurteilt. Die Verurteilten sind ausjilmislos bekannte Führer der arabischen Naiionalbcwegung, ,Mitglieder der arabischen Exekutive, Vorsitzende von Pariticii, wie zum Beispiel der Anwalt Auni Bey Abdul lladi, Sekretäre der nationalen Körperschaften (Djemal cl Hussein[!ml der nrabisehen Exekutive) und Söhne bekannter Person- KliU'ilen im Fände. Dieses Mal bat die Regierung sieh gegen die ׳)״rollen“ gewandt, gegen die anerkannten Häupter der S.ilionalbewegiiltg, mit denen sie seit Jahren in engem K011l,U steht und in allen politischen Fragen verhandelt hat. Es jiclit freilich noch dahin, ob dieses aufsehenerregende Urteil (rirUifh zur Ausführung kommen wird. Demi es wurde natürlich sofort erklärt, daß die Angeklagten ihre Sache vor die linhcre juristische Instanz bringen werden, und im Appell a ti on sgerich t kann sieh das Urteil noch entscheidend ändern. Der Spruch der ersten Instanz ist aber in seiner durch* greifenden I lärtc als solcher bereits ein erstaunliches Faktum. Die arabische Presse bat vorher in der breiten Ocffentliehteit auf den Termin des Urteils hingewiesen und die Massen iiiRclorderl, in Jaffa zu erscheinen und ihre Solidarität mit den Fiilirero zu demonstrieren. Es kamen auch in der Tat Delegationen aus verschiedenen Städten, und die Politiker lind Journalisten drängten sieh im Saale. Zu einer Massen* dciiioiislratiol] kam es jedoch nicht. Und die Urtcilsvcrkiindiing rief keine unmittelbare Reaktion in Jaffa hervor. Viel* leicht kam der Spruch den Betroffenen selbst unerwartet, und die Antwort der arabischen Oeffentlichkcit, die kommen muß, wird jetzt erst cinsctzcn. der rung. atioa fügte f des ippo*, itive.1 ver* «sod Die wenn auf H. Tel- ,ahr* zamt den. mit der die mgc 'ftte, sseii «>ht, ließder wnn sei. an die igelt teer igen ■ eit 11 it teilt, ritte loch delc int tod Veit ulen hier hier zeia der inef he״ plo* eil* cd er tbcf! in t 7* m um* »ich nmt der asse ihre Be• Die Gelegenheit eines scharfen Masscnprotesfes, wenn er versucht werden sollte, wird sich sehr bald bieten, wenn an Vorabend des jüdischen Pcßaeh die Aufzüge von Ne bi Musa in Jerusalem stattfiiulcn. Dies ist der jährliche Pilger* ng der Moslems an die Stelle, die sic als das Grab Moses bezeichnen, in der Nähe von Jericho. Es ist ein religiöses Fest, bei dem sieh die Teilnehmer, die aus verschiedenen Teilen des Landes, besonders aber aus Fi c b r o n kommen, das nach der Tradition einen besonders starken Anteil am Zuge nimmt, zuerst in Jerusalem sammeln, dort auf «lern Tempclplatz eine Nacht verbringen, um dann nach Süden in die Wüste zu ziehen. Der Zug spielt sich nach altem Brauch mit Liedern, Fahnen und Tänzen ab, die zuweilen die Monge in eine gewaltige Ekstase versetzen. Der Einzug der itebroner in Jerusalem mit ihren Scliwcrttänzern und Sängern pflegt in Jerusalem ein Ereignis darzustcllcn, das zu sehen sich die Einwohner an den Stadtmauern und vor den Toren drängen. Dieses an sich religiöse Fest hat seit einer Reihe von Jahren einen politischen Anstrich bekommen. Rcli* fiösc Gesänge mischen sieh mit den neuen nationalen Liedern, die im ganzen Lande gesungen werden, und oft wird versacht, die Gelegenheit für politische Reden und Appelle auswnulzcn. Es ist auch gelegentlich bei diesen Aufzügen zu Zusammenstößen gekommen, und Nebi Musa ist seit einigen Jahren einer der Termine in Palästina, wo die Polizei wicr Bereitschaft gestellt, die Hauptstadt mit Posten über* s»t wird umi der großen Aufregung und Hitze der Gemüter die verdoppelte Aufmerksamkeit der Behörden entspricht. Es »Me nicht wtmdernclmien, wenn die arabische nationale Filii״ wng dieses nahe bevorstehende Fest für eine ihrer Demo!!־ Um die Stellung der österreichischen Jaden Wiener Gemeindepräsident bei Dr. Dollfuß Wien, 31. März. (J.T.A.) In einem amtlichen Com* 81uniijuc wird vcrlauthart: ״Bundeskanzler Dr. Dollfuß empfing Donnerstag |^mittags den Präsidenten der Israelitischen Kultusgcmelndc, Dr. _ hesider Friedmann, wobei er im Laufe einer längeren 1 Aussprache auch Gelegenheit nahm, den Präsidenten Dr. hkdmann über den kulturpolitischen Teil der neuen Bundes* ,*dassung zu unterrichten.'‘ der Fassung dieses Cmnmuniqui's ist zu entnehmen, 11" die Iniormation über den kulturpolitischen Teil der 'Unftigcn österreichischen Verfassung nicht den aus* 'h u 0 ß 1 i c 11 e 11 Gegenstand der cinsti'mdigeii Unterredung , ״l'h't Italien kann. Fs ist .־mzunehmcii, daß der Vertreter!5[ österreichischen )mlcnschaft die Gelegenheit benützte, /1' dem Chef der Regierung auch die jüdische Situation!י Oesterreich eingehend zu besprechen und auf diejenigen «Sachen hinzuweisen, welche in letzter Zeit vielfach Anlaß ״ Beschwerden gegeben haben. , Die bedeutsamste Aenderung, welche die neue Verfassung tV״ Kulturpolitischem Gebiet bringt, liegt darin, daß allen!;j f'Rionsgcsellsdiaftcn ö f f e n 11 i c h - r e 01111 i c 11 e S t c |.״K eingeräumt wird. Hierdurch wird sich die Möglich* «,t zur Bildung einer repräsentativen Vertretung der oster- 1duschen Judenhcit bieten.;.&te 7stcvsl. das jCond de^ Juden In Hamburg: 15• bis 22. April Heimhuderstraße 68 I i I 1!?׳- 1■: strationcn erwählt. Und cs Ist wiederum sicher, daß die Regierimg diese Möglichkeit in Betracht zieht und ihre umfangreichen Vorsichtsmaßregeln treffen wird. * In den Tagen unmittelbar vor Pcßach tritt in Jerusalem das Aktionskomitee der zionistischen O r g a 11 i - satiou zusammen. Es ist das erste Mal, daß eine solche Zusammenkunft im Lande statt findet, und wahrend von vielen Seilen immer wieder gefordert wurde, daß Sitzungen dieser Art iiinl Kongresse in Palästina stattfimlen, haben geographische und organisatorische Schwierigkeiten die Verwirkliehmig dieses Traumes bisher immer verhindert. Jetzt zutn erstenmal treffen sieh die, Repräsentanten der Zionisten in Jerusalem. Schon jetzt sind eine Reihe «ler führenden Personlichkeitcn eingetroüeii und überall in Städten und Kolonien trifft mau diese Besucher, die Gelegenheit nehmen, das Land zu scheu und Informationen zu sammeln. Schon immer war die Frühlingszeit in Palästina die Zeit der Attslandshcsuchcr, aber fast noch nie hat in diesen Monaten eine solche Lebendigkeit geherrscht wie jetzt, und vielleicht noch nie haben sieh die Veranstaltungen zwischen Purim und Pcßach so unmiticlhar hintereinander nbgclöst, wie dieses Jahr. An die Aktionskomitcesitzimg schließt sich Pcßach, das nach der palästiiiensisdu'n Tradition seinen Mittelpunkt in Jerusalem hot, und auch dann ist die Kette der Ereignisse nicht abgeschlossen, denn nach dem Fest folgt die Eröffnung der diesjährigen Lcvantc-Mcssc, die in ihrer Art ein Ereignis von außerordentlicher Wichtigkeit «larstellt. Palästina hat dieses Jahr nicht nur eine Konjunktur der Wirtschaft, sondern auch der Besucher und Veranstaltungen. * Das Aktionskomitee tritt in einer Zeit in Palästina zusammen, wo sich hei den Juden die organisatorischen und politischen Konflikte häufen. Die Atmosphäre, in der die Referate über die politische Lage, über die Ansicdlung der deutschen Juden im Lande, über die Perspektiven der weiteren Arbeit erstattet werden, ist eine der Erregung und Hoch- Spannung. Die letzten Wochen haben eine Häufung der Arbeitskonflikte gebracht, die sich im Laufe der letzten Jahre gemehrt haben, jetzt aller von Mai zu Mal schärferen Charakter atinchnicii. Ob es sich um einen Fall in Glied er.111 oder in Rcchowoth handelt, immer bietet sich dasselbe Bild: die Arbeiterorganisation kämpft um die Aufrcchtcrlialtuug ihrer Arhcitsbiiros und die Verteilung der Arbeit nach dem in Verträgen mit den Arbeitgebern und den anderen Arbeiterverbänden festgesetzten Schlüssel. Die Rcvi• sion isten rennen gegen diese Abmachungen Sturm, durchbrechen sie, und die Folge sind schwere Kämpfe, Streiks und Verhaftungen, in «len meisten Fällen wird dann versucht, den Fall auf dem Scliiedsgcrichtswegc auszutragen und den Wand Lcumi, als die Vertretung der palästinensischen Juden, dafür heranzuzielien. Die Revisionisten versuchen sicli jedoch mit allen Mitteln dieser Form der Beilegung der Konflikte zu eiltziehen. Bei dem letzten Fall in Rcchowoth wurde di:8e Tendenz in aller Deutlichkeit klar, als die Revisionisten erst bestimmte Vertreter des Waad Lcumi als Schiedsrichter ahleimten, dann aber auch hei ihrer Weigerung beharrten, als man die gesamte Leitung dieser Institution als Schiedsrichter ,anbot. Sowie sich die Dinge bis jetzt gestaltet haben, ist eine immer größere Gegnerschaft festznstcllen und man sieht für diesen an immer neuen Stellen entstehenden Kampf keinerlei Mittel «Ser Beilegung. Vielleicht ist er auch mit «len bisher angewandten Mitteln nicht auszufcchtcn. Schließlich bilden diese Streitigkeiten nichts anderes als den Ausdruck der all* gemeinen politischen Situation innerhalb des jüdischen Lagers. Und cs ist vielleicht gut, daß das Aktionskomitee gerade jetzt und gerade in Palästina tagt, weil seine Mitglieder unter den unmittelbaren Eindruck «ler Geschehnisse geraten und damit einen ebenso unangenehmen wie lebendigen Beweis erhalten, wie sich die innerpolitische Situation in Palästina kompliziert hat. Es mag so manche Schwierigkeiten bieten, eine solche Sitzung in Palästina zu organisieren, aber zumindest gibt sie den Beteiligten die Möglichkeit, mit eigenen Augen zu sehen, wo die Schwierigkeiten liegen und wie sie sich auswirken. Es wird von Bedeutung sein zu sehen, wie das Aktionskomitee auf diese komplizierte Situation im Lande selbst reagiert. Ein ifldiseiicr Vertreter In der Wiener Bürgerschaft Wien, 1. April. (J. T. A.) Der Bundeskommissar für Wien, Dr. Richard Schmitz, hat mit Zustimmung des Bundeskanzlers eine Verordnung über die Uehcrgangsver* fassung der Stadt Wien erlassen. Nach dieser Verordnung wird an Stelle des Gemeinderat!, die ,,Wiener Bürgerschaft“ treten, bestellend aus 64 Mitgliedern, die vom Bürgermeister berufen werden. Der Bürgermeister selbst wird vom Bundeskanzler ernannt. Die 64 Mitglieder der ״Wiener Bürgerschaft‘׳ werden nach bcrufsständischem Aufhau der Bevölkerung entnommen. Zwölf von diesen 64 Mitgliedern der ״Wiener Bürgerschaft“ werden aus den Kreisen «ler kulturellen Gemeinschaften berufen, und zwar: 3 Verfreier der römisch-katholischen Kirche, 1 Vertreter der cvnngeiischcu Kirche, l Vertreter der israelitischen R e I i g i o n s g e s c 11 s c h a f t, 1 Vertreter der Kunst, 1 Ver* treter der Wissenschaft und 5 Vertreter des Schul-, Erzichungs- und Bildungswescns. Diskussionen in der Presse Wien, 28. März. (J.T.A.) Das im Verlag der ״Reichspost“ erscheinende ״Wiener Montagblatt“ schreibt unter dem Schlagwort ״Ost v c r j ud ung“: ״Nach dem Weltkrieg wurde Wien von art- und rassefremden Zu* Wanderern überflutet, denen eine fürsorgliche Stadtvcrwaltung sofort hilfsbereit zur Seite steht. Aus einem Freund- Schaftsgefühl heraus und aus parteipolitischen Gründen wur- «len Massencinbiirgerimgcn in Wien vorgenommen und auf einmal waren aus «len Tausenden polnischen und ungarischen Juden ,Neuwiener‘ geworden. l>ic Einbürgerungen wurden sozusagen ain laufenden Band betrieben. Die Zahl der in einem Jahr eingebürgerten Ausländer schnellte auf 14 819 hinauf, in vier Jahren wurden über 20000 Ostjuden singebürgert.“ Das christlichsoziale ״Neuigkeits-Weltblatt״ be* faßt sich mit de* Frage den Ucberprüfung der Eis• Mus der Haftara für den 8. Pessachtag Dann gastet der Wolf beim Lamm, der Pordel lagert beim Böcklein, Kalb, Jungleu und Mostochs vereint, ein kleiner Knabe treibt sie einher, Kuh und Bärin sind Weidegenossen, ihre Jungen lagern mitsammen, der Löwe frifst Stroh wie ein Rind. Der Säugling crlustigt sich an der Höhle der Natter, nach dem Lichtfleck des Basilisken patscht mit seiner Hand ein Entwöhntes. Nicht übt man mehr Böses, nicht wirkt man Verderb auf all dem Berg meines Heiligtums, ' denn die Erde ist voll MEINER Erkenntnis, wie Wasser dos Meerbett bedecken. Geschehn wird’s an jenem Tag: der Wurzclsprob Jischajs, der als Banner der Völker steht, die Weltstämme suchen ihn auf, seine Ruhestatt ist ein Ehrenschein. lesdtajahu, Kapitel 11, Vers 6—10 in der Ucbcrsetzung von Huber/Rosenzweig. ht'i r g c r u n g e n. Das Blatt schreibt nach einer Klage über die hohe Zahl der ״artunil rassefremden Zuwanderer“: ״Angesichts dieser Tatsachen wird das Verlangen «ler badenstäiuligcn Bevölkerung nach einer Ucbcrprüfung der Einbiirgcrungen der letzten 15 Jahre, das bekanntlich bereits seit langer Zeit von den Sturmscharen erhoben wird, immer allgemeiner und dringender.“ ״O österreichisch er Beobachte r" und ״W i e ncr Neueste N ,1׳ e!1 r i e 111 c u“ schließen sieh «lern au. Das letztgenannte Blatt erwidert auf eine Bemerkung des Wiener ״Tag“, daß der Numerus clausus für Oesterreich mit Rücksicht auf den Staatsvertrag von St. Oermain nicht in Betracht komme, dies sei eine willkürliche Auslegung «ics Fricdcnsvcrtragcs. Auch «las Blatt des Justizministers Schuschnigg, ״Sturm über Oesterreich“, verlangt die Lö* sung der Judenfrage, wobei cs sich insbesondere mit denienigen Juden befaßt, die heute ״schon zu 90 Prozent vaterlänaischc Abzeichen tragen, im Srimcllzugstcmpo einen Ge* sitiitungswechsel durch־,!״!dien“. ״W lener Neueste Nach richte n“ führen in einem der Schulfrage gewidmeten Artikel 11. a. aus: ״Wer die Liste der in den letzten Jahren den Wiener Mittelschulen zugeteilten Lehrkräften durchgeht, vermeint, die ganze jüdische ,Intelligenz‘ von Krakau bis Tarnopol sei von Giöckel (dem trüberen Wiener amisführenden Stadtrat für Unterrichtswesen) zwecks Erreichung des ,wichtigsten Erziehungszieles‘ hei der Wiener Mittelschuljugend aufgehnten worden. Ganz besonders auffällig ist die große Anzahl von Juden, die den Wiener Kindern Deutsch und Geschichte vermitteln sollen. Ist cs volksfrcmdcn, meist erst nach dem Kriege aus dem Osten Zugcwandcrtcn überhaupt möglich, derartige Anforde* rungen des Lehrplanes zu erfüllen?" Die Eröffnung der Sammelaktion in England י London, 28. März. (J.T. A.) Im Woburn House, dem Zrntralgchäudc der Londoner jüdischen Verbände, wurde am 27. März die Anglo-jiidische Konferenz eröffnet, auf der die zweite große Sammelaktion der englischen Judenhcit zugnnsten «Rutscher Juden eröffnet wurde. Lord R e a «I i n g hielt eine Rede, in der er die Notwendigkeit finanzieller Unterstützung der Bestrebungen zum Neuaufbau jüdischer Existenzen begründete. Er gedachte dabei der wichtigen Rolle, die Palästina in dieser Krise gespielt hat; seine Tore wurden so weit geöffnet, als es zu gestatten die Behörden für ratsam hielten; 00'!0 deutsche Juden sind nach Palästina gegangen nmt es ist dort viel geleistet worden. Es bildet einen bemerkenswerten Kommentar zu der Lage «ler Welt, «laß cs einem Land von verhältnismäßig geringer Bcvölkcmng und kleinem Bodenausmaß gelungen ist, mitten in der allgemeinen Wirtschaftsnot eine Wirtschaftskrise zu yermeiden, zu blühen und zu gedeihen, und daß diese Entwkklung weiter anliält. Die Grundlinien eines Plans für die Verwendung der Gelder, die tlurcli die neue Aktion aufgebracht werden sollen, wurden in der Konferenz von Anthony de Roth* Schild, der den Vorsitz hei den Verhandlungen führte, dargelegt. Der Redner bemerkte einleitend, «laß entsprechend den Vereinbarungen des letzten Jahres auch diesmal das Jahreseinkommen der Jewish Agency in F.ngland, die sieh verpflichtet habe, keine besondere Aktion durchzuführen, vom gemeinsamen Komitee garantiert worden sei. Die Zusammensetzung «licscs Komitees sei eine Bürgschaft für seine Wirksamkeit. Es könne, wenn es sieh als notwendig erweisen sollte, auch noch durch Kooptieruug erweitert werden. Schließlich erwähnte er die Auswanderung nach Pa* lästina und anderen Ländern, die van vielen für das aussichtsreiehstc Arbeitsgebiet gehalten werde. Es handle sich liier um eine 1« onstruktive Arbeit und es sei. möglich, «laß hei Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse eine Milderung der Einwanderungscinscliränkungen vorgenommen werden wird. Sir Osmond d'Avlgdor Golds mid erklärte, die Summe von 200000 Pfund, die durch die neue Sammlung aufgebracht werden solle, stelle ein Minimum für die Bewältigung der dringendsten Aufgaben dar. Die wegen der Demonstration anläßlich des Konzerts des Chores ״Hanigun" in Sarajewo verhafteten 12 Personen wurden polizeilich zu je 20 Tagen Arrest verurteilt. Wie die Informationsabteilung des Völkerbundes mitteilt, haben die Regierungen Großbritanniens und Frankreichs das von ihnen ain 7. März 1923 getroffene Abkommen über den Verlauf des westlichen Teils der syrisch -pal ästi• ncnsiichen Grenze dem Generalsekretär des Völker• bundes mit dem Ersuchen überreicht, das Abkommen dem Völkerbundsrat zur Genehmigung vouulcgen.

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