Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 27-28 (5.4.1934)
- Date
- 1934-04-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 jüdische Rundschau i- In im, die unter allcrselilcclitesten Bedingungen in das Land Hinten, die S c h o 111 r i in, die im Angesicht der tätlichen Oefnlir die Kolonien bewachten, die ersten Siedler, die von der Malaria clahiiigernfft wurden, sind Symbole unseres Aufbaus. Nicht nur, weil sie die ersten waren, sondern weil in ihrem Leben etwas von dem Sinn des gesamten Atifbaus Ing. Denen, die die Bequemlichkeit im Lande suchen, soll man abraten, hinzugehen, nicht weil sie etwa keine Bequemlichkeit finden würden, sondern weil es dem Lande nichts nützt, wenn sie Itingehen und weil sic dort nicht glücklich sein können. Die deutschen Juden feiern Pcßncli in diesem Jahre in der Idee der Freiheit. Sicher spürt bereits der Teil des deutschen Judentums, dem das persönliche Wohlbefinden nicht den Blick für die Realität der Judenfrage verschlossen hat, daß die Neugestaltung des jüdischen Lebens eine völlige und radikale Abkehr vom bisherigen Wege notwendig macht. An die Stelle des Höffens und Harrens, des Trliumens und Spintisicrcns, muß die Aufgabe gesetzt werden, die männlich und kraftvoll erfüllt werden will. Im Zentrum aller vorhandenen Aufgaben, die von uns so klar gesehen werden, wie von jedem anderen verantwortlichcn deutschen Juden, stellt der Aufbau i’alästinas. Jeder Diinaiii uetierworbeneu Bodens ist eine reale Garantie für die Zukunft des Judentums. Jeder neuangcsiedeltc jüdische Mensch ist ein Pionier der Zukunft unseres Volkes. Noch ist die Erlösung nicht da, und cs wird noch lange dauern, bis sic kommt. Dieses Jahr in Jerusalem aber läßt schon etwas von dem ahnen, was einmal unser Volk schützend umgehen wird. Dieses Jahr in Jerusalem, das bedeutet, in die Hoffmmgslosigkcit die Hoffnung setzen. Neuregelung des Oberrabbinats von Palästina Jerusalem, 27. März. (J.T. A.) Die Palästina-Regierung hat dem Wnad I. c 11 m i mul der Palästinaorganisation der Aguilath Israel Kopien des Entwurfs zu einer Verordnung übergeben, durch die die Frage des Oberr a b b i!1 a t s von Palästina neu geregelt werden soh. Diese Frage hat bekanntlich bisher einen der Haupt- Streitpunkte zwischen Waad Leumi und Agudah gebildet und dazu geführt, dall die Agudah der Kncsseth Israel nicht angehört. Nach Aculieriuigen aus beiden Lagern sind die für die neue Verordnung vorgesehenen Bestimmungen sowohl fiir den Waad Leumi als auch für die Agudah zufriedenstellend. Das Hauplverfahren im ArlosoroH-Mordprozeß Jerusalem, 2. April. (J. T. A.) Das Hauptvcrtahrcn Im Arlosoroff-Mordprozeß soll am 16. April, und zwar vor dem Jaffaer Gericht, eröffnet werden. Der internationale Status der Emigranten London, 2(1. März. (J.T. A.) 1111 Unter hause fragte der Abgeordnete Rvs-Davics den Außenminister, ob die Regierung eine Völkcrhundsknnvcntion betreffend den internationalcn Reclitsstatus der Emigranten unterzeichnet habe oder zu unterzeichnen beabsichtige. Außenminister Sir John Si m 0 11 erwiderte: Die Regierung Sr. Majestät hat die Völkerbumlsknnvcntion betreffend den internationalen Status von Emigranten nicht unterzeichnet, doch stellt die Frage, ob sic einem solchen Abkommen beitreten solle, gegenwärtig zur Beratung. Oberkommissar James MacDonatd auf dem Wege nach London New York, 3. April. (J.T. A.) Der Oberkommissar für Emigraritenfiirsorgc, James CE MacDonald, hat die Rückreise nach Europa »!!getreten. Er geht zunächst nach Londnn, um an der Campagne des Central British Fund zugunsten der deutschen Juden tciizunchmcn. V011 dort begibt er sich in die Zentren verschiedener Länder, in denen aus Deutschland Ausgewanderte leben, und kehrt dann nach London zurück, um au der am 21. Mai beginnenden Session des Verwaltungsrates des Emigrantenhilfswerks tciizunchmcn. Um die Einwanderung nach USA. New York, 26. März. (J.T. A.) Die von der Staats- Sekretärin für Arbeit und Einwanderung, Miß Pcrkjns, zum Studium von E i n \v n 11 d c r u n g 8 pro bl cm cn eingcsetzte Soiulcrkommission hat soeben ihren Bericht fertiggestellt, in dein besondere Berücksichtigung der aus Deutschland a 11 s g c w a 11 d c r t c n Personen bei der Handhabung der geltenden Einwanderungsvorschriften gefordert wird. Für Verständigung in der griechischen Judenfrage Athen, 28. März. (J. T. A.) Anläßlich seines Amtsnntritts hat der neu ernannte Minister für Volks- Wohlfahrt, Michael Kyrkos, eine Erklärung aligcgehen, in der er verspricht, sich für die Herstellung eines guten Einvernehmens zwischen der jüdischen und der nichtjüdischen Bevölkerung einsetzen zu wollen. Die Erklärung des Ministers lautet: ,.Anläßlich der Uebernahmc des Amtes eines Ministers für Volkswohlfahrt habe ich das Bedürfnis, mich an die jüdische Bevölkerung Mazedoniens und insbesondere Salonikis zu wenden, um ihr zu versichern, daß ich allen jüdischen Fragen dasselbe Interesse ciitgegenbringen werde, wie den Problemen der mazedonischen Bevölkerung im allgemeinen und denjenigen der griechischen Flüchtlinge aus Kloiuasicn im besonderen. Ich habe das stärkste Bedürfnis, mit allen meinen Kräften initzuhelfen, daß im Interesse unseres gemeinsamen Vaterlandes die Mißverständnisse zwischen Flächtiin״en und Juden beseitigt werden. Alle in den Bereich meines Ministeriums fallenden jüdischen Fragen werden meine stärkste Aufmerksamkeit finden und in einem Geist der Gerechtigkeit und Billigkeit geprüft werden. Sic werden innerhalb des weitesten unter den gegebenen Umständen möglichen Rahmens entschieden werden. Als Minister für Volkswohlfahrt ist cs meine Pflicht, zur Verwirklichung des vom Ministerpräsidenten aufgesteliten Programms beizutragen und es braucht nicht besonders darauf hingewiesen zu werden, welche freundschaftlichen Gefühle für die Juden der Ministerpräsident hegt. Ich entbiete meinen jüdischen Mitbüegem meinen herzlichen Gruß.“ ^ןיידץ«י^^ * ך•״ ׳ff Nr• 27/28, 5■ IV, ]934 Die erste Ärbeiittüxung Jerusalem, 27, März. (J. T. A.) Am 26. März hat das Aktions-Uomitce seine erste A r b e i t s s i t z 11 11 g abgehaltcn. Einen Bericht über die E i n a 11 z 1 a g c der Organisation ersl.diele das Milglied der Exekutive Elieser Kaplan. Er erklärte, die gegenwärtige Exekutive habe von ihrer Vorgängerin ein Defizit von einer halben Million Pfiund übernommeii und es sei ihr bisher gelungen, diesen Fehlbetrag aul <170 000 l’fmid iieralmidrückeii. Gegen die Revisionisten und Misrnchisten richtete der Referent die Beschuldigung, daß sie einen Boykott des Keren Hajessoü fürdorten; er gab bekannt, daß die Exekutive zur Bekämpfung diese!■ Bestrebungen drei Maßnahmen beschlossen habe: erstens, daß künftighin Elemente, die den Keren llajesstxl und den Keren Kajemcth bekämpfen, nicht mehr auf Hoden augesicdelt werden sollen, der aus nationalen Mitteln erwölben wurde; zweitens, daß bei der Zuteilung von Einwamlorniigs/ertifikaten diejenigen Elemente bevorzugt werden sollen, die die Fonds unterstützen, und, drittens, daß ein Komitee zwecks Kräftigung der Fonds geschaffen werden soll. Sodann erstattete Exckutivmitglied J. Grün bäum den Bericht über die von ihm geleitete 1:1 n w a 11 d e r u nj; 9 * abteihing der Pniästinaexekiilive, Er stellte fest, daß im Jahre 1633 rund •10 000 Juden nach Palästina gekommen sind. Beginn der Generaldebatte Jerusalem, 28. März. (J.T. A.) Am 27. März trat das Aktions-Comitee tu die Generaldebatte ein. Eine vom Vorsitzenden des revisionistischen Parteirats lacobi namens der revisionistischen Fraktion verlesene Erklärung führte zur Eröffnung eines Verfahrens vor dem Kongreßg c rieht, da gewisse Anschauungen, die In dieser Erklärung zum Ausdruck 'gebracht worden waren, als unvereinbar mit der Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation erachtet wurden. Das Knngreßgericht wird fest/ustellen haben, ob die Erklärung nicht den Selbstausscbluß der revisionistischen Fraktion aus der Organisation bedeutet. Eröffnet wurde die Debatte von dem Misrachi-Führcr Rabbi Meir Berlin, der die Erklärung abgab, der Misrachi-Verband werde sich so lange nicht an der Exekutive beteiligen, als seine religiösen Forderungen, insbesondere diejenigen betreffend die Beobachtungen des Sabbat und der Kascbrutli-Vorscliriften im gesamten Jiscliuw, nicht erfüllt würden. Namens der Allgemeinen Zfonfsfcn sprach Dr. Benzlon M o s s i 11 s o 1111. Er behandelte die Verschlechterung der Haltung der Regierung, wie sie besonders seit November festzustellen sei und appellierte an das Aktions-Comitcc, sich gegenüber der Exekutive, die rechtmäßig gewählt sei, loyal zu verhalten. Für die Arbeiterpartei sprach Remez. Er erklärte, seine Partei sei nicht dagegen, daß der Misrachi in die Exekutive eintrete. Sie lehne es aber ab, daß dieser Eintritt an die Erfüllung religiöser Forderungen gebunden werde. Einwanderung und Politik Jerusalem, 30. März. (J.T.A.) Am 30. März erschien Dr. C11,1im Wcizmann, der seit drei Jahren an Beratungen des Kongresses oder des Aktions-Conutüs nicht mehr teilgenommen hat, zum erstenmal, tun einen Bericht über die Aktion zur Ausicdlung deutscher Juden in Palästina zu erstatten und zur innerpolitischen Situation im Zionismus Stellung zu nehmen. Bevor Dr. Wcizmann das Wort ergriff, behandelten die Mitglieder der Exekutive, Shcrtok und Prof. Brodetsky, politische Fragen und antworteten auf Angriffe, die im Verlauf der Aussprache gegen die Exekutive gerichtet worden waren. Shcrtok beleuchtete in seiner Ansprache׳ die Politik der Regierung gegenüber dem Jüdischen Nalionalheiin in Palästina. Fr gab eine eingehende Darstellung des Zustande• knmmens der E i n w n n d er u 11 g s sc h cd n I e und des sei* teils der Exekutive um diese geführten Kampfes. Er legte die Argumente der Regierung und die Gegenargumente der lewish Agency hinsichtlich der Höhe der Sehcdule dar und kam zu dem Schlüsse, daß die Hauptgefahr bei der Einwamlerungsfrage in der Diskrepanz zwischen dein Einströmen von Kapital und dem Einströmen von Arbeit liegt. Die Regierung hat offenbar keine Neigung, Ihre Politik den erhöhten jüdischen Möglichkeiten anzupassen, sondern sic habe die Takiik angenommen, Juden zu zwingen, mehr arabische Arbeiter zu beschäftigen. Diese Politik hat einen Exodus der jüdischen landwirtschaftlichen Arbeiter aus der Landwirtschaft und ihr Einstrümcn in die Industrie zur Folge, was andererseits zu einem Einströmen von Arabern aus ’den Palästina benachbarten Ländern und ferner zu einem arabischen Zustrom aus den rein arabischen Distrikten in die jüdischen Distrikte innerhalb Palästinas selbst führt. Shcrtok ging sodann zur Analyse des arabischen Problems über lind unterstrich die Notwendigkeit, zu versuchen, einen geistigen Kontakt zu gewinnen; dies nicht allein um des Friedens willen, sondern auch um das Einwanderimgsproblcm einer Lösung näher zu bringen und damit die Befürchtungen zu zerstreuen, die betreffs der künftigen Haltung der Palästina-Regierung in Einwaiulcrungsfragen geliegt wurden. Prot. Brodetsky richtete an alle Parteien der Zionistischcn Organisation' den Appell, ein Kompromiß zwecks Herstellung einer starken Einheitsfront zu schließen. Er schilderte die Schwierigkeit der politischen Ariieit in London, insbesondere im Zusammenhang mit der Einwanderuiigsfrage. Obwohl im britischen Parlament eine Anzahl araberfreiiiidlielier Deputierter säße, sei die Lage dort als günstig zu bezeichnen. Der Redner warnte vor den politi״ sehen Gefahren der Pctiüonsbcwegung und wies auf den ungünstigen Eindruck hin, den der innere Kampf mache, wodurch die politische Arbeit des Zionismus ungünstig beeinflußt werde. Auch die vom Misrachi verbreiteten liebertreibungen betreffend Verletzung religiöser Vorschriften seien schädlich. Brodetsky wies dringend auf die Notwendigkeit hin, der Exekutive volle Unterstützung zu gewähren. Wcizmann! Appell zur Efn'rJkelt Dr. Clmim Wcizmann, der bei seinem Erscheinen auf der Tribüne lebhaft begrüßt wurde, hielt ein Referat über die Tätigkeit des von der fewlsh Agency errichteten Zentralbür os zur Au Siedlung deutscher Juden in Pa- Uistina. Von den Jugendlichen seien 1800 bereits auf dem Lande augesicdelt worden. Schwieriger sei das Problem der Angehörigen des Mittelstandes, ln diesem Zusammenhang entwickelte Wcizmann den Plan der Gründung eines Kredit- Instituts, das landwirtschaftliche und Industrie-Kredite fiir deutsche Juden bewilligen soll, sowie einen Plan zur Auf* Schließung großer Bodeiuccaervca am Hulch-See und im Beisau-Distrikt, , , Hierauf wandte sich Wei/rnaiin der Bcsprechim״ j •«; inner zionistischen Kampfes in Pal äst in»?. und " j'l brachte sein Bedauern zum Ausdruck, daß gerade!״ < einem Augenblick, da ungeahnte Möglichkeiten 81g|, i.: erschlössen, zersetzende Elemente die Oberhand *: gewinnen drohen. cj: Was den Umfang der jährlichen jüdischen Firiwamlcrtin״ m,1 ■* Palästina, die im letzten Jahr bereits <10000 Person״! § habe, betreffe, so schätze er sie auf durchschnittlich 5m,m: Eine Einwanderung in diesem Umfang werde 1־ innerhalb von fünf Jahren in die l.age versetzen, f״r I‘ Bedürfnisse selbst zu sorgen, und cs gleichzeitig f. ein weiterrcichemles politisches Programm aufzustdhj, ין(■: der g c.g e 11 w ii r t i g e ח Exekutive׳ erklärte!)'. i; Wcizmann sich solidarisch. Weizinaim s111|1() ,״; j| Einsetzung einer besonderen Körperschaft vor, die ci«e•'. S: Arbeitsplan für den nächsten Kongreß atifslellen solle, ״״! Ij schloß seine Ansprache mit citicin ׳ leidcnschafilirlirn Ap-gj 1 zur Einigkeit innerhalb der Zionistischen Organisation, 1 ' ff 1 Ussfsclik n über Gefahren der Prosperität j| Aut die Schattenseiten der Prosperität in Palästina %\t. I der Präsident des Jüdischen N'alionalionds, M. M. Usiiscfi! kill, im Verlauf der Rede hin, die er im Rahmen vier(irnersä I: debattc über!•■ragen des praktischen Palästina-Aufham, m■ il politischen Arbeit und der innerzionistischeii 1 a::e I ,.1 Die gegenwärtige Proxpeiität Palästina••, erklärte t'> is*!l wirke sieh dadurch unheilvoll aus, daß das üppige 1| schießen der Privatinitiative zu einer Vernachlässig״.', |i der nationalen Arbeit führe und daß an die Sr', des nationalen Schwungs im Anstreben großer Volks• ׳' ,׳ kleinliche Tagessorgcn getreten seien. Damit sei dictirh'; verbunden, daß in Palästina ein Wirtschaftsglietto gleich der Diaspora entstehen könnte. Eine solche wiitscluftl '<;׳ Entwicklung drohe vor allein deshalb, weil keine K< ‘ von Grund und Boden als Nationaleigentum «lurchgeluhrt 1: würden. Einer Einwanderung von <10(!00 Menschen Im letzten | ahr stehe ein Budencrwcrb durch den Jüdischen Nati onds von nur 16000 Dutiam gegenüber, während die £ iichkeit zur Erwerbung weiterer Tausender von Dunam b | stehe. ן Schluß der Generaldebatte | Als letzte Redner sprachen in der Generaldebatte Ecri m Katzncison und Kurt B 1 u 111 e n f e I d. Kat/nclson 101• 1 eierte die Aufnahme einer langfristigen inneren Anleihe § für Boden kauf, sowie Stärkung des׳ Jüdischen National-1; fonds. Den Guerillakrieg zwischen den zionistischen׳Gruppen B verurteilte er aufs schärfste und beschuldigte die Revisionisten, J| mit Tcrrorhandluugen begonnen zu habe״. £ Kurt Blumen fehl anerkannte die Leistungen der! Exekutive, insbesondere auf dem Gebiet der Einwanderung, m, Für die Aufrcchterhaltung der Disziplin in der Organisation ■ forderte er strenge Maßnahmen. jj Pariehtreit und nationale Fonds I Das Mitglied der Exekutive, Bert Locker, beschäftigte I sich in seiner Ansprache vor allem mit der Sabotierung da 1 Keren Haiessod durch den Misrachi und mit der oppo I sitioncllen Stellung der Allgemeinen Zionisten zur Exekutive I Den Misrnchisten machte Locker den Vorwurf, sie ver• knüpften ihre Sahotageaktion gegenüber dem Keren Haje«H mit religiösen Fragen, um die Exekutive zu schädigen. Die von der Kongreßmebrheit gewählte Exekutive ׳habe, warn schon nicht auf Ergebenheit, so doch zum mindesten auf Loyalität Anspruch. Wcizmann in Tel-Awiw Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel-Awiw, 26. März Jt. Das Beth-Am (wörtlich übersetzt ״Volkshans“) in Tel- Awiw ist ein Versammlungsort eigener Art. Vor einem Jahrzehnt war cs ein riesiger Snmlplatz, mit einem Hrdterzaun ringsum, auf dem bei allen Veranstaltungen Zaungäste hockten. Der Platz war iibersiit von sehr unbequemen 1 lol/bänken, ml einer irgendwie zusammengeschlagenen Bretterbühne auf «er einen Seite und überwölbt vom Himmel. Hier fanden großen Volksversammlungen statt, und wenn sich die Mens« Kopt an Kopf auf den Bänken und in den Gängen drängte׳ so ergab sich ein unvergeßliches Masseiibild. Unterdes•« hat man vielfach versucht zu bauen: der Zaun wurde ein Betonfußboden gelegt, eine feste Bühne errichtet, scli.ive lieh kam auch so etwas wie ein Gebäude zustande, damit Platz auch an Regentagen benutzbar war. Niemand kir• behaupten, daß das Endergebnis dieser Bauten schon*■ Man sieht ihm die stückweise Arbeit an. Aber eines diesem Ort ist schön geblieben: das ist die Masse׳ er faßt. Wenn sich an einem Abend hier die Besucher und sich zusammenschließen zu einem unübersehbaren!*■ von Köpfen, so hinterläßt dieser Anblick einen gewa״l'׳ Eindruck. |. Eine solche Versammlung entstand, als der KU* ן llnjessod seine Spender zu einem Meeting י |i Wcizmann einlud. Man hatte keine Propaganda IE'n1 V! nur eine Anzeige in der Presse, und jeder Spender 111• , sich seine Karte vorher im Büro des K. H. abhoien. Und drängten sich am Abend Tausende im Iletli-Ain, 11 .'סי mußten aus Platzmangel umkelireii. Palästina befU j ׳ eines der Z a 111111! g s 1 ä ml e r d e s Keren H a 1c 5ןן׳״, zu werden. Bisher hatte es die Beiträge aus der ganzen empfangen. In den letzten Jahren gibt es selbst ׳seine in immer wachsendem Maße. Es ist das ein Zeichen : wirtschaftlichen Konsolidierung. Wie weit der Kreis geworden ist, bewies diese Versammlung, die noch vor Kt nicht möglich gewesen wäre. Und ppch etwas bewies dieses Meeting: die Treu• _ Masse zu Weizinaim, ihr iingeincsseiies Interesse an »^ Persönlichkeit. Wei/inaiin spricht dieses Mal nicht u1״..^ souckre politische Fragen. Er gibt keine unbekannten matisehen Details. Er spricht einfach über die Not* ׳ digkeit׳ eines inneren B u r g f r i c d e n s, _ b<*> I, Gelegenheit, die sich ihm in der ()Öffentlichkeit biete'• bevor er noch zu sprechen anfängt, gerät die Ment Begeisterung. Es kommt ihr nicht so sehr darauf an, ' p hören, als überhaupt mit ihm zusammenzukommen,! ״ sehen. Als er nach der Versammlung den Raum veru ׳ s;rft drängen ihn Hunderte mit Hochrufen, sein Auto kam■ , kaum einen Weg durch die Menge bahnen. Kein Mensen' Notiz davon, daß offiziell Wcizmann heute nien^; Präsident der Zionistischen Organisation ist. FürJ".; war er der Führer und ist es heute, an ihn hangt s ganze Begeisterung und Liebe, ihr Interesse und ״"י Wanderung.