Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1934-03-28 · Heft 25-26 (28.3.1934) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 25-26 (28.3.1934)
Date
1934-03-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2653452-2653476--25011-2682123
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

Drei Seder-Abende — und der vierte? In Bne Berak — In Bacharach In Coiwig Der Seder-Abend Ist das Herr des jüdischen Jahres. Da ist kaum eine Seele so weit verirrt von der jüdischen Muttererde, so randvoll von neuen Inhalten, daß inr nicht — wenn anders sie ihn jemals erlebte — einmal, und sei es im Traum eines Lebensherbstes, der Abend aus der Kindcrzcit ins Ciedäehtnis znriickkehrt, da der Vater ein König war lind die Mutter eine Königin... Vielleicht, weil ״dieser Abend vor allen andern Abenden“ etwas vom lhgcheimnis jüdischer Lebensform in sich birgt: er ist ein Sinnbild jenes dialogischen Daseins, das dem jüdischen Menschen höchstes Ziel bedeutet, Denn liier gibt es ja keine Predigt und keine Erbauung —- nicht einmal eine ״Andaehlsstumk־ “׳- so wenig «ler Werl die• *er l'ormen an ihrer Stelle angc/wcifelt werden soll, liier ist vom Anfang bis zum Lude lebendiges Gespräch zwischen Vater und Kindern, Wirt und Gästen, Lehrer und Schülern; Urform jüdischen Geistes, wie sic sich noch jetzt etwa in der Jeschiwah des Ostens verkörpert und wie sic so manches jüdische Volkshuch bewahrt hat. * Aber der Seder-Abend ward auch zum Spiegel: Spiegel der Zeit, die ihn feierlich beging und der Menschen, die 11m dm gedeckten Tisch herum saßen. Jedes Geschlecht von Scdcr-Güstcu sticht neue Antwort auf die uralte Frage dieses Abends; und enthüllt in ihr sein eignes Sein und Hoffen, Träumen und.,. Versagen. Drum ward cs vielleicht in dieser unsrer Zeit, da so viele Fragen neue Antwort verlangteil, von neuer Bedeutung, die alte Frage zu stellen: Was unterscheidet diesen Seder-Abend von heute von allen andern Seder-Abenden? * Fs gibt eine sozusagen klassische Form des Seder-Abends, die jeder kennt, der auch mir ein einziges Mal die Blätter des wunderlichen Büchleins au!geschlagen hat, das wir die Hag a d a 11 s c 11 c I P c ß a c 11 nennen... ״dieses nbeuteuerliehen Buches, das die Agaile heißt und dessen Inhalt einö seltsame Mischung ist von Sagen der Vorfahren“, Wunderreschichten aus Aegvptcn, kuriosen Erzählungen, Streitfragen, Gebeten und Liedern. Neue jüdische Künstler wie Joseph Rtidko und Jakob Steinhardt haben diesen klassischen Seder-Abend int Bilde festgchalteii, wie er uns auf den ersten Seiten der Hagadali beschrieben wird, ln Bne-Bcrak — dort, wo jetzt neue Quellen künftigen Lebens strömen — findet sich die Tafelrunde unsrer alten Lehrer zusammen; eine erlauchte Ge- Seilschaft, deren Namen noch heut dem Schüler vertraut sind. Rabbi dieser, den man den Großen nannte, Rabbi Josua, der Sternkundige, der schon damals die Erscheinung des Kometen zu berechnen und alle Fragen der Weisen von Athen zu beantworten wußte — lind die stattliche Reihe ihrer Freunde und Genossen: Rabbi Akiba in ihrer Mitte, die Leuchte seiner Zeit, dessen Tod ihn noch berühmter machte als sein Leben. — Mi inner des Buches saßen um den Tisch, gewiß; aber nicht dem Huche allein gilt ihr Betniiiien. Aus allen Lebenskreisen kamen sie hierher: Rabbi Elicscr, der tagsüber in der Schmiedewerkstatt arbeitet, um nachts lernen zu können, sitzt neben Rabbi Elcasar hen Asnrjah, dem Fürsten in Israel; Rabbi Josua, der Kohlenbrenner, neben Rabbi Akiba, dein Bauernsohne, dem Sohne des ״frommen Fremden“. — Männer des Buches, gewiß; aber auch Männer der Tat, des lebendigen Lehens. Sitzt nicht unter ihnen Akiba, der den Tr. 'im Bar Kochbas mit seinem Leben zahlte? Es wurde übe; dem Ruhme ihrer Gelehrsamkeit, den ein späteres Ckschk :'it Ihnen um so eher zollte, als es sich selbst zu den ״Amcrazim" zählen mußte, vielleicht oft vergessen oder nicht genug beachtet, daß alle diese hochgclchrten Männer nicht nur Gelehrte waren. Sicherwaren sie nicht lebensfremd wie mancher ihrer gelehrten Enkel. Und nun sitzen sie beisammen, die ganze lange Nacht hindurch... und sprechen, wie uns die Hagadah erzählt, vom Auszüge aus Mizrajitn. Wirklich nur in historischer Rückschau? wirklich nur um der Lehren der Vergangenheit willen? wirklich nur, um die Größe des einstigen Mizrajim-Wunders zu erkennen? Das tiefste Wort aus der Hagadah lautet für sic wie für uns: daß nicht den Vätern allein damals solches Schicksal widerfahren, sondern daß ein jeder von uns damals mit aus Knechtschaft und Fron befreit wurde.,. Daran mögen sie wohl gedacht haben, wenn sie von Dingen der Vergangenheit sprachen und ihnen die Vergangenheit zur Gegenwart wurde. Das Eine wissen wir: daß dem wachen Verständnis dieser Männer für die Fragen des Tages das größte Cieschenk zuteil wurde, das ein Geschlecht von Lehrern sich wünschen kann: daß die Jugend ihrer Zeit sich eins wußte mit dem Alter — daß sie ihre Botschaft aufnahm und weiter trug. — Als die Alten ermüden im Morj^cngraucUj^ da... sind die Jungen zur Stelle und mahnen, nut heller btimme: ״Ihr Herren, Zeit ists zum Morgengebet!“ — Die Einheit der Gemeinschaft: «Ins ist die große Antwort dieses unseres klassischen Seder-Abends. * Jene Zeit starb... und mit ihr die Einheit zwischen Lebrem und Schülern, zwischen Alter und Jugend, Noch bewahrt das Mittelalter den festen Kern der Judenschaft in engverbundener, nicht nur dem Zwange entsprungener Gemeinsamkeit, ״Ich wohne inmitten meines Volkes“ hätten alle diese Juden mit den langen Bärten und tiefen Augen, die einst Rembramit malte, wie vor Zeiten die Frau aus Suncm dem Propheten Lhschah antworten können. ln jener Zeit aber wählt sich ein Feind der Judenheit den schönsten Abend des Jahres, den Seder-Abend, zu gespenstischem Treiben. Die Illut lüge verleumdet «las Volk, dem strenge Gesetze seit jeher den Genuß auch nur eines Tropfens Blut verbieten; und alljährlich um die Peßach-Zcit modische Rundschau erhebt das Liigcngrsnenst von neuem den Sciilangmkopf. Das Hilft <ks mittelalterlichen Seder-Abends kennt der deutsche linlc aus Heines ״Rabbi von Bacharach". Mit 11,111kenswcrtcin Hinweis zeigte kürzlich Rahel Wisclmit/er, (laß das Kostüm dieser I leinosdien Juden nicht dem wirklichen Mitlelallor, dessen Färbung Heine inibckmi 11t war, sondern viel eher «im Bildern einer I Iagadah nt« dem 18. Jahrlitindert entnommen sind, — Nicht nur das Kostüm, so können wir hin/ufügen, wenn wir uns nochmal» der I Icincsclicn Schilderung zuwende״. Was liier lebt, das kommt nicht aus dem Geiste des inittclnltcriichcn Juden, der sich eng mit seiner jahrhmuiertaltcii Gemeinschaft verbunden fühlte. Wo ist der Rabbi, so fragte man früher schon, der am Sctlcr- Abende flieht, als er «las Unheil über seine Gemeinschaft kommen sieht? ־— Deutlicher sehen wir heute die Antwort: der Rabbi floh wirklich, er suchte* sich in Sicherheit zu bringen... wenn er mich bald erkennen mußte, daß diese erträumte Sicherheit neue und stärkere Gefahren barg. Demi dieser Rabbi hieß nicht Rnhbl Abraham vnn Bnclmraeh; er hieß Heinrich Heine und hatte dn/1nuni narb *einem eignen Gesliimlnl.» nicht mehr die Kraft, ״einen Bart zu 1ragen, zu hassen mul zu dulden". Her Einzelne flieht... und ״schließt sich selbst aus der Gemeinschaft ans“. Das ist die Ursimdc des Seder-Abends: es ist die Ursimdc eines Zeitalters, das wir alle kennen... und dessen Schuld wir heute zahlen müssen, Fs ist, als oh der alte jüdische Stoff der Seder-Abend- 1 egende sieh dagegen gewehrt habe, sich von befleckter Hand wieder ins!.eben rufen zu lassen. Gewiß, Heinrich Heine fand den Weg zurück zum verlassenen Judentum — spät mul unter Qualen. Aber die Rückkehr des Rabbi AJiraham durfte er nicht gestalten. Sein Fragment konnte er trotz späterer Bemühungen nicht im selben Geiste vollenden; und schließlich verzehrte es — falls das Gerücht nicht trügt — rächende Flamme,,. ״Feuer verzehrt, was Wasser versebrt“ hätte man mit altem Volkssprache das Schicksal de» Heine- *dien Rabbi von Bachcrach deuten können. Fs gibt viel zu denken, wenn wir hören, daß cs im Leben der deutschen Juden des 10. Jahrhunderts eine Zeit gab, da wohlmeinende Männer und ernste Juden am Seder- Abend statt der ach so veralteten Hagadah den... Heineselten Rabbi von Bacharach dem Kreise der Gäste vorlasen, Franz Rosen zweig hat einmal in seiner Einleitung zu Hermann O 0 h e n s ״Jüdischen Schriften" eine Stelle aus einem Jngciidhriefc Cohens ahgcdruckt, die uns die Gefahren und Auswege dieser Zeit, wie sic seihst auf die Bosten lauern, in grellem Liciitc zeigen. — Es Ist Pcßarh 1872; und der in Coswig bei seinen Eltern lebende, dreißigiiihrige Hermann Cohen, der damals gerade an seinem ersten Haupt* werke schrieb, fühlt in sich die Verpflichtung, einem älteren Freuudespaare gegenüber über seine Empfindungen am Seder- Abende (wie an «len Feiertagen überhaupt) sich klar zu werden. Was ihn damals mit dem Judentum und seinen Formen verband, waren Gefühle der Pictiit fiir diese Tage, ״an denen sieh die Vorbilder unserer Jugend geheiligt haben'•. Streng bedacht, die eigene Sentimentalität, deren er sich wohl bowußt ist, 71! zügeln, legt er die Stimmung dieses Abends ״fast ängstlich auf den Kreis der familiären Gefühle“ fest; ja — er verwahrt sich den Freunden gegenüber dagc״en, daß er am Scder-Ahendc etwas anderes cmpfiitile als ״die Emn- Bildungen eines zärllicli geliebten Sohnes, der den Dreißig nahe, mit seinen bejahrten Eitern am hell crleticlifcten Tischei sitzt, des Vaters Hand halt und mit zitternder Freude vom Vater aut die Mutier und von der Mutter auf den Vater blickt“. Und der alte Vater, der seiner Gemeinde Coswig so lange in Treue als Scheliach Zihbur gedient hatte, erhält bei diesen! Anlasse aus dem Munde des Sohnes aas seltsame Lob, daß er a!1 diesem Abend die Hagadah ״ohne jede Innnsnruclinahme einer echten fudenenipiindung" — ״den ersten Teil vielleicht in zwanzig Minuten" überfliege. — ״Unoclieuerlichkcit der Entfremdung, die aus diesen Worten spricht“ — so bezeichnet Cohens Jünger und Biograph Franz. Rosenzweig diesen Zeitpunkt im Lehen des Meisters. ״Die Seele ging wohl noch bisweilen scheu und verschämt... die alten Pfade, aber der Geist war ausgezogen und hatte die Brücken zur Heimat hinter sich abgebrochen." Hermann Cohen hat sich selbst später einmal einem Freunde gegenüber als einen ״Manu der Umkehr“ hczeichnet; und es wäre bitterste Undankbarkeit, wenn vir nicht diesen Bekenntnissen aus seiner Früh zeit, die aus der Gefahr der völligen Abtrennung des Einzelnen von der Gesnmthcit cntsnrin״cn, ein snätes Wort über die jüdischen Feste cnt״egcnl1aiten würden, das aus seinem ..{üdi*cb׳*n Testament“, seinem letzten Hauptwerke, der ״Reli״bn der Vernunft aus den Quellen des Judentums" stammt. Hier sieht er in den Festen die große Schönfun״ eines hisfonsehen Instinkts und die weltgcschichtlMie Sehnt7wehr gegen die Gefahr des Aiislöschens und der Nivellierung... ״zu sein wie alle Völker“. Ein jüdischer Denker unserer Zeit Int diesen Gedanken einmal noch weiter geführt. ״Ein Volk bestimmt über sich, über Sein und Nichtsein, über den Weg zu sich in oder von sich fort“.., Ein Volk kann, nachdem cs sich _ verloren, sich wiedergewinnen. Wenn es... zu seinem Eignen, zu seiner Idee und zu seinem Ochictc wieder hingebngt, dann erfährt es den neuen Anfang. Vom Abstiege... kehrt es um und tritt in die Tatsache seines Lehens, in seine Oeschichte wieder ein ... in der Hinwendung zu seiner Aufgäbe, die ihm gestellt ist, zu scher Schöpfung schafft eh Volk sich von neuem,.. Wer mit dem Ewi״cn lebt, wird wiedergeboren.״ (Bacck, Wege ini Judentum, S. 70/71.) Diese Wiedergeburt unseres Volkes kann uns der Seder- Abend von heute bringen; wenn wir ihn recht verstehen. Bertha Badt-Strauß. 25/26, 28. TU. 1934 1) * - ein Pcßach, der dein jüdischen Volk ,״■ nt. Jener Pcßach gab den Anita kt,?' use res Volkes, den KrkMu,■.,. Uf t / u f :niua g «Irr״״tl «K'iiii all einer Fs %vnr einmal Freiheit gegeben h Geschichte unseres Volkes, den Krkia piuikt, um den herum die innere und äußere F.ntwiek Im (l.'ilmi mir In losem Zusammonlinn^ /iitMii.intler jüdischen Stamme vor sich geben koimle. Van .. - die mehr als T0r.fl Jahre* znriiekliegt, fuhrt eine ״fc rissenc kette politischer, kultureller und materieller Fm, hing bis auf den heutigen Tag. Bewußt oder unbcwi f,k־ auch heute noch die Gesamtheit der Juden von!״״.*. grauer Vorzeit liegende״ Erlebn, der damaligen ('י׳,.,'״.״ timl jeder Sproß kundiger Geschlechter wird {״ ״u'1,""- Weise nut jenem Lreignis verbunden sein - - oder ״ itr als Jude nicht mehr sein. Diesen Gedanken,״״,;׳ ar"m| HMHcrr* Iiatlilmn, die Judentum stets konkret' u״t ״'l'i abstrakt milfnllt, als «,in dauernde* krlobcn, Mitleb,-n ״k Nctigfstjdlen, mit den Worten aus: ״I״ jedem fies,111,•, 1, י der jüdische Mensel, verpflichtet, sieh selbst zu bdra,11 als *ci er mit ausgezogen aus Aegypten.“ ״c״> Ist es überhaupt möglich, diese Forderung heute ״״,, zu eifulle״? — Vor Jahresfrist wurde in diesen Spalten V' andere Forderung an die Judenheit Deutschlands 1 ״ j'1' ״Tragt ihn mit Stolz, den gelben Heek!“ Wer kam? * ״ Forderung iiachkommcn? Nur derjenige, der sich W 2 wurde, daß cs ihn nicht degradiert, wenn man L | Juden kenntlich macht. Wenn der Jude die Verg,1n״..ll|.‘,■I seines Volkes und die von ihm geschaffenen Werte־ I״,,/ und erkannt hat, daß die Welt armer wäre, als sie cs!״.״? ist,, ohne das Jüdisch-Geschaffene; und wenn er sich p6״ weiß mit dem jüdischen Geist, der diese Dinge schuf im gleichen Geiste fort- und mit/usehaffen, dann ist’ <|10״, Stolz möglich. Den Willen zum Judentum besitze״,'den h, wußtet, Wißen, anders zu *ein und ,Inders /״ (l,'״ke1] die niehtjiidische Umwelt, die Erkenn Ini», Produkt ’ langen Lntwlcklungskcttc jüdischer Geistigkeit zu sei״ an jenem ersten Pcßach begann, die nicht’enden kann Vm sie nicht enden darf, — das gibt die Möglichkeit, alles mit Stolz, zu tragen, was uns die (jeschichte bringt. Ein Jm'e der sich hierzu erzogen hat, wird auch keine Schwierigkeit mehr haben, sich seihst zu betrachten, als sei « mit herausgezogen ans Aegypten. Noch sicht die Mehrheit der Juden Deutschlands stich das jüdische Geschehen durchaus durch eine niclitjüdisehe Brille. Auch in zionistischen Kreisen hat man sich noch nicht überall dazu diirchgcrungcn, jüdische Erkenntnis als für uns verpflichtend und als verbindliche (irundlage Lebensbasis unseres Volkes, anzuerkennen. Wie betrachtet man unsere alten, ״heiligen Schriften"? Der geistigen Haltung anderer Völker mag es entsprechen, dem Schrift• tum Heiligkeit almisprechen. Wer jüdisch empfinden will, bewußt, und in der Absicht, als Glied der Kette an der Weiterentwicklung jüdischer Denkart init/uarbciten, dar( der modernen, westeuropäischen Wissenschaftlichkeit nicht der, Vorrang vor den Erkenntnissen der Blütezeit unseres eigenen Schrifttums cinrätinicn. Fiir uns ist heilig, was andere genial nennen mögen. Für uns ist ein Merkmal des (,ölt• liehen, was für andere Kcim/eichen menschlich-geistiger Oröße ist. Weil menschliche Genialität eines Juden uns Ausdruck, Offenbarung des Genius des jüdischen Volkes ist, empfinden wir als Prophetie, was unsere Gcistcsheroen gesprochen und gelehrt haben. Daher wäre es ein Verbrechen am (leist jüdischer Kinder, wenn jüdische Lehrer die prophetische Gabe eines Jirmijabu und eines Jccluskcl hcrahdriickcs wollten auf das Niveau der Erkenntnis eines versiert« Politikers, dessen realer Blick ihm zeigte, daß «1er kleine jüdische Staat dem Ansturm der großen Eroberen״,ichte nicht standlialtcn kann. Jüdische Betrachtungsweise sagt uns, daß unsere Propheten viel tiefer in das Weltgeschehen gebückt haben, als sic das jemals als Politiker hälfen tun können. Der Spiegel, den sic vor Jahrtausenden unserem Volke vorhicltcn, er zeigt noch bis auf den heutigen Tag ein klares Bild der Zustände in unserer Mitte. Das schafft nicht ein kühler Wirkiiclikeitsbliek, da* entspringt einer viel tieferen Quelle im innersten der. jüdischen Seele. Aus jüdischer Einstellung zum Weltgeschehen heraus könnte man eher Herz 15 vorausalinciide Schau als prophetisch ansprcchcn, als die Verkündigungen von Hosen ca und Amos als Ergebnisse politischer Klugheit. Wer nicht durch die Assimilation aus seinem geistigen Hcimatsbodcn entwurzelt ist, fühlt, wo die Grenze zwischen politischem Verständnis und l’rophcüe liegt. Wer mit Stolz das Judenschicks,11 tragen will, der darf nicht vom Politiker Mosche sprechen, sondern nur von dem Propheten Mosche, dem Lehrer seines Volkes in allen Zeiten, der uns — ja uns, die Menschen der heutigen Generation — herausgeführt hat aus Aegypten. ״Unser Elend —, das zeigt sich bei unseren Kindern", sagt uns die Pcßach Hagadah. Schwere Judennot liegt auf unseren Kindern, wenn wir sic den n i c h t j iidischf» Weg führen. Wenn wir sie zu jüdisch empfindenden Men• sehen machen, liegt bei ihnen unser G1 ii c k. Man naaclit sie nicht zu stolzen Juden, wenn man sie auf den (u-bieten, die rein jüdische sind, die wissenschaftliche Erkenntnis «« Niclitjutien lehrt. Welches Interesse haben wir daran, unsere kommende Generation die Auffassung in sich ווי,* nimmt, die Gelehrte wie Wclihausen, Kittei oder I.duara Meyer von Entstehen und Inhalt unserer heiligen _Schriften haben! Für jene ist Sagengestalt, was für uns greifoar und handfest Vorfahr und Urahn ist. Wen hat nicht die Wissen• schaft schon alles als Sagcngcstalt empfunden, um sich sp•»« wieder zum Gegenteil zu bekehren. Für den jüdisch emp״״* elenden Menschen, um cs grob und handgreiflich zu s;,"cn׳ erhalten die Tel-Amarna-Hricfc erst ihre Bestätigung, sie nicht im Widerspruch stehen zu de n, was ״die Schrill uns überliefert hat — und nicht umgekehrt. Wir sollten un {reiinachcn voii jener s e I b s t u 11 ä I c r i s c ii e n k r11 sucht an unserem Heiligsten, damit unsere Kinder, di« u» p (•griff 1 ni i"‘l(Cf 1; e r c u 11״״ dem Vf 1,״r 1»11, S'ctH* Juden״*» jllID1,11־*, ' w.ilirviid ' v»is>ef'1 1 Zur Ituns n»1 ן• j $ C 1* [rnftim (1(111.1־•!'',l giriinf ' kmiidr leiern, ' daß um PlIH'h « Verbund und *״ין I illgst : di re kl Filter d! Prot ni« «ein ßr< Jahr vrt Krauter kmui 1׳n, aus Acj. So ׳ 15 ist t solches sichere sd/ting Es ist ״ der As* stand, < liberale! gibt es, den hei man ni־ daß m A spei Schied! ist. Wir sind so den Au ist linse in das selbst ' Kinder Weg b Da: sein ein Rene I des kr Begrün kau! d meint 500(1 1 erreget Codex aus di Ruin,in diesem liquie Welt i der B: keiner M; Martin rühmte in irai seien. ttizvol Publik seines sich n Aufgal nahc/i vercle: Christ׳ seine armen Jah rhu Asche ihnen das L; der *c?ur E Lieb eb fiiaiib Gluck: Schein hunde denke sei d; viellei. sehen könnt! ,flldeff zi ׳/■- ...-״<■ ■ '־. .,«ו"",.׳.. 5" ■> Wf-,2 _ 3• ׳, ff 11 Bki Lämmchen häuf!» sich mein Vater , •M u *1■w'yi > -i ^/ן<■ }■״.. 1 *.x Di« Katze ham mnd fraß, das, Lämmchen . « ' Da ham der Hund and hiß, die Katze , §! ' Vv>..V-'v.v ’ -.״.A ־־' . '"'דא SSV,-?*־*‘־■ Da ham der Stach and »chlag dm Hund Da1 Fetter kam, 'der Stoch verbrannte י י

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.