Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 21 (13.3.1934)
- Date
- 1934-03-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2653452-2653472--24940-2682049- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
- Kaunas 1× ep/1000678
- Vilnius 1× ep/1000947
OCR text
Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Beziehung• der deutschen Juden zu den großen Ideen, die sic seit 150 Jahren aufgciioinnicii haben, verloren geht. Und nur so wird cs auch möglich sein, eine neue Generation deutscher Juden z 11 bilden und aus ihren Reihen geistig produktive Menschen hervorgehen zu lassen. Die Zeit der Besinnung aul die Aufgaben, die vor unserer Generalion stehen, war seit den umwälzenden Ereignissen für das deutsche Judentum noch kurz. So mancher von denen, die kulturell schaffend tätig sind, ist einen für ihn scheinbar leichteren Weg gegangen, indem er sich das im jüdischen Kreise fortziisetzen bemüht, was er bisher in der großen Ocffcntliclikcit getan hat. Wir sind Uber diese Entwicklung zutiefst beunruhigt. Gleichzeitig aber glauben wir, daß in uns deutschen Juden die l'äliigkcit zu Erkenntnis und Umstellung auch auf diesem Gebiete liegt, die dahin führen kann, daß die kulturelle Zukunft der deutschen Juden gesichert wird und sic nicht nur ein wertvolles Glied des jtklisehen Volkes, sondern auch mit dem kulturellen Lehen Europas und der Welt trotz schwierigen äußeren Um• ständen untrennbar verbundene Menschen bleiben. K. L. Die Bedrohung des polnischen Judentums (Von unserem Korrespondenten.) —d. Wnr.sdimi, 8. März, 1Ü34. Die heute im polnischen Parlament beschlossene Noveile zum I 111111 s 11׳ i c g es et z. bedroht 8(» Prozent <ler jüdischen Bevölkerung in Polen, Pas neue Gesetz gibt der Staatsgewalt auch in den bisher wenig beschrank len Wirtschaftszwcigen grolle Einwirkti .igsmöglichkcitcn. Wenn der jüdische Handel- oder Gewerbetreibende vor den Behörden Qualifikationspriifuiigen ablegcn muß, wenn er für Laden oder Werkstätte sieh um eine Konzession wird bewerben müssen, oder außerhalb des Zwangsverbamles bleiben wird, dann ist seine Existenz äußerst unsicher geworden. Die jüdische Bevölkerung bat den Lindnick, daß dieses Gesetz eine Konzession an die N.itionaldcmokrafci! bedeutet, obwohl diese im Parlament gegen die Vorlage gestimmt haben. Sie befürchten nämlich, daß das Gesetz auch gegen ihre Anhänger angewendet werden wird. Der jüdische P a r I a m c n t s k 111 b hat sieh mit allen Mitteln bemüht, die neue Gefahr abzuwemlen mul die Schärfe des Gesetzes zu mildern, aber umsonst. Die Linwände, die die Ahg. R o 11 c n s t r e i c 11, Rosmarin und Sommer st ein in der Kommission und im Plenum vorgebracht haben, und ihre sämtlichen Vorschläge wurden abgewiesen. Die jüdisch-wirtschaftlichen Verbände, die der Regierung naliestehen, und die jüdischen Mitglieder der Regierungspartei (Angehörige der ,,Agudah“) haben nicht den Mut aufgebracht, scharf gegen die Vorlage anfzutreten; ihre Bemühungen im letzten Augenblick blieben ohne Erfolg. Plc polnische Jndciihcit ist durch Annahme dieses Gesetzes tief erschüttert und schaut sorgenvoll in die Zukunft. * Warschau, 0, März. (J.T.A.) Das Plenum des S e j in hat das neue Wirtschaftsgesetz, betreffend die Einfülirmig des K o n z c s s i o 11 s z w a 11 g e s lind Befähig u n g Mi a c h weises für alle Zweige des i landeis und Gewerbes angenommen. Von den Abänderungsvorschlägen, die von der 1 iandolskmnmission angenommen worden waren, hat der Sejm nur denjenigen bestätig(, in dem die Befreimig der schon jetzt in wirtschaftlichen Unternehmungen tätigen Personen von der Quaiifikatioiispnifimg vorgesehen ist, dagegen den Beschluß der Kommission, die Bestimmungen über den Befähigungsnachweis erst in drei Jahren in Kraft treten zu lassen, aufgehoben und den Wirtschaftsminister ermächtigt, den Zeitpunkt des Inkrafttretens nach eigenem Gutdünken fcst/usetzcn. Vor der Abstimmung nahmen die Mitglieder des Jüdischen Parlamcntskluhs Pr. Rosmarin, Roüenstreicli und Pr. Sominerstein nochmals scharf gegen das Gesetz Stellung. Die S 111 d e 111 c n u 11 r 1111 cn in Warschau, die sich gegen die Streichung des Arierparagraphen aus der Satzung der studentischen Selbsthilfe-Organisation durch den Senat der Universität richten, dauern nach einer Meldung des ״Herliiicr Tageblattes'' vom 10. 3. weiter an und haben nunmehr auch auf die Universitäten in Krakau und Wilna übergegriffen. Gefahr für die Jüdischen Handwerker in Litauen Kaunas, 11. März. (J.T. A.) 111 der jüdischen Beviilkeriing lu-rr.scht lebhafte Besorgnis über die Auswirkung eines am 1<1. März in Krall tretenden Gesetzes, in dem die volle Beherrschung der litauischen Sprache durch Handwerker, Buchhalter, reisende Kaufleute und die Angehörigen einer .Anzahl anderer Berufe gefordert wird. Mail nimmt an, daß der größte Teil der jüdischen Handwerker nicht imstande sein wird, die vorgesdn iebene Prüfung in litauischer Sprache abzulcgcn. Italienische Juden für das llllfswerk zugunsten deutscher Juden Rom, 11. März. (J.T.A.) Der Verband der jüdischen Genicindcn Italiens richtet an die italienische Judenheit den Appell, das vom Verband eingeleitete II i I f s w c r k z 11 g ti 11 - steil deutscher Juden nach Kräften zu unterstützen. Von den bisher für diesen Zweck in Italien aufgebrachten Mitteln wurden an das unter der Leitung von Dr. Gliaim Wei/iiiann stehende Amt zur Ansicdlung deutscher Juden in Palästina .100(101) Lire überwiesen. Der Rest des Geldes wurde zur Unterstützung der in Italien lebenden Juden aus Deutschland verwandt, insbesondere zu Stiulieiiheihilfeii für ׳die an italienischen Hochschulen inskribierten jüdischen Hörer aus Deutschland. England und die Levante - Messe London, 7. März. (J.T.A.) Im Unterhaus erklärte der Staatssekretär für Uebcrscchandcl, Oberst C 0 I v i 11 c, auf eine Anfrage, daß es ihm nicht möglich sein werde, die Lcvantc-Messc in Tcl-Awiw zu besuchen; hingegen werde der neuernannte englische Handelsattachd für Haifa der Messe-Eröffnung beiwohnen. In Antwerpen ist der Vorsitzende der J üdisc h e n Gemeinde, Maurice L e w i n, ein Pionier der zionistischen Bewegung in Belgien, gestorben. Lewin beabsichtigte in letzter Zeit, sich in Palästina niederzulassen. Nr. 21, 13. III.!934 J TI ד״ . ri ל׳י ן * 1 \״~f ףחו ן ן--.׳ 1 1״ [ ׳ 11 i i ׳ י ' ’ ■ 4». «״»ץ ך־י ~f V\J i ^ייי־• 1 *ך®״ r j f*• *I is- >t ן f •ו״״״ן «*״' ־ j.;7\ fi: “ -Z .ן Von Dr. Oskar W o 1 f s b c r g, Jerusalem (Siche ״Jiid, Rundschau'‘ Nr. 16 vom 23. Febr. 1034.) II. der verantwortlichen Führer von Gctmimlng ('״;.,,״■״| bänden, Vereinen und Vereinigungen diew Gedanken'״ zur Diskussion stellen, sic tief begründen mul jhrc i11sti’tu*V!!eile Durchführung sichern. Es gellt um Schulen und Arbr? ßemeiiischäften; aber nicht nur mn Ncugriimlmigcn, Ai bestehende Kultmiustitiite hedürfen einer Erneuet * Uitifornumg. lernen und l.ebeil müssen sieh ■'l״g Ur•* 1»״U (Ihm. Der Zionismus liefert seit Jahren einen aufierordeutliehen Beilrag zur Umgestaltung der Schichtung des jiidischeu Volkes, zur N e u f o r m u 11 g *eines sozialen lind wirt s e h a f f I i c 11 e 11 Antlitzes, Zur Auswirkung ge- I,angle diese Tendenz hauptsächlich in Lrez Israel, aber da sie ihre Verwirklichung in der (101,all beginnt, da die llaehscharali/eiitreu nicht mir für die in ihnen ihre Ausbildung empfangenden Clialuzim entscheidende Bedeutung haben, 80udem ein Energiefcld bilden, das über die Grenze der jeweiligen Gruppe hinmisgeht, so ist auch in der Diaspora viel von dieser /ioiiisüscium Tat zu spüren. Nimmt mail . .. hinzu,, daß die politischen und soziologischen streben. Wir vollenden damit die Umtormung unseres \ל׳>||?? Erkenntnisse des Zionismus, je nach den Verhältnissen, bald Nicht nur die Nation wendet sieh von zentrifugaler Richttw langsam infiltrierend, bald stürmisch hi «las!.eben der i'tbri• י"'“ •*'־׳* . , . dringen, Wissciisübermiülimg und -aneigmmg, die jn und Milleleuropa eine erltehhehc Steigerung erfahren ״״,ss'• sind deimoeh nicht das I'ntschcidcnile. Die SpviMnig?' Lehens unserer Gemeinschaft aus dein Geistigen, die Vr ' hercitimg für die Erneuerung unseres nationalen ׳Daseins? Lrez Israel uml die Ermöglichung einer jüdischen L\j<,tr? in der Golalt nach Maßgabe der Notwendigkeit und ן? Sachlichkeit ihrer Fortdauer (die Notwendigkeit ist durch?' Schranken bestimmt, die dem Aufbau Palästinas gezogen s״־? ebenfalls auf der Basis jüdischer Kultur — das ist a gen Judenheit ciiulriiigen, so ist vom Zionismus nicht wenig auf die übrige Judenheit übergegangen. Und auch manche kulturelle Forderung (hebräisch, Tcnnchstudimn) hat nicht wenige der Bewegung gewonnen Otter ist von anderen Gruppen übernommen worden. Dennoch will es mir scheinen, als ob gerade auf den! kulturellen Gebiete der zionistische Elan und die zionistische Schaffenskraft in Mittel* und Westeuropa am schwächsten gewesen ist. Gerade im Kulturellen aber liegt jetzt das eigentliche Arbeitsfeld der 7. i onis tischen Bewegung. Die Verhältnisse um uns drängen zu einer Intensivierung. Und unser Lebenswille zwingt uns, unsere Existenz erneut im Geistigen — ihrer cigcntliehen Heimat — zu begründen. Nicht die Intellekt!!- a i i s i c r 1111 g ist unser Ziel. Intellektualisierung, auch im In׳hräisehen Gewand, ist nicht der Weg unserer Epoche. Die hiiellektiialisieruiig, freilich in Verbindung mit sprachlieber Assimilation, war einer der Irrtiimcr der vergangenen, versunkenen Zeit. Der Irrtum bestand in der Loslösung lind Isolierung des Wissens mul der Bildung der Juden von allen organischen Bindungen und jeglicher natürlichen Vorwurzclung: ökonomisch, sozial und national, war unsere Bildungsebeiie!infundiert. So drängte sie von den eigentlichen Berufen fort und strebte einem Emlz11sta11(l ohne Spannung zu; man kann hier von einer Art Entropiegesetz analog, dem in der Wärmelehre sprechen. Per auf diesem Wege ab; auch das Individuum findet den Weg nach innen, zu• Verinnerlichung. ’ Da viele der Diasporakinder mit Rücksicht auf lüg Israel erzogen werden -- und vermutlich von Jahr zu mehr — so fallen die störenden Momente weg, die bishc! unsere Erziehung getrübt haben. Andere Berufe werden 0!:! Rolle spielen als bisher. Sic werden in geringerem Maf» die Kenntnisse und Tendenzen erfordern, die bisher Kinder okkupiert haben. Es wird mehr Zeit sein für das eigen׳■ liehe Jüdische und inehr Platz für eine einheitliche, m; unsere kulturelle Besonderheit zentrierte Bihlungdendcm Die Erwartung, daß in viel größerer Zahl junge Mensches Handwerk und Landwirtschaft als Lebcnsbcruf erwählen wer. den, ermöglicht eine Vereinfachung des Stundenplan« de! Schulen und größere Ansprüche in bezug auf die gri'mci. liehe Erlernung des Hebräischen und vieler jüdischen Kemp, nissc in Geschichte und Literatur. Es ist natürlich w'uliii;. bei der Durchführung dieser Ahsichteu Programm und Flint gut zu konkretisieren und sich geeignete Kräfte zu sicher״. Es ist auch notwendig, die von Land zu Land verschiedenen Bedingungen zu studieren. Denn dasselbe Ziel kann nick! allerorts auf dein gleichen Weg erreicht werden. Denn aus all dem Material gilt es eine geistige Welt erstehen 51 lassen, die nicht nur und nicht einmal vorwiegend ah Vcrgangenheit und Geschichte erscheinen darf. Ge gen war! und geeignete Basis für die Zukunft muH sie sein. Das sind natürlich Gesichtspunkte, die auch für die zustande gekommenen Intellektualisierung fehlte die Gestal- Kulturarbeit unter reiferen Jünglingen und Erwachsenen bt■ deutungsvoll sind. Aus unserer Dichtung älterer uml neuerer Zeiten muß unser Verhältnis zur Dichtung überhaupt erwachsen. Audi Literaturgeschichte als Wissenschaft von der Poesie muß nicht nur aus unserem eigenen Stoffe schop fen, sondern aus seinem Geist. Vieles läßt sich aus unserer jüdischen Philosophie für das Verständnis der (ieM'hiclitc der Philosophie gewinnen, und ganz gewiß gibt die Literatur des klassischen Volkes der Religion und Ethik reiche (iclcgcnheit, diese Wcrtgchietc in systematischer und likforkclicr Hinsicht zu begreifen. Ohne Beschränkung auf unsere eigen: Welt darf doch die Ucber/.eugu!1g ausgesprochen werden, daß der Ausgangspunkt unseres Lernens und Bildens im Eigcneu liegen muß. Die Weltgeschichte, vom Standpunkte <10 jüdischen Geistes aus betrachte(, ist für uns natürlich und berechtigt. Es läßt sich viel Grundsätzliches und Besonderes noch hinzu(!! gen. kl! beschränke mich lumte auf diese Amkutim• gen, weil sich erst die Idee durchsetzen soll und nicht das Detail, das kontrovers ist, willkommenen Anlaß zum Ahglcdw in Polemik gibt, die die Sache bald gefährden kann. Nur das sei als entscheidend hin/ngefügt, daß alles Lernen uid Wissen fruchtbar werden soll. Schöpferisch wird freilich in unserem Volk im wesentlichen der palästinensische jiscbuw sein, aber doeli wird die Diaspora starken Anteil nehmen können an der Erneuerung unserer geistigen Welt. P־ Diaspora wird mit ihrem großen zahlenmäßigen Anteil in 'iß höherem Grade rezeptiv sein als bisher, wird mit ihrer guten allgemeinen Schulung alles Kritische und Answertemle vcrtungskraft. Es war kein Potcntialgcfällc mehr vorhanden. Mit dem Fortfall gesellschaftlicher und nationaler Ziele und Er- Wartungen fiel eine wesentliche Funktion der Kulturarbeit fort; sie trat sozusagen auf der Stelle. Der zionistischen Bewegung ist die mutige Irian griffnähme dieser großen Arbeit auferlcgt. Die Verpflichtung dazu fließt aus der Konzeption unserer Renaissanceidee. Es ist, ein ,altes V c r s p r e c h c!1, d a 8 111111 eingelöst werden 11111 ß. Auch , dieses Versprechen wird leider, wie die meisten anderen, erst in »ehr später Stunde ernst genötiunhi uml der Verwirklichung entgegengeführt. Es hätte in ruhigen Zeiten planmäßig aus dem Stadium der Losung in das der Realisierung übergeleitet werden sollen. — Aber der Zionismus muß auch um seiner selbst willen an dieses Werk gehen. Unsere Schlagkraft ist geschwächt, unsere Mittel sind gering geworden. Manches Werden in Erez Israel geschieht ohne und zuweilen gegen den Willen uml die Intentionen der Organisation und ihrer bewegenden Kräfte und Ideen, Es wird Zeit, dieses Stadium der Schwäche, des Wellentals, in dem wir uns gegenwärtig befinden, zu überwinden. Im Geistigen liegt die Kraft beschlossen, die uns wieder emporhehen uml die Gesundung unserer Beweguiig bewirken kann. Ist uns wieder Kraft zuteil geworden, so wird uns der Einfluß auf die nichtzionistische Umweit nicht fehlen. Wir werden an sic mit Forderung und Gabe lierautretcn können, ihr helfen, sie aber and! in die Bahn zwingen, die allein die würdige Fortsetzung unseres Daseins und seine Erhöhung verbürgt. Wir müssen geeignete Kräfte in die Diaspora tiefen, wird seihst einen Beitrag liefern zum Neubau und entsenden, die den Juden klar machen, welche Aufgabe uns gestellt ist. Es müssen Menschen sein, deren Blick für historische Entwicklungen geschärft ist, die aber auch gleichzeitig die jüdische Kultur (mit Einschluß der hebräischen Note) so gut beherrschen, daß Ihre Darlegungen nicht als die Interpretation'von aus Distanz und beinahe Desinteressement sprechenden Menschen wirken. Auch die Deutung des gegenwärtigen Werdeprozesses muß In die Eigenart der Gesamfgesehielitc des jüdischen Volkes sieb leicht einftigen soll opfern für dieses Werk! Es wird auch als groB/wZ’ lassen. Es darf nicht bei soziologischen Betrachtunumfassendes Werk nicht soviel kosten wie die vielen gen bleiben, die nur das Reaktive des Geschehens prüfen. aktionen, die doch unproduktiv sind. Das Werk, für Die in der Substanz unserer Nation begründete Haltung ich plädiere, ist produktiv, hat Zukunft, wenn es übern«‘!• (eben nicht nur Reaktion!), unser Sein, nicht nur unser Zukunft gibt. In Verbindung mit dem entscheidenden AufU Antworten, muß verstanden und gewertet werden. Wir tuul der Erneuerung in Erez Israel und mit dem nie at1IH’r « j müssen der Judenheit klar machen, daß der Spruch der gelassenen Ziel, auch diese provisorische Rekonstruktion wird vor allem die Verbindung mit der Welt aiifroclitcrhalW• So kommt es darauf an, die Diaspora für ein *!!;irhtigf’ Kulturwcrk zu gewinnen, für den Aus- und Umbau hestelnwf Institutionen, ftir die Neuertiehtimg solcher Anstalten, ך die Schaffung ganz neuartiger Bildungs-, Erziehungs• ״,M Kulfurinstnimente. Das Publikum, die Gemeinde, die üchu'1־״ schaff der Lernenden, Hörenden, Schaffenden muß zu wirD'5 gemeinsamem Leben und Wirken geformt werden. Unser '<« Geschichte uns die Richtung weist in unserer Arbeit für die Menschheit. Wir haben nie die wcltbürgcrliche Absicht verachtet, die in bedeutenden Juden des Emanzipationszeitalters lebendig war. Aber es ist jetzt deutlich geworden, was früher nur Zionisten verkündeten: daß es wirkliche Beiträge einer (kuppe zur Menschheitskiiltur nur aus Eigen em gehen kann. Wir haben gelehrt, daß Juden nichts Werthaftes beisteuern können, wenn sie sich lind ihr Bestes preisgehen. Nim hat man uns es auch deutlich genug gesagt, daß mau unsere Mitwirkung in der bisherigen Weise, die jüdische Leistung ohne deutliche Kennzeichnung, nicht wünscht. So lenkt auch die Umwelt uns auf die Mittel und Gegebenheiten zurück, die uns gehören. Es wird eine größere und würdigere Epoche sein, die nun anhebt, eine Aera, in der wir der Menschheit die Steuer aus Eigenem entrichten und nicht aus Fremdem, das erst sekundär und nie völlig unser geworden ist. Und wir halten fest an der Verbindung und Verbundenheit mit der Menschheit, mit der Humanitas in jeglichem Verstand. Diese Grnindanscliaiiimgen und großen Ziele bedürfen geeigneter Mittel zur Verwirklichung und Erreichung. Nur Institutionen können cs der Diaspora ermöglichen, aus ihrer Lethargie zu erwachen. Die Männer, von deren Aufgaben ich oben sprach, müssen in ernsten Konferenzen, Sitzungen, Versammlungen, vor der. großen ()Öffentlichkeit und im Rate Golah ihre normale Neuordnung in Palästina finden zu l3sse1'1 wird cs von größter Bedeutung sein. Zionistische Organisation und Revisionisten Das Zionistische Zcntralbüro meldet: Auf vielfache An|r* gen sieht siel! die Exekutive der Zionistischen Org.uu*• veranlaßt, folgendes zu erklären: - ., 1. Her Sonderverband der Zimmten-Revisiuiüstcii 1* ' Sinne des Urteils des zionistischen Ehrengerichts vom nuar 1633 sowie im Hiuhliek auf die tatsächliche Lag aufgelö't und nicht existierend zu befrachten. . ן,,) 2. Keine zionistische Gruppe, Partei oder rfaKlio Anspruch darauf, als ,,Sonderverhnnd der Zionisten-1-״■’' ,c|! sten“ zu gelte״ oder sich als solchen bezeichnen (J1 1 3. Die ״Weliunion der Zionisten-Rcvisionistcn ־ן^ ־ knnntüch eine außerhalb der Zionistischen Urga ׳ js stehende Körperschaft, die keinerlei rechtlichen 8t der Zionistischen Organisation besitzt. . . . 4. Die Rechte von Zionisten mit jevirtionistrsc ähnlichen Gesinnungen innerhalb der Zionistischen^ * tion und ihrer Organe werden dadurch nicht berunn. ״Daiiv Telegraph“ veröffentlichte vor /dir Artikel ״Die Wunderstadt Tel-Awiw״ von der״ qui&c d« Vcrdicrcs, * 1 \